Ich weiß ich weiß... ich hab mir einen Haufen Zeit gelassen! Aber jetzt geht es weiter! :D
ich hoffe, dass überhaupt noch ein paar von euch da sind und weiterlesen... ;)
nun... jetzt zum Kapitel :) ich hab es nach langem überlegen endlich hochgeladen... ich wusste einfach nicht ob ich damit vorran komme... aber jetzt wird das schon wieder!
jetzt wünsch ich euch viel Vergnügen beim weiterlesen ;)
21. Kapitel
Hermine erwachte am nächsten Morgen mit gemischten Gefühlen.
Sofort wurde ihr bewusst, dass sie alleine im Bett lag und sie war sehr erleichtert über diese Tatsache. Auch die offene Tür ins Bad bewies, dass sich niemand darin aufhielt. Seufzend wälzte sie sich im Bett und haderte mit sich, ob es überhaupt sinnvoll wäre aufzustehen. Kurz überlegte sie wie spät es wohl schon war, aber da sie aus dem einzigen Fenster nur in den grünlich schimmernden See blicken konnte und an der Scheibe nur ab und zu ein einzelner Fisch vorbei schwamm, konnte sie nicht sagen, ob draußen schon die Sonne schien.
Es war Wochenende und alle Schüler würden sich irgendwie vergnügen. Die einzigen Menschen, mit denen sie sich noch treffen könnte, wären Ginny und Harry. Aber den beiden konnte sie sich ja nicht ständig aufdrängen. Immerhin waren sie zusammen und wollten auch mal allein ihre Zweisamkeit genießen.
Für Hermine hatte diese Zweisamkeit seit letzter Nacht an Wert verloren.
Für ihre Freunde wäre sie nur eine Last und das fünfte Rad am Wagen. Hausaufgaben waren auch fast alle erledigt und einen Samstag mit Lernen zu beginnen, kam selbst für die eifrigste Hexe der Schule nicht in Frage.
Also: Warum überhaupt aufstehen?
Unwillig drehte sich Hermine auf den Bauch. Sie schob ihre Hände unter das Kissen und drückte ihr Gesicht träge hinein.
Wieder wären Hermine fast die Tränen gekommen. Der herbe Duft nach Mann und dem Aftershave, das auch den Geruch im Bad dominierte, brachten alle Synapsen in ihrem Gehirn in Bewegung.
Tja... an diesen Geruch wirst du dich jetzt gewöhnen müssen, zuckte eine besserwisserische Stimme in ihrem Kopf mit den Schultern. Hermine atmete noch einmal tief ein, doch es brachte einfach nicht die ersehnte Wirkung. Wenn Rons Geruch an irgendetwas haftete, dann hatte es immer ein Lächeln auf ihre Lippen gezaubert, da sie sofort an ihn erinnert wurde.
Nun... bei diesem neuen Geruch, der zwar nicht abstoßend oder eklig war, aber eben doch ein anderer, erinnerte sie sich ebenfalls an den Besitzer. Und dem stand sie eindeutig immer noch mit großer Vorsicht gegenüber.
Dieser Mann war aber auch ein einziges Rätsel für sie. Gestern Nacht hatte sie wirklich kurz Angst. Angst vor ihm. Angst davor er würde sie... Hermine musste schlucken, ob ihrer eigenen Gedanken... er hätte sie wirklich vergewaltigen können... tat es aber nicht.
Nur haarscharf war sie daran vorbei geschlittert. Aber die Gryffindor war nicht auf den Kopf gefallen. Sie wusste sehr wohl, dass sie ihm irgendwann auf sein Drängen nachzugeben hatte, wenn sie nicht verletzt oder gebrochen werden wollte. Außerdem lag er rechtlich gesehen im Vorteil. Egal was sie für Argumente vorzubringen vermochte...
Sie war die Frau von Severus Snape und damit hatte er ein Recht auf sie!
Hermine fühlte sich, obwohl sie gerade erst wach geworden war, ziemlich erschöpft und gerädert. Wie sollte es nur weiter gehen? So jedenfalls wollte sie nicht ihr restliches Leben verbringen.
Widerwillig wandte sie den Kopf zum Wecker, um auf die Uhr zu sehen. Doch ihr Blick fing etwas anderes auf: Eine kleine Phiole mit einem rosa Trank, die auf einem Stück Pergament lag.
Mit gerunzelter Stirn fingerte Hermine das Pergament darunter hervor und setzte sich damit im Bett auf.
Madam Pomfrey hat mich gestern von deinem Besuch im Krankenflügel in Kenntnis gesetzt. Ich habe ihr bereits mein Einverständnis für weitere Unterstützung gegeben. Alles weitere besprechen wir heute Abend!
SS
Hermine schloss kurz erleichtert die Augen und atmete tief durch. Zumindest darum musste sie sich nicht mehr kümmern. Ohne weiter darüber nachzudenken, griff sie nach der Phiole und leerte sie ihn einem Zug.
Sie würde sich bei der guten Poppy Pomfrey bedanken müssen.
Nicht gerade sehr motiviert in diesen Tag gestarten, stieg die Gryffindor aus dem Bett, um sich anzuziehen und in die Große Halle zum Frühstücken zu gehen.
Der verzauberte Himmel war mit weißen Wolken bedacht aber durch Sonnenstrahlen hell erleuchtet. An den Haustischen saßen nur noch ein Paar Morgenmuffel. Es war wohl doch schon später, als sie dachte. Am Gryffindortisch war nur noch Neville, der umständlich mit den Blättern des Tagespropheten kämpfte. Kurz wurde Hermine langsamer und überlegte, ob sie sich zu ihm setzen konnte.
Sie hatte ja die letzten Tage erfahren, wie andere Schüler sie jetzt sahen und dass die meisten nun nichts mehr mit ihr zu tun haben wollen. Ob Neville sie jetzt auch meiden wollte?
Dann straffte sie ihre Schultern, pustete eine ihrer wirren Strähnen aus den Augen und setzte sich schlussendlich doch etwas unsicher, wie Neville reagieren würde, neben ihn.
„Hi, Neville!", grüßte sie ihn freundlich aber mit gequältem Gesicht, da sie ihren wunden Hintern vergessen hatte.
„Morgen...", nuschelte der junge Zauberer in seine Zeitung, ohne aufzusehen.
„Und... gibt es etwas neues?", fragte Hermine weiter und schenkte sich starken Kaffee in eine Tasse.
„Ähm... nein, nur... noch 'n paar Hochzeiten von den Leuten, die das Ministerium..."
Als Neville seinen Fehler bemerkte, ließ er den Propheten sinken und sah Hermine an, die er durch seine Worte ziemlich aufgewühlt haben musste, da sie plötzlich aufgehört hatte in ihrem Kaffee zu rühren.
„Ich... tut mir Leid, Hermine! Ich hab vergessen, dass..."
„Schon gut, Neville...", versuchte Hermine ihn und sich selbst zu beruhigen.
„Nein, ist es nicht. Ich... hab schon mitbekommen wie Ron zu dir ist. Ich hab euch streiten gehört im Gemeinschaftsraum. Und die anderen tuscheln die ganze Zeit über dich. Aber du sollst wissen, dass ich das nicht tue."
Hermine sah von ihrem Kaffee auf und in die ehrlichen Augen von ihrem Mitschüler.
„Danke, es ist gut zu wissen, dass man noch Freunde hat.", war die Hexe erleichtert.
„Und ob du die hast!"
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Ohne sich an das Rezept zu halten und völlig in Grübeleien versunken rührte Severus in seinem Trank, von dem er nicht bemerkte, wie er langsam eine schlammige Farbe annahm und grüner Rauch aufstieg. Erst als der beißende Geruch begann seine Nase zu reizen, schreckte er aus seinen Gedanken hoch.
Sofort wurde ihm sein Fehler bewusst und er fluchte laut, während er hastig den Kessel vom Feuer nahm und einen Starrezauber über ihn legte. Wütend über sich selbst wirbelte er zu seiner Arbeitsfläche und räumte mit einer ausholenden Armbewegung alles vom Tisch, dass es nur so klirrte.
Anschließend ließ er sich entkräftet an die Wand neben der Feuerstelle fallen und rutschte nach unten. Diese Hexe raubte ihm noch den letzten Nerv. Fahrig fuhr Hogwarts Tränkemeister mit seinen Händen übers Gesicht.
Das war an diesem Morgen schon der dritte ruinierte Trank und das alles nur, wegen seiner aktuellen Unfähigkeit sich zu konzentrieren.
Als er heute sehr früh am Morgen erwacht war, dem Morgen nach diesem katastrophalen Abend, erfüllte ihn eine tiefe Schuld. Die kleine Hand auf seiner Brust ignorierend verließ er sofort das Bett und zog sich an. Er hatte versucht seinen Kopf bei einem Spaziergang an der kalten, noch nebligen Luft, die über den Ländereien schwebte, frei zu bekommen.
Die Sonne hatte in den letzten Tagen gute Arbeit geleistet und die Unmengen an Schnee in kurzer Zeit wegschmelzen lassen. Auch heute versprach die Morgenröte einen sonnigen Tag. Mit großen ausholenden Schritten hatte er den verbotenen Wald angesteuert und war dann in dessen Dunkelheit langsam zur Ruhe gekommen.
Zurück im Schloss hatte er sich geweigert in die Kerker zu gehen. Ja... er hatte einen Bogen um seine eigene Wohnung machen wollen, nur weil ihn sein schlechtes Gewissen plagte.
Du hast eindeutig überreagiert, schimpfte eine innere Stimme mit ihm und appellierte an sein Gewissen. Severus hatte versucht diese Stimme zu ignorieren. Er hatte nur einen nötigen Schritt getan, um sich den Respekt seiner Frau zu sichern und sie würde ihn sich hoffentlich zu Herzen nehmen. Von Anfang an war ihr klar gewesen, auf was sie sich einlässt, wenn sie ihn heiratete, also hatte sie nun damit zu leben, dass er keine leeren Versprechungen machte. Verdammt würde er sein und so enden, wie Arthur Weasley oder Lupin. Hermine hatte zu lernen sich ihm zu fügen und nicht umgekehrt... Und solange sie auf ihn hörte, brauchte sie sich nicht zu beschweren.
Er hatte den Krankenflügel angesteuert, um sich bei der Schulkrankenschwester nach fehlenden Tränken zu erkundigen, so wie er es jeden Samstag zu tun pflegte. Diese kam ihm jedoch dann schon auf halben Wege entgegen.
„Oh... Professor! Guten Morgen. Schön, dass ich Sie hier antreffe. Ich wollte mit Ihnen über etwas wichtiges sprechen. Ihre Frau wird Ihnen noch nichts gesagt haben, oder?"
Severus war ziemlich verwirrt von dieser Aussage, begleitete die alte Hexe jedoch ruhig zum Krankenflügel, wo sie ungestört reden konnten. Er war gespannt gewesen, was er zu hören bekam über seine junge Frau.
Zurück im Kerker war er jedoch noch verwirrter. Hermine wollte verhüten? Wozu? Sie wollte doch nicht mit ihm... Hatte er da etwas missverstanden? Ihm wollten aber keine versteckten Hinweise an Hermines Verhalten einfallen, die darauf hindeuten würden. Oder hatte sie am Ende doch noch etwas mit diesem Weasley laufen... War sie deswegen nicht zu ihm gekommen und hatte gefragt?
Diese und mehrere Fragen beschäftigten ihn nun schon den ganzen Tag, seit er der schlafenden Hexe den Trank, den er von Madam Pomfrey bekommen hatte, aufs Nachtkästchen gestellt hatte und in sein Labor verschwunden war.
Stunden später hörte er dann nur, wie sich die Wohnungstür öffnete und wieder schloss. Ging sie jetzt gleich zu diesem rothaarigen Halbstarken? Steckte in dieser Gryffindor doch eine hinterhältige Schlange... Nein... DAS wäre nicht Hermine Granger... bzw. Snape.
Er hatte mitbekommen, wie Weasley auf ihre Verlobung reagierte. Wusste, was für einen Trank sie mit den gestohlenen Zutaten brauen wollte, um diesem Gesetz zu umgehen. Wusste, wie betrogen sich dieser Zauberer jetzt fühlen musste und war sich fast sicher, dass ein betrogener Gryffindorstolz so schnell nicht heilen würde.
Endgültig den Gedanken an Hermine verdrängend rappelte sich Severus vom Boden auf und klopfte den Staub von seinem Gewand. Er zog seinen Zauberstab und ließ den ruinierten Trank und die Unordnung verschwinden. Dann rief er einen Elfen und orderte Tee, bevor er sich wieder an die Arbeit machte, denn der Krankenflügel wartete auf seine Tränke.
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„Ähm... Ich treff' mich gleich mit Luna.", unterbrach Neville Hermines mageres Frühstück und hielt Ausschau nach besagter Hexe, „Wenn du Lust hast, kannst du ja mitkommen. Wir wollten auf den Ländereien Spazieren gehen."
Hermine spürte sofort, wenn sie unerwünscht war. Sicher wollten sich Luna und Neville einen schönen Tag zu zweit machen. Bestimmt wollte der Gryffindor sie nur nicht so allein sitzen lassen und hatte aus reiner Freundschaftlichkeit nachgefragt, ob sie mitkommen wollte. Nun war es an ihr aus höflich abzulehnen, um den beiden einen schönen Tag allein zu gönnen.
Hermine lächelte Neville freundlich an und stand auf, während sie den Kopf schüttelte.
„Nein Danke, Neville. Ich will euch euren Ausflug nicht kaputt machen, aber nett, dass du gefragt hast. Wir sehen uns!"
Hermine ignorierte so gut sie konnte die Blicke die sie in ihrem Rücken spürte, als sie durchs Schulhaus ging. Sie straffte die Schultern und machte sich auf den Weg in die Bibliothek. Vielleicht bekam sie nach einer guten Prise altem Pergament Lust zum Lernen und konnte alles um sich herum für einen kurzen Moment vergessen.
Während Hermine so durch die Gänge Hogwarts wandelte, verfluchte sie den Frühling, der dieses Jahr einen quälenden Sinn für Humor hatte. Überall, wo sie auf Mitschüler traf, sah sie sie in irgendwelchen Nischen Speichel austauschen.
Frühlingsgefühle flatterten durch Hogwarts und vergriffen sich an jeder Seele im Schloss. Außer an ihr. Alle schienen irgendjemanden zu haben. Nur sie fühlte sich so allein gelassen, wie nie in ihrem Leben.
Als die Gryffindor erleichtert an einem Tisch in der Bibliothek Platz nahm und sich so setzte, dass sie bequem durch eines der großen Fenster hinaus auf die Ländereien blicken konnte, bemerkte sie einige ältere Slytherinschülerinnen, die an einer Tischgruppe neben ihr saßen.
Immer wieder warfen sie verstohlene Blicke auf Hermine. Die fühlte sich zunehmend unwohler in ihrer Haut und konzentrierte sich auf den See, den sie von hier oben gut beobachten konnte. Doch so sehr die braunhaarige Hexe sich bemühte, immer wieder drangen Gesprächsfetzen an ihre Ohren und sie wünschte sich, sie hätte sie nicht gehört.
„Schlangenbraut" war eines der Wörter, die sie wohl noch länger begleiten würden. Hatte dieser Albtraum denn nie ein Ende?
Hermine wusste nicht was es war, aber als die hohen Stimmen der Mädchen zu einem einstimmigen, hellen Lachen verschmolzen, explodierte etwas in ihrem Inneren. Plötzlich stand sie auf den Beinen, der Stuhl war hinter ihr lautstark zu Boden gekippt, und stürzte an den gackernden Hühnern vorbei.
Doch sie machte noch einmal kehrt und baute sich mit zornigem Blick vor den herausfordernden Mienen der Slytherins auf.
Von dem Gerumpel aufgeschreckt, kam Madam Pince mit einem großen Stapel Büchern um ein Regal gebogen direkt auf die Gruppe zu und hatte ihren üblichen missbilligenden Ausdruck aufgesetzt, doch Hermine ließ sich nicht mehr einschüchtern und sprudelte wütend los.
„Ihr seid doch auch nur froh, wenn ihr irgendwas zu tratschen habt, was? Solange es wen anderes trifft kann man ja ruhig über denjenigen herziehen. Mich wundert es, dass ihr keine Angst davor habt, dass ich Professor Snape auf euch hetzen könnte... aber soweit denkt ihr nicht. Hauptsache ihr habt euren Spaß und könnt euch das Maul über andere zerreißen. Aber wenn ihr mir irgendetwas zu sagen habt, dann sagts mir gefälligst ins Gesicht und benutzt meinen richtigen Namen! Ich hab nämlich immer noch einen, auch wenn ich zu euch Ratten in die Kerker gezogen bin!"
Bevor ihre Mitschüler ihre Worte begriffen, war Hermine schon aus der Bibliothek gestürmt.
Den restlichen Tag verbrachte Hermine in den Kerkern. Snape war nicht anwesend, als sie ihre Wohnung betrat und sie war froh darüber niemanden sehen zu müssen. Diese kühlen Räume hier schienen momentan der einzige, mögliche Zufluchtsort für sie zu sein. Hier wurde sie nicht nieder gestarrt oder mit diversen Namen bedacht. Hier war Ruhe und das brauchte Hermine so dringend, wie nichts anderes.
Es hatte wahnsinnig gut getan mal das los zu werden, was sie über alle anderen Schüler dachte. Irgendwie war ihr Kopf jetzt freier und ihr Geist fühlte sich leichter an.
Erschöpft hatte sie sich auf das Sofa sinken lassen und war irgendwann eingeschlafen.
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so... wenn ihr Lust habt, lasst mir doch eure Meinung hören/lesen ;) GLG
