Hier also das ersehnte Kapitel, wie Dumbledore Snape aus den Fängen der Magischen Strafverfolgung holt.
Viel Spaß beim lesen.
naja und über Reviews Freue ich mich immer. * auf besagten Button deut*
gruß
W´erinaya
Kapitel 20 Anhörung
Die Wahrheit ist ein großes Geschenk Gottes.
Er gibt sie wem er will.
Die Kraft dessen, der ihm gleicht, bewahrt den Unglücklichen
vor dem, der ihn verfolgt.
Amenemope
Dumbledore war erschüttert als er erfahren hatte was den Longbottoms widerfahren war. Noch auf Tage hinaus war die Stimmung im Ministerium so verpestet gewesen, dass man sich außerstande sah, den Verantwortlichen den Prozess zu machen. Der Direktor von Hogwarts holte alte Schulden ein, er erinnerte Mitarbeiter in der Magischen Strafverfolgung daran, wer teilweise die entscheidenden Tipps gegeben hatte. Brachte sich jedem einzelnen auf angenehme aber auch auf die unangenehme Weise in Erinnerung. Erinnerte hier und da an einen fast fehlgeschlagenen Einsatz, der nur ein Erfolg geworden war, weil Dumbledore einen Wink gegeben hatte. Fudge, der Leiter dieser Abteilung, zuckte schon jedes Mal zusammen, wenn er Dumbledore auf den Gängen traf. Dieser lächelte Fudge nur an und ging seiner Wege. Nach endlosen Gesprächen hatte es Dumbledore geschafft, es gab eine interne Anhörung. Diese Anhörung würde unter Ausschluss der Öffentlichkeit und nur vor den Richtern und zuständigen Leitern verschiedener Abteilungen stattfinden.
Dumbledore saß vor dem Anhörungsraum und ordnete ein letztes Mal die Blätter, als Alastor Moody vorbei kam.
"Ah Albus, was machst du denn hier?" fragte ihn der Auror freundlich und setzte sich auf die Bank zu Dumbledore.
"Ich habe in ein paar Minuten eine Anhörung", antwortete Albus und wies auf die Tür.
"Das ist DEINE Anhörung?!" sagte Moody fassungslos und starrte ihn an.
"Ja warum?"
"Weil ich auch vorgeladen bin! Als Beobachter!" sagte Moody und wirkte auf einmal sehr zerknirscht.
"Alastor, wird schon nicht so schlimm werden", versuchte Albus den Auroren zu trösten.
"Um was geht es denn?" fragte Moody neugierig.
"Um mein..." Dumbledore biss sich auf die Zunge, beinahe hätte er Eigentum gesagt, doch er sagte laut weiter: "Um einen meiner Informanten."
Bevor der Auror weiter fragen konnte wurde die Tür geöffnet und Mr Crouch winkte sie herein. Albus hatte das Gefühl, dass ihn sein Mut soeben verließ. Crouch! Auch das noch! Nach der Sache mit seinem Sohn war er auf Todesser erst recht schlecht zu sprechen! Dumbledore betrat den Raum und erkannte sofort 8 Personen, die an einem langen Tisch saßen. Dumbledores Platz würde an einem kleineren Tisch sein, der vor dem langen Tisch aufgestellt war. Moody setzte sich nahe der Tür auf einen Stuhl und behielt die ganze Versammlung im Auge.
Mr Crouch setzte sich an seinen Platz und räusperte sich. "Nun denn, wollen wir beginnen. Es geht um das Aktenzeichen 47 D Blau. Interner Untersuchungsausschuß für Magische Strafverfolgung. Vorgeladen Albus Dumbledore, seines Zeichens momentaner Direktor von Hogwarts, Schule für Zauberei und Hexerei. Für das Protokoll Albus Dumbledore ist anwesend."
Albus nickte und legte seine Blätter auf dem kleinen Tisch ab.
"Zur unabhängigen Beobachtung wurde Alastor Moody vorgeladen", fuhr Crouch sachlich fort.
Moody nickte. Der Schriftführer, eine kleine untersetzte Hexe schrieb fleißig mit.
"Professor Dumbledore! Sie haben uns nicht gerade viele Informationen gegeben um was es hier genau geht. Wenn Sie bitte erklären würden, warum Sie so auf diese Anhörung bestanden haben?" Crouch machte eine einladende Handbewegung. Für Albus wirkte sie eher wie ein Todesurteil. Jetzt lag es an ihm, für Snape zu sprechen. Ihn vor dem Schlimmsten zu bewahren.
Er holte tief Luft und begann klar und deutlich zu sprechen: "Wehrte Damen und Herren, es geht um einen meiner Informanten. Um es gleich zu sagen, es geht um einen Todesser!"
Mehrere keuchten auf und Moody beugte sich auf seinem Platz vor und fixierte seinen Freund mit kühlem Blick. Dumbledore hatte gleich zum Anfang die Katze aus dem Sack gelassen, es hatte keinen Sinn um den heißen Brei zu reden. Bevor jemand etwas sagen konnte fuhr er fort: "Dank diesem Todesser war es mir möglich an Informationen zu kommen, die vielen Familien das Leben gerettet haben. Er brachte mir diese Informationen unter Einsatz seines Lebens und glauben Sie mir, in dieser Zeit glaubte ich mehr als einmal, dass sein Leben zu Ende gehen würde. Sie wissen alle, dass Voldemort keine Fehler verzeiht!"
Bei Voldemorts Namen zuckten einige am Tisch zusammen, Dumbledore war sich dieser Reaktion bewusst, er baute sogar darauf! Er ging um den kleinen Tisch herum und griff nach dem ersten Stapel an Papier. "Hier sehen Sie nur einen KLEINEN Teil dessen, was wir dank dieses Spions wissen!" Albus warf das Papier vor die Nase eines alten Zauberers.
"Warum sagen Sie uns nicht alles?" fragte eine groß gewachsene blonde Hexe verwundert und griff nach dem Papier.
"Würden Sie all Ihre Informationen preisgeben, wenn Sie wüssten, dass Ihr Leben oder Ihre Freiheit davon abhing? Wenn er Ihnen alles sagen würde, dann hätten Sie kein Problem damit ihn nach Askaban zu schicken, oder verschwinden zu lassen!"
Der alte Zauberer meldete sich leise zu Wort. "Aber aber, es sind seit Wochen keine Todesser mehr in unseren Kerkern verschwunden!"
"Tja jetzt, doch wie steht es mit später?" Dumbledore wandte sich um und sah seinen alten Freund an. Moody wirkte skeptisch, hörte aber still zu.
"Dieser Mann hat mehr getan als so manch einer in dieser Zeit bereit war zu tun. Er hat es sich verdient, in Ruhe gelassen zu werden!"
Mr Crouch angelte sich ein Blatt und warf einen flüchten Blick darauf. "Hm wir können über mildernde Haftbedingungen reden."
Dumbledore drehte sich wieder zu dem langen Tisch um und lächelte. "Ich habe mich wohl etwas unglücklich ausgedrückt. Ich bin nicht hier um über mildernde Haftbedingungen zu sprechen! Ich bin hier um einen Freispruch zu erwirken!"
Alle begannen wild durcheinander zu reden, zwei waren sogar aufgesprungen und wirkten sehr wütend. Dumbledore kümmerte das wenig. Crouch und die Protokollhexe brauchten etwas, um ihre aufgebrachten Kollegen zu beruhigen. Der alte Zauberer wischte sich die Stirn mit einem Tuch ab und fragte Albus: "Wie haben Sie sich das vorgestellt? Einen Todesser FREI und ohne Verhandlung laufen zu lassen? Selbst die Malfoys mußten zu einer Anhörung erscheinen! Und diese haben unter dem Bann von Sie-wissen-schon-wem gestanden!"
"Nun ich bin an seiner statt gekommen. Ich bin bereit für ihn zu bürgen, dafür zu sorgen, dass er wieder ein Teil der Zauberergemeinschaft werden kann", sagte Albus ruhig.
Mr Crouch wirkte angespannt und zischte: "Würden Sie für diesen Todesserabschaum auch Ihre Hand ins Feuer legen?"
Dumbledore hatte damit gerechnet, dass Crouch am schwierigsten zu überzeugen war, er ging auf den Mann zu und hielt ihm seine Hand entgegen. "Bringen Sie eine Fackel und ich mach es! Diesem Mann würde ich mein Leben anvertrauen!"
Stille.
Crouch warf einen schnellen Blick nach links und rechts zu seinen Kollegen, "Wir rufen Sie in fünf Minuten wieder herein."
Dumbledore nickte und nahm die restlichen Papiere mit. Als er an Moody vorbei kam wirkte dieser nicht sehr glücklich. Vor der Tür ließ sich Albus mit einem Seufzer auf die Bank nieder. Das war nur der Anfang, jetzt würden die Verhandlungen kommen, er hatte einen Freispruch verlangt. Dass dies nicht leicht würde, das wußte er! Er warf einen Blick auf die Uhr, die an der Wand hing. Fünf Minuten! Wie lange konnten nur fünf Minuten sein!
Wieder einmal stand er kurz davor die Uhr von der Wand zu reißen und sie aus dem nächsten Fenster zu werfen. Da lachte er leise, was würde Firenze jetzt sagen? Es ist nur ein Ding, das etwas versucht zu messen was unendlich alt ist.
Er klammerte sich an die restlichen Unterlagen und lachte weiter. Fünf Minuten, die über ein ganzes Leben entscheiden würden!
Doch jede Ewigkeit hat ein Ende und auch jede fünf Minuten. Albus Dumbledore wurde wieder gerufen.
"Sie wissen, dass wir ihn nicht einfach so freisprechen können!" sagte die großgewachsene Hexe und warf dabei immer wieder einen nervösen Blick auf Crouch.
"Das ist mir bewußt." Dumbledore nickte.
"Nun Sie werden verstehen, dieser Mann muß unter Beobachtung bleiben! Er könnte es sich anders überlegen und wieder die Seiten wechseln", sagte sie immer noch mit einem besorgen Blick auf ihren Nachbarn.
"Natürlich."
"Haben Sie einen Plan was diesen... wie heißt Ihr Spion eigentlich?" fragte die Frau. Im Hintergrund richtete sich Moody auf und spitzte die Ohren. Dumbledore holte tief Luft und sagte: "Snape. Severus Snape!"
Alastor verzog das Gesicht und Crouch wirkte noch wütender.
"Nun, haben Sie einen Plan, was Sie mit diesem Snape anstellen wollen?" fragte sie weiter.
Dumbledore sah die Frau an, wenn sie nur ahnte was Snape für ihn war! Wie Severus ihn, Dumbledore sah! Anstellen? Er könnte ALLES mit ihm machen! Aber genau DAS wollte er, Albus Dumbledore, nicht!
"Ich habe eine Idee. Er würde unter ständiger Beobachtung sein, unter MEINER Beobachtung. Ich würde ihn im Auge haben, falls er ... sagen wir, Anzeichen zeigt, in seiner Loyalität zu wanken." Dumbledore ließ seine Worte wirken, zwei Hexen wirkten noch unsicher und er setzte mit kalter Stimme hinzu: "SIE wissen, wozu ich fähig seinen kann!"
Der alte Magier zuckte wieder zusammen und Crouch presste die Lippen zusammen. Moody im Hintergrund saß gerade auf seinem Stuhl.
"Wollen Sie hören was ich für eine Idee habe?"
Stille.
"Ich fasse das als ein Ja auf. Also...", und Dumbledore begann seinen Plan zu erklären. Keiner unterbrach ihn und alle hörten gespannt zu. Am Ende wurde die Akte 47 D Blau geschlossen.
