Harry sass an diesem späten Abend auf einem verschneiten Ast auf einem großen Eichen baum neben seinem Fenster in Rivendell.
Der Schnee schmolz langsam und der Winter ging zu Ende.
Er dachte nach. Er dachte an Hogwarts, wo er nie wieder als Schüler erscheinen würde, an Mithrandir, den mysteriösen, alten Magier. Er wusste, das er mit diesem alten, nervigen Mann mitgehen musste; er konnte seine Kräfte doch nicht so kontrollieren wie er dachte. Er wusste, das er, wenn er mit ging, viele Dinge lernen würde, aber er wusste einfach nicht, ob er dazu bereit war. Bereit erneut seine Familie zu verlassen, denn er hatte gerade erst eine verlassen, und er wollte es nicht erneut tun.
Er war gelinde gesagt verwirrt. Er war hier heraus gekommen um seine Gedanken zu ordnen, und was kam dabei heraus? Er war noch verwirrter. Was sollte er tun? War das Training wirk lich nötig, um Voldemort besiegen zu können?
Er ahnte es bereits. Natürlich war es das. Mithrandir war derjenige, den er auf dem riesigen Adler gesehen hatte. Er wusste es! Er musste gehen… er war nun endlich bereit dazu. Natür lich würde eine ruhige Nacht auch dabei helfen.
Harry öffnete die Augen und betrachtete die Welt außerhalb. Er war die ganze Nacht draußen gewesen und am Ende im Baum eingeschlafen. Was würden seine Brüder wohl denken? Sie würden ihn vermutlich auslachen. Jetzt erkannte Harry wie sich Ron fühlen musste. Jeder Fehler wurde von jemanden aus der Familie belacht.
"Elugalen?" erklang eine Stimme aus seinem Zimmer. Die Stimme gehörte Elrohir und es war eindeutig Sorge daraus zu hören, da sein Bett nicht angerührt worden war.
"Hier drüben" rief er und sprang auf den Balkon.
"Was hast du dort draußen gemacht?"
Harry hustete und murmelte. "Ich bin im Baum eingeschlafen."
Elrohir begann nun zu lachen. Harry starrte ihn nur an. Das war nicht witzig. Er wollte sich gerade zu Wort melden, als der Himmel sich verdunkelte und es zu regnen begann und Blitze einschlugen. Einer der Blitze traf den Boden direkt neben Elrohir
Harry schnappte nach Luft und beruhigte sich langsam, so dass der Sturm verschwand, wor aufhin Harry zu Boden ging. "Oops." sagte er nur.
Elrond betrat sein Zimmer, wobei er noch immer sein Schlafgewand trug und sah das Harry auf dem Boden sass, und den Kopf in den Händen hielt, während Elrohir ihn zu beruhigen versuchte. Er eilte hinüber und kniete sich neben ihn.
"Elugalen. Ion nín." flüsterte er.
Harry sah nun auf; es waren Tränen in den Augen zu sehen.
"Was ist los, ion nín?" fragte Elrond sanft, während Elrohir den Raum verließ.
Harry schniefte leicht. "Ich besitze eine Kraft, welche ich nicht kontrollieren kann, und ich weiss nicht wann es geschieht und das macht mir Angst. Ich hätte Elrohir töten können."
Elrond umarmte ihn nun. "Mach dich bitte nicht so fertig. Mithrandir will dir doch nur hel fen."
"Ich weiss, aber ich will nicht abreisen."
"Manchmal sind die Dinge die wir möchten und die wir tun grundverschiedene Dinge."
Harry nickte nur leicht. Er mochte größer sein als ein Elf, aber er war trotzdem ein gutes Stück kleiner als Elrond.
"Ich werde also Mithrandir begleiten." sagte Harry.
"Er wird morgen abreisen, wenn du ihn begleiten möchtest." sagte Elrond.
"Ich tue es." sagte Harry leise.
"Es ist nicht so als wenn du nicht zurück kehren würdest. Du wirst nur der Lehrling von Mi thrandir, mehr nicht."
Harry zuckte leicht zusammen.
"Und du wirst lernen müssen, mit ihm klar zu kommen." sagte Elrond mit ernster Stimme.
"Ich weiss." sagte Harry seufzend.
"Wir sollten jetzt besser deine Dinge zusammen packen." sagte Elrond und stand auf, bevor er zu Harry's Schrank hinüber ging.
Harry stellte sich nun hinter ihn und beobachtete ihn neugierig.
"Es dürfen keine Dinge sein, die zu deutlich elfischer Natur sind, da du unter Menschen reisen wirst. Aber sie müssen dich gleichzeitig als etwas anderes hervor heben…" Elrond trat zu dem Schrank hinüber und holte mehrere Oberteile hervor. "Natürlich wirst du Galendir sein, und nicht Elugalen, also solltest du die Farbe grün wählen…" Sagte er und suchte weitere Kleidungsstücke heraus.
Als er fertig war, sah Harry auf die Dinge, die er für eine lange Zeit tragen würde. Er hatte einen dicken, grünen Umhang bereit gelegt, den er während der Reise tragen würde. Er war speziell für die Reise hergestellt worden und war so groß, das er mehrmals um die Schultern geschlungen werden konnte. Dazu gehörte auch eine große Kapuze, welche gegebenenfalls sein Gesicht verbergen konnte.
Es waren auch zwei grüne Tunika vorhanden sowie mehrere Hosen und ein Lederhemd, als zusätzlichen Schutz. Er bemerkte auch ein Paar feste Stiefel. Diese Dinge würden problemlos neben den Vorräten in die Satteltaschen passen.
Harry seufzte. So begann es also, er verließ Rivendell.
"Wir sollten Mithrandir über deine Entscheidung informieren."
An diesem Tag flossen einige Tränen, obwohl die meisten davon Tränen der Trauer waren, weil der junge Elfling, den sie alle liebten, fort ging. Harry hatte auf die Welt von Rivendell einen gewaltigen Eindruck gemacht.
Später am Abend trat Glorfindel zu Harry um sich von ihm zu verabschieden. Er war vorher sehr beschäftigt gewesen, da seine Stute, Ihachwen, ein wunderschönes, weißes Fohlen gebo ren hatte, dem er den Namen Aselforth gegeben hatte.
"Elugalen." begann er. "Ich weiss das wir gut mit einander klar kamen, und es gab immer wieder mal kleine Probleme, aber ich habe es nie bereut, das du ein Teil meiner Welt gewor den bist. Ich denke alle Elfen sehen es genauso, und deshalb möchten wir dir etwas schen ken."
Harry sah ihn irritiert an.
"Aber vorher verbinde ich dir die Augen."
Er befestigte die Augenbinde über Harry's Augen, drehte ihn mehrmals und führte ihn hinaus.
Harry wusste, das sie sich draußen befanden und vor dem standen, was Glorfindel ihm geben wollte.
"Schliess deine Augen und zähl bitte bis drei."
Nach der Zahl drei öffnete Harry seine Augen. Vor ihm stand einer der Stallhelfer, und er hielt die Zügel eines wunderschönen, schwarzen Hengstes. "Er heisst Morel, der dunkle Stern. Er ist sehr loyal und stark und wird dich auf deinen Reisen sicher führen." sagte Glorfindel
"Danke sehr." flüsterte Harry und umarmte Glorfindel.
Harry trat nun hinüber zu Morel und legte ihm sanft die Hand auf die Schulter. Harry bemerk te nun, das er ein relativ groß gewachsenes Kriegspferd war, weshalb es nicht einfach würde ihn zu reiten, aber mit der Zeit würde es besser werden.
Er umarmte nun Morel sanft. Er würde eine Erinnerung an sein zu Hause und seine Freunde sein.
Und genau dort fand ihn auch Elrond am nächsten Morgen, wo er noch immer Morel sanft umarmte, der sich hingelegt hatte und neben ihm schlief.
"Elugalen." flüsterte Elrond. "Galen?"
Harry murmelte nur etwas.
"Aufwachen, Galendir."
Harry rollte sich wieder ein und bemerkte nun das er sich nicht mehr in seinem Bett befand sondern im Stall.
"Morel ist ein gutes Pferd, Elugalen, aber du wirst in gut einer Stunde abreisen, weshalb du dich waschen solltest und dann zum Frühstück kommen. Deine Sachen sind bereits gepackt und deine Reisekleidung vorbereitet."
Harry hatte ein sehr flaues Gefühl im Magen. Er war besorgt. Der Gedanke daran, gemeinsam mit diesem seiner Meinung nach halb-verrückten Mann hinaus nach Mittelerde zu gehen, machte ihm Angst. Er wäre auf sich alleine gestellt.
Harry wusch sich und aß etwas, bevor er leichte, aber warme Reisekleidung anzog. Er zog ebenfalls seinen warmen, Reiseumhang an, legte sein Schwert und die Messer an, bevor er den Bogen und den Köcher auf dem Rücken befestigte. Er schob einige Strähnen aus dem Haar, bevor er die Kapuze aufsetzte.
Im Spiegel starrte ihm definitiv Galendir entgegen.
Er ging nun in den Hof, wo er alle Elfen von Rivendell traf, welche sich verabschieden woll ten. Eine Träne erschien in seinem Auge, aber er wischte sie fort. Er würde stark bleiben.
Er umarmte seine Familie und verabschiedete sich, bevor er ruhig Morel bestieg, der bereits fertig gesattelt und bepackt worden war. Gandalf trieb nun Shadowfax an und Harry folgte ihm in Ruhe. Morel war eindeutig zu groß für ihn, aber er würde damit fertig werden, bis er gewachsen war.
"Viel Glück Elugalen!" Riefen die Elfen, während die Pferde über die Brücke am Eingang nach Rivendell gingen. Harry drehte sich um, um ein letztes Mal zurück zu schauen und er sah drei Personen dort, namentlich Elrond, Elladan und Elrohir die hinter den Bäumen ver schwanden.
Albus Dumbledore hob den Brief auf der auf seinem Schreibtisch erschienen war. Es war der letzte Ferientag vor dem Ende der Weihnachtsferien.
Sehr geehrter Professor Albus Dumbledore,
Es tut mir Leid sie darüber informieren zu müssen, das mein Enkel, Elugalen nicht länger ihre Schule für Magie besuchen wird. Er hat seine Entscheidung getroffen und er hat sich für die Elfenseite entschieden, weshalb er nicht länger in der Lage ist, ihre Magie einzusetzen.
Unsere Allianz ist allerdings weiterhin so stark und stabil wie zuvor und ich fürchte, das die letzte Schlacht bald vor den Toren eurer Wälle stattfinden wird. Tun sie bitte ihr möglichstes, um die Mauern von Hogwarts massiv zu verstärken, und fügen sie am besten massive Tore ein. Verwenden sie dafür keine Magie, da die Schutzzauber beschädigt wurden, weshalb die Magie vermutlich nicht funktionieren würde. Sobald es Problem gibt, zögern sie nicht, sich bei mir zu melden.
Ihr
Lord Elrond Peredhel, Lord von Rivendell.
Dumbledore legte den Brief wieder weg.
"Und so kommt der Krieg immer näher und das gilt auch für unsere Verbündeten. Möge Gott deine Wege behüten, Harry Potter und viel Glück."
