An inlaka: Zu Befehl…

An vero: Könnte euch natürlich noch was zappeln lassen…

An Romi: Gestern hatte ich keine Zeit und (ehrlich gesagt) auch keine Lust. War mit meiner Freundin erst shoppen und dann im Kino. Und es ist euer Glück, dass mein Zeugnis heute annehmbar ausgefallen ist (zumindest soweit, dass ich mich nur ein bisschen aufregen musste), sonst hätte ich jetzt auch keine Lust gehabt.

An charlie: Sie sind gemein… hehehe…

Wettschulden sind Ehrenschulden

Es war Freitagabend, die Schüler hatten grade ihre Abendessen zu sich genommen, als Lily plötzlich aufstand und ihre Stimme magisch verstärkte. Ein auffordernder Blick zu James und er tat es ihr nach. „So, wie ihr ja sicherlich alle wisst, hat unser allseits geachteter Schulleiter heute Geburtstag. Und obwohl ich auch nicht sagen darf, wie alt er wird", ein spöttischer Seitenblick auf James und Sirius, „denke ich doch mal, dass ich für alle spreche, wenn ich sage: Herzlichen Glückwunsch, Sir." „Und auf das Sie noch möglichst lange kleinen, dummen Schülern wie uns ein bisschen was vom Zaubern und der Welt beibringen… zumindest bis es Sie dann doch wahnsinnig gemacht hat!", fügte James grinsend hinzu, was Lily wiederum dazu veranlasste hinzuzufügen: „Wenn ihr erst mal von der Schule seid, dann wird es hier ziemlich entspannend sein…" „Danke, danke, Autogramme gibt's nachher", verkündete James und Lily verdrehte die Augen. Die Schüler lachten, sie amüsierten sich bei diesen Schlagabtauschen der Schulsprecher immer prächtig. Das interessante war, dass man nie genau sagen konnte, er diesmal den Sieg davontragen würde.

„Wie auch immer", nahm Lily den Faden wieder auf, „da man ja nur einmal im Leben so alt wird, wie Sie heute, haben wir uns gedacht, dass wir Ihnen ein kleines Fest ‚spendieren'." James hatte derweil die große Halle umdekoriert. Die Haustische waren verschwunden – und einige sehr verwirrte Schüler saßen auf dem Boden, da sich die Bänke, auf denen sie saßen, plötzlich in Luft aufgelöst hatten – stattdessen war eine recht große Bühne, auf die man vom Lehrertisch beste Aussicht hatte. Es war an Lily, die Bühne noch etwas zu schmücken und als das vollbracht war, schickte sie einen Blick zu den Vertrauensschülern. Diese waren vollkommen nervös, sie wussten, wenn etwas schief ging, dann war es ihre Schuld. So viel Verantwortung hatten die wenigsten bisher getragen, aber Lily wusste, dass alles zu ihrer Zufriedenheit laufen würde.

Tatsächlich liefen alle Aufführungen glatt. Die jüngeren Schüler spielten Sketche oder kleine Theaterstücke vor, einige Mädchen tanzten oder sangen und die Älteren zeigten verschiedene Zauber. Dumbledore und auch die anderen Lehrer – mit Ausnahme von Wicked – unterhielten sich königlich und auch die Schüler hatten ihren Spaß. Lily und James sagten abwechselnd die verschiedenen Nummern an und schauten sich die Vorführungen ansonsten von der Seite der Bühne an. „Lily?", fragte James irgendwann mit einem hoffnungsvollen Unterton. Er trat hinter sie und legte seine Arme um ihre Taille. Lily grinste, sagte aber nichts und so fuhr James fort: „Das wollt ihr doch nicht ernsthaft durchziehen, oder?" „Wieso nicht?", kam die vollkommen unschuldige Gegenfrage. James schien kurz nach Worten zu suchen: „Bitte nicht… bitte… ich flehe dich an und das will was heißen. Ich meine, wann flehe ich schon mal." „Jetzt", kommentierte Lily ungerührt, schloss dann aber die Augen, als James begann ihren Nacken zu küssen.

„Bitte", bettelte er weiterhin. Sein Atem streifte ihre Haut, dann seine Lippen, doch wirklich küssen tat er sie nicht. Lily wusste, dass James absichtlich versuchte sie zu ‚quälen'. Einen kurzen Moment war sie wirklich nah dran Kleinbei zu geben, aber dann erinnerte sie sich wieder an den Plan, denn Emmy und sie ausgeheckt hatten und löste sich grinsend von ihrem Freund. „Vergiss es, James. Wir ziehen das durch, glaub mir. Und jetzt entschuldige mich, ich muss die Hufflepuffs aus der Siebten ansagen." Sie warf ihm noch ein unschuldig-teuflisches Lächeln zu und trat auf die Bühne. Zurück blieb ein ziemlich verstimmt schauender James, der leise über Sirius und seine dumme Wette fluchte.

Als sämtliche Klassen ihre Beiträge vorgeführt hatten, kam wieder Lily auf die Bühne. „Nun, ich sagte eben, dass ich das genaue Alter unseres Schulleiters nicht verraten darf und ich bezweifele auch, dass sonderliche viele Leute darüber unterrichtet sind. Gestern Abend haben meine Freunde und ich uns deshalb mal darüber unterhalten, wie alt er wohl wird. Es kam dann die Idee auf, eine Wette abzuschließen. Von – wie sollte es auch anders sein? – Sirius", grinsende Blicke in Richtung des Schwarzhaarigen, „er und James gegen Emily und mich. Ich sage nur soviel: Der Unterschied betrug drei Jahre. James und ich fragten dann also Professor Dumbledore nach seinem Alter und es stellte sich heraus, dass Emmy und ich tatsächlich gewonnen hatten." Hier baute Lily eine kleine Kunstpause ein und grinste triumphierend und gemein.

„Okay, wir handelten frei nach dem Motto ‚Wettschulden sind Ehrenschulden' und da man sich ja gerne für die kleinen Dinge im Leben rächt, hatten Emmy und ich – oder besser gesagt Emmy alleine – die Idee, hier eine kleine Stripfeier zu organisieren…" Wieder machte sie eine Pause und beobachtete die verschiedenen Reaktionen. James und Sirius sahen so aus, als flehten sie den Erdboden an, sich aufzutun. Sieh an, sieh an, es gab also doch Dinge, die ihnen peinlich waren. Die jüngeren Schüler schienen nicht so ganz zu wissen, was sie davon halten sollten und die Lehrer waren geschockt. Die älteren Jungen grinsten hämisch und die Mädchen musterten die beiden Griffindors, als ob sie eine besonders leckere Art von Schokoladenkuchen wären. Lily lächelte still. „Da das Ganze dann aber nicht mehr in die Kategorie ‚jugendfrei' gefallen wäre und James außerdem immer noch mein Freund ist, weshalb ich es vorziehe, wenn er sich NICHT vor der ganzen Schule ausziehen würde, haben wir die Idee dann wieder verworfen…", hier wurde Lily von Sirius unterbrochen.

„Wie jetzt?", fragte er aufgebrachte, „ihr habt uns einfach glauben lassen, wir müssten… ähm… na ja, du weißt schon… und in Wirklichkeit hattet ihr das gar nichts mehr vor?" Lily nickte und lächelte ihn freundlich an: „Ganz recht, ganz recht. Aber um eure Wettschulden kommt ihr nicht herum." Sie trat an den Bühnenrand und streckte Emmy die Hand hin. Ihre Freundin kletterte hoch und fuhr fort: „Ja, Mr. Black, Mr. Potter, Sie dürfen jetzt wem auch immer ein kleines Ständchen bringen. Applaus bitte!" Sämtliche Schüler applaudierten und James und Sirius kamen langsam nach vorne. Sie wussten nicht so ganz, ob sie die Mädchen jetzt verfluchen sollten, weil sie singen mussten, oder ob sie ihnen die Füße küssen sollten, weil sie sich nicht ausziehen mussten. Verzwickte Sache!

Wenig begeistert traten James und Sirius nun auf die Bühne und gaben im Duett eine sehr schiefe und sehr lachhafte Version von ‚Happy Birthday' zum Besten. Lily grinste in sich hinein, denn sie wusste, dass es gewollt war. Lieber absichtlich komisch, als unabsichtlich. Nun gut, sie lösten ihre Wettschulden ein. Nachdem die Beiden geendet hatten und, sich übertrieben verbeugend, den Applaus angenommen hatten, wechselten sie einen Blick und das Grinsen, welches synchron auf den Gesichtern der Zwei erschien, gefiel Lily überhaupt nicht. Nein, ganz und gar nicht! Wieso wussten die verdammt noch mal immer, was der Andere dacht? Das würde übel für sie enden, dass ahnte sie. Und ihre Ahnung sollte sich bestätigen.

„Nun, jetzt haben tatsächlich alle etwas aufgeführt…", begann Sirius grinsend. „Alle – bis auf Einen, oder besser: Eine", fügte James hinzu. Lily schüttelte entschieden den Kopf, als sich alle Blick auf sie richteten: „Nein, vergesst es. Ich habe den Kram hier organisiert." „Ich auch", stellte James nüchtern fest, doch so leicht wollte Lily sich nicht geschlagen geben: „Aber du musstest deine Wettschulden einlösen." Sirius hörte gar nicht mehr auf sie: „Nun, wer von euch will, dass Lily auch was singt?" Sämtliche Hände schossen in die Luft und nachdem Lily sich einmal umgesehen hatte, wusste sie, dass Widerstand zwecklos war. „In Ordnung, aber ich entscheide, was ich singe", nannte sie ihre Bedingung. James nickte gnädig und er und Sirius zogen Lily auf die Bühne.

James murmelte etwas und das Licht in der Halle ging aus, ein einzelner Spot richtete sich auf einen Barhocker, der, dank Sirius, auf der Bühne erschienen war. Lily sah einmal an sich herunter. Dunkelblaue Riemchensandalen, ein weißer Minirock und ein mittnachtsblaues Top, welches im Nacken geschnürt wurde. Die Haare offen und leicht geschminkt. Okay, sie konnte es wagen, sich auf diesen Stuhl zu setzten, sofern sie auf den Rock aufpasste. Kurz überlegte Lily, welches Lied angemessen war. Sie selber hielt wenig von der Musik der Zauberer und auch für den ‚normalen' Pop der Muggel hatte sie nichts übrig. Lily bevorzugte Metal (An: Ja, ich weiß, dass das damals noch nicht wirklich verbreitet war, zumindest nicht der, von dem ich rede – in meinen Augen schreiben wir grade das Jahr 1988 –, aber trotzdem), allerdings konnte sie den Lehrern und auch ihren Mitschülern wohl nicht damit kommen. Sie entschied sich schließlich für ‚Moonlight Shadow', ein Muggellied, welches ihr ganz gut gefiel (An: Ich rede von dem Original aus dem Jahr 1983 von Mike Oldfield und Maggie Reilly, kennen wahrscheinlich die Wenigsten, aber der Technokram von Groove Coverage… ich bitte euch…).

Tatsächlich waren alle überrascht, als sie Lily singen hörten. Sicher, das Lied war nicht schwer, aber es klang wirklich schön. Einzig James grinste, er wusste, dass sie singen konnte. Eigentlich sang sie nur für sich, wenn niemand es hören konnte, aber manchmal, ganz manchmal gestattete sie James zuzuhören. Er hatte ihr oft gesagt, dass sie eine schöne Stimme hatte, was Lily ihm aber nie wirklich abgekauft hatte. Als sie das Lied jedoch beendet hatte, musste sie es wohl oder übel glauben, denn sofort kamen ca. 15 Schüler auf sie zu und erzählten ihr, wie gut das gewesen war. Lily lächelte und flüchtete sich hinüber zu Sirius und James, die am Rand der Halle standen, beide lässig gegen die Wand gelehnt.

„Ich würde sagen, wir sind quitt, oder?", fragte Lily grinsend. „Najaaaa…", erwiderte Sirius lang gezogen, doch James schnitt ihm das Wort ab: „Ja, sind wir, Süße. Glaubst du mir jetzt, dass du wirklich gut singst?" „Allenfalls ganz nett", wiegelte Lily ab und wechselte das Thema: „Nächste Woche Samstag ist das Spiel gegen Slytherin…" „Nein, wirklich?", warf Sirius sarkastisch ein. Lily fuhr unbeirrt fort: „…und ich habe heute erfahren, dass Kathy im Krankenflügel ist. Anscheinend ein ziemlich übler Infekt, bis Samstag ist sie zwar vielleicht schon wieder raus, aber Quidditch spielen kann sie vergessen." „WAS?", fragte James ziemlich geschockt, „die sind lustig, wo soll ich so schnell noch einen annehmbaren Jäger herkriegen?" Das war tatsächlich eine berechtigte Frage.

„Erstens kann Kathy da nichts für und zweitens reißen sich doch so einige Griffindors um einen Platz in der Mannschaft. Schon vergessen? Lass sie einfach morgen zum Vorfliegen antanzen", Lily behielt wie immer die Ruhe. „Ja, das wird das Beste sein." Sie gingen zum Griffindorgemeinschaftsraum und hingen dort einen Zettel ans schwarze Brett. „In der Hoffnung es meldet sich jemand", murmelte James. Sirius fügte grummelnd hinzu: „Jemand brauchbares…"