Fröhliche Weiiiiiiihnachten =) Ich weiß, viele machen sich darüber lustig, wenn es Leute gibt, die sagen, dass Weihnachten zu schnell kam, wo es jedes Jahr am selben Tag statt findet, aber ehrlich: Mir kam das zu schnell! Eigentlich wollte ich ein Weihnachtskapitel machen und hatte auch genaue Vorstellungen. Nun... es hat nicht funktioniert. Ich will meine FF auch nicht hinklatschen, sondern es eines Tages noch mal lesen und mich darüber freuen und stolz sein, weil sie genau so geworden ist, wie ich es geplant und gehofft habe =) Insofern, kommt das Weihnachtskapitel wohl erst... nach dem neuen Jahr? Ich weiß nicht, ob ich es schon ins nächste Kapitel hinkriege, denn dazu müsste ich ein paar Monate überspringen. Mal sehen... Ah und dieses Kapitel ist leider echt länger geworden. Ich wollte zwar stets 15 bis 16 Seiten einhalten, aber dieses ist 19 Seiten geworden. Ich hätte es nicht trennen können und wollte andere Dinge auch nicht weglassen. Ich hätte eher noch mehr geschrieben, aber dann hätte ich das Kapitel wohl tatsächlich in 2 geteilt... Heute steht erst mal Weihnachten an und normalerweise liebe ich Weihnachten. Dieses Jahr ist es nur ein wenig trauriger, aber man versucht trotzdem das Beste zu machen. Frohes Fest!
Review:
Mannequin: Hallöchen =)
Ah, das mit ihrer Antwort auf Buch kann war mir entweder entgangen oder ich kann mich nicht mehr daran erinnern. Man erinnert sich ja meistens eher an die schlechten Dinge, als an die Guten. Ich hatte Harry damals eigentlich von Anfang an sehr gut verstanden und fand daher die Diskussion wohl ein wenig traurig. Vielleicht auch, weil ich mit meinen Freunden auch so umging +.+ Manchmal lässt man eben mal die Launen an ihnen raus.
Oh, das Verhältnis zu seinen Eltern hätte mich wohl wirklich ein wenig interessiert. Eine Zeit lang habe ich mehr die Info's zu Sirius und James verschlungen, aber fand diese nach einer Zeit nicht mehr mit meinen Figuren vereinbar und habs daher ein wenig ausgeblendet. Weißt nicht, ob du das nachvollziehen kannst. Ist ein wenig wie mit Freunden. Wenn andere über sie herziehen und Dinge sagen, die für mich nicht zu ihnen passen, ob nun ihre eigenen Freunde oder Fremde, dann schalte ich auf Abwehrmodus und ignorier das oder reg mich innerlich darüber auf. Und bevor ich das tue, höre ich dem gar nicht erst weiter zu.
Ehrlich gesagt, war am Anfang Maria geplant, aber ich hab dies einfach nicht über's Herz gebracht. Ich hab zu Lilli's Eltern irgendwie weniger eine Verbindung als zu James Mutter.
Es ist riskant von Anna gewesen, aber es stand auch viel auf dem Spiel. Anna hat ohnehin eine spezielle Entwicklung in Chains of Xerchia, was damit zusammenhängt, was in HP Buch 6 passiert war. Black Heart lief glaub ich noch in vollem Gange als Buch 6 kam und vieles, was in dem Buch passierte, hatte einen Einfluss auf die Entwicklung in Black Heart und auch in CoX.
Ja, ich gebe zu, dass ich es mir mit diesem Chap etwas leicht gemacht habe, was aber eher daran liegt, dass alles auf etwas anderes gipfelt. Die Ketten sind mit ein Grund, warum ich das Weihnachtskapitel nicht als Nächstes kommen lassen könnte. Eigentlich hätte ich es auch in diesem Kapitel schon mehr eingebunden, aber irgendwie ging das mit dem Schreiben nicht so, wie ich es wollte. So James-Voldemort Szenen sind für mich eigentlich immer speziell, weil ich diese einzigartige Stimmung rüberbringen möchte und bevor ich sie irgendwie hinklatsche, lass ich sie lieber weg und bau sie später in einer Rückblende ein, wenn ich mit dem zufrieden bin, was ich schreibe. Und zu den Ketten, sie sind ja eigentlich doch das Herzstück der Geschichte und ich möchte ihnen dann doch mehr widmen und möchte auch das nicht so dahinklatschen, wenn ich nicht komplett zufrieden bin. In diesem Kapitel wäre das nicht gegangen, denn es ist jetzt schon zu lang geworden ÖÖ Ich wollte es aber wirklich nicht nochmal trennen. Das hätte sich sonst runtergezogen.
Black Heart hatte gerade am Ende etwas an meiner Stimmung leiden müssen (fand ich irgendwie beim nochmal lesen). Ich find sogar, dass BtF ein wenig darunter leiden musste. Die Geschichte, die Charaktere und ihr, die Leser, habt es verdient, dass der Autor sich anstrengt und nicht irgendwas hinschreibt, weil er gerade unsicher ist. Und nachdem CoX nach 3 Jahren Pause immer noch gelesen wird, erst Recht =)
So, wünsch dir Frohe Weihnachten. Falls du wegfährst und dich erholst: Eine schöne Zeit! Alles liebe =)
Chapter 21 - A Love, protected by Magic
Anna hatte es nicht gewagt, Lilli, Sirius oder Remus auch nur anzusehen und sie ertrug es auch nicht, im selben Raum wie ihre Freunde zu sein. Sie war ständig mal hier und mal dort aber stets da, wo ihre Freunde nicht waren. Auch wenn ihre Freunde es nicht taten, die junge Hexe machte sich selbst große Vorwürfe, dass ihrem besten Freund etwas passiert sein könnte. Nach Absprache mit Maria und Dumbledore waren alle drei der Meinung James rauszuholen. Er hatte schließlich auch keine Chance mehr einen Hilferuf zu senden, nachdem Fawkes ihn aus den Augen verloren hatte. Vom Phoenix bekamen sie seinen letzten Aufenthaltsort woraufhin die Prewett Brüder und Maria rüber geschickt wurden, um die Situation zu erörtern. Währenddessen tüftelten Dumbledore und Anna an einer Lösung herum, um Gefahren möglichst gering zu halten. Eigentlich kam es ihr mehr so vor als ob sie an einer Lösung herum werkelte und er gab hin und wieder einen Wink ob er das nun für gut befand oder sie es lieber sofort wegschmiss, bevor es jemand anderem das Genick brach.
„Okay," sagte sie. „Dieser Plan sollte funktionieren." Ein Blick zu Dumbledore zeigte, dass er ihr keine klare Antwort darauf geben würde, dafür jedoch ein zuversichtliches Nicken. „Na gut," fuhr die junge Hexe leicht genervt fort. „Ich geh schnell checken ob die anderen zurück sind. Wir sollten nicht noch länger warten. Wer weiß was mit James sonst noch passiert, wenn -"
„Hat jemand meinen Namen gerufen?"
Sie wirbelte sofort herum als sie die vertraute Stimme hörte und es war tatsächlich so, dass er direkt in der Tür stand, Maria, Lilli und Sirius direkt hinter ihm. Anna war so erleichtert, dass sie nicht anders konnte als schnellen Schrittes auf ihn zuzugehen und ihn so fest zu umarmen wie sie nur konnte. Er hatte sie zurück umarmt und dabei überrascht gelächelt.
„Wow, hast du Vertrauten in deine eigenen Fähigkeiten, An!" sagte er leicht sarkastisch, woraufhin sie ihn wieder los ließ und eine Grimasse zog. Er hatte Dumbledore kurz zugenickt, der gleichfalls zurücknickte. Beide Männer hatten einander nur sehr flüchtig angesehen, aber es war genug, damit Dumbledore das Wort ergriff.
„James, auf ein Wort."
„Klar," sagte er sofort. Auf Anna's verwirrten Blick hin, hatte er seinen Mundwinkel verzogen, war an ihr vorbei geschritten und hatte dabei kurz ihren Arm gedrückt, bevor er Dumbledore nach draußen folgte. Diese stellte sich zu Sirius, Lilli und Maria hin, blickte den beiden Männern jedoch nach wie sie zum Garten hinaus schritten.
„Maria?" fragte Anna nachdenklich. „Was ist passiert?"
„Wir gingen dorthin, wo er verloren ging. Wir fanden Spuren eines Portschlüssels und sind dem gefolgt. Als wir da raus kamen, wo er hinführte, mussten wir nicht lange suchen, um ihn zu finden. Glücklicherweise unverletzt und alleine. Er sagte, er wäre entkommen und hätte es so aussehen lassen, als ob einer seiner Diener Schuld an der Flucht wäre. Dein Plan ging also auf, Anna. Das ist etwas Gutes," schloss Maria stolz und hatte sie mit leuchtenden Augen angesehen. Es brachte ein Gefühl in die junge Zauberin, was sie in diesem Moment auch dringend gebraucht hatte. Innerlich war immer klar gewesen, dass Dumbledore ihr vertraute und stolz auf sie war, aber er ging so sparsam mit seinem Zuspruch um, dass die Unsicherheit oftmals die Oberhand gewonnen hatte. Diese Worte von der Person zu hören, die Anna wie eine Mutter liebte war genau das, was nötig war, um den Schock über die beinahe Katastrophe zu verarbeiten.
Dumbledore und James hatten ein ziemlich langes Gespräch. Gideon und Fabian hatten sich genau so wie alle anderen mit der Zeit verabschiedet, um zu ihren eigenen Angelegenheiten zurückzukehren. Am Ende blieben nur noch Remus, Peter, Sirius, Lilli und Anna übrig, die nach wie vor auf James warteten. Anna war schließlich ohne ein Wort aufgestanden und wieder in den anderen Raum gegangen. Sirius rollte genervt mit den Augen als sein Blick Remus traf, der vielsagend seine Augenbraue hochzog und bedeutungsvoll zur Tür rüber nickte. Doch dazu schmollte der Marauder aufgebracht und sah weg. Eigentlich sah er in die andere Richtung, wo jedoch Lilli saß und ihm ebenfalls bedeutungsvoll angesehen hatte. Ihr Blick sagte dasselbe wie Remus, so dass Sirius genervt aufatmete.
„NA GUT!" fauchte er und stand auf, um zu seiner Freundin in das andere Zimmer zu gehen. Er war fast an der Tür angekommen und hatte seine Hand ausgestreckt, um sie zu öffnen da -
„AUUUUH!"
Auf der anderen Seite klatschte sich Anna die Hand auf den Mund, als sie Sirius Aufschrei hörte nachdem sie die Tür gerade mit voller Wucht aufgestoßen hatte und öffnete sie jetzt vorsichtiger, sehr wohl wissend was sie auf der anderen Seite erwartete. Ihr Freund stand mit blutender Nase und blickte sie ungläubig an.
„Du und Lilli," sagte er bestürzt. „Ihr seid mit Abstand die schmerzvollsten Beziehungen zu Frauen, die ich zu pflegen habe. Ihr schmeißt Männern gern die Tür ins Gesicht, hab ich Recht?"
„Es tut mir Leid," sagte sie unangenehm berührt, nachdem sie ihn in das Zimmer auf einem der Stühle führte und etwas Eis in einem Tuch gewickelt auf seine rechte Gesichtshälfte legte. „Dieses Haus ist eindeutig ein Fehlkauf, wenn man sich ständig die Tür gegen die Visage knallt. Wenn's dich tröstet. James hat mir die Tür auch schon in die Visage geknallt. Und ich nehm an, Lilli hat dich auch schon mal damit erwischt?"
„Nah," gab er näselnd von sich. „War in Hogwarts. Prongs hat dir die Tür ins Gesicht geschlagen?" Sie verzog ein wenig amüsiert ihr Gesicht und wollte gerade ihre Hand von seinem Kopf wegnehmen als er sie festhielt.
„Warte..." murmelte Sirius leise, wandte jedoch nur eine Sekunde später seinen Blick traurig von ihr ab. Er mochte nicht gern über seine Gefühle sprechen. Seiner Meinung nach war sprechen überbewertet, doch noch länger wäre es wohl nicht möglich gewesen, dies hinauszuzögern. Es gab Dinge, die einfach ausgesprochen werden mussten und dies war definitiv eines davon. Der junge Zauberer hatte die Hand seiner Freundin nicht losgelassen, nun aber endlich wieder zurück zu ihr geblickt.
„Tut mir Leid, dass ich dich vorhin angefahren habe -" Eine Sekunde verging, in der sie einander tief in die Augen sahen und versuchten die Gefühle des anderen zu erkennen. Anna war nicht böse, aber Sirius war es mit sich selbst. Frustriert schüttelte er seinen Kopf. Sein Ausdruck war niedergeschlagen und enttäuscht. „- Prongs ist meine Familie. Ich kann nicht klar denken, wenn sein Leben auf dem Spiel steht. Diesen Krieg zu überleben, wenn er dabei drauf geht, ist für mich keine Option."
„Ich weiß," flüsterte sie ohne ihren Ausdruck verändert zu haben oder ihre Hand aus seinem Griff wegzuziehen. Es mag unverständlich für jeden anderen gewesen sein, dass sie diese Worte von ihm akzeptierte, wo er im Grunde genommen nichts anderes sagte als dass ihm James wichtiger war als sie, aber für sie war diese Tatsache ohnehin schon immer klar gewesen. Es war nichts Neues, dass die Marauder eine viel engere Freundschaft pflegten, als normale andere Leute und ganz besonders eng war die Freundschaft zwischen Sirius und James. Sie hätte es nie auch nur ansatzweise gewagt, sich zwischen die beiden zu stellen und irgendwann hatte sie es auch akzeptiert an zweiter Stelle zu stehen. Lilli hatte Glück, so fand Anna zumindest, dass sie und Sirius bei James zusammen an erster Stelle standen. „Schon okay," fügte sie sanft lächelnd hinzu und wollte ihre Hand erneut lösen, doch auch diesmal ließ er dies nicht zu. Auf ihren verwirrten Blick hin, schien er seinen ganzen Mut zusammen nehmen zu müssen, um den Satz überhaupt über seine Lippen zu bringen... und diesen Mut besaß er jedoch zur Zeit nicht.
„Was ist?" fragte sie besorgt, da er immer wieder seinen Mund geöffnet hatte und wieder schloss ohne ein Wort von sich zu geben. Dies hatte etwas von einem Fisch unter Wasser.
„Fertig!" kam die Stimme von James, der mit Lilli, Remus und Peter zu ihnen hereingeschritten kam. Das war ein merkwürdiges Bild, da Sirius nach wie vor das mit Eis eingewickelte Tuch auf seiner rechten Gesichtshälfte hatte, welches jedoch von Anna's Hand gehalten wurde, die wiederum von Sirius Hand festgehalten wurde und beide auch in dieser Position erstarrt waren. Auf seinen verwunderten Blick hin ließ Sirius die Hand seiner Freundin endlich los und legte auch das Eis weg.
„Dann lasst uns gehen! Ich hab nen Bärenhunger!"
Er hatte alle quietschfidel angestrahlt und war als Erstes wieder rausgegangen. James hatte einen Blick zu Anna geworfen, doch sie schüttelte lediglich leicht amüsiert den Kopf. Gut, sie hätte versuchen können seine Gedanken zu lesen, um zu erfahren was er ihr sagen wollte, aber dann würde sie das Versprechen gegenüber all ihren Freunden gebrochen, dass sie ihre Gedanken nicht mehr ohne ihre Einwilligung las. Um ihrer Freundschaft Willen wollte sie es daher dabei belassen. Einen Sirius Black konnte man eben nicht dazu zwingen über Gefühle zu reden, wenn er das nicht wollte.
James hatte ihnen dasselbe wiedergegeben, was auch Maria ihnen von seiner Flucht erzählte und ihm war anzusehen, dass er sehr wenig Lust besaß auf alle Einzelheiten einzugehen, welche er Dumbledore bereits haarklein schildern musste. Das erste Glied der Chains of Xerchia war wohl bereits in ihm, wenn er auch nicht wirklich näher darauf einging was es nun bewirkte oder warum er sicher war, dass er es besaß. Sie beließen es somit dabei ihn nicht weiterhin zu löchern, sondern sich damit zufrieden zugeben, dass er heil wieder zurückgekommen war und schon wusste, was er tat. Es war schließlich von Anfang an der Plan gewesen, dass er es selber wieder heraus schaffte.
„Ich hab euren Hochzeitstermin," teilte Anna ihnen an jenem Abend mit. Peter und Remus waren zu sich zurückgekehrt während James und Sirius vollkommen erschöpft auf die Sofas niederfielen.
„Und wann?" fragte Lilli neugierig, während die beiden Mädels stehen blieben. Sie waren zurück ins Potter-Haus gekehrt, welches erheblich größer war als Lilli's kleine Wohnung.
„Der 27. September."
„Wieso das?" gähnte James mittel interessiert.
„Ich könnte dir natürlich alles erklären, was ich für Zauber angewandt habe und was für Bücher ich gelesen habe, um herauszufinden, dass es der 27. September diesen Jahres sein muss oder aber in 32 Jahren -"
„In 32 Jahren?!" rutschte es schockiert aus Lilli heraus.
„Ja und ähm... Lilli, du musst dir eine neue Trauzeugin suchen."
„Wieso das?" fragte diese verwirrt, als die Freundin traurig den Blick senkte und ein wenig frustriert wegblickte. Sirius' und ihr Blick hatten sich getroffen, als sich die junge Hexe jedoch abwandte und den Kopf schüttelte. „Das Ritual verhindert die Anwesenheit eines dritten Black Hearts. Wenn ich da bin, ist die Verbindung gestört und der Zauber wird nicht funktionieren. Also werde ich von eurer Hochzeit fern bleiben."
„Moment, seit wann weißt du das?" fragte James und war aufgebracht von der Couch aufgestanden. „Seit einiger Zeit," gab sie kleinlaut zurück, wenn sie dabei auch weder ihn noch Lilli richtig in die Augen sehen konnte.
„Wieso hast du nichts gesagt? Wir hätten das niemals durchgezogen, wenn wir gewusst hätten -"
„Und das ist exakt der Grund, warum ich es nicht gesagt habe." Anna blickte ihnen endlich in die Augen und lächelte sanft. „Ihr hättet es nicht getan, wenn ich es damals gesagt hätte und es gibt kein besseren Zauber, um die drei Mächte zu vereinen, als dieses. Alles für das übergeordnete Wohl, nicht wahr?"
Beide Freunde waren unfassbar von der Neuigkeit und sie mussten nur einen Blick tauschen, um sofort zu wissen, was sie zu tun hatten. Es bedarf nicht mal einen Wortaustausch, damit beide sich einig waren.
„Nein," sagte Lilli fest. „Wir finden einen anderen Weg."
„Wie bitte?" fragte die Freundin entsetzt.
„Komm schon, An," sprach er ebenfalls entschlossen. „Für die Magie mag die Hochzeit nur ein Ritual sein, aber es ist unsere Hochzeit. Und das kann nicht ohne die beste Freundin... oder die Schwester statt finden."
Das Paar hatte zuversichtlich gelächelt und sie bereuten ihre Entscheidung keine Sekunde. Sie würden einen Weg finden, egal wie. Anna schüttelte erneut den Kopf, dann kramte sie ein kleines Pergament aus ihrer Tasche, kritzelte mit einer herbeigezauberten Feder etwas rauf und reichte es an Sirius, der bereits die Hand offen gehalten hat.
„Ihr habt auf meine Hochzeit gewettet?" fragte James unfassbar und auch Lilli stand ungläubig daneben. „EUCH SCHEINT WOHL DIE SONNE AUS DEM ARSCH!"
Doch Sirius grinste das Paar schelmisch an, während Anna sich zumindest entschuldigte.
„Aber der Rest ist wahr?" fragte Lilli unsicher.
„Yap," antwortete sie der Freundin, während Sirius nach seinem Sieg am weiteren Gespräch das Interesse verloren hatte und zu gähnen begann. James schmiss ihm daraufhin sein Umhang ins Gesicht, ließ sich danach aber schließlich ebenfalls müde senkrecht auf den freien anderen Teil der Couch nieder.
„Idiot!"
„Ich liebe dich auch, Prongschen," gähnte Sirius und war schnurstracks eingeschlafen.
„Anna, warum der 27. September?" fragte Lilli ohne den besten Freund beachtet zu haben.
„Hat irgendwas mit der Gründung Hogwarts zu tun. Reicht das?"
James nickte müde und gähnte nun ebenfalls, während Sirius ein Schnarchen von sich gab. Er war eindeutig bereits im Schlummerland abgesunken.
„Ihr seid blöd," kommentierte Anna mit verengten Augen. Ihr bester Freund winkte leicht ab und sank dann ebenfalls wie sein bester Freund schnarchend auf das Sofa. Die beiden Mädels warfen sich einen kurzen Blick zu, bevor sie kopfschüttelnd hinaufgingen, um Decken zu holen und die Jungs zuzudecken. Was für Kinder das doch noch waren.
„Aber nett, dass ihr eure Hochzeit für mich verschoben hättet."
„Ich kann's immer noch nicht fassen, dass ihr gewettet habt. Schweine."
Die beiden Frauen waren nicht sofort schlafen gegangen, sondern besprachen stattdessen die Hochzeit. Viele Rituale wurden erläutert und auch erklärt. Lilli hatte einige Male aufgelacht in dem festen Glauben, dass es ein Witz sein sollte, aber da Anna weder das Gesicht verzog, noch gelacht hatte, verschwand auch das Lachen aus ihrem Gesicht sofort wieder. Das war leider kein schlechter Scherz. Sie hatten gerade beschlossen aufzustehen und ins Bett zu gehen als James ein merkwürdiges Ächzen von sich gab, was bewirkte dass die beiden sich auf halbem Wege umdrehten und sich ihm zuwandten. Lilli war als Erstes wieder zurückgegangen und hatte sich neben ihm niedergesetzt. Sein Gesichtsausdruck schien ängstlich zu sein als ob er in dem Moment tatsächlich Höllenqualen litt. Lilli wollte ihn gerade aufwecken als ihre Hand zurückgehalten wurde, nämlich von Anna. Verständnislos hatte sie ihre Freundin angesehen, doch diese schien mehr nachdenklich den schlafenden Freund anzusehen als sie zu beachten. Sirius hatte zuerst ein Auge aufgeschlagen, bevor er misstrauisch seine Miene verzog und sich vollkommen wach wieder aufrichtete.
„Was los?" murmelte er müde auf die besorgten Gesichter der beiden Frauen hin und blickte dann selbst prüfend seinen besten Freund an, dessen schmerzvoller Ausdruck nicht weggegangen war. Seine rechte Hand begann zu zittern und sich zu einer Kralle zu verformen, als ob er sich damit irgendwo krampfhaft festhielt.
„Voldemort," flüsterte Anna, die ihren Blick nicht von James genommen hatte. Sie war offenbar in seinen Gedanken und dass ihr erstes Wort der Name des grauenvollsten Zauberers aller Zeiten war, brachte Lilli noch mehr Angst, als sie ohnehin schon um ihren Freund empfand. Das Gefühl, welches sie den ganzen Tag über gefühlt hatte, als er verschwunden war, kehrte mit einem Ruck zurück und war sogar schlimmer und grauenvoller als vorher. Sie war so erleichtert gewesen, dass er einfach so wieder zu ihnen zurückkehrte ohne eine groß angelegte, schwierige Rettungsaktion vollziehen haben zu müssen, sie hatte nicht mal ansatzweise auch nur in Erwägung gezogen, dass mehr hinter seiner einfachen Flucht stecken könnte. Nun wurde ihr die harte Realität direkt vor die Nase geschoben.
„Was tut er mit ihm?" fragte Lilli bangend.
„Er ist in seinen Träumen...," antwortete die Hexe zögernd. Ihr Ausdruck hätte kritischer nicht sein können.
„Voldemort? Wie jetzt?" kam es panisch von Sirius, der nun hellwach war und, wie die beiden auch, bei seinem Freund stand.
„Es ist wie fast sieben Jahre zuvor..." sagte sie skeptisch und zog mit einem Mal sein Hemd hoch um seinen Rücken ansehen zu können. Es war ein wenig erleichtern zu sehen, dass das dunkle Mal nicht zurückgekommen war, was nicht unbedingt viel zu bedeuten hatte. Auch vor 7 Jahren war es nicht sofort erschienen, sondern hatte sich Zeit gelassen hervorzutreten.
„Anna, was -" begann Lilli tief besorgt, doch in diesem Moment hatte James einen Ruck gegeben und war wieder aufgewacht. Haselnussbraune Augen starrten verwirrt in drei vertraute Augenpaare. Er fuhr mit seiner Hand an seinen Kopf und wandte seinen Blick von ihnen ab.
„Was macht ihr hier eigentlich?" fragte er müde und richtete sich wieder auf, während alle drei einen Schritt zurückgewichen waren, um ihm etwas Freiraum zugeben.
„Alles in Ordnung bei dir, Kumpel?" begann Sirius für alle zu sprechen.
„Bis auf die Tatsache, dass ich mich von euch drei gerade beobachtet fühle, ja?" antwortete er leicht sarkastisch und hatte seine Hände von seinem Kopf weggenommen. „Was ist los?"
„Du hast geträumt," antwortete Anna mit beunruhigter Miene.
„Ich hab geschlafen! Was ist daran so interessant?"
„Es war ein Alptraum?"
„Alptraum?"
„Du hast von Voldemort geträumt."
James warf ihr einen verstörten Blick zu. Ihm schien nicht bewusst zu sein, dass dies der Fall gewesen war und Anna brauchte einen Moment, um zu erkennen, ob er das wirklich nicht mehr wusste oder ob er absichtlich log.
„Leute, der Tag heute war echt lang und anstrengend. Ich geh ins Bett. Wenn euch langweilig ist, dann starrt die Glotze an, statt nen träumenden besten Freund."
Er gähnte und war ohne ein weiteren Blick an seine Freunde aus dem Wohnzimmer geschritten. Die drei sahen einander betroffen an, als Anna den Kopf schüttelte.
„Er hat sich komplett vor mir verschlossen. Ich konnte gerade absolut gar nichts erkennen. Ich denk trotzdem nicht, dass es gut ist, wenn wir ihn alleine lassen."
„Ich geh rauf," sagte Lilli schließlich nachsichtig und war mit einem kurzen Nicken an die beiden ihrem Verlobten nachgegangen. Sirius und Anna wechselten misstrauische Blicke.
„Glaubst du, es steckt mehr dahinter als er zugibt, An?"
„Bevor er aufgewacht ist, hat er von Voldemort geträumt. Er hat ihm gedroht uns umzubringen. Ich konnte seine Angst um uns fühlen, Sirius. Ich bin mir fast sicher, dass mehr dahinter steckt. Ich versteh nur nicht, warum James sich so verschließt."
September war angekommen und mit ihm startete auch Hogwarts in ein neues Schuljahr. Dumbledore hielt sich deswegen wieder die meiste Zeit über in seiner Schule auf und so auch an diesem Tag als Anna ihren noch immer blauhaarigen Kopf zur Tür in sein Büro steckte.
„Hey," grüßte sie vorsichtig, während er nachdenklich bei Fawkes stand und sich überrascht zu ihr umdrehte.
„Anna? Ich war der Meinung, du würdest bei deinen Freunden in London sein?"
„Nein, bin ich nicht," sagte sie trocken. „Darf ich?"
„Nun bist du ja bereits hier," gab er gleichfalls trocken zurück, woraufhin beide einander ein warmes Lächeln schenkten. Sie trat herein, schloss die Tür hinter sich und schritt zu ihm und Fawkes rüber.
„Hi, Fawkes," grüßte sie den Phoenix. Die Antwort war ein leises krähen.
„Nun, bei was immer ich dir auch helfen kann, ich werde alles mir mögliche tun," kam es liebevoll von Dumbledore, der ihr hinter seiner Halbmondbrille einen väterlichen Blick gegeben hatte. In der Tat gingen die beiden seit geraumer Zeit sehr vertraut miteinander um. Es war merkwürdig, wenn man bedachte, dass dies in Hogwarts noch ganz anders aussah, aber Anna war dankbar um diese Entwicklung.
„Es geht um James," sagte sie geradewegs heraus. „Glaubst du ihm, die Geschichte, wie er Voldemort entkommen ist?"
„Ich habe keinen Grund zur Annahme, dass er mich belügt."
„Er hat Kopfschmerzen und Alpträume. Selbst seine Gefühle sind komplett abgeschottet. Was, wenn etwas passiert ist, was wir wissen sollten? Ich kann ihm nicht helfen, wenn ich nicht alles weiß. Ich hab Angst, dass Voldemort etwas versucht hat, was er mir nicht sagen will, weil er sich dann – keine Ahnung – entmannt -" Das Wort war sehr genervt gesprochen, als ob dies das lächerlichste auf der Welt wäre, dass er tatsächlich daran denken könnte, dass sie das von ihm hielt. „- fühlt. Da dachte ich, du könntest mit ihm reden. Weißt du, ihm klar machen, dass es nichts gibt, was einem unter Freunden unangenehm oder peinlich sein müsste und dass wir ihm nur helfen wollen. Gib ihm einen deiner Dumbledoreschen Schlechte-Gewissensbiss-Mach-Blicke und Du-musst-das-Licht-in-dich-reinlassen-Blicke."
Dies fuhr ihr einen überraschten, jedoch vergnügten Blick von dem Schulleiter ein.
„Genau so einen!" sagte sie begeistert. „Also dann geh ich ihn holen und du machst das, ja?!"
Sie hatte ihn erwartungsvoll angesehen, doch Dumbledore legte ihr seine Hand auf die Schulter und gab stattdessen ihr einen eindringlichen Blick.
„James hat mir nichts verschwiegen, weshalb ich ihm zu nichts zwingen muss."
Die Betonung lag eindeutig auf dem Wort mir, weshalb ihr auch augenblicklich klar wurde, was hier vor sich ging. Es herrschte betretene Stille zwischen ihnen, was zumindest ihr unangenehm war. Sie versuchte das Ganze wegzulächeln und strich sich schließlich die Haare hinter die Ohren.
„Ich verstehe. In dem Fall - Entschuldige mich."
„Anna," sagte Dumbledore bestimmend und hatte seinen Griff um ihre Schulter so gefestigt, dass sie nicht weggehen konnte. Es war ersichtlich, dass die junge Hexe verletzt und getroffen war, doch umso wichtiger erschien es ihrem Urgroßvater sie aufzuklären und zu helfen dies zu verarbeiten.
„James vertraut dir. Bedingungslos. Er hat nicht gezögert, nach deinem Plan zu handeln, obwohl der Einsatz sein Leben war. Ich kann dir zudem mit absoluter Sicherheit sagen, dass dies für jedem im Orden gilt."
Anna war nun verwirrt und hatte sich auch genau so verwundert ihm zugewandt. Er hatte sie mit warmherzigen und liebevollen Augen angesehen, doch es waren seine Worte, die sie tatsächlich mitnahmen und bewegten.
„Es wäre sehr undankbar von dir, wenn du ihnen nicht dasselbe Vertrauen entgegen bringst, in dem was sie dir mitteilen und was nicht. Ich versichere dir, dass James seine Gründe hatte, dir etwas zu verschweigen und auch, dass wir uns darum gekümmert haben."
Sie zögerte einen Moment, doch wenn sie diese blauen Augen mit einem solch gefühlsintensiven Blick ansahen, dann konnte sie nicht anders als zu verstehen und zu nicken. Die Enttäuschung und den Frust, der auf einmal gekommen war, verschwand auch genau so schnell wieder. Sie fühlte sich sogar fast ein wenig blöd, sich so gefühlt zu haben. Anna atmete tief ein, um sich zu beruhigen und sich zu sammeln.
„Ich glaube, ich werde mal runter gehen und Bill einen Besuch abstatten. Ich seh dich dann auf der Hochzeit?"
„Natürlich," sagte er bestimmend und hatte sie endlich losgelassen. Anna lächelte sanft, verabschiedete sich zusätzlich von Fawkes, bevor sie aus dem Büro schritt und ihren Cousin besuchen würde. Hogwarts... Manchmal, wünschte sie sich, die Zeit wäre nicht so schnell vergangen und sie würden sich noch immer in der Schule befinden. Alles war leichter gewesen. Niemand hatte ihnen gesagt, dass leben so schwer sein konnte. Dumbledore hatte Recht, so verstand sie schließlich. Das Vertrauen, dass sie von ihren Freunden verlangte, sollte sie ihnen auch zurückgeben.
Und so schritt die Zeit voran. Anna bereitete Lilli und James Hochzeit vor und die beiden ließen fast alles mit sich und der Hochzeit machen.
„Eine Hochzeit auf dem Potteranwesen... klingt schön," meinte Lilli als die drei mitten im großen Garten standen.
„Und mit all den Schutzzauber nach wie vor sicher," sagte James verständlich.
„Und es passen 300 Gäste herein," fuhr Anna fort, was das Brautpaar dazu brachte schockiert die Augen aufzureißen.
„300?!" schoss es von beiden entsetzt heraus.
„Vor einer Woche hieß es noch 50!" fügte der Bräutigam hinzu, doch ihre Hochzeitsplanerin zuckte lediglich mit unschuldigem Blick die Schultern.
„Das halbe Zaubereiministerium hat angefragt, ob die Eule, die ihre Einladung bringen sollte, aus Versehen nen falschen Weg geflogen ist. Bedank dich bei Frank, der sie alle eingeladen hat."
James grummelte, während Lilli die Freundin prüfend ansah.
„Hey, das ist nicht irgendwer der da heiratet," erklärte sie schließlich der Freundin. „Du heiratest James Potter. Enkel des ehemaligen Zaubereiministers und Sohn von Michael Potter, der seeeeeeeehr beliebt in der Zaubererschaft war und James ist der letzte Erbe einer seit Generationen reinblütigen Zaubererfamilie. Mit dieser Hochzeit wird eine sehr weitreichende, reine Blutlinie gebrochen."
„Aha?" machte die Braut nicht wirklich verständnisvoller.
„Ich glaube, Dreiviertel der Leute, die kommen, wollen nur sehen, ob es wirklich eintrifft und nicht, weil sie sich mit euch freuen."
„Toll. Und wieso lädst du sie dann ein?"
„Ob du's nun gut findest oder nicht, Lilli. Magische Gepflogenheiten, Verpflichtungen, lautes bla bla." An der Miene von beiden erkannte Anna sehr wohl, dass sie es nicht für gut hießen, doch sie grinste breit. „Seht es von der Seite. Wenigstens sind es nicht 307. Die Weasley's kommen nämlich nicht. Molly meinte, sie hätte Angst, dass Fred und George euch nicht zum Ja-Wort kommen lassen würden mit ihrem Geplärre. Arthur meinte daraufhin, dass er eher Angst hätte die beiden würden eure Hochzeit in einen Zirkus verwandeln. Die zwei scheinen aufgeweckte kleine Dinger zu sein."
„300!" wiederholte James entrüstet. „An, wie sollen wir das unter Kontrolle halten? Ich mein... 300!"
„Dumbledore wird übrigens auch derjenige sein, der euch traut! Falls ich das noch nicht erwähnt hatte."
Das Paar hatte mittlerweile die Augen gerollt, aber kein Kommentar mehr dazu abgegeben. Sie hatten es sehr früh aufgegeben, irgendetwas im Bezug auf den Ablauf der Hochzeit zu hinterfragen. Nachdem sie zum fünften Mal eine sarkastische Antwort a la Ich könnte es euch erklären, aber dazu müsste ich das Wissen von 20 1000-Seitigen Büchern vor euch ausbreiten und euch mindestens 5 Tage lang erklären, warum welches Anzeichen zu was führt. Soll ich anfangen oder wollt ihr euch schon mal Urlaub holen und ne Pizza bestellen? gab, hatten die beiden es aufgegeben und beschlossen einfach Vertrauen zu haben. Bei der Anzahl der Gäste konnten sie sich nur nicht zurückhalten, weil ihnen dabei auch schon die Kinnlade hinabgefallen war. Sie konnten schon nicht glauben, dass 50 kamen, wo beide die meisten kaum bis gar nicht kannten.
„Okay, ich glaub somit haben wir alles besprochen. Steht der Hochzeit also eigentlich nichts mehr im Wege," sagte die junge Hexe schließlich, als die restlichen Marauder zu ihnen dazu stießen.
„Na, was hab ich verpasst?" trällerte Sirius gut gelaunt.
„Nichts Besonderes. Nur Sachen, die die Hochzeit betreffen und wichtig sind für die vollständige und richtige Durchführung, damit auch alles klappt wie es klappen sollte," antwortete Anna und versprühte mächtig viel Zynismus bevor sie sich zum Brautpaar zurückdrehte. „Ich korrigiere mich: Der Trauzeuge steht noch im Weg, denn wenn er nicht rechtzeitig aufkreuzt und Dumbledore fragt - Sirius Black, Trauzeuge des hier anwesenden Brautpaares, schwörst auch du der Magie, dass du Zeuge der wahren Liebe zwischen James Potter und Lilli Evans bist? - und es kommt keine Antwort außer die blöden Gesichter aller Anwesenden, fällt der Zauber ebenfalls ins Wasser."
„Ich bin noch immer geplättet, dass du das gerade ohne Punkt und Komma von dir gegeben hast," stellte James verblüfft fest.
„HEY!" protestierte Sirius sofort. „Moony war an der Verspätung Schuld!"
„Hö," schoss es von diesem verdutzt heraus.
„Weißt schon, immer seine Schnauze bis tief in Büchern. Wir sind aus der Winkelgasse kaum weggekommen."
„Hö," wiederholte er, diesmal beleidigt.
„Diese Streber von heute, he?" Sirius war weiter zu seinen besten Freunden gegangen, zog dabei seine Freundin mit sich und ließ seinen anderen besten Freund mit verblüffter Miene zurück. Peter lächelte etwas peinlich berührt, während Remus misstrauisch die Augenbraue verzog.
„Prongs! Junggesellenabschied!"
„Hey, Sirius!" brach Lilli die Euphorie des Freundes ab. „James und Ich sind im Begriff zu heiraten und wir sind nicht mehr 15. Halte dich bitte zurück."
„Das ist leider nicht möglich," kam es stattdessen überraschenderweise von Anna. „Die Rituale für die Hochzeit erstrecken sich auch auf die Junggesellenabschiedsfeier und die Junggesellinnenabschiedsfeier. Vorbereitungen, damit die Magie sich willkommen fühlt."
Lilli fand dies so lächerlich, dass sie nicht anders konnte, als extrem dämlich aus der Wäsche zu gucken.
„Was genau passiert da?" fragte sie schließlich vorsichtig, aber so breit wie Sirius grinste, wusste sie schon jetzt, das dies nichts Gutes war und es womöglich nicht mal hören wollte. Sie kannte ihren besten Freund mittlerweile gut genug, um zu wissen, dass er selbst jetzt nur Flausen im Kopf hatte und Spaß um jeden Preis der Sicherheit und Vernunft vorzog.
„Keine Sorge," antwortete Remus sanft. „Du kriegst Prongs auf jeden Fall rechtzeitig zur Trauung wieder."
Ja... das hatte sie definitiv nicht beruhigt.
James fuhr plötzlich mit seiner Hand an seine Stirn und kniff seine Augen zusammen. Die Freunde waren stehen geblieben und hatten einander besorgt angesehen.
„Kopfschmerzen?" fragte Lilli sanft und hatte seine freie Hand mit ihrer ergriffen, um ihn zu stützen. Er nickte ohne seine Augen wieder geöffnet zu haben. Stattdessen wandte er sich von seinen Freunden ab und zog eine schmerzhafte Grimasse.
„Du hast das seit dem du von Voldemort zurückgekehrt bist," sagte Anna nervös, aber er winkte ab, als die Schwärze vor seinen Augen wieder verschwand und er sich langsam wieder sammeln konnte. Mit einem Mal war der Ausdruck wieder heller und verziert mit dem frechen Grinsen und den funkelnden charmanten Augen, die man von ihm kannte.
„Alles okay... Keine Sorge, ich hab das unter Kontrolle."
Nicht, dass auch nur einer von ihnen zuversichtlicher durch seine Worte gewesen wäre, aber sie hätten ohnehin nichts weiter tun können als abzuwarten. Genauso wenig wie man einen Sirius Black dazu zwingen konnte über seine Gefühle zu sprechen, konnte man einen James Potter dazu zwingen etwas zu erzählen, was er nicht wollte.
Die Tage vergingen und die beiden arbeiteten an ihren Hochzeitsschwüren oder zumindest tat dies James. Ein wenig angespannt lief er im Wohnzimmer auf und ab, hatte jedoch kaum ein Wort von sich gegeben. Sirius, Remus und Peter saßen auf den Sofas und hatten ihn mehr oder weniger dabei beobachtet.
„Prongs," begann Sirius schließlich nach einer halben Ewigkeit. „Kommt noch was oder bleibt's bei: Lilli, ich liebe dich?"
„Mensch! Mir fällt nichts ein!" grummelte er nervös. „Ich heirate die tollste Frau auf der Welt, in die ich seit meinem 12. Lebensjahr verknallt bin und hab absolut keine Ahnung, was ich ihr vor versammelter Mannschaft sagen soll!... Hat Lilli Probleme mit ihrem Hochzeitsschwur?"
Peter sah ziemlich verloren zurück, Remus zuckte nur mit den Schultern und Sirius grinste wie ein Honigkuchenpferd von einem Ohr zum anderen, woraufhin James ihm ein Kissen ins Gesicht schmiss. „Na toll!"
„Lilli war schon immer gut mit Worten. Sie weiß was für ein unsensibler Ingwerkeks du bist."
Dafür bekam der Trauzeuge das zweite Kissen ins Gesicht geschmettert.
„Wo ist Anna überhaupt? Ich hab sie schon seit ner halben Ewigkeit nicht mehr gesehen. Sie wäre ne Hilfe bei diesem blöden Schwur. Ist schließlich auch auf ihren Mist gewachsen. Glaubt ihr nicht auch, dass sie mit vielen Ritualen eigentlich geflunkert hat? Mir kommt's so vor als ob sie sich einen Spaß daraus macht, mich wie ein Idioten dastehen zu lassen."
„Erstens, sollte dies dein Hochzeitsversprechen sein, Prongschen."
„Prongschen?" James verzog giftig die Augen, während Sirius noch immer frech und unbeschwert auf dem Sofa saß.
„Zweitens, würde An das nur tun, wenn du es dir extrem bei ihr verschissen hättest und drittens ist sie auf der Arbeit. Crouch nimmt sie ziemlich in Anspruch und fordert Überstunden ohne Ende. Ich hab sie in der letzten Woche einmal gesehen und das war gestern. Echt, wenn Lilli sie nicht regelmäßig auf der Arbeit begegnen würde, wäre ich schon längst ins Ministerium gestürmt, um zu sehen, ob sie überhaupt noch lebt."
Er lächelte nun müde, aber James blickte misstrauisch zurück. Wären Lilli und Alice nicht in diesem Moment erschienen, hätte er auch seinen Verdacht geäußert, aber so wanderte seine Konzentration zu seiner zukünftigen Ehefrau. Verliebt hatte er sie in seine Arme geschlossen und leidenschaftlich geküsst.
„Nur noch 5 Tage," hatte er mit breitem Lächeln gehaucht, was auch ihr Freude bereitete. Sie strahlte ihn glücklich an, wandte sich dann jedoch wieder etwas ernster an Sirius.
„Ich soll dir übrigens von Anna ausrichten, dass sie es heute nicht schaffen wird."
„Schon wieder?" stieß er frustriert aus.
„Crouch braucht sie wohl länger."
„Das ist doch idiotisch!" schimpfte James, der derselben Meinung war wie sein bester Freund. Nämlich, dass das Ganze zu große Ausmaße annahm. „Crouch ist nicht ihr Vorgesetzter! Dumbledore ist es. Wieso muss sie seine Drecksarbeit machen?"
„Keine Ahnung. Sie tut's," antwortete Alice und zuckte mit den Schultern. „Frag sie doch selbst, warum."
James nahm sich vor auch genau das zu tun. In Hogwarts hatte sich seine beste Freundin von niemandem so rumschubsen lassen und kaum einer von ihnen verstand wirklich, warum sie im Zaubereiministerium soviel auf sich abladen ließ ohne etwas dagegen zu unternehmen. Stunden später war Anna immer noch nicht bei ihnen erschienen und nachdem all seine Freunde miteinander beschäftigt waren, beschloss er Anna einen schnellen Besuch im Ministerium abzustatten. Er stieg in den Kamin und reiste per Flohpulver in ihre Arbeit.
Da das Ministerium zu so später Stunde fast komplett leer war, hatte er auch keine Schwierigkeiten dabei, sich in das Büro seiner besten Freundin zu begeben. Er wollte gerade klopfen als er eine Stimme im Büro erkannte und mitten in seiner Bewegung einfror.
„Du bist nur deshalb noch am Leben, weil der dunkle Lord es zulässt. Bilde dir also bloß nichts ein!"
Er war diesem Mann nie begegnet, aber er kannte seine Stimme. Sie war herzlos, kalt und grausam. Vielleicht hätte er sie niemals gehört und dann auch heute nicht erkannt, wenn Anna ihre Zauber früher besser unter Kontrolle gehabt hätte. Jedes Mal, wenn sie James' dunkles Mal versteckt hatte, verlor sie die Kontrolle über ihre Empathie, so dass nicht nur seine Gedanken und Erinnerungen samt der Gefühle in sie wanderten, sondern ihre auch in ihn fuhren. Daher kannte er die Stimme. Sie gehörte Allan White, ihrem Vater.
„Du hast keine Zukunft," sprach er rücksichtslos weiter. „Du hattest nie eine. Woran du dich festhältst, ist pure Luft und Fantasie. Du warst nie normal. Wie kommst du also auf die absurde Idee, dass du bei ihnen bleiben könntest? Du bist aus schwarzer Magie erschaffen worden. Erschaffen! Nicht geboren. Siehst du, wozu es fähig war? Wir können Leben erschaffen und es wieder wegnehmen."
James spielte mit dem Gedanken hinein zu rennen und diese Unterhaltung abzubrechen, sehr wohl wissend was diese Worte in den Gefühlen der Hexe anrichten mussten, aber irgendetwas hielt ihn zurück.
„Deine Zeit läuft ab. Führe das aus, wofür du geschaffen worden bist. Frieden wirst du sonst keinen finden. Der dunkle Lord, wird diese unnütze Verbindung von Potter und Evans verhindern. Du wirst ihn nicht daran hindern! Hast du mich verstanden?"
Es verging eine Sekunde, dann hörte er zum ersten Mal Anna's Stimme.
„Ich verstehe... Vater," erklang die zittrige und zerbrechliche Stimme. Er hörte Schritte, die sich näherten und versteckte sich hinter der nächstbesten Ecke. Allan White war aus dem Büro gekommen und eilig Richtung Aufzüge gegangen. James hatte keinen Moment gezögert aus seiner Ecke hervorzutreten und zu seiner besten Freundin in das Büro zu gehen. Sie stand mit verschränkten Armen vor ihrem Schreibtisch. Es war nicht die starke und überlegende Haltung, die er sonst von ihr kannte, sondern eine abwehrende und schützende Haltung. Ihr Körper zitterte und ihre Augen waren verschreckt und angstvoll. James hatte sie kurz besorgt angesehen, doch nachdem auch sie kein Wort von sich gab und beide wussten, was der andere dachte, war er zu ihr hingeschritten und hatte sie in seine Arme geschlossen.
„Tut mir Leid," murmelte er sanft, in dem Versuch sie zu beruhigen, was ihm glücklicherweise nach einiger Zeit auch gelang. Anna hatte ihm vor nicht allzu langer Zeit einmal gestanden, dass er sie an ihren Bruder erinnerte und er wusste auch so, wie viel Han ihr tatsächlich bedeutet hatte. James hatte sich nie vorstellen können, wie Eltern ihr Kind so eiskalt und gefühllos behandeln hätten können und er hasste die White's dafür, dass sie ihrer Tochter dies antaten. Was er für seine beste Freundin wollte, was all seine Freunde für sie wollten war, dass sie die Verbindung zu ihren Eltern endlich für immer kappte, um glücklich sein zu können. Sie waren alle davon überzeugt gewesen, dass dies das Einzige war, was sie noch davon abhielt, endlich vollkommen zufrieden und glücklich zu sein. Aber Anna konnte das nicht und noch verstand James nicht warum. Auch nach dem heutigen Abend fragte er sich aufs Neue, warum sie nicht endlich loslassen konnte aber wie an so vielen anderen Tagen und Abenden auch, würde er auch heute darauf keine Antwort finden.
„Anna," begann er vorsichtig, nachdem er sicher war, dass sie sich einigermaßen von der Begegnung mit ihrem Vater beruhigt hatte. „Was meinte dein Vater mit... Deine Zeit läuft ab?"
Er spürte, wie sie hart schluckte und sich fester an ihn klammerte. War es Angst?
„Ich weiß es nicht," antwortete sie leise. „Aber jetzt gibt es kein Zurück mehr. Voldemort weiß, was wir vorhaben... Und er wird alles tun, um eure Hochzeit zu verhindern..."
„Ich weiß," sagte James missmutig und fragte sich gleichzeitig, ob Anna wirklich nicht wusste, was ihr Vater gemeint hatte oder ob sie ihn anlog und nur vom Thema ablenken wollte, indem sie auf seine Hochzeit zu sprechen kam. Was immer es auch war, das schwor er sich, er würde es herausfinden und er würde sie beschützen. Er hatte schon eine Schwester verloren, er würde nicht zulassen, dass man ihm eine zweite Schwester nahm.
Am Abend vor ihrer Hochzeit befand sich das Brautpaar auf der fertig dekorierten Wiese des Potter-Anwesen's und beobachtete die Sterne am Himmel. Lilli lag auf dem Rücken mit dem Kopf auf James Brust und mit ihrem restlichen Körper senkrecht zu seinem Körper, während seine rechte Hand in ihre rechte Hand eingehackt war.
„Morgen ist es soweit," begann sie nach einer Weile, in der sie einen besonders stark funkelnden Stern angesehen hatte. Es war ein warmes und friedliches Gefühl gewesen die Gestirne zu beobachten, als ob sie unendliches Glück versprachen. „Es ist wirklich merkwürdig. Als ich 9 war, haben Petunia und Ich oft über unsere Hochzeit gesprochen. Wir hatten die Hochzeitsfotos unserer Eltern immer wieder hergenommen, um zu sagen: Genau so wollen wir es auch!" Sie lachte erinnerungsseelig. „Und dann kam Hogwarts... Und ich begann mir selbst auszumalen, was für eine Hochzeit ich haben könnte und was man alles mit der Magie anstellen könnte. Glaub mir, was da morgen abläuft, hätte ich mir nicht mal ansatzweise vorstellen können. Erzählst du mir, was bei eurem Junggesellenabschied abgelaufen ist?"
James lachte auf, was ein eindeutiges nein war.
„Okay... Ich sag auch nicht, was bei uns war und das ist echt schlecht für dich, denn es war guuuuuut."
Das brachte ein weiteres Lachen des Marauder's, hatte jedoch gleichzeitig auch ihre Hand an seinen Mund geführt und einen Kuss auf ihre Haut gehaucht.
„Bist du glücklich, Lil?"
Auf diese Frage hin hatte sie sich mit der andere Hand aufgestützt und sich ihm besorgt zugewandt.
„Glaubst du denn, dass ich es nicht bin?"
„Ich möchte, dass du es bist." Er hatte sich nun ebenfalls aufgerichtet, ihre Hand aber nicht losgelassen. Stattdessen strich er sanft über ihren Ehering.
„Ich muss gestehen, dass mein Hochzeitsschwur ähm..."
Sein peinlich berührter Blick hatte so süß ausgesehen, dass Lilli nicht anders konnte als sich näher an ihn heranzuziehen und seine Wangen mit beiden Händen zu umschließen. Nach wie vor, schlug ihr Herz höher, wenn sie in seine Haselnussbraunen Augen blickte, nach wie vor wärmte sich ihr innerstes, wenn sie sein Atem auf ihrer Haut spürte und nach wie vor fuhr nach jeder seiner Berührung ein wohliger Schauer über ihren Körper. Sie liebte ihn so sehr, dass allein der Gedanke ihn zu verlieren ihr die Luft zum atmen nahm.
„In dem Fall bin ich zufrieden, wenn du einfach nur sagst, dass du mich liebst. Anna sagte ja nicht, dass der Hochzeitsschwur mindestens 10 Worte sein müssen. Hauptsache, es kommt aus dem Herzen. Und ich weiß, dass es bei dir aus dem Herzen kommt. Hey, was uns ausmacht, sind nicht Worte, sondern Gesten und du gibst mir wahnsinnig viele davon."
Und mit diesen letzten Worten fuhr sie mit ihrem Kopf zu ihm hinab und presste ihre Lippen auf seinen. Auch sie wollte ab jetzt an mehr Gesten sprechen lassen als Worte. Sie waren angenehmer. Nach dem Tod ihrer Eltern hatte sie geglaubt nie wieder mehr Lachen zu können. Das Leid fühlte sich an, als ob es sie förmlich zerdrückt hätte. Das was sie aus diesem Gefühl heraus riss war der qualvolle Gedanke, auch noch den Menschen zu verlieren, der ihr mehr als alles andere bedeutete. Solange er bei ihr war, war jeder andere Schmerz erträglich gewesen. Dafür brauchte sie keine Worte von ihm, nur ihn selber.
Am Tag der Hochzeit füllte sich das Potter-Anwesen mit jeder Minute die verging. Gäste kamen durch die Tür, über den Kamin oder disapparierten. Sie hatten den Apparier-Schutz für die Gäste aufgehoben. Dumbledore befand sich von Anfang an auf dem Anwesen und half Maria und James dabei die Gäste zu empfangen. Letzterer war eher widerwillig beim Empfangskommando, doch seine Mutter hatte ihm keine andere Wahl gelassen.
„Du bist ein Potter-Mann. Benimm dich auch wie einer!"
Grummelnd, wenn auch mit einer aufgesetzt freundlichen Miene hatte er ebenfalls alle Gäste begrüßt.
„Der kleine James Potter!" musste er sich mindestens zwei Dutzend Mal anhören von Leuten, die er noch nie in seinem Leben gesehen hatte. Schlimmer waren für ihn wohl eher die „Der Enkel von Harold Potter heiratet eine Muggelgeborene Hexe! Das ist wirklich etwas Außergewöhnliches." - Kommentare, wobei außergewöhnlich gelegentlich variierte zwischen unglaublich und umwerfender Sprachlosigkeit. Der einzige Grund, warum er noch keinem dieser Gäste seine Faust in das Gesicht geschlagen hatte war, dass seine Mutter und Dumbledore direkt bei ihm standen und jedes Mal rechtzeitig seinen Arm wieder runtergedrückt hatten.
Nachdem Viele bereits anwesend waren und Maria ihm gestattete sich zurückzuziehen, kam er nicht umhin als erstes die Bar aufzusuchen.
„Doppelten," sagte er zum Barkeeper. „Und Pur! Auf nüchternem Magen ertrag ich das nicht länger."
Der Barkeeper hatte ihm ein volles Glas hergezaubert und James war gerade im Begriff alles auf Ex runterzuschlucken als ihm der Arm wieder runtergedrückt wurde.
„Du willst doch an deinem Hochzeitstag der Braut nicht das Ja-Wort hinlallen?"
Sirius grinste seinen besten Freund an, während er ihm das Glas aus der Hand nahm und selber einen Schluck nahm.
„Ach, aber der Herr Trauzeuge darf sein „Ja, ich schwöre," dahinlallen?"
„Klar!" sagte er als sei dies selbstverständlich gewesen. „Gott und Merlin wissen was für ein Idiot ich bin."
„Ha ha," machte der Bräutigam sarkastisch und gab den Barkeeper ein Zeichen ihm etwas anderes zum Trinken zu geben, woraufhin dieser ihm ein neues Glas hinzauberte. „Ehrlich, Padfoot. Die meisten, denen ich gerade die Hand geschüttelt und ins Gesicht gegrinst habe, sind nur hier, weil sie hoffen, dass ich in der letzten Minute zurückziehe, um die -" Er zeigte Häschenohren mit seinen beiden Händen und blickte extrem genervt drein „ - reinblütige Blutlinie der Potterfamilie zu erhalten. Seit wann ist die Zaubererschaft so krank geworden?"
Sirius grinste amüsiert und nahm seinem besten Freund das Glas aus der Hand, bevor er überhaupt einen Schluck nehmen konnte und hatte ihn an Remus weitergereicht, der sich gerade zu ihnen dazustellte.
„Die Zaubererschaft war schon immer so krank, Prongs," sagte Remus und nippte an dem Drink. „Wir haben es nur versucht auszublenden."
„Ich bin froh, wenn der ganze Terror vorbei ist - Und wieso darf ich nichts trinken?"
„Darfst du doch," sagte Sirius und gab dem Barkeeper ein Zeichen, der ihm ein neues Glas herzauberte. „Wasser gefälligst?" bot ihm sein bester Freund breit grinsend an.
„Wo ist Wormtail?" fragte James genervt.
Sirius und Remus begannen daraufhin gemeinsam zu grinsen und an ihrem Glas zu nippen, woraufhin er misstrauisch die Stirn runzelte.
Lilli stand vor dem Spiegel in einem grauen, altmodischen Ballonhochzeitskleid. Es war ärmellos, schulterfrei und ging ihr auch nur bis zu den Knien. Ihre Haare waren frei und nicht zusammengebunden, was ihre wilde Mähne noch fluffiger Schuhe waren hochhackig und ebenfalls im selben Grau wie ihr Kleid gewesen. Sie konnte nicht anders als den Kopf zu schütteln.
„Ich hasse dich, Anna," war alles, was sie dazu sagen konnte, bevor sie sich umdrehte und ihre beiden besten Freundinnen auf dem Bett sitzen sah. Sie hatten rot-goldene Brautjungferkleider an, die vom Schnitt her aktueller und auch eleganter und stilvoller waren.
„Pete?!" rief Anna laut, als die Tür aufging und der kleine Marauder seinen Kopf reinsteckte.
„Ja?" fragte er erwartungsvoll.
„Sieht die Braut nicht toll aus?" fragte Alice ihn woraufhin der Marauder ganz herein schritt und sie bewundernd und beeindruckt anstrahlte.
„Und wie, Lilli. Du siehst aus wie eine blühende Blume. Atemberaubend und einfach reizend," sagte Peter schön auswendig, woraufhin sie nur den Kopf schüttelte.
„Kannst wieder rausgehen und weiter Wache halten, Pete."
„Okay," sagte er gehorchend und ging wieder hinaus.
„Als ob Peter James wirklich davon abhalten könnte hier herein zu kommen," sagte Lilli Augen rollend.
„Nachdem Sirius ihm damit drohte ihn grün und blau zu schlagen, falls er nicht standhaft gegenüber dem besten Freund bleibt, glaube ich, schafft er es durchaus," sagte Anna grinsend und richtete sich schließlich auf. Beide Mädels verschwiegen ihrer Freundin, dass Peter sämtliche Gäste davon abhalten sollte herein zu kommen, um einen Kommentar zur Zerstörung der reinblütigen Linie der Familie Potter abzugeben. Dass James diese Hasstiraden nun mitbekam war unvermeidlich, nachdem seine Mutter ihn dazu verdonnert hatte, die Gäste zu begrüßen, aber sie wollten zumindest ihre Freundin davon abschirmen. Es war immerhin ein besonderer Tag, der von solchen Banalitäten nicht überschattet werden sollte.
„Noch eine drei-viertel Stunde... Die Gäste müssten alle da sein."
Lilli atmete bedrückt tief ein und schloss ihre Augen.
„Was, wenn etwas schief läuft?" fragte sie leise und hatte beide Frauen zweifelnd angesehen.
„Ich mein, die Hochzeit muss nach einem Ritual ablaufen. Was, wenn etwas schief läuft, wenn wir es nicht rechtzeitig hinkriegen und uns die Zeit davon läuft?"
„Deswegen der Plan," sagte Anna, die, selbst wenn sie aufgeregt und unsicher war, ihre Gefühle offenbar sehr gut versteckte. „Wir sind das nun über Monate hinweg immer wieder durchgegangen. Dumbledore und Maria haben ihn abgesegnet und nach der heutigen Hochzeit ist James Macht sicher vor Voldemort. Die Magie von Hufflepuff und Rawenclaw wird dir ermöglichen so starke Schutzzauber oder Flüche auszusprechen, bei denen jeder Todesser und Auror sprachlos sein wird. Keiner von ihnen kann in deiner Anwesenheit, vorausgesetzt natürlich, du legst deinen Schutzzauber über James, ihn auch nur ein Haar krümmen... - Es sei denn natürlich einer von ihnen ist Sirius und er haut ihm aus Versehen oder auch absichtlich eins über die Rübe. Das könnte noch immer schmerzhaft werden."
„Hä?" machte Lilli verwirrt.
„Na, er ist der Trauzeuge. Was glaubst du wohl, was die Trauzeugen für eine Funktion bei dem Ritual haben? Die Magie sichert sich damit ab, dass keiner hier unbesiegbar wird. Die Trauzeugen können weiterhin Hand an den Beschützten anlegen."
„Voldemort ist unbesiegbar," sagte sie verständnislos.
„Ist er nicht. Wir wissen nur noch keinen Weg, ihn zu besiegen. Aber er ist nicht unbesiegbar. Und heute werden wir einen weiteren Schritt tun, um ihn verwundbar zu machen."
Die drei Frauen hatten einander zuversichtlich und Mut machend angelächelt. Auch das gehörte zu den Dingen, über die sie in ihrer Kindheit geträumt hatte. Freunde, mit denen sie so durch das Leben ging und die so zu ihr hielten, wie es ihre jetzigen Freunde taten. War es nicht komisch, wenn Träume wahr wurden? Lilli jedenfalls fand, dass es sich merkwürdig erschreckend und gut gleichzeitig anfühlte.
Und so vergingen die wenigen Momente wie im Flug, bis die Trauung endlich statt fand. Dumbledore hatte mit seinem Zauberstab die Zeremonie begonnen, in dem er bunte Funken in die Luft sandte, die die Gäste dazu aufforderten, sich auf ihre Plätze zu setzen. Er selber war zu seinem Platz ganz nach vorne geschritten. James hatte Sirius und Remus ein letztes Nicken und entschlossenen Blick zugeworfen, dann war er mit Sirius ebenfalls zu Dumbledore in den Pavillon geschritten, wo sich die beiden Männer neben dem älteren Zauber hinstellten. Der Hochzeitsmarsch ertönte, gespielt auf einer Violine und untermalt mit den Klängen aus einem Klavier. Hochzeitsmarsch? James fand, dass es sich anhörte wie die Musik zur Ehrung eines toten Helden, traurig und erschütternd und nur eine Sekunde später aufmunternd und wieder heiter.
Die Blicke eines jeden Gastes war auf einen prunkvoll geschmückten Bogen am Eingang zum Haus gerichtet, durch den nun zwei Frauen nebeneinander schritten. Anna und Alice lächelten zum Altar vor und schritten schließlich auf ihre Plätze zur anderen Seite von Dumbledore. Nur einen Augenblick später erschien auch die Braut, begleitet von Remus, der sie zum Pavillon führen würde.
„Danke," flüsterte Lilli sanft, als sie sich an seinen Arm eingehackt hatte. Der Freund lächelte liebevoll.
„Immer gerne," antwortete Remus, bevor sie schließlich ebenfalls vorne ankamen. Er stellte sich neben Sirius hin, während James Lilli's Hand nahm und sich mit ihr in der Mitte ihrer Freunde platzierte. Ihre Hand zitterte. Er hätte es niemals zugegeben, aber in ihm bebte ebenfalls alles vor Aufregung. Jeden Moment würde es passieren und er war sich nicht sicher, ob er dies wirklich durchhalten könnte. Er warf einen suchenden Blick in die vertrauten Augen der Frau, die er liebte und er fand die Stärke die er brauchte, um sich zu beruhigen. Alles würde gut werden.
„Todesser!" kam ein Schrei aus den Reihen der Gäste. Lilli und James hatten sich sofort umgedreht, so wie auch alle anderen im Pavillon. Es befand sich eine maskierte Gestalt im pechschwarzen Umhang auf der Wiese hinter den Gästen - PLOPP – Eine zweite Gestalt war unmittelbar in seiner Nähe erschienen - PLOPP – Eine weitere und dann hörten die Geräusche des Apparierens nicht mehr auf. Todesser um Todesser war auf dem Gelände des Potteranwesens erschienen. Überall schrien Leute auf und Flüche wurden umher geschossen. Die Auroren und die Mitglieder des Orden's hatten sofort die Initiative ergriffen und sich mit den Eindringlingen duelliert, während viele Zauberer und Hexen vom Kampfgeschehen zurückwichen und disapparierten. Ihre eigene Unversehrtheit schienen ihnen wichtiger zu sein, als sich über eine geplatzte Hochzeit herzuziehen. James hatte seinen Zauberstab ergriffen und wollte losrennen, doch Lilli hatte ihn zurückgehalten und auch Sirius und Anna hatten ihn zurückgezogen. Nach einem Blick zu Dumbledore fuhr dieser mit der Zeremonie fort und las die Worte aus dem Buch vor. James und Lilli konnten sich nicht wirklich konzentrieren, doch Anna gab ihnen ein Zeichen, sich nicht beunruhigen zu lassen. Sie hatten doch damit gerechnet, dass Voldemort ihre Hochzeit nicht einfach geschehen lässt. Es ertönten weitere Plopps und plötzlich tauchten auch Todesser direkt hinter ihnen beim Pavillon auf.
Lilli gab einen ersticken Schrei von sich als Flüche auf sie zuschossen. Im Bruchteil einer Sekunde fand auch sie sich getrennt von James mit Sirius, Anna und Remus in einer Ecke wieder. Es befanden sich mittlerweile so viele Todesser auf dem Gelände, dass sie nicht sehen konnte, wo sich James oder Dumbledore befanden. Hin und wieder sah sie einen vom Orden oder einen Auroren aus dem Ministerium. Der Großteil der Gäste, die weder Auroren noch Mitglieder des Orden's waren, waren in der Zwischenzeit disappariert, um sich in Sicherheit zu bringen.
„James?!" schrie Lilli panisch, obgleich sie alle ebenfalls mit ihren Zauberstäben Flüche und Zauber umherschossen, um die Situation zu klären. Sie bekam keine Antwort und mit jedem Augenblick, der voran schritt und der Kampf anhielt, wurde die Zeit knapper. Ihr Blick wanderte zur Sonne, welche gerade am Horizont versank und bald vollständig hinter den Bäumen verschwunden sein würde.
Gerade als sie zurückblickte fand sie sich auch getrennt von Anna, Sirius und Remus wieder. Remus und Anna performten einen Zauber nach dem anderen, um die kämpfenden Auroren und Ordensmitglieder zu schützen, so dass die Flüche der Todesser sie kaum bis gar nicht verletzten konnten. Sirius musste sich unter die Menge gemischt haben, um James zu finden. Lilli wollte ebenfalls Schutzzauber aussprechen, als sich einer der maskierten Todesser direkt in ihren Weg stellte und seinen Zauberstab gegen sie richtete.
„Na, Evans? Gibt es heute doch keine Hochzeit?" hörte sie die schnippische Stimme und ihr wurde augenblicklich klar, wer es war.
„Malfoy?"
Der Todesser verzog grausam seinen Mundwinkel, was genug an Antwort gewesen war.
„Schade, dass du eine Schlammblüterin bist. Als reinblütige Hexe wären wir ein interessantes Paar gewesen. Du hättest Kingcade's Platz einnehmen können."
Lilli gab ein verächtliches Schnauben von sich.
„Ich glaube, ich muss mich übergeben. Für wen hältst du Spargeltarzan dich eigentlich? Du könntest James niemals das Wasser reichen. Niemals."
„Oh wirklich?" spottete Malfoy, obwohl man an seiner veränderten Tonlage durchaus erkannte, dass sie ihn damit getroffen hatte. Es war nie ein Geheimnis, wie konkurrierend die beiden schon immer miteinander umgingen. Lilli hatte es anfangs nicht verstanden, was diese Feindschaft zwischen James und Malfoy oder Snape überhaupt ausmachte und nicht ruhen konnte, aber mittlerweile hatte sie vieles miterlebt und mit eigenen Augen gesehen und es machte vollkommen Sinn. Manche Rivalitäten hatten zu tiefe Wurzeln, als dass man sie einfach so beilegen konnte und falsch hatten alle gehandelt. Der Unterschied war nur der, dass sie James' Handeln nachvollziehen konnte und ihm seine unüberlegten Taten vergab, nachdem er sich gebessert hatte. Seine Rivalen dagegen hatten überhaupt keine Einsicht, dass ihr Handeln auch nur im Geringsten falsch gewesen sein könnte.
„Wenn du deinen Potter so sehr liebst, wirst du dir schon sehr bald wünschen, dass ich ihm Wasser reiche. Denke an meine Worte, Evans. Der dunkle Lord bekommt immer das, was er will. Selbst das Leben deines geliebten James Potter."
Malfoy hatte so triumphierend und überheblich gelächelt, dass es Lilli's Herz zum zittern brachte und als sie plötzlich die Kälte um sich herum spürte und sich umdrehte, verstand sie auch, warum er plötzlich so selbstsicher war. Die Sonne hatte seine allerletzten Strahlen über die Bäume gesandt.
„Nein," flehte sie ungläubig. Sie sackte in sich zusammen und fiel auf alle Vieren zu Boden hinab, als die Sonnenstrahlen endgültig verschwanden und der Himmel sich bereit machte für die Dunkelheit des Abends.
„Die Zeit ist rum für euer dämliches Ritual und wieder einmal -" Der Todesser hatte sich zu ihr hinabgebeugt und genüsslich, um seinen Sieg auszukosten, ganz langsam zu ihr gesprochen.
„- hat der dunkle Lord gewonnen. Ihr seid einfach nur jämmerlich mit eurem dämlichen Glauben, das Gute könnte euch schützen. Jämmerlich! Ich werde den Tag genießen, an dem ich Potter das dämliche Grinsen aus seiner schändlichen Visage polieren werde und dem Lord sein Leben gebe."
„Expelliarmus!" hörte Lilli Dumbledore's Stimme zwischen ihrem Schluchzen und bitterem Weinen. Malfoy schien erkannt zu haben, dass die Lage sich geändert hatte.
„Achte auf meine Worte, Schlammblut. Der dunkle Lord wird am Ende siegen. Vielleicht solltest du dein wertloses Leben besser in Sicherheit bringen, solange du noch kannst, statt es für einen Todgeweihten zu opfern. Er wird garantiert sterben. Handle wie man es von euch feigen Muggelkühen erwartet und verschwinde solange du noch kannst."
Und mit diesen Worten disapparierte Malfoy vom Anwesen.
Nach Malfoy disapparierten alle Todesser, die noch nicht in Gefangenschaft geraten waren, so dass im Garten des Potteranwesens nichts als ein Trümmerfeld zurück blieb. Die Feinde hatten nichts heil gelassen und alles kurz und klein geschlagen. Die Todesser, die im Kampf nicht gefallen waren, wurden von den Auroren abgeführt. Viele von ihnen hatten Maria ihr Beileid für die ruinierte Hochzeit bekundet und sich von ihr, Dumbledore und James verabschiedet. Am Ende blieben nur noch die Freunde, Dumbledore und Maria übrig. Die Ordensmitglieder hatten sich ebenfalls verabschiedet, nachdem sie sich bei Lilli und James entschuldigt hatten, dass sie das nicht verhindern konnten.
Die Freunde blieben fassungslos im Pavillon stehen, während Lilli an James Schulter schrecklich weinte und schluchzte. Er hatte sie bestimmend an sich gedrückt und fassungslos in die Leere gestarrt.
„Wow," sagte Sirius etwas benommen. Keiner wagte es ein Wort zu sprechen bis auch der letzte Auror verschwunden war und niemand Fremdes mehr im zerstörten Garten war. „Es ist echt unfassbar -" fügte er hinzu und blickte fassungslos seine Freundin an „- Wie gut du Malfoy kennst. Muss ich mir Sorgen machen, wenn du genau weißt, was du durchsickern lassen musst, damit er zum Berserker mutiert?" Die junge Hexe lächelte schwach.
„Unterschätze nie die Dummheit eines Todesser's wenn es darum geht sein Ego hochzupushen." „Und es ist wirklich beeindruckend, Lil, was für eine verdammt gute Schauspielerin du bist!" fuhr Sirius an seine beste Freundin gewandt überrascht fort, welche ihren Kopf nun von der Schulter ihres Verlobten nahm. Keine Tränen waren mehr in dem Gesicht zu erkennen, stattdessen blickten die smaragdgrünen Augen willensstark und kräftig zurück.
„Danke," sagte sie heiter. Von Zerbrechlichkeit, Leid oder Frustration war nicht die geringste Spur mehr zu erkennen.
Vor einiger Zeit
James lehnte seine Stirn an die kalte Wand, seine Augen waren zusammengekniffen und seine beiden Hände zu Fäusten geformt und klebten ebenfalls an der Wand. Anna, die gerade angekommen war, blieb besorgt neben ihm stehen und hatte ihn sorgsam beobachtet.
„James?"
„Kopfschmerzen," kam die dumpfe Antwort des Zauberers, der nun sein gesamtes Gesicht gegen die kühlende Wand gedrückt hatte.
„Okay, das ist nicht gut," sagte sie als sie seinen müden und erschöpften Zustand bemerkte „Wenn es nicht an Voldemort liegt, dann ist es Chains of Xerchia. Ist es einer der Ketten? Es schwächt dich, nicht wahr? James sag es mir und ich kann bestimmt etwas tun. Neulich den Traum von Voldemort, jetzt deine Kopfschmerzen. Sag mir was passiert ist."
„Es war Lilli," antwortete James schwach, woraufhin sie die Stirn runzelte und verwirrt die Augenbraue hochzog. „Sie hat mir die Tür ins Gesicht geknallt," fuhr er fort und drehte ihr seinen Kopf zu, wo man jetzt eindeutig den roten Fleck von dem Stoß an seiner Stirn und Nase erkannte. „Ich dachte, du hast die Tür reparieren lassen?"
„Ups," stieß sie peinlich berührt aus als in dem Moment Lilli aus der Küche gerannt kam. Leider ohne einen Eisbeutel in ihrer Hand.
„Sorry, Eis ist alle."
„Ups," stieß Anna daraufhin aufs Neue betreten aus und wandte sich ganz langsam schleichend von den beiden ab in Richtung des anderen Raumes. Dort warteten bereits Dumbledore, Maria, Remus, Sirius, Peter, Alice und Frank auf sie.
„Hey," grüßte sie leicht unangenehm zu ihnen allen blickend. James und Lilli kamen nur wenige Sekunden später nach. Offenbar hatte die junge Hexe versucht Eis zu zaubern, dessen Gelingen man wohl auch erwartete, nachdem sie alle Feuer, Wasser und Wind mit dem Zauberstab erzeugen konnten. Die Erwartung ging offensichtlich nach hinten los, denn James setzte mit angesenkten Umhang und Haaren auf einem Stuhl, während noch immer Rauch aus diversen Flecken kam. Seine Freundin sah mit ziemlich schlechtem Gewissen, wie er mit dem eigenem Zauberstab den Rauch noch mal bearbeitete. Anna biss sich kurz auf die Lippen aufgrund ihres schlechten Gewissens und machte sich innerlich eine Notiz, die Tür wirklich noch reparieren zu lassen, dann begann sie den Plan zu erläutern.
„Die Hochzeit wird wie geplant in Hogwarts statt finden, doch Voldemort's Spione sind an allen Ecken und so wie ich mitgekriegt habe, weiß Voldemort von der wahren Bedeutung eurer Hochzeit." Damit hatte sie James einen dämlichen Blick gegeben, der eine Grimasse zog und freiwillig die Hand hob.
„Mein Fehler. Ich geb's zu. Anna hat Recht. Wir sollten auf sie hören und ihr die Wahrheit sagen, satt uns selbst zu überschätzen. Der dunkle Vollpfosten ist zu gut in der Legilimentik und Anna ist besser als wir in der Okklumentik, denn wir sind Flaschen," sagte er monoton und genervt. Jeder wusste, dass die beiden Freunde eine heftige Diskussion darüber gehabt haben mussten, damit James diese Worte von sich gab.
„Nach Absprache mit Maria und Dumbledore," fuhr diese schließlich zufrieden an alle gewandt fort. „Werden wir ihn in die irre führen. Wir werden die Hochzeit angeblich auf dem Potter-Anwesen stattfinden lassen mit 30 Gästen, die wir leider einladen mussten."
„Meine Schuld," kam es von Frank, der so wie James auch freiwillig seine Hand gehoben hatte und auch genau so schief eine Grimasse zog. „Es tut mir leeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeid. Okay?"
„Okay," sagte Anna wieder zufrieden, während Alice kicherte und ihrem Mann stolz einen Kuss auf die Wange gab. „Wir werden 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen. Voldemort will die Hochzeit mit den Ritualen und den Zauber auf alle Fälle verhindern. Wir lassen das zu. Er wird die falsche Hochzeit verhindern. Ich weiß, dass Malfoy nach wie vor spioniert und nur auf eine Gelegenheit wartet, wieder gut in Voldemort's Gunsten dastehen zu können, nachdem was James mit ihm gemacht hat -"
Und wieder hatte sie ihren Blick zu ihrem besten Freund gewandt, der unsicher zurück blickte.
„Hey! Du sagtest doch ich soll mir nen Deppen suchen, der die Schuld an meiner Flucht kriegt?"
„Genau," sagte sie ironisch. „Nur Cord Malfoy? Wollte er dir vorher nur den Hals umdrehen, will er dies jetzt langsam und qualvoll verrichten."
James winkte breit grinsend und hochmütig ab. „Als ob Malfoy ein Grund bräuchte, um ein sadistischer Denkzwerg zu sein."
„Wenn er vorher einen brauchte, hast du ihm einen serviert," sagte seine beste Freundin trocken, fuhr jedoch mit dem Plan fort. „Ich werd ihm die Info zuspielen, dass James und Lilli, bevor die Sonne untergeht, verheiratet sein müssen und dass Dumbledore auf jeden Fall bei der Hochzeit dabei sein wird. Damit wird Voldemort auf keinem Fall selber dort aufkreuzen. Viel wahrscheinlicher ist, dass er einen ganzen Haufen an Todessern hinschicken wird. Die Mitglieder des Ordens und die anwesenden Auroren werden sich um die Todesser kümmern. Unsere Aufgabe wird es sein unsere Leute zu schützen. Die Todesser werden nicht auf Teufel komm raus kämpfen. Sie wollen nur die Hochzeit verhindern, also bitte -" Damit wandte sich die junge Hexe mit bösem Blick an Sirius und James. „Reizt die Todesser verdammt noch mal nicht unnötig, sodass sie euch am Ende doch noch nen Todesfluch auf den Hals hetzen, okay?!"
„Okay," äußerten beide Männer gleichzeitig monoton und desinteressiert.
„Und wenn Lilli ein wenig so tut als ob die verhinderte Hochzeit ihr Herz bricht wäre das auch nicht schlecht."
Angesprochene schmunzelte spitz.
„Und wenn alle Todesser samt den überflüssigen Gästen abgehauen sind, können wir zur eigentlichen Hochzeit nach Hogwarts gehen. Ich wette nämlich, dass das Erste was passiert, wenn die Todesser auftauchen, das Disapparieren der schaulustigen Gäste ist."
„Was ist mit Hogwarts?" fragte Remus. „Wenn der Direktor nicht in der Schule ist und Voldemort das aber weiß, wird er das nicht ausnützen?"
„Wohl kaum. Er hat keinen Grund Hogwarts anzugreifen. Aber zur Sicherheit werden wir 2 deutsche Auroren dorthin schicken."
Die gesamte Truppe trat gemeinsam durch das Tor zur großen Halle des Hogwartsschlosses, wo sie am Altar von Swetlana Jaivenko und Marcel Stone, James Paten, empfangen wurden.
„Ah, wie ich sehe lief alles nach Plan," witzelte Stone und hatte die Braut angesehen, deren Kleid mehr aussah als ob es durch den Reißwolf gezerrt wurde.
„Hier lief ebenfalls alles nach Plan," sagte Jaivenko, bevor jemand auf Stone's Kommentar eingehen musste und hatte dabei den Direktor angesehen. „Hogwarts war nach wie vor sicher. Kein Angriff, keine dunkle Zaubererseele weit und breit."
„Sehr schön, dann können wir ja anfangen," schlug Dumbledore vor, doch Anna hatte Lilli von ihnen weggezogen.
„15 Minuten. Alice, Maria?"
Diese hatten sofort verstanden und so gingen alle vier Frauen von der Gruppe weg, die ihnen ein wenig misstrauisch nachgeblickt hatte.
„Prongs?" hörte er Sirius' Stimme und wandte sich dem Trauzeugen verwirrt zu. „Alles in Ordnung? Wir hatten dich aus den Augen verloren in dem Tumult."
Auf den besorgten Ausdruck seines Freundes hin hatte James wieder ein Lächeln aufgesetzt und ihm freundschaftlich die Hand auf die Schulter gelegt.
„Ich heirate heute. Es könnte nicht besser sein. Ich bin überrascht, wie gut Anna's Plan funktioniert hat."
„Wem sagst du das," stimmte Sirius ihm zu. „Malfoy ist tatsächlich darauf angesprungen und wie geplant ist Voldemort nicht aufgetaucht. Das Mädchen erschreckt mich immer mehr."
„Ich bin nur froh, dass wir es geschafft haben, genug Schutzzauber zu erzeugen, damit keinem Unschuldigen etwas passiert ist," sagte Remus erleichtert, dem durchaus etwas bange war, als er von der gewachsten Anzahl der Gäste hörte.
James sagte in diesem Moment nicht, dass er mit Anna, Dumbledore und seiner Mutter abgesprochen hatte, Dark Breath dazu zu benutzen, um die Menge vor tödlichen Schäden zu schützen. Dumbledore hatte sich darum gekümmert, dass keiner sehen konnte, dass James Dark Breath einsetzte, weswegen die beiden auch während des Kampfes nicht mehr in der Sichtweite ihrer Freunde waren. Sie waren alle der Meinung, dass die Anzahl der Gäste zu groß war, damit Auroren, die Orden's Mitglieder und die Freunde selber die Situation hätten kontrollieren können. Dark Breath jedoch war eine andere Liga. Stattdessen warf er sich den rot-golden Umhang über seinen Anzug, welches die einzige Bedingung des Rituals an seine Hochzeitskleidung gewesen war.
Bevor die vier Frauen in das Klassenzimmer gehen konnten, um Lilli herzurichten, hatte diese Anna zurückgehalten und den anderen beiden einen kurzen Blick gegeben. Maria hatte sofort verstanden und war mit Alice voraus gegangen, um alles vorzubereiten.
„Was ist?" fragte ihre Freundin verwirrt und setzte amüsiert hinzu: „Willst du nicht heiraten?"
Doch Lilli hatte sie mit einen merkwürdig traurigen Blick angesehen, dass unweigerlich Zweifel herrschten, ob das eben wirklich ein Witz gewesen war oder ihre wahre Gefühlslage wiedergab.
„Lil – Was ist los?"
„Wieder hier her zurückzukehren, lässt die ganzen Gefühle der letzten Jahre wieder hochkommen. Weißt du, das merkwürdige Gefühl, anders und trotzdem willkommen zu sein, schwach und stark zugleich zu sein. Einerseits bin ich freier als irgendwo anders und andererseits so gefangen in meinem Ich. Dieses Gefühl des Verliebtseins in diesen Jungen, den ich nirgends finden konnte und dann steht er plötzlich direkt vor mir. Verzweiflung, weil er genau mit dem Mädchen zusammen war, die ich am wenigstens leiden mochte. Es gab wirklich eine Zeit, in der ich dachte, dass James und Ich niemals zusammen kommen würden und die Welt so ungerecht und grausam zu mir war. Ich verstand nicht was ich falsch gemacht hätte, um das zu verdienen und dieses unsagbar starke Gefühl der Hoffnungslosigkeit und Frustration vermischt sich mit dem jetzigen unglaublich heftigen Gefühl des Glücks und... Und ich versteh nicht, was ich richtig gemacht habe, um das hier jetzt zu verdienen. Es ist ein solcher Ansturm in mir drin, dass ich... Ich weiß nicht was ich tun soll. Ich fühl mich schon wieder... absolut frei und so zerdrückt gleichzeitig. Was, wenn es nicht das Richtige ist? Was, wenn ich damit ein Fehler begehe?"
Die Freundin hatte nun Misstrauisch das Gesicht verzogen.
„Ich mein... Was ist, wenn ich James Leben damit ruiniere? Ich mein, was ist, wenn ich für diese Magie von Hufflepuff und Rawenclaw nicht stark genug bin und alles falsch mache und ihn nicht beschützen kann? Sie waren so starke Hexen und... Er ist James Potter... Erbe von Gryffindor und ich bin... Ich bin nur... Lilli Evans."
Obwohl sie alle versucht hatten ihre beiden Freunde so gut es ging von diesem Geschwätz der anderen Zauberer und Hexen fern zu halten, war mit diesen ausgesprochenen Zweifeln verständlich geworden, dass doch einiges zu ihnen durchgedrungen war. Anna lächelte vertrauensvoll, hackte ihre Hand in Lilli's ein und drückte sie Mut machend.
„Lil," sagte sie beruhigend und sah sie zuversichtlich mit leuchtenden an. „Ein sehr... weiser Zauberer sagte einmal zu mir: Wenn du rein bist im Herzen und stets das Gute dem Bösen vorziehst, egal wie kraftraubend oder schmerzvoll dieser Weg auch sein mag, wird das Gute stehts einen Weg zu dir finden. Ich weiß nicht, wie dieser Krieg ausgeht und ich weiß nicht, wer von uns überlebt oder nicht, aber keiner von uns ist alleine, solange wir nur unseren Herzen treu bleiben."
Eine Träne hatte sich in den smaragdgrünen Augen gebildet und als auch noch ihr Körper zu zittern begann, war die Träne an ihrer Wange entlang zu ihrem Kinn gerollt. Anna schloss Lilli daraufhin in eine feste Umarmung.
„Du bist nicht alleine," sagte sie einfühlsam, wohl wissen, dass dies genau die Worte waren, die ihre Freundin gebraucht hatte. „Wir schützen James gemeinsam, wir kämpfen für den Orden gemeinsam und wir werden Voldemort gemeinsam besiegen... Und dann werden wir für den Rest unseres Leben gemeinsam zufrieden Sirius und James alles heimzahlen, was diese zwei Quatschbacken mit uns gemacht haben."
Lilli konnte nicht anders als vor Freude zu lachen, obgleich sie nach wie vor aufgewühlt und vollkommen durcheinander war.
„Okay!" sagte Anna, die als Erstes wieder in die große Halle kam und sich zu den Jungs dazustellte. „Wir können beginnen." Sie schritt zur Seite, wo nun eine bildhübsch geschminkte Lilli, in einem seidenen, blauen Hochzeitskleid zum Vorschein kam und auf sie zuschritt. Das Kleid betonte mit dem schwarz glitzernden Verzierungen ihren Körper und damit auch ihre gesamte stolze Haltung. Ihre Haare waren nicht mehr lose, sondern elegant mit gelb glitzernden Spangen und bronzen glitzernden Bändern hochgesteckt. James begriff, dass Anna sich somit einen Scherz mit dem vorigen Hochzeitskleid erlaubt hatte und grinste mit einem Mal kopfschüttelnd amüsiert auf, als Lilli schließlich bei ihm ankam.
„Du siehst atemberaubend aus," sagte er ehrlich und das helle Lächeln in diesem vertrauten Gesicht zeigte ihm, dass sie sich auch genau so fühlte.
Für die Zeremonie hatten sich Sirius und Anna als Trauzeugen jeweils neben Braut und Bräutigam hingestellt. Alice, Frank, Remus, Peter, James Mutter und seine Paten hatten einen Kreis um die vier und Dumbledore am Altar gebildet. Die große Halle war nicht viel anders geschmückt als sie vorher auch war. Ein Abendhimmel mit schwebenden weißen Kerzen schmückte die Decke. Maria, Stone und Jaivenko hielten jeweils eine brennende rot-goldene Kerze, Alice und Frank jeweils eine blau-bronzene Kerze und Remus und Peter jeweils eine gelb-schwarze Kerze in der einen Hand und ihre Zauberstäbe in der anderen Hand.
So standen Lilli und James im Angesicht ihrer engsten Freunde und Familie, hielten einander beide Hände und gaben sich ihr Eheversprechen. Es hätte nicht perfekter sein können. Es war keine riesige Hochzeit mit etlichen Fremden, sondern eine kleine mit denen, die ihnen am wichtigsten auf dieser Welt waren. Es war kein stilvoll und prunkvoll geschmücktes Anwesen, sondern ihr vertrautester Ort auf der Welt, Hogwarts. Und es waren keine vorgegebenen Worte eines Rituals, sondern Gefühle tief aus ihren Herzen, was alles an Anforderungen des Rituals war. Die Worte sollten aus ihrem Herzen kommen, denn nur dann würde der Zauber auch Wirkung zeigen.
„James," begann Lilli sanft, nachdem Dumbledore auf Latein Worte aufgesagt und damit ihre Schwüre vorbereitet hatte und Anna und Sirius ihm dabei immer wieder halfen, indem sie Lilli und James während seiner Worte verschiedene Accessoires anlegten, wie Armbänder oder Broschen. Lilli's Aufmerksamkeit und ihre sensiblen Augen aber waren allein auf James gerichtet und beide nahmen für diesen einen Moment auch niemand anderen mehr wahr. Alle Aufregung war verschwunden. Allein ein warmes unglaublich hohes Gefühl des unendlichen Glücks blieb in ihren Herzen.
„Du bist mein Seelenverwandter. Mein Herz schlägt nur für dich. Ohne dich, fühle ich mich einsam und alleine. Wenn du nicht hier bist, ist alles kalt und trostlos. Allein der Gedanke, dass du eines Tages nicht mehr bei mir bist, hält die Welt um mich herum an und nimmt mir jegliche Luft zum atmen. Ich verspreche hier und heute, dass ich immer an deiner Seite stehen werde, egal was passiert, selbst wenn der Preis mein Leben sein sollte. Ich liebe dich."
Lilli hatte Tränen in den Augen als sie diese Worte aus ihrem tiefsten Herzen sprach. Es kümmerte sie nicht, dass ihre Freunde oder Dumbledore und Maria diesen Gefühlsausbruch bei ihr sahen. Sie hätte sich nicht zurückhalten können, wo all diese unsagbare Erleichterung auf sie einbrach. Es war dieser eine Gedanke, der diesen ganzen Ansturm in ihr auslöste. Sie würde den letzten Menschen, der ihr so wichtig war, beschützen können, so wie er sie immer wieder aufs Neue beschützte.
James atmete einmal leise ein, bevor er seinen gesamten Mut zusammennahm. Er war kein Mann großer Worte noch mochte er es, wenn jeder alles über seine Gefühlswelt wusste. Für einen Moment erkannte er etwas hinter Lilli und stutzte merkwürdig. Das Etwas hinter ihr nahm Formen an und er erkannte seinen Vater, seine Großeltern und Patricia, die da standen und ihm warmherzig und stolz anlächelten. Er hätte sich gewünscht, dass sie diesen Tag miterleben, doch nun wusste er, dass zumindest ihre Herzen weiterhin bei ihm waren. Michael Potter hatte seinen Sohn stolz angesehen und den Daumen nach oben gezeigt.
'Danke,' dachte James sanft, bevor er seinen Blick liebevoll zu Lilli zurückwandte.
„Ich liebe dich, Lilli Evans," sagte er sanft. „Ich bin nicht gut mit Worten und ich könnte niemals in Worte fassen, was du für mich bedeutest. Ich schwöre dir hier und heute, vor all unseren Freunden und Familie und vor der Magie Rawenclaw's, Hufflepuff's und Gryffindor's, dass ich dich ewig lieben und beschützen werde, deine Wünsche und Gefühle respektiere, egal was auch immer passieren mag und alle meine Kraft aufwende und mein Leben damit verbringen werde, dich glücklich zu machen und dich zu lieben."
Und als sein Gesicht sich vor Erleichterung aufhellte und sich ein Lächeln auf seinen Lippen gebildet hatte, strahlte auch Lilli ihn an. Auch ihre Freunde hatten einander ein wenig amüsiert, größtenteils aber erfreut und erleichtert angesehen.
„Sirius Black, Anna White. Trauzeugen des hier anwesenden Brautpaares, schwört auch ihr der Magie, dass ihr Zeugen der wahren Liebe zwischen James Potter und Lilli Evans seid und handelt, sollte Dunkelheit aus dieser Verbindung hervorgehen?"
„Ich schwöre," sagten beide und sahen einander freudestrahlend an.
Dumbledore hatte nun ebenfalls gestrahlt, als er schließlich mit seinem Zauberstab eine elegante Bewegung in die Richtung des Brautpaares machte.
„Was die Magie Rawenclaw's, Hufflepuff's und Gryffindor's zusammengeführt hat, das soll keine Dunkelheit trennen können." Bänder in den Farben der drei Häuser kamen aus den Zauberstäben der Freunde, die den Zauberstab und die Kerzen gehalten hatten und wickelten sich um James' und Lilli's Hände als ob sie die Bindung damit besiegelten und sie aneinander banden und beide steckten die Ringe an den Finger des Partners.
„Im Namen der drei Mächte, erkläre ich euch zu Mann und Frau. Du darfst die Braut küssen, James."
Und er hatte keine Sekunde gezögert, seine Hand um ihre rechte Wange zu legen und sie zu sich zu führen. Es war ein inniger, leidenschaftlicher und langer Kuss, der sich genau so anfühlte wie bei ihrem ersten Kuss: Richtig, sanft, stärkend und ewig.
Die beiden hätten sich wohl noch ewig so weiter geküsst ohne einen Gedanken zu verschwenden, dass sie einige Augenpaare beobachteten, hätten Sirius und Anna nicht begonnen goldenes und rot glitzerndes Konfetti über sie zu werfen. Die beiden fuhren schmunzelnd auseinander und wandten sich ihren Freunden zu, da es weiterhin von funkelnden Schnipseln nur so hinabrieselte. Die Freunde nahmen das Brautpaar alle nacheinander in die Arme und gratulierten ihnen herzlich. Sie hatten es geschafft. Mit Dumbledore's Spruch war nun alles besiegelt. Sie hatten einen weiteren erfolgreichen Schritt Richtung Zukunft getan. Für Voldemort würde es nun noch schwerer werden an James heran zukommen und ihm Gryffindor's Macht zu rauben und durch die Verbindung der drei Mächte waren auch James und Lilli viel stärker. Die Todesser würden es in Zukunft schwer haben, sich mit ihnen zu duellieren und nicht doch noch den kürzeren zu ziehen.
Während alle anderen Anwesenden sich mit dem Brautpaar freuten, hatte Dumbledore sich ein wenig von ihnen entfernt. Er hatte die jugendliche Gruppe von ihnen unbemerkt beobachtet. Maria, Stone und Jaivenko waren ein wenig zur Seite geschritten, um den jüngeren die stürmische Freude zu gönnen. Sie lachten unbeschwert und glücklich. Dumbledore hatte die jungen Kämpfer alle aufwachsen sehen, Tag für Tag ihre Probleme und Freuden miterlebt und sie waren ihm alle ans Herz gewachsen. In jedem von ihnen hatte er vor langer Zeit gewagt in die Seele zu blicken und in ihnen allen erkannte er etwas Gutes funkeln. Nicht bei jedem war er stets sicher gewesen, dass sie den richtigen Weg wählen würden und für das geschaffen waren, was der ganzen Zaubererschaft bevorstand. Doch bei ihnen allen hatte er nach wie vor die Hoffnung, dass sie der Herausforderung gewachsen waren, vor der sie nun standen. Das Schönste, so fand er in diesem Moment, waren die strahlenden Gesichter dieser Zauberer und Hexen gewesen, die er von klein auf kannte und nun erwachsen waren.
Er versprach sich erneut, dass er alles in seiner Macht stehende tun würde, um ihnen weiterhin ein unbeschwertes Leben zu ermöglichen. Sie mögen manchmal leiden und weinen, sehr zu seinem Schmerz auch Qualen erleiden, aber sie würden auch lachen, lieben und glücklich sein. Diese Momente konnte ihm niemand nehmen. Sie waren das, was ihn jeden Tag aufs Neue dazu antrieb, zu handeln und weiter zu kämpfen und ihn auch nicht müde werden ließen. Es war härter, nicht den einfachen Weg raus aus dem Dilemma zu nehmen, aber es waren diese Gefühle, die er jetzt im Herzen fühlte, für die es sich lohnte.
