Halli hallo zusammen,

endlich hab ichs geschafft zu schreiben und es tut mir leid, dass es so lange gedauert hat, aber ich hatte ziemlich Stress, weil ich erst kürzlich meine Ausbildung begonnen habe und dann war ich im Urlaub und konnte auch nix schreiben, sorry:(

An dieser Stelle muss ich mich auch kurz bei meinen äußerst hilfreichen Betaleserinnen entschuldigen, weil ich sie mit diesem Kapitel übergehe, aber ich habe so lange für diese Update gebraucht, dass ich die Leser nicht länger als nötig warten lassen wollte (Übrigens ist dies eine überarbeitete Version, also nicht diejenige welche, die ich euch geschickt habe).

So, jetzt ohne Umschweife mehr zur Geschichte. Ich hoffe, euch gefällt das Kapitel und bete, dass ihr es mir nicht übel nehmt, dass es nicht ganz so lang ist, wie die letzten.

Von verwirrenden Gefühlen

„Onkel Seth, Onkel Seth, möchtest du mit mir und Mummy mit an den See um zu picknicken?", fragte Lily Harry aufgeregt und sprang auf sein Bett.

Harry, der noch geschlafen hatte, war einen Moment verwirrt und fragte sich, wo er eigentlich war.

Im nächsten Moment hörte er Hermine neben sich aufstöhnen.

„Na los, geh schon mit ihr und mach, dass sie aufhört. Ich bin todmüde und will noch etwas schlafen."

Harry fragte sich einen Moment lang, ob das ein seltsamer Traum war, in dem er Hermine geheiratet hatte und Lily ihre gemeinsame Tochter war, doch dann wurde er in die Wirklichkeit zurückgeholt.

„Hey, Onkel Seth, du musst endlich deine Augen aufmachen, um mit uns zu picknicken", sagte Lily kichernd.

Harry lächelte.

So musste es sich anfühlen Vater zu sein.

Harry setzte sich abrupt auf, schnappte sich Lily und stand mit ihr, unter seinen Arm geklemmt, auf.

Lily quietschte vergnügt.

„Hilfe, Onkel Seth, lass mich runter!"

Harry verließ mit der lachenden Lily das Zimmer und meinte: „Das kommt davon, wenn man die Leute einfach unhöflich aus dem Bett schmeißt."

In diesem Moment hastete Ginny um die Ecke und prallte unsanft mit Harry zusammen.

Harry schlang blitzschnell einen Arm um Ginnys Hüfte um ihr Halt zu geben.

Ginny sah einen nackten Oberkörper vor sich.

Irgendwie kam ihr das alles so vertraut vor, dass ihr Herz schneller zu klopfen begann.

Sie sah auf und erblickte Seth Gesicht.

„Entschuldige bitte, ich hatte Lily gebeten, zu warten bis du von selbst aufstehst, aber scheinbar konnte sie es nicht erwarten und stahl sich davon als ich gerade unter der Dusche stand", murmelte Ginny verlegen und senkte ihren Blick wieder.

Harry setzte Lily ab und diese hüpfte fröhlich davon.

„Beeil dich, Onkel Seth!"

Harry und Ginny standen sich gegenüber.

„Kein Problem, Gin. Ich wollte sowieso um diese Uhrzeit aufstehen", meinte Harry, ein wenig vergnügt über ihre Verlegenheit.

Sie sah bezaubernd aus.

Ihre Wangen waren leicht gerötet und ihre, vom Duschen, nassen Haare kringelten sich sanft an ihrer Wange.

Ginny wusste nicht, was sie sagen sollte.

Sie blickte weiterhin geradeaus auf seine Brust.

Sie bemerkte eine Narbe an seiner rechten Seite, die ihr merkwürdig bekannt vorkam.

Ohne es recht zu bemerken, streckte sie ihre Hand aus und berührte sie sanft.

Harry hatte bemerkt, dass Ginnys Gesichtsausdruck sich verändert hatte.

Sie schien konzentriert nachzudenken.

Als sie schließlich die alte Narbe an seinen Rippen berührte, zuckte er zurück.

Aus Angst sie könnte sich erinnern, wandte er sich abrupt um und meinte: „Ich gehe eben duschen, dann komme ich auf das Picknick mit."

Ginny sah ihm verwirrt nach, dann schüttelte sie den Kopf und ging davon.

oooooooooooooooooooo

Ron polterte ohne groß nachzudenken in Hermines Zimmer.

Er war gerade aufgestanden, hatte sich rasch etwas angezogen und war, mit der Schatulle in seiner Jackentasche zum Fuchsbau appariert.

Als er jetzt so aufgebracht in das Zimmer gestürzt war, war Hermine erschrocken aus ihrem Schlaf aufgefahren.

Einen Moment schien sie nicht zu bergreifen, was vor sich ging, bis sich ihr Blick auf Ron heftete.

„Ronald, was willst du denn..."

Ohne sie ausreden zu lassen, schmiss er die Schatulle in ihren Schoß und fragte: „Warum?"

Hermine blickte auf die Schatulle, nahm sie zur Hand und öffnete sie.

Als ihr Blick auf ihren alten Verlobungsring fiel, begannen ihre Hände zu zittern.

Sie schloss kurz ihre Augen und atmete tief ein, um ihren Herzschlag zu beruhigen, dann ließ sie das Kästchen entschlossen zuschnappen und richtete ihren Blick auf Ron.

„Warum was, Ron?"

Ron starrte sie einen Moment lang an.

Hermine nutzte die Gelegenheit, um aufzustehen und sich einen Morgenmantel überzuwerfen.

„Zum Teufel, Hermine, warum hast du die Verlobung gelöst und bist gegangen?"

Hermine zog eine Augenbraue hoch, dann ging sie wieder zum Bett, nahm das Etui und legte es in Rons Hand.

„Das ist inzwischen völlig belanglos, Ron. Wir leben zwei unterschiedliche Leben und du bist verlobt, vergessen? Was spielt es für eine Rolle, warum? Vergiss das mit uns und leb dein Leben."

Ron schüttelte entschlossen den Kopf.

„Das kann ich nicht, nicht bevor du mir nicht gesagt hast, was damals passiert ist."

Hermine seufzte.

„Ich dachte nicht, dass ich irgendwas erklären müsste, Ron. Denk selber nach. Ich halte dich für schlau genug, um selbst darauf zu kommen."

Hermine wollte sich von ihm abwenden, doch Ron zog sie zurück.

„Verdammt noch mal, Hermine, ich habe keine Ahnung wovon du redest, du sture Hexe. Wäre es nicht fair, wenn du mir den Grund für dein Verschwinden nennst?"

Hermine funkelte ihn wütend an.

„Lass mich los, Ron! Ich muss dir gar nichts erklären. Du hast genau genommen gar kein Recht, mich um irgendwas zu bitten. Geh, werde glücklich und heirate eine von deinen vielen Groupies. Ich bin sicher Padma freut sich schon tierisch darauf Mrs. Weasley zu werden und zur Highsociety zur gehören. Immerhin heiratet sie einen Helden."

Ron sah sie verständnislos an.

„Hermine, was redest du da?"

„Ach, komm schon, Ronald. Denkst du, ich hätte schon vergessen, wie sich die Frauen um dich gescharrt haben, nachdem Voldemort besiegt war? Denkst du, ich weiß nicht mehr, wie sehr dir das gefallen hat, dass all die hübschen Mädchen dich umschwärmten?"

Ron wusste das alles nur zu gut, denn aus diesem Grund, hatten sie häufig gestritten.

„Du bist drauf und dran eines der Mädchen zu heiraten, dass dich in der Schule, solange du kein Held warst, eiskalt abblitzen hat lassen. Denkst du, sie liebt dich wirklich, Ron, oder ist es der Name, der Ruhm und das Geld, das sie bei dir finden wird?"

Ron sah Hermine ruhig an.

Er wusste das alles selbst, doch es war ihm egal gewesen, denn wenn er Hermine nicht haben konnte, dann war die eine so gut wie die andere.

Im Moment wollte er sich aber nicht mit diesem Gedanken herumschlagen, denn das hatte alles nichts mit Hermines Trennungsgrund zu tun.

„Das alles spielt keine Rolle, Hermine, denn das war nicht der Grund, warum du gegangen bist. Ich kenne dich, Mine, mit diesem Ausbruch willst du mich nur ablenken. Du hoffst auf einen Streit, damit ich verschwinde und dich in Ruhe lasse, aber so leicht geht das nicht, nicht in diesem Fall."

Hermine sah Ron in die Augen und seine Entschlossenheit machte ihr zu schaffen.

Sie war zu Stolz, den waren Grund zu nennen, denn es würde bedeuten, dass sie zugab, ihm einfach nicht genug gewesen zu sein, nicht hübsch genug, nicht lustig genug, nicht aufregend genug, einfach nicht genug.

Dieser Gedanke machte Hermine wütend und ließ sie in ruhiger Würde sagen: „Der Grund spielt keine Rolle, denn so oder so, lässt sich nichts daran ändern. Zwischen uns ist es vorbei, Ron."

Wieder wollte sie sich abwenden, doch Ron, verzweifelt, sie entgültig zu verlieren, zog sie an sich und küsste sie.

Hermine wehrte sich und versuchte ihn wegzustoßen, doch Ron ließ sie nicht los und küsste sie stürmisch, mit all der Wut und all den Schmerzen, die sie ihm verursacht hatte.

Nach kurzer Zeit brach Hermines Widerstand und sie ließ die Hände auf seiner Schulter ruhen.

Ihr schossen Tränen in die Augen.

Sie hatte nicht damit gerechnet, all diese Empfindungen je wieder zu spüren.

Ron, der merkte, dass Hermines Widerstand nachgelassen hatte, ließ den Kuss sanfter werden.

Er strich mit seinen Lippen leicht über ihre.

Einmal, zweimal, dann öffnete sie sich ihm und er vertiefte den Kuss zaghaft.

Sie wussten beide nicht, wie lange sie so gestanden hatten, doch schließlich lösten sie sich voneinander um zu Atem zu kommen.

Ron sah unter gesenkten Wimpern auf Hermine hinab.

Hermines Augen öffneten sich flatternd.

Als sie Rons zufriedenes Lächeln sah, verschloss sich ihr Blick.

„Das ändert gar nichts, Ron!"

Ron küsste sie noch einmal kurz, dann ließ er sie los.

„Wir werden sehen", meinte Ron bevor er fröhlich pfeifend das Zimmer verließ.

Hermine ließ sich auf das Bett sinken.

Sie zitterte am ganzen Körper.

Sie konnte nicht abstreiten, dass Ron Gefühle in ihr erweckte, aber sie wollte und konnte sich nicht darauf einlassen.

Sie wollte nicht, dass er ihr noch mal das Herz brach.

Das würde sie einfach nicht überstehen.

Sie straffte entschlossen ihre Schultern.

Ron würde es auf keinen Fall gelingen, sie noch mal so weit zu bekommen, am liebsten sterben zu wollen.

ooooooooooooooooooooooooooo

„Charlie, du musst nur meiner Stimme folgen!", rief Emily vergnügt.

Charlie brummte etwas unverständliches vor sich hin, bevor er meinte: „Das ist leichter gesagt, als getan."

Emily und Charlie standen im Garten.

Sie versuchten, Charlies Gehör zu trainieren.

Charlie stand in der Mitte des Gartens und Emily einige Schritte hinter ihm.

Er sollte versuchen, sie zu finden, anhand der Richtung, aus der ihre Stimme kam.

„Komm schon, Charlie, ich weiß, dass du das kannst. Du bist wohl heute vormittag etwas schlechtgelaunt", meinte Emily scherzhaft.

„Schlechtgelaunt ist untertrieben. Ich konnte einfach nicht schlafen, weil dieser verdammte Köter unbedingt auf meinem Bett liegen musste und er die ganze Nacht auch noch so fürchterlich laut geschnarcht hat", meinte Charlie jammernd.

Emily musste lachen.

„Pete, mag dich einfach gerne, Charlie. Er versucht dich aufzuheitern."

„Dann soll er doch das nächste Mal versuchen mich aufzuheitern, indem er in deinem Bett schläft, Emily!"

Wieder lachte Emily und Charlie versuchte in ihre Richtung zu gehen.

„Verflucht noch mal, Emily, ich weiß nicht, wo du steckst!", schimpfte Charlie.

Emily legte ihren Kopf schräg, sie vermutete, dass er einfach keine Lust hatte, sie zu finden und es deshalb auch nicht konnte.

„Schön, Charlie, wenn du mich jetzt findest, dann bekommst du einen Kuss von mir", sagte Emily witzelnd.

Sofort wandte Charlie seinen Kopf in ihre Richtung.

Er wirkte erschrocken.

„Wirklich?"

Jetzt klang er beinahe hoffnungsvoll.

Emily musste lachen.

In diesem Moment ähnelte er einem Kind, dem man gerade gesagt hatte, dass Weihnachten dieses Jahr einen Monat früher stattfinden würde.

„Na ja, wir werden sehen, zumindest verspreche ich dir dann, dass Pete heute bei mir schläft."

Charlie ging los und hielt direkt auf sie zu, kurz vor ihr hatte er allerdings die Vorsicht in den Wind geschlagen und hatte den Weg vor sich nicht länger mit seinem Stock abgetastet, weshalb ihm der abgebrochene Ast kurz vor ihr entgangen war.

Er stolperte über den Ast, strauchelte und ging zu Boden.

Emily die erschrocken versuchte hatte, ihn aufzufangen, ging mit ihm zu Boden.

Sie lag nun unter Charlie begraben.

Einen Moment waren sie beide zu erschrocken um etwas zu sagen, doch dann begann Charlie zu lachen.

Emily, ganz entzückt von seinem fröhlichen Gelächter, stimmte in sein Lachen ein.

„Ich hab dich gefunden, Emily", meinte er schließlich vergnügt.

„Na ja, ich würde sagen, das war geschummelt", sagte sie lachend.

„Ich habe nicht geschummelt, offensichtlich bin ich genau in die richtige Richtung gelaufen, sonst hättest du nicht so schnell bei mir sein können."

Emily musste schmunzeln.

„Also schön, Pete schläft heute bei mir", gab sie nach.

Charlie tastete mit seinen Händen an ihren Armen entlang, bis seine Hände an ihren Wangen lagen.

Emily musste nervös schlucken.

Charlie grinste: „Mir ist der Kuss lieber!"

Er beugte sich zu ihr hinab und küsste sie sanft auf die Lippen.

Noch nie hatte er so zarte Lippen gespürt.

Er fühlte ihr Zittern und ihren Herzschlag, der sich beschleunigte.

Sie legt ihre Arme um seinen Nacken und erwiderte seinen Kuss.

Langsam ließ er seine Arme von ihren Wangen über ihren Körper gleiten.

Sie war wundervoll.

Ihr Körper fühlte sich sehr weiblich an.

Sie war schlank und hatte genau an den richtigen Stellen sanfte Rundungen.

Er spürte ihre Gänsehaut und den Schauer der durch ihren Körper rann.

Noch nie hatte er die Empfindungen seiner Partnerin so intensiv gespürt.

Es fühlte sich himmlisch an.

Charlie löste sich von ihr, stand auf und zog sie mit sich auf die Beine.

Emily versuchte ihren Herzschlag zu beruhigen.

„Du bist unmöglich, Charlie", sagte sie schließlich mit zittriger Stimme.

Charlie lächelte und gab frech zurück: „Ja, und du stehst drauf!"

Emily musste lachen und gab ihm einen sanften Klaps auf den Arm.

„Los, komm schon, du Charmeur, sonst bist du ewig auf mich angewiesen."

„Ich kann mir schlimmeres vorstellen", sagte er.

Kurz schwiegen sie beide, dann meinte Charlie: „Komm schon, Emmy, lass uns die Sache hinter uns bringen, wo dieser Köter mir über die Straße hilft."

Emily grinste über seinen Tonfall und zog ihn mit sich.

oooooooooooooooooooooooooo

Ginny beobachtete Seth und Lily, wie sie miteinander spielten.

Ein Spiel mit dem Namen „Federball".

Seth hatte es mitgebracht und die beiden schienen es gerne zu mögen.

Ein Muggelspiel, wie Seth ihr erklärt hatte.

Ginny lächelte, als Lily behauptete, Seth hätte ins Aus geschlagen und er dies vehement abstritt.

Wieder musste sie an den Morgen denken und an die Narbe auf Seth rechter Seite.

Harry hatte genau dieselbe Narbe.

War das ein Zufall?

Ginny musste den Kopf über sich selbst schütteln.

In letzter Zeit hatte sie häufig unangebrachte Gefühle für Seth gehabt.

Sie fand es wundervoll, wie er mit Lily umging und auch die netten Worte, die er für sie übrig hatte, brachten ihr Herz zum Schmelzen.

Hin und wieder hatte sie den Drang verspürt ihn zu küssen, doch immer wieder hatte sie sich zur Ordnung gerufen.

Er war Hermines Verlobter, Teufel noch mal.

Außerdem hatte sie Harry.

Sie war endlich zu einem Entschluss gekommen.

Wahrscheinlich mochte sie Seth so gern, weil sie all das in ihm sah, was sie auch Harry in Harry gesehen hatte und sie diesen im Moment schrecklich vermisste.

Sie wollte, dass Harry mit Lily Federball spielte und sie wollte, dass Harry für sie Frühstück machte und sie wollte, dass Harry verzweifelt versuchte Lilys Haar zu bändigen.

Sie wollte Harry in ihrem Leben haben, als Mann und Lilys Vater.

Wahrscheinlich hatte sie Harry so sehr vermisst, dass sie sich diese Narbe heute Morgen eingebildet hatte.

Was Keith anging, so musste sie bald mit ihm sprechen, aber im Moment wollte sie nicht an ihn denken.

Ihr wuchs einfach alles ein wenig über den Kopf und sie brauchte Zeit und Abstand, damit sie alles auf ihre Weise regeln konnte.

„Mummy, Mummy, hast du gesehen? Ich habe Onkel Seth geschlagen!", rief Lily vergnügt, als sie zu ihrer Mutter sprang.

Ginny musste Lächeln.

Bald würde wieder alles in Ordnung sein.

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Spät am Abend tigerte Fred nervös vor Susans Wohnungstür hin und her.

Sollte er wirklich anklopfen und mit ihr zu Lees Party gehen?

Wäre das fair?

Im Moment wusste er einfach noch nicht, ob er wirklich einen Neuanfang wagen wollte.

Andererseits hatte er Angst sie gehen zu lassen und vielleicht eine großartige Chance zu verpassen.

Sie war wirklich unglaublich nett, witzig und sehr attraktiv.

Vielleicht war ja Susan seine große Liebe und nicht Angelina.

Aber er hatte seit seiner Schulzeit immer nur Angelina gesehen, wenn er an seine Zukunft dachte.

Konnte er sie wirklich schon einfach ziehen lassen.

Nein, er sollte vielleicht noch einmal versuchen...

Weiter kam er mit seinem Gedankengang nicht, denn die Tür ging auf und Susan lehnte amüsiert am Türrahmen.

„Hattest du vor, heute noch zu klingeln?", fragte sie mit unterdrücktem Lachen in der Stimme.

„Ich...", begann Fred, doch ihm blieben die Worte im Hals stecken.

Susan sah unglaublich aus.

Sie trug eine schwarze elegante Hose, schwarze Pumps und ein dunkelrotes Spaghettiträgeroberteil, das den Großteil ihres Rückens freiließ.

Ihr Haar trug sie offen und in weiche Wellen gelegt.

Fred schluckte, dann schüttelte er den Kopf.

„Susan, es tut mir leid, aber ich...", versuchte es Fred nochmals.

„Du bist noch nicht über Angelina hinweg und fühlst dich nicht dazu bereit etwas neues anzufangen", schloss Susan für ihn.

Fred nickte.

„Ja, es tut mir wirklich leid."

Susan lachte und meinte: „Denkst du, das wusste ich nicht? Keine Sorge, Fred, ich habe nicht vor dich zu bespringen und dir das Versprechen einer Heirat abzuverlangen."

„Aber, was...", begann Fred erneut verwirrt.

„Ich wollte nur den Abend mit dir genießen und zwar als Freunde. Ich dachte, es könnte Spaß machen und dir vielleicht auch weiterhelfen. Ich meine, ein unschuldiger Abend mit Tanz, ein wenig Alkohol und jede Menge Lachen hat noch nie jemandem geschadet. Können wir nicht einfach als Freunde auf der Party auftauchen und die Nacht genießen?"

Fred lächelte beruhigt.

„Klar, können wir. Du hast Recht, Spaß mit Freunden hat noch nie jemandem geschadet."

Fred verbeugte sich übertrieben vor ihr und reichte ihr seinen Arm.

„Also dann, Miss Bones, wären Sie bereit den heutigen Abend in meiner Gesellschaft zu verbringen? Als Freunde, versteht sich."

Susan musste lachen und legte ihre Hand auf seinen Arm.

„Es wäre mir ein Vergnügen, Mr. Weasley."

oooooooooooooooooooooooooooo

„Ah, meine Lieblingsturteltäubchen, schön, dass ihr gekommen seit und das gemeinsam!", rief Lee fröhlich, als Fred und Susan den völlig überfüllten Club betraten.

Fred gab Lee wiedereinmal einen Klaps auf den Hinterkopf und meinte: „Wir sind kein Paar, Lee, lediglich Freunde. Also wirklich, manchmal weiß ich wirklich nicht, warum wir befreundet sind."

Lee starrte Fred eine Weile in die Augen und versuchte in ihnen zu lesen.

Nachdem Lee eine Weile geschwiegen hatte, meinte er schließlich in amüsiertem Tonfall: „Soso, lediglich Freunde, dann würde ich mal aufpassen, dass deine Freundin heute Nacht nicht mit einem der Männer verschwindet, die gerade versuchen ihr Drinks zu spendieren und ihre Nummer aus ihr herauszulocken, denn das sind wirkliche Mistkerle."

Fred wandte sich abrupt in die Richtung, in die Lee gezeigt hatte.

Er hatte nicht mal bemerkt, dass Susan mehr oder weniger gleich nach ihrem eintreten, von einer Scharr Männer umringt worden war.

Er sah sie Lachen und irgendwie sagte ihm das gar nicht zu.

„Bis später Lee", murmelte er und ließ seinen lachenden Freund stehen.

„Komm schon, Süße, du würdest uns zu sehr glücklichen Männern machen, wenn du wenigstens mit uns tanzen gehen würdest", sagte einer der Männer zu Susan.

„Justin Finch-Fletchley, du sollst mich nicht Süße nennen, wie oft habe ich dir das schon gesagt?", sagte sie lachend.

„Och, komm schon Sue, sei doch nicht so. Wir kennen uns seit wir gemeinsam die Schulbank gedrückt haben und du hast kein Tänzchen für einen alten Freund übrig?"

„Oh, Justin, ich erinnere mich, dass du damals beim Schulball auch nicht einen einzigen Tanz für mich frei hattest. Ich denke, es ist nun an mir mich wie ein Arschloch zu benehmen. Ich würde allerdings niemals zu dir sagen, dass du mir zu fett bist, nein, du bist mir einfach zu dämlich. Über dein Aussehen hätte ich eventuell hinwegsehen können", meinte Susan zuckersüß.

Justins Freunde mussten lachen.

„Sei doch nicht nachtragen, Sue, ich..."

Weiter kam Justin nicht, denn Fred tauchte an Susans Seite auf und legte besitzergreifend seinen Arm um ihre Taille.

„Entschuldigt die Unterbrechung, Freunde, aber die Lady tanzt heute nur mit mir", erklärte Fred freundlich und zog Susan auf die Tanzfläche.

„Hoho, sehr großspurig von dir. Wer sagt dir, dass ich das einfach hinnehmen werde? Ich bin schließlich nicht deine Freundin, mir steht es frei zu tanzen, mit wem ich will", meinte Susan amüsiert.

Fred wirbelte sie auf der Tanzfläche herum und zog sie eng an sich.

„Oh, es steht dir tatsächlich frei, zu tanzen mit wem du willst", sagte Fred vergnügt.

Susan sah ihn misstrauisch an.

„Aber?", wollte sie wissen.

„Du kannst tanzen mit wem du willst, aber nur wenn es dir nichts ausmacht, dass sie alle mit blutigen Nasen Heim gehen werden", sagte Fred mit einem frechen Grinsen.

Susan blieb abrupt stehen und schnappte empört nach Luft.

„Warum, zum Henker, solltest du das tun? Ich meine, wir sind doch nur Freunde, so hatten wir uns zumindest geeinigt", stammelte Susan aufgebracht.

Fred nickte lächelnd.

„Ja, aber ich schätze es gar nicht, wenn andere Männer versuchen mir mein Date zu stehlen."

„Fred, aber das hier ist doch kein...", begann Susan.

Fred zog Susan wieder zu sich.

„Susan?"

„Ja?"

Fred schenkte ihr ein süßes Lächeln.

„Halt die Klappe und tanz mit mir!"

ooooooooooooooooooooooooooooo

George war ziemlich müde als er spät in der Nacht im Fuchsbau eintraf.

Er wusste nicht einmal, warum er hier war, aber er hatte am frühen Nachmittag eine Nachricht seiner Mutter bekommen.

Sie wollte ihn unbedingt heute noch sehen.

Er hatte ihr sofort via Eule mitgeteilt, dass er heute eine geschäftliche Angelegenheit zu regeln hatte, die ihn bis spät in die Nacht aufhalten konnte.

Anscheinend war das seiner Mutter egal gewesen.

Sie hatte verlangt, dass er kommen solle, sobald er mit seinen Geschäften fertig war.

„Mum!", rief er nun.

Mrs. Weasley kam aus der Küche geschossen.

„Ah, George, mein Lieber, da bist du ja endlich. ARTHUR!"

George zuckte unter Mollys Schrei zusammen.

Sofort kam Mr. Weasley aus seinem Arbeitszimmer.

„Was ist denn los, Liebes, es ist mitten in der Nacht. Hältst du es für angebracht, das ganze Haus zusammenzubrüllen? Denk doch an die arme Cassidy..."

„Arthur!", unterbrach Molly ihn ungeduldig.

George war verwirrt.

„Ah, George, mein Junge, was tust du denn hier?"

„Arthur, wir haben keine Zeit für Geplauder, geh und hol einen Priester", sagte Mrs. Weasley ungehalten.

„Einen Priester, Liebes, wozu?"

Mrs. Weasley warf ihrem Mann einen Blick zu, der ihn verstummen ließ.

„Teufel", murmelte er.

Er schaute von seinem Sohn zu seiner Frau und lächelte schließlich.

„Einen Priester, Liebes, aber natürlich, sofort."

Mr. Weasley warf seinem Sohn einen mitleidigen Blick zu und disapparierte dann.

„Mum, wozu brauchst du einen Priester? Ist jemand gestorben? Sollte ich deshalb kommen?"

„Was ist mit einem Priester und wer ist gestorben?", fragte in diesem Moment Fred von der Tür her.

Er war, nachdem er Susan bei ihrer Wohnung abgesetzt hatte, zum Fuchsbau gegangen, um einige Papiere abzuholen, die er Weihnachten dort liegen lassen hatte.

George versteifte sich.

„Mum, wenn das ein erneuter Versuch sein sollte, um mich und Fred..."

„George, halte jetzt bitte den Mund und setz dich. Ich wusste nicht, dass Fred kommen würde, aber wo er schon mal da ist, sollte er sich ebenfalls setzen."

„Molly, ist etwas passiert?", kam eine Stimme vom Treppenabsatz.

George erstarrte.

Von all den Stimmen, war das diejenige, die er am wenigsten im Hause seiner Mutter erwartet hätte.

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Hehe, ich weiß, ich bin an dieser Stelle ein wenig fies, aber ich muss die Geschichte hier unterbrechen, weil das Kapitel mit den weiteren Geschehnissen ein wenig zu lang geworden wäre.

Ich verspreche, ich werde nicht wieder solange brauchen, wenn ich wieder schöne nette (aber wenn es euch dannach ist, auch nicht so nette) Reviews bekomme ;)