Und nochmal HYA!

Am Lagerfeuer in Forks finden sich zwei neue Freundinnen, Maggie und Tia. Dies nur ein kleiner Einblick, wie die schweigsame Tia zur Quasselstrippe werden könnte.

Viel Spaß!

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Outtake „Ogham"

Tia, Maggie und die Ogham Symbole

I wanna feel the sun, the waves, the wind in my face
The speed, the chase
I wanna feel the sun, the waves, just wanna cross the states
That's how's gon' be, young wild and free
Not gonna slow down
Up to the max, until we crush, we're not gonna stop now

All I need in this life of sin is me and my girlfriend

(Icona Pop, Girlfriend)

Maggie

Die Rumänen, Vladimir und Stephan, sind uralt. Nicht so alt wie Amun, aber so alt, dass ihre Haut wie Pergament erscheint. Ihre burgunderfarbenen Augen glühen mehr als unsere.

Ihre Erzählung ist… bestialisch. Aber wenigstens sind sie sehr ehrlich, verstecken und versteckten ihre Absichten nicht. Sie kämpfen nicht für die Cullens oder für Gerechtigkeit. Sie sind nur hier, um gegen die Volturi anzutreten.

Esme blickt mich überrascht an, wie ich bemerke. Erschrocken fast. Keine Sorge, Siobhan und Liam werden rechtzeitig zurück sein.

Tia und Benjamin sitzen mir gegenüber. Tia und Siobhan haben sich unlängst verbrüdert, weil sie Amun ähnlich betrachten. Unsere neue Freundin winkt mich zu sich, Benjamin rutscht an seine Gefährtin auf, dass ich mich neben ihn setzen kann, ohne dem jungen Hund, Seth heißt er glaube ich, auf dem Schoß zu sitzen.

„Darf ich es mir ansehen?", erkundigt sich Tia und greift über Ben nach meinem Schal. „Es hat im Feuerschein geschimmert."

Ah, nun ist mir klar, was sie meint. Wickele meinen Schal ab, ziehe die lange Kette hervor, an der ein Kleeblattcharm hängt.

„Was bedeutet das?", fragt sie weiter. Benjamin setzt sich auf und betrachtet die Einkerbungen auf dem Platinplättchen. „Ich habe es für Dekoration gehalten, auf Siobhans Armband. Aber es sind fast dieselben Symbole."

Das stimmt wohl. Es sind fast dieselben Worte. Siobhans breites Lederarmband wird von einer Platinplatte geziert, auf denen ebenfalls Einkerbungen zu finden sind.

„Strichmännchen?", bietet Benjamin lachend an.

„Diese Striche nennen sich ‚Ogham'. Es ist eine alte irische Schriftsprache."

„Also hat Siobhan sie mitgebracht?", lache auf Benjamins Frage.

„Nein, so alt ist sie noch gar nicht. Diese Striche wurden im 4. bis 6. Jahrhundert verwendet.", erkläre ich. Siobhan und ich waren vor hundert Jahren oder so wieder auf diese Relikte aufmerksam gworden, plötzlich galt es wieder als trés chic seine Verbundenheit mit dem Altertümlichen zur Schau zu stellen. Niemand schreibt heute mehr in Ogham. Es soll früher, wie bei einigen Esoterikern auch heute noch, zur Zukunftsdeutung gedient haben.

„Man liest es wie ein Baum wächst. Von unten nach oben."

„Aber was steht da? Das hier", Tia deutet auf eine Viererstrichabfolge. „Das hat Siobhan auch."

Aye, weil es ‚Liam' bedeutet.

„Das ist Liams Name. Das hier, bedeutet Siobhan. Dieser Strich steht für das M in Maggie.", erkläre ich.

„Dann hat Siobhan als deinen und Liams Namen am Handgelenk!"

Richtig.

„Und Liam? Muss der euren Quatsch eigentlich immer mitmachen?!", Benjamin, glucksend. Wir verpassen ihm beiden einen Handschlag gegen die Schulter, dass er fast nach hinten von seinem Baumstamm fällt.

Tia beißt sich überlegend auf die Unterlippe.

„Er trägt ein Lederarmband, auf dem unsere Namen eingebrannt sind.", sage ich. Das war das einzige Zugeständnis, zu dem wir ihn bewegen konnten.

„Also sind es eure Hieroglyphen.", erkennt Tia nickend. Richtig. Sie und Benjamin tragen beide das ägyptische Symbol für Liebe mit sich.

„Kann man damit alles schreiben?"

Abgesehen davon, dass das niemand mehr macht, nein.

„Tia würde gehen. Benjamin nicht."

„Wieso?!", entrüstet er sich.

„Es gibt den Buchstaben J nicht.", und K, W, X, Y und Z auch nicht.

„Und diese Schnörkel?"

„Das ist ein keltisches Knotenmuster.", wenn schon Klischee, dann richtig.

Neben mir glüht es plötzlich, schrecke erschrocken ein Stück zu Benjamin, bis ich feststelle, dass sich nur der kleine Wolf ein Stück zu uns gelehnt hat.

„Kann man ‚Seth' damit schreiben?", fragt er unverwandt.

„Könnte man.", sage ich. „Aber wer will das schon!", lachen Tia und ich. Nicht sehr nett, aber der kleine Hund scheint uns diesen Spaß nicht übel zu nehmen.

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