Kapitel 21:

(Azula, Mai/ Gästequartier / Ba Sing Se/ Episode: 'Der Guru')

Und mein Bruder war monatelang hinter diesen Narren her? dachte Azula verächtlich, als sie ungezwungen in ihren Gästequartieren im Oberen Ring ruhte, während Ty Lee und Mai verstohlen ihre Räume nach Hochlöchern und Lauschposten überprüften. Zweifellos gab es hier welche, genau so wie es welche in den Botschaftergemächern im Palast, die ihnen zur Verfügung gestellt worden waren gab. Der Trick war, die wahrscheinlichsten Orte herauszufinden und ihre Unterhaltungen dementsprechend zu formen.

Sokka vom Südlichen Wasserstamm, entsann sich Azula und legte den Namen in ihren mentalen Aufzeichnungen unter nützliche Idioten ab. Es war gut zu wissen welcher unter den Feinden närrisch genug war jene einzulassen, von denen er annahm, dass sie Verbündete waren ohne jemals selbst nachzuprüfen.

Zuzu hat euch über die ganze Welt gescheucht und konnte euch nicht fangen. Aber ich muss euch nicht mehr jagen. Alles was ich tun muss ist abzuwarten … und die Kräfte zu sammeln, die ich brauche um den Avatar ein für alle mal auszuschalten.

Und dem Erdkönig war es zu danken, dass sie genau wusste, wo sie zu finden waren. Was für ein naiver, nützlicher junger Mann. Vielleicht würde sie ihn als Puppe behalten. Er war so gut darin.

Vor ihrem Spiegel sitzend, gab Mai ein subtiles Signal: gegenwärtig sicher.

Azula lächelte. „Ist euch klar, dass uns hier eine einmalige Gelegenheit geboten wird, Mädels?"

Eine Gelegenheit, die ihr Bruder nie ergriffen hätte. Armer Zuzu. Er war ganz versessen darauf, eine Bedrohung für die Feuernation zu entfernen und erkannte nie, dass eine Bedrohung ihre Leute mobilisierte und jede Eroberung möglich machte.

Mein Bruder hatte nie Weitsicht. Auch nicht bevor Papa ihm die Hälfte seiner Sicht genommen hat.

Bedauerlich, dass Feuerlord Ozai es nicht ganz erledigt hatte. Aber das war in Ordnung. Sobald Ba Sing Se auf den Knien lag, würde sie ihren lieben Zuzu finden...

Und es endlich genießen ein Einzelkind zu sein.


(Shirong, Zuko/ Palast/ Ba Sing Se)

Nun, die gute Neuigkeit ist, dass der Avatar seinen Bison genommen und fortgegangen ist, überlegte Shirong, während er einen der wenig genutzten Korridore des Palastes hinunter schritt, als ob er jedes Recht hatte, dort zu sein. Die schlechte Neuigkeit ist, dass die kleine Bande des Avatars mehr Durcheinander angerichtet hat als eine Kiste voller Neunundneunzig-Jahr-Geister, Long Feng wurde verhaftet, die Generäle schmieden irgendeinen gigantischen Plan...

Und ich werde überwacht.

Hin und wieder, nicht ständig... aber trotzdem ergab es keinen Sinn. Hätte Lee irgendein Zeichen seiner Identität zurück gelassen, als er den Bison befreit hatte, dann sollten sie beide in diesem Moment schon längst in den Verhörräumen sein. Wenn Lee das vermieden hatte – warum dann diese wachsamen Augen?

Was auch immer es ist, es kann nichts Gutes bedeuten.

Das war auch der Grund, weshalb er sich aufgemacht hatte um Lee hier abzufangen, ehe der Heiler die Möglichkeit hatte irgendwelchen neuen Gesichtern im Palast zu begegnen, statt im Garten zu warten. Er hatte eine Ausrede, sollte irgendjemand fragen. Sie war sogar wahr.

Und da ist ja mein junger Einbruchskünstler.

„Sie sollten sich am Besten schnell erholen", sagte Lee mit einem schiefen Lächeln. „Ich verpasse die große Eröffnung meines Onkels – "

„Du solltest heute besser aufpassen was du tust", sagte Shirong vorsichtig beiläufig.

„Warum?", fragte der Heiler misstrauisch.

„Es ist besser, wenn ich es dir einfach zeige. So weißt du, welche Teile des Palastes du umgehen solltest." Und hoffentlich gibt das meinen Beobachtern Zeit sich zu entspannen.

Nicht dass die anderen Agenten sich erlauben würden, gelangweilt zu werden. Aber selbstzufrieden... ja das war möglich. Wenn die Dai Li wussten wo ihre Ziele hin wollten und sich entspannten – könnte das ihnen etwas Spielraum verschaffen. Ganz besonders, da diese jungen Frauen in der Gunst des Erdkönigs standen.

Lee behielt seine Fragen für sich und stoppte nur nahe der Randgebiete des fraglichen Bereiches um zu murmeln: „Quartiere für Botschafter?"

„Ich glaube das waren sie einmal", sagte Shirong überrascht. „Wie hast du das gewusst?"

„Farbschema."

Und diese Antwort ergab nicht den geringsten Sinn –

Shirong blinzelte und betrachtete die schmückenden Friese und Wandbehänge mit frischen Augen. Die dominierenden Farben waren Grün- und Brauntöne, so wie es einem Palast im Erdkönigreich anstand. Doch da waren auch Spuren von Blau und Gelb, sogar ein Hauch von Rot und Schwarz.

Die Elemente, erkannte Shirong. Ich bin seit zwanzig Jahren durch diese Hallen gegangen und habe es nie gesehen. „Bist du sicher, dass du deine Meinung nicht doch noch ändern willst?", sagte er wehmütig, als er im Schatten einer Säule anhielt. „Wir könnten dich gebrauchen. Jetzt mehr denn je."

„Das wäre nicht ehrenwert", begann Lee.

Und verschwand.

Es war ihm nicht fremd eine höhere Position einzunehmen und so gesellte sich Shirong zu dem Wasserbändiger oben nahe der Decke hinzu. Ich glaube es kaum. Er hat es geschafft die Eishandschuhe zum funktionieren zu bringen.

Doch es waren eher Klumpen als Handschuhe, die an Stein festgefroren waren. Doch es klappte. Panik konnte für einen konzentrierten Bändiger Wunder bewirken. Und Lee war zweifellos einen halben Atemzug von der Panik entfernt.

So weiß wie er ist? Die Chancen dass er einfach umkippt stehen wohl so halb und halb.

Shirong schüttelte kaum merklich den Kopf und bewegte sich so, dass er Lee auffangen konnte, falls etwas schief ging. Er hatte gehört, dass diese bewaffneten jungen Damen gut waren, aber Lees Zusammenstoß musste wirklich Eindruck hinterlassen haben –

„Können wir mit General How sprechen?", sagte die schwarzhaarige Anführerin zu einer Palastwache, während sie mit präzisen und anmutigen Schritten marschierte, ihre Untergebenen ihr folgend. „So sehr uns der Erdkönig mit seiner Begrüßung geehrt hat, wären wir höchst dankbar für die Chance einen Anführer, der geschickt und geistreich genug ist um einen solchen Plan zu entwerfen, zu sprechen."

„Der General ist sehr beschäftigt, Madam, aber ich bin sicher, dass etwas arrangiert werden kann..."

Shirong wartete, bis sie außer Hörweite waren, dann murmelte er: „Der Schreck tut mir Leid. Ich dachte es wäre besser, dir zu zeigen wo die Kyoshi-Kriegerinnen sind – "

„Das sind keine Kyoshi-Kriegerinnen."

Düster. Wütend. Und völlig verängstigt. Shirong hörte das alles in Lees Stimme und unterdrückte ein Schaudern. „Was?"

„Draußen", hauchte Lee mit aschgrauem Gesicht. „Wir müssen – ich kann nicht – Luft."

Shirong führte sie beide zu ihrem üblichen Garten, sich nur zu bewusst, dass sie wahrscheinlich beobachtet wurden. Aber das war einer der wenigen Orte, an denen keine Gäste über sie stolpern konnten. Und so wie Lees Gesicht sich einfach verschlossen hatte, wie ein Soldat, der abgeschnitten war und gleich überrannt werden würde...

Wenn es so schlecht steht, dann könnte es sein, dass wir wollen dass der Rest der Dai Li davon erfährt. „Was meinst du damit, dass sie keine Kyoshi-Kriegerinnen sind?"

„Sie sind von der Feuernation."

Die Welt drohte umzukippen. Shirong zwang sich tief durchzuatmen und verfluchte sich leise selbst dafür, dass er vorhin seine Steinhandschuhe so beiläufig benutzt hatte. Sein Chi war immer noch nicht so weit um zu Bändigen. „Diese Ausstattung, die Schminke – wie kannst du da überhaupt –?"

„Ich weiß es, in Ordnung?" Lee holte tief Luft und entspannte bewusst seine Fäuste. „Ich kenne sie."

„Wie praktisch."

Shirong fuhr herum, bemerkte Quans grimmigen Blick, ein bleicher Min Wen in einer Rekrutenuniform –

Wir sind tot.

Aber er hatte nicht vor kampflos unterzugehen, egal ob sein Chi geschwächt war oder nicht. „Warum?", fragte Shirong und versuchte sein gebrochenes Herz sich nicht in der Stimme zeigen zu lassen. Und er fragte sich warum es ihn so tief verletzte. Er war Dai Li, er wusste Bescheid. Es spielte keine Rolle, ob man loyal war, wenn Ba Sing Se ohne einen sicherer war. „Ich habe immer zum Schutz dieser Stadt gehandelt."

„Indem sie die Gegenwart von Kolonisten der Feuernation verbargen und ihnen erlaubten Kontakt mit einem Feuerbändiger aufzunehmen, der uns infiltriert hat?" Quans Blick war hart, als er Lee studierte. „Es wird für dich leichter sein, wenn du uns den Feuerbändiger auslieferst."

„Nein", sagte Lee trocken, seine Haltung war wachsam und ruhig als er zu Min hinüber schaute. „Das glaube ich nicht." Er schaute zurück zu Quan, unerschütterlich wie Granit. „Das wollen sie nicht tun. Sie haben größere Probleme als mich. Sie wissen nicht wer sie sind – "

„Doch. Wissen sie."

Blitzender Stahl flog und Lee wich um Haaresbreite aus, rollte sich ab und kam in einer klassischen Haltung der Feuerbändiger wieder auf die Beine.

Warum? Er hat seinen Wasserschlauch – warum Feuerbändigen?

Eine der Kriegerinnen stand da, bereit mehr der rasiermesserscharfen Klingen, die zwischen ihren Fingern funkelten zu werfen. Ihre Stimme war kalt, mit einem wohldurchdachten Desinteresse, die Shirong bis in die Knochen erschaudern ließ. Sie sah vielleicht so aus wie eine Jugendliche, aber sie war zweifellos tödlich. „Nun. Das sieht nach einem Familientreffen aus."

Feuernation. Lee hatte Recht.

„Mai", hauchte Lee, ohne seine Haltung fahren zu lassen. „Tu das nicht."

„Warum?" Goldene Augen verengten sich. „Du hast nie zurück geschrieben."

Lee funkelte sie an. „Sie hat beinahe Onkel umgebracht und du ärgerst dich wegen eines Briefes?"

„Dein Onkel ist ein Verräter. Du weißt was das bedeutet." Eine schwarze Augenbraue sprang etwas nach oben. „Und was heißt hier ein Brief?"

Ich hatte da ein paar Fragen über dich, Lee, dachte Shirong, mit trockenem Humor, auf Stahl konzentriert, aber ich hatte nicht gedacht, dass ich meine Antworten so bekommen würde.

Warte. Warte es ab. Irgendeiner wird zucken und –

„Wollt ihr jetzt reden, oder euch umbringen?", fragte sich Min, der von Quans Hand vom Bändigen abgehalten wurde. Gegen jeden der zwei.

Halt die Klappe", sagten die beiden Jugendlichen der Feuernation.

Beides ist immer noch möglich, dachte Shirong trocken. Aber wenn sie redeten, dann versuchten sie nicht, sich gegenseitig umzubringen.

Und da Quan genau so kühl interessiert daran erschien, mehr zu hören... Bring sie dazu, so lange zu reden, bis du deine Kraft wieder hast. „Lasst mich raten. Ihr seid verwand?"

„Nein." Mais Lippe kräuselte sich.

„Ja", seufzte Lee.

Was?"

„Onkel hat nachgeforscht, als du ständig gedrängt hast! Er konnte nicht verstehen, warum deine Eltern glaubten, dass sie eine Chance bei meinem Vater haben würden, obwohl es keine Bändiger in deiner – "

„Doch es gibt welche!" In Mais Stimme schwang endlich ein Anflug von Zorn mit. „Momiji wurde zur Adoption freigegeben, weil sie keine war, ich weiß das, aber ihre Eltern waren – "

„Ihre Mutter war Ta Min, ich weiß", sagte Lee ungeduldig. „Sie war auch Ilahs Mutter!"

Totenstille.

Ilah, dachte Shirong fiebrig. Den Namen habe ich schon irgendwo gehört – oh. Verdammt, Lee hatte wirklich nicht das geringste Glück, oder? Wer benannte schon seine Tochter nach der Mutter von Feuerlord Ozai? „Also seid ihr doch verwand."

„Zwei Drittel Cousins", sagte Lee ungeduldig. „Vielleicht etwas näher, da manche der Familien... egal. Das habe ich dir schon gesagt, Mai! In dem letzten Brief nach – danach. Es würde nie passieren, es spielte keine Rolle, wen dein Vater am Hof schmierte – du brauchst meine Schwierigkeiten nicht!"

Mais Haltung wankte nicht, doch die goldenen Augen waren geweitet. „... ich glaube mir wird schlecht."

Shirong zählte zusammen, was er gehört hatte und blinzelte. „Eine alte Freundin?", fragte er Lee trocken.

„Ich war dreizehn!", verteidigte sich Lee. „Es ist schwierig Aufzeichnungen über Kinder zu finden, die zur Adoption freigegeben werden, selbst wenn es nicht lange her ist. Aber das war vor einhundert und zwanzig Jahren!" Er nahm tatsächlich seine Augen von Mai, gerade lange genug, um Shirong einen gereizten Blick zuzuwerfen. „Wie Onkel sagt, ich habe schon viele Dummheiten in meinem Leben begangen. Aber das? Das hier ist nicht meine Schuld!"

„Aber das muss es sein." Mais Stimme war so glatt und bitter wie Wermut. „Sie hat es mir versprochen."

„Sie lügt, Mai." Lees Fäuste waren geballt, aber seine Augen traurig. „Azula lügt doch immer."

Shirong spürte wie sein Herzschlag sich beschleunigte und hoffte, dass sein Bändigen mithalten konnte. „Prinzessin Azula ist im Palast?" Als er Quans kontrolliert neutralen Gesichtsausdruck sah, erbleichte Shirong. „Und sie haben es gewusst. Oma und Shu, warum haben sie nicht – "

„Unsere Loyalität gehört Long Feng, Shirong", sagte Quan knapp. „Es ist eine Schande, dass sie es vergessen haben."

Lee gab ein bitteres Lachen von sich. „Ich hätte nie geglaubt, dass mir Long Feng einmal Leid tun würde." Er richtete seine feuer-grünen Augen auf Quan. „Sie wird aus ihm Hackfleisch machen. Er wird nur ein kleines Mädchen sehen, das mit Pai-Sho-zügen spielt, die sie nicht wirklich verstehen kann. Sie wird ihn anlächeln und ihm sagen wie schlau er ist – und wenn sie mit ihm fertig ist, wird er tot sein. Oder es sich wünschen." Er warf einen Blick zu Min. „Du solltest weglaufen. So weit und so schnell wie du kannst. Wenn Azula dich in die Finger bekommt, dann ist deine Familie tot."

„Ich habe das gemacht, um meine Familie zu retten!", sagte Min heftig. „Das ist deine Schuld! Du machst nur Schwierigkeiten!"

„Seit der Nacht als ich geboren wurde", stimmte Lee zu, ein bitteres Lächeln huschte über sein Gesicht. „Weißt du was das Komische daran ist? Ich verstehe es. Wirklich. Man … tut schreckliche Sachen, wenn man versucht seine Familie zusammen zu halten. Man versucht nicht zu sehen, dass die eigene Schwester ein Monster ist... und der Vater ein blutrünstiger Mörder."

„Sag nicht so etwas!" Mai trat einen Schritt nach vorne, aufgeschreckt. „Du bist kein Verräter!"

„Das ist nicht was Azula gesagt hat, als sie versuchte uns in Ketten zu legen", biss Lee heraus. „Hat sie das erwähnt? Oder dass sie versucht hat mich mit einem Blitz zu töten?"

„Das würde sie nie tun!"

„Du weißt verdammt noch mal sehr wohl, dass sie es tun würde, Mai!", knurrte Lee. „Azula bekommt immer was sie haben will. Immer! Und da ist nur noch ein was übrig, das sie noch nicht hat. Ein was, das ihr die Feuerweisen nicht geben werden, so lange ich am Leben bin! Das weißt du!"

Ich habe alle Puzzelteile, dachte Shirong verblüfft. Es ergibt nur keinen Sinn...

Mai schüttelte ihren Kopf und die schwarzen Haarsträhnen bewegten sich kaum. „Sie ist deine Schwester, Zuko."

Ihr. Guten. Geister...

Nun. Jetzt wusste er warum Agni seinen Altar mit einem Zeichen beehrt hatte, nach diesem verzweifelten Gebet.

Eines deiner Kinder, oh ja.

„Das hat sie auch vorher nicht aufgehalten." Lee – Prinz Zuko – vertiefte seine Haltung, er sah offensichtlich Gegner nicht Ex-Freundin. „Wenn sie mich bekommt, bin ich tot. Onkel ist tot – "

Onkel? Shirongs Augen quollen aus den Höhlen und er sah wie Quan blinzelte, als er den Zusammenhang erkannte. Oma und Shu! General Iroh ist hier?

„ – Und wenn wir dir völlig egal sind, da ist ein hono'o shoshinsha der nicht verdient hat, was passieren wird!"

Eines der beiden Wörter heißt Flamme, dachte Shirong. Was bedeutet das andere?

Was es auch war, Mai blieb wie angewurzelt stehen. Ihr Blick flackerte zu dem Palast und dann wieder zurück. „Du weißt, dass ich ihr loyal bin."

„Ich weiß", sagte Zuko schlicht. „Aber du weißt auch, dass ich dich nie angelogen habe." Er warf nicht den kleinsten Blick zu den Erdbändigern. „Lassen sie das, Quan. Ich tue ihnen nur ungern weh. Aber es gibt Leute, die sich auf mich verlassen. Leute, die Azula umbringen wird, wenn sie sie in die Finger bekommt." Er schluckte. „Und es wird ein langer, schmerzhafter Tod."

Die völlige Gewissheit in seiner Stimme musste Quan erreicht haben. Der ranghöhere Agent trat zurück, Hände gesenkt.

„Das kannst du nicht sein", sagte Min ungläubig. „Nicht ein – du hast – "

„Ich war dem Feuerlord gegenüber respektlos." Zukos Stimme war kalt und scharf wie von Eis gesprengter Feuerstein. „Frag Quan. Jeder Adelige auf der ganzen verdammten Welt lacht darüber. Ich wäre überrascht, wenn der Dai Li nicht alle saftigen Einzelheiten hätte."

Für immer verbannt, entsann sich Shirong, als er sein perplexes Gehirn zwang zu arbeiten. Außer er schafft es mit dem Avatar zurückzukommen –

Ich habe ihn zum Bison des Avatars geschickt, um Ba Sing Se zu retten. Und er hat ihn gehen lassen.

Sein Herz klopfte in seinem Hals als er neben Zuko trat.

„Was machen sie da?", sagte Quan ungläubig.

„Avatar Kyoshi hat uns geschaffen um der Stadt zu dienen, nicht einem Mann." Shirong versuchte das Zittern in seiner Stimme zu unterdrücken. Geister, was ist nur mit mir los? „Quan, was, wenn er Recht hat? Nennen sie mich einen Abtrünnigen, schicken sie eine Jagd nach mir, wenn es sein muss! Aber der Plan von dem ich ihnen berichtete – er ist gut. Er könnte gelingen. Und was hätten sie verloren? Unbedeutende Ressourcen, die einfach zu ersetzen sind. Unruhestifter, die Ba Sing Se nicht braucht. Was kostet es dem Dai Li, uns es versuchen zu lassen? Dem Dai Li, nicht Long Feng!"

Quan überdachte das für einen langen Moment. Er seufzte und neigte den Kopf.

Mais Haltung wickelte sich, sie war bereit, zu werfen. Zuko spannte sich an –

„Fünfzehn Minuten", sagte sie kalt. „Dann schreie ich."

Ein Nicken und Zuko floh.

Shirong musste sich sehr beeilen um aufzuholen – verdammt war er schnell! – Shirong sprang neben dem verbannten Prinzen an die Gartenwand. „Glaubst du ihr?"

Klettern!"

Stahl sang und klapperte gegen Stein, eine Haaresbreite von ihren Füßen entfernt. „Sie sagte – "

„Fünfzehn bis sie schreit." Zuko fuhr hinauf wie eine Wespen-Spinne, Finger klammerten sich in Spalten so sicher als ob er Steinhandschuhe trüge. „Wenn es nicht richtig aussieht – sie haben keine Ahnung, was Azula tun wird."

„Kein Wunder, dass du paranoid bist." Shirong schwang sich über die Mauer, ließ sich auf der anderen Seite fallen und bändigte, damit der Grund nachgab und nicht seine Fußknöchel. Ich bin nicht in der Verfassung für so etwas. „Sie ist wirklich deine – "

„Ja." Zuko rollte sich nach dem Aufprall ab und raste weiter, in Richtung zur äußeren Mauer des Palastes und dem nächstgelegenen Tor.

Shirong hielt Schritt und war erleichtert, als die Wachen einen Blick auf sie warfen und begannen das Tor zu öffnen. Ein rennender Wasserbändiger mit einem rennenden Dai Li – das war ein Anzeichen für die Art von Schwierigkeiten mit denen kein Wachmann, der noch bei Verstand war, zu tun haben wollte. „Und sie hat wirklich versucht – "

„Ich habe aufgehört zu zählen, als ich elf war." Sie schossen aus dem Tor und Zuko saugte einen Atemzug ein. „Als Onkel nach Hause kam hat sie es nicht mehr so oft versucht. Das einzige Gute an der Verbannung war, dass ich von ihr weg kam!"

Durch Menschenmengen, Straßen hinab, bis sie endlich hinter einem Süßwarenladen landeten als farbige Punkte in Shirongs Augen explodierten. „Atempause", befahl Zuko und stützte ihn an einer Seite. „Ich muss nachdenken."

„Wir sind am Ende", krächzte Shirong als er nach Luft rang. Er sollte mich zurück lassen. Ich behindere ihn nur. Ich bin zu verletzt um zu rennen, zu schwach um zu kämpfen –

„Sie müssen die Wens für mich warnen."

„Min hat für ihre Sicherheit einen Handel abgeschlossen", keuchte Shirong. Quan mochte ein Narr sein, dass er mit der Dämonen-Prinzessin umging, doch er war nicht so dumm.

„Wenn Azula in Jinhais Nähe kommt, dann ist niemand sicher." Zuko wägte ihn eine Sekunde länger ab und stieß scharf die Luft aus. „Feuerbändiger können einander wahrnehmen."

Jinhai bändigt mit heißem Wasser. Eine seltsame, absurde Bemerkung, die er hatte durchgehen lassen, in dem Bemühen etwas wegen des Geistes zu tun, der gerade seinen – wasserbändigenden Rekruten gefressen hatte.

Prinz Zuko. Ein Feuerbändiger. Wie um alles in der Welt kann er – ? „Ich habe gesehen, wie du Eis gemacht hast", protestierte Shirong.

„Aber Azula nicht." Zukos Grinsen war düster, aber echt. „Wenn Quan es ihr sagt, dann bin ich tot. Wenn nicht... könnte ich tatsächlich überleben." Er nickte. „Gehen sie zu Meixiang Wen. Sie haben Pläne. Ich glaube, sie können sie verbergen. Ich warne Onkel."

Der Drache des Westens ist in meiner Stadt. Und das seit einem Monat. „Warum vertraust du mir?", verlangte Shirong zu wissen.

„Sie haben mir versprochen, dass sie mich eher töten, als zuzulassen, dass der Haima-jiao mich benutzt", sagte Zuko einfach. „Sie tun das Richtige. Und einen sechs Jahre alten Jungen in Azulas Hände fallen zu lassen..." Er schüttelte den Kopf. „Sie haben Ehre. Dass sie vom Erdkönigreich stammen ändert das nicht."

Shirong betrachtete den verbannten Prinzen durch verengte Augen. „Wage es bloß nicht, umgebracht zu werden. Wir müssen uns einmal richtig unterhalten."

„Später", stimmte Zuko trocken zu. Dann verschwand er in der Menschenmenge.


(Mai, Azula/ Palast/ Ba Sing Se)

Ein Exfreund war entkommen, kalkulierte Mai kalt. Sein abtrünniger Dai Li Agent ebenfalls. Quan schien Willens zu sein zu schweigen und seinen Rekruten zu zügeln. Und was die Prinzessin anging, die sich bald fragen würde, wo sie war –

Sie hat mich angelogen. Mich. Azula hat mich angelogen.

Azula log Zuko an, jeder wusste das. Prinz Zuko und politische Schachzüge passten in etwa so gut zusammen wie Öl und Funken mit einem sehr ähnlichen Ergebnis. Es war einfach nicht vernünftig Zuko die Wahrheit darüber zu sagen, wer wirklich in der Gunst des Feuerlords stand, oder welche Manöver die Armee benutzte, oder … irgendetwas.

Aber sie sagte mir, dass der Feuerlord unserer Verlobung zustimmen würde. Sobald er nur – seine Meinung über Zukos Verbannung geändert hat...

Und wann hatte Feuerlord Ozai jemals seine Meinung geändert? Über irgendwas?

„Die beste Lüge, die man jemandem erzählen kann", hatte Azula gelacht, während einem spätabendlichen Treffen um Pläne zu schmieden, „ist die Wahrheit."

Mai schaute zum Himmel hoch. Sie war keine Feuerbändigerin und konnte den Weg der Sonne nach Westen nicht spüren... aber sie war es beinahe. Tief durchatmen.

Mai wendete ihr Gesicht zur Sonne und ließ Phönix-Adlerschreie zum Himmel erschallen.

Sie ignorierte die verblüfften Augen und die plötzliche Stille. „Ich bin Mai", sagte sie ruhig. „Tochter von Niji und Gouverneur Tsumami. Ich bete darum zu Agni sprechen zu dürfen."

Vielleicht wurde das Sonnenlicht stärker. Vielleicht.

„Wenn Loyalität bei jemandem ruht, der ihrer nicht würdig ist, dann verlangt die Ehre, dass sie nicht dort verbleibt."

Eine Wolke zog an der Sonne vorbei. Und was mehr musste dazu gesagt werden?

„Mai!" Ty Lee hüpfte herein und Azula folgte ihr mit zielstrebigen Schritten. „Was ist passiert?"

„Ein Eindringling der Feuernation war im Palast", sagte Quan glatt. „Wenn ihr Kriegerinnen uns entschuldigt, wir müssen die Wache informieren." Mit einem festen Griff an Mins Schulter, bugsierte der Dai Li seinen blassen Rekruten nach innen.

„Ein Eindringling?" Azulas Blick ging zu Messern die in Stein glitzerten und zu Mais desinteressierter Miene.

„Dein Bruder ist in der Stadt", sagte Mai kühl.

Azulas Augen weiteten sich und sie holte scharf Luft. „Tatsächlich."

„Zuko ist hier?" Ty Lee hüpfte, strahlend lächelnd. „Ist er immer noch niedlich? Hast du ihn geküsst – ?"

„Warum ist er nicht hier?", unterbrach Azula kalt.

Mit hoch gezogener Augenbraue begann Mai ihre Messer aus dem Stein zu ziehen.

„Zuzu ist ein Narr, aber kein Feigling." Azula tippte mit einem scharfen Fingernagel gegen schwere Röcke. „Wenn er weiß, dass du hier bist, dann weiß er dass ich hier bin... und er ist nicht schlau genug vor mir zu fliehen. Nicht wenn ich zwischen ihm und seiner kostbaren Ehre stehe." Ihre goldenen Augen waren kalt. „Wen beschützt er?"

Min, erkannte Mai und entsann sich, wie Quan den Jungen weg geschafft hatte. Einer aus Mins Familie ist ein Feuerbändiger! „Ein verwundeter Dai Li Agent war bei ihm. Jemand nannte ihn einen Abtrünnigen." Sie begegnete Azulas Blick direkt. „Ich weiß nicht, warum der Agent es nicht erwähnt hat."

„Dreckige Wäsche im Dai Li", murmelte Azula mit funkelnden Augen. „Wie praktisch." Sie lächelte. „Und Zuzu sieht es ähnlich Streuner aufzulesen."

Mai erinnerte sich an das Schicksal mancher streunender Tiere in der Nähe des Palastes und verdrängte ihre Gedanken. „Sollen wir sie verfolgen?"

„Wir sollen weglaufen, wo wir doch Gäste seiner Majestät sind?" Azulas Lächeln wurde fast verspielt. „Das wäre unhöflich." Sie hob den Kopf und schaute zu der Großen Mauer in der Ferne. „Warum sollten wir uns die Mühe machen? Wenn Long Feng und ich uns erst einmal unterhalten haben... dann lassen wir Zuko zu uns bringen."


(Katara, Zuko/ Zum Jasmin Drachen/ Ba Sing Se)

Das war eine gute Idee, dachte Katara während sie zu einem Tisch ging, mit einem fröhlichen Lemur auf der Schulter. Der Erdkönig kam ihr wie ein netter junger Mann vor, aber – nun, sie war nicht Aang. Mit einem König zu sprechen ließ ihre Knie zittern. Tee war jetzt genau das, was sie –

„Ich werde den Tee so schnell zubereiten wie ich kann!"

Ihr Mund klappte auf. Der alte Mann hinter dem Tresen war – war –

Wenn er hier ist – wo ist dann Zuko?

Die Wasserbändigerin blieb nicht um es herauszufinden, sondern floh die Stufen hinab. Ich brauche Hilfe, ich brauche – nein. Toph ist nicht hier, aber – Suki! Das ist es, ich –

Ein dunkelhaariger Junge in Grün schoss wie ein Blitz aus der Menschenmenge, angriffsbereit und wütend und er schlug so hart zu wie einer von Tophs Felsen.

Kann nicht atmen... Katara fummelte nach ihrem Wasserschlauch und schaffte es den Stopfen zu lösen –

Momo sprang mit einem Kreischen in die Luft, als Zuko dem Schlag auf ihren Solarplexus mit einem Handkantenschlag gegen ihr Handgelenk folgte, was ihre Finger taub werden ließ, ehe sie ihr Wasser rufen konnte. Der verbannte Prinz riss ihren Arm gerade vor, wirbelte sie herum, so dass sie mit den Knien zuerst gegen die Steinstufen krachte.

Au! Bastard. Warum? Aang ist nicht mal hier – warte, er hat nur eine Hand an mir –

Etwas Kühles berührte ihren Kopf und die Welt verging.


(Iroh, Zuko/Zum Jasmin Drachen/ Ba Sing Se)

„Verzeihung, sie wurde ohnmächtig, lasst mich durch..."

Zuko? Iroh sah von seinem neuesten Gebräu auf. So früh schon? Er sah den schimpfenden Lemur, der Zukos Haare zerzauste, das vertraute junge Gesicht über dem blauen Kleid in Zukos Armen und bereitete sich auf das Schlimmste vor. „Neffe, als ich sagte, du könntest ein nettes Mädchen mit nach Hause bringen, war es nicht das, was ich im Sinn hatte." Er griff unter die Theke und bot Momo ein Stück kandierten Pfirsich an.

Der Lemur schnappte es und landete, immer noch schimpfend.

Die Bediensteten lachten und Zuko errötete. „Sie wurde ohnmächtig", brachte er hinter knirschenden Zähnen hervor, die Schultern wie jeder verlegene Jugendliche hochgezogen. „Ich dachte – vielleicht etwas Eiswasser?"

„Natürlich, sehr fürsorglich von dir." Iroh schmunzelte. „Lu, wenn sie auf die Töpfe aufpassen würden?"

Die matronenhafte Frau, die mit dem Brauen half lächelte ihn an und warf dann seinem Neffen einen strengen Blick zu. „Höre auf deinen Onkel und stelle bloß nichts Unanständiges mit der jungen Dame an, Lee!"

„Der Gedanke ist mir nie in den Sinn gekommen", sagte Lee säuerlich, als er die junge Wasserbändigerin durch den Spalt in der Theke wuchtete und in den hinteren Teil der Küche brachte.

„Es sieht nicht so aus, als ob sie verletzt ist." Iroh hatte die Stimme gesenkt, trotz dem Geräusch von kochendem Wasser. Momo segelte ihnen hinterher, immer noch ärgerlich.

„Ich habe sie außer Gefecht gesetzt." Zuko legte sie sanft ab. „Meister Amaya ist keine starke Heilerin. Yugoda brachte ihr bei, wie sie jemanden lang genug schlafen lassen kann, um an ihnen zu arbeiten. Man kann es nicht zu lange benutzen, weil die Leute Atemprobleme bekommen – aber ich kann sie noch etwas länger schlafen lassen. Ich muss, sie ist von hier weg gelaufen, das heißt, sie hat dich gesehen, und wenn sie von dir weg lief, dann rannte sie um Hilfe zu holen und sie weiß es nicht, warum ist sie überhaupt hier – "

„Neffe!", befahl Iroh. „Von Anfang an, bitte."

Zuko erschauderte und holte tief Luft. „Azula ist im Palast."

„... Ich glaube, ich setze mich", überlegte Iroh und nahm sich einen Hocker.

Zuko winkte einen weiteren Hocker weg und ging zwischen Theke und Herd hin und her, als ob er ansonsten explodieren würde. „Azula, Mai, Ty Lee – sie sind wie Kyoshi-Kriegerinnen gekleidet. Die Dai Li wissen dass sie es nicht sind, aber – Min hat den Dai Li angezeigt, dass Lee mit einem Feuerbändiger Kontakt hat. Quan und Min haben mich und Shirong konfrontiert, nur hat Mai uns alle eingeholt. Sie gab uns fünfzehn Minuten. Und Quan – Shirong sagte ihm der Plan könnte immer noch klappen – er hat nicht versucht uns aufzuhalten. Ich habe Shirong geschickt um die Wens zu warnen. Ich hoffe, sie können ihn verstecken, er sollte nicht fliehen müssen. Ganz besonders nicht vor ihr." Er schnappte nach Luft. „Ich habe ihn losgeschickt, ich kam hierher, ich habe sie gesehen – ich habe sie aufgehalten. Viel weiter bin ich noch nicht gekommen. Ich muss Amaya warnen – "

„Nein", sagte Iroh fest. „Ich schicke einen Boten." Lu hatte viel mehr Qualifikationen als nur Tee zu brauen. Ein sehr gutes Pai Sho Spiel eingeschlossen. „Ihr habt gut und schnell gehandelt. Aber Azula wird nach euch Ausschau halten, selbst wenn die Dai Li es nicht tun." Er nickte in Kataras Richtung. „Und bedenkt man diese Schriftrolle, wird ihr Fehlen bald genug bemerkt werden."

„Sie hat mit den Generälen gesprochen", stöhnte Zuko und drückte einen Handballen gegen seine Stirn. „Ich glaube es einfach nicht... sind sie verrückt?"

„Nein, nur jung", seufzte Iroh. „Kommt. Ich glaube ich habe euch die Keller noch nicht gezeigt. Und dieser Laden hat höchst interessante Keller..."


(Sokka, Aang/ auf Appa/ Chamäleon-Bucht)

„Zuko ist wo?", fragte Sokka noch einmal, als sie hoch und von der Chamäleon-Bucht davon flogen, immer noch nicht sicher, dass er richtig gehört hatte. Wind in meinen Ohren. Kann sein, vielleicht, das muss es sein... oder?

„Ba Sing Se!" Aang drängte Appa voran in die Nacht, die Flotte des Wasserstammes hinter sich lassend. „Zumindest muss er dort sein. Ich habe gesehen, wie er Katara angegriffen hat und dann... dann hat er was gemacht, wie Ty Lee und sie ist einfach liegen geblieben!"

Wie Ty Lee. Und es war Zuko, wieder, der seiner Schwester weh tat, wieder. Wie er es mit den Piraten gemacht hatte und der Kopfgeldjägerin. Wie am Nordpol. „Die haben uns was vorgespielt." Sokka war übel. „Das muss ein Trick gewesen sein... Geister, ich hätte nicht gedacht, dass Zuko zu solchen Lügen fähig wäre..."

Aang schaute von Appas Kopf aus zu ihm zurück, frustriert und verwirrt. „Wovon redest du da?"

„Zuko und Azula", gab Sokka zurück. Er begann wütend zu werden. „Die haben die ganze Zeit zusammengearbeitet!"

„Aber – wir haben gesehen, wie sie Zukos Onkel verbrannt hat – "

„Als sie wusste, dass Katara genau da ist!", sagte Sokka ungeduldig. „Katara heilt alles und jeden! Jeder weiß das!"

„Aber Toph hat gesagt, dass Zuko nicht gelogen hat!"

„Das musste er gar nicht!", schrie Sokka zurück. „Sicher, sie ist böse und verrückt und will uns umbringen. Sie ist von der Feuernation! Und sie ist Zukos Schwester. Sie müssen zusammenarbeiten. Es kann gar nicht anders sein."

„Aber Toph sagte, Azula will – "

„Toph ist ein Einzelkind", winkte Sokka den schwachen Protest weg. „Sie weiß nicht wie es ist, eine kleine Schwester zu haben. Oder einen großen Bruder. Glaub mir, wenn ich aus dem Wasserstamm geschmissen würde? Katara würde alles tun, um mich wieder zurück zu bekommen. Das machen Schwestern nun mal!" Bei Aangs zweifelndem Blick machte er ein finsteres Gesicht und lehnte sich vor. „Hör mal, du bist hier derjenige mit den verrückten Geistervisionen! Du hast gesehen wie Zuko sie angegriffen hat. Wie Ty Lee! Und wir wissen dass Azula und der Rest von ihnen vor ein paar Wochen außerhalb von Ba Sing Se waren. Sie müssen Zuko gefunden und sich eingeschlichen haben! Das ist doch offensichtlich!"

„Aber … ich hätte nie geglaubt, dass er Iroh so weh tun würde", sagte Aang zögernd. „Er schien wirklich … erschüttert."

„Ja, schön, und schau dir mal an, was am Nordpol und mit Yue passiert ist", sagte Sokka rau. „Seine Ehre ist ihm mehr Wert als alles andere."

Katara. Halte durch. Wir kommen.


(Suyin, Katara, Shirong/ Katakomben/ Ba Sing Se)

Das ist nicht echt. In einer der vielen Katakomben unter Ba Sing Se versteckt, vergrub Suyin ihren Kopf in den Händen und versuchte nicht zu weinen. Bitte, das kann alles nicht sein...

Aber der gebändigte Stein, auf dem sie saß, war echt. Der Dai Li Agent Shirong, der alles mit ihren Eltern besprach, war echt. Jinhai, der einem Lemur half, eine Burg mit Holzklötzchen zu bauen und sich bemühte tapfer zu sein, war echt. Und die jugendliche Wasserbändigerin in blauen Leggins und Kleid, die bewusstlos auf einem Steinvorsprung lag, mit einer wattierten Jacke ihrer Mutter zugedeckt, damit ihr nicht kalt wurde... sie war viel zu echt.

Min hat Lee verraten. Hat uns verraten. Das verstehe ich nicht...

Ich will es nicht verstehen! Wie konnte er das machen? Wie?

„Ich weiß, es wird nichts helfen, aber dein Bruder hat versucht, das Richtige zu tun."

Mit weiten Augen schaute Suyin zu dem Agenten hoch und ihrem Vater hinter ihm. Tingzhe sah besorgt aus, aber er hatte nicht die 'Professor Papa'-Grimasse gezogen. Also meint Papa, dass er in Ordnung ist. Auch wenn er ein Dai Li ist. „Wie kann Lee anzuzeigen richtig sein!"

„Ich sagte, dass er es versucht hat, nicht dass es richtig war", sagte Shirong trocken. „Ich bin mir sicher, die Joo Dees haben die Umstände so manipuliert, damit der Avatar nicht bemerkt hat wie viele Leute mit denen er geredet hat, danach befragt worden waren. Und wenigstens ein Drittel von diesen sind verschwunden. Bedenkt man auch, dass den Akten nach dein Vater schon mehrere aufrührerische Studenten unterrichtete? Min dachte wahrscheinlich, dass wir nur wenige Stunden davor waren über euch alle herzufallen." Das Gesicht des Dai Li war traurig und so kalt wie der tiefste Winter. „Und dann hätte Jinhai Funken geschlagen und ihr wärt alle tot."

Suyin schauderte.

„So wie es aussieht... nun, er hat getan, was ich vielleicht getan hätte, wenn ich sechzehn und verzweifelt wäre", sagte Shirong ehrlich. „Er hat euch angezeigt – angemessen entsetzt, da bin ich mir sicher – dass ihr Lee kennt. Und er hat Lee angezeigt, als Kolonisten, der Kontakt mit einem Feuerbändiger hat. Lee ist in unseren Akten schon als Wasserbändiger verzeichnet, genau wie Jinhai. Es hätte geklappt. Ihr wärt in Sicherheit gewesen." Er verzog das Gesicht. „Außer natürlich wenn jemand Lee tatsächlich gefangen und seine Gedanken so weit gebändigt hätte um ihn in eine Verhörtrance zu versetzen. Min muss einfach gehofft haben, dass das nicht passieren würde – "

„So wie ich es verstehe, bieten Amayas Methoden einen gewissen Schutz davor", bemerkte Tingzhe.

„Methoden? Was – " Shirong brach ab. „Lees Augen sind grün. Aber er ist..." Der Dai Li stieß einen langsamen Atem aus. „Geister. Das ist die perfekte Tarnung. Wie?"

„Ich habe bewusst nicht nach Einzelheiten gefragt", sagte Meixiang ruhig. „Es ist kompliziert. Und unheimlich. Aber es wirkt."

„Das sehe ich", sagte Shirong beeindruckt. „Also hätte es wirklich geklappt, wenn Mai nicht über uns gestolpert wäre. Oma und Shu, als Lee sagte, dass um ihn herum Pläne schief laufen, da hat er wirklich untertrieben. Das ist ein Schlamassel. Ich habe verkorkste Hinterhalte gesehen, die nicht so im A – " Er schaute zu ihr und schluckte was er gerade hatte sagen wollen hinunter. „... Ich meine, es ist eine sehr schlimme Situation."

Suyin setzte das was er gesagt hatte mit den schlimmeren Ausdrücken die sie von Min gehört hatte zusammen und warf ihm ihre beste Version von Mamas missbilligenden Blick zu.

Meixiang selbst zuckte mit den Schultern, als ob der Beinahe-Kraftausdruck nicht wichtiger war als ein zu Boden gefallenes Schal. „Ihm wurde vom Feuerlord befohlen sich gegen die Brücke zwischen unserer Welt und der der Geister zu stellen. Das Pech muss sich wie Tinte in Wasser ausbreiten."

Shirong fuhr zusammen. „Sie wissen es?"

„Wir wissen schon seit ein paar Wochen, wer sie sind", erklärte Tingzhe. Er blickte zur Seite und in seine Erinnerung und lächelte schief. „Sie sind nicht im entferntesten was ich erwartete."

„Du weißt wer Lee wirklich ist?" Jinhai schaute auf, während der Lemur durch seine Klötzchen purzelte. „Wer?"

Shirong zuckte. „Das zu erklären ist kompliziert..."

Die Wasserbändigerin keuchte und Meixiang winkte Shirong zurück in den Schatten. „Sie sollten vielleicht am Besten außer Sicht bleiben." Sie legte dem stöhnenden Mädchen eine Hand auf die Schulter. „Katara? Bist du in Ordnung?"

„Zuko!" Katara schoss hoch, grapschte nach ihrem Wasserschlauch. Sie zuckte zusammen und fasste sich an den Kopf. Dann verzog sie das Gesicht und schaute wieder hoch. „Madam Meixiang? Professor? Wir müssen die Stadtwache informieren, wir müssen es dem Erdkönig sagen! Zuko ist in Ba Sing Se! Er hat mich geschlagen. Er muss hinter Aang her sein, aber Aang ist nicht hier..." Sie schaute sich um. „Warum sind wir unter der Erde?"

„Das kommt daher, dass wir uns verstecken, junge Dame", sagte Tingzhe ernst.

„Vor Zuko?" Katara nickte ernsthaft. „Aber er ist ein Flüchtling. Wenn wir einfach jemanden informieren –"

„Kein Wunder, dass er dich ausgeknockt hat", grummelte Shirong.

„Ein Dai Li!" Katara schnippte den Stöpsel von ihrem Wasserschlauch und Flüssigkeit rann mit tödlichem Vorsatz über ihre Hand.

„Warte!", brach es aus Suyin. „Bitte! Agent Shirong ist gekommen um uns zu helfen!"

„So überraschend es auch erscheinen mag, das hat er", sagte ihr Vater fest. „Er ist wie der Rest von uns auf der Flucht." Tingzhe seufzte. „Wir wussten, dass wir vielleicht untertauchen müssen. Wir hatten es uns nur nicht erträumen lassen, dass es so bald sein würde."

„Sie sind auf der Flucht?" Katara stand auf, verwirrt, Wasser floss in ihren Schlauch zurück. Momo segelte mit einem glücklichen Zirpen auf ihre Schulter zurück. „Aber die Dai Li arbeiten jetzt für den Erdkönig. Warum seid ihr immer noch in Schwierigkeiten weil ihr versucht habt Aang zu helfen?"

Shirong schlug sich gegen die Stirn. Jinhai kauerte sich zusammen. Suyin biss die Zähne zusammen und stellte sich zwischen ihrem Bruder und der Wasserbändigerin, während Meixiang herbei kam um Jinhai aufzuheben und sanfte Beschwichtigungen zu murmeln.

„Du kannst es glauben oder nicht, junge Dame", sagte Tingzhe gemessen, „aber nicht alles auf dieser Welt dreht sich um den Avatar." Er schüttelte den Kopf. „Und die Dai Li sind nicht dem Erdkönig loyal. Das ist der Grund weshalb Shirong fliehen musste."

„Das ergibt keinen Sinn", widersprach Katara. „Wir haben Long Feng aufgehalten!"

„Nein. Ihr habt den Erdkönig überzeugt, ihn gefangen setzen zu lassen", korrigierte sie Shirong. „Und ich hätte gerne gewusst wie. Er mag mein König sein, aber Kuei war immer, nun ja, flatterhaft..." Er zuckte die Schultern. „Momentan scheint Long Feng an einem Plan zu arbeiten den Erdkönig zu überzeugen, dass alles ein schrecklicher Fehler war. Ein unschuldiger Fehler von eurer Seite, natürlich, aber immer noch ein Fehler."

„Er sitzt in einer Zelle", sagte Katara ungeduldig. „Niemand kann sich an Stahlstangen vorbei bändigen."

„So lange er Botschaften hinausschmuggeln kann, muss er das gar nicht", sagte Shirong freudlos. „Alles was er braucht ist eine ausreichend verdächtige Person, der man die Schuld zuschieben kann. Und ich fürchte auf mich und jemand den ich kenne passt diese Beschreibung."

Katara studierte ihn mit zusammengezogenen Augen. „Na schön. Sagen wir ich glaube ihnen auch nur ein bisschen. Long Feng ist ein schrecklicher Mensch. Ich kann mir vorstellen, dass er versuchen könnte, etwas zu planen, auch wenn er weiß, dass er schon besiegt ist. Warum sollte er das Glück haben und dem einzigen Dai Li etwas anhängen, der vielleicht einer der Guten ist?"

„Weil ich den Fehler gemacht habe zu glauben, dass wir unsere Stadt beschützen sollen und nicht Long Feng", antwortete Shirong. „Ich hatte Glück. Ein Freund half mir aus dem Palast zu entkommen. Und wenn du es dorthin zurück geschafft hättest, wie mir gesagt wurde, dass du es vorhattest, dann wärst du direkt in eine Falle gelaufen. Also, könntest du das bitte weglegen und zuhören?" Er holte tief Luft und zuckte zusammen, eine Hand auf die Rippen gedrückt. „Ich könnte momentan nicht einmal ein halb ertrunkenes Eulen-Kätzchen bedrohen. Vom Wasserbändigungsmeister des Avatars gar nicht zu reden."

„Sie sind verletzt." Etwas von dem Misstrauen verschwand aus Kataras Gesicht. „Amaya sagte, dass da ein böser Geist war..."

„Da gab es einen. Den Geistern sei Dank, dass der Laogai See so weit von eurem Haus entfernt ist, wie man nur sein kann und trotzdem noch innerhalb der Stadt." Shirong seufzte und setzte sich auf eine andere Steinbank. „Wir bewachten jeden einzelnen von euch rund um die Uhr und beteten, dass der Haima-jiao den Avatar nicht so wie der Geist des Ozeans einsaugen konnte... du hast keine Ahnung wie erleichtert ich war, als ich sah, wie dieser Bison weg flog. Ich hatte gehofft, dass ihr alle mitgegangen wärt."

„Ihn einsaugen?", stieß Katara heraus. „Die Geister brauchen Aangs Hilfe! Er ist der Avatar. Seine Aufgabe ist – "

„Seine Aufgabe ist es, uns vor den Geistern zu beschützen, nicht ihnen zu helfen, uns abzuschlachten!", brach es aus Shirong heraus. „Du bist vom Wasserstamm. Ich kann mir kaum vorstellen, was du erlitten hast. Aber das Erdkönigreich hat auch viele gute Leute verloren. Ich hasse die Feuernation. Ich hasse sie schon seit Jahrzehnten! Aber was der Feuermarine zugestoßen ist – " Er brach ab und verzog das Gesicht. „Ich habe gesehen, wie Geister töten. Es ist eine schreckliche Art zu sterben. Also, beantworte mir nur diese Frage. Der Geist des Ozeans hat eure Feinde getötet. Was hättet ihr gemacht, wenn er entschieden hätte, dass das noch nicht genug war?"

„Sie sind schwerer verletzt, als ich dachte", murmelte Katara, und trat mit von Wasser umhüllten Händen heran. „Professor? Wie lange ist er schon im Fieberwahn?"

Shirong knurrte. „Ich bin nicht – "

„Ruhig, Agent", sagte Tingzhe fest. „Ich weiß, dass das sie schon länger geplagt haben muss. Aber der Haima-jiao ist tot und wir haben drängendere Angelegenheiten, die uns im Nacken sitzen."

„Kein Witz", stimmte Katara zu, während glühende Hände über Shirongs Seite glitten. „Hm... hat Amaya sich um sie gekümmert? Das scheint ganz gut zu verheilen." Sie runzelte die Stirn und stieß die Luft aus. „Haben sie gesehen, wer mich von Zuko weggeholt hat? Er gibt niemals auf und er hat mich schon vorher benutzt um an Aang heran zu kommen..." Sie schaute zu den Erwachsenen hoch, das Licht verblasste im Wasser, als sie es wieder in ihren Wasserschlauch zurück bändigte. „Warum schaut ihr mich alle so an?"

Suyin zählte die Blicke ihrer Eltern und die Stille zusammen und wen sie Katara hereintragen gesehen hatte. Und schluckte. „Wer ist Zuko?"

„Das weißt du nicht?", sagte Katara ungläubig.

„Es gibt keinen Krieg in Ba Sing Se." Meixiang setzte Jinhai wieder ab. „Jene von uns, die etwas über die gegenwärtigen Herrscher der Feuernation wissen sind für gewöhnlich klüger als das in der Öffentlichkeit zu sagen." Sie begegnete Suyins Augen. „Prinz Zuko, Sohn von Ursa und Feuerlord Ozai. Einst Erbe des Drachentrohns, ehe er mit Feuer im Gesicht verwundet und ins Exil geschickt wurde. Ein Großer Name und einer... der Gerüchten zufolge... mehr nach seinem Onkel, General Iroh kommt, als seinem Vater."

Ein Großer Name. Verwundet und verbannt. Suyin erbleichte. Lee?

Lee war ein Adeliger, sicher. Aber ein Prinz?

Und Onkel Mushi ist... oh, Junge.

„Ich weiß das ist ein gruseliger Gedanke", sagte Katara freundlich. „Aber er ist nicht so stark wie er von sich glaubt. Ich habe ihn schon vorher besiegt. Dieses Mal hat er einfach nicht fair gekämpft." Sie lächelte zuversichtlich, eine Faust an die Hüfte gestemmt. „Also, in welche Richtung ist er gegangen?"

Suyin sah, wie ihre Eltern einen Blick austauschten und zu Shirong sahen, mit einem unglücklichen Zug um den Augen, der bedeutete, dass sie sich entschieden hatten zu schweigen.

Niemand wird ihr sagen, dass sie sich irrt.

Und das war einfach nur falsch. Lee – Zuko hatte das nicht verdient. „Er ist los um meine Schwester zu retten", sagte Suyin wütend. „Jia ist beim Unterricht, sie weiß noch nicht was Min gemacht hat. Zuko hat dich hier herunter gebracht, damit du in Sicherheit bist und dann ist er gegangen um sie zu holen! Er könnte verletzt werden. Er könnte sterben! Aber die Dai Li suchen nach uns allen und Jia wird nicht einfach irgendwem vertrauen und er ist der einzige der kämpfen kann, falls sie ihn erwischen..." Sie wischte Zornestränen vom Gesicht und schluckte. „Warum hast du mir nie beigebracht wie man kämpft, Papa? Ich will auch da draußen sein! Ich will etwas tun!"

„Es tut mir Leid, Suyin", sagte ihr Vater schwer. „Wir hatten innerhalb der Mauern schon so lange Frieden... Ich hatte gehofft, dass du es nie wissen musst."

„Teilweise spricht hier der Zorn, Liebster", sagte Meixiang schlicht und zog Suyin in eine Umarmung. „Nimm es dir nicht zu sehr zu Herzen." Sie hielt ihre Tochter noch etwas länger fest. „Das Warten ist immer das Schwierigste bei einem Kampf."

„Und in einen Kampf mit Zuko zu springen ist eine gute Möglichkeit verletzt zu werden", sagte Katara wild. „Er hat dir gesagt, dass er deiner Schwester helfen will? Und du hast ihm geglaubt?"

Das? Das war einfach nur – oooh! „Das hat er gesagt!", stieß Suyin hervor. „Zuko lügt nicht!"

„Er lügt nicht? Du hast nicht mal seinen Namen gekannt." Katara schaute sie mit Mitleid an. „Er hat auch gesagt, dass er den Avatar fangen wird. Weißt du, die letzte Hoffnung für die ganze Welt? Zuko will ihn fangen und zum Feuerlord bringen. Dem Feuerlord! Der schrecklichste, bösartigste Mensch auf der ganzen Welt! Und du glaubst so jemand wird deiner Schwester helfen?"

Der Feuerlord. Suyin wurde übel. Der Feuerlord ist Lees... Zukos Vater. Sein Vater hat ihn verbrannt und verstoßen.

Er hat sein Wort gegeben. Und Mama hat versucht ihm zu helfen, dass er es nicht halten muss. „Ja", sagte Suyin mit zitternder Stimme. „Ja, das wird er." Ihre Fäuste ballten sich. „Ich wünschte nur, ich wäre gut genug, um ihm zu helfen."

„Können wir auch gehen, Mama?" Jinhai zupfte hoffnungsvoll an Meixiangs Ärmel. „Wenn er in Schwierigkeiten ist, sollten wir das nicht auch sein?"

„Äh, nun..."

Shirong kicherte unterdrückt. „Geister, sie haben einen ganzen Clan von ihnen aufgezogen."

„So scheint es", stimmte Tingzhe verwundert zu. „Glauben sie, dass sie mich für Verrat oder für Aufruhr hinrichten werden?"

„Keines von beidem, wenn Azula sie zuerst tötet", sagte Shirong trocken.

„Azula?" Kataras Hand fuhr wieder zu ihrem Wasserschlauch. „Azula und Zuko? Wo? Wir müssen die Leute warnen, das wird wirklich übel – "

„Die Prinzessin ist im Palast", sagte Meixiang unverblümt. „Und wenn die Dai Li sie bis jetzt noch nicht gefangen genommen haben, dann ist es schon längst zu spät. Sie ist von Sozins Blut, sie ist Feuer... und wenn andere Dai Li ebenso sehr von ihrer Loyalität angetrieben werden, wie sie es waren, Agent Shirong, dann sind sie direkt in eine stählerne Drachenfalle gelaufen."

Shirong spannte sich an. „Sie ist vielleicht von der königlichen Familie, aber sie ist nur eine Bändigerin."

„Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sage, aber ich stimme ihm zu", sagte Katara fest. „Selbst wenn sie im Palast ist, selbst wenn sie Mai und Ty Lee dabei hat, sind sie immer noch nur zu dritt. Sicher, Toph hat Appa an den Dai Li vorbei gebracht, aber sie ist Toph. Azula ist wirklich beängstigend, aber wenn genügend Erdbändiger sie in die Ecke drängen? Die können sie besiegen."

„Nein, das schaffen sie nicht", sagte Meixiang leise. „Shirong. Sie sind nicht beim Dai Li geblieben. Sie sind mit Prinz Zuko gegangen. Und er hat sich nicht einmal angestrengt." Sie blickte grimmig drein. „Prinzessin Azula wurde beigebracht, wie sie ihr Inneres Feuer nutzen kann, ganz besonders bei jenen, deren Loyalitäten verwundbar sind. Wenn sie auch nur im Geringsten wanken, wenn Long Feng nicht stark genug ist... sie wird sie haben. Sie alle."

Tingzhe schloss die Augen, gequält. „Selbst Min?"

„Er war in der Nähe des Prinzen. Er ist noch jung. Ich weiß es nicht." Sie beugte den Kopf und zog Jinhai an sich. „Ich weiß es einfach nicht."


(Jia, Zuko/ Poesieunterricht/ Ba Sing Se)

„... und so fallen Blüten", schloss Jia.

Madam Macmu-Ling runzelte die Stirn.

Jia zählte die Silben und errötete, als die anderen Schülerinnen um sie herum kicherten. Mist, sie wusste es besser! Sie war einfach nur – abgelenkt. Und wer wäre das nicht? Fremde von der Feuernation, die ihre Eltern zu mögen schienen, der Avatar, der auf ihrer Türschwelle auftauchte, die Dai Li, die sie beobachteten...

Und sie hatte diesen Morgen das Haus verlassen mit dem Wissen, dass ihre Eltern die notwendigsten Sachen packten, wie die Aufzeichnungen ihres Vaters und feste Kleidung und der versteckte Münzenvorrat, von dem ihre Eltern glaubten, dass sie nichts davon wusste. Alles ging schief. Wer konnte sich da auf Poesie konzentrieren?

Du musst. Das weißt du.

Ihre Mutter war ein Kriegsflüchtling, ihr kleiner Bruder ein Feuerbändiger. Wenn sie nicht wie eine perfekte Professorentochter aussah, würden die Leute die Wen Familie noch genauer beobachten. Aber wenn sie die richtige Kleidung, die richtige Schminke, die richtigen Manieren hatte... dann, vielleicht, nur vielleicht würden die Leute glauben, dass alles in Ordnung war.

Außerdem. Sie war gut darin, perfekt auszusehen. Meistens wenigstens.

Das Kichern ebbte schließlich ab, wurde zu einem interessierten Murmeln. Jia wagte es, einen Blick zur Tür zu werfen –

Oh, nein.

Lee. Und wie er angezogen war... nun, eigentlich einigermaßen anständig. Es gab genügend Studenten an der Universität, die schlampiger aussahen. Aber sie kamen nicht in die Nähe von Madam Macmu-Lings Unterricht. Sie wagten sich nicht. Und diese Narbe, er konnte unmöglich wissen, wie er sich benehmen musste, wo er doch ein Flüchtling aus dem Unteren Ring war –

Lee verbeugte sich angemessen, bevor er über die Türschwelle trat. Er schritt präzise am Rand des Klassenraums entlang, hielt ein paar Fuß vor der Bühne an und verbeugte sich direkt zu Madam Macmu-Ling hin. Dann kniete er sich dort hin.

Respekt für den Ort der Lehre, Respekt für den Lehrer... wie hat er …?

Es tut mir sehr Leid.

Jia muss mit mir kommen.

Tingzhe ruft sie heim",

erklärte Lee wohlüberlegt.

Jia musste ihren Mund davon abhalten, aufzuklappen.

Fünf, sieben, dann fünf,

Silben geben den Haiku.

Zerzauster Junge",

sagte Madam Macmu-Ling kühl.

Lee neigte seinen Kopf wieder.

Wird der Löwenzahn,

zerzaust in Zephyrs Lachen?

So geschieht es mir."

Jia glotzte. Den ersten Haiku hätte er sich auf dem Weg hierher ausdenken können, sicher. Aber der zweite? Er benannte sich als eine gewöhnliche Blume und Madam Macmu-Ling als den Wind, ein bekanntes Symbol für hochstehende Adelige? Und weiter erklärte er, dass er nur auf ihre Gnade angewiesen war um hier sein zu dürfen?

Sie hatte seit Wochen nicht gehört wie jemand ihre Lehrerin so galant umschmeichelte.

Madam Macmu-Ling lächelte. Sie schaute zu Jia.

Jia fehlt Fokus.

Die Lehre ihres Vaters,

mag ihr mehr helfen."

Jia erzwang ein Lächeln und neigte den Kopf. Sie warf einen verstohlenen Blick zu Lee –

Und wenn das nicht die subtile Geste war, die ihre Mutter ihr beigebracht hatte, die bedeutete komm hierher, damit ich dich retten kann, dann würde sie ihren Kopfschmuck essen.

Sie erhob sich als auch Lee aufstand und trat elegant zu ihm hinüber, damit sie sich gemeinsam verbeugen konnten.

Madam Macmu-Ling.

Wir, mit ihrer Zustimmung,

verlassen euch jetzt",

sagte Lee formell.

Noch eine Verbeugung und sie traten die Flucht an.

„Du hast nie gesagt, dass du Poesie kennst!", warf ihm Jia vor, als sie sich ihren Weg durch dunkler werdende Straßen suchten. Vernarbt, unordentlich, ein Flüchtling – und er hatte seine ganze Zeit mit Suyin und Jinhai verbracht und ihr nie gesagt, dass er ihr beim Haiku helfen könnte?

„Du hast nie gefragt", sagte Lee trocken. Er hob verlegen die Schultern. „Onkel bestand darauf. Er sagte, eine der besten Möglichkeiten um den Gegner zu besiegen ist, sicher zu stellen, dass er überhaupt nicht auf das Schlachtfeld gelangt." Eine Geste mit der Hand deutete ihre sorgfältig gewählte Selbstdarstellung an – Schminke, Kleidung, Schmuck. „Wie du. Die beste Tarnung ist die, wenn niemand bemerkt, dass es etwas zu verstecken gibt."

Jia schluckte. „Ich – ich dachte, dass du mich nicht magst..."

„Wegen dem was du gesagt hast?" Lee schnaubte, seine Augen waren düster. „Jeder schaut zuerst auf die Narbe. Deswegen hat er es gemacht." Noch ein Schulternzucken, nur ein wenig bitter. „Du warst eine Tochter aus der Oberen Klasse. Freundlich zu einem Flüchtlingslehrling einer Heilerin aus dem Unteren Ring zu sein hätte dem Status deiner Familie geschadet. Und das ist wichtig. So hast du sie beschützt." Er lächelte sie an, ein schwaches, schiefes Lächeln, aber es war da. „Es gibt viele Arten zu kämpfen."

Sie hatte nie so darüber gedacht. Wenigstens schwächte die Schminke ihr Erröten ab. „Das ist nicht der Weg nach Hause..."

„Es ist der Weg dorthin, wo deine Familie ist", sagte Lee leise. „Vertraust du mir?"

Sie nickte und bot ihm ihren Arm an.

Oh. Er wird rot!

Er war aber auch wachsam. Seine Augen waren überall. Das bedeutete – Sie erbleichte und zwang sich, nicht hoch zu sehen.

„Es ist in Ordnung." Lees Stimme war leise, aber fest. „Ich glaube nicht, dass sie schon nach uns suchen. Noch nicht. Jemand anderes sucht nach mir, aber Ba Sing Se ist groß... Lächle. Als ob alles normal ist. Ich weiß, du kannst das."

Da hast du verdammt noch mal Recht, das kann ich. Jia trug ihren Kopf hoch, trotz ihrer Furcht und schritt mit der Eleganz einer Dame.

Sie wanden sich durch Menschenmengen und außer Sicht, huschten in den Laden eines Pinselmachers, den Jia ein paar Mal für Kalligrafieutensilien. Nicht oft, hier gab es nichts, dass nicht teuer war – aber sie knauserte nicht, wenn es um ihren Unterricht ging. Nicht wenn es wichtig war.

„Ah, Heiler Lee!" Pinselmacher Tu tauschte mit ihnen beiden Verbeugungen aus, ehe er sie in das Hinterzimmer geleitete. „Dein Onkel hat mich wissen lassen, dass du vorbei kommen würdest. Kommt, kommt..."

„Ich glaube nicht, dass wir beobachtet wurden, als wir herein kamen", begann Lee.

„Dann bin ich mir dessen sicher. Denn du bist Mushis Neffe." Der ältliche Pinselmacher lächelte kurz. „Sorge dich nicht. Die Freunde deines Onkels können mit ein wenig Gefahr umgehen."

„Wenn es nur ein wenig wäre, dann würde ich mir keine Sorgen machen..."

Eine verborgene Tür und ein Abschied später und Lee führte sie durch ein Labyrinth, das von grünen Kristallen erleuchtet war. „Warst du schon mal hier unten?", fragte Jia neugierig.

„Nein. Jemand hat mir den Weg beschrieben."

„Beschrieben?" Jia beäugte ihn, plötzlich unsicher. „Du hast nicht mal eine Karte?"

„Eine Tunnelkarte? Während es hier Erdbändiger gibt?", sagte Lee trocken. „Da könnte man genauso gut die Dachs-Maulwürfe fragen." Er zuckte die Achseln. „Wenn wir uns verirren, weiß ich, wo es nach oben geht, und du kannst uns heraus bringen. Es ist alles in Ordnung."

Anscheinend hatte er Recht. Nach einiger Zeit und ein paar Warnungen über die merkwürdigen Leute, die sie treffen würde, hörte sie das Murmeln vertrauter Stimmen. Jia warf sich regelrecht um die nächste Ecke. „Mama! Papa!"

… Okay, das war nicht vornehm, aber es war ja nicht so, als ob sie irgendwen beeindrucken musste. Nicht diesmal.

„Du bist Jia?", erklang eine Stimme mit dem Akzent des Wasserstammes. Jia konnte die Überraschung darin hören, als Mama sie umarmte. Das Mädchen war so dunkelhäutig wie Sokka, ihre Gesichtszüge waren definitiv ähnlich genug, um seine Schwester zu sein, doch es war schwierig zu erkennen, ob ihre Kleider wirklich blau waren, in dem Glühen der Kristalle.

Und jetzt wandelte sich Überraschung in Zorn, als die junge Wasserbändigerin eine Hand an ihren Wasserschlauch legte. „Na. Schau sich mal einer an wer hier herein geschlichen kommt."

Lee warf Katara einen Seitenblick zu und seufzte. „Lass mich raten. Ich werde kein Dankeschön bekommen."

Dankeschön? Du hast mich angegriffen, du – "

„Wahrscheinlich nicht", sagte Agent Shirong trocken, der so auf einer Steinbank saß, als ob er sich an diesem Tag nicht mehr bewegen wollte, vielen Dank. „Sie glaubt nicht wirklich, dass deine Schwester im Palast ist – "

„Wie könnte Azula nach Ba Sing Se hinein kommen?", brach es aus Katara heraus. „Sie kann unmöglich die Kyoshi-Kriegerinnen besiegen." Sie stach einen Finger zu Lee hin. „Du hast sie auch nicht besiegt."

„Ich habe es nie versucht", knurrte Lee zurück. „Sie waren ein Hindernis. Als sie es nicht länger waren, gab es keinen Grund mehr gegen sie zu kämpfen!"

ich gehe dort rüber, dachte Jia und schob sich behutsam aus dem Zwischenraum zwischen wütendem Feuerbändiger und noch wütenderer Wasserbändigerin fort. Sie sah, dass Suyin Jinhai aus der Schusslinie hinter ihre Eltern hielt, während ihr kleiner Bruder einen Lemur streichelte, so dass sein Fell schräg abstand. Aber es gab kein Zeichen von Min. Oh, nein.

„Ja, rede dir das nur ein", sagte Katara sarkastisch. „Es ändert nichts an dem was passiert ist. Du hast versagt. Und du wirst immer versagen wenn du hinter Aang her bist. Weißt du auch warum? Weil wir dich aufhalten werden!"

Lee warf ihr einen harten, direkten Blick zu und ignorierte bewusst wie ihre Hand zu ihrem Wasserschlauch fuhr. „Hörst du überhaupt zu? Azula. Ist. Im. Palast."

„Quan könnte wieder zu Sinnen gekommen sein und befohlen haben sie gefangen zu setzen", warf Shirong ein.

„Das bezweifle ich", sagte Lee trocken. „Wir haben keine Explosionen gehört."

„Explosionen?", sagte Tingzhe überrascht.

„Die königliche Linie von Sozin", sagte Meixiang leise. „Sie haben oft die Gabe für das Blitzbändigen."

Blitze?" Shirong schluckte trocken. „Ich weiß – jemand sagte etwas davon, aber..."

„Sie kann keine Blitze benutzen", winkte Katara ab. „Sie bändigt dieses verrückte blaue Feuer – "

„Sie hat gegen euch noch keine Blitze eingesetzt", sagte Lee gleichmäßig. „Glaub mir, sie kann es."

„Du hast mich mitten am helllichten Tag angegriffen und dann erwartest du von mir, dass ich dir glaube?" Verachtung verzerrte Kataras Gesicht, als sie einen Finger zu Suyin stach. „Ich bin nicht wie dein kleiner Fan da drüben. Ich weiß was du bist!"

„Ich hatte keine Zeit für Erklärungen! Ich musste dich davon aufhalten in eine Falle – "

„Oh, natürlich ist es eine Falle!", schoss Katara zurück. „Wenn Aang hier auftaucht, um mir zu helfen, dann schlägst du zu, dann willst du ihn dir auf die hinterhältige Tour krallen!" Sie krümmte die Hände zu Klauen, die Augen zornig zusammengekniffen.

Ich bleibe auf jeden Fall hier drüben, dachte Jia, als sie die kontrollierte Kälte auf Lees Gesicht sah. Und wenn sie mal raten sollte, war das alles, was Katara sah. Aber sie war darin geübt winzige Anzeichen für Gefühle unter sorgfältigen Fassaden der Gesellschaft zu lesen und unter der Oberfläche...

Schmerz. Erschöpfung. Resignation.

Sie wird nicht zuhören, erkannte Jia. Und er weiß das.

Geister, das war als ob man einem Kutschenunfall zusah. Sie konnte einfach nicht wegsehen.

„Du bist ein ganz schrecklicher Mensch, weißt du das?", schäumte Katara weiter. „Dauernd hast du uns verfolgt und den Avatar gejagt, wild entschlossen, der Welt die letzte Hoffnung zu nehmen! Aber was kümmert dich das? Du bist der Sohn des Feuerlords. Krieg, Gewalt und Hass zu verbreiten steckt dir doch im Blut!"

Jias Mund klappte auf, als Lees Fäuste sich ballten. Der Sohn des Feuerlords?

Amayas abgerissener, kleiner, entstellter Lehrling, der Poesie und Manieren kannte und kaum eine Unterhaltung am Essenstisch führen konnte, selbst wenn sein Leben davon abhinge... war ein Prinz?

Die Mädels im Unterricht würden das nie glauben.


Autor-Notizen: Meine Entschuldigung an alle Maiko-Fans. Ich liebe Mai. Sie ist Echt Cool. Aber meine Reaktion auf diese Beziehung war immer ein tiefes, von Herzen kommendes 'Hä?'. Zuko wurde mit 13 verbannt und ging um drei Jahre lang Gerüchten und dann dem Avatar nachzujagen – und er führt seine Beziehung mit dem Mädchen weiter, von der er weiß, dass sie seiner Schwester loyal ist, die versucht hat ihn umzubringen. Ergibt keinen Sinn. Aber Azula, die hinterhältig, sadistisch und eklig genug ist um eine Beziehung zwischen zwei Cousins zu fördern, die sie im allerschlimmsten Moment als Druckmittel gegen die beiden benutzen kann? Oh, ja.

Über Roku, Sozin und Blutlinien... ein paar Sachen fielen mir auf. 1) Wir haben keine Ahnung wie viele Kinder Roku gehabt haben mag. 2) Sozin scheint der Typ zu sein, der meint 'Freunde nahe, Feinde noch näher' ist ein großartiger Ratschlag. 3) Es gibt ein anhaltendes Kain und Abel Thema das durch die Feuernation läuft. Sozin und Roku. Ozai und Iroh. Azula und Zuko. Der einzige der fehlt ist Azulon. Also... warum nicht Ilah als die 'gute Feuerbändigerin' in diesem Paar? Iroh ist definitiv mächtig genug um ein Erbe von Roku zu rechtfertigen, meiner Meinung nach. (Und es stopft das ganze 'Wenn Zuko sich zwischen Gut und Böse entscheiden muss, wie erklären wir dann Iroh?' Loch in der Geschichte. Außerdem... die Gedankenverdrehungen, die Azulon seinen Kindern angetan hätte, während er wusste, wessen Enkel sie sind... autsch.) Und, nein, Zuko hat keine Ahnung wer Ta Mins Ehemann war. Jemand (ich schaue zu einem gewissen Drachen des Westens) hat es passenderweise vergessen zu erwähnen.

Ach ja, über die Sonnenkrieger aus der dritten Staffel. Hier gibt es unglücklicherweise einen Fall wo der Schreiber zu viel weiß. Ich habe diese Episode geliebt (Drachen! Indiana Jones Problemlösung!), die Tatsache, dass im Kanon die Sonnenkrieger eine Variante der Azteken sein sollen, während die Feuernation heutzutage eine Mischung aus Frühmodernem Japan und Imperialem China ist, tut meinem Hirn weh. Darüber hinaus – lest mal über die Azteken nach und wie genau sie die Sonne und das Feuer verehrt haben. Wenn ihr das schafft, ohne dass es euch schlecht wird. Sagen wir nur, dass sie viel weniger mit Ein Königreich für ein Llama zu tun haben, als viel mehr mit Alien vs. Predator. Ihr wollt nicht, dass ich das aufgreife. Glaubt mir.

Und ich versuche ehrlich nicht Katara zu bashen. Ich schreibe sie nur so, wie die Show sie dargestellt hat – stur, mit ihrem Herzen denkend und hängt an 'Die Wege des Wasserstammes sind die besten'.

Übersetzer-Notizen: Dieses Kapitel zu übersetzen war teilweise unangenehm – besonders als Katara auf Zuko losgegangen ist... Aber andererseits köstlich, da es mir die Möglichkeit gab mit etwas Poesie und Sprache und allem herumzuspielen. Das hat Spaß gemacht.

Hier sind die englischen Versionen der Haikus und die deutschen Übersetzungen:

'My apologies,

Jia must come with me now.

Tingzhe bids her home.'

Es tut mir sehr Leid.

Jia muss mit mir kommen.

Tingzhe ruft sie heim."

'Five, seven, then five,

syllables make a haiku.

Unkempt intruder.

Fünf, sieben, dann fünf,

Silben geben den Haiku.

Zerzauster Junge."

'Are dandelions

unkempt in zephyr's laughter?

So, I, too, will fly.'

Wird der Löwenzahn,

zerzaust in Zephyrs Lachen?

So geschieht es mir."

'Jia lacks focus.

Perhaps her father's learning,

could aid her better.'

Jia fehlt Fokus.

Die Lehre ihres Vaters,

mag ihr mehr helfen."

'Madame Macmu-Ling.

We, with your understanding,

will surely depart.'

Madam Macmu-Ling.

Wir, mit ihrer Zustimmung,

verlassen euch jetzt."