Disclaimer: Die handelnden Personen und die Orte an denen diese Geschichte spielt, sind der geistige Eigentum von Joanne K. Rowling. Ich beabsichtige nicht mit dieser Geschichte Geld zu verdienen, sie dient lediglich der Unterhaltung. Mir gehören nur Jane Baker, Nicole Smith, Sarah Smith, Sophie Evans und Lucy Potter sowie einige unbedeutende Nebencharaktere

---------------------------------------

Im Schatten des Krieges

Kapitel 20

Der Junge der lebt

---------------------------------------

In den letzten Monaten, war einiges passiert, inzwischen war es Anfang September und alles in allem war das letzte halbe Jahr recht gut verlaufen. Voldemort hatte sich größtenteils bedeckt gehalten und James zog es im Moment vor, nicht darüber nachzugrübeln, was er als nächstes plante.

Die Suche nach dem Horkrux war positiv verlaufen, sie hatten zwar fast zwei Wochen gebraucht um ihn in dem verdammten Kasten, der sich Haus nannte, zu finden aber schließlich hatten sie das Medaillon in einer alten Vitrine gefunden und es zerstört.

Im Moment hakte es allerdings ein wenig. Als der Orden und vor allem Jane und Remus von Peters Verrat erfahren hatten, waren sie geschockt gewesen und noch immer saß der Schmerz vor allem bei den drei übrigen Maraudern tief. Verrat, so stellte James fest, fühlte sich fast noch schlimmer an, als der Tod geliebter Menschen und immer wieder grübelte er darüber nach, was in Merlins Namen Peter dazu bewogen hatte, die Seiten zu wechseln.

„James, kommst du endlich! Ich hab den Tisch um sechs bestellt und wir müssen schließlich noch meine Mum abholen und dann nach London fahren!" rief Lily.

„Ja klar."

Er lief die Treppen hinunter und gemeinsam mit Lily und den Kindern apparierte er nach Surrey, in Sophies Haus.

---------------------------------------

Später wünschte Lily sich, dass sie ein wenig früher daran gedacht hätte, dass sie Muggelgeld brauchte, wenn sie mit ihrer ganzen Familie und ihrer Mutter essen gehen wollte. Aber später wusste man schließlich alles besser. So ärgerte sich Lily nur, dass sie noch einen Umweg zur Winkelgasse machen mussten, bevor sie zum Lieblingschinesen ihrer Mutter fuhren. Ein Glück, dass dieser ohnehin in London lag und sie für die Fahrt ausreichend Zeit eingeplant hatten (Lily hatte ihrer Mutter keine apparation zumuten wollen).

Die fahrt nach London war recht nervenaufreibend. Sophie bestand darauf selber zu fahren, Lily besaß zwar einen gewöhnlichen Muggelführerschein aber Sophie hatte gesagt, dass sie jemanden, der so selten fuhr wie Lily, nicht auf die andern Verkehrsteilnehmer loslassen könne.

Lily saß also gemeinsam mit Harry und Lucy auf die Rückbank gequetscht und James saß neben Sophie, die munter über die anderen Autofahrer schimpfte. Harry und Lucy, die keine Autofahrten gewöhnt waren, quengelten und stritten die ganze Zeit, während Lily verzweifelt versuchte, die Beiden zu beruhigen. Sie hasste diese Phase, die die Beiden im Moment durchmachten, sie taten nichts anderes als streiten. Das war wirklich ätzend, wenn Lily zum Beispiel nach einem langen und stressigen Arbeitstag nach Hause kam und zwei Kinder vorfand, die quasi aufeinander einprügelten.

Warum konnte nicht zumindest einer der Beiden so vernünftig sein wie Hermine? Sirius und Sarah mussten Abends nicht darum kämpfen, die inzwischen fast Neunjährige ins Bett zu kriegen oder sich auf den Kopf stellen, damit sie mal aufräumte (tatsächlich war es so, dass Hermine Sirius gelegentlich daran erinnerte, seine stinkenden Socken zu waschen, weil der Geruch ganz unerträglich war und es nicht besonders hygienisch war, getragene Socken unter dem Bett zu sammeln, Lily hatte sich halb tot gelacht als Sarah ihr dies erzählt hatte).

Sicher, auch Hermine hatte oft genug Unsinn im Kopf, was, wie Lily vermutete an fast vier Jahren Einfluss durch Sirius und gewisse andere Kinder lag, aber trotzdem überlegte Hermine bevor sie etwas sagte und sie las ziemlich viel, Harry und Lucy flohen, wenn sie das Wort Buch auch nur hörten. Lily warf einen Blick auf Harry, der sich beleidigt umgedreht hatte und Lucy scheinbar nicht mehr ansehen wollte. Lily vermutete das Lucy wieder einmal über seine Brille gelacht hatte. Aber genau genommen würde Lily ihre beiden Kinder gegen nichts in der Welt tauschen wollen. Die Beiden und James waren das beste, was ihr in ihrem Leben passiert war und für nichts würde sie ihre Familie hergaben.

In London angekommen wollte Lily eigentlich nur schnell aussteigen zu Gringotts gehen, Geld wechseln und dann zurück kommen. Doch Sophie machte diesen Plan zunichte, indem sie einfach darauf bestand, die legendäre Einkaufsstraße der Hexen und Zauberer mal wieder besuchen zu können, das letzte mal das sie hier gewesen war, war inzwischen gut zehn Jahre, wenn nicht noch länger her.

James nahm Lucy an die Hand und Lily hielt Harry fest, bei den Beiden konnte man schließlich nie wissen, auf was für bescheuerte Ideen sie kamen. Sie grüßten Tom, den Wirt kurz, bevor sie durch die Tür in den Hinterhof traten. James öffnete das Tor zur Winkelgasse.

„Also," sagte Lily, „ich gehe zu Gringotts und du kannst meiner Mum solange hier alles zeigen."

„Okay."

„Mum, kann ich mit zu Gringotts?" fragte Lucy.

„Von mir aus ja," antwortete Lily. Lucy strahlte.

„Okay, dann in einer Viertelstunde im Tropfenden Kessel."

Gemeinsam mit Lucy machte sie sich auf den Weg zu Gringotts. Lucy hüpfte fröhlich neben ihr her.

„Mum, ich will nachher einen riesigen Teller Spagetti," erklärte sie.

„Wir gehen zum Chinesen, da gibt es keine Spagetti."

„Dann will ich Eis."

„Zum Nachtisch, es gibt ganz leckeren Reis, den magst du doch gerne."

„Nur mit Currysauce."

„Na dann wissen wir ja schon mal was du isst."

„Und zum Nachtisch ein riesiges Vanilleeis mit Schokosauce."

„Also dann musst du hinterher aufpassen, dass du nicht platzt."

„Mum, man kann doch nicht platzen," stellte Lucy fest.

„Wer weiß," gab Lily lachend zurück.

Inzwischen waren sie bei Gringotts angekommen. Es dauerte einige Minuten, bis Lily drankam und ihr Geld wechseln konnte. Lucy war ein wenig enttäuscht, dass sie nicht mit einem Karren hinunter in die Verliese fuhren. Lily wechselte das Geld und verließ mit Lucy gemeinsam die Bank. Lucy erzählte etwas über einen Streich, den sie, Hermine und Ginny, Harry, Ron und Neville gespielt hatten. Lily musste grinsen, bei dem Gedanken, an die armen Lehrer in Hogwarts, die würden Spaß haben, wenn diese sechs erst mal nach Hogwarts kamen.

„Weißt du was, ich glaube..."

Lily kam nicht dazu, den Satz zu vollenden, denn panische Schreie lenkten sie ab. Sie drehte sich um. Schwarz gekleidete, maskierte Gestalten, überall. Lily fluchte.

„Mum, was ist los? Sind das Todesser?" fragte Lucy.

„Ja, los komm!" rief Lily.

Sie lief los, mit Lucy an einer Hand. Normalerweise hätte sie die Todesser angegriffen, doch jetzt hatte es erst einmal höchste Priorität die Siebenjährige außer Gefahr zu bringen. Lucy hatte Schwierigkeiten, mit den schnellen Schritten ihrer Mutter mitzuhalten sie stolperte und fiel hin.

„MUM!"

Lily drehte sich um, jemand rannte in sie hinein, riss sie nach hinten, so dass sie stürzte. Als Lily wieder auf die Füße kam, war Lucy verschwunden.

„LUCY!" schrie Lily,

„LUCY!" Doch es antwortete niemand.

„Verdammt," murmelte Lily.

---------------------------------------

Lucy rannte währenddessen, so schnell ihre Beine sie trugen davon, sie hatte Lily aus den Augen verloren und dann waren da die Todesser gewesen, die jetzt versuchten sie zu fangen. Dies waren also die Leute, gegen die ihre Eltern immer kämpften. Lucy rannte schneller, einer der Todesser war nun fast direkt hinter ihr, gleich würde er sie eingeholt haben...

---------------------------------------

Sophie rannte so schnell es ging, mit Harry zurück zu der Kneipe, durch die sie gekommen waren.

„Nimm Harry und renn zurück zum Auto, so schnell wie möglich," hatte James gesagt, „fahrt zurück zu dir, wir treffen uns dort."

Sophie war klar, dass es besser war, auf das zu hören, was James gesagt hatte, ihr Schwiegersohn wusste was vor sich ging und kannte die Gefahren, die von diesen Todessern, wie er sie genannt hatte ausgingen. Harry keuchte, er rannte so schnell er konnte, fest an Sophies Hand, sein Vater hatte gesagt, sie sollten zurück zum Auto und wegfahren, aber was war mit ihm und Mum und Lucy.

Auch wenn ihre Eltern alles taten um sie zu schützen, hatten sowohl Harry als auch Lucy und ihre Freunde sich inzwischen ein Bild darüber gemacht was vor sich ging, ganz dumm waren sie schließlich auch nicht und Harry wusste, dass Todesser gefährlich waren. Harry rannte weiter, direkt neben Sophie, die vor Anstrengung keuchte. Sie rannte weiter bis vor ihnen ein hochgewachsener Mann stand, Harry starrte ihn an, er hatte noch nie jemanden gesehen, der so unmenschlich aussah.

Die weiße Haut war straff über den Schädel gespannt, sein Mund war lippenlos und die Nase bestand aus zwei schmalen Schlitzen und dann waren da die Augen, rot glühende Augen und Harry wurde klar um wen es sich handeln musste. Voldemort hob seinen Zauberstab, ein Fluch raste auf Sophie zu und riss sie zur Seite, weg von Harry. Dieser wich einige Schritte zurück. Seine Knie zitterten, während er nichts tun konnte, außer Voldemort anzustarren.

„Du bist also Harry Potter," erklang Voldemorts Stimme.

Hätte Harry in diesem Moment einen klaren Gedanken fassen können, hätte er sich wahrscheinlich gefragt, woher Voldemort wusste wer er war, doch wenn man mit acht Jahren dem gefürchtetsten schwarzen Magier überhaupt gegenübersteht, ist man nicht in der Lage klar zu denken. So konnte Harry nichts tun, außer Voldemort anzustarren. Er zitterte panisch, Angst hatte ihn ergriffen.

„Eigentlich bedauerlich,"

sagte Voldemort mit einer Stimme, die nicht klang als würde er irgendetwas bedauern,

„so jung und doch wirst du heute sterben, Harry Potter. Aber du musst keine Angst haben, man sagt es tut nicht weh."

Erneut hob Voldemort seinen Zauberstab.

„Avada Kedavra!"

Ein grell-grüner Lichtblitz schoss auf Harry zu.

---------------------------------------

Eine Hand schloss sich fest um Lucys Arm und zog sie zur Seite. Lucy wollte schreien, doch eine andere Hand legte sich auf ihren Mund.

„Psst, ganz ruhig," zischte eine männliche Stimme.

Die Hand löste sich von ihrem Mund, erst langsam, dann als der Mann sicher war, dass Lucy nicht schreien würde ganz. Der Mann stand auf und hob Lucy mit hoch.

„Halt dich gut fest," zischte der Mann.

„Wen haben wir denn da?" fragte jemand, Lucy erkannte, dass es einer der Todesser war, die sie zuerst verfolgt hatten.

„Snape der Verräter," sagte der andere.

„Nott und Flint, so sieht man sich wieder," sagte Snape mit kühler Stimme, „es ist immer schön alte Bekannte zu treffen."

Lucy konnte sehen, dass sie Beide Zauberstäbe gezogen hatten und auch Snape hob den seinigen. Ein roter Lichtblitz kam auf sie zu und Lucy schrie. Snape wich dem Fluch aus und schoss dann seinerseits einen Schockzauber in Richtung der beiden Todessser. Die Todesser wollten das Feuer gerade erwidern, doch irgendetwas hielt sie davon ab, dann disapparierten Beide.

---------------------------------------

Sophie rappelte sich auf, sie wusste nicht was dieser grüne Lichtblitz bewirkte, sie wusste nur, dass sie handeln musste, schnell. Ohne nachzudenken, rannte sie los und warf sich zwischen Harry und den grünen Lichtblitz, der sie genau in die Brust traf. Alles erstrahlte grell-grün. Weit entfernt nahm sie war, dass Harry „Grandma!" schrie. Dann wurde um sie herum alles schwarz.

---------------------------------------

James sah Sophie fallen, während er versuchte sich durch die Menschenmasse zu drängen. Sein Verstand sagte ihm, dass Sophie tot war, doch richtig begreifen konnte er es nicht und da war immer noch Harry.

Sophie getötet zu haben, würde Voldemort nicht daran hindern, es bei Harry erneut zu versuchen. Voldemort hob wieder seinen Zauberstab, der tödliche Fluch raste auf Harry zu, James rannte und wusste gleichzeitig, dass er nicht schnell genug sein würde. Der Fluch traf Harry und schleuderte ihn gegen eine Hauswand.

„NEIN!" brüllte James.

Und dann geschah etwas unglaubliches, der Fluch schoss von Harry weg, zurück zu Voldemort. Dieser riss überrascht die Augen auf und schaffte es nur knapp dem Fluch auszuweichen, dieser durchbrach ein Fenster hinter Voldemort. Er warf einen letzten Blick auf Harry, dann disapparierte er. James bahnte sich seinen Weg durch die Menge und ließ sich neben Harry auf die Knie sinken.

„Daddy," flüsterte dieser.

„Harry, geht's dir gut?" fragte James seine Stimme zitterte und er zog Harry zu sich. Er konnte kaum begreifen, dass Harry den Fluch überlebt hatte.

„Mir tut alles weh," sagte Harry. James blickte Harry an und entdeckte einen feinen, blitzförmigen Schnitt auf Harrys Stirn. Worte halten in James Kopf wieder, Worte die er vor sieben Jahren gehört hatte.

„Und der dunkle Lord wird ihn als sich ebenbürtig kennzeichnen"

Sollte dies die Entscheidung gewesen sein? Sollte Voldemort tatsächlich Harry gewählt haben?

„Daddy, was ist mit Grandma? Ist sie," er zögerte kurz, „tot?"

James nickte, ja Sophie war tot.

„Warum hat er sie getötet, sie hatte doch gar nichts mit allem zu tun."

James stand mit Harry auf dem Arm auf, dem Jungen liefen Tränen über die Wangen und er schluchzte. Erst jetzt bemerkte James, dass die umstehenden murmelten, doch es interessierte ihn nicht, sollten die reden, für ihn war nur wichtig, dass Harry lebte.

---------------------------------------

Lily war vollkommen verzweifelt. Die Todesser waren disappariert, warum auch immer, wusste Lily nicht, schließlich waren noch nicht mal Auroren aufgetaucht. Dennoch blieb Lucy unauffindbar. Sie hatte die gesamte nähere Umgebung der Gringotts Bank abgesucht, doch ihre Tochter blieb verschwunden. Es waren mehrere Apparationsknalle zu hören und einen Moment fürchtete Lily, dass die Todesser zurück gekommen wären. Es waren jedoch ihre Kollegen, die endlich auftauchten. Der erste auf den Lily stieß, war Sirius.

„Lily, was in Merlins Namen tust du hier, ich dachte ihr wärt mit deiner Mum unterwegs."

„Wir wollten essen gehen und ich hatte vergessen Muggelgeld zu wechseln, also musste ich noch zu Gringotts."

„Und wo sind James, deine Mum und die Kids?"

„Ich weiß nicht, Lucy ist verschwunden, sie war mit mir bei Gringotts, ich bin gestürzt und hab sie aus den Augen verloren, danach war sie verschwunden. James wollte meiner Mum einige Geschäfte zeigen, ich weiß nicht wo sie jetzt sind. Ich muss unbedingt Lucy finden."

„Lily beruhig dich erst mal, wir sollten erst James finden, vielleicht hat er sie gesehen. Und wenn nicht, kann man zu Dritt immer noch besser suchen als zu Zweit."

Lily nickte, gemeinsam mit Sirius machte sie sich auf den Weg zum tropfenden Kessel.

---------------------------------------

James hielt Harry immer noch im Arm, als er auf Sirius und Lily traf. Irgendetwas war falsch, das sah er sofort, dann begriff er, dass Lucy fehlte.

„James, hast du Lucy gesehen?" fragte Lily, dann, „wo ist meine Mutter?"

„Lily, Sophie ist tot."

„Was?"

„Voldemort war hier, er hat versucht Harry zu töten, aber Sophie, sie hat sich dazwischengestellt, er hat es wieder versucht, aber der Fluch ist einfach von Harry abgeprallt."

„Was?" Lily hörte James Worte und wusste, dass er die Wahrheit sagte, so unglaublich sich auch alles anhörte.

Sirius währenddessen konnte James nur anstarren.

„Niemand überlebt einen Todesfluch," wisperte er.

James strich die Haare aus Harrys Stirn zurück und zeigte Sirius und Lily den Schnitt.

„Merlin," flüsterte Sirius.

Lilys grüne Augen trafen James braune und Beide wussten, was dies bedeutete, Voldemort hatte gewählt.

„Und was ist jetzt mit Lucy?" fragte James.

„Ich hab sie aus den Augen verloren, als ich gestürzt bin, als ich wieder aufgestanden bin, war sie verschwunden."

„Okay, hör zu, du gehst in den tropfenden Kessel und bringst Harry ins Mungo. Er ist gegen eine Hauswand geknallt, gut möglich, das er verletzt ist. Sirius und ich suchen Lucy. Ich denke mal um Sophies Leiche kümmert sich das Ministerium, sobald wir Lucy gefunden haben komme ich nach." Lily nickte nur.

Sirius und James zogen los, um Lucy zu finden, während Lily, die inzwischen Harry auf den Arm genommen hatte zum Tropfenden Kessel ging.

---------------------------------------

„Danke dass du mich gerettet hast," sagte Lucy.

„Schon okay."

„Wie heißt du?"

„Severus Snape."

Merlin, wen hatte er sich da eingefangen, das Mädchen redete die ganze Zeit. Sie erinnerte ihn an irgendwen, aber er kam einfach nicht drauf an wen, sie half ihm allerdings sogleich auf die Sprünge.

„Ich bin Lucy Potter."

Severus hielt inne und betrachtete das Mädchen eingehend. Das war es also, warum hatte er sie nicht gleich erkannt, sie war Lily schließlich wie aus dem Gesicht geschnitten.

„Hilfst du mir meine Mum und meinen Dad zu finden?"

„Natürlich."

Er hoffte, dass sie zuerst auf Lily stoßen würden, auf eine Begegnung mit James Potter konnte er gut und gern verzichten.

„Woher kanntest du die Todesser?" fragte Lucy nach einer Weile.

Dieses Mädchen war für Severus Geschmack eindeutig zu Neugierig.

„Aus der Schule," antwortete er, dies stimmte zwar nur halb aber er hatte nicht vor, einem Mädchen, das wenn er sich richtig erinnerte gerade einmal sieben Jahre alt war, zu erklären, dass er ein Spion gewesen war und was genau das eigentlich war.

„Und warum mögt ihr euch jetzt nicht mehr?"

„Weil sie Todesser sind und ich nicht."

Diese Fragerei war ja schrecklich. Severus Augen suchten in der Menschenmasse nach einem Anzeichen von Lily oder James.

„Da ist Sirius," kreischte Lucy plötzlich, „SIRIUS!"

Black, auch das noch, der hatte ihm gerade noch gefehlt.

---------------------------------------

Sirius hörte wie jemand seinen Namen rief und drehte sich um.

„SIRIUS!"

Da entdeckte er Lucy, die ihm zuwinkte. Sein Blick verdunkelte sich, als er erkannte, mit wem Lucy da unterwegs war.

„James!" rief er, sein Freund, der etwas weiter weg nach seiner Tochter suchte, drehte sich um.

„Was ist?"

„Lucy!" Der andere kam zu ihm.

„Wo?"

„Da, mit niemand geringerem als Snape."

Normalerweise hätte James sich geärgert, Snape zu sehen, doch im Moment überwog die Erleichterung, dass es seiner Tochter gut ging.

„Hey, wo warst du denn?" fragte er, als er Lucy von Snape entgegennahm.

„Die Todesser wollten mich fangen, aber Severus hat mich gerettet. Wo sind Mum und Harry und Grandma?"

„Wir gehen gleich zu ihnen."

Dann wandte James sich Snape zu.

„Danke Snape, wenn du ihr nicht geholfen hättest, wer weiß was dann passiert wäre."

Nun ja, genau genommen wusste er es schon, aller Wahrscheinlichkeit nach wäre Lucy dann jetzt tot. James hatte niemals so viel Dankbarkeit gegenüber Severus Snape empfunden wie jetzt und es war ihm egal, dass er sich für seine ehrliche Aussage wahrscheinlich einen sarkastischen Kommentar bekommen würde, allerdings hatte Snape wohl seinen „Wir-überraschen-James-Potter-Tag".

„Kein Problem, sie lief mir halt über den Weg," war das Einzige was er sagte, bevor er sich umdrehte und ging. Er blickte sich allerdings noch einmal um. Und Lucy winkte ihm zu. James hatte nicht gewusst, dass Snape tatsächlich in der Lage war, zu lächeln.

---------------------------------------

Lily lief nervös im Flur hin und her. Als sie dem Heiler erklärt hatte, was geschehen war, hatte dieser sich Harry geschnappt, etwas von umfassender Untersuchung gesagt und Harry mit in einen Behandlungsraum genommen. Seitdem war mindestens eine halbe Stunde vergangen und James war immer noch nicht aufgetaucht. Die Tür zum Behandlungsraum öffnete sich und der Heiler trat hinaus.

„Mrs. Potter, sie können jetzt hinein."

„Wie geht es meinem Sohn?"

„Er hatte eine angebrochene Rippe und einige Prellungen, ich habe alles geheilt. Der Fluch, hören sie, sind sie sicher, dass es ein Todesfluch war?"

„Ja, ich weiß selber wie unglaublich das klingt, aber es ist wirklich so gewesen."

„Der Fluch hat auf ihren Sohn scheinbar keinerlei Wirkung gehabt, bis auf den Schnitt auf seiner Stirn, ich habe ihn geheilt, aber es wird eine Narbe bleiben. Ansonsten geht es ihrem Sohn gut und sie können ihn jederzeit mit nach Hause nehmen."

Lily trat in das Zimmer. Harry wirkte ziemlich verloren in dem Krankenhausbett und schien reichlich verunsichert.

„Hey, wie geht's dir Harry?"

„Gut, glaube ich."

Lily setzte sich auf das Bett und nahm Harry in den Arm.

„Mum, warum hat dieser Heiler mich die ganze Zeit so komisch angeguckt?"

„Der Fluch, mit dem Voldemort dich getroffen hat, ist dazu gedacht zu töten, es hat ihn noch nie jemand überlebt."

„Aber ich lebe noch," sagte Harry, „deswegen war der so komisch."

Lily nickte und Harry wirkte noch verwirrter als vorher. Die Tür zum Zimmer öffnete sich und James kam herein, zu Lilys grenzenloser Erleichterung mit Lucy an der Hand.

„Ein Glück, Lucy, dir geht's gut, oder?"

„Ja, warum ist Harry im Krankenhaus?"

„Nur zur Kontrolle," sagte Lily, „jetzt ist alles wieder okay."

Lucy betrachtete Harry mit kritischem Blick und gekräuselter Nase.

„Er hat was an der Stirn," stellte sie dann fest, „ich denke der Heiler war nicht besonders professionell."

„Das auf Harrys Stirn kommt von einem Fluch," erklärte Lily.

„Von was für einem Fluch?"

„Von einem Todesfluch," sagte Harry, „ich bin jetzt ein Held."

„Lucy, du musst da noch was wissen," begann Lily, „du weißt doch wer Voldemort ist."

Lucy nickte.

„Voldemort hat Grandma getötet."

Einen Moment lang starrte Lucy Lily nur an, dann begann sie zu weinen. Tränen liefen ihr über das Gesicht und sie schluchzte. Auch Lily merkte, dass die Tränen die sie bislang zurückgehalten hatte nun über ihr Gesicht liefen. Auch Harry begann erneut zu weinen. Eine Weile dauerte es, bis sich alle mehr oder weniger gefangen hatten. Irgendwann ging die Tür zum Zimmer auf. Es war niemand geringeres als Albus Dumbledore.

„Guten Tag," sagte er.

„Hallo Albus."

„Zuerst möchte ich euch mein Beileid aussprechen," sagte er leise und man konnte hören, dass es ehrlich war und nicht nur so dahergesagt.

„Danke."

„Wie geht es Harry?"

„Gut," meldete sich der Junge zu Wort.

„Ich bin überaus erfreut dies zu hören."

„Bist du Albus Dumbledore?" fragte Lucy, vorwitzig wie immer.

„Ja der bin ich und du junge Dame bist wohl Lucy, richtig?" Sie nickte.

Albus nahm ihre Hand und gab ihr einen Handkuss und Lucy wurde rot. James lachte,

„Dass ich das noch mal erleben darf, ich glaube du bist der erste, der dafür gesorgt hat, dass Lucy verlegen ist, Albus."

Lucy streckte ihm die Zunge raus.

„Wie lange soll Harry im Krankenhaus bleiben?"

„Zu mir hat der Heiler gesagt, wir können gehen wann wir wollen," antwortete Lily.

„Sollten wir dann nicht gehen?" fragte James.

„Wenn ihr nichts dagegen habt, wäre es mir eine Ehre euch zu begleiten."

Per Flohnetzwerk reisten sie nach Godric's Hollow. Weil es ziemlich spät war, bekamen Harry und Lucy nur noch schnell etwas zu essen, bevor Lily sie ins Bett brachte. James ging währenddessen mit Albus ins Wohnzimmer.

„Wein?" fragte James.

„Sehr gerne, vielen Dank."

Sie warteten, bis Lily hinunter kam, dann begann Albus zu sprechen.

„Ich denke ihr Beiden wisst, was der Angriff auf Harry heute zu bedeuten hatte."

Beide nickten.

„Also wird Harry eines Tages gegen ihn kämpfen müssen," stellte Lily mit zitternder Stimme fest.

„Ja."

„Wie konnte er den Fluch überleben?" fragte James.

„Lily, deine Mutter ist gestorben um Harry zu schützen. Dadurch hat sie bewiesen, dass sie ihn liebt, und diese Liebe hat Harry vor dem Fluch gerettet."

Auch wenn Lily unendlich traurig darüber war, dass Sophie gestorben war, konnte sie nicht anders, als ihr dankbar zu sein, Harrys Leben gerettet zu haben.

---------------------------------------

Im alten Haus der Gaunts befand sich jemand, der weit weniger glücklich darüber war, dass Harry Potter überlebt hatte.

Harry Potter sollte also derjenige sein, der ihn, Lord Voldemort besiegen konnte. Nun, es war erbärmlich, wie sollte dieser Junge jemals die Macht erlangen gegen ihn zu bestehen. Ein kaltes Lächeln huschte über die unmenschlichen Züge.

„Du hast schon verloren, bevor du überhaupt anfängst zu kämpfen."

Er lachte kalt und wischte mit einer Hand eine Ausgabe des Abendpropheten vom Tisch, dessen Schlagzeile lautete:

Harry Potter, der Junge der lebt"

---------------------------------------

AN: Hallo ihr alle! Hier ist also das nächst Kapitel und wie ihr gelesen habt, habe ich weder Harry noch Lucy umgebracht, dafür aber Sophie, was ihr wahrscheinlich auch nicht besser findet. Aber irgendwer musste sich schließlich für Harry opfern und wenn ich Lily oder James dafür genommen hätte, hättet ihr mich wahrscheinlich gelyncht, worauf ich eigentlich keinen gesteigerten Wert lege. Tja, mehr kann ich zu meiner Entschuldigung nicht vorbringen.

Noch mal zur Erinnerung, Reviewantworten für unregistrierte Leser, die auch keine Mailadresse angegeben haben, sind in meiner Bio zu finden.

Und dann hätte ich noch ne Frage und zwar ob bei euch Interesse an einer Story über die Marauder, Lily, Nicole, Jane usw. während ihrer Zeit in Hogwarts bis, wahrscheinlich Harrys Geburt besteht, ne klassische Vorgeschichte quasi. Ich würde mich über Reviews freuen.

Bye

Sanny

---------------------------------------

Vorschau Kapitel 21

Lily begegnet ihrer Schwester.

Sirius und Hermine machen sich Gedanken.

Charlie Weasley hat eine sehr merkwürdige Begegnung mit seiner Erzfeindin.

Und Sophie wird beerdigt.

-------------------

„Nein, sie wurde umgebracht." Lily spürte wie erneut Tränen in ihr aufstiegen und war gleichzeitig fest entschlossen vor ihrer Schwester keine Schwäche zu zeigen.

„Umgebracht, aber wer sollte Mum umbringen?"

„Ein Verrückter, er... es macht ihm Spaß zu töten, wir versuchen seit Jahren ihn aufzuhalten aber..."

„Moment mal, es war einer von euch, ein Verrückter aus deinem Pack. Das ist alles deine Schuld, deinetwegen ist unsere Mutter tot, weil du dich mit diesem Pack eingelassen hast, weil du eine verdammte Missgeburt bist, ein Freak. Verschwinde, raus hier Mörderin."