Besten Dank meiner lieben Betaleserin scientific ida fürs Korrigieren! Danke auch an LeJake!
Phoebe: Danke vielmals für dein Review. Ja, ich hätte auch relativ wenig Lust, in einem engen Gang zu stecken...dummes Kind!;-D Freut mich, dass dir das Kapi gefallen hat und ich hoffe, dies hier tut es auch!
LG Sally
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Laura lag auf dem Bauch in ihrem Zimmer. Der Holzboden hatte einen ziemlich dicken Teppich, auf dem sie nun lag und malte. Der Teppich war eine sehr schlechte Unterlage und deshalb hatte sie ein grosses Buch unter den Kalender gelegt, den sie für ihren Dad bastelte.
Sie setzte sich auf und sah jeden Monat nochmals durch. Ja, dachte sie, der ist gut gelungen!
Einige Seiten hatte sie mit Fotos von sich dekoriert, die sie von Ron bekommen hatte aus den Ferien, als sie dort ein paar Tage verbracht hatte. Andere hatte sie bemalt oder Sprüche geschrieben, was für sie gerade gepasst hatte. Sie nickte zufrieden, als sie ihr Werk auf den Boden legte und die Farbstifte wegräumte.
Sie hatte sich überlegt, was sie ihm schenken sollte und sie wollte nicht, dass es irgendetwas war, das er nicht gebrauchen konnte.
Und alles was er wirklich brauchte, hatte er oder konnte er sich selber kaufen.
Für ihren Großvater und Remus hatte sie eine schöne Kette gebastelt, die man an eine Wand hängen konnte. Sie hatte einfach Dinge aus dem Wald und ein paar Tonperlen, die sie mit Millys Hilfe gemacht hatte auf eine Schnur aufgefädelt und sie fand diese Ketten auch sehr schön. Richtig dekorativ!
Es hatte sehr viel Spaß gemacht, mit Milly zu basteln und die Elfe war auch begeistert gewesen.
Gleich würde ihr Großvater kommen, dachte sie fröhlich. Sie hatte sich so gefreut, dass ihr Dad ihn nun tatsächlich eingeladen hatte. Sie wusste, dass Tobias, da er nicht apparieren konnte, zwei Stunden mit dem Zug reisen musste, bis er hier bei ihnen war. Er hatte ihr in einem Brief erzählt, dass er sich umsehe nach einem etwas näheren Wohnort. Die etwas wilde Gegend hier gefiel ihm gut und es hielt ihn nichts an dem Ort, in dem er jetzt wohnte. Laura freute das natürlich, sie hatte ihrem Dad aber nichts von den Plänen des Großvaters erzählt.
Und wie auf Kommando klingelte es an der Haustür. Schnell stand sie auf und rannte aus dem Zimmer. Milly hatte die Tür aber schon geöffnet und der ältere Mann stand im Mantel in der Eingangshalle.
Als er Laura entdeckte, lächelte er erfreut. „Laura!" sagte er, als das Mädchen auch schon auf ihn zu gelaufen kam.
Sie umarmten sich lange, denn sie hatten sich schon seit längerem nicht mehr gesehen.
„Du bist dünn geworden, mein Schatz," bemerkte der ältere Snape etwas besorgt und musterte seine Enkelin.
Laura schüttelte den Kopf und nahm den Großvater an der Hand. „Komm!" sagte sie und zog ihn Richtung Wohnzimmer.
Der Mann war sehr glücklich, denn er hatte das schönste Weihnachtsgeschenk erhalten, dass er sich vorstellen konnte.
Nicht nur, dass er eingeladen worden war, mit seiner einzigen Familie Weihnachten zu feiern. Es war der Brief, den sein Sohn ihm geschrieben hatte, der seinem Herz am meisten Freude gab.
Denn an der Art, wie er geschrieben hatte, wusste er, dass Severus ihm wirklich vergeben wollte. Es war nicht eine knappe, sterile Einladung gewesen, sondern ein paar freundliche, ehrliche Worte und er hatte gespürt, dass Severus sich wirklich auf seinen Besuch freute. Natürlich war es nicht, als wäre das alles nie passiert, in der Kindheit seines Sohnes. Und dass Severus wirklich vergeben konnte, wäre ein Prozess, der wahrscheinlich Jahre dauern würde.
Aber dass er nicht mehr auf die längst geschehenen und unwiderruflichen Fehler zeigte, freute Tobias mehr als er ausdrücken könnte.
Severus kam ihnen im Wohnzimmer entgegen und gab seinem Vater die Hand.
Laura bemerkte den skeptischen Blick, mit dem ihr Großvater Milly beäugte, aber sie verstand seine Zurückhaltung. Wer, der fast sechzig Jahre ohne Magie gelebt hatte, konnte sich schon solche Kreaturen vorstellen! Er sah die Hauselfe zwar nicht zum ersten Mal, aber sie war ihm eben trotzdem noch etwas fremd.
Aber es gab an diesem Abend noch so einiges, das den älteren Mann staunen ließ.
Es war seit Severus ein sehr kleiner Junge gewesen war, also seit etwa dreißig Jahren, das wunderschönste Weihnachtsfest für Tobias. Wahrscheinlich das einzige, das er gefeiert hatte.
Laura war auch sehr glücklich, da sie eine deutliche Veränderung im Verhalten ihres Vaters gegenüber ihrem Großvater bemerkte. Seine Zurückhaltung und die kühle abweisende Art, war nun fast verschwunden.
Überhaupt war ihr Vater in den letzten Wochen eher etwas lockerer geworden. In gewissen Situationen zumindest. Leider nicht in allen, aber das würde wahrscheinlich auch nie der Fall sein.
Sogar in den Unterrichtsstunden war er nicht mehr ganz so streng und fordernd gewesen, wie sonst immer. Natürlich immer noch 'snapisch'. Aber irgendwie hatte sich alles etwas entspannt und alle waren nicht mehr so sehr nervös gewesen, wenn Snape hinter ihnen entlang geschwebt war. Er hatte sogar über manche Sticheleien hinweg gesehen, mit denen Malfoy und sie sich gegenseitig geärgert hatten.
Trotz der vielen Ablenkung hatte Laura immer wieder an Amélie denken müssen. Ob die Frau sie nun nicht mehr leiden konnte?
Einerseits war sie froh, dass Amélie nicht hier, vor allem nicht bei ihrem Dad war, andererseits hätte sie gerne endlich mit ihr gesprochen.
Und seit gestern Abend liebäugelte sie mit einer Idee, die ihr im Bett in den Sinn gekommen war. Und zwar eine Zaubertrank-Idee. Wenn es ja Liebestränke gab, dann gab es logischerweise auch Anti-Liebestränke. Vermutete sie zumindest. Wenn man nun so einen per Zufall ins Getränk bekam, würde sich die Liebesgeschichte zwischen ihrem Dad und Amélie schneller erledigen, als sie angefangen hatte.
Allerdings wäre es schon ziemlich leichtsinnig, sowas zu tun. Und dann noch bei einem Tränkespezialisten. Der würde das sofort merken.
Aber würde Amélie es auch merken?
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„Ich werde heute Nachmittag für etwa zwei Stunden weg sein," berichtete ihr Vater während des Frühstücks.
Eben hatte Remus geschrieben, dass sie erst in zwei Tagen kommen würden und Laura war ziemlich enttäuscht darüber. Aber sie gönnte Harry natürlich auch die Zweisamkeit mit Remus.
Es war so schön gewesen, wie Harry sich gefreut hatte, dass er nach Hause durfte in den Ferien, während einige andere Schüler in Hogwarts blieben. Sie hatte den Stolz und die Freude in seinen Augen gesehen und ihr Herz hatte einen Extrahüpfer gemacht.
Sie hatte eingesehen, dass Remus sie immer noch lieb hatte, trotz Harry. Aber sie wusste auch, dass Harry nun seine Hauptperson war und es war kein Problem für sie.
Sie hatte ja ihren eigenen Vater. Nur wollte sie den Platz der wichtigsten Person bei ihrem Dad auf jeden Fall behalten. Sie könnte es nicht ertragen, bei ihm weiter nach hinten zu fallen. Eigentlich wollte sie ihn nicht einmal teilen.
Es war ein gutes Gefühl, so wichtig zu sein, auch wenn es hieß, dass man sich an Regeln halten musste und bestraft wurde, wenn man es nicht tat.
„Wohin gehst du, Dad?" fragte sie interessiert. „Wieder zu dem Orden-Zeug?"
Snape sah sie einen Moment fragend an. „Ehm, nein! Ich möchte etwas über Margarida Marconas heraus finden. Außer deinen Träumen gibt es bis jetzt keinen Beweis, dass es das Mädchen je gegeben hat."
Aber es schien schon so, dachte Snape. Wieso würde sich sonst jemand für das Kind interessieren, wenn sie nur in Lauras Träumen existieren würde?
Er hatte rausgefunden, wem die Telefonnummer , die auf dem gelben Zettel gestanden hatte, gehörte. Es handelte sich um einen Mann namens Pereirra, der eine Bild- und Steinhauerei in Manresa in Spanien hatte. Einen Muggel, wie es schien. Ob er derjenige war, der sich über Margarida erkundigt hatte? Und wenn ja, wieso? Dass er ein entfernter Verwandter sein könnte, bezweifelte Snape. Das war doch etwas, das ihn brennend interessierte. Und ob der Mann mit der Wahrheit rausrücken würde.
Laura stand auf und sah ihren Vater bittend an. „Darf ich mit? Bitte Dad!" flehte sie und konnte kaum still stehen.
Prüfend sah er seine Tochter an. „Darf ich?" fragte sie nochmals erwartungsvoll. „Ich bin ganz brav, ehrlich!" versicherte sie ihm.
Er wusste nicht, wer dieser Mann war, den er suchte. Er wusste nicht, weshalb er nach seiner Vorfahrin suchte, von der er selbst nicht mit Sicherheit wusste, dass es sie je gegeben hatte. Aber er war sich ziemlich sicher, dass dieser Mann ihm nicht gefährlich werden konnte.
„Also gut," sagte er langsam und fixierte sie scharf. „Und natürlich erwarte ich nichts anderes, als dass du brav bist und dich tadellos benimmst," sagte er und Laura nickte eifrig.
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„Es ist ein ziemlich unangenehmes Gefühl, als wenn du ganz zusammen gedrückt würdest," erklärte Snape seiner Tochter. Er würde mit ihr apparieren müssen, das war das Einfachste.
Laura nickte schloss die Augen und drückte sich ganz nahe an ihren Dad. Er legte den Arm um sie und hielt sich fest an sich gedrückt.
„Halt dich gut fest," sagte er, bevor er sich um die eigene Achse drehte und vom Erdboden verschwand.
Es dauerte nur einen kleinen Moment, aber es war wirklich ziemlich schlimm gewesen, fand Laura. Als wenn man etwa zehnmal auf einer Achterbahn den Looping gefahren wäre.
Sofort kniete sie auf den Boden und atmete schwer. Snape sah sie besorgt an. War sie doch noch etwas zu jung dafür? fragte er sich.
Laura hustete und spürte dann die Hände ihres Vaters, der sie unter den Armen fasste und sie auf die Füße stellte. „Durchatmen!" sagte er und stützte sie noch einen Moment, bis sie ohne zu Schwanken wieder sicher stand. Sie atmete nochmals tief ein und nahm dann Snapes Hand.
„Geht schon wieder," sagte sie. Ihr Gesicht war noch etwas blass, aber sie schien sich erholt zu haben, denn sie sah ihn erwartungsvoll an.
Snape sah sich nun um. Sie waren in einer Seitengasse, wo sie vor den Blicken der Menschen geschützt waren.
Mit Laura an der Hand ging er eine Straße entlang. Laura war es nicht peinlich, die Hand ihres Vaters zu halten. Im Gegenteil. Es war ein gutes Gefühl, neben ihm her zu gehen. Sie sah in von der Seite her an. Er hatte sich Muggel-style gekleidet. Natürlich schwarz, aber ohne Umhang. Er sah auch so genauso imposant aus. Er sah zu ihr hinunter und sie lächelte. Seine Schritte waren groß und Laura musste sich ziemlich beeilen, um nicht rennen zu müssen.
Sie hätte stundenlang so mit ihm rumlaufen können. Die Leute sollten sie nur sehen, mit ihrem Dad. Er zog die Blicke der Leute auf sich und Laura fragte sich, ob die Muggel merkten, dass etwas anders war mit ihnen.
Durch die belebten Straßen gingen sie raschen Schrittes, bis sie an ein Haus kamen, vor dem ein paar Statuen und Grabsteine standen. Laura fragte sich, was ein Grabsteinhauer mit Margarida zu tun haben sollte. So prächtige und große behauene Steine hatte Laura noch nie gesehen.
Vor einer weiblichen Statue blieb Laura stehen und sah sie sich an. Die Frau hatte abgebrochene Arme und ein Tuch war lose um ihre Hüften geschlungen, als würde es gerade hinunter rutschen an den weiblichen Rundungen. Oben war die Frau nackt und die ganze Statue war leuchtend weiß.
Laura musterte die Frau einen Moment, bevor sie zu ihrem Vater aufsah, der durch den Zug an seiner Hand auch stehen geblieben war und fragend zu ihr hinunter blickte.
„Die kann nicht einmal ihr Tuch hoch ziehen," bemerkte Laura trocken.
Snape sah die Statue an und hob nur eine Augenbraue.
„Ohne Arme," fügte das Kind erklärend hinzu und lächelte verschmitzt, worauf Snape ihr einen vielsagenden Blick gab und ein Lächeln seine Mundwinkel umspielte.
Dann ging er mit Laura weiter, durch die Steinfiguren und Grabsteine hindurch in Richtung Haus.
Ein junger Mann, Anfang zwanzig, sortierte irgendwelches Werkzeug. Er blickte auf und lächelte freundlich, als er die beiden kommen sah.
Augenblicklich trat er auf sie zu und begrüßte sie. „Buenas tardes!" Seine weißen Zähne blitzten im Sonnenlicht, was Laura etwas an Lockhart erinnerte. Doch dieses Lächeln war nicht künstlich, sondern offen und freundlich.
Er gab Snape die Hand und redete mit ihm, scheinbar nicht bewusst, dass die Besucher ihn nicht verstanden. Er wandte sich an Laura und beugte sich etwas hinunter. Fröhlich verwuschelte er ihr Haar ein wenig und sprach mit ihr. Laura verstand kein Wort der melodiösen Sprache, aber es tönte sehr nett und fröhlich. Der Mann war sehr hübsch und charmant und gefiel ihr sehr.
Er hatte schwarze Locken und Augen, die sprühten vor Energie und Fröhlichkeit. Er schien sehr aufgestellt und locker.
Snape sprach ihn an und fragte ihn, ob er Juanjosé Pereirra sei. Der Mann sah ihn etwas ratlos an und deutete ihnen dann an, kurz zu warten. „Un minuto!" sagte er ein paar mal.
Im Gestikulieren war der Mann einsame Spitze, merkte Laura.
Ein paar Sekunden später kam er mit einer jungen Frau zurück. Man konnte vermuten, dass es seine Schwester war, denn sie ähnelte ihm sehr.
„Guten Tag," grüßte die junge Frau und der Mann strahlte neben ihr. Er schien sich zu freuen, dass er eine Übersetzerin hatte auftreiben können, über die er sich mit ihnen unterhalten konnte.
„Ich bin Ramona Pereirra und das ist mein Bruder Fabrizzio. Mein Bruder hat mir gesagt, dass sie etwas über Juanjosé Pereirra gefragt haben?" fragte sie freundlich. „Leider spricht mein Bruder kein Englisch."
„Angenehm," antwortete Snape, überrascht über die freundliche Begrüßung. „Ich bin Severus Snape und das ist meine Tochter Laura," stellte er sich vor.
Die Frau konnte genau so süß lächeln wie ihr Bruder und sie war Laura sehr sympatisch.
„Du bist wirklich sehr hübsch, Laura," lobte die Frau frei heraus. Die schien ja wirklich sehr offen zu sein.
Ramona sagte etwas zu ihrem Bruder und sah zu Laura.
Laura war das ein bisschen peinlich, vor allem, weil Fabrizzio zustimmend nickte. „Danke gleichfalls," lächelte Laura verlegen. Aber die Geschwister waren wirklich sehr hübsch.
„Wir suchen in der Tat nach Juanjosé Pereirra. Lebt er hier?" fragte Snape weiter. Es schien die Mentalität dieser Leute zu sein, dass sie so fröhlich und offen waren, denn es fühlte sich überhaupt nicht gespielt an.
„Das ist unser Papa," sagte die junge Frau fröhlich und zeigte in eine Richtung. Erst jetzt entdeckten sie noch einen anderen Mann, der etwas weiter hinten an einer Statue rum klöpfelte.
„Kommen Sie nur mit," lächelte die Frau und ging ihnen voraus. „Mein Papa spricht kein Wort Englisch," erklärte sie entschuldigend.
„Papa!" rief sie. Der Mann drehte sich um und sah den Leuten entgegen. Er hob die Hand zum Gruß.
Auch er hatte so freundliche Augen wie seine Kinder. Er war etwa Mitte fünfzig, hatte aber außer ein paar wenigen grauen Strähnen noch sehr schwarzes Haar.
Die junge Frau redete schnell etwas in ihrer Muttersprache und Laura konnte nur ihre Namen verstehen.
Der Mann nickte und lächelte. Er legte den Meißel und den Hammer weg und putzte sich die Hände an seinem Schurz ab.
Dann reichte er ihnen beiden die Hände und deutete auf eine hölzerne Bank, die ganz in der Nähe stand.
Severus und Laura setzten sich auf die Bank und Juanjosé setzte sich ihnen gegenüber auf einen etwas höheren Holzbock, der wahrscheinlich einst zum Holzspalten oder so gedient hatte.
Seine Kinder setzten sich auf einen großen, grob beschlagenen Steinblock.
Snape sah zu der jungen Frau, die kaum älter als zwanzig Jahre sein konnte und begann den Grund ihres Besuches zu erklären.
„Meine Verwandten stammen aus der Nähe von Olot. Aus Santa Pau. Ich bin auf der Suche nach Spuren von ihnen. Ihr Name ist Marconas. Sagt Ihnen das etwas?"
Die Miene des Mannes wurde sofort erstaunt und ernst, noch bevor die Tochter ihm übersetzt hatte und er nickte nach einer Weile.
„Ja," übersetzte die junge Frau überflüssigerweise und Laura musste grinsen. Die Frau kicherte nun auch etwas, verstummte aber gleich wieder, da ihr Vater so ernst war. Das entsprach eigentlich nicht seiner Natur.
Snape redete weiter. Er wollte gleich auf den Punkt kommen, denn er war auf der richtigen Spur.
„Im Speziellen suche ich nach einer Margarida Marconas. Und wie ich in meinen Recherchen heraus gefunden habe, haben Sie auch einmal nach ihr gesucht. Ich möchte nun wissen, wieso, denn bis jetzt habe ich keinen Nachweis gefunden, dass es sie gegeben hat."
Snape wusste nicht, wieso er so offen sprach, aber vielleicht war er von den herzlichen Leuten inspiriert.
Der Mann sagte lange nichts und sah nachdenklich zu Boden. Ramona sah ihn fragend an und plötzlich begann er zu erzählen.
„Mein Großvater hat mir eine Geschichte erzählt. Er ist vor zwei Jahren im Alter von 92 Jahren gestorben. Diese unglaubliche Geschichte hat er mir vor etwa fünf Jahren erzählt. Er war nicht dement und hatte einen scharfen Verstand bis ins hohe Alter, aber was er mir damals erzählt hat, klingt sehr unrealistisch.
Ich habe ihm die Geschichte nicht wirklich geglaubt, deshalb habe ich mich auf die Suche gemacht um Beweise zu finden, dass es diese Margarida, von der er mir erzählt hatte, gegeben hat. Als ich nichts gefunden habe, war ich noch unsicherer gewesen und habe die Geschichte in meinen Hinterkopf geschoben.
Nun ist das für mich sehr aufwühlend, dass Sie auch nach diesem Mädchen suchen."
Snape und Laura hörten gespannt zu und sahen von Juanjosé zu Ramona und zurück, die sich mit Reden abwechselten.
„Als mein Großvater, Pablo noch ein Junge war, war er verliebt in ein sehr schönes Mädchen. Sie stammte aus einer seltsamen Familie, die etwas außerhalb des Dorfes wohnte. Eines Tages sah er, wie dieses Mädchen, Margarida, ihrem Vater hinterher schlich, der in die Berge ging, mit seinem Esel.
Mein Großvater schlich ihnen nach, weil er neugierig war. Und weil er diesen Marconas schon viele Male beobachtet hatte, wie er in die Berge ging mit dem Esel. Einige Male habe er ihm sogar versucht, zu folgen, was aus unerklärlichen Gründen aber nicht gegangen sei. Ich weiß nicht, was er damit meinte und er konnte es auch nicht beschreiben.
Also, sie gingen in Richtung der Berge, wo eine große Höhle war. Er hielt sich in einem Busch versteckt und sah zu, wie der Vater von Margarida in diese Höhle ging. Margarida ging ihm nach und versteckte sich hinter einem Felsbrocken. Erst sei da so ein Rauch gewesen, sodass man nicht richtig in die Höhle sah. Der verzog sich dann aber etwas und meinem Großvater blieb das Herz beinahe stehen.
Er sah ein riesiges Monster. Er hat gesagt, dass es ein Drache gewesen sei. Dieses Tier sei silbern gewesen mit roten Augen."
Snape und Laura sahen interessiert aus, nicht aber so ungläubig, wie Juanjosé erwartet hatte. Er machte eine kleine Pause.
Ramona sprach nun auf spanisch auf den Vater ein, der sie entschuldigend an sah. Auch Fabrizzio schien empört und ungläubig.
„Mein Vater hat uns diese Geschichte nie erzählt!" erklärte Ramona den Gefühlsausbruch.
Juanjosé erklärte und schlichtete auf spanisch und gestikulierte beinahe so wild, wie sein Sohn das tat.
Ramona sprach gut englisch, musste aber ab und zu ein Wort umschreiben, das sie nicht kannte, als ihr Vater weiter erzählte.
„Er sagt, er habe beobachtet, wie der Drache Feuer gespien hat gegen das Mädchen, und Margarida sei wie ein Stück Holzkohle zu Boden gefallen. Sie war komplett verbrannt. Vollkommen schwarz."
Ramona stockte der Atem, als sie das übersetzte und sie hielt sich eine Hand vor den Mund. Sie wurde etwas blass und konnte nicht glauben, was ihr Vater da erzählte. Das war doch ein Märchen, das mit dem Drachen!
Fabrizzio legte einen Arm um seine Schwester und Laura versteckte ihr Gesicht hinter den Händen. Ihr ging das sehr nahe. War das wirklich passiert? Hatte Edna ihre Schwester auf solch tragische Weise verloren? Das war ja schrecklich! Die Traumszene spielte sich vor ihrem inneren Auge ab, wo Margarida Edna versucht hatte zu überreden, ihrem Vater hinterher zu schleichen. Im Gegensatz zu den jungen Spaniern zweifelte sie nicht an Juanjosés Worten.
Der ältere Mann war sehr überrascht, dass die Anwesenden ihm das glaubten. Sie schienen gar nicht ungläubig. So fuhr er fort:
„Mein Großvater hat das nie jemandem erzählt. Es muss schrecklich gewesen sein für ihn! Die Familie Marconas hat danach die Zelte sofort abgebrochen und war weggezogen. Niemand hat ihnen eine Träne nachgeweint. Einige Dorfbewohner hatten meinen Großvater dann am nächsten Tag gefunden, wie er herumgeirrt war. Er hatte selbst nicht mehr gewusst, wie er von dem Berg hinunter gekommen war.
Der Bruder meines Großvaters hatte ein paar Tage später den Eltern erzählt, dass Pablo den Marconas hinterher geschlichen sei. Alle hatten dann Pablo ausgefragt, ob diese Leute ihm etwas angetan hatten, aber er hatte immer den Kopf geschüttelt. Mein Großvater war traumatisiert und hatte Monate lang kein Wort mehr über die Lippen gebracht. Und als er dann wieder sprach, waren alle so froh, dass sie dieses Thema nicht mehr angesprochen hatten.
Er hat das alles nie vergessen können. Er war weggezogen, als er alt genug war und ist nie wieder in diese Gegend zurück gekehrt.
Das tönt sehr unglaublich, nicht wahr?" beendete der Mann seine Geschichte und sah fragend in die fremden Gesichter, in denen immer noch der Zweifel fehlte.
Snape nickte und Juanjosé fragte nach einer Pause: „Wieso suchen Sie nach dem Kind, wenn ich fragen darf? Ich habe gar nichts über Margarida gefunden."
„Ich habe von ihr geträumt," sagte Laura, bevor ihr Vater antworten konnte. Sie sah zu ihm auf, ob er wütend war, wegen ihrer voreiligen Erklärung. Vielleicht wollte er das diesen Leuten ja nicht erzählen.
Ihr Vater gab ihr einen mahnenden Blick, während Ramona übersetzte, was Laura gesagt hatte.
Die drei Fremden sahen Laura erstaunt und fragend an. Laura errötete und sah wieder zu ihrem Vater auf. Sie wusste nicht, ob die jungen Leute das alles glaubten.
„Laura hatte ein paar undefinierbare Träume, von Margaridas Schwester, Edna. In diesen Träumen kommt auch Margarida vor," erklärte Snape und fand, dass diese Pereirras nicht mehr zu wissen brauchten.
„Dann wird doch etwas dran sein, an dieser Geschichte. Aber was könnte das gewesen sein, das mein Großvater als Drachen beschreibt? Könnte es sich um irgend eine Art Maschine gehandelt haben? Vielleicht hat die Fantasie des damals kleinen Jungen es in einen feuerspeienden Drachen verwandelt," überlegte Juanjosé. „Das erste Kind meiner Großeltern wurde dann auf den Namen Margarida getauft. Meine Tante. Er muss trotz allem diese Margarida Marconas immer im Herzen behalten haben, wenn er sogar sein Kind nach ihr benannt hatte," überlegte der ältere Mann etwas abwesend.
Die jungen Spanier unterhielten sich wieder angeregt auf spanisch und Laura und Snape sahen sich fragend an.
Snape fand das alles sehr interessant und Laura nicht minder.
„Mr. Snape, ich habe ein Bitte. Ich habe Ihnen meine Geschichte anvertraut. Das habe ich vorher noch nie jemandem erzählt und ich möchte Sie, wie auch meine Kinder und Laura bitten, es für sich zu behalten. Und ich möchte Sie auch bitten, mir zu berichten, falls Sie herausfinden, ob es Margarida wirklich gegeben hat. Sie muss meinem Großvater viel bedeutet haben, obwohl sie damals noch junge Kinder gewesen waren."
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Als er Laura gute Nacht gesagt hatte, ging Severus ins Wohnzimmer und schenkte sich ein Glas Wein ein.
Milly fragte ihn, ob er noch etwas wünsche und er antwortete, dass er nichts mehr brauche. Er setzt sich hin und dachte nach.
Sie hatten den Abend bei den Pereirras verbracht, die darauf bestanden hatten, dass sie noch dort zu Abend essen sollten.
Laura hatte sich sehr gut amüsiert und Snape war aufgefallen, wie sie den jungen Mann bewundert angesehen hatte. Sie hatte es lustig gehabt, mit den fröhlichen, jungen Leuten, die ganz vernarrt gewesen waren in seine Tochter.
So herzliche Leute waren diese Pereirras gewesen, und die Frau von Juanjosé hatte ein wenig englisch geredet. Sie hatte einen Auslandaufenthalt gemacht als junge Frau. Und ihre Schwester lebte in der Nähe von London.
Der Abschied war gewesen, als würden sie diese Leute schon ewig kennen und seien die besten Freunde. Er war auch ziemlich stolz gewesen, da die Spanier so von seiner wohlerzogenen und liebenswürdigen Tochter geschwärmt hatten. Immer wieder hatten sie ihm versichert, was für ein tolles Kind sie doch sei.
Sie hatten versprechen müssen, bald wieder zu Besuch zu kommen und Laura hatte sie kurzerhand zu ihnen nach Hause eingeladen.
Snape seufzte, als er an seine voreilige Tochter dachte, die sehr kontaktfreudig war.
Sein ruhiges, zurück gezogenes Leben hier war Geschichte.
Er lächelte, denn das Leben, das seine Tochter brachte, hatte auch viele schöne Seiten. Und ab und zu brauchte ja auch sie Ruhe von allen und genoss es, mit ihrem Vater etwas zu brauen oder sich alleine im Garten zu vergnügen.
Diese Momente brauchten sie beide. Um nichts in der Welt hätte er sein ruhiges, zurück gezogenes, aber auch einsames Leben weiter leben wollen. Er war dankbar, dass seine Tochter sein Leben so bereicherte. Und natürlich auch Amélie
Nachdenklich nahm er einen Schluck Wein und stellte dann das Glas auf das Tischchen neben sich.
Juanjosés Geschichte war wirklich sehr eindrücklich gewesen und hatte Severus sehr nachdenklich gemacht.
Alles passte zusammen, dachte er. Die Geschichte von Pablo und der Traum von Laura, als der Esel alleine nach Hause gekommen war. Der überstürzte Umzug der Familie und der Vergessenszauber.
Sie wollten den Unfall löschen. Das Leben des Kindes, das den Tod gefunden hatte, durch die Unachtsamkeit des Vaters. Und bestimmt war es damals schon illegal gewesen, Drachen zu halten. Was für furchtbare Gewissensbisse mussten den Vater der kleinen Margarida geplagt haben!
Wozu er diese Viecher in der Höhle wohl versteckt gehalten hatte? War das ein kleiner Nebenverdienst?
Wahrscheinlich waren es die Dracheneier gewesen, vermutete er. Zwar waren auch Drachenkrallen und Drachenhaut und solche Dinge sehr wertvoll, aber es war nicht einfach, einen Drachen zu töten nicht mal mit Magie. Und die Tiere waren zu kostbar, um sie einfach abzuschlachten.
Wenn es wirklich eine solche Höhle gegeben hat, dann könnte es sein, dass sie noch da ist, wenn er sie nicht zerstört hat. Bestimmt hatte er keine Zeit gehabt, die Tiere weg zu schaffen.
Das war ein riesiger Aufwand, der mehrere erfahrene Zauberer brauchte.
Er würde sich die Sache mal ansehen gehen. Drachen konnten, mit genügend Wärme, sehr lange überleben. Selbst wenn er sie in der Höhle eingeschlossen hätte, wäre es möglich, dass sie noch lebten. Vielleicht sogar nach so langer Zeit...
Dass das alles wahr zu sein schien, konnte er trotz all der Beweise kaum fassen. Noch vor ein paar Wochen hätte er eine solche Geschichte belächelt.
Er stand auf und schritt zum Kleiderhaken, der in der Eingangshalle angebracht war und hob Lauras Jacke auf, die zu Boden gefallen war. Das Kind war immer so hastig unterwegs, dass sie ihre Kleider selten sorgfältig verräumte. Wieviele Male er sie deswegen schon getadelt hatte, wusste er nicht. Aber als nächstes würde sie eine Strafe kassieren, damit sie sich mehr bemühte. Er konnte solche Schussligkeit nicht dulden.
Sein Blick fiel auf den alten Spiegel, der daneben an der Wand hing und er blickte hinein und sah sein Spiegelbild bedächtig an.
Er lächelte ein wenig, als er daran dachte, dass es Schüler gab, die munkelten, dass er ein Vampir sei. In diesem Fall würde er nämlich sein Spiegelbild nicht sehen.
Aber die Ähnlichkeit zu einem Vampir sah Severus nicht mehr wirklich. Es hatte Zeiten gegeben, in denen diese nicht abzustreiten war. Vor Lauras Zeit, als er nächtelang wie verrückt gebraut hatte und kaum gegessen und geschlafen hatte.
Severus trat etwas näher zum Spiegel und sah sich kritisch an. Sogar äußerlich hatte er sich irgendwie verändert, dachte er. Er wusste nicht genau, was es war, irgendwie sah er deutlich gesünder aus.
Vielleicht taten ihm die Frauen eben doch gut. Er stieg die Treppe hoch und hörte nackte Füße herum tapsen. Wie ein Geist stand Laura plötzlich vor ihm. Sie war aus einem der Gästezimmer gekommen, schien aber nicht wirklich wach zu sein.
„Laura?" sprach Severus sie leise an. Ihr Blick war etwas glasig. Sie murmelte etwas, das er nicht richtig verstand und er fasste sie an den Schultern. Er drehte das Mädchen um, und führte sie in Richtung ihrem Zimmer.
Dort legte sie sich freiwillig wieder in ihr Bett und deckte sich zu. Severus beugte sich zu ihr hinunter und gab ihr einen Kuss auf die Wange.
„Dad?" fragte sie und sah ihn nun klarer an. „Was ist?"
Er deckte sie noch etwas besser zu und flüsterte: "Nichts, Laura, schlaf!"
„Dad, die Echse tut mir Leid," hauchte sie, schlief aber schon beinahe wieder. Sie hatte das scheinbar noch schnell los werden wollen.
Snape strich ihr übers Haar. Das wäre ja nicht seine Tochter, wenn ihr die Riesen-Echse nicht Leid tun würde.
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Am nächsten Tag hatte er Amélie eingeladen. Er vermisste sie sehr und wollte ihre Nähe spüren. Dass er diese aber nicht haben würde, wenn Laura dabei war, war für ihn klar.
Und tatsächlich hatte Laura die junge Frau sofort für sich beschlagnahmt und war mit ihr hinaus gegangen. Snape wusste, dass Laura sie so weit wie möglich von ihm fern halten wollte.
Er wusste, dass Amélie es nicht mochte, wenn sie sich verstellen musste, aber sie fügte sich. Schließlich war es seine Tochter, und er wusste, dass sie seine Entscheidungen, was das Kind anging, akzeptierte.
Es war ihm bewusst, dass er bald mit Laura reden musste. Aber er wollte ruhige Ferien und sich nicht mit Lauras Ausbrüchen herum schlagen müssen. Er hatte ihr erzählt, dass sie kommen würde, hatte aber darauf verzichtet, sie zu warnen. Sie wusste wohl, wie sie sich zu benehmen hatte. Das hatte er ihr das letzte mal klar gemacht.
Er hörte, wie Amélie draußen mit Laura redete und die beiden hinein kamen. „Wir können später nochmals etwas raus gehen, Laura," sagte sie, denn das Kind wollte sie scheinbar überreden, doch draußen zu bleiben.
„Wir trinken jetzt Tee," sagte Snape in einem Ton, der keinen Widerspruch duldete und gab Laura, die gerade protestieren wollte, einen vielsagenden Blick.
Laura hatte es noch nicht geschafft, sich bei Amélie zu entschuldigen. Amélie würde dann über das alles sprechen wollen, und dazu hatte Laura keine Lust. Sie würde es dann, bevor die Frau nach Hause ging und keine Zeit mehr hatte lange zu reden, tun.
Die drei setzten sich an den Tisch und Milly brachte Schokoladenkuchen. Lauras Augen leuchteten erfreut. Sie liebte Schokoladenkuchen, vor allem den von Milly. Sie bedankte sich bei der Elfe, die sich sehr über die Freude des Kindes freute.
Laura musste sich sehr zusammenreißen und konnte kaum hinsehen, wenn ihr Vater und Amélie sich unterhielten. Obwohl sie nur über Alltägliches redeten, meinte sie, etwas in ihren Blicken zu sehen. Sie wagte es nicht, die beiden mit vernichtenden Blicken zu bombardieren, da es für sie wieder unangenehm enden könnte.
Aber sie würde sie keinen Augenblick alleine lassen, beschloss sie.
Es war ein ziemlich mühsamer Abend für das Kind. Eigentlich war es ihr viel zu langweilig, immer bei den beiden zu sein und den Gesprächen zu lauschen. Zwar redeten sie auch mit ihr und sie zeigte stolz ihre Geschenke, die sie bekommen hatte, aber die Themen wechselten auch immer wieder zu Uninteressantem.
Amélie schien irgendwie anders, ihr gegenüber, aber Laura wusste nicht genau, was es war. Irgendwie so steif, obschon sie nett war.
Die Idee mit dem Antiliebeszaubertrank schoss ihr wieder durch den Kopf. Nur so für sich hatte sie sich einen Plan ausgedacht, von dem sie aber eigentlich von Anfang an wusste, dass sie es nicht tun würde.
Nein! Sie hatte einmal ziemlichen Ärger bekommen, mit ihrem Dad, als sie heimlich gebraut und Steve, Amélies Cousin, einen Liebestrank verabreicht hatte.
Sie hatte überhaupt keine Lust, wieder über den Knien ihres Vaters zu landen und eigentlich wusste sie ja auch, wie gefährlich so eine Aktion wäre.
In Gedanken versunken hörte sie mit nur mit einem Ohr der Unterhaltung der Erwachsenen zu.
Sie hatte ihre Geschenke vor sich auf dem Tisch aufgebaut. Sie war reich beschenkt worden und hatte sich unglaublich gefreut. Ihr Vater hatte ihr eine spezielle Armkette gekauft und ein Buch mit einer Abenteuergeschichte. Von Remus hatte sie eine schöne Schreibfeder bekommen, die aber ganz spezielle Farben hatte und von einem seltenen Vogel stammte, dessen Namen sie vergessen hatte.
Harry hatte ihr ein Notizbüchlein geschenkt, auf dem ein wunderschönes, kräftiges Pegasuseinhorn seine Flügel bewegte und seine Mähne schüttelte.
Auch die Weasleys hatten wieder ein Paket geschickt mit Süßigkeiten und von Fred und George hatte sie wieder eine lustige Karte bekommen.
Sie war vorsichtig gewesen, mit dem süßen Zeug, da man bei den Zwillingen nie wusste. Von Hermine hatte sie ein Buch über Geschichte der Zauberei bekommen, das aber witzig in Romanform geschrieben war. So würde ihr alles viel besser im Gedächtnis bleiben. Von Emma hatte sie eine Schachtel Schokofrösche bekommen, wie letztes Jahr. Und wie letztes Jahr hatte sie sie in die Küche verräumen müssen und hatte sie trotz Protestes nicht mit in ihr Zimmer nehmen dürfen, wo sie natürlich alles schon längst gegessen hätte.
Laura sah Amélie und Snape an, die diskutierten und Tee tranken. Sie überlegte, ob sie über Bauchweh klagen sollte, damit sich ihr Vater ihr widmen musste. Aber ganz sicher würde er den Schwindel merken, da er ja diesen Diagnosezauber machen konnte. Und dann würde er wütend sein auf sie.
Sie seufzte und blätterte in ihrem neuen Buch. Sie konnte ja etwas lesen und mit einem Auge die Erwachsenen beobachten.
Bald war sie so in die Geschichte vertieft, dass sie die beiden vergessen hatte. Amélie gab Severus einen vielsagenden Blick und deutete mit den Augen auf Laura. Sie grinste etwas und Severus hob eine Augenbraue.
Er nahm sich vor, dass er mit ihr reden würde. Bald.
