Erstmal wieder vielen Dank für eure tollen Reviews =)

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Lang, lang ist´s her

Mittlerweile waren es nun eineinhalb Jahre her, dass ich Edward wieder das Herz gebrochen hatte.
Die Zeit verging wie im Flug.
Doch für mich war es anfangs immer so, als wäre es gestern gewesen, dass ich eine wundervolle Nacht mit ihm verbracht hatte und ihm gleichzeitig wieder verletzte.
Diese Gefühle, die mich die ersten Monate über quälten, hatte ich mittlerweile in meinem tiefstes Inneres vergraben.
Ich dachte nur noch selten über ihn nach.
Es hatte sich alles verändert in den letzten Monaten.
Nachdem die Cullens wieder nach Forks geflogen waren, hatte ich nichts mehr von Edward gehört.
Ich wusste, dass es so besser war, dass er mich vergessen sollte, aber anfangs konnte ich es nur schwer akzeptieren.
Alice und Rose besuchten uns noch zweimal und wir unternahmen viel und redeten viel.
Doch auch dies war vorüber.
Ich hatte keinen Kontakt mehr zu den Cullens.
Erstens hatten sie sich fast gar nicht mehr gemeldet, was ich allerdings gut nachvollziehen konnte, da ich ihrem Sohn ja das Herz gebrochen hatte.
Und zweitens war ich immer noch mit Jerome zusammen.
Alice und Rose hatten einen mega Aufstand gemacht, als sie das letzte mal hier waren und ich ihnen das erzählte.
Sie hatten es bestimmt Edward gesagt.
Mein schlechtes Gewissen plagte mich so sehr nach ihrer Abreise, dass ich mit Jerome gesprochen hatte.
Ich hatte ihm erklärt, dass ich ihn nicht so sehr liebe, wie ich jemand anderen vorher geliebt hatte.
Natürlich erwähnte ich Edwards Namen nicht. Das war ja auch nicht sonderlich wichtig und ich wollte nicht, dass es für Jerome noch schwieriger wird.
War ja schon schlimm genug, dass ich ihn auch noch verletzte.
Wir hatten uns lange unterhalten und er wollte trotz allem noch mit mir zusammen sein.
Womit hatte ich das nur verdient?
Er tat wirklich alles für mich.
Und er war auch immer für mich da. Durch ihn hatte ich Edward vergessen, naja nicht vergessen, aber ich hatte nicht mehr so oft an ihn denken müssen.
Ein Grund, das Jerome und ich noch zusammen war, waren meine Eltern.
Sie hatten natürlich mitbekommen, wie Edward und ich miteinander umgegangen waren und wussten sofort, dass da mehr zwischen uns war, als ehemalige Geschwisterliebe.
Sie hatten mir erstmal eine Standpauke gehalten und ich hatte mega viel Ärger bekommen.
Sie bestanden darauf, dass ich mit Jerome zusammen blieb.
Sie liebten ihn, wie ihren eigenen Sohn. Natürlich hatte das mit Edward eine Menge Konsequenzen für mich, die ich über mich ergingen lies.
Ich durfte nur noch was mit Franzi, Matt, Lis, Jonathan und Jerome machen, das Haus nicht mehr so oft verlassen und Party fiel auch erstmal für mich flach.
Dazu kam noch das ich anfangs mega Stress mit Franzi und Lis hatte, weil sie mich so nicht kannten und nicht verstanden, wie ich sowas machen konnte.
Wir hatte lange miteinander gesprochen. Meine Eltern schenkten uns sogar ein Wochenende zu dritt. Wir flogen nach Hawaii und waren dort ungestört.
Sie hatten einfach gesehen, wie sehr mich der Streit mit meinen besten Freundinnen mitgenommen hatten.
Ich erklärte ihnen alles. Ich konnte und durfte ihnen diesen Teil meines Lebens nicht mehr verheimlichen.
Danach ging es mir auch wesentlich besser und fielen uns alle in die Arme und lachten wieder miteinander.
Diese Sache hatte uns noch mehr zusammen geschweisst. Wir waren mittlerweile wie Drillinge, die man nicht mehr trennen konnte, außer unsere Jungs wollten was
mit uns alleine machen. Dann trennten wir uns schweren Herzens voneinander. Aber die Jungs wussten schon, wie sie uns ablenken konnten.
Man konnte also sagen, dass Franzi, Lis und ich den Volltreffer hatten. Bei diesen Gedanken, musste ich immer wieder grinsen, denn ihre Freunde waren ja meine überalles geliebten Brüder.
Wir sechs bildeten einfach das Dreamteam. Besonders weil Matt und Jonathan mittlerweile nicht mehr so viel Zeit hatten für Franzi und Lis.
Jonathan besuchte mittlerweile seit einem Jahr die Florida International University und Matt ging vor einem halben Jahr dahin, genauso wie Jerome.
Sie liebten die beiden so sehr, dass sie es nicht übers Herz brachten, Miami zu verlassen.
Ich war glücklich darüber, denn ich wollte meine Brüder auch nicht gehen lassen.
Meine Eltern waren anfangs nicht begeistert davon, aber meine Brüder hatten so viel Überzeugungskraft, dass sie gar nicht mehr anders konnten, als den beiden
zuzustimmen und sich mit ihnen zu freuen.
Franzi, Lis und ich hatten uns auch an den Unis in Miami beworben und wurden dann doch tatsächlich alle drei von der Miami International University of Art und Design genommen.
Wir waren so glücklich, dass wir zusammen studieren konnten.
Franzi und Lis wollten unbedingt Modedesign studieren. Erst wollte ich das auch machen, doch ich entdeckte mittlerweile meine Liebe für die Gestaltung von
Werbeplakaten und alles was damit zu tun hatte.
Ja ich wollte Werbedesignerin werden und dafür war dieses College am besten.
Wir hatten auch alle drei hart dafür gearbeitet. Wir hatten letzte Woche unsere letzten Prüfungen hinter uns gebracht und hatten alle mit eins bestanden.
Wir waren die drei besten aus unserem Jahrgang. Natürlich verdankten wir die guten Noten viel harte Arbeit und Konzentration und Geduld.
Franzi hatte vorgeschlagen schon drei Monate vorher anzufangen zu lernen. Lis und ich stöhnten, doch Franzi sagte immer wieder, das sich das lohnen würde.
Und wie man sieht, hatte sie recht. Ja Franzi hatte mit fast allem immer recht, aber nur fast.
Die arme Franzi tat mir in der Zeit des lernens sehr leid, weil Lis und ich uns nie konzentrieren konnten und immer einen Drang dazu hatten mehr Unsinn zu machen, als wichtige Dinge im Leben zu machen. Lernen fanden wir beide sehr unwichtig, doch irgendwann hatte uns Franzi so zu geredet, dass wir auch nicht mehr anders konnten.
In einer Woche sollte nun unser Abschlussball sein. Franzi, Lis und ich waren schon sowas von aufgeregt, dass wir jeden Tag shoppen waren um das passende
Kleid zu finden. Doch wir konnten uns irgendwie nie entscheiden. Entweder fuhren wir von einer zur anderen Stadt oder wir flogen durch quer Amerika.
Meine Mum hatte die Cullens angerufen und eingeladen. Wie durch ein Wunder waren Esme und Carlisle nun die engsten Freunde von den beiden.
Doch sie hielten mich immer auf Abstand.
Mum hatte mir auch erst vor ein paar Tagen erzählt, dass sie so engen Kontakt hatten. Sie wollte mich nicht verletzen wegen Edward.
Ich konnte ihr noch nicht mals sauer sein, weil sie ja nur das Beste für mich wollte.
Franzi, Lis und ich wollten heute mal wieder die Läden in Miami unsicher machen.
Die Jungs waren noch an der Uni und würden erst in ein paar Tage kommen können, weil dann hatten sie Semesterferien.
Wir genossen einfach die Zeit zu dritt.
Wir hatten so viel Spaß beim shoppen, dass wir, egal welches tolle Geschäft wir verliessen, immer mindestens zwei Tüten voll hatten.
Wir schlenderten gerade über den Miami Beach um mal abzuschalten vom ganzen Einkaufen, denn wir waren schon fünf Stunden unterwegs, da sah ich zwei mir
vertraute Gestalten. Ich sah sie nur von hinten, doch das kurze schwarze stachlige Haar und die blonden langen wunderschönen Haare würde ich immer wieder erkennen.
Es waren Alice und Rose, da war ich mir sicher. Ich konnte sie nur von hinten sehen, da sie einige Meter vor uns liefen.
Franzi und Lis bemerkten wohl, dass ich mich auf die beiden fixiert hatte und sie forschend beobachtete.
"Was ist Bella?" fragte Lis neugierig.
"Ich glaub das sind Alice und Rose" antwortete ich ihr unsicher.
Ich hatte den beiden von Alice und Rose erzählt und anfangs waren die beiden ein bisschen eifersüchtig, doch das legte sich schnell.
Ich hatte alle vier gleich lieb.
Als hätten die beiden gehört, dass ich ihre Namen genannt hatte, drehten sie sich zu uns um.
Sie mustereten mich von oben bis unten.
Mein Kleidungsstil hatte sich stark verändert. Lis, Franzi und ich trugen mittlerweile gewagtere Kleidung, für was anderes war es auch einfach zu heiß in Miami.
Diesen Stil hatte ich bei unseren letzten treffen noch nicht gehabt.
Auch meine Haare hatten sich leicht verändert. Ich hatte ein paar blonde Strähnchen und hatte sie ein bisschen gekürzt. Das war bei dem Wetter angenehmer.
Ich versuchte in ihre Augen zu schaun und sah immer noch den Schmerz in ihnen, dieser sollte wohl Edwards Schmerz wiederspiegeln.
Von hinten kam ein hübsches Mädchen auf die beiden zu. Lange dunkle Haare. Sie war einfach nur ein Traum. Sie gab beiden einen Kuss auf die Wange und musterte mich ebenso wie Alice und Rose.
Sollte ich auf die beiden zu gehen?
Wollten sie überhaupt, dass ich mit ihnen redete?
Mich überkamen unmengen von Gefühlsregungen. Freude, Leid, Trauer und Angst.
Solche Gefühle hatte ich schon lang nicht mehr.
"Bella was ist mit dir?" fragte nun Franzi besorgt.
Ja was war mit mir? Wieso war ich mir nur so unsicher, was ich machen sollte?
Die letzten Monate, wusste ich doch immer was ich machen sollte. Wieso war das bei dem Anblick von Alice und Rose anders?
Wieso brachten sie mich so aus der Fassung?
Ich versuchte die Fragen in meinem Kopf auszublenden.
"Lass uns die beiden begrüßen" sagte ich etwas leiser.
Meine Stimme zitterte und ich wusste nicht wieso.
Was passierte mit mir?
Wir gingen langsam auf die drei zu.
"Hallo Alice. Hallo Rose" sagte ich zu den beiden. Ich kannte ja den Namen des dritten Mädchens nicht.
"Hallo Bella" sagten Alice und Rose gleichzeitig.
Sie begrüßten auch Franzi und Lis. Immerhin hatten sie sich ja schon kennen gelernt und ein paar mal gesehen, als die beiden mich besucht hatten.
Lis und Franzi wohnten ja schon quasie bei uns.
"Bella, darf ich vorstellen, das ist Misti" sagte Rose freundlich.
In diesem Moment legte sich eine Hand auf Mistis Schulter, sie drehte sich um und begann freudestrahlend zu Lächeln.
Was passierte hier gerade?