5.21 – Someone To Love
Someone To
LoveDon't even like to think
about
I don't know what I'd do without it
I
only know I'll live & not be for your love
Baby
you came to me
in my time of need
When
I needed you
you were there for me
Baby
the love from you
is what got me through
It's
because of you, I was able to
give my heart again
You gave me... [CHORUS:
Someone
to love
Someone to touch
Someone
to hold
Someone to know
Someone
to love
Someone to trust
Someone
to hold
Oh, someone to know I
thought I'd never love again
I thought my life
was over, and..
I didn't wanna face or even see
another day, baby
Suddenly from nowhere
baby,
you appeared
You dried my tears
You
cared for me
Maybe your love for me
truly
rescued me
It's because of you, I was able to
fall in love again
You gave
me someone... [ChorusFor
so long in my life
I wouldn't let love inside
But I swallowed my pride
the
day you arrived And now with you by my side
everything is all right
It's
because of you, I was able to... Give my
heart again
And you gave me someone to love
and
you gave me someone to love
You gave me someone
to love
Someone to know
And
you gave me someone to love
and you gave me
someone to love
You gave me someone to love
Someone to know
Der
Hürdenläufer hat zehn Hürden mit einer Höhe von
circa einem Meter vor sich, die er in einer möglichst schnellen
Zeit überwunden haben muss. Die Weitspringer beißen sich
an einem Weltrekord der nahe der 9 Meter Marke liegt, die Zähne
aus. Sie trainieren jeden Tag, um ihre persönliche Bestmarke zu
überbieten. Das komische ist, dass wir in unserem Beruf bereit
sind, über unseren Schatten zu springen. Doch in anderen
Bereichen weigern wir uns manchmal mit Händen und Füßen,
den letzten Schritt zu machen (Meredith liegt wach im
Bett, sie hat ihre Hand auf dem Bauch abgelegt und starrt an die
Decke). Wir umgehen die wichtigen Themen so lange es geht
(Cristina legt einen Umschlag zur Seite und geht aus ihrer
Wohnung heraus). Statt über unsere Probleme zu
reden, ziehen wir uns lieber zurück und warten darauf bis es von
alleine vorbei geht (Izzie wird mit einem
schmerzverzerrten Gesicht wach und steht auf). Selbst
wenn die Lösung direkt vor uns liegt, weigern wir uns die Hand
auszustrecken und nehmen lieber die Unannehmlichkeiten in Kauf (Lexie
steht vor ihren Kleiderschrank. Hinter ihr auf dem Bett steht ein
kleiner Reisekoffer).
Meredith's Haus - Alex/Izzie Schlafzimmer
Alex wusste nicht, was ihn aufgeweckt hatte, als er die Augen aufschlug und in die Dunkelheit des Zimmers starrte. Ganz automatisch tastete seine Hand zu der anderen Betthälfte hinüber, wo er Izzie vermutete. Doch sein Griff ging ins Leere. Er drehte sich auf die andere Seite und schaltete die Nachttischlampe an. Mit gerunzelter Stirn schaute er auf die leere Betthälfte und ließ seinen Blick dann hinüber zum Wecker wandern. Es war 4 Uhr morgens. Keine Uhrzeit, wo ein normaler Mensch noch wach oder schon wieder erwacht war. Doch derzeit war es fast Normalzustand für Izzie, um diese Uhrzeit durchs Haus zu wandern, denn das Baby hatte dann immer seine Aktivphase. Seufzend schob Alex die Bettdecke beiseite und stand auf. Vermutlich war sie wieder vor dem Fernseher eingeschlafen, mutmaßte er. Schon vor ein paar Tagen hatte er sie dort schlafend vorgefunden. Er ging die Treppe nach unten und blieb dann einen Moment ratlos und mit gerunzelter Stirn im leeren Wohnzimmer stehen. „Izzie?"
Auch die Suche in der Küche blieb ergebnislos. Unruhe machte sich bei ihm breit. Konnte es sein, dass sie ihre Schlaflosigkeit genutzt hatte, um draußen einen kleinen Nachtspaziergang zu machen? Er verwarf den Gedanken gleich wieder. Izzie würde nichts tun, was das Baby gefährden könnte. Oder doch? Sein Pulsschlag erhöhte sich, als er die Haustür öffnete und nur im Pyjama bekleidet ein paar Schritte nach draußen tat. „Izzie? Bist du hier?"
Keine Antwort. Erleichtert stellte er fest, dass das Auto noch da war. Für einen Moment hatte er die Befürchtung gehabt, dass sie vielleicht das Auto genommen hatte. Aber wenn sie nicht im Wohnzimmer, nicht in der Küche und auch nicht draußen war, wo war sie dann? Während er eilig die Treppe nach oben rannte, fasste er den Entschluss, sie zu suchen. Er wollte gerade wieder ins Schlafzimmer zurück gehen, als er ein Geräusch vernahm, dass sich wie ein Plätschern anhörte. Er folgte dem Geräusch und blieb dann verblüfft im Türrahmen des Badezimmers stehen. „Was zum Teufel machst du hier?"
Izzie drehte erschrocken ihren Kopf in die Richtung aus der sie seine Stimme hörte. „Alex!" rief sie aus. „Na endlich!"
„Was tust du da?" wiederholte er noch einmal seine Frage, während er mit gerunzelter Stirn auf sie hinunter starrte.
„Wonach sieht es denn aus?" Izzie rollte leicht genervt mit den Augen, während sie eine Handvoll Schaum nahm und ihn nach ihm warf.
„Hast du eine Ahnung, wie spät es ist?" Er fing den Schaumball auf und schüttelte verständnislos den Kopf.
„Sag das mal ihm!" Sie deutete mit vorwurfsvoller Miene auf ihren runden, mit Schaum bedeckten, Babybauch.
Alex zog fragend die Augenbrauen nach oben, während er vor der Badewanne in die Hocke ging „Hast du wieder Wehen gehabt?"
Izzie hob die Arme und ließ sie ins Wasser platschen. „Nein, wie kommst du darauf? Es macht mir Spaß, um 4 Uhr morgens ein heißes Schaumbad zu nehmen", stieß sie leicht gereizt hervor.
„Izzie!"
„Schon gut." Sie streckte sich aus und seufzte. „Ja, ich hatte Wehen. Oder zumindest dachte ich, dass es welche wären", korrigierte sie schnell, als sie seinen besorgten Gesichtsausdruck sah. „Aber kaum saß ich hier drin, waren sie auch schon wieder vorbei."
„Gut." Alex lächelte nervös. „Und wieso bist du danach nicht zurück ins Bett gekommen?"
Izzie lachte freudlos auf. „Wie denn?" Sie gestikulierte hilflos mit den Armen. „Der Tipp, heiß zu baden, um herauszufinden, ob man echte Wehen hat, ist ja ganz nett. Aber er kommt von Ärzten, die anscheinend keine Ahnung haben, wie es ist, 10 kg an Mehrgewicht plus einen Bauch so groß wie 5 Wassermelonen aus der Wanne zu heben!" Sie stoppte und sah Alex mit Zornesmiene an, als sie sein amüsiertes Grinsen sah. „Ja, mach dich nur lustig! Wenn das hier vorbei ist, dann schwöre ich dir, werde ich die Vasektomie persönlich an dir durchführen! Und nun hilf mir aus dieser verdammten Wanne heraus!"
Alex gefror das Grinsen im Gesicht. Schnell drehte er sich um und griff nach Izzie's Bademantel. „Tut mir leid!" murmelte er, während er unter ihre Arme griff und sie vorsichtig hochzog. Er streifte ihr den Bademantel über und half ihr aus der Wanne. Izzie hob den Kopf, und ihre Blicke trafen sich. Alex verzog das Gesicht zu einem entschuldigenden Lächeln, während er ihr eine feuchte Haarsträhne hinters Ohr strich.
Diese sanfte Berührung genügte, um Izzie's Puls zu beschleunigen. Sie rückte so nahe es ging an ihn heran und strich mit ihren Lippen leicht über seinen Mund. An Alex' schwerer gehender Atmung erkannte sie, dass der Kuss seine Wirkung nicht verfehlt hatte. Mutig presste sie ihre Lippen fester auf seine und öffnete sie dann leicht, um seiner Zunge Einlass zu gewähren. Es war lange her, dass sie das letzte Mal so intim waren. Izzie's Erregung wuchs, als seine Lippen von ihrem Mund abließen und am Hals entlang wanderten. Sie schlang die Arme um seinen Hals und begann, seinen Nacken zu streicheln. Sie fühlte, wie Alex ihren Bademantel öffnete und seine warmen Hände über ihre nackte Haut strichen. Für einen Moment schoss ihr die Frage durch den Kopf, ob es bequem sein würde, im 9. Monat schwanger, auf dem Fußboden des Badezimmers, Sex zu haben. Doch die Frage erübrigte sich, als plötzlich die Tür aufging und Meredith das Bad betrat.
„Oh ..." rief sie überrascht aus, als sie die beiden eng umschlungen vorfand. Nur mit Mühe konnte sie ein Grinsen unterdrücken. „Wenn ich gewusst hätte, dass ihr ..." Sie räusperte sich hörbar. „Na gut. Dann gehe ich ins andere Bad, um auf Toilette zu gehen. Macht ruhig weiter."
Alex zog schnell seine Hände von Izzie weg und trat einen Schritt zurück. „Nein, wir sind ...fertig", beeilte er sich zu sagen. Er tauschte einen vielsagenden Blick mit seiner Frau, die daraufhin begann, ihren Bademantel in die richtige Position zu rücken. Mit gesenktem Kopf ging sie dann an Meredith vorbei Richtung Ausgang.
Meredith sah ihr amüsiert hinterher. „Was war das denn?" Sie sah Alex mit gerunzelter Stirn an.
Er blies langsam die Luft aus und lehnte sich seufzend gegen die Duschtür, während er mit einer Hand durch sein Haar fuhr. „Das war knapp", entfuhr es ihm. Er lächelte dünn. „Glaub mir, ich habe mich noch nie so gefreut, dich zu sehen, wie gerade in diesem Augenblick."
Meredith lachte leise. „Lass das nicht Derek hören. Er könnte es missverstehen." Sie sah Alex' nachdenklichen Gesichtsausdruck und fügte tröstend hinzu. „Nur noch vier Wochen."
Er nickte. „Würde es dir etwas ausmachen, doch das andere Bad zu benutzen?"
„Nein, gar nicht. Darf ich fragen wieso?"
„Ich würde gerne duschen", erwiderte Alex mit einem schiefen Grinsen.
„Ich verstehe." Meredith wandte sich amüsiert grinsend zur Tür. „Das Bad gehört dir. So lange du willst."
„Danke!" Er grinste zurück.
Sie zwinkerte ihm noch einmal zu und verließ dann das Bad.
Im Krankenhaus
Mit einem ungewohnt flauen Gefühl im Magen betrat Derek den Flur, auf dem sich auch Thatcher Grey's Zimmer befand. Noch einmal tief Luft holend, klopfte er an die Zimmertür seines Schwiegervaters. Als er ein leises „herein" hörte, straffte er die Schultern bevor er schließlich das Zimmer betrat.
„Mr. Grey, ich wollte ihnen nur mitteilen, dass aus neurologischer Sicht alles in Ordnung ist. Sollte auch Dr. Torres ihr Einverständnis geben, dann dürfen sie nach Hause." Erklärte Derek in seiner nüchternen Doktorstimme.
„Danke, Dr. Shepherd." Thatcher räusperte sich kurz. „Ich dachte, dass ich nur eine leichte Gehirnerschütterung gehabt hatte. Warum kümmert sich ein so anerkannter Chirurg wie sie dann um mich?"
„Sie sind eben etwas besonderes." Derek mahnte sich selber, den sarkastischen Tonfall abzulegen. „Es geht mehr darum, dass ich am Tag ihrer Einlieferung miteinbezogen wurde und man mir auch jetzt noch einmal ihre letzten Bilder vorgelegt hatte."
„Als Abschluss sozusagen." Thatcher lächelte nervös als er Derek zunickte. „Ich sollte mich dann auch bei ihnen bedanken."
„Nein, das war mein Job. Mehr nicht." Derek wollte sich schon umdrehen, doch Thatcher räusperte sich erneut. „Was kann ich denn noch für sie tun?"
„Sie war immer nur da, wenn ich geschlafen habe." Thatcher richtete sich jetzt auf. „Meredith. Ich meine Meredith."
Derek fuhr sich durchs Haar. Seufzend überlegte er, ob es richtig war, mit Thatcher über Meredith zu reden. „Vielleicht sollten sie das mit ihr selber klären."
„Sie will nicht mit mir reden." Erwiderte Thatcher schnell.
Für einen kurzen Augenblick verharrte Derek mit heruntergeklappter Kinnlade, dann spürte er wie sich wieder seine Wut anstaute. „Sie will. Aber sie hat Angst und ich kann es ihr nicht verübeln. Zuerst verschwinden sie aus dem Leben, dann müssen andere den Kontakt herstellen, sie schlagen sie und haben noch nicht einmal in Erwägung gezogen zu der Hochzeit ihrer Tochter zu kommen. Was erwarten sie von Meredith? Sie hat die nötigen Schritte getan. Jetzt sind sie dran."
Thatcher sah auf sein gebrochenes Bein herunter und schmunzelte dabei. „Ich bin wohl nicht in der Lage, einen Schritt auf sie zuzugehen."
„Ausreden." Konterte Derek sofort und zuckte dann die Schulter, nachdem Thatcher ihn überrascht ansah. „Zuerst war es Ellis, die sie angeblich gehindert hat. Dann wollten sie ihre Familie nicht enttäuschen, weil sie jahrelang ihre Tochter verleugnet haben. Dann haben sie ihr Susans Tod vorgeworfen. Nur um sich schließlich hinter dem Alkohol zu verstecken." Mit einem starren Blick wartete er darauf, was Thatcher ihm jetzt für eine Ausrede zur Antwort geben würde.
„Habe ich denn noch eine Chance?" Fragte Thatcher schließlich, nachdem er sich Dereks Worte durch den Kopf hat gehen lassen.
„Nein." Derek schüttelte den Kopf. „Bei mir haben sie keine mehr. Aber wenn sie Meredith meinen. Sie sind ihr Vater und sie sehnt sich danach, eine Verbindung mit ihnen zu haben." Da Thatcher ihn jetzt skeptisch betrachtete, fing Derek an höhnisch zu lachen. „Im Gegensatz zu ihnen sind mir Merediths Gefühle nicht egal. Ich werde sie unterstützen, auch wenn bei mir alle Alarmglocken läuten."
„Ich bin kein schlechter Vater. Sie haben keine Kinder, also können sie nicht beurteilen, was ich für wen empfinde und was nicht." Thatchers Stimme klang nun deutlich fester.
Interessiert musterte Derek seinen Schwiegervater. „Nein, ich habe keine Kinder. Aber sollte ich mit Meredith einmal welche haben, dann könnte sie mich nie von ihnen abhalten. Ich würde alles machen, um sie sehen zu dürfen."
„Sie können Meredith nicht mir meiner Exfrau vergleichen." Thatcher sah betreten zur Bettdecke. „Sie hat mir sehr deutlich klar gemacht, dass Meredith mich nichts mehr angeht."
„Ich weiß wie manipulierend sie sein konnte. Bei mir war sie auch erfolgreich. Aber ich war nur der potentielle Schwiegersohn und nicht der Ehemann oder der Vater der gemeinsamen Tochter." Derek fixierte jetzt Thatcher, der ihn wieder ansah. „Sie hätten sich per Gericht ein Besuchsrecht erkämpfen können."
Thatcher nickte ihm seufzend zu. „Ich kann die Zeit nicht zurückdrehen und jetzt ist mir Meredith eine Fremde."
„Die sie immer noch kennen lernen können." Unterbrach Derek. „Nur werde ich Meredith nicht mehr zu ihnen schicken. Sie müssen zu ihr kommen." Er sah auf seine Uhr und seufzte dann leise. „Ich muss leider weiter, Mr. Grey."
„Natürlich. Sie sind ein viel beschäftigter Arzt." Thatcher versuchte wieder zu lächeln, was aber nur in einem nervösen Zucken seiner Mundwinkel endete. Als Derek die Tür geöffnet hatte, nahm er noch einmal tief Luft. „Wollen sie und Meredith Kinder haben?"
Überrascht von der Frage blieb Derek wieder stehen. „Ich hoffe, dass Meredith ihre Angst ablegt und sie irgendwann Kinder haben will. Aber noch überwiegt bei ihr die Angst, nicht so werden zu wollen wie ihre Mutter es war."
Thatcher brachte daraufhin ein ehrlich gemeintes Lächeln zustande. „Ich drücke ihnen die Daumen, dass Meredith Kinder haben will."
„Danke." Derek sah ihn mit einem wohlwollenden Lächeln an, bevor er das Zimmer verließ.
Im Krankenhaus - Flur
Nachdenklich sah Callie auf die Unterlagen in ihrer Hand, bevor sie sich an ihre beiden Auszubildenden wandte. „Thatcher Grey soll heute entlassen werden", sagte sie ruhig. Sie hob den Kopf und sah Lexie fest in die Augen. „Dr. Grey sie werden heute in der freien Klinik aushelfen, und sie Dr. O'Malley" wandte sie sich dann weiter an George", werden Thatcher Grey für die Entlassung vorbereiten."
Lexie warf einen hilflosen Blick zu George hinüber, der ihr mit einem leichten Kopfnicken zu verstehen gab, dass es in Ordnung war.
„Das war es dann Dr. Grey. Worauf warten sie noch?" Callie's Augenbrauen hatten sich zusammengezogen, als sie Lexie's Zögern bemerkte.
Lexie warf Callie einen undefinierbaren Blick zu, bevor sie sich schließlich umdrehte und den Flur hinunterging.
„War das jetzt unbedingt nötig?" George sah Callie mit einem vorwurfsvollen Blick an.
„Was meinst du?"
„Du weißt genau, was ich meine." George verdrehte die Augen. „Seitdem du von mir und Lexie weißt piesackst du sie, wo du nur kannst. Dein Verhalten ist unprofessionell, Callie!"
Sie lachte freudlos auf. „Das ist ein guter Witz, George! Im Gegensatz zu dir nehme ich meinen Job sehr ernst. Aber das kann einer, der sich durch sämtliche Betten im Seattle Grace geschlafen hat, nicht vorstellen." Sie sah, wie er blass wurde und setzte noch einen drauf. „Ich frage mich, wie lange es diesmal dauert, bis du ihrer überdrüssig geworden bist und dir die nächste suchst."
George hatte genug gehört. Er fasste Callie grob am Arm und sah ihr mit finsterem Blick fest in die Augen. „Hör auf so über sie zu reden! Lexie ist anders als ..." Er suchte nach den passenden Worten, doch Callie war schneller.
„Olivia, Meredith, oder Izzie?" Sie lachte verächtlich, während sie sich aus seinem Griff befreite. „Komm schon, George. Wir wissen doch beide, dass du nicht treu sein kannst."
Er sah sie mit fassungslosem Blick an. Erst jetzt wurde ihm so richtig bewusst, wie viel Hass sich bei Callie in den letzten Wochen aufgestaut hatte. Nach dem Vorfall im Apartment vor einigen Wochen hatten sie kaum noch Kontakt zueinander gehabt. Die zarten Freundschaftsbande, die sie nach der Scheidung geknüpft hatten, waren zerstört. Und auch Lexie hatte darunter leiden müssen. Callie hatte den privaten Kontakt zu ihr abgebrochen, und als ihre Vorgesetzte hatte sie sie meistens für die freie Klinik oder die Notaufnahme eingeteilt. „Das mit Lexie ist etwas anderes", sagte er, als er seine Stimme wieder unter Kontrolle hatte. „Ich liebe sie."
Callie's Mund verzog sich spöttisch. „Wie vielen Frauen hast du im letzten Jahr gesagt, dass du sie liebst?" Sie rollte mit den Augen. „Mich nehmen wir mal aus. Denn wir wissen ja beide, dass du mich nie wirklich geliebt hast."
„Ich ..." George räusperte sich, als ihm die Stimme versagte. Das Gespräch wurde ihm eindeutig zu persönlich.
„Ich bin nicht schadenfroh", wechselte sie plötzlich den Ton. „Ich kann sehen, wie sie dich anhimmelt." Sie strich sich seufzend eine dunkle Haarsträhne aus der Stirn. „Es ist nicht ganz einfach mit anzusehen, wie sie in ihr Unglück rennt."
George öffnete den Mund, um einen Einwand zu machen, doch Callie gebot ihm mit einer Handbewegung zu schweigen. „Ich bitte dich um eins ..." Sie holte noch einmal tief Luft, bevor sie fortfuhr", tu ihr nicht weh!"
George war verblüfft von Callie's plötzlichem Stimmungswechsel. Verstört sah er sie an, während er den Kopf schüttelte. „Nein, das werde ich nicht", murmelte er.
„Okay." Callie nickte, während sie die Hände in ihren Kitteltaschen vergrub. „Dann geh jetzt zu Thatcher Grey und bereite ihn für die Entlassung vor."
George nickte. Er warf Callie noch einen verunsicherten Blick zu, den sie mit einem kurzen Kopfnicken erwiderte und machte sich dann auf den Weg zu Thatcher Grey's Krankenzimmer.
Im Krankenhaus - Aufzug
Meredith hatte ihre Augen fest auf Untersuchungsergebnissen als der Aufzug ihr Stockwerk erreichte. Ohne aufzublicken betrat sie ihn auch und zuckte erst zusammen als ihr jemand in den Nacken blies.
„Oh mein Gott." Meredith atmete tief durch. Genervt bückte sie sich nach unten, da sie vor Schreck ihre Papiere hat fallen lassen. „Bist du noch zu retten, mich so zu erschrecken?"
Mark half ihr mit einem breiten Grinsen dabei alles aufzuheben. „Ich würde lügen, wenn ich sage, dass es mir Leid tut."
Kaum hatte sie alle Papiere wieder in der Hand, schlug sie ihn gegen die Schulter. „Idiot." Sie rollte mit den Augen als Mark anfing zu lachen. „Was sollte das?"
„Ich konnte einfach nicht widerstehen." Mark hob entschuldigend die Hände, da Meredith ihn noch immer wütend anfunkelte. „Aus welcher Welt habe ich dich denn herausgeholt?"
„Nur aus einer unangenehmen mit schlechten Nachrichten." Sie rümpfte ihre Nase und sah dann zu Mark hoch.
„Dann erwarte ich jetzt aber eine große Dankesrede, weil ich dich in die schöne Welt zurück gebracht habe." Grinsend hielt er die Arme auf, die Meredith jedoch kopfschüttelnd ignorierte. „Ich bin dein Vorgesetzter und könnte es dir befehlen."
„Natürlich bist du das." Sie blickte auf die Anzeige und stöhnte frustriert auf. „Jetzt gebe ich dir eine Lobeshymne, weil ich Dank dir mein Stockwerk verpasst habe." Erneut funkelte sie ihn wütend an. Kaum hatte der Aufzug das nächste Stockwerk erreicht, eilte sie heraus. Überrascht stellte sie fest, dass sich Mark an ihre Fersen geheftet hatte. „Verfolgst du mich jetzt?"
„Nein, ich habe nur den gleichen Weg." Grinsend hielt er die Tür zum Treppenhaus auf.
Stirnrunzelnd ging sie an ihm vorbei und wartete dann auf ihn bis er wieder an ihrer Seite war. „Ernsthaft, Mark. Was ist los?"
„Nichts. Mal abgesehen davon, dass ich Cristina letzte Woche einen Umschlag gegeben habe und sie den Inhalt verweigert." Er zuckte mit den Schultern, sah sie aber aufmerksam an. Da Meredith ihn mit großen Augen ansah, seufzte er laut auf. „Sie hat dir also nichts erzählt?"
Als sie das nächste Stockwerk erreicht hatten, blieb sie stehen. „Nein, ich weiß nichts von einem Umschlag." Verwundert über die Neuigkeit betrachtete sie sich Mark genau. „Was hast du denn in den Umschlag getan?"
„Meinen Hausschlüssel." Murmelte Mark unsicher.
„Oh." Meredith sah ihn mit großen Augen an. „Sie hat mir nichts gesagt. Vielleicht aber auch, weil Thatcher die ganze Woche da war." Nachdenklich lehnte sie sich an die Wand.
„Vielleicht kannst du mir helfen und erklären, warum sie mir aus dem Weg geht." Mark stellte sich vor Meredith, die ihm mit einem Schulterzucken bedachte. „Komm schon."
„Mark, ich weiß es nicht. Vielleicht hat sie noch immer nicht das Vertrauen in eine neue Beziehung." Erneut zuckte sie mit den Schultern. „Ich kann ihr ja auf den Zahn fühlen, wenn du willst."
„Nein, lass es." Mark schüttelte den Kopf. „Ich werde es selber mit ihr klären." Er ging zur Tür, drehte sich dann wieder zu Meredith um. „War es falsch von mir?"
„Ihr einen Schlüssel zu geben?" Meredith nickte jetzt lachend mit dem Kopf. „Wir sind keine Schlüsselkinder, Mark. Aber wenn du ihr Zeit gibst, dann wird sie sich daran gewöhnen."
Seufzend öffnete Mark die Tür. „Soll ich mir eine Entschuldigung einfallen lassen, weil ich zu schnell war?"
Meredith musste erneut laut lachen. „Nein, du hast in dem Sinne nichts falsch gemacht. Selbst wenn du ihr erst in einem Jahr einen Schlüssel gegeben hättest, dann bräuchte sie Zeit, um damit klar zu kommen." Sie gang an ihm vorbei und klopfte ihm dabei tröstend auf die Schulter.
„Du kannst froh sein, dass du das alles schon hinter dir hast." Er hörte Merediths Lachen und schüttelte frustriert den Kopf.
Thatcher Grey's Krankenzimmer
George stand noch immer unter dem Einfluss von seinem Treffen mit Callie, als er Thatcher Grey's Krankenzimmer aufsuchte. Er verrichtete schweigsam seine Arbeit, wohlwissend, dass ein Augenpaar jede seiner Bewegungen verfolgte. Doch er hatte keine Lust, nette Konversation mit Lexie's Vater zu betreiben. Er hätte auch gar nicht gewusst, über was er mit ihm reden sollte. Er wusste von Lexie, wie Thatcher über ihn dachte. Und er hatte es am eigenen Leib erfahren, als er sie einmal von zuhause hatte abholen wollen. Thatcher Grey hasste ihn – keine Frage.
George ging zum Bett und half Thatcher in den bereitstehenden Rollstuhl. Schweigend löste er die Bremse und schob seinen Patienten Richtung Tür.
„Warten sie!" Lexie's Vater zog die Bremse, und der Rollstuhl blieb abrupt stehen.
George sah ihn irritiert an. „Stimmt was nicht?"
Thatcher schüttelte langsam den Kopf. „Es stimmt vieles nicht", begann er stockend. „Seit dem Tod meiner Frau ist nichts mehr, wie es vorher war. Sie war alles was ich hatte." Er senkte den Kopf. „Ich habe mich aufgegeben. Ich habe meine Kinder vernachlässigt. Ich habe die Verantwortung abgegeben und meinen Kummer im Alkohol ertränkt." Seine Stimme brach. „Und beinahe wäre ich dabei drauf gegangen", beendete er den Satz dann. Er hob den Kopf und sah George an. „Vermutlich hassen sie mich. Aber glauben sie mir, ich hasse mich selber noch viel mehr. Und ich kann nie mehr gutmachen, was ich Molly und Lexie damit angetan habe." Er begann leise zu seufzen. „Lexie fühlt sich verantwortlich für das, was passiert ist. Sie glaubt, sie wäre Schuld, weil sie sich nicht genug um mich gekümmert hätte. Aber das stimmt nicht. Ohne sie hätte ich mir nach Susan's Tod wohl gleich eine Flinte an den Kopf gesetzt und hätte abgedrückt."
George sah ihn betroffen an. Er wusste nicht, was er darauf erwidern sollte. Alles erschien ihm in diesem Moment ohne Belang zu sein. Also hörte er einfach weiter zu, was Lexie's Vater zu sagen hatte.
„Ich bin froh, dass sie nun ihr eigenes Leben lebt, ein eigenes Apartment hat, einen Job gefunden hat, der sie ausfüllt und ..." Er stockte kurz und sah George dann mit einem nervösen, verunsicherten Blick an. „Und einen Mann gefunden hat, den sie liebt", fügte er leiser hinzu.
George senkte den Kopf. Thatcher's Beichte berührte ihn, und er schluckte schnell den Kloß hinunter, der sich in seinem Hals gebildet hatte. Noch immer fehlten ihm die Worte.
„Reden sie mit ihr, bitte!" Thatcher sah ihn flehend an. „Ich weiß, dass sie mir helfen will, aber ich möchte nicht, dass sie alles für mich opfert. Sie soll sich nicht von mir abhängig machen. Molly und Eric werden weiter im Haus wohnen. Sie können mir helfen. Wenn Lexie zurück ins Haus zieht, dann werden nur wieder alte Wunden aufbrechen. Sie verstehen mich doch, oder?"
George nickte.
„Sie sind der einzige, der sie dazu bringen kann, von dieser absurden Idee abzukommen. Tun sie mir den Gefallen und reden sie mit ihr ...bitte!"
George räusperte sich. „Ich ... ich will es versuchen."
„Gut." Thatcher nickte. Ein zaghaftes Lächeln erschien auf seinem Gesicht. „Es heißt ja nicht, dass sie nicht mehr im Haus willkommen ist", sagte er ruhig. „Ich freue mich über ihren Besuch."
George nickte erneut. Es war immer noch schwer für ihn, die richtigen Worte zu finden. „Können wir dann gehen? Ihre Tochter Molly und ihr Schwiegersohn warten bereits draußen auf sie."
Thatcher nickte, und George fuhr den Rollstuhl nach draußen. Als sie den Flur entlang fuhren, sprach Thatcher ihn erneut an. „Ach Dr. O'Malley ... George ..." Er räusperte sich. „Was ich vorhin sagte von wegen, dass meine Tochter weiterhin im Haus willkommen wäre ..." Er machte eine kurze Pause und holte tief Luft. „Das gilt natürlich auch für sie."
George stoppte den Rollstuhl unwillkürlich und warf Thatcher einen misstrauischen Blick zu. Er war überrascht von seinem Sinneswandel. Es war erst wenige Monate her, dass Lexie's Vater ihn quasi vor die Tür des Hauses gesetzt hatte, in das er ihn nun gerade eingeladen hatte. „Das ist ..." Er suchte nach den richtigen Worten. „... wirklich sehr nett."
Thatcher rang sich ein Lächeln ab. „Ich möchte, dass meine Tochter glücklich ist. Und anscheinend machen sie sie glücklich. Zumindest behauptet sie das", schränkte er gleich ein.
George fühlte sich genötigt, etwas darauf zu erwidern. Nervös fingerte er an den Griffen des Rollstuhls herum. Vielleicht würde er so schnell nicht mehr die Gelegenheit bekommen, zu sagen, was er schon länger vor Lexie's Vater los werden wollte. „Ich liebe ihre Tochter, Mr. Grey!" brachte er dann mit leiser, leicht zitternder Stimme hervor.
Thatcher nickte. „Dann soll es wohl so sein." Seine Miene erhellte sich plötzlich, als er sah, wie Molly um die Ecke bog und auf ihren Vater zuging.
„Hallo!" Sie nickte knapp in George's Richtung und wandte sich dann ihrem Vater zu. „Bist du fertig? Eric wartet bereits im Auto."
Thatcher nickte. „Ja, ich bin fertig. Wir können dann fahren." Er sah noch einmal zu George hinüber. „Danke für ihre Hilfe, Mr. O'Malley!" sagte er.
„George ..."
Thatcher Grey verzog das Gesicht zu einem angedeuteten Lächeln.
George trat einen Schritt zurück, damit Molly ihren Vater übernehmen konnte und sah den beiden dann mit gerunzelter Stirn hinterher, bis sie aus seinem Sichtfeld verschwunden waren.
Im Krankenhaus - Labor
Callie kam am Labor an. Mit einem lauten Stöhnen lehnte sie sich gegen die Wand. Obwohl sie einen fragenden Blick spürte, zuckte sie nur mit den Schultern.
„Das blühende Leben." Cristina musterte sie kurz, bevor sie sich wieder umdrehte.
Für einen kurzen Moment schwieg Callie, dann nahm sie tief Luft, auch um die Stille zu brechen. „Was machst du denn hier?"
„Bevor ich 1000 Mal nachfragen muss, wollte ich mir lieber gleich die Laborergebnisse geben lassen, die aber irgendwie verschwunden sind." Genervt lugte Cristina zu den Labortechnikern, die aber noch immer außerhalb ihrer Sichtweite waren.
Callie nickte ihr stumm zu und rieb sich seufzend die Schläfe, bevor sie die Hände in ihrem Arztkittel versteckte. „Verstehe." Kam es schließlich hervor, doch dann sah sie betreten auf den Boden.
Für einen Moment hielt Cristina noch nach einem Mitarbeiter des Labors Ausschau, doch dann drehte sie sich zu Callie um. „Ja." Da Callie noch immer auf den Boden blickte, runzelte Cristina die Stirn. „Was ist denn los?"
„Was?" Callie sah überrascht auf, da sie nicht mehr erwartet hatte, dass Cristina an einem Gespräch interessiert war.
„Warum stehst du hier? Normalerweise hast du die Geduld, auf diese Anfänger zu warten, bis sie das Labor gefunden haben." Erklärte sich Cristina kurz und sah jetzt aufmerksam ihr Gegenüber an.
Callie räusperte sich, um den Kloß in ihrer Kehle zu lösen, der sich seit ihrem Gespräch mit George allmählich gebildet hatte. „Ich wollte nur kurz mal für mich sein und hier kann man das."
„Verstehe." Cristina drehte sich wieder von Callie weg und tippte nervös mit ihren Fingern gegen die Wand.
„Kann man sich so schnell wieder neu verlieben?" Callie räusperte sich erneut, zumal Cristina herumgewirbelt war und sie jetzt mit gehobener Augenbraue ansah. „Ich meine, ist es möglich, dass man sich nach einer abgeschlossenen Beziehung, wie zum Beispiel einer Ehe schnell wieder verliebt oder dauert so etwas?"
„Woher soll ich das wissen? War ich schon mal verheiratet?" Cristina zuckte mit den Schultern. „Ist wohl eher eine Frage für O'Malley oder Shepherd." Als sie Callies niedergeschlagenen Gesichtsausdruck bemerkte, runzelte sie die Stirn. „Es geht um George."
„Ja." Callie sah vom Boden hoch und schüttelte dann energisch mit dem Kopf. „Nein."
„Vielleicht. Muss ich jetzt was ankreuzen?" Cristina schnaubte auf. „Ich bin kein Experte auf dem Gebiet. Gefühle kann man nicht kontrollieren. Mehr weiß ich nicht."
Callie nickte ihr zustimmend zu. „Es ist nur." Sie brach ab und sah wieder zu Boden. „Vergiss es."
Cristina beobachtete Callie kurz, dann atmete sie tief durch. „Worum geht es hier wirklich?"
„Um nichts. Vergiss es einfach." Callie schüttelte mit dem Kopf. Da sie aber Cristinas bohrenden Blick spürte, sah sie wieder auf. „Es ist nur, dass George so schnell wieder neu anfangen konnte und ich nicht. Ich will es auch nicht. Oder vielleicht doch, weil ich nicht ewig allein sein will. Aber du hast Recht. Man kann seine Gefühle nicht kontrollieren."
Cristina runzelte noch immer die Stirn, da es für sie nicht ersichtlich war, warum Callie sich ausgerechnet ihr anvertraute. „Hast du etwa ein schlechtes Gewissen, weil du wieder anfängst mit jemandem rum zu machen?"
Völlig geschockt riss Callie die Augen auf. „Nein, das mache ich nicht. Was denkst du wer ich bin?" Ihr Blick verfinsterte sich leicht. „Nur weil ich einmal aus war, heißt das noch lange nicht, dass ich wild rum mache."
„Wo ist dann dein Problem?" Cristina drehte sich wieder von Callie weg. „Wenn du nur deinen Spaß haben willst, dann mach das doch." Sie lehnte sich seufzend gegen die Wand.
Callie tat es ihr gleich. „Wenn ich nur wüsste, was ich will."
Cristina drehte ihren Kopf zur Seite. „Ich habe immer noch nicht das Gefühl, das richtige zu machen. Mit Mark meine ich jetzt."
„Er ist doch in Ordnung. Auf seine schräge Art." Entgegnete Callie nachdenklich. „Auch wenn ich nie gedacht hätte, dass er treu sein kann."
„Ich mache hier keine auf Freundin und rede über Mark." Warf Cristina ein, was sie mit einer abwinkenden Handbewegung noch mehr verdeutlichte.
„Natürlich nicht." Callie nickte ihr zu. „Aber wenn du etwas interessantes über Sergio. Dr. Valdez weißt, dann wäre ich für alles offen."
„Er ist ein guter Chirurg." Cristina konnte aus ihrem Augenwinkel erkennen, dass ein Labortechniker auf sie zukam. Nach einem kurzen Moment seufzte sie auf und drehte sich zu Callie um. „Er scheint eine gute Partie zu sein." Da Callie sie verlegen anlächelte, nickte sie ihr zu und wandte sich dem Techniker zu, der ihr einen Zettel vor die Nase hielt. „Wird ja auch langsam Zeit."
Im Krankenhaus - Säuglingsstation
Meredith beobachtete mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck die Neugeborenen, die hinter der Glasscheibe mehr oder weniger friedlich vor sich hin schlummerten. Als eines der kleinen die Arme in die Höhe reckte, huschte ein Lächeln über Merediths Gesicht. Zumal sie in der Glasscheibe auch erkennen konnte, dass Derek sich ihr genähert hatte.
„Willst du mir etwas mitteilen?" Derek schwang die Arme um Meredith und legte sein Kinn auf ihrer Schulter ab.
Seufzend schüttelte Meredith den Kopf. „Ich komme hierher, wenn ich der Hektik entgehen will." Sie legte ihre Hände auf seinen Arm, mit dem er sie näher an sich zog. „Und was machst du hier?"
„Ich hatte mir Baby mit Spina Bifida angesehen." Er schloss die Augen während er seine Hand über Merediths Bauch gleiten ließ.
„Kaum auf der Welt und schon Probleme." Sie lehnte sich gegen Dereks Brust. Ihr Blick fiel auf seine Hand, die noch immer kleine Kreise über ihren Bauch ausführte. „Willst du mir etwas sagen?"
Derek öffnete wieder die Augen und drehte seinen Kopf zur Seite, um sie ansehen zu können. „Jeder hat so seine Methoden, um zur Ruhe zu kommen." Die beiden lächelten sich an, bevor sie ihren Blick wieder auf die Neugeborenen hinter der Glasscheibe richteten.
Meredith ließ ein paar Augenblicke vergehen, dann löste sie sich aus der Umarmung und drehte sich mit dem Rücken zur Glasscheibe. „Wir haben es nie ausdiskutiert." Da Derek sie verwundert ansah, deutete sie mit dem Kopf nach hinten. „Das mit Kindern. Du willst welche."
„Da gibt es eigentlich nichts zu diskutieren." Derek strich sich durch das Haar während er nach den passenden Worten für seine Erklärung suchte. „Wenn du Kinder willst, dann probieren wir es und wenn du keine willst, dann ist das für mich auch in Ordnung."
Meredith verdrehte die Augen. „Ich freue mich auf diese Diskussion in 10 Jahren, wenn du mir wirklich sagst, was du gerne gehabt hättest."
„Falsch, wenn wir die Diskussion vor 10 Jahren gehabt haben, dann hätte ich dir genau gesagt, was ich will." Er griff nach ihrer Hand und drückte sie leicht. Da Meredith ihre Augenbraue hob, schüttelte Derek den Kopf. „Warum sollten meine alten Ziele in 10 Jahren zu einem Problem führen? Zumal ich schon, bevor ich dich gefragt habe wusste, dass du nicht unbedingt Kinder haben willst."
„Du würdest also nichts dagegen haben, wenn wir keine bekommen?" Sie sah ihm in die Augen. Als er ihr zunickte, schüttelte sie den Kopf und drehte sich wieder um, so dass sie sich die Neugeborenen betrachten konnte. „Du kommst damit klar, dass in ein paar Wochen ein Baby im Haus sein wird. Selbst dann, wenn du weißt, dass du niemals selber Vater werden wirst."
Seufzend stellte sich Derek neben Meredith. „Ja, damit komme ich klar." Er ließ seinen Blick über die Neugeborenen wandern. „Ich habe viel Zeit in meine Karriere investiert. Neben Erfolg im Beruf hat mir das eine ruinierte Ehe eingebracht. Den Fehler begehe ich nicht noch einmal."
„Wir reden hier von Kindern und nicht von einer Karriere, Derek." Meredith drehte sich zu ihm um.
Derek sah Meredith in die Augen. „Was ist mit deiner Karriere? Ich muss keine Pause einlegen wegen einer Schwangerschaft. Das wird an dir hängen bleiben. Ich kann dich nur unterstützen, dir aber nicht die wesentlichen Punkte wie zum Beispiel die Geburt abnehmen." Er lehnte sich gegen die Glasscheibe und beobachtete wie Meredith darüber nachdachte. Nach einer Weile schüttelte sie den Kopf.
„Das ist nicht richtig. Ich will nicht, dass du in so einer Sache nicht auch an dich denkst." Sie sah von Derek zu den Neugeborenen und dann wieder in seine Augen.
„Meredith, ich habe dich nicht heiraten wollen, wegen irgendwelcher möglichen Kinder, sondern weil ich mit dir zusammen sein will. Somit denke ich ständig an mich." Er neigte seinen Kopf zur Seite als er seine Hand nach ihr ausstreckte. Nach kurzem zögern nahm Meredith seine Hand an und lehnte sich dann gegen seine Brust. „Mach dir also keine Gedanken darum, da ich mit mir im reinen bin, was die Kinderfrage betrifft."
Für einen kurzen Augenblick schloss Meredith die Augen und nickte dann. Sie musste bei dem Anblick der Neugeborenen lächeln. „Wenn ich mir die kleinen so ansehe, dann bin ich mir sicher, dass unsere Kinder besser aussehen werden."
Derek sah ebenfalls zu den Neugeborenen und wollte etwas erwidern als Merediths Pager ertönte. „Wartest du nachher auf mich oder fährst du mit Izzie nach Hause?"
„Ich warte." Sie stellte sich auf die Zehenspitzen, um ihn auf die Wange küssen zu können. „Immerhin wartest du ja auch auf mich." Bevor Derek ihr etwas antworten konnte, war sie bereits außerhalb seiner Reichweite. Noch einmal sah er zu den Neugeborenen. Verwirrt über ihr Verhalten, schüttelte er den Kopf und machte sich dann auch auf den Weg zu Aufzügen.
Vor dem Krankenhaus
Izzie saß auf der Bank vor dem Krankenhaus und wartete darauf, dass Alex auch endlich Feierabend machte. Sie hatten sich verabredet, um anschließend zum Geburtsvorbereitungskurs zu fahren, doch Izzie fühlte sich müde und abgespannt und hatte nur den einen Wunsch - nach Hause zu fahren. Die Arbeitstage waren anstrengend geworden, und es war das erste Mal, dass Izzie sich auf den Beginn des Mutterschutzes freute, der in einer Woche beginnen sollte. Der Wunsch, nach dem 14-tägigen stationären Aufenthalt im Krankenhaus, wieder als Chirurgin im OP arbeiten zu dürfen, hatte sich nicht erfüllt. Probleme mit der Schwangerschaft hatten dies vereitelt. Izzie streckte ihren Rücken und sah seufzend auf die Uhr. Selbst langes Sitzen auf unbequemen Stühlen oder einer Bank war anstrengend geworden. Sie versuchte sich selber zu trösten, indem sie sich immer wieder sagte, dass es nun nur noch wenige Wochen dauern würde, bis Baby Jonathan das Licht der Welt erblickte. Doch auch dies erschienen ihr noch ewig lang hin zu sein. Sie griff nach ihrer Tasche, zog ein Buch hervor und begann zu lesen. Sie war so vertieft in ihre Lektüre, dass sie erst aufschaute, als sich neben ihr jemand lautstark räusperte.
„Oh, Dr. Bailey..." rief sie erstaunt aus. „Ich habe sie gar nicht kommen hören."
Dr. Bailey wies lächelnd auf den Buchtitel. „Die sanfte Geburt", las sie laut vor. „Lange dauert es jetzt nicht mehr, oder?"
Izzie verzog das Gesicht. „Noch viel zu lange, wenn sie mich fragen. Ich wünschte manchmal, dass die vier Wochen schneller vorbeigehen würden."
„Ja, das Gefühl kenne ich", nickte sie, während sie neben Izzie auf der Bank Platz nahm. „Nach meiner Erfahrung sind die letzten Wochen die schlimmsten. Aber wenn sie erst ihr Baby im Arm halten, dann entschädigt sie das für die Qualen, die sie in dieser Zeit erdulden mussten."
Izzie klappte das Buch zu und legte es beiseite. „Nach Hannah's Geburt durfte ich sie nicht einmal im Arm halten", sagte sie leise. „Meine Mutter hatte die Adoptionspapiere bereits unterschrieben, und die Ärzte hielten es wohl für besser, dass ich sie nicht mehr sehe, bevor sie zu ihren Adoptionseltern kommt." Sie wischte sich eine Träne von der Wange, die ihrem Auge entwichen war. Die Erinnerung daran schmerzte immer noch, obwohl es bereits 13 Jahre her war. „Sie machten ein Foto und zeigten es mir", fuhr sie stockend fort. "Sie sah aus wie eine schlafende Babypuppe."
„Ich kann mir vorstellen, wie schlimm das für sie gewesen sein muss", sagte Dr. Bailey mitfühlend. „Aber sie waren damals selber noch ein Kind. Ihre Mutter meinte es sicher nur gut."
Izzie hob den Kopf und sah Dr. Bailey mit gerunzelter Stirn an. „Hat Alex mit ihnen gesprochen?" fragte sie misstrauisch.
„Nein, wieso?" Dr. Bailey schüttelte den Kopf.
„Nur so." Izzie senkte den Blick. Für einen Moment hatte sie überlegt, ob sie Dr. Bailey erzählen sollte, dass ihre Mutter das Land verlassen hatte, doch sie entschied sich dagegen. Das waren persönliche Dinge, die niemanden etwas angingen.
„Haben sie sich schon entschieden, wie sie entbinden möchten?" schnitt Dr. Bailey plötzlich ein neues Thema an.
Izzie nickte. „Ja, Alex und ich dachten an eine Unterwassergeburt." Sie deutete auf das Buch. „Hier drin kann man alles darüber nachlesen. Und der Kurs, den wir besuchen, beschäftigt sich auch schwerpunktmäßig damit."
Dr. Bailey sah Izzie schmunzelnd an. „Ich hatte auch so viele Pläne für die Geburt meines Sohnes gemacht, und dann kam doch alles ganz anders." Sie seufzte. „Nach meiner Erfahrung kann ich sagen, dass man zwar vieles planen kann, aber auch damit rechnen sollte, dass es vielleicht anders kommt als erwartet. Wenn man darauf vorbereitet ist, ist man hinterher nicht ganz so enttäuscht." Sie sah, wie Alex auf sie und Izzie zukam und stand auf. „Ich überlasse sie jetzt ihrem Mann." Sie zwinkerte Izzie noch einmal zu und ging dann weiter Richtung Parkplatz.
„Hey, tut mir leid, dass ich dich habe warten lassen." Alex beugte sich zu Izzie herab und küsste sie zärtlich. „Aber anscheinend hast du dich auch ohne mich ganz gut unterhalten." Er grinste sie an. „Bist du dann bereit?"
Izzie packte das Buch zurück in die Tasche. „Ja, aber lass uns gleich nach Hause fahren."
Seine Stirn zog sich in Falten und er sah Izzie besorgt an. „Alles in Ordnung?"
Sie nickte. „Ja, mach dir keine Sorgen. Ich bin nur müde. Das ist alles."
Er sah sie immer noch zweifelnd an, als er ihr half, von der Bank aufzustehen. „Na schön, fahren wir nach Hause." Er legte seinen Arm um sie, und gemeinsam gingen sie zum Parkplatz hinüber.
Jüngere Leichtathleten haben inzwischen eine gute Ausrede gefunden, nicht mehr so hart trainieren zu müssen. Die meisten älteren Weltrekorde sind so hoch, weil ihre Vorgänger einen Betrug begangen haben. Doch wenn man mit der Einstellung an seine Arbeit geht, nicht mehr alles geben zu müssen, dann betrügt man sich selbst. Denn es gibt neben den anerkannten Weltrekorden immer noch den eigenen Rekord. 8 Mal hintereinander aus dem Bett aufstehen ohne über die Arbeit zu meckern. 9 Mal hintereinander ohne über das schlechte Wetter zu klagen. Alles Rekorde, die man brechen kann. Vorausgesetzt ist aber, dass man bereit ist etwas zu machen, was einem auch einmal unangenehm erscheint. Oft genügt es schon, sich einem anderen Menschen anzuvertrauen (Izzie und Alex gehen ins Haus. Bevor sie die Treppe erreichen, legt Alex seinen Arm um sie und drückt sie an sich. Erschöpft lässt sie sich von ihm nach oben helfen), um etwas in seinem Leben zu verbessern. Denn alleine schafft man nur selten einen neuen Rekord (George und Lexie kommen in ihre Wohnung, in der sie dann gemeinsam den Reisekoffer wieder auspacken). Allerdings muss man sich immer auch bewusst sein, dass es Rückschläge geben kann und man von vorne anfangen muss (Mark liegt alleine im Bett. Er sieht auf die Uhr und dreht sich dann seufzend auf den Rücken). Einfacher wird es, wenn man in solch einer Situation einen Trainer an seiner Seite hat, dem man vertraut und der einem immer die richtigen Worte ins Ohr flüstert, durch die man dann auch schon mal schneller an sein Ziel kommt als man vorher gedacht hatte (Meredith und Derek sitzen eng umschlungen auf der Schaukel vor dem Haus und genießen die Anwesenheit des anderen
