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Eine Heilerin namens Mary Ann war mehr als erfreut Harry zu helfen und plauderte glücklich mit ihm, während er ihr den Flur entlang folgte. „Wir haben uns alle hier um ihn gesorgt,"sagte Mary Ann, als sie den Pausenraum betrat. „Wir mochten ihn sehr."

Harry ließ sie reden, während sie Ron's Glas mit Wasser füllte. „Und ist es nicht klasse, dass er durch seine Freundin aufwachte."

„Freundin?" fragte Harry.

„Aber ja," sagte sie lächelnd, als sie ihm das Glas mit Eiswasser gab. „Das blonde Mädchen, sie kam eines Tages, als ich Nachtschicht hatte."

„Ist sie das?"

„Ja, aber sagen Sie nichts," sagte sie mit gedämpfter Stimme. „Um ehrlich zu sein, hätte ich sie nicht herein lassen dürfen. Nur die Familie darf außerhalb der Besuchszeiten kommen." Sie seufzte als sie den Weg zurück gingen den sie gekommen waren. „Ich habe es einfach nicht übers Herz gebracht ihr `Nein´zu sagen. Es war offensichtlich wie sehr sie ihn liebt."

Harry konnte nur lächeln, als er an Luna dachte und daran wie sie sich immer in Gegenwart von Ron hatte er es nicht vorher erkannt?Luna war in Ron verliebt. „Es ist offensichtlich,oder," sagte Harry mit einem Lachen. „Leider ist Ron etwas schwer von Begriff, sie sind nicht zusammen oder so etwas."

„Oh das arme Mädchen," sagte Mary Ann, als sie ihren Platz an der Rezeption wieder einnahm. „Nun ja hoffentlich begreift es Ron jetzt da er wach ist."

Ron der sich in Luna verliebt, wäre die Lösung für all seine Probleme. „Hoffentlich," sagte Harry und hielt das Glas hoch. „Danke für die Hilfe."

Sie zuckte mit den Schultern. „Hey, Sie haben V-Voldemort für mich besiegt…für uns alle. Das mindeste was ich tun kann ist Ihnen ein Glas Wasser zu holen."

Harry war immer froh wenn jemand Voldemort bei seinem Namen nannte. Während eines Interviews, dass er kurz nach dem Kampf gegeben hatte, hatte er die Leute dazu aufgefordert dies zu tun. Voldemort war fort und niemand brauchte zu fürchten seinen Namen zu sagen. „Es war mir eine Freude Mary Ann," sagte er mit einem Lächeln.

Mary Ann bewunderte Harry's Hintern, als er wegging. „Mmmhmm, wenn ich doch nur jünger wäre. Dieser Junge ist absolut zum Anbeißen."

Unwissend darüber, dass Mary Ann ihn abcheckte eilte Harry zu Ron's Zimmer zurück. Er war nervös zurück zu kommen, der Gedanke dass Ron und Hermione alleine waren gefiel ihm gar nicht. Als er die Tür öffnete blieb der Anblick nur für wenige Sekunden bestehen, da beide beim öffnen der Tür aufschraken. Sie waren jedoch nicht schnell genug den der Anblick von Ron's Mund auf den Hermione's war nun für immer in sein Gehirn eingebrannt.

Harry wagte es nicht Hermione anzusehen und hielt seine Augen auf Ron gerichtet. „Dein Wasser," sagte er und stellte es etwas zu fest auf den kleinen Tisch neben ihn.

„Ähm…danke,Harry," sagte er und sah zwischen ihm und Hermione hin und her.

Harry biss die Zähne zusammen und versuchte seine Wut zu kontrollieren. „Ich sehe euch zwei zu Hause."

Nachdem er das gesagt hatte, stolzierte er aus dem Zimmer und wollte nur noch verschwinden. Er hielt seinen Kopf gesenkt, als er zu den Aufzügen ging und hörte wie Hermione einen Augenblick später seinen Namen rief. Er beschleunigte seine Schritte, ging an den Aufzügen vorbei und direkt auf das Treppenhaus zu.

„Harry,warte!"

Er lief die Treppen hinunter und Hermione riss die Tür zum Treppenhaus auf und war direkt hinter ihm. „Harry!"

Harry ging in unveränderten Tempo weiter, während Hermione hektisch die Treppen herunter eilte.

Er war zwischen der 10. und 11. Etage, als Hermione ihn letztendlich einholte. „Harry,bitte!"

Harry blieb auf der flachen Plattform zwischen den Treppen stehen. „Geh zurück zu Ron," sagte er ohne sich umzudrehen.

„Nein," sagte sie bestimmt. „Nicht bevor du es mich erklären lässt."

„Verdammt,Mione,"fluchte er als er zu ihr herumwirbelte und sie erschreckte, so dass einen Schritt zurücktrat. Harry packte ihre Arme, so dass sie nicht von ihm zurückweichen konnte. „Du hast ihn geküsst. Vor nicht einmal einer Stunde warst du unter mir, hast mich geküsst und dich berühren lassen."

Hermione zitterte unter seinen Händen. „Harry."

„Ich hatte meine Finger in dir," fuhr er flüsternd fort. „Oder hast du es so leicht vergessen?"

„Natürlich habe ich das nicht," sagte sie mit zittriger Stimme, als sie zu ihm aufsah.

„Aber wie kannst du dann…"

„Ich habe ihn nicht geküsst!" rief sie, während sie sich von seinen Händen losriss. „Ich…ich habe bloß mit ihm gesprochen. Rumschwafeln passt da schon eher,du weißt wie ich schwafle wenn ich nervös bin. Ich war nervös plötzlich mit ihm allein zu sein."

„Hermione…"

„Ich war gerade dabei etwas zu sagen, als er mich aus heiterem Himmel geküsst hat," erklärte sie. „Das war als du herein gekommen bist."

„Hattest du vor dich zurück zu ziehen?"

„Natürlich hatte ich das, er hat mich nur überrascht."

Harry seufzte, als er seine Finger durch sein Haar gleiten ließ. „Und was jetzt?"

„Ich…ich weiß es nicht," sagte sie kopfschüttelnd. „Er nimmt an, dass wir da weitermachen, wo wir aufgehört haben. Es…es tut mir leid, Harry, ich konnte nicht einfach nein zu ihm …er ist gerade aus dem Koma erwacht."

„Also wirst du gar nichts sagen?"

„Was soll ich deiner Meinung nach sagen? `Hey Ron, es tut mir leid, dass du gerade von einem langen Koma aufgewacht bist,aber wir können nicht zusammen sein, weil ich gerade mit Harry auf der Couch rumgemacht habe.´"

Harry sah sie wütend an. „Das war also alles was es für dich bedeutet hat?"

„Ja…nein…ich weiß es nicht!" Sie atmete tief ein, während sie versuchte ihre Gedanken zu ordnen. „Ron war lange nicht da,Harry, du aber schon. Du warst seit dem Krieg immer da und…"Hermione sah in unsicher an. „Was wenn Ron da gewesen wäre? Würde ich mit ihm oder dir zusammen sein?"

„Du sagst also, dass weil Ron nicht da war ich eine Art…verdammter Ersatz für ihn gewesen bin?"

„Nein!" sagte Hermione,entsetzt darüber, dass er das überhaupt glauben konnte. „Harry, das ist es nicht was ich gemeint habe. Ich…ich werde mich nicht sofort auf eine Beziehung mit Ron einlassen, aber ich werde auch nicht sofort mit dir ins Bett steigen." Sie schüttelte den Kopf. „Ich muss sehen wie ich mich in Gegenwart von Ron fühle, ich…Was ist wenn nichts anderes als Lust zwischen uns ist?Was ist wenn ich für Ron bestimmt bin?"

„Bist du nicht!" erwiderte Harry und schüttelte dann den Kopf als er barsch lachte. „Verdammt noch mal, Mione, du konntest ihn nicht mal aufwecken! Luna war es…nicht du."

„Rede keinen Unsinn, das bedeutet gar nichts,"sagte sie obwohl sie nicht sehr überzeugend klang.

Harry seufzte,als er sich von ihr abwandte und tief einatmete um sich zu beruhigen. „Lass mich mal sehen, ob ich es richtig verstanden habe." Er drehte sich erneut um, um sie anzusehen. „Du willst weitermachen, als ob nichts zwischen uns geschehen wäre und sehen wie du dich fühlst. Du möchtest das ich mich zurücklehne und zusehe bis du eine Entscheidung triffst mit wem du zusammen sein möchtest?"

„Ich möchte,dass du mir genug vertraust um das zu machen," sagte sie,während sie auf ihn zuging. „Ich möchte Ron…und dich nicht verletzen."

Harry starrte sie an, er wollte sie schütteln bis sie realisierte was sie die ganze Zeit vor sich hatte. „In Ordung,"sagte er schließlich und hielt seine Hände hoch. „Lass dir Zeit…werde dir über die Dinge klar."

„Danke,Harry…ich bin wirklich…"

Harry ließ sie den Satz nicht beenden. Er streckte seine Hände nach ihr aus und zog sie grob an seine Brust. Sie sah mit großen Augen zu ihm auf, als sie ihre Hände auf seine Schultern legte. Sie versuchte sich wegzustoßen, aber sein Arm der um ihr Kreuz geschlungen war hielt sie sicher an ihn gepresst. „Harry…"

„Tu was du tun musst,Hermione," sagte er leise,während sein Kopf sich dem ihren näherte. „Aber ich werde mich nicht hinsetzen und wie ein guter kleiner Junge warten. Ich will dich und ich werde alles in meiner Macht stehende tun, damit du mich auch willst."

Hermione' s Atem setzte für einen Moment aus, als sie sah, wie er auf ihre Lippen starrte. „Harry…"flehte sie Kopfschüttelnd. „Bitte nicht."

Aber er hörte nicht. Er schloss die kurze Entfernung zwischen ihnen, indem er sich mit seinem begierigen Mund auf ihren stürzte. Wenn dies das letzte Mal war, dass er sie küsste würde er es zu einem Kuss machen an den sich beide erinnern würden. Sie kämpfte zuerst dagegen an und stieß gegen seine Schultern um ihren Mund von seinem zu lösen. Er hielt sie fester an sich und hielt ihr Kinn mit seinen Fingern fest, hielt sie somit gefangen, als er seine Zunge durch die Öffnung ihrer Lippen gleiten ließ. Ihr ganzer Körper entspannte sich und sie gab auf.

Harry küsste sie Leidenschaftlich während er sie an eine Wand drückte. Er tauchte immer wieder mit seiner Zunge tief in ihren Mund ein,während seine Hände nach den ihren Griffen und sie über ihren Kopf an die Wand drückten.

Sie hatte keine andere Wahl,wie konnte sie ihn auch abweisen wenn er doch genau wusste sie zu küssen? Könnte es mit Ron so sein?Sie spürte wie Harry seine Zunge sinnlich an ihre rieb und stöhnte .Unwahrscheinlich.

Harry küsste sie noch ein letztes Mal bevor er sich dazu zwang von ihrem küssbaren Mund abstand zu nehmen. Sie waren beide außer Atem, als er seine Stirn an ihre lehnte. „Du gehst besser," flüsterte Harry schließlich. „Ron wird sich noch fragen wo du bleibst."

Er stieß sich dann von der Wand ab, weg von ihr und ging die Treppen weiter runter. Harry grinste als er ein frustriertes Knurren von ihr hörte, bevor sie die Treppen hinauf stapfte.

Er war absolut verrückt nach ihr.