"Why don't we end this lie,
I can't pretend this time
I need a friend to find,
My broken mind, before it falls to pieces"

Nein.

Nein ich würde nicht aufgeben. Nicht solange ich noch atme. Ich will meine Freunde nicht betrügen, nicht mein Dorf, nicht Kakashi, nicht Sasuke.

Das Versteck war unterteilt in ein weitläufiges Tunnelsystem. Ähnlich wie in Otogakure, in Orochimarus Experimentenlager.

Der einzige Unterschied waren die ständig brennenden Fackeln und verschiedensten geschlossenen Türen in jedem Gang.

Ich hörte meinen Puls, versuchte die Richtung eines Luftstroms wahrzunehmen, aber es gab keinen. Akatsuki musste höchstwahrscheinlich irgendwie den Luftsog bündeln und konzentrieren, sodass es immer windstille in den Tunnelgängen gab.

Meine Brust brannte noch wie die Hölle, aber ich musste weitermachen.

Jetzt hatte ich eine Chance, eine einzige.

Ich atmete das letzte mal tief ein und rannte los.

Ich wusste nicht wohin, ich musste nur raus.

Kakashi war in Sicherheit, aber er würde sich in jedem Augenblick verrückt machen, er würde überall suchen, er würde nicht zurückkehren, solange er mich nicht gefunden hatte.

Ich musste zurück zu Kakashi, meinen Freunden und zu Sasuke. Er war meine Verantwortung, sowie unsere Mission.

Ich durfte jetzt einfach nicht aufgeben, obwohl ich noch so viele Fragen offen hatte.

Itachi... War er wirklich hier...

Gedankenversunken bog ich bei der nächsten Möglichkeit ab und knallte gegen etwas Hartes, sodass meine Brust sich schmerzhaft zusammenzog und ich meine gebrochenen Rippenspitzen am Fleisch spürte.

Meine Augen wanderten nach oben und ich fluchte innerlich, als im Schatten der Tunnelwand violett leuchtende Augen zu mir herunter glänzten.

„Ahh, wen haben wir denn da Schönes..." Er riss meinen Arm hoch und drückte mich gegen die kalte Steinwand.

„Hidan." grinste ich herablassend und reckte meinen Kinn in die Höhe.

Er bleckte genüsslich seine Zähne und seine Arme legten sich neben meinen Kopf und versperrten somit meinen einzigen Fluchtweg.

Hidan war zu nah an meinem Körper, ich spürte seinen warmen Atem an meiner Wange und drehte angewidert meinen Kopf zur Seite.

Mein Chakrafluss war verschlüsselt. Ich konnte mich nicht bewegen. Alles schmerzte.

„Miststück, schau gefälligst in meine Augen, wenn ich mit dir rede." grölte er und verpasste mir eine raue Ohrfeige, während er mein Gesicht zurück zu ihm drehte.

„Ich habe dich bereits einmal besiegt, Hidan. Intelligent scheinst du ja nicht zu sein." lachte ich Blut aus meinem Mund spuckend und leckte siegessicher meine roten Lippen.

„Ich werde dir zeigen, dass du vor mir Angst haben solltest, kleine Bitch. Pain kann mich am Arsch lecken."

Noch bevor ich ihn von mir wegstoßen konnte, griff er kräftig meine Hände und hielt sie über meinen Kopf fest. Ich blinzelte mehrmals und begriff schließlich was er vorhatte, als er seinen Körper gegen meinen presste und sein Gesicht nur noch wenige Millimeter von meinem entfernt war.

Ich versuchte zu schreien, wurde aber durch seine rauen Lippen attackiert und fester gegen die Wand gedrückt, sodass ich weitere Rippen brechen spürte.

„Wenn ich mit dir erst mal fertig bin, wirst du mich nie mehr vergessen können, Bitch." murmelte er grinsend gegen meine Lippen und biss fest zu, sodass ich kurz aufstöhnte und er mit seiner Zunge das Blut in meinem Mund schmecken konnte.

Ich wusste mich zu verteidigen. Warum konnte ich mich nicht bewegen? Verzweifelt versuchte ich meine Hände aus seinen zu lösen, ihn zu treten, aber im Gegenzug presste er sich weiter an mich, sodass ich mein Gesicht wegdrehte und nach Luft rangeln musste.

Ich zuckte zusammen und keuchte ungewollt auf, als seine glühende Zunge meinen Hals runterstrich und an verschiedensten Stellen meines Schlüsselbeines entlang nibbelte.

Nein, ich wollte das nicht.

Aber ich konnte nichts machen.

Seine Hände, sowie sein Körper hielten mich eisenhart fest und sein Mund erforschte zielstrebig meinen Oberkörper.

„Hidan...Bitte." wimmerte ich und unterdrückte mit zusammengepressten Zähnen ein Stöhnen, als er meinen Schwachpunkt am Schlüsselbein fand und leicht zubiss. Er grinste nur an meinem Dekolletee und sein Mund wanderte gefährlich weiter nach unten.

„Amaya, ich will dich hören. Stöhne für mich, Baby." seufzte er mit rauer Stimme und seine Lippen stürzten wieder wild auf meinen bebenden Mund.

Ich spürte meine Augen wässern und blinzelte meine Tränen weg. Noch nie hatte mich jemand mit solcher Wucht geküsst. Nicht mal Itachi, niemand.

Ich schloss meine Augen und entschied mich ihn hinzugeben. Aufzugeben.

Im selben Moment flog ein Kunai auf Hidan zu und bohrte sich in seinen Arm, sodass er zurückwich und anfing lautstark zu fluchen.

„Fuck! Was soll das?! Ihr Idioten wisst doch, dass ich unsterblich bin!"

Lass sie los, Hidan."

Ich sank mit schmerzverzerrtem Gesicht zusammen und hob meinen Kopf, um nach Luft zu schnappen.

Doch die Stimme... Sie kam mir bekannt vor, oder doch nicht...

Hidans Gesichtszüge wandelten sich zu einer genervten Visage und er verdrehte seine Augen, während ich erneut von ihm gegen die Wand gepresst und geküsst wurde.

Hidan."

Die Stimme schien vernebelt zu sein und ich konnte sie nicht klar verstehen.

Aber sie klang so geduldig, doch etwas strapaziert zugleich.

Hidans Gesicht drehte sich ein letztes Mal zu der dunklen Gestalt im Gang:

„Hey! Es ist meine Angelegenheit welche Bitch ich flachlegen will, okay, Krähe? Stör mich bitte nicht, während ich dieses Miststück ihren richtigen Platz bei uns zeige."

„Hidan! Du Idiot, lass das Mädchen sofort los!"

Ich nahm Kakuzus Stimme von Weitem wahr und drückte Hidan mit letzter Kraft von mir weg, bevor ich von Kakazus Armen aufgefangen wurde.

Die Gestalt im Gang verschwand langsam aus meinem Blickfeld. Ich kannte diese Augen, ich kannte diese Stimme. Ich...

„Hey, Kleines. Schaffst du es noch hoch?" fragte mich Kakuzu vorsichtig, bevor er den grölenden Hidan einen Tritt in seinen Schritt verpasste und dieser wütend in den dunklen Gängen verschwand.

Ich biss meine Zähne zusammen und schüttelte mit Tränen in den Augen meinen Kopf.

Mein Schmerz trat in den Vordergrund, Kakuzu hob mich mit Leichtigkeit in seine Arme und trug mich seufzend in die gegenüberliegende Richtung.

Im Moment war mir alles egal.

Ich musste erst einmal realisieren, was mit mir passiert war.

„Habe ich dir nicht gesagt, dass du unter allen Bedingungen HIDAN meiden sollst? Sieh dich an, du bist jetzt verwirrt und hast deinen Körper zu allerletzten Grenze gezerrt.

Ich muss jetzt deinen ganzen Oberkörper bandagieren..."

„Kakuzu...," flüsterte ich mit gebrochener Stimme und sah ihm mit Mühe in seine Augen: „Wer... wer war das... die Stimme im Gang..."

„Ich glaube es wäre besser, wenn du jetzt etwas schlafen würdest, Kleines. Du hattest einen harten Tag hinter dir."

Ich seufzte laut und bereitete mich auf meinen traumlosen, schwarzen Schlaf vor.