Kapitel 20 : Briefe

Eine erkannte ich. Sie war meine eigene, Ivi, aber die andere? Sanft streichelte ich über das Gefieder meiner Eule und flüsterte ihr zu: „Na, Ivi, hast du mir was schönes mitgebracht?" Sie hielt mir stolz ihr rechtes Beinchen entgegen. Ich band den Zettel von gleichen und gab ihr ein Stückchen Brot zum Essen. Ich blickte kurz auf den Brief und erkannte die verschnörkelte Schrift meiner Mutter. „ok, wenn der von meiner Mutter ist. Von wem ist dann der andere?" Ich schaute mir das andere Tier, was vor mir Platz genommen hatte genau an und dann erkannte ich sie. „Luke!" murmelte ich vor mich hin. „Hey, Evans, wer hat dir denn so viel zugeschickt?" „Hey, Pettigrew, quatsch mich nicht so von der Seite an!" fuhr ich ihn an und ließ ihn somit verstummen. Ich schnappte mir den zweiten Brief und gab auch Cherry, Lukes Eule, etwas Brot zum Essen. Wenn ich so darüber nachdachte, hatte mir Luke bis jetzt nur geschrieben, wenn irgendwas mit Mike war, aber da dies ja jetzt vorbei war, würde es wahrscheinlich einen anderen angenehmeren Anlass geben. Langsam entfaltete ich den Brief meiner Mutter, da mich dieser mehr interessierte.

Hi Liebes,

Ich und dein Dad wollten bloss wissen ob du dich mit James wieder vertragen haben und ob ihr jetzt übernächstes Wochenende zur Hochzeit von Petty kommt. Wir würden uns alle so freuen, wenn ihr beide kommen würdet. Vor allem, weil Petty James noch gar nicht kennen gelernt hat. So einen netten jungen Mann dürfen wir ihr doch nicht vorenthalten.

Ich will dich jetzt auch nicht weiter stören. Lern fleisig und grüß mir deine Freunde!

Mum

Ich faltete den Zettel zusammen und schob ihn zurück in das Couvert, wobei ich leicht grinsend meinen Kopf schüttelte. „Meine Mutter!" dachte ich mir insgeheim. „Was ist denn?" James hatte anscheinend gemeint, dass dies ihm gegolten hatte und schaute mich nun erwartend an. „Nichts, was dich anginge!" Nach dieser Antwort vertiefte ich mich in den zweiten Brief.

Hi kleine Hexe!

Na, wie geht's ? Oh, man ich versteh immer noch nicht warum ihr Zauberleutchen mit Eulen eure Post überbringen müsst. So ein kleiner Zauber wäre doch viel einfacher und würde außerdem nicht so viel Mist machen. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie oft ich den Käfig von Cherry ausmisten darf. Aber um dich voll zujammern schreib ich dir ja gar nicht, sondern einfach weil mir langweilig ist und ich mich nach deinem Wohlbefinden erkundigen wollte.

Übrigens meine kleine Schwester ist total verknallt in deinen wunderbaren Freund James. Die ganze Zeit schwärmt sie vor sich hin und immer wieder James hier und James da. Sei froh, dass du Sophie nicht ertragen musst und seit du weg bist, ist es sogar noch schlimmer geworden. Warum bestraft mich der Himmel mit so einer Schwester?

Mir wurde plötzlich das Schriftstück aus der Hand gerissen. „Was liest du denn da die ganze Zeit?" waren Blacks Wort, wobei er kurz über meinen Brief las. „Black, was fällt dir eigentlich ein! Gib mir sofort den Zettel zurück oder du wirst mich gewaltig kennenlernen!" donnerte ich ihm entgegen. „Oh, jetzt hab ich aber Angst!" „SOLLTEST du AUCH!" Ich hatte meinen Zauberstab gezückt und hielt ihm diesen drohend entgegen. „Tatze, gib ihn ihr! Soll sie doch machen, was sie will!" kam es von Potter und nahm seinem Freund den Brief weg und überreichte ihn mir. „Merci, aber wäre nicht nötig gewesen!" Kurz nickte ich ihm zu und verabschiedete mich dann in Richtung Kerker. Von weitem hörte ich noch wie Black zu Potter meinte: „ Warum hast du mir den Spaß nicht gelassen? Ich hab doch schon so lange nicht mehr mit ihr gestritten! Es muss ihr doch schon langsam langweilig werden!" „Oh, glaub mir Black, mir wird nicht langweilig!" murmelte ich wütend vor mich hin. Als ich unten vor dem Klassenzimmer angekommen war, lehnte ich mich locker gegen die Wand, die gegenüber der Tür lag und holte den Zettel von Luke wieder heraus.

Außerdem hat mich Petty doch tatsächlich zu ihrer Hochzeit eingeladen. Kannst du dir das vorstellen? Petunia Evans lädt mich Luke Kennedy zu ihrer Vermählung ein. Ich kann es einfach nicht fassen. Aber wenn ich so darüber nachdenke, glaub ich, sie hat mich bloss eingeladen, damit du beschäftigt bist und keinen Unsinn während der Feier anstellen kannst. Sie hat wirklich sehr viel Vertrauen in dich. Kommt eigentlich dein Allerliebster auch zu diesem wunderbaren Ereignis? Ich hoff doch nebenbei mal, dass er noch nicht deine Kampfkünste am eigenen Leib erfahren durfte, wenn er dir zu nahe getreten ist. Sonst würde er mir wirklich sehr leid tun.

Ach, ja bevor ich es vergesse, Mike wird morgen der Prozess gemacht. Ich habe den Richter überreden können, dass er sich mit einer schriftlichen Zeugenaussage zufrieden gibt, weil du im Prüfungsstress gerade steckst. Ich weiß ja, dass ich dir das schon mal gesagt habe und dass du die Aussage auch schon gemacht hast, aber ich wollte dir nur noch mal Bescheid sagen, dass morgen alles zu Ende geht.

Na, ja viel Spaß bei Zaubertränke, dass war doch das Fach, dass du montags immer in den ersten Zwei Stunden hast oder? Ich warte auf deinen Antwort.

Machs gut, Kleine

Luke

„Na, ist es interessant, was du da liest?" Ich blickte genervt über den Rand des Briefes hinweg genau in das Gesicht von Joe. Schnell ließ ich den Zettel samt Kuvert wieder in meiner Tasche verschwinden und setzte ein hämisches Grinsen, was zu den Worten mit denen ich ihm antwortete, perfekt passte. „Na, auch schon wieder wach?" „Man traut so einem zierlichen und schönen Wesen so was gar nicht zu! Das macht mich wirklich noch mehr an!" „Schön für dich!" Die Tür zum Kerker wurde zum Glück geöffnet und ich konnte vor ihm flüchten, aber ich hatte mich zu früh gefreut, denn MacDoubt trat neben meinen gewohnten Platz in der letzten Reihe, auf den ich mich schon gesetzt hatte.

James P.O.V

Wir taten es gerade Lily gleich und durchquerten den Kerker zu unseren Stammplätzen, als ich MacDoubt schon wieder bei ihr erblickte. „Wenn du mit mir noch mal ausgehst, wirst du es nicht bereuen!" versuchte dieser kleine Bastard sie schon wieder anzumachen. „Ich hab einen Freund!" antwortete sie diesem bloss ziemlich kühl und das war mein Einsatz. „Ja, genau und zwar mich!" Evans und dieser Slytherin hatten meine Worte vernommen und blickten mich nun irgendwie komisch an.

Joe mit voller Abneigung und Lily mit einem total seltsamen Blick. So als wäre sie verletzt oder wollte sie mir damit bloss zeigen, dass ich nur ein Mittel zum bösen Spiel war? „Ja, klar, in deinen Träumen!" erwiderte sie mir und drehte sich wieder zu dem Mistkerl um, schenkte ihm ein wunderschönes, doch falsches Lächeln und zog ihn an seinem Kragen zu sich nach unten, so dass ihr Mund genau an seinem Ohr lag. Leise flüsterte sie ihm zu: „Ich überleg mir die Sache! Schauen wir mal wie du dich hältst!" und gab ihm einen Kuss auf die Wange. Ein kleines Funkeln war in ihren Augen. „Hat sie etwa genau so laut gesprochen, dass ich es auch wirklich mit bekommen würde? Will sie mir etwa eins reinwürgen? Ist sie am Ende doch eifersüchtig auf meine kleine Huffelpufffreundin?" In der Zeit, in der mir dieses durch den Kopf ging, hatte MacDoubt, der von Lilys Worten verzaubert war, Remus, der nur „Unverbesserlich und seinen Kopf schüttelte, Platz gemacht und Sirius hatte mich zu meinem gezogen, da ich immer noch zu sehr am Grübeln war, um überhaupt etwas genaueres mitzubekommen.