Missstände
Edwards POV
Der Abend bzw. die Nacht mit Lilian war nicht nur ein Erlebnis für sich. Für mich war es auch ein erster Blick, wie es wohl mit einem eigenen Baby sein könnte. Ich durfte dieses Ereignis zwar schon mal erleben, aber eben nicht mit Bella.
Als ich Lilly das erste Mal in den Armen hielt, trug ich sie, als wäre es das erste Mal für mich. Und auch wenn Lilly und Bree so verschieden waren, erinnerte mich das kleine Wesen so sehr an meine Tochter. Die Sehnsucht nach ihr war immens.
In dem Moment wünschte ich mir nichts mehr als ein gemeinsames Kind mit Bella. Und nach einem Blick in Bellas Augen, als sie mich beobachtete, während ich Lilian in meinen Armen wog, wusste ich, dass es auch ihr Wunsch war.
Ich würde sie jetzt nicht überstürzt drauf ansprechen, dass sie morgen schon ihre Pille absetzen sollte, aber in einigen Tagen, bei einem angenehmen Abendessen und nachfolgendem Kuschelgelage im Bett, würde ich sie darauf ansprechen.
Der Gedanke an ein gemeinsames Kind ließ mich an diesem Abend und später in der Nacht, als Lilly uns weckte, breit grinsen.
Am nächsten Morgen durfte ich Lilian füttern. Gut, Bella hatte nichts großartig dagegen, nachdem Lil ihr gestern die ganze Milch auf's T-Shirt erbrach.
Es war etwas sehr schönes und intimes, Lilian die Flasche zu geben und ihr dabei so tief in die Augen zu schauen. Sie konnte einen regelrecht hypnotisieren.
Allerdings wurde meine Trance unterbrochen, als die Türklingel läutete. Emmett und Rose hatten sich eigentlich später angekündigt, da sie einmal richtig ausschlafen wollten, aber wahrscheinlich hatte ihnen der innere Wecker dies nicht ermöglicht.
Bella ging zur Tür.
„Ja?", hörte ich Bella fragen.
Also waren es doch nicht Lilians Eltern.
„Ich suche Edward", hörte ich eine Stimme, die ich über zwanzig Jahre nicht gehört hatte, aber dennoch sofort erkannte.
„Und darf ich fragen, wer ihn sucht?", fragte Bella.
„Oh. Wie unhöflich von mir. Mein Name ist Elizabeth Cullen. Ich bin auf der Suche nach meinem Sohn."
Das war nicht wirklich wahr. War es tatsächlich meine Mutter, die dort an der Tür stand? Mit Lilian in den Armen stand ich auf und ging zur Tür.
Dort stand sie wirklich. In den zwanzig Jahren hatte sie sich kaum verändert. Ihre wasserstoffblond gefärbten Haare, wie eh und je. Eigentlich hatte sie die gleiche Haarfarbe wie ich, aber an ihr kannte ich nur das künstliche blond. Auch die Augenfarbe teilten wir uns.
Als wir uns so gegenüber standen fühlte ich mich hin und her gerissen. Freude und Wut kämpften gegeneinander an. Natürlich freute ich mich, meine Mutter zu sehen, dass sie wohl auf war. Aber gleichzeitig kam auch wieder die Wut auf, wie sie uns damals verlassen hatte. Ohne groß zu überlegen, verließ sie ihre eigenen Kinder.
Ich werde nie das Gesicht von Alice vergessen, als mein Vater uns erklärte, dass Liz sich von ihm scheiden lässt und wir bei ihm bleiben würden. Alice war damals 8 und ich 10. Zwar war ich nicht wirklich überrascht, dass es damals zur Trennung kam, da unsere Mutter immer seltener nach Hause kam und Carlisle und Nana Carmen sich um uns kümmerten. Richtige Zweisamkeit zwischen den beiden hatte ich kaum gesehen.
Auch wenn wir nicht überrascht waren, traf es uns dennoch, plötzlich keine Mutter mehr bei uns zu haben. Alice traf es mehr als mich. Sie hatte tatsächlich einige innige Momente mit unserer Mutter erlebt, welche eine Tochter auch haben sollte.
Wie oft hatte ich mir als Teenager gewünscht, dass sie bei mir wäre und jetzt stand sie hier vor der Tür, als wäre sie nie weg gewesen.
„Edward?", fragte sie.
„Mein Gott, du bist wirklich zu einem attraktiven jungen Mann geworden", ging sie plötzlich an Bella vorbei, auf mich zu.
„Oh ist meine Enkelin eine Süße", wollte sie mir Lil aus den Armen nehmen.
Das ließ ich natürlich nicht zu und drehte mich weg. Lilian musste die noch stille Unruhe spüren und fing an zu weinen. Ich versuchte sie zu beruhigen, aber da ich selber mit mir zu kämpfen hatte, funktionierte es nicht.
Bella kam auf mich zu und nahm mir die Kleine ab. Gleichzeitig sah sie mir mitfühlend in die Augen, als wollte sie mir Kraft geben. Sie war wie immer die Ruhe selbst und schaffte es auch, die kleine Lady zu beruhigen.
Kaum, dass meine Arme frei waren, warf sich meine Mutter in meine Umarmung. Ich drückte sie allerdings nur kurz und bewegte sie wieder von mir.
„Was machst du hier? Und woher weißt du, wo ich wohne?", fragte ich sie irritiert.
„Ach weißt du, wenn man seine Kinder sucht, werden die beim Einwohnermeldeamt ganz weich", grinste sie, als wäre nichts gewesen.
„Und warum bist du hier?"
„Was für eine Frage? Um meine Kinder zu besuchen. Zu Mary Alice will ich später auch noch."
Sie hatte es nie gelernt, wie sehr Alice es hasste, wenn man sie bei vollen Namen nannte. Meine Schwester konnte noch so sehr protestieren.
„Nur um uns zu besuchen? Nach fast zwanzig Jahren mal eben so?", nahm meine Wut nun doch Überhand.
Bella legte mir beruhigend ihre Hand auf meinen Rücken. Ihre Berührung, aber vor allem ihr Dasein,
ließen mich etwas runterfahren und ich atmete tief durch.
„Warum bist du hier?", versuchte ich es noch einmal, diesmal ruhiger.
„Ich habe erfahren, dass Alice geheiratet hat und du nun bald folgen wirst. Das ist so schön. Aber schade, dass ich keine Einladung bekommen habe", schmollte sie doch tatsächlich.
„Wo hätten wir sie hin schicken sollen? Du hast doch nie etwas von dir hören lassen und bist aus unserem Leben verschwunden."
Zum ersten Mal sah ich Reue in ihren Augen. Tat es ihr etwa tatsächlich leid? Ich glaube kaum. Das hätte doch schon Jahre früher passieren müssen.
„Und woher weißt du, dass Alice geheiratet hat und ich bald werde?"
„Ich… ich… Spielt es denn eine Rolle? Ich freue mich über euer Glück und wollte euch persönlich gratulieren. Auch wenn du es mir wahrscheinlich nicht glaubst, aber ich habe euch vermisst. Es war nicht leicht, euch bei eurem Vater zu lassen…"
„Was? Wenn es dir nicht so leicht fiel, warum hast du uns dann nie besucht? Ich weiß von Dad, dass er dir die Erlaubnis gegeben hat, uns wann immer besuchen zu dürfen. Wo warst du, als Alice und ich die Schule abschlossen? Das College? Unsere Geburtstage, Weihnachten? Meinst du nicht, es wäre uns wichtig gewesen, dass du dabei bist? Unsere Mutter?", redete ich mir jede Menge Frust von der Seele.
Aber wenigstens zeigte es Wirkung. Zum ersten Mal zeigte sie Gefühle. Zumindest schimmerten Tränen in ihren Augen.
Elizabeth versuchte, sich sichtbar zu sammeln und zwang sich ein Lächeln auf, um dann auf Bella und Lilian zuzugehen, die sich auf einen Stuhl an unserem Küchenbartisch gesetzt hatte.
„Die kleine Bree ist ja so süß, genau wie ihre Mommy Kate. Aber woher kommen nur die blonden Haare."
Schock. Ich erstarrte. Hatte sie das gerade wirklich gesagt? Oder war das nur ein böser, böser Albtraum? Es tat aber zu sehr weh, um nur ein Traum zu sein. Wusste sie denn überhaupt etwas aus meinem Leben? Und dann noch so etwas.
„Ist das ihr ernst? Ich bin nicht Kate. Wenn sie auch nur ein Fünkchen mehr für ihre Kinder übrig gehabt hätten, wüssten sie, dass Edward Kate und Bree vor einigen Jahren verloren hat", hörte ich Bella wüten.
Mein Blick war verschwommen vor Schock, Schmerz und Entsetzen. Sie wusste wirklich nichts von mir, ihrem eigenen Sohn.
„Verschwinden sie", schrie Bella.
„Edward, Junge…. Bitte…", hörte ich Liz.
Im Hintergrund hörte ich auch noch Lilian schreien. Die Tür knallte zu. Ich bekam mit, wie Bella Lilly beruhigte.
Ich wusste nicht, wie lange ich so stand, bis mich Bella aus meiner Starre holte. Sie hatte mein Gesicht in beide Hände gelegt. Ich merkte erst meine Tränen, als Bella sie mit dem Daumen von meiner Wange wischte.
„Es tut mir so leid, Edward, dass sie das alles wieder hoch holt. Ich kann mir nicht vorstellen, was in dir vorgehen mag", glitzerten auch in ihren Augen Tränen.
Mir fielen keine Worte ein, die ich sagen konnte. Zu wirr ging es in meinen Kopf vor. Ich zog Bella nur in meine Arme und vergrub mein Gesicht in ihrer Schulter.
„Sch. Alles wird gut, Babe. Ich bin bei dir", drückte sie mich fest, um mich wahrscheinlich auch noch körperlich von ihren Worten zu überzeugen.
Und schon ratterte es in meinem Kopf weiter. Wird Bella mich auch irgendwann verlassen? Erst meine Mutter, die es mit mir anscheinend nicht aushielt. Dann Kate. Würde ich Bella auch verlieren?
Ich wusste, meine Gedanken waren schwachsinnig, doch zu viel war passiert und das plötzliche Erscheinen meiner Mutter war ein Schock. Und dann die Verwechslung mit Kate und Bella. Und Bree und Lilian. Bree würde längst im Schulalter sein.
Nur langsam konnte ich mich wieder beruhigen, als die Türklingel erneut läutete.
„Keine Sorge", sagte Bella, als ich hoch schreckte.
„Das sind sicher dein Dad, Esme und Alice. Ich hab sie angerufen", strich sie mir liebevoll übers Gesicht und ging dann zur Tür.
Dort kamen wirklich meiner Vater, meine Schwester, ihr Mann und meine Stiefmutter durch die Tür, die mir, seit sie mit meinem Vater verheiratet war, mehr eine Mutter war, als meine Richtige.
„Oh Edward", warf sich Alice um meinen Hals.
„War es wirklich Mom?", schluchzte sie.
Ich versuchte, mich zu sammeln. Gar nicht so einfach. Aber ich konnte Bella mit der Situation nicht alleine lassen. So küsste ich Alice Stirn und schob sie an meine Seite, damit ich die anderen vier ansehen konnte.
Carlisles Gesicht zeigte natürlich seine Besorgnis, aber auch jede Menge Wut. Wer mochte es ihm verdenken. Esme stand neben ihm, mit der kleinen Millie vor ihr. Meine jüngste Schwester konnte mittlerweile schon ihre ersten Schritte gehen. Zumindest, wenn jemand ihre Hand hielt.
„Ed. Ed", rief sie, mit großen Augen und streckte mir ihre Arme entgegen.
Zu gerne hob ich sie hoch und drückte sie an mich, um ihr einen Eskimo-Kuss zu geben. Das liebte sie und brachte sie zum kichern. Es entspannte die Lage ein wenig.
Wir setzten uns ins Wohnzimmer. Lilian schlief zum Glück in Bellas Armen, welche immer wieder mit der Nase durch das bisschen Haar von Lil strich. Sicher, um selbst die Fassung zu wahren.
Bella und ich erzählten ihnen alles. Als wir zu dem Punkt kamen, wie meine eigene Mutter Bella und Lilian, mit Kate und Bree verwechselte, wurde Carlisle wütend. Er hatte damals alles versucht, damit wir wenigstens etwas Kontakt zu ihr hatten. Aber es war ein vergebliches Unterfangen.
Alice war völlig aufgelöst. Zum einen freute sie sich, etwas von unserer Mutter zu hören, zum anderen war sie aber geschockt und fassungslos über die schmerzhafte Verwechslung. Ich konnte es selber immer noch kaum fassen.
„Was will sie nur hier? Ich nehme ihr nicht ab, dass sie nur hier ist, um euch zu sehen", meinte mein Vater.
„Warum nicht? Vielleicht ist sie endlich zur Vernunft gekommen."
„Nach 20 Jahren, Alice?", fragte ich etwas schroffer.
Bella legte mir eine Hand auf den Oberschenkel und bat mich mit ihrem sanften Blick, ruhig zu bleiben.
„Entschuldige, Alice. Aber ich kann es mir einfach nicht vorstellen. Zuviel ist damals passiert und zu wenig ist von ihr in der Vergangenheit gekommen."
Alice sah mich traurig an und klammerte sich fester an Jasper. Sie hatte es damals noch nicht so deutlich mitbekommen, wie kalt Liz damals zu uns war und einfach kein Interesse für uns hatte. Und ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass unsere Mutter hier war, um Vergangenes nachzuholen.
Es klingelte erneut an der Tür.
„Das müssten Rose und Emmett sein", sagte Bella und stand mit Lilian in den Armen auf, um zur Tür zu gehen.
„Carli…", hörte ich meine Mutter rufen.
Sie stand tatsächlich erneut in der Tür. Hinter ihr waren Rose und Emmett, die uns verduzt ansahen. Mein Vater stand auf und schon Sekunden später, warf sich Liz in seine Arme.
„Oh Carlisle. Was habe ich dich vermisst."
Wir waren alle geschockt. Am meisten mein Vater, dessen Arme schlaff an seinem Körper hinab hingen, als wolle er jeglichen Kontakt vermeiden. Esme hingegen wurde immer röter. Die Wut war ihrem Gesicht anzusehen.
Doch bevor Esme dazwischen schlagen konnte, schob Carlisle seine Ex-Frau von sich.
„Elizabeth."
„Hallo Carlisle. Gut siehst du aus. Du hast dich kaum verändert", grinste sie ihn verführerisch an.
Das war Esme dann doch zu viel und stand auf. Sie bewahrte allerdings ihre Contenance und ging nicht auf meine Mutter los. Stattdessen zog sie Carlisle fest an sich, drückte ihm einen Kuss auf die Lippen und reichte Liz die Hand.
„Hi. Ich bin Esme Cullen", betonte sie ihren Nachnamen extra deutlich.
Wenn die Situation nicht so angespannt wäre, würde ich lachen und Esme wahrscheinlich noch anfeuern. Emmett, der zwar grob über meine Vergangenheit bescheid wusste, pfiff begeisternd, wurde aber sofort von Rose aus dem Haus gezogen. Mit einem entschuldigenden Blick, formte sie mir noch ein ‚sorry' mit ihren Lippen und verließ mit Lil in den Armen und Emmett am Kragen packend das Haus.
Bella schloss die Tür und kam zurück an meine Seite. Zwar hatte ich Millie noch fest in meinen Armen, doch tat es mir dennoch gut, Bella wieder an mir zu spüren. Sie strahlte einfach diese Ruhe aus, die ich gerade nötig hatte.
„Was willst du hier, Liz? Zwanzig Jahre kein Wort, kein Kontakt, nichts. Und plötzlich tauchst du auf?", zog diesmal Carlisle Esme seinerseits in die Arme und küsste ihr Haar.
Die Augen meiner Mutter funkelten und sahen Esme von oben nach unten genau an.
„Wie alt sind sie?", fragte Liz.
„Das spielt keine Rolle und geht dich auch nichts an. Beantwortest du bitte meine Frage?", wurde nun auch mein Vater ungeduldiger.
„Ich bin hier, um meine Kinder zu sehen. Alice, Baby. Komm her."
Es wunderte mich nicht, als Alice aufsprang und sich in die Arme unserer Mutter warf.
„Gratuliere, Kleines. Ich freue mich so für dich. Ist der junge Mann der Glückliche?"
Jasper stand auf, um zu den beiden zu gehen und sah mich dabei überfordert an. Alice stellte Jasper als ihren Mann vor und erzählte ihr, wie froh sie war, sie wiederzusehen.
„Ich weiß, ihr glaubt mir nicht", begann Liz.
„Aber ihr habt mir die Jahre wirklich sehr gefehlt. Und mir wurde bewusst, was ich alles verpasst habe in eurem Leben. Ich wollte wenigstens bei solch wichtigem Ereignis bei euch sein", richtete sie einen wehleidigen Blick an mich.
„Edward, Liebling, ich weiß, dass du böse mit mir bist, aber ich hoffe, du kannst mir für die letzten Jahre verzeihen."
„Verzeihen? Mom. Du hast nicht mal mitbekommen, dass Bella nicht Kate ist. Kate, meine Frau, die mitsamt meiner Tochter Bree, verstorben ist. Weißt du wie weh das tat?", bebte meine Stimme.
Bella schlang einen Arm um meinen Bauch. Und selbst Millie schien mich trösten zu wollen. Schlang sie ihre Arme um meinen Nacken und schmiegte sich an mich.
„Das…Oh mein Gott, Edward. Es tut mir so Leid. Wer war denn das süße Baby? Und wer ist das?", deutete sie auf Millie.
„Das war die Tochter von Bellas Bruder. Und dieser Süße Sonnenschein ist meine kleine bezaubernde Schwester", küsste ich ihren Kopf.
„Schwester?", stotterte Liz.
„Ja", sagte Carlisle und nahm mir Millie ab, um dann gleich wieder an Esmes Seite zu gehen.
„Millie ist meine Tochter. Und ich bin überglücklich, dank ihr und Esme."
„Ich bin es ebenso", küsste Esme meinen Vater erneut energisch auf den Mund.
„Wow. Hast du dich also schön ins gemachte Nest gesetzt?"
Ich glaubte, Rauch aus Carlisle und Esme Ohren steigen zu sehen.
„Elizabeth, was erlaubst du dir? Du bist damals gegangen, ohne einen Blick zurück. Esme traf ich LEIDER erst 10 Jahre später. Vorher konnte ich mich meinem Liebesleben gar nicht widmen, da ich plötzlich alleine da stand, meine zwei Kinder groß zu ziehen."
Man. So hatte ich es noch nie wahrgenommen. Natürlich hatte er die Hände voll mit uns. Aber dass er deshalb darauf verzichtete eine neue Frau kennenzulernen, war mir nie bewusst und machte mich noch trauriger.
Zumindest stellte Carlisle Liz damit ruhig.
„Entschuldige. Das war unhöflich von mir. Es ist nur merkwürdig, eine andere Frau an deiner Seite zu sehen."
„Was meinst du wie es mir ging?", war es wahrscheinlich ein Seitenhieb auf ihre vielen Seitensprünge.
„Ich verlange nicht viel von dir, nur eine Chance, vielleicht etwas Zeit nachzuholen. Bitte", flehte sie und schaute mich und Alice dabei abwechselnd an.
Bevor Carlisle etwas sagen konnte, klingelte es erneut an der Tür. Was war denn hier heute nur los? Ich stand auf und ging zur Tür. Ohne durch den Spion zu schauen, öffnete ich diese, wo mir ein muskulöser Mann, dunkel gekleidet mit angegrauten Haaren an der Seite, gegenüber stand.
„Bitte?", fragte ich.
Aber anstatt mir zu antworten, sah er an mir vorbei, direkt zu meiner Mutter. Er warf ihr nur einen fragenden, wütenden Blick zu und deutete dann auf seine goldene Uhr. Damit drehte er sich wieder um und ging davon.
„OK. Ich sollte dann mal gehen", kam es plötzlich von meiner Mutter.
Vor einer Minute hatte sie es noch nicht so eilig gehabt. Im Gegenteil.
„Hier, Alice Schatz. Meine Nummer. Ich würde mich freuen, wenn du dich meldest", drückte sie meiner Schwester eine Karte in die Hand und machte sich auf dem Weg.
„Mom! Warte. Wo übernachtest du? Wohnst du in Seattle?"
„Alles zu seiner Zeit, Baby", drückte sie Alice einen Kuss auf die Wange, tat es bei mir gleich und verschwand so schnell, wie sie gekommen war.
Minutenlang starrten wir uns an. Nicht wirklich realisiert, was da gerade vor uns ablief.
„Was zum Teufel war das gerade?", fragte Jasper, dass Schweigen brechend.
Bella hatte in der Zwischenzeit Kaffee gekocht. Mir war allerdings mehr nach einem Whiskey. Wir setzten uns alle erneut ins Wohnzimmer. Millie kroch von Couch zu Couch, bis sie bei Bella ankam und sich in ihre Arme kuschelte.
„Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Elizabeth hier ist, um Zeit nachzuholen. Nach so langer Zeit", begann mein Vater.
„Und wenn doch? Vielleicht hat sie wirklich begriffen, was sie verpasst hat und bereut, uns verlassen zu haben", meinte Alice.
„Ich weiß nicht Alice. Ich würde es mir ja wünschen. Aber ich kann einfach nicht dran glauben. Und was war das für ein Auftritt eben? Wer war dieser Typ?", wollte ich wissen.
„Vielleicht ihr neuer Mann?", kam es von Esme.
„Ich hab eure Mutter beobachtet", fing Jasper an zu reden, in seinem typischen Psychologen-Ton.
„Mir schien es eher, als hätte sie Angst vor ihm."
„Mag sein, dass er nicht sehr begeistert davon ist, dass sie ihre Kinder sehen möchte", sprach Bella.
„Genau. Vielleicht ist das auch der Grund, warum sie sich die ganzen Jahre nicht gemeldet hat."
Ich wusste, Alice würde sich in die ganze Sache zu sehr hineinsteigern. Natürlich hoffte ich sehr, dass es unsere Mutter ernst meinte, aber die Enttäuschung von damals, ließ mich arg zögern.
„Ich werde euch nicht sagen, dass ihr besser Abstand von ihr nehmt, aber ich bitte euch, vorsichtig zu sein. Ihr habt damals noch nicht alles begriffen, was um euch passierte, bevor und nachdem wir uns geschieden hatten. Es tut mir Leid, aber ich kann dieser Frau nicht mehr trauen und frage mich wirklich, wie ich sie je lieben konnte."
Esme drückte ihren Mann fest an sich, so merkte sie schnell, wie sehr es ihn belastete. Und ich war mir sicher, dass es ihn mehr belastete, dass es für uns so hart war.
„Das tut mir auch Leid, aber ich möchte sie dennoch treffen", klang Alice hin und her gerissen.
„Mach das. Aber ich bitte dich, um deines Willen, vorsichtig zu sein. Häng dich nicht gleich zu sehr rein. Ich will einfach nicht, dass dein Herz noch einmal gebrochen wird", hörte man meinem Vater den Schmerz von damals deutlich raus.
Wahrscheinlich war ich auch bei der Scheidung noch zu jung, um richtig zu begreifen, wie schwer es auch für unseren Vater war. Wie sehr er gelitten hatte. So richtig klar wurde es mir auch erst in den letzten Jahren.
Was hatte er durchgemacht. Seine Frau betrog ihn, ließ ihn ständig mit den Kindern alleine. Dann die Scheidung. Nun war er ganz alleine. Mit zwei Kindern, die erst ins Teenager-Alter kommen würden.
Ich fragte mich oft, wie meine Mutter nicht nur mir und Alice es antun konnte, uns zu verlassen, sondern auch, wie sie meinen Vater so hintergehen konnte.
Die Vorstellung, Bella würde mir so etwas antun, war absurd zum einen, aber auch überaus schmerzhaft. Darum war ich auch glücklich und erleichtert, zu wissen, dass Bella mir so etwas nie antun könnte.
Manchmal leicht daher gesagt, aber Bella und ich teilten etwas miteinander. Dieses Gefühl. Ich spürte einfach Vollkommenheit. Es war schwer zu beschreiben, aber ich fühlte einfach, dass ich Bella genug war. Sie zeigte es mir jeden Tag, mit ihrer Liebe und Hingabe. Ihr Blick, wenn sich unsere Augen trafen.
So etwas hatte ich bei Carlisle und Elizabeth nie gesehen. Erst, als Esme in unser Leben stieß, konnte ich dieses Glück und diese Liebe in den Augen meines alten Herren sehen. Oft wünschten Alice und ich uns, dass Esme früher zu uns gefunden hätte. Aber ich glaubte kaum, dass Carlisle sich in eine dreizehnjährige Esme verliebt hätte.
Schließlich war Esme kaum älter als ich. Aber das war Alice und mir schnell egal. Sie war wie eine große Schwester, manchmal auch Mutter, aber vor allem wie eine sehr, sehr gute Freundin zu uns, die gerade mir beistand, als Kate und Bree starben.
Alice und Jasper waren es dann auch, die als Erste gingen, schließlich unterbrachen sie extra ihre Arbeit dafür, um herzukommen. Wobei ich kaum glaubte, dass Alice jetzt fähig war, zu arbeiten.
„Mir gefällt das gar nicht", meinte Carlisle, als meine Schwester weg war.
„Ich mache mir wirklich Sorgen, dass Alice sich da zu sehr reinhängt, um dann wieder enttäuscht zu werden."
„Das mag vielleicht sein, Schatz. Und so sehr ich deine Ex-Frau verabscheue, ist Alice alt genug, um es selbst zu entscheiden. Sie hat nun auch Jasper, der ihr sicher beistehen wird", versuchte Esme, ruhig zu bleiben.
„Und sollte es wider Willen wirklich so sein, dass sie es nicht ernst meint, sind wir hier, um euch aufzufangen. Aber ich hoffe wirklich sehr, sie meint es ernst", sagte meine Liebste.
Nach einigen Minuten verließen uns auch Carlisle, Esme und Millie. Mein Vater war völlig mitgenommen. Nicht, weil er hin und her gerissen war zwischen Esme und Elizabeth. Dieser Zug war lange abgefahren. Das Carlisle Liz liebte, war wohl nur bis nach unserer Geburt. Er hatte einfach nur Angst, dass Liz uns erneut wehtun könnte.
Um mich machte ich mir weniger Sorgen. Ich war gereift und hatte meine eigene kleine Familie. Es wäre schön gewesen, wieder mit meiner Mutter Kontakt zu haben, sollte sie es auch ernst gemeint haben. Aber ich brauchte sie nicht in meinen Leben.
Bei Alice lag es wohl etwas anders. Sie hatte oft erwähnt, dass sie gerne Kontakt zu ihr hätte. Vor allem bei der Hochzeit, hätte Alice Liz gerne dabei gehabt. Sie hatte sich aber dagegen entschieden sie zu suchen, da sie ahnte, dass Esme und Liz wahrscheinlich nicht miteinander ausgekommen wären. Und ihr somit die Hochzeit vielleicht noch verdorben hätte. Aber zum Glück gab es da noch Esme und vor allem Jaspers Mutter, die Alice tief in ihr Herz geschlossen hatten.
„Was für ein Morgen", meinte Bella, als wir uns zurück in die Couch fallen ließen.
Sie schmiegte sich sofort an mich, um mir gleich wieder Halt zu geben. Das war meine Bella. Sie wusste immer, wann ich sie am meisten brauchte.
„Kann ich dir sagen…", seufzte ich.
„Was denkst du?"
Ich schaute runter auf Bella, in ihre unschuldigen, braunen Augen. Mir kam erst jetzt in den Sinn, dass es für sie auch nicht leicht sein würde, diese ganze Situation mitzuerleben. Wie Carlisle und ich Elizabeth von uns wegstießen.
Denn Bella würde alles dafür geben, wenn sie ihre Mutter nur irgendwie wiederbekommen könnte. Und da war ich und konnte mich kaum freuen, meine Mutter zu sehen. Aber Bella schien es mir nicht böse zu nehmen. Sie wusste, was Alice, Carlisle und ich mit ihr durchgemacht hatten und eben nicht sonderlich gut auf sie zu sprechen waren.
„Ganz ehrlich? Ich bin hin und her gerissen. Die Wut von damals und dass sie sich nie hat blicken lassen überwiegt die Freude, dass sie es doch endlich geschafft hat, uns aufzusuchen. Weshalb ich einfach nicht glauben kann, dass sie nur deswegen hier ist."
Bella sah mich mitfühlend an und nickte mir zu. Ihre Hand kreiste liebevoll über meinen Bauch. Es hatte diesmal nichts Antörnendes, sondern beruhigte ungemein.
„Ich hoffe wirklich, sie meint es ernst, denn ich wünsche es mir für Alice und auch für mich. Natürlich habe ich darüber nachgedacht, wie es wäre, wenn Liz bei unserer Hochzeit wäre. Und oft genug habe ich darüber nachgedacht, wie ich unseren Kindern in der Zukunft erklären würde, dass sie eigentlich drei Großmütter hätten.
Du hast gesehen, wie sehr es selbst Carlisle aufgewühlt hat. Und glaub mir, er empfindet kein Fünkchen Liebe mehr für diese Frau", atmete ich tief durch.
„Was ist deine Meinung dazu?" wollte ich von Bella wissen.
Sie schloss kurz die Augen, um wahrscheinlich ihre Gedanken zu sammeln. Ich hoffte nur, keine ungeliebten Erinnerungen hochgeholt zu haben.
„Hätte ich unbeteiligt von dieser Sache erfahren, ohne eure Erfahrungen zu kennen, wäre ich ehrlich gesagt sauer über deine Sichtweise gewesen. Ich würde alles dafür geben, meine Mutter wiederzusehen", funkelten in ihren Augen die Tränen.
„Aber nach all dem, was ich erfahren habe, wie kalt sie euch damals zurückgelassen hat, ist und bleibt es für mich unverzeihlich. Dennoch weißt du nie, was passieren könnte. Vielleicht will sie auch etwas gutmachen, um ein neues Leben zu beginnen. Wir wissen es nicht, weshalb man ihr vielleicht eine Chance geben sollte. Ich sage jetzt allerdings nicht, dass du sie mit offenen Armen empfangen solltest."
„Du hast wie immer recht", zog ich Bella in meine Arme und küsste ihre Stirn.
„Warten wir ab, was geschieht. Mir ist allerdings der Typ unheimlich."
Ich hoffte ungemein, dass er nicht der Freund oder Ehemann meiner Mutter war.
Auch wenn es ein aufregender Morgen war, musste ich auch irgendwann zum Dienst. Genauso wie Bella, die eine 48 Stunden Schicht vor sich hatte. Wie sie dies immer schaffte, war mir ein Geheimnis. Mein Vater versuchte es zwar zu vermeiden, dass seine Ärzte solche Tage schuften mussten, aber sie waren in der Notaufnahme gerade durch Urlaub und Krankheit unterbesetzt.
Die Arbeit lenkte mich wenigstens ein bisschen ab. Paul schwärmte die ganze Zeit davon, dass seine Freundin Rachel schwanger sei und sie heute zum ersten Mal das Baby beim Ultraschall sahen. Seine Reaktion und seine Freude erinnerten mich sehr daran, als Kate schwanger war. Ich sah mich da in ihm wieder und konnte seine Freude zu gut teilen.
Nachts vermisste ich Bella dann doch wieder zusehends. Das Bett war ohne sie einfach zu groß und zu kalt. Zudem hielten mich die Gedanken an meine Mutter und ihr plötzliches Auftauchen wach. Mir wollte einfach nicht in den Sinn kommen, warum sie ausgerechnet jetzt wieder in mein Leben trat.
Nachdem ich Bella um ein Uhr morgens eine SMS schickte, dass ich sie vermisste und ich nicht schlafen konnte, rief sie mich an. Wir telefonierten fast eine Stunde, bis sie zurück in die Notaufnahme gerufen wurde. Aber zumindest konnte ich danach einschlafen.
Am nächsten Morgen weckte mich eine SMS von Alice. Sie wollte mir nur mitteilen, dass sie sich heute Mittag mit unserer Mutter treffen würde. Ich wünschte ihr Glück und dass es unsere Mutter ernst meinte. Alice würde sich so oder so in die Sache hineinsteigern. Ich hoffte nur, dass wir am Ende nicht die Scherben aufsammeln müssten.
Abends rief Alice mich dann an. Ich war sehr gespannt, wie es gelaufen war.
„Und?", fragte ich sie.
„Ich weiß auch nicht, Edward. Ich bin nicht enttäuscht, oder so. Sie zeigte wirklich Interesse. Fragte mich über mein Leben aus, wie ich Jasper kennenlernte. Ich erzählte ihr auch, wie sehr ich sie damals vermisst hatte und wie wütend ich auf sie war. Und sie fing an zu weinen."
„Aber?", wusste ich, dass es noch kommen würde.
„Keine Ahnung. Sie stellte noch andere Frage. Komische. Zum Beispiel wie gut es Jasper und mir finanziell geht. Sie wollte von mir auch wissen, was Bella arbeitete", wirkte Alice enttäuscht.
War unsere Mutter etwa nur wegen Geld hier? Wollte sie sich erst bei uns wieder gutstellen und dann nach Geld fragen?
„Und der Typ war auch wieder da. Ich fragte, wer er ist und sie sagte mir nur, dass er Frank heißt und mehr nicht."
„Hast du ihre Nummer, Alice?"
„Ja. Was hast du vor?"
„Ich werde morgen mit unserer Mutter Mittagessen."
„OK."
„Hey, Alice. Ich weiß es mag enttäuschend sein. Aber denk daran. Dad und ich sind immer für dich da. Und nicht nur wir. Hinter uns stehen so viele Menschen, die uns lieben."
„Ich weiß, Edward. Dennoch hatte ich mir erhofft, wieder etwas mit unserer Mutter aufzubauen."
„Wir werden sehen, Sis. Mal schauen, was sie mich so fragt und mir erzählt. Hab dich lieb, Kleine."
„Danke, Großer. Liebe dich", sagte sie und gab mir noch die Handy-Nummer meiner Mutter.
Ich rief sie auch gleich an. Am Telefon hörte sie sich auch etwas komisch an. Als hätte sie Angst. Ich wusste nicht so recht, was ich davon halten sollte. Sie willigte jedenfalls ein, mich am nächsten Tag zu treffen.
Als ich Bella davon erzählte, war sie sich auch nicht sicher, was die Absichten meiner Mutter waren. Sie wünschte mir dennoch alles Gute und würde auf mich warten, wenn sie am nächsten Tag endlich Feierabend hätte.
In dieser Nacht konnte ich noch weniger schlafen. Ich war mir mittlerweile sicher, dass Liz irgendetwas im Schilde führte. Sie war definitiv nicht hier, um uns nur mal wiederzusehen. Soviel stand für mich fest.
Da ich am nächsten Morgen wieder Frühdienst hatte, war ich alles andere als fit und nutzte es zum ersten Mal aus, als Captain nicht immer ins Getümmel stürzen zu müssen. Nachdem Paul mich fragte, was los sei, erzählte ich ihm davon. Er verstand es und übernahm die meiste Arbeit.
Nach der Arbeit fuhr ich zu einem Restaurant etwas außerhalb der Innenstadt. Ich wollte einfach vermeiden, dass uns jemand unterbrach. Liz wartete schon als ich ankam an einem Tisch.
Sie begrüßte mich stürmisch mit Küsschen. Ihre Freude, mich zu sehen, wirkte dann doch echt. Ich wurde aus dieser Frau einfach nicht schlau.
„Danke, Edward, dass du mir die Chance gibst, mich zu treffen."
„Ist OK. Ich habe allerdings nicht all zu viel Zeit. Bella kommt in zwei Stunden von einer 48-Stunden-Schicht nach Hause und dann möchte ich bei ihr sein."
„Wow. Deine Verlobte arbeitet aber ganz schön viel", druckste sie rum.
„Sie liebt ihren Job. Genau wie Dad", wusste ich genau, einen Punkt bei ihr zu treffen.
Sie mochte es damals nie, dass Carlisle Arzt war und oft lange arbeiten musste. Zumal er damals noch Assistents-Arzt war. Immer schimpfte sie darüber, meckerte aber nicht über das Geld was Carlisle nach Hause brachte. Gut, sein Lohn war es nicht, der uns solch ein angenehmes Leben bereitete. Vielmehr war es das Erbe seiner Großeltern.
„Nun erzähl doch mal, wie du deine Bella kennengelernt hast", fragte sie, als würde sie es wirklich interessieren.
Also erzählte ich, wie ich Bella lieben lernte. Auch, was wir so durchmachten und wie schwer es für mich war, wieder jemanden lieben zu können, nach Kate.
„Es tut mir wirklich Leid, dass ich nicht für dich da war", fing sie plötzlich an zu weinen.
Ich war völlig perplex. Noch nie sah ich meine Mutter so emotional. Das war neu.
Gerade wollte ich sie fragen, was los sei, da kam dieser Typ ins Restaurant.
„Deine Zeit ist abgelaufen, Elizabeth. Komm…", zog er meine Mutter am Arm.
„Hey. Lass sie los", schubste ich ihn von ihr.
„Das geht nicht. Komm endlich."
„Was willst du von ihr?"
„Hätte sie dir längst sagen sollen", antwortete er grimmig.
Ich sah meine Mutter fragend an, welche ängstlich den Kopf fallen ließ.
„Was geht hier vor?", konnte ich meine Wut nicht mehr verbergen.
Daraufhin wurde meiner Mutter noch kleiner. Ein Bild, welches ich von ihr noch nie bekommen hatte.
„Mom?"
„Gib mir bitte fünf Minuten, Frank?", zitterte Liz.
„Vier", sagte er nur und ging wieder hinaus.
„Sprich, Mom, sonst kann ich dir nicht helfen. Nach deinen Fragen an Alice, gehe ich davon aus du brauchst Geld."
Liz schaute mich geschockt an. Gleichzeitig trieb es ihr weitere Tränen in die Augen. Wahrscheinlich hat sie nicht damit gerechnet, dass ich darauf kommen würde.
„Du brauchst Geld für deinen Freund?"
„Frank? Frank ist dein Onkel. Mein Bruder", wirkte sie bedrückt.
„Mein Onkel? Was zum Teufel ist hier los?"
„Es tut mir so Leid. Alles, Edward. Ich wollte es damals nicht, aber meine Familie, sie war nicht die, wie ich es euch immer vorschwärmte."
Sie wirkte so klein wie noch nie. Ich merkte schnell, dass da noch mehr hinter steckte.
„Ich schulde meinem Bruder Geld. Und wenn ich es ihm nicht gebe, dann…."
„Dann was?"
Sie konnte es mir nicht beantworten, da sie zu schluchzen begann.
„Wie viel?"
Auf meine Frage hin, schaut sie zu mir hoch.
„Du hilfst mir?"
„Wie viel, Mom?"
„50.000 Dollar."
Puh. Eine Stange Geld. Alleine könnte ich es nicht bewältigen.
„Komm heute Abend gegen acht Uhr zu mir. Dann erzählst du uns ALLES. Vielleicht können wir dir dann helfen."
„Ich weiß nicht, ob ich euch alles erzählen kann…"
„Brauchst du das Geld, oder nicht?"
Sie seufzte und versuchte sich zu sammeln.
„Das könnte alles ändern, Edward."
„Was gibt es da noch groß zu verändern. Um acht Uhr", sagte ich ihr nur und ging zu meinem Wagen.
Bevor ich allerdings losfuhr, ließ ich meine Wut am Lenkrad aus. Ich schlug drauf rum, bis mir die Hand schmerzte. Warum bin ich so wütend? Ich wusste es doch, dass sie nichts anderes wollte, als Geld.
Allerdings ging da noch jede Menge mehr vor. Solche Angst, wie meine Mutter vor ihrem Bruder hatte, machte mich nervös.
Ich rief Carlisle an, welcher von meiner Geschichte fast nicht überrascht war. Er ahnte schon immer, dass mit Liz Familie etwas nicht stimmte. Er war dennoch wütend, dass sie tatsächlich wegen Geld hier war. Er nahm es mir noch ab, Alice zu informieren, woraufhin ich dann nach Hause fuhr.
Enttäuscht stellte ich fest, dass Bella schon zu Hause war. Ich war länger weg als ich wollte. Eigentlich hatte ich geplant, ihr etwas zu Essen zu machen und sie dann in den Schlaf zu streicheln.
Stattdessen hatte sich Bella eine Tütensuppe warm gemacht, wie ich sehen konnte. Ich ging ins Schlafzimmer, wo Bella sich unter ihre Bettdecke gekuschelt hatte und mein Kissen an sich drückte.
Vorsichtig legte ich mich hinter sie und küsste ihren Nacken.
„Wo warst du?", schmollte sie groggy.
„Das Treffen mit meiner Mutter verlief nicht wie gedacht", konnte ich meine Wut noch nicht ganz runterschlucken.
Bella merkte es natürlich und drehte sich zu mir. Mein Gesicht musste Bände sprechen, denn als Bella mich sah, erweichte ihr Blick. Sie öffnete die Decke und deutete mir, runter zu krabbeln. Das tat ich nur zu gerne. Bella zog mich in ihre Arme und küsste meine Nase.
„Erzähl", sagte sie sanft.
Ich spulte also die Story runter. Und mit jedem Satz mehr verdunkelte sich Bellas Miene.
„Da stimmt etwas ganz gewaltig nicht."
„Ich stimme dir zu, Liebes. Ist es OK für dich, dass wir uns heute Abend nochmal hier treffen?"
„Natürlich, Babe. Ich hoffe nur, dass ihr danach wirklich wisst, woran ihr seid. Das habt ihr alle nicht verdient", gähnte sie und legte ihren Kopf an meine Brust.
Es dauerte nicht lange, bis Bella eingeschlafen war. Meine Ärmste. Jetzt hat sie zwei Tage lang gearbeitet und muss sich noch mit so etwas beschäftigen. Mir war aber Bellas Meinung wichtig. Es könnte schließlich auch unser Leben beeinflussen.
Ich sah Bella noch lange beim Schlafen zu. Es wirkte beruhigend auf mich. Ohne Bella würde ich das auch nicht überstehen.
Gegen halb acht klingelte es an der Tür. Bella rührte sich nur kurz, schlief aber weiter, als ich aus dem Bett stieg.
Vor der Tür standen Alice, Jasper, Carlisle und Esme.
„Wo ist Millie?", fragte ich.
„Rose und Emmett haben sich angeboten, auf sie aufzupassen. Rose hat mitbekommen, dass wir uns heute nochmal mit Elizabeth treffen", meinte Esme, welche ziemlich genervt schien.
Carlisle sah nicht besser aus. Er wirkte sehr angespannt. Er hatte mir schon am Telefon gesagt, dass ihn weniger die Bitte um Geld sorgen machte, sondern was Liz meinte, dass nichts so schien, wie es war.
Alice war einfach nur traurig. Sie hatte sich natürlich was anderes erhofft. Allerdings hatte ich noch etwas Hoffnung. Vielleicht, wenn die Sache, was immer es auch war, aus dem Weg geräumt war, könnte wenigstens Alice etwas mehr von unserer Mutter haben.
„Wo ist Bells?", fragte Jasper.
„Schläft noch", sagte ich und ging in die Küche, um Kaffe zu kochen.
Ich räumte noch Bellas Mittag weg und Alice half mir dann, die Tassen ins Wohnzimmer zu bringen.
Punkt acht Uhr klingelte es erneut an der Tür. Bevor ich aufstehen konnte, sprang Carlisle auf. Der fing sich zwar einen komischen Blick von Esme ein, aber wir alle wussten, dass er nicht frohen Mutes die Tür öffnete.
Ich erschrak, als ich meine Mutter sah. Verheult, zerzaust, und wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, dass sie jemand geschlagen hatte, da sich an ihrem Auge ein Veilchen bildete.
„War das dein Bruder?", fauchte Carlisle.
Sie antwortete erst gar nicht und trat ins Haus. Sie stellte sich in die Nähe des Kamins, von wo sie uns alle im Überblick hatte. Bevor sie anfangen konnte, hörte ich die Schlafzimmertür. Eine verschlafene Bella trat hinaus und setzte sich an meine Seite.
„Hey", begrüßte sie die Anderen und schmiegte sich an mich.
Danach richteten sich alle Blicke an Elizabeth, welche nervös von einem Fuß zum anderen wechselte.
„Zuerst möchte ich euch sagen, wir leid es mir alles tut. Es war nie meine Absicht, jemand zu verletzen. Ich weiß, wie weh ich euch allen getan habe. Ich habe es nie gewollt."
„Carlisle, du weißt am besten, dass ich nie etwas von meiner Familie preisgegeben habe. Was auch einen Grund hatte."
„Ich gehe mal davon aus, dass sie nicht in Australien lebten?", fragte er.
„Nein. Im Gegenteil. Sie waren ganz in der Nähe, um alles zu kontrollieren", senkte sich ihr Blick.
„Was meinst du, Liz?", wurde mein Vater immer ungeduldiger.
„Ich wollte das nicht. Ich wollte dich nicht…."
„Was….?"
„Mein Vater wusste, wie gut betucht du und deine Eltern waren. Er war einst ein Freund mit deinem Vater und war immer neidisch auf ihn. Mein Vater war… ist ein Tyrann. Genau wie mein Bruder. Ich bekam es jeden Tag spüren. Sie zwangen mich dazu…"
Liz fing an zu weinen. Ich zweifelte nicht mehr, dass sie uns die Wahrheit sagte. Solche Angst und Tränen konnte man nicht spielen.
„Sie zwangen mich dazu, etwas mit dir anzufangen. Ich sollte dich dazu bringen, mich zu heiraten."
„Willst du mir sagen, du hast mir nur etwas vorgespielt? Die ganzen Jahre?", war Carlisle entsetzt.
Alice war längst in Tränen aufgelöst und Esme schien wirklich Mitleid zu haben mit ihrer Vorgängerin.
„Es gab eine Zeit, wo ich dich lieben konnte, in der Zeit entstanden unsere Kinder, welche ich nie bereut habe, dass müsst ihr mir glauben."
„Also hast du das ganze Geld nicht für dich ausgegeben?", wollte ich wissen.
„Kaum ein Cent war für mich. Ich musste jeden Monat etwas überweisen."
„Warum hast du nie etwas gesagt? Ich hätte dir geholfen", schien nun auch mein Vater Mitleid zu haben.
„Ich hatte Angst, sie würden dir etwas antun. Und als dann die Kinder dazu kamen, drohten sie mir noch mehr, dass sie dir und den Kindern etwas antun würden. Du hast dich immer um mich gekümmert. Ich konnte es nicht zu lassen."
„Aber wie konntest du dann gehen?", fragte Alice.
„Ich hatte jemand anderes kennengelernt. Zum ersten Mal war ich richtig verliebt. Deshalb fiel es mir auch so leicht zu gehen. Allerdings brach es mir das Herz, meine Kinder zurück zu lassen. Ein glatter Bruch war nötig.
Brian weiß bis heute nichts davon. Er denkt, ich bin mit meinen Mädels im Urlaub. Stattdessen war ich bei meinem Bruder. Brian ist Entwicklungshelfer und ständig in der Welt unterwegs. Es war also auch meine Chance, vor meinem Vater und Bruder zu flüchten."
„Bis heute…", bemerkte ich.
„Ja. Brian will sich in L.A. niederlassen. Wir haben uns dort schon ein Haus gekauft. Wir waren kaum zwei Wochen dort, als mein Bruder vor der Tür stand und damit drohte, Brian alles zu erzählen."
„Und die 50.000 Dollar sind das Schweigegeld?", meldete sich Bella zum ersten Mal zu Wort.
Liz nickte nur.
„Das ist ein Fass ohne Boden. Dein Bruder wird dich immer wieder erpressen", kam es von Esme, die mittlerweile Mitgefühl für Liz zeigte.
Carlisle, Alice und ich saßen nur geschockt da. Es war nie Liebe? Sie ging eine Beziehung, eine Ehe mit Carlisle ein, ohne Liebe, ohne Gefühle? Gut, es gibt genug Orte auf der Welt, wo es die Religion so vorgibt, dass die Frauen mit einem Mann verheiratet wird, der nach der Wahl des Vaters ging und nicht der Frau.
Aber was mit meiner Mutter passierte, hatte nichts mit Religion zu tun. Das war Erpressung, häusliche Gewalt und Menschenhandel in einem. Das hatte sie wirklich nicht verdient. Meine Wut ging nun über auf Liz Bruder und Vater.
Alleine die Vorstellung, dass Carlisle und ich so etwas mit Alice machen würden. Da wurde mir ganz schlecht. Für kein Geld der Welt, könnte ich Alice nur ein Haar krümmen.
„Ähm. Ich bin wahrscheinlich am wenigsten beteiligt", meldete sich Bella plötzlich mit leiser Stimme.
Alle Augen richteten sich auf meine Verlobte.
„Auch wenn es schwer sein mag, gibt es eigentlich nur eine Lösung. Die Wahrheit. Wenn Brian dich liebt, wird er dir beistehen und alles tun, um dich zu beschützen. Edward würde gleiches für mich tun. Das weiß ich", blickte sie verliebt zu mir und drückte meine Hand.
„Auch wenn du hättest früher etwas sagen müssen, bist du das Opfer in dieser Sache. Mein Vater, er war mal Sheriff, würde dir sicher helfen. Du kannst sie immer noch anzeigen. Und ich bin mir sicher, dass wir, die wir hier im Raum stehen, dich unterstützen werden. So etwas hat keine Frau verdient."
Ich verliebte mich mal wieder neu in meine Bella. Sie ist so schlau und mitfühlend.
„Bella hat recht", war es überraschend Esme, die sich meldete.
„Niemand sollte so etwas durchmachen. Auch wenn ich nicht verzeihen kann, was du damals deinen Kindern und Carlisle angetan hast, solltest du nicht dein Leben in Angst und Lüge leben. Es ist auch deinem Lebensgefährten nur fair, die Wahrheit zu kennen. Und dein Vater und Bruder gehören hinter Gitter."
Carlisle drückte Esme und stand dann auf. Es überraschte mich nicht, als er Elizabeth umarmte. Sie war nur noch ein Häufchen Elend. In Tränen aufgelöst, war sie kaum noch fähig, etwas zu sagen.
Und wer jetzt glaubte, dass Esme eifersüchtig reagierte, lag falsch. Sie vertraute ihrem Mann und wusste, dass Liz jetzt Halt brauchte.
„Ich kann nicht sagen, dass ich nicht enttäuscht bin, dass du mir es nie anvertraut hast, denn ich hätte eine Lösung gefunden. Irgendwie. Aber vielleicht sollte es so sein", wusste ich genau, worauf er hinaus wollte.
Wer weiß, wo wir jetzt wären, mit wem wir wären, wenn es damals nicht so gelaufen wäre.
„Wir werden dir helfen, Liz. Auch wenn du mich sehr verletzt hast, haben wir dennoch zwei Kinder zusammen. Und der Gedanke daran, dass du in Angst leben musst und dein Bruder so mit dir umgeht, macht mich ganz krank."
Alice stand auf und warf sich ihrerseits in Liz Arme. Sie machte das Ganze wahrscheinlich auch sehr fertig.
Bella drückte meine Hand und deutete zu den dreien.
„Geh schon", grinste sie.
Somit ging auch ich zu den drei und umarmte sie. Zum ersten Mal seit 20 Jahren, lagen wir uns wieder in den Armen. Etwas, woran ich nicht mehr geglaubt hatte. Nun, es war keine Umarmung aus Liebe, aber Liz sollte spüren, dass wir bei ihr waren.
„Es ist deine Entscheidung", sagte Bella, welche mit Jasper und Esme vor uns standen.
„Ich rufe meinen Vater sofort an. Er wird alles tun um dir zu helfen."
„Warum sollte er das tun?", fragte Liz.
„Weil Edward, Alice und Carlisle zu meiner Familie gehören. Und somit auch du. Und Familie geht bei uns über alles. Er wird schon einen Weg finden deinen Bruder und deinen Vater festzuhalten."
Bella wirkte so sicher, als wäre sie selbst ein Cop. Machte wohl die Erziehung von Charlie. Und ich war dankbar.
„Um meinen Vater mache ich mir keine Sorgen. Er ist mittlerweile 75 und hat Alzheimer. Aber mein Bruder ist dafür umso schlimmer. Wenn ich bis Mitternacht kein Geld bringe, wird er nicht nur Brian alles erzählen, er wird…", brach Liz ab.
Wir konnten uns denken, was Frank mit ihr anstellen würde. Doch das würden wir nicht zulassen.
„Es ist deine Entscheidung", hatte Bella unser Haustelefon in der Hand.
Liz blickte zu Carlisle, dann zu Alice und mir, bevor sie zu Esme, Jasper und Bella sah. Sie alle sahen aus, als wollten sie Frank an die Gurgel gehen. Ich liebte meine Familie und Freunde, denn auf sie war verlass.
„Ich weiß nicht, warum ihr mir helft, nach allem, was passiert ist."
Der innerliche Kampf war ihr anzusehen. Ich wollte auch nicht in ihrer Haut stecken.
„OK", kam es kleinlaut von ihr.
Wir alle atmeten befreit aus. Ich hatte wirklich befürchtet, dass sie unsere Hilfe ausschlagen würde.
Keine 10 Minuten später stand Charlie mit seinem Freund Quil Ateara Sr. auf der Matte, der zwar kurz vor der Pension stand, aber immer noch ein hohes Tier bei der Polizei war.
Sie hörten sich die Geschichte genau an. Noch während des Gesprächs, rief Quil Spezialisten dazu, die sich um solche Fälle kümmerten. Zudem brachte er es durch, Frank in einem Schnellverfahren noch in der gleichen Nacht verhaften zu lassen. Noch nicht für seine vergangen Taten. Vorerst konnten sie ihn nur für den Schlag ins Gesicht festhalten.
Quil machte uns aber Mut, dass alles seinen Gang gehen würde und Frank für Jahre in den Knast wandern müsste. Auch ihr Vater würde Besuch von der Polizei bekommen. Man musste zumindest sicher gehen, dass er wirklich nicht mehr fähig war, Liz etwas anzutun.
Liz übernachtete die nächsten zwei Nächte bei mir und Bella. Sie war zwar erleichtert, dass Frank ihr nichts mehr antun konnte, dennoch stand ihr ein schwerer Weg bevor. Sie hatte Brian erzählt, dass etwas vorgefallen war und er dringend nach Seattle kommen müsste.
Sie hatte uns gefragt, ob wir ihr beistehen würden. Und im Kreise von Alice, Carlisle und mir erzählte sie ihm die ganze Wahrheit.
Brian, der etwas jünger war als mein Vater und vom Äußeren das komplette Gegenteil war, nahm es natürlich mit Schock auf. Wie ich, war er wütend und enttäuscht. Und auch er sagte sofort, dass er Liz mit allen erdenklichen Mitteln geholfen hätte.
Er wusste, dass Liz eine Vergangenheit hatte, aber dass in dieser auch zwei Kinder waren wusste er natürlich nicht. Er nahm es allerdings verhalten auf und war froh, dass wir hier waren, um Liz zu helfen.
Am Ende nahm er sie in den Arm und versprach ihr, sie immer zu beschützen und nahm ihr das Versprechen ab, von dem Moment an, immer ehrlich zueinander zu sein.
Wichtig für mich und Alice war aber etwas anderes.
Nach dem endlich alles beiseite geschafft wurde, konnten wir wieder Kontakt knüpfen. Liz versprach, regelmäßig nach Seattle zu kommen. Es überraschte mich auch nicht, dass sie sofort zusagte, als Bella ihr eine Einladung zur Hochzeit gab.
Mit solch einem Ausgang hatte ich nie gerechnet. Es war eine wirklich turbulente Woche. Ich lernte meine Mutter neu kennen und erkannte zudem an Bella eine neue Seite, die ich genauso liebte, wie all die anderen. Sie war die erste, die sagte, man müsse meiner Mutter zuhören, ihr vielleicht eine zweite Chance geben. Und ich war froh, dass wir sie nicht gleich davon schickten.
Nun konnte ich es gar nicht mehr abwarten, Bella endlich zu heiraten.
TBC
