Disclaimer: Die Kontinente müssten sich wieder zusammenfügen, damit ich Rechte an Twilight und den Charas hätte.
HOOOORAY! Ganz ganz herzlichen Dank für die vielen Reviews! Ich freu mich riesig!
Ein besonderer Dank geht an HaylesHayles, die sich bereit erklärt, hat meine Betaleserin zu werden (da sich meine Sis für längere Zeit ins Ausland absetzt). Falls also in Zukunft noch irgendwelche Fehler zu finden sein sollten, beschwert euch bei ihr. ;)
Das wird ein... schönes Kap, japp. *LOL*
Ein unwiderstehliches Angebot
„Jacob ist nicht mein Freund. Er war es nie. Wir sind wie Geschwister", antwortete ich ihm endlich und sofort wich seine Wut der Überraschung. Edward blinzelte ein paar Mal, ließ von mir ab und trat einen Schritt zurück. Er starrte den Boden an, schien verwirrt und ich nutzte die Zeit, um meine schmerzenden Schultern zu reiben. Dann sah er wieder auf, kam den einen Schritt langsam auf mich zu und legte mir behutsam seine Hände an die Wangen.
„Tut mir leid, ich... Gott, ich bin so ein Idiot", flüsterte er, sein Blick war gefüllt mit Reue. Ich hatte es ja damals darauf angelegt, aber das musste er nicht unbedingt erfahren, also lächelte ich ihn einfach an, damit er glaubte, ich hätte ihm sein Verhalten verziehen, obwohl es da meiner Meinung nach nichts zu verzeihen gab. Und als Antwort schenkte er mir mein liebstes Lächeln. „Ich hab so viel Zeit vergeudet", flüsterte er und seine Hände strichen mir sanft übers Gesicht. Ich konnte nicht anders, als mich unter dieser Berührung fallen zu lassen. Ich schloss meine Augen und genoss dieses himmlische Gefühl einfach. Als Nächstes spürte ich wieder seine Lippen an meinen und ganz automatisch suchten meine Hände ihren Weg zu seinem Hals, in seine Haare.
Sein Kuss wurde zunehmend stürmischer, fordernder. Eine Hand wanderte zu meinem Nacken, die andere legte er an meine Taille. Dann stellte er sein Bein zwischen meine, so dass sich unsere Körper berührten und er mir ein Stöhnen entlockte. Ich konnte spüren, wie er grinste, während er seine Küsse langsam von meinem Mund weg bewegte, zu meinem Wangenknochen, an mein Ohr und verführerisch daran knabberte. Auch dieses Stöhnen konnte ich nicht zurückhalten. Er wusste, genau wie er mich um den Verstand bringen konnte.
„Gefällt dir das?", flüsterte er mir zu und sein Atem kitzelte mich. Er wartete erst gar nicht auf eine Antwort, sondern nahm mein Ohrläppchen erneut in seinen Mund, saugte daran, strich mit seiner Zungenspitze darüber, massierte es vorsichtig mit seinen Zähnen. Das war besser als jede Fantasie, die ich je erträumt hatte.
„Edward...", flüsterte ich voll Verlangen und spürte erneut sein Grinsen, bevor er seinen Weg fortsetzte, meinen Hals hinunter. Er ließ sich Zeit, bedachte jeden Millimeter mit einem Kuss, saugte hier und da an meiner Haut. „Oh Gott...", keuchte ich mit einem Stöhnen.
„Fürs Erste reicht mir Edward", scherzte er leise und nahm seinen Kopf zurück. Ich konnte nicht anders, als leicht zu lachen. Ich öffnete meine Augen und sah ihn grinsend vor mir stehen. Er verfolgte seine Hand, die von meinem Nacken über meine Schulter an meinem Arm entlang glitt und schließlich meine Hand fasste. Dann sah er mir wieder in die Augen und ich seufzte wohlig. „Wir müssen los. Der Unterricht fängt demnächst an", sagte er und führte meine Hand an seinen Mund, wo er sie mit mehreren federleichten Küssen bedachte, ohne jedoch seinen Blick von mir zu nehmen. Immer wenn man etwas Schönes erlebte, musste die Zeit wie im Flug vergehen.
„Nein. Ich will hier bleiben", sagte ich ehrlich und er lachte daraufhin leise. Gott, war das himmlisch.
„Ich weiß." Er nahm die andere Hand von meiner Taille und legte sie mir an die Wange. „Ich würde auch lieber bleiben, aber –"
„Sag es nicht", unterbrach ich ihn, schmiegte meinen Kopf in seine Hand. Ich wollte nicht weg, nicht jetzt. Ich wollte ihn gar nicht mehr loslassen, aber es wäre zu seltsam gewesen, wenn wir jetzt einfach Hand in Hand zurückgehen würden. Und ich würde ihn erst am Montag wiedersehen... „Ich bin allein", flüsterte ich und sah ihn traurig und bittend an.
„So schnell wirst du mich nicht mehr los", scherzte er und küsste erneut meine Hand, aber er hatte mich falsch verstanden.
„Ich bin ganz allein zu Hause", versuchte ich es noch mal. Sofort legte sich Überraschung auf sein Gesicht und nur ganz leicht schüttelte er seinen Kopf.
„Bella, ich... ich weiß nicht, ob -" Ich schnitt ihm das Wort ab, indem ich die kurze Distanz zwischen uns überbrückte und ihm einen Kuss auf die Lippen drückte.
„Bitte", flüsterte ich flehend. Ich wartete seine Antwort nicht ab, sondern löste mich von ihm, ließ ihn einfach stehen, nahm meine Tasche und eilte zurück zur Schule. Auf dem Weg zum Bio-Raum sprang das Lächeln in meinem Herzen auf mein Gesicht über. Bevor ich jedoch das Klassenzimmer betrat, versuchte ich ernsthafter auszusehen. Ich setzte mich und war froh, noch diese Stunde mit Edward zu haben. Gedankenversunken strich ich mit meinen Fingern über meine leicht geschwollenen Lippen, die er noch vor wenigen Minuten geküsst hatte. Ich konnte nicht genug davon kriegen. Unwillkürlich lächelte ich. Ich hoffte so sehr, dass er meine Einladung annahm. Lautes Stimmengewirr ließ mich aufblicken und ich sah Edward, der von seiner Clique umringt den Raum betrat. Schnell widmete ich mich ganz neutral ein paar Kritzeleien auf meinem Block und hoffte, dass mein Verhalten nicht zu auffällig war. Aus dem Augenwinkel konnte ich sehen, wie sich Edward setzte, kurz umdrehte und sich dann mir zuwand.
„Bella?" Seine Stimme hatte wieder diesen verführerischen Ton, der mir einen wohligen Schauer den Rücken hinabjagte. Ich sah mit Freuden zu ihm, auch wenn mein Gesicht ausdruckslos blieb. Edward hatte einen Ellbogen auf dem Tisch, seinen Kopf auf die Faust gestützt und einen Blick aufgesetzt, den er sonst nur unter seinen Freunden benutzte. Und dann war da natürlich mein heißgeliebtes Lächeln. Trotzdem machte mich diese Haltung misstrauisch. Irgendetwas... passte nicht. Ich versuchte, es zu verstehen. „Ich nehm dich morgen mit ins Kino", verlautete er lässig, so dass fast alle Gespräche im Raum verstummten oder zumindest leiser wurden und viele interessierte Blicke sich auf uns richteten.
Was zum..? Da kam eindeutig wieder der Macho zum Vorschein. Warum tat er das? Es machte keinen Sinn. Edwards Augen zuckten kurz zur Seite. Ein Zeichen, er wollte mir etwas sagen. Verwirrt drehte ich meinen Kopf in die vorgegebene Richtung und sah gerade noch, wie die drei Jungs seiner Clique, an ihren Tischen schräg hinter uns, plötzlich ganz unbeteiligt irgendwelche Blätter betrachteten. Dabei hätte ich schwören können, dass sie uns ebenfalls angesehen hatten. Und da ging mir ein Licht auf. Sie hatten uns nicht angesehen, sondern zugesehen. Was immer Edward gerade plante, sie wussten es und wollten sehen, wie ich reagierte. Das machte mich neugierig, daher entschied ich mitzuspielen. Ich sah wieder zu Edward, setzte eine ungläubige Miene auf.
„Morgen?", quiekte ich gespielt höher. Edward grinste und ich sah auch die Erleichterung in seinen Augen darüber, dass ich ihn verstanden hatte und dieses Theater mitmachte.
„Es sei denn, du hast schon etwas anderes vor...", säuselte er, richtete sich auf, nahm dabei seinen Kopf von der Hand, streckte letztere nach einer Strähne meiner Haare aus und wickelte sie um seinen Finger. Ich schnappte absichtlich hörbar nach Luft und vernahm daraufhin leises Gelächter aus den hinteren Reihen. Ich schüttelte ganz langsam meinen Kopf, täuschte noch mehr Überraschung und Erstaunen vor. „Gut." Edward führte seinen Finger, um den noch immer die Strähne gewickelt war, näher zu mir, strich langsam an meiner Wange entlang. „Ich hol dich ab, sagen wir gegen... 6 ?" Beim letzten Wort sah er von seinem Finger wieder auf in meine Augen, grinste noch breiter und das Gelächter hinter uns wurde deutlich lauter. Ich hatte die Zweideutigkeit durchaus erkannt, aber ich war mir mehr als sicher, dass auch das zu diesem Theater gehörte. Ich ließ mir Zeit mit meiner Antwort, damit, wenn schon alle Aufmerksamkeit uns gewidmet wurde, ich die Spannung ein wenig erhöhen konnte.
„Okay", quietschte ich schließlich noch höher. Augenblicklich verstummte das Gelächter und stattdessen gab es viel Getuschel. Damit hatten seine Freunde scheinbar nicht gerechnet und ich musste mich zusammenreißen, um nicht selbst anzufangen zu lachen.
„Gut", sagte Edward wieder nur, zwinkerte mir zu, während er die Strähne von seiner Hand löste, und wandte sich grinsend von mir ab. Ich verharrte noch einen Moment mit ungläubiger und überraschter Miene, seufzte dann absichtlich laut, um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, bevor ich mich wieder über mein Blatt beugte. Aus dem Augenwinkel konnte ich erkennen, dass Edward sich erneut kurz umdrehte. Vermutlich hatte er seiner Clique irgendein Zeichen gegeben. Wenn er heute zu mir käme... falls er käme... musste ich ihn unbedingt darauf ansprechen. Ich wollte wissen, was das zu bedeuten hatte. War das etwa eine seiner üblichen Anmache? Dann wunderte es mich, dass er bisher Erfolg damit hatte. Unter anderen Umständen hätte ich ihm für diese Unverschämtheit eine runtergehauen. Andererseits... bei seinem Charme war es nicht weiter verwunderlich, dass ihm bei diesen Gesten und dieser verführerischen Stimme keine Frau widerstehen konnte, unabhängig von dem, was er sagte. Ich musste schmunzeln. Ja, wenn man es so betrachtete, konnte ich verstehen, dass die Frauen bei ihm Schlange standen.
Meine Gedanken gingen zurück zu der Tatsache, dass ich gerade eingewilligt hatte, mit ihm ins Kino zu gehen. Das würde bedeuten, dass ich eventuell nicht nur heute Nachmittag, sondern auch noch morgen Abend mit ihm zusammen sein konnte. Die Schmetterlinge in meinem Bauch tanzten vor Aufregung. Ein Nachmittag bei mir zu Hause, nur wir zwei... ein Abend im Kino, in diesen gemütlichen Sitzen... eine Rückfahrt in seinem Auto, in völliger Dunkelheit... Meine Fantasie überschlug sich geradezu während dieser Stunde und ich zuckte leicht zusammen, als es schon zum Unterrichtsende läutete. Ich atmete tief durch, um einen klaren Kopf zu bekommen. Dann langte ich nach meine Büchern, wollte sie einpacken, aber plötzlich legte sich eine Hand unter mein Kinn, zog meinen Kopf mit sich zur Seite und überrascht erblickte ich Edward direkt vor mir, der mich anlächelte.
„Bis dann", sagte er nur und sein Atem strich mir übers Gesicht. Er nahm seine Hand weg, richtete sich auf und ging. Zitternd stieß ich die Luft aus, die ich bis eben angehalten hatte. Diese leichte Berührung, diese zwei Worte, dieser kurze Moment reichten aus, die Hitze durch meinen ganzen Körper strömen zu lassen. Ich wollte ihm hinterher laufen, wollte mich in seine Arme werfen, wollte ihn festhalten, wollte ihn mit aller Leidenschaft, die ich aufzubringen vermochte, küssen, aber stattdessen musste ich mich gedulden, musste ich warten, bis heute Nachmittag... Ich war mir zu neunundneunzig Prozent sicher, dass Edward kommen würde. Dieses kurze ‚Bis dann' war neutral genug gehalten, so dass Außenstehende davon ausgehen mussten, er meinte den morgigen Abend, aber für mich bedeutete es so viel mehr.
Auf der Heimfahrt ging ich all die Punkte durch, die ich noch erledigen musste, bevor Edward kommen würde. Ich wusste ja nicht wann er da wäre, daher konnte ich auch nicht sagen, wie viel Zeit mir zur Verfügung stand, um alles herzurichten. Ich stürmte ins Haus und machte mich gleich in der Küche ans Aufräumen. Allzu viel war es zum Glück nicht, da ich ja die ganze Woche alleine war. Ich stopfte das schmutzige Geschirr in die Spülmaschine und wischte über alle Ablagen sowie den Tisch, dann ging ich ins Wohnzimmer, räumte dort lediglich ein paar Zeitschriften zur Seite, und anschließend in mein Zimmer. Verzweifelt ließ ich meinen Blick durch den Raum schweifen. Hier herrschte das übliche Chaos. Schuhe und Kleidungsstücke waren überall auf dem Boden verstreut, mein Schreibtisch zugestellt mit Büchern, Heften und Ordnern längst vergangener Schuljahre. Meine Bettwäsche lag noch immer so auf dem Bett, wie ich es heute morgen verlassen hatte, total zerknittert. Ich atmete tief durch...
...drehte mich um und ging ins Bad. Ich musste ihn ja nicht in mein Zimmer lassen, wenn ich das ganze Haus für mich hatte. Im Bad säuberte ich die Toilette und das Waschbecken, bevor ich mir eine Dusche gönnte. Als ich mein Lieblingsshampoo in die Hand nahm, musste ich wieder an den Tag denken, an dem ich ihm die erste Freesie gebracht hatte. Mittlerweile war ich mehr als froh darüber, dass ich mich dazu durchgerungen hatte. Ich stellte die Flasche zurück und mein Blick fiel auf meinen Ladyshave. Ich überlegte kurz, zuckte mit den Schultern und entschied, dass es nicht schaden konnte. Wer wusste, was mich heute noch alles erwartete? In ein Handtuch gewickelt stolperte ich durch mein Zimmer auf der Suche nach etwas passendem zum Anziehen. Ich nahm eine ältere, aber sehr bequeme schwarze Jeans, ein schwarzes Tanktop – das hatte ich schon länger gesucht, warum lag es denn in dem Fach mit meinen Pullovern? – und ein dunkelblaues T-Shirt aus meinem Schrank. Dann ging ich an meine Schublade mit der Unterwäsche.
Tja, was zog man in so einem Fall an? Spitzenwäsche? Oder doch lieber einfach Baumwolle? Und welche Farbe? Ich entschied die Wahl dem Zufall zu überlassen, drehte mich seitlich zur Schublade, schloss die Augen und langte wahllos über die Wäsche, bevor ich an irgendeiner Stelle zupackte. Es fühlte sich sehr weich an, also wahrscheinlich keine Baumwolle. Vorsichtig linste ich zu meiner Hand. Es war der schwarze Spitzen-BH, den mir Renee erst letztes Jahr zum Geburtstag gekauft hatte. Ich überlegte, ihn zurückzulegen, wusste aber auch, dass ich dann noch mindestens eine halbe Stunde brauchen würde, bis ich mir etwas anderes ausgesucht hätte und so viel Zeit stand mir vielleicht gar nicht mehr zur Verfügung. Seufzend suchte ich das passende Höschen raus und ging wieder ins Bad, um mich zu richten.
Nach zwanzig Minuten, von denen ich die meiste Zeit damit verbrachte, mein Wirrwarr an Haaren zu ordnen, kam ich schließlich fertig herausgeputzt aus dem Bad. Erneut wagte ich, mein Zimmer zu betreten, fest entschlossen, mich dem Chaos zu stellen. Nur wo sollte ich anfangen? Das Bett... Warum ausgerechnet das Bett? schalt ich mich im selben Moment, aber als ob mein Körper völlig selbständig handeln würde, machte ich mich daran meine Bettwäsche aufzuschütteln und ordentlich zusammen zu legen. Fein, dann eben das Bett. Wie ich das erledigt hatte, schnappte ich mir einen Grossteil der Klamotten auf dem Boden und brachte den Berg runter in die Waschküche. Ich legte ihn nur achtlos auf einen Haufen, zum Sortieren und Waschen hatte ich jetzt wirklich keine Zeit. Ich eilte nach oben, legte noch einige andere Teile, die ich runterbringen wollte, zur Tür, nahm dann meine uralten Schulsachen und pfefferte sie regelrecht in den hintersten Winkel meines Schrankes, Türe zu, fertig. Ich sah mich erneut um. Das war schon viel besser.
Als Nächstes waren meine Schuhe dran. Die Meisten schob ich einfach unters Bett, möglichst weit nach hinten, ein paar Andere ließ ich noch im Schrank verschwinden. So war das doch schon ganz ansehnlich. Ich nahm das restliche Bündel Schmutzwäsche und ging wieder nach unten in die Waschküche. Ich hatte gerade die Klamotten fallen gelassen, da vernahm ich ein leises Klopfen. Sofort erstarrte ich in meiner Bewegung, mein Herzschlag beschleunigte sich und ich lauschte, vielleicht hatte ich mich ja nur verhört... Noch ein Klopfen... Ich flitzte zur Haustür, langte mit zittriger Hand an die Klinke, atmete ein Mal tief durch und öffnete sie langsam. Da stand er, in all seiner Pracht.
Ich ließ meine Augen von seiner dunklen Hose langsam nach oben wandern zu dem weißen Hemd. Beides wirkte lässig, passend zu ihm, und hatte trotzdem etwas elegantes an sich. Dann richtete ich mein Blick auf sein herrliches Gesicht, seine atemberaubenden Augen. Er lächelte und ich seufzte wohlig. Ich ging einen Schritt zurück, öffnete die Tür noch weiter, wandte meinen Blick nicht von ihm ab. Edward trat langsam ein, seine Augen ruhten auf mir. Er ging an mir vorbei und ich drehte mich wieder zur Tür, um sie zuzumachen. In dem Moment als sie ins Schloss fiel, fassten zwei Hände meine Taille, ein warmer Körper schmiegte sich an meinen Rücken, drückte mich dabei leicht gegen die Tür. Von der Sensation dieser Berührung überrascht entwich mir ein leises Stöhnen. Edward nahm eine Hand weg, um meine Haare zur Seite zu streichen, so dass ich seinen Atem an meinem Nacken spürte.
„Bella..." Seine Stimme war rau, leicht heiser und sorgte für ein wahnsinnig aufregendes Kribbeln auf meiner Haut. Er küsste meinen Hals, arbeitete sich langsam zu meinem Ohr vor. Ich schloss meine Augen, legte meinen Kopf etwas zur Seite, um ihm besseren Zugang zu gewähren, und ließ mich von ihm verwöhnen. Meinetwegen konnte der ganze Tag so ablaufen. Ich brauchte nichts sonst, nur ihn. Wie er sich an meinem Ohrläppchen verging, biss ich mir auf die Lippe, um ein erneutes Stöhnen zu unterdrücken, erfolglos.
„Edward...", keuchte ich aufgrund dieses unbeschreiblichen Gefühls, dass mir etliche Schauer den Rücken rauf und runter jagte. Ich spürte, wie er mal wieder grinste. Es schien ihn sehr zu freuen, was er mit mir anstellen konnte. Und mich erst... Langsam wich er von mir zurück, beließ aber seine Hand an meiner Taille und noch immer um Luft ringend, drehte ich mich zu ihm um. Er lächelte, sah mich mit seinen strahlend grünen Augen an und legte mir dann eine Hand unters Kinn. Ganz vorsichtig hob er es an, beugte sich zu mir. Erwartungsvoll schloss ich meine Augen und er küsste mich sanft. Es war völlig anders, nicht so wie in der Schule. Nur ganz leicht berührten sich unsere Lippen, ein kurzer, süßer Kuss voller Hingabe. Wie er sich von mir weg lehnte, seufzte ich erneut wohlig. Ich öffnete meine Augen wieder und erblickte mein liebstes Lächeln. Wir standen bestimmt noch eine halbe Ewigkeit so im Flur, bis ich mich wieder meiner guten Manieren besinnte.
„Lass uns reingehen", sagte ich leise. Er nickte nur, ließ von mir ab, so dass ich vorausgehen konnte. Ich nahm seine Hand, die er gerade von meiner Taille entfernt hatte und führte ihn ins Wohnzimmer. Ich wusste nicht so recht, ob ich mich einfach hinsetzen und ihn mit mir ziehen sollte, daher entschied ich, ihn zu fragen, worauf er denn Lust hätte... Okay, diese Frage konnte ich mir selber beantworten. Ich musste es auf jeden Fall anders formulieren. Ich drehte mich wieder zu ihm um. Er musterte das Zimmer.
„Deine Eltern sind also nicht da", sagte er und sein Blick schweifte noch immer umher.
„Nein. Sie sind im Urlaub", bestätigte ich ihm schnell, um das Thema abzuhaken. Edwards Augen blitzten interessiert auf und ich hatte das ungute Gefühl, er würde es als Aufhänger für ein wenig Smalltalk nehmen.
„Schon länger?" Bingo. Innerlich stöhnte ich. Ich hoffte sehr, dass er das nicht weiter vertiefte.
„Seit Sonntag. Sie kommen morgen zurück, ich vermute erst gegen Abend."
„Wo sind sie denn hin?" Oh verflucht! Das war genau die Frage, die er nicht stellen sollte. Ich wollte nicht darüber reden, ich wollte nicht mal daran denken, wo sie jetzt waren... was sie eventuell gerade taten... Nein, nein, nein!, schrie ich in Gedanken verzweifelt. Edward... nur an Edward denken... „Und?", fragte er nach, da ich stillschweigend vor ihm stand und mich noch immer mit den Bildern in meinem Kopf abmühte.
„Sie sind... also...", stammelte ich daher und fuchtelte hilflos mit den Händen in der Luft. „Wie jedes Jahr... eigentlich nur..." Ich spürte, wie mir das Blut in die Wangen stieg, als ich wieder daran dachte, und Edward sah mich an, als käme ich geradewegs aus der Klapsmühle. Ich atmete tief ein, wollte das nur noch schnell hinter mich bringen. „Sie fahren... da gibt es... dieses Hotel... da fahren sie hin... und..." Ich brauchte nicht mehr weiter zu reden, denn Edward brach in schallendes Gelächter aus. Verzweifelt versteckte ich mein Gesicht in meinen Händen und schüttelte leicht meinen Kopf. Gott, war das peinlich! So langsam fing sich Edward wieder, zumindest wurde sein Gelächter zunehmend leiser. Und dann spürte ich zwei Hände an meinen, die langsam aber bestimmt, mein überhitztes Gesicht wieder zum Vorschein brachten. Er ließ eine meiner Hände frei und hob erneut mein Kinn an, so dass ich ihm unweigerlich in die Augen sehen musste.
„Tut mir leid", sagte er grinsend. Ich war mir nicht ganz sicher, wofür genau er sich entschuldigte, aber Hauptsache dieses Thema war damit erledigt.
„Möchtest du was trinken?", fragte ich völlig aus dem Kontext gerissen.
„Liebend gern", antwortete er und ließ von mir ab.
„Machs dir bequem", sagte ich noch, bevor ich in die Küche verschwand.
Männer! Was die immer so von sich geben... *ROFL*
Diese Finger sind aber auch so was von... eigensinnig!
Bis zum nächsten Kap.
