Anmerkung vom Meeri vornweg: Entschuldigt bitte vielmals, dass unser Kapitel so spät kam - ich war heute mit dem Hochladen des Kapitels betraut und habe jedoch vor lauter Weihnachtsstress und Familienkram total vergessen, eben dies zu tun... Ihr nehmt uns das nicht krumm, oder? *Hundeblick aufsetz* Aber jetzt übergebe ich dann mal an unseren Jaguar:
*hört aufgeregte Stimmen*
*hält sich die Pfoten über die Ohren*
Jetzt kommt er doch noch, der Weltuntergang. *murmelt*
*blinzelt mit einem Auge und sieht die ganzen Leser*
Huch, was macht ihr denn hier? *ist ganz verwirrt*
Wie? Kein Weltuntergang? Seid ihr sicher?
*laute Zustimmungen sind zu hören*
Vielleicht haben wir ja auch nur einen Zeitsprung gemacht. So wie die Protagonisten im Beitrag unserer Ente. *grinst*
Was habt ihr denn erwartet? Dass wir euch einfach so kurz vor Weihnachten hängen lassen, nur weil irgend so ein Maya-Kalender nicht verlängert wurde? Also bitte. Ihr traut uns ja aller Hand zu.
Ich für meinen Teil, wünsch euch jetzt ein wunderschönes Wochenende.
Für den wahrscheinlichen Fall, dass ihr noch mehr von Kia lesen wollt, schaut doch hier mal vorbei:
www. fanfiktion. de/u/Kiamara
(Nehmt bitte die Leerzeichen nach www. und nach fanfiction. raus)
Zeitsprung von Kiamara
Helles Kinderlachen schallte durch das kleine Haus. Harry lächelte während er in der Küche stand und neuen Tee aufgoss. Die Weihnachtsgeschenke nahmen seine drei Kinder wieder einmal voll in Beschlag, und er hoffte, dass sie noch lange Freude daran haben würden. Ginny und er hatten Monate daran gesessen, sich genau zu überlegen, wer was bekommen würde, damit es gerecht zuging und keiner ein Geschenk mehr oder weniger bekam als der andere.
Während der Tee zog, stellte er sich in den Türrahmen zum großen Wohn- und Esszimmer, in dem seine Kinder spielten. Seine Ginny saß mit strahlenden Augen auf dem Sofa und beobachtete sie. Er liebte dieses Strahlen in ihren Augen. Es war eine Mischung aus dem harten, glühenden Blick, den sie ihm immer wieder schenkte, und der Verzückung, die er seit ihrer ersten Geburt immer in ihrem Blick gesehen hatte, wenn sie ihre Kinder betrachtete.
Bei diesem Anblick ging ihm immer das Herz auf vor Glück. Er hätte niemals gedacht, dass er es tatsächlich einmal schaffen würde, ein normales Leben mit einer glücklichen Familie zu führen – doch hier war sie, direkt vor seinen Augen, fast zu schön, um wahr zu sein.
Ein paar Minuten lang beobachtete er seine Familie mit einem leisen Lächeln, dann ging er zurück in die Küche, um den Tee fertig zu machen. Als er wieder durch den Türrahmen trat, ertönte ein leises Ploppen - und mit einem Mal war die Hölle los.
Mehrere Personen waren mitten im Wohnzimmer erschienen. Alle zogen und zerrten an einem kleinen Gegenstand, jeder in eine andere Richtung. Sie taumelten rückwärts in den Weihnachtsbaum, warfen ihn um und hätten beinahe das Wohnzimmer in Brand gesetzt, wäre Ginny nicht geistesgegenwärtig aufgesprungen und hätte einen Wasserstrahl aus ihrem Zauberstab geschossen.
Harry stellte währenddessen den Tee ab und lief geistesgegenwärtig einmal durch das Zimmer, wobei er jedes seiner drei Kinder einsammelte und durch die Tür in den Flur bugsierte. Er ging vor ihnen in die Knie.
„Geht nach oben und bleibt da. Wir kümmern uns um die Leute, und sobald alles wieder aufgeräumt ist, könnt ihr wieder zu euren Geschenken, okay?"
Albus und Lily nickte stumm, nur James meinte: „Ich will euch helfen!"
In diesem Moment begann eine weibliche Stimme, die Harry ziemlich bekannt vorkam, zu schimpfen: „Ich hab es euch gesagt, aber ihr wolltet ja nicht hören! Wer weiß, wo wir gelandet sind!"
Eine zweite Stimme, diesmal von einem Mann, erwiderte trotzig: „Und ist das meine Schuld? Ich wollte ihn doch davon abhalten!"
„Ach ja, jetzt auf einmal?", fuhr eine dritte, ebenfalls viel zu bekannte, Stimme dazwischen. „DU warst doch ganz scharf auf das Teil!"
Harry biss die Zähne aufeinander und verbot seinem Gehirn, über die Stimmen nachzudenken, während er seine Kinder noch ein paar Schritte in Richtung Treppe schob.
„Nein, Jamie. Das bekommen wir schon hin. Wenn du möchtest, kannst du später beim Aufräumen helfen, wenn wir die Sache mit den Leuten da geklärt haben, okay?"
James nickte langsam, dann sprang er als erster die Treppe hoch, seine Geschwister im Schlepptau.
Langsam erhob sich Harry und atmete tief durch. Sein Herz hatte einen Satz gemacht, als er glaubte, die Stimmen erkannt zu haben, und hämmerte jetzt viel zu schnell gegen seinen Brustkorb. Aber er musste sich geirrt haben. Es war schließlich nicht möglich, dass...
Langsam ging er ins Wohnzimmer zurück, sich innerlich wappnend gegen das, was ihn gleich erwarten würde.
Und erstarrte.
Er hatte sich nicht geirrt, so unmöglich das war. Die vier Leute, die von Ginnys Zauber durchnässt neben dem umgekippten Weihnachtsbaum standen und sich anfunkelten, waren niemand anders als jüngere Versionen von Personen, die eigentlich tot sein müssten.
Zwei hochgewachsene, schwarzhaarige Männer, einer mit etwas längeren Haaren, die ihm verwegen ins Gesicht hingen, der andere Harry wie aus dem Gesicht geschnitten. Ein etwas kleinerer, schmächtiger Mann mit schütterem braungrauem Haar, der leicht kränklich wirkte, und eine Frau mit flammend roten Haaren und zornfunkelnden grünen Augen.
Die Frau erblickte ihn als erstes und schnappte nach Luft.
„James..." flüsterte sie wie erstarrt.
Der Mann, dem Harry wie aus dem Gesicht geschnitten war, wirbelte ungehalten zu ihr herum.
„Lils, wir wissen es langsa-"
Er erstarrte ebenfalls, als er Harry erblickte.
„Oh."
Harry konnte den Blick nicht von den beiden nehmen, die er wohl in einer anderen Zeit besser gekannt hätte als sonst jemanden und die er immer noch jeden Tag vermisste. Die Frage, wie ihr Auftauchen möglich war, verschwand irgendwo in den Tiefen seines Unterbewusstseins.
Erst ein Zupfen an seinem Robenärmel riss ihn aus seiner Trance, und er sah Ginny neben sich stehen. Er hatte nicht einmal bemerkt, wie sie dorthin gekommen war.
Sie flüsterte ihm ins Ohr: „Egal, wie sie hier her gekommen sind, sie gehören nicht in diese Zeit und wir dürfen ihnen nichts über ihre eigene Zukunft verraten, hörst du? Lass dich nicht gehen, sie dürfen nicht wissen, dass sie dich nicht aufgezogen haben. Und auch die anderen beiden – keiner darf wissen, dass er nicht mehr lebt!"
Harry schluckte hart, als die Erkenntnis ihn traf, was das bedeutete. Er musste so tun, als wäre es alltäglich, mit ihnen zu reden. Er durfte sich nicht mehr freuen, als wenn Ron und Mine ihn besuchen kamen. Natürlich freute er sich da immer, aber es war etwas vollkommen anderes. Er neigte seinen Kopf zu Ginny.
„Ich weiß nicht, ob ich das schaffe. Du hilfst mir, oder?"
Sie lächelte leise.
„Immer."
Dann gab sie ihm einen schnellen Kuss, ergriff seine Hand und zog ihn ein paar Schritte ins Wohnzimmer hinein.
Mittlerweile hatten auch Sirius und Remus Harry bemerkt und musterten ihn neugierig. Auf Sirius' Gesicht erschien ein breites Grinsen.
„Also, wenn ich mal vermuten darf, dass wir den Zauber so manipuliert haben, dass man damit auch längere Zeitreisen in die Zukunft machen kann – dann glaube ich kaum, dass ich mir noch lange Lilys Gemecker anhören muss, dass sie einfach nicht schwanger wird."
Lily schlug ihm auf den Arm.
„Was denn? Wenn das nicht euer Sohn ist, dann fress' ich 'nen Besen!"
„Wohl bekommt's", meinte James trocken. „Auch wenn ich die gleiche Vermutung habe. Lass mich raten – du heißt Harry?"
Er wedelte kurz mit seinem Zauberstab und trocknete die vier.
Harry wechselte einen Blick mit Ginny, verbarg seine Emotionen so gut es ging und holte tief Luft.
„Du wirst keinen Besen essen müssen, Tatze. Und ja, ich heiße Harry. Das ist aber das einzige, was ihr von uns über die Zukunft erfahren werdet. Ihr solltet nicht wissen, was passieren wird. Das bringt nur alles durcheinander. Was für ein Zauber war das, den ihr manipuliert habt?"
James musterte ihn einen langen Moment, dann zog er den Gegenstand, den sie alle festgehalten hatten, aus den locker gewordenen Griffen der anderen drei und hielt ihn Harry hin. Es war ein goldener Anhänger, der entfernte Ähnlichkeit mit einem Zeitumkehrer besaß, jedoch kleiner war und insgesamt eher eine längliche Form besaß, in die in der oberen Hälfte ein Vollmond eingraviert war und unten eine Sonne. Ein Zeiger deutete ähnlich einer Uhr gerade seitlich auf den Zwischenraum zwischen den beiden Symbolen.
„Das war ein Weihnachtsgeschenk von Moonys Eltern für ihn. Es ist eigentlich nur dazu da, eine einzelne Nacht zu überspringen."
Harry nickte und murmelte: „Vollmond."
Remus musterte ihn aufmerksam.
„Du weißt es? Woher?"
Harry musste grinsen.
„Ich schwöre feierlich, dass ich ein Tunichtgut bin. Mehr bekommt ihr dazu nicht aus mir heraus."
James und Sirius grinsten synchron, und Remus lächelte. Lily seufzte.
„Und ich hatte gehofft, du wirst nicht so ein Rumtreiber wie James..."
Harrys Grinsen wurde breiter, und auch Ginny musste kichern.
„Ich suche keinen Ärger, Mum. Meist findet der Ärger mich."
„Und wie er das tut", fügte Ginny hinzu.
Harry streckte ihr die Zunge heraus, doch sie lächelte ungerührt und küsste ihn auf die Wange.
James lächelte.
„Es ist schön, zu sehen, dass du glücklich bist, Harry. Waren das vorhin eure Kinder?"
Beide nickten stolz. Lily musterte Ginny neugierig.
„Ist es zu viel verlangt, wissen zu wollen, wer meine Schwiegertochter sein wird?"
Wieder wechselten Harry und Ginny einen Blick, und Harry zuckte mit den Schultern. Ginny nickte leicht. Harry lächelte seine Mutter an.
„Das ist Ginny, eine geborene Weasley. Sie ist ein Jahr jünger als ich, also könnt ihr sie noch nicht kennen."
Auf Lilys Gesicht erschien ein breites Lächeln. „Also bekommt Molly tatsächlich eine Tochter! Da wird sie sich aber freuen."
Harry grinste.
„Aus welchem Jahr kommt ihr denn?"
„Weihnachten Neunundsiebzig", meinte Remus.
Harrys Herz machte einen Sprung und er musste vermeiden auf Lilys Bauch zu schauen. Vermutlich würde sie in wenigen Wochen bemerken, dass sie schwanger mit ihm war.
Ginny nickte und grinste.
„Ah ja. Sind die Zwillinge schon alt genug, um Ärger zu machen? Und wie geht es meiner Mum?"
Lily lachte.
„Und wie. Die beiden zum Schlafen zu kriegen ist die reinste Unmöglichkeit, und bei so gut wie jeder Mahlzeit schaffen sie es, ausgerechnet immer Percy zu bekleckern, egal wie weit er weg sitzt. Und Molly ist ziemlich mit den Nerven am Ende. Wird Zeit, dass sie ihr Baby bekommt. Sie meint, es wird wieder ein Junge... Hat sie Recht?"
Harry nickte grinsend. Immerhin würde Lily Ron noch kennen lernen als Baby, also warum nicht?
„Jap. Mein bester Freund."
„Uuuh, böse Kombination", kam es von Sirius. „Und er hat dich nicht gekillt, als du was mit seiner Schwester angefangen hast?"
Harry zuckte mit den Schultern.
„Er war nicht begeistert, aber er hat sich auch nicht aufgeregt. War eher so ein 'Wenn es denn sein muss'."
Sirius grinste.
„Guter Mann. Ich mag ihn jetzt schon."
Harry musste lachen.
Ginny räusperte sich.
„Ich unterbreche euch ja nicht gerne, aber ihr könnt nicht ewig hier bleiben. Wir sollten uns zusammen setzen und überlegen, wie wir euch wieder in eure Zeit bekommen."
Sie wies einladend auf das große Sofa.
Eine halbe Stunde später war klar, dass die vier unerwarteten Besucher über Nacht hier bleiben würden, während Bubo, der Uhu, den die beiden von Andromeda zur Hochzeit geschenkt bekommen hatten, mit einem Brief unterwegs zu Kingsley Shacklebolt war, worin Harry die Sache erklärte und um einen Zeitumkehrer bat.
Ginny holte die Kinder wieder ins Wohnzimmer und sie und Harry stellten ihnen den unerwarteten Weihnachtsbesuch als Aurorenkollegen aus Irland vor. Sie hatten sich rasch einige falsche Namen ausgedacht und das Aussehen der vier mit ein paar Zaubern manipuliert.
Trotz aller Heimlichtuerei hatte die große und zum ersten Mal komplette Familie an diesem Abend sehr viel Spaß, und Harry war sich sicher, dass dies sein glücklichstes Weihnachten überhaupt war.
Früh am nächsten Morgen verabschiedeten sich die vier Gäste von Ginny, die mit den Kindern zu Hause bleiben würde, während Harry sie ins Ministerium begleitete.
Die fünf stapften durch die dicke Schneedecke im Vorgarten von Harrys und Ginnys Haus auf die Grundstücksgrenze zu, die gleichzeitig das Ende des Apparierschutzes auf dem Grundstück bedeutete. Für einen medienumschwärmten Retter der Zaubererwelt eine leider notwendige Sicherheitsmaßnahme.
Sie hatten das Gelände fast verlassen, da fiel James etwas aus der Tasche. Es war klein und blitzte golden auf, und Harry, der hinter James marschierte, erkannte es sofort: Ein Schnatz. Er umschwirrte James und flog dann weiter nach vorne neben Sirius, der die kleine Prozession anführte. Die beiden hatten allerdings den Blick auf den Boden gerichtet, konzentrierten sich auf die Zauber zum Schnee schmelzen und bemerkten ihn nicht.
Harry machte jedoch kurzentschlossen einen Satz und spurtete die paar Schritte neben ihnen durch den Pulverschnee, wirbelte dabei hinter sich eine Wolke aus Kristallen auf, die in der Morgensonne leuchteten. Mit einem letzten Sprung streckte er den Arm aus und umfing den Schnatz, der in zwei Meter Höhe geschwebt hatte, mit den Fingerspitzen.
Atemlos drehte er sich zu seinem Vater um und hielt ihm den kleinen, goldenen Ball hin.
„Du hättest da beinahe was verloren."
Er grinste leicht, als James ihn verblüfft anstarrte. Einen Moment später nahm er seinem Sohn den Schnatz ab und grinste ebenfalls.
„Sucher?"
Harry nickte.
„Seit der ersten Klasse."
Lily musterte ihn fast entsetzt.
„Nicht noch so ein Quidditch-Wahnsinniger! Ich mache mir um James wohl noch nicht genug Sorgen! Und außerdem dürfen Erstklässler gar keinen eigenen Besen haben!"
Harry zuckte mit den Schultern, sein Grinsen wurde breiter.
„McGonagall hat mir meinen ersten Besen geschenkt, also konnte mir niemand einen Strick daraus drehen."
Sirius musterte ihn stirnrunzelnd.
„Wieso sollte sie das tun? Sie klebt doch immer so an ihren Regeln."
Harry schüttelte den Kopf.
„Sie klebt an den Regeln, die nötig sind, damit in Verwandlung nichts passiert. Aber sie ist auch nur ein Mensch – und Slytherin hatte in den Jahren vor meiner Einschulung ein paar Mal zu oft den Quidditch-Pokal in Folge gewonnen."
James lachte laut auf.
„Ja, das ist unsere Gonni. Hey Harry, hättest du zufällig zwei Besen und ein paar Minuten Zeit übrig? Ich will wissen, wie gut du bist. Ich spiele zwar nur selten Sucher, aber dafür reicht es sicherlich."
Wenn Harrys Grinsen noch breiter hätte werden können, dann wäre es das jetzt geworden. Himmel, wie lange hatte er sich das jetzt schon gewünscht...
„Immer!"
Per Accio beschwor er sowohl seinen Feuerblitz als auch Ginnys Nimbus 2003, den er ihr vor ein paar Jahren zum Geburtstag geschenkt hatte, und ließ beide Besen zwischen James und sich in der Luft schweben.
„Sind beide gut, such dir einen aus."
James' Augen blitzen herausfordernd.
„Welcher ist besser?"
Harry lachte.
„Sag ich nicht. Reicht es nicht, dass du dir einen aussuchen darfst?"
James legte den Kopf schief.
„Wenn ich nicht wüsste, dass du in Gryffindor warst... dann würd ich das glatt als slytherin'sche Züge bezeichnen."
Harry grinste wieder.
„Ich hätte auch nach Slytherin gekonnt, hab den Hut aber überredet, mich nach Gryffindor zu stecken."
Sirius lachte auf.
„Genau wie ich! Ich mag dich!"
„Naja, nicht ganz genau wie du, Tatze", meldete sich der ein wenig bibbernde Remus zu Wort. „Bei dir wäre Slytherin Familiensache gewesen, Harry wäre vom Charakter ein Slytherin gewesen."
Sirius schnaubte.
„Schwachsinn. Dazu hat er viel zu viel Spaß und ist viel zu nett."
Lily zog eine Augenbraue hoch.
„Slytherins lassen sich nicht alle über einen Kamm scheren, Sirius. Und schon gar nicht über den Kamm Severus Snape."
„Wo sie Recht hat, hat sie Recht", meinte Remus leise, während James testweise einmal auf jeden Besen stieg.
Sirius funkelte Remus an, kam jedoch nicht mehr zu einer Erwiderung, da James freudestrahlend den Feuerblitz hochhielt und meinte: „Ich nehme den hier."
Harry grinste.
„War zu erwarten, das ist der schnellere von beiden."
James grinste und stieg auf den Feuerblitz, während Harry sich den Nimbus schnappte.
James zog den Schnatz wieder aus seiner Jackentasche und hielt ihn über sich in der Luft.
„Eine Minute Vorsprung?"
Harry nickte und ließ den Ball nicht aus den Augen, auch wenn James ihn noch festhielt.
„Sirius, stoppst du die Zeit?"
„Aye aye, Krone!", rief Sirius eifrig und malte mit dem Zauberstab ein paar leuchtende Zahlen in die Luft. Dann zählte er herunter: „Loslassen in drei – zwei – eins – jetzt."
Keiner der beiden Potter-Männer würdigte die Stoppuhr auch nur eines Blickes, beide verfolgten gebannt die Flugbahn des Schnatzes. Doch noch bevor die Minute auch nur halb verstrichen war, hatten sie ihn aus den Augen verloren. Da gerade Sonnenaufgang war und die ersten Strahlen sich glitzernd auf der Schneedecke brachen, hatte der Schnatz mit einer tiefen Flugbahn leichtes Spiel gehabt.
James fluchte unterdrückt, und den Rest der Minute wippte er unruhig auf seinen Fußballen herum.
Als Sirius dann erneut herunter gezählt hatte, stießen die beiden sich beinahe zeitgleich vom Boden ab. Harry war einen Tick früher in der Luft gewesen, doch James hatte ihn mit dem schnelleren Besen im Nu wieder eingeholt.
Die Luft war kalt und klar, es war perfektes Wetter zum Fliegen. Auf Harrys Gesicht breitete sich ein seliges Lächeln aus. Mit einem Blick zur Seite stellte er fest, dass James ebenfalls strahlte. Er nickte ihm kurz zu, dann stieg er noch ein Stück höher und begann, die Umgebung abzusuchen.
Zehn Minuten später überflog Harry gerade sein eigenes Haus, als er auf der Seite des Gartens, die er nicht im Blick gehabt hatte, James im Zickzack zwischen den Bäumen entlang flitzen sah, einem goldenen Schimmern hinterher, dem er schon viel zu nah war. Harry überlegte keine Sekunde und schoss los.
Den Schnatz selbst zu fangen würde er nicht schaffen, aber er konnte seinen Vater noch blocken, wenn er von oben kam, wo er freie Bahn hatte und nicht auf die Bäume Rücksicht nehmen musste.
Trotzdem dauerte es viel zu lange, bis er über der Stelle war, an der sein Vater im nächsten Moment vorbeifliegen musste, und sich zu einem steilen Sturzflug nach vorne neigte. Er schaffte es gerade so, nicht auf dem Boden aufzuschlagen, und James schaffte es nur genauso knapp, nicht in ihn hinein zu fliegen.
Als beide reichlich verlangsamt durch die Lücken zwischen den Bäumen nach oben trudelten, war der Schnatz verschwunden.
James strahlte Harry an.
„Ich dachte mir schon, dass du gut bist, aber so gut? Sei froh, dass Lils das nicht gesehen hat, sie hätte dir glatt den Besen weggesperrt. Das war haarscharf."
Harry musste lachen.
„Ach was, Sturzflüge sind meine Spezialität."
James stimmte mit ein.
„Ja, so sah es aus."
Er nickte Harry zu und begann dann wieder, seine Kreise zu ziehen. Harry tat es ihm gleich.
Diesmal war Harry derjenige, der den Schnatz entdeckte. Er schwirrte knapp über den Schneedecke am Rand des Grundstückes entlang. Harry legte sich flach auf seinen Besen und gab Vollgas. Er hatte James eine Weile nicht mehr im Blickfeld gehabt, vielleicht war der ja außer Sichtweite...
Er kam dem goldenen Ball immer näher und verfolgte ihn jetzt einen halben Meter über dem Schnee in der waagrechten. Wo immer er mit den Knien den Schnee berührte, zog er glitzernde Wolken hinter sich her.
Der Schnatz war nun kaum mehr zwei Armlängen von ihm entfernt und Harry streckte den Arm aus – da stieß direkt vor ihm etwas Großes aus dem Himmel und er musste einen Haken schlagen, um einen Zusammenstoß zu vermeiden.
Wieder trudelte er verlangsamt schräg nach oben in den blauen Himmel, einen breit grinsenden James neben sich. Der Schnatz hatte erneut das Weite gesucht. Harry erwiderte das Grinsen.
„Scheint so, als wäre ich nicht der Einzige, der Sturzflüge liebt."
James zwinkerte.
„No risk, no fun."
Harrys Grinsen wurde breiter und er nickte.
„Wär ja sonst auch kein Quidditch."
James nickte ebenfalls, dann trennten die beiden sich wieder.
Weitere zehn Minuten später hatte Harry weder den Schnatz gesehen, noch tat James irgendetwas anderes, als ein Stück über ihm zu kreisen. Ein wahnwitziger Gedanke schoss durch seinen Kopf. Er tat so, als hätte er dicht über dem Boden etwas gesehen, und ging dann in einen halsbrecherischen Sturzflug.
Während der Wind an seinen Haaren riss, sie nur noch mehr zerwuschelte und in seinen Ohren rauschte, bemerkte er zufrieden, dass James ihm dicht auf den Fersen war und dank des etwas schnelleren Besens aufholte. Kribbelnd stob das Adrenalin durch seinen Körper und stachelte ihn nur noch mehr an. Mit einem Gefühl der reinen Euphorie raste er auf den Boden zu.
Einen Meter über der Schneedecke stieß er einen Jauchzer aus und zog seinen Besen nach oben. In Spiralen sauste wieder in die Höhe.
James schaffte ebenfalls das Kunststück, nicht als Schneewehe zu enden, und folgte ihm.
Wieder in der Luft, hob Harry beide Hände und zeigte seinem Vater die leeren Handflächen.
James musste laut lachen.
„Harry, du bist wahnsinnig, weißt du das?"
Harry stimmte mit ein.
„Klar!"
Nach einer Minute ausgiebigem Lachen fragte James neugierig: „Bist du da von selbst drauf gekommen oder hast du das von jemandem abgeguckt?"
Harry grinste breit.
„Vom aktuellen Sucher der bulgarischen Nationalmannschaft. Er hat damit bei einem WM-Spiel den irischen Sucher dreimal dazu gebracht, eine Bruchlandung hinzulegen."
James' Augen begannen zu glitzern.
„Wie ist das Spiel ausgegangen?"
Harry lachte.
„Sag ich dir nicht. Schau in deiner Zeit die WM. Aber so ganz nebenbei – er saß dabei auf dem gleichen Besenmodell wie du jetzt."
James machte große Augen und betrachtete den Besenstiel vor ihm mit neuer Ehrfurcht.
„Und du hast so einen Besen?"
„Jep."
Im selben Moment sah Harry etwas schräg hinter James' Kopf flattern.
„Würdest du mich einen Moment entschuldigen?"
James blinzelte verwirrt.
„Hä? Wa-"
Doch er verstummte, als Harry haarscharf an ihm vorbei schoss. Als er seinen Feuerblitz herumgerissen hatte, um zu sehen, was Harry tat, schlossen sich dessen Finger gerade um den Schnatz – keine zwei Meter von James entfernt.
Er fluchte herzhaft. Harry lachte.
„Passiert jedem mal. Das Ding hätte genauso gut auch hinter mir flattern können."
Grummelnd stimmte James ihm zu, und die beiden machten sich auf den Rückweg zu den anderen.
Als Harry das Gesicht seiner Mutter sah, musste er schlucken. Sie machte Molly Weasleys Wutanfällen locker Konkurrenz.
„Ähm... ich glaube, wir bekommen Ärger."
James sackte ein kleines Stück in sich zusammen.
„Ja - Verdammten Ärger."
Langsam gingen sie tiefer, um sich ihrem unvermeidlichen Schicksal zu stellen.
Eine gehörige Standpauke später verließen sie das Grundstück, blieben jedoch direkt davor stehen.
„Denkst du, dass du das schaffst?", fragte Lily Harry besorgt. Harry nickte.
„Ist nicht das erste Mal, dass ich mehrere Leute mitnehme. Und ihr könnt ja alle apparieren."
„Na schön", meinte sie und griff nach seinem Arm. Die drei Rumtreiber taten es ihr gleich, und Harry disapparierte.
Es war anstrengend und machte das Gefühl von zusammengepressten Organen nicht besser, doch er hatte nicht gelogen – er schaffte es ohne größere Probleme. Als die Welt um sie herum wieder Gestalt annahm, blickten die vier Zeitreisenden sich verwundert um.
„Wo sind wir?", wollte Sirius stirnrunzelnd wissen. James jedoch schien den Ort zu erkennen.
„Harry, ist das das, wovon ich denke, dass es das ist?"
Harry lächelte und beschwor einen Patronus, der eilig den kahlen Raum verließ und durch einen schmalen Gang davon trabte.
Jetzt blickte James erst recht dumm aus der Wäsche.
„Ist das-"
Harrys Grinsen wurde breiter.
„Ja, das ist ein Hirschkalb, und ja, wir sind im Privat-Apparier-Raum des Ministers. Und nein, ich werde euch nicht erzählen, wie ich zu der Ehre gekommen bin."
„Besser so, sonst muss ich euch obliviaten und das rückgängig machen", ertönte eine dunkle, ruhige Stimme hinter Harry, die dennoch keinen Zweifel daran ließ, dass er es ernst meinte. Harry wirbelte herum und schüttelte Kingsley artig die Hand.
„Schön, dich so kurzfristig und vor allem an den Feiertagen zu sehen, King. Du hast was gut bei mir."
Kingsley zog nur eine Augenbraue hoch, als er neben Harry in den Kreis trat, den sie gebildet hatten, und sich langsam umsah.
„Dabei weißt du doch noch gar nicht, ob ich den Unsäglichen einen Zeitumkehrer abluchsen konnte. Du bist immer noch viel zu voreilig."
Harry grinste.
„Deswegen bist ja auch du Minister und nicht ich."
Ein kleines, aber feines Lächeln erschien auf Kingsleys Lippen.
„Das wird es sein. Mal abgesehen von den hundert anderen Gründen, die du mir aufgezählt hast."
„Unter anderem."
Kingsley nickte den vier Zeitreisenden jeweils zu und meinte dann, ohne eine Miene zu verziehen: „Kingsley Shacklebolt, amtierender Zaubereiminister und Harrys persönlicher Babysitter. Angenehm."
„Hey!", rief Harry. Alle vier lachten.
Kingsley musterte ihn nur amüsiert und meinte trocken: „Irgendjemand muss es ja tun, wenn Ginny gerade nicht da ist."
Harry rollte mit den Augen, widersprach jedoch nicht. Es war sowieso sinnlos. Stattdessen wechselte er das Thema.
„Und, hast du einen Zeitumkehrer bekommen?"
Kingsley warf Lily einen belustigten Blick zu.
„Ungeduldig ist er überhaupt nicht, was?"
Sie lächelte leicht und küsste James auf die Wange.
„Hat er von seinem Vater."
Kingsley lächelte.
„Vermutlich."
Harry schnaubte.
„Könntet ihr aufhören, über mich zu reden, als wenn ich gar nicht da wäre? Ich höre euch, das ist euch schon klar, oder?"
„Deswegen ja", meinte Kingsley ungerührt, trat dann jedoch in die Mitte des kleinen Kreises und zog eine sehr lange, goldene Kette aus seiner dunkelroten Robe, an der ein Zeitumkehrer hing.
„Ich wusste, dass du es schaffst! Du bist der Beste, King!", rief Harry aus.
Kingsley hob nur eine Augenbraue.
„Ich bin der Minister, was erwartest du?" Dann wandte er sich wieder den anderen zu. „Wisst ihr alle, wie ein Zeitumkehrer funktioniert?"
Sie nickten.
„Dieser hier bringt euch bei einer Umdrehung nicht eine Stunde zurück wie die meisten, sondern ein Jahr. Da ihr nur einen halben Tag hier verbracht habt und es bei euch auch Weihnachten ist, solltet ihr euch vielleicht einen Tag lang verstecken müssen oder wart einen Tag lang verschwunden, doch größere Probleme sollte es nicht geben. Sofort nach eurer Ankunft müsst ihr den Zeitumkehrer zerstören, das ist von äußerster Wichtigkeit! Es würde unvorhersehbare Folgen haben, würde er jemand anderem in die Hände fallen. Und lasst euch dabei nicht zu viel Zeit, wir haben unter den Unsäglichen Zeitspringer, die es mitbekommen werden, wenn ihr ihn nicht zerstört, und sie werden kommen und ihn euch wieder abnehmen. Die Kerle wollt ihr nicht treffen, glaubt mir."
Alle vier nickten.
Kingsley übergab Lily den Zeitumkehrer.
„Geht am besten an einen neutralen Ort, von dem ihr wisst, dass ihr dort in eurer Zeit unbeobachtet auftauchen und disapparieren könnt. Habt ihr noch irgendwelche Fragen?"
James und Sirius schüttelten den Kopf, doch Remus meldete sich zu Wort.
„Wie zerstören wir den Zeitumkehrer am besten?"
„Löst erst sämtliche Zauber, die darauf liegen. Danach reicht es, ihn zu zerbrechen."
Remus nickte langsam.
„Und am Besten nicht mit Finite, sondern Evanesco magicam."
Wieder nickte Remus.
„Danke. Dann denke ich, wir wissen alles, was wir wissen müssen. Vielen Dank, dass Sie uns helfen."
Kingsley nickte.
„Es ist schließlich meine Arbeit. Wenn ich nicht gerade Harry davon abhalten muss, die Aurorenzentrale in die Luft zu jagen."
Harry schnitt eine Grimasse.
„Danke, King, du bist mal wieder wahnsinnig nett heute."
Kingsley zuckte mit den Schultern.
„Dein Uhu hat, als ich nicht schnell genug das Fenster aufgemacht habe, so auf die Scheibe eingehackt, dass er sie zerbrochen hat – und mich dann auch noch ordentlich dafür gekratzt, was mir denn einfällt, genau dann im Bett zu sein, wenn er seine Post abliefern will. Du solltest ihn dringend besser erziehen."
Harry stöhnte.
„Dieser verfluchte, sture Mistvogel! Tut mir Leid, King, ich versuche schon seit gefühlten Ewigkeiten, ihm Manieren beizubringen, aber er will einfach nicht hören! Und bestechlich ist er auch nicht!"
Sirius lachte bellend. Lily legte den Kopf schief.
„Versuch es mal mit einem Niffler, wenn du einen bekommst. Uhus sind groß genug, dass sie Niffler erlegen können, auch wenn sie es nicht oft tun, weil Wühlmäuse häufiger sind."
Harry blickte sie verblüfft an.
„Und du denkst, damit könnte ich ihn bestechen?"
Lily nickte.
„Sie sind so selten in Britannien, dass es das reinste Festmahl wäre."
„Okay, dann werd ich Hagrid das nächste Mal, wenn ich ihn besuche, darauf ansprechen", meinte Harry. „Danke!"
Remus räusperte sich.
„So schön es ist, sich mit Harry und seinem Babysitter zu unterhalten, wir sollten langsam aufbrechen. Wir gehören nicht hierher und werden sicher schon vermisst. Zumindest Peter sollte sich Sorgen machen, wenn wir nach einer Nacht nicht wieder auftauchen."
James brummte zustimmend. Die fünf verabschiedeten sich von Kingsley, und diesmal wusste Harry bei der Apparation nicht, wo es hinging. Er hatte seinem Vater die Führung überlassen.
Als die Dunkelheit Harry wieder ausspuckte, bekam er als erstes eine gehörige Ladung Staub in die Nase und nieste herzhaft.
„Gesundheit", sagte Sirius mit einem Lachen in der Stimme. „Gute Idee, Krone."
Harry blinzelte und sah sich um. Dann schlich sich auch auf sein Gesicht ein breites Grinsen.
„Definitiv eine gute Idee. Hier haben wir garantiert immer Ruhe."
Die vier Männer grinsten sich verschwörerisch an, doch Lily schnaubte.
„Ihr romantisiert eine Bruchbude, das ist euch klar, oder?"
James zog eine Schnute, was Harry, Sirius und Remus zum Lachen brachte.
„Och Lils, sei doch nicht immer so ekelhaft vernünftig! Die Bude hier ist toll und der einzige Grund, warum Moony einen UTZ hat. Grund genug, sie zu romantisieren, oder?"
Lily seufzte und rollte ergeben mit den Augen.
„Na schön. Das macht sie aber auch nicht sauberer."
Harry erinnerte sich mit einem Mal wieder an den Tag, an dem er mit Ron und Hermine in die Kerker der Schule gestiegen – oder vielmehr gefallen – war, um den Stein der Weisen zu retten.
„Bist du eine Hexe oder was?", wiederholte er Rons Worte an Hermine.
Lily starrte ihn einen Augenblick lang verständnislos an, dann dämmerte es ihr und sie verschränkte gespielt wütend die Arme.
„Ja, mach dich nur lustig über mich! Eine Muggelerziehung wird man nun mal nicht so schnell los!"
Harry grinste frech.
„Solange du nicht zu einem Putzteufel mutierst bist wie Tante Petunia..."
Lily riss die Augen auf.
„Gott bewahre! Niemals!"
Die beiden brachen in Gelächter aus.
Als Lily sich wieder gefasst hatte, zog sie den Zeitumkehrer aus ihrer Tasche und hielt ihn hoch. Die vier Männer um sie herum wurden sofort wieder ernst.
„Tja, das war's dann wohl", meinte Sirius, bevor er sich direkt an Harry wandte: „Ich werde daran denken, was mal aus dir wird, wenn du Lily und James die ganze Nacht die Ohren voll schreist!"
Er grinste, und Harry streckte ihm die Zunge heraus.
James lächelte, machte einen Schritt auf Harry zu und drückte seinen Arm.
„Bis demnächst – oder vorher. Oder so."
Harry lächelte wehmütig und musste sich am Riemen reißen, um nicht die Fassung zu verlieren. Lily umarmte ihn kurz, doch nicht kurz genug. Es war gerade so lang, um ihn blinzeln zu lassen, sodass er das Gesicht in ihren Haaren vergrub, damit niemand seine feuchten Augen sehen konnte. Er schluckte, drückte sie kurz und schob sie dann von sich.
„Machts gut, ihr alle. Und sagt Peter einen schönen Gruß", meinte er leise.
„Machen wir", meinte Remus. Sirius schnaubte.
„Der hat sowieso das Beste verpasst! Und das alles nur, weil er so ein Langweiler ist und sich nicht mit um Moonys Anhänger gestritten hat."
Lily musste sich ein Lächeln verkneifen.
„Das war das sinnvollste, was er hätte tun können, denke ich."
„Pff", machte Sirius. „Gehen wir dann?"
Er griff nach dem Zeitumkehrer und steckte den Kopf durch die lange Kette. Die vier rückten eng zusammen, sodass die Kette um sie alle herum ging, dann hielt Lily den Anhänger vor ihr Gesicht.
„Harry, welches Jahr haben wir?"
Harry schluckte.
„2016."
Sie schien im Kopf nachzurechnen, dann meinte sie: „Okay, Leute, 37 Umdrehungen. Zählt bitte alle laut mit, damit wir nicht im falschen Jahr landen."
Die anderen drei nickten, und Harry betrachtete beklommen, wie das Stundenglas von den schmalen Fingern seiner Mutter gleichmäßig immer wieder gedreht wurde. Den Chor im Hintergrund, der mitzählte, nahm er gar nicht bewusst wahr, bis sie bei 36 angekommen waren.
Lily sah während der letzten Umdrehung auf, und einen Moment verhakten sich ihre Blicke. Dann verblasste das eine davon innerhalb von Sekunden, bis es nicht mehr zu sehen war.
Harry war alleine.
Doch das war in Ordnung, nachdem er dieses Jahr das beste Weihnachtsgeschenk seit Jahren bekommen hatte – genauer gesagt, seit Ginny ihm vor neun Jahren zu Weihnachten eröffnet hatte, ein drittes Mal schwanger zu sein.
Ein feines Lächeln trat auf sein Gesicht, als ihm die Erinnerung vor Augen stand, wie er kurz nach der Geburt Lily Luna das erste Mal im Arm halten durfte und geschworen hatte, sie zu beschützen, komme da was wolle.
Im nächsten Moment war er mit einem Krachen verschwunden – wieder zurück zu seinem Zuhause. Zu seiner Familie.
