25. Kapitel: Angst vor der Reaktion

Nichts, aber auch gar nichts lief so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Das Leben, was ich führte hatte ich mir nicht gewünscht. Mein Wunsch war es, auf der Kunstakademie von New York zu studieren. Stattdessen saß ich Zuhause und weinte mir die Seele aus dem Leib. Meine Ehe mit Edward war am Ende und das war meine Schuld. Seit zwei Tagen schon trug ich ein Geheimnis mit mir, was unsere Ehe ruinieren würde. Aber es ihm nicht zu beichten, machte es auch nicht gerade besser. Seit zwei Tagen hatten wir kein Wort miteinander gesprochen. Naja, ich wollte nicht mit ihm reden. Edward war immer wieder zu mir gekommen und mich gebeten, ihm zu erzählen, was das Problem sei. Aber ich konnte es nicht. Ich hatte Angst davor ihn zu verlieren und davor, dass er unser Baby nicht wollen würde.

Wir hatten uns voneinander entfernt. Edward umarmte oder küsste mich nicht mehr. Er sagte nicht "Hey", wenn er nach Hause kam. Es war inzwischen schon so schlimm, dass er die Nacht auf dem Sofa verbracht hatte.

Wie jeden morgen, saß ich in unserer kleinen Küche und aß Cornflakes, als das Telefon klingelte. Ich stand auf und hob den Hörer ab. "Hallo?". "Hallo Bella. Hier ist Esme. Ich habe lange nichts von dir gehört, wie geht es dir?".Ein kleiner Teil von mir, hatte gehofft, dass es Edward war, der anrief. "Nicht so gut Esme", antwortete ich heiser. Esme seufzte und sagte: "Hast du es ihm immer noch nicht gesagt?" Ohne, dass ich es kontrollieren konnte, rollte mir eine Träne über die Wange. "Nein", sagte ich. "Wenn du möchtest, kann ich es ihm sagen", schlug Esme vor. Aber das wollte ich nicht. Wenn, dann sollte Edward es von mir erfahren. Es war schließlich unser Baby. "Nein Esme, ich muss das selbst machen". "Bella, ich kenne meinen Sohn ziemlich gut und ich garantiere dir, dass er sich riesig darüber freuen wird. Ich erinnere mich noch an die Zeiten, als Nick geboren wurde. Damals hat Edward immer wieder gesagt, dass er später auch Kinder kriegen wolle. Und du bist die Frau, die er liebt Bella. Er wird seine eigene Familie haben und das wollte er schon immer." Ich wusch meine Tränen weg und fragte unsicher: "Meinst du wirklich?". "Aber natürlich Bella! Vertrau mir Liebes." In vielerlei Hinsicht, war Esme wie eine Mutter für mich und ich wusste das sehr zu schätzen. "Danke Esme. Ich glaube, ich werde es ihm heute Abend sagen", lächelte ich und wir legten auf.

Unsicher wählte ich, Edwards Handynummer und wartete darauf, dass er abnahm. Es klingelte einmal, zweimal, dreimal, viermal aber er antwortete nicht. Ich legte auf und wählte die Nummer vom Krankenhaus.

"Metropolitan Florence Nightingale Hospital, wie kann ich Ihnen behilflich sein?", fragte die Dame am Empfang freundlich. "Guten Tag, ich würde gerne mit Doctor Cullen sprechen", antwortete ich. "Haben Sie einen Termin?", wollte sie wissen. "Nein, ich bin seine Frau". Es füllte mein Herz mit wärme, mich als seine Frau vorzustellen und ich lächelte. "Ich verbinde Sie Mrs. Cullen".

Einige Sekunden lang ertönte Mozart. Daraufhin hörte ich eine weibliche Stimme sagen: "Allgemeine Chirurgie". "Guten Tag, ich heiße Bella Cullen und würde gerne mit Doctor Cullen sprechen", antwortete ich und hörte wie die Frau das Telefon weitergab.

"Hallo?". Es tat so gut, seine Stimme zu hören. "Hey Edward", sagte ich und lächelte leicht. "Bella?", fragte er und lächelte ebenfalls. Er schien überrascht zu sein meine Stimme zu hören. "Ja ehm ich wollte dich fragen, ob du heute Nachtschicht hast". "Nein habe ich nicht. Warum?" Langsam atmete ich aus und sagte: "Ich möchte reden". "Das freut mich", hörte ich ihn lächeln. Und schon wieder erkannte ich, wie schlecht ich diesen perfekten Mann eigentlich behandelte. "Bella, ich hab hier eine Patientin aber ich verspreche dir heute etwas früher nach Hause zu kommen", fuhr er fort. Ich wollte gerade auflegen als er sagte: "Bella!". "Ja?" Eine kurze Zeit lang herrschte Stille. "Ich liebe dich", sagte Edward schließlich. Ich merkte, wie meine Augen sich mit Tränen füllten, als ich antwortete: "Ich liebe dich auch".

Nervös kaute ich an meinen Fingernägel, während ich auf Edwards Ankunft wartete. Aus dem Treppenhaus, hörte ich wie jemand die Treppen stieg und ging zur Tür. Ich öffnete die Tür und unsere Blicke trafen sich. "Hey", sagte er unsicher und versuchte zu lächeln. Mir hatte sein Lächeln gefehlt. Edward hatte mir gefehlt. Ohne darüber nachzudenken umarmte ich ihn, wobei ich meine Arme fest um seine muskulöse Brust schlang. Zuerst war Edward wie geschockt, doch dann legte er seine Arme sanft um mich. Ich hatte nicht bemerkt, dass wir im Treppenhaus standen, bis Edward mich leicht nach vorne schob und die Tür hinter sich schloss. "Bedeutet das, dass meine alte Bella wieder da ist?", fragte er mit seinem verführerischen Lächeln und nahm mein Gesicht zwischen seine Hände. "Ja, und sie hat versprochen nicht so schnell wieder wegzugehen", antwortete ich und lächelte ebenfalls. Es fühlte sich an wie eine Ewigkeit, seit ich das letzte mal gelächelt hatte. Edward hauchte mir einen leichten Kuss auf die Lippen und ich kicherte. "Du wolltest reden", erinnerte er mich plötzlich. Mein Lächeln verschwand. "Stimmt", sagte ich leise und zog ihn zum Wohnzimmer.

"Edward vor zwei Tagen habe ich etwas erfahren, was ich dir unbedingt mitteilen muss", begann ich, als wir uns aufs Sofa setzten. "Bella, du weißt du kannst mir alles sagen". Ich füllte meine Lungen mit Sauerstoff bevor ich sagte: "Ich weiß, aber ich habe Angst vor deiner Reaktion". Daraufhin nahm mich Edward fest in seine Arme und vergrub sein Gesicht in meinen Haaren. "Egal was es ist Bella. Ich werde immer bei dir sein und dich unterstützen. Du musst es mir nur sagen", flüsterte er. Ich entfernte mich von ihm und sah, dass er mich anlächelte, als sei ich das wertvollste auf dieser Welt. Ich hatte sein perfektes Leben ruiniert aber er liebte mich dennoch. "Edward", begann ich. "Ich bin schwanger".

Blitzartig verschwand sein Lächeln und er entfernte sich von mir. Schockiert sah er mich an, während seine Hände anfingen zu zittern. Er war sauer! Und genau das hatte ich nicht gewollt! "Edward, es tut mir so leid. I-ich hab das nicht gewollt. Es ist einfach passiert. Ich hätte vorsichtiger sein sollen! E-es tut mir so leid", weinte ich aber er zeigte keine Reaktion. Edward war wie erstarrt. "Es tut mir leid, Edward", wiederholte ich und wollte ihn gerade umarmen, als er aufstand und ich fast auf meine Nase gefallen wäre. Er atmete schwer, als ob er keine Luft mehr kriegen würde und sagte: "I-ich muss hier raus!" Das einzige, was ich danach hörte, war das laute Knallen unserer Wohnungstür. Edward war weg...

Schluchzend saß ich da, wo Edward mich verlassen hatte und konnte mich einfach nicht beruhigen. Immer neue Tränen flossen über meine Wangen, während ich zu unserem Telefon ging. Unsicher wählte ich die Nummer und wartete darauf, dass einer abnahm.

"Hallo?". "Esmee", schluchzte ich ins Hörer. "Bella?", fragte sie in Panik. "Er ist we-eg", sagte ich unter Tränen. Ich war mir nicht einmal sicher, ob sie mich verstehen konnte. "Edward ist weg!"


Hoffe euch hat es gefallen :) Reviews wären nett :)

Fortsetzung folgt...