Chap 25: it's hard to know the truth
"Das war die schlimmste Zeit für mich," sagte Lilli und verbarg ihr Gesicht hinter ihren Händen. Die Freunde standen noch immer alle im Flur und warteten darauf, dass der Heiler endlich aus James Zimmer heraus kam. Anna saß neben ihr und strich ihr sanft mit der Hand über den Rücken um sie zu trösten. Sie wußte auch noch genau wie schwer es für sie alle war. Lilli hatte sich immer Vorwürfe gemacht, ihn nicht festgehalten zu haben, oder irgendetwas getan zu haben, um diese paar Minuten hinaus zu zögern. Dann hätte Voldemort James damals nicht mitnehmen können und es wäre niemals soweit gekommen. Auch Anna hatte sich damals riesige Vorwürfe gemacht. Wenn sie Sirius nicht aufgehalten hätte, dann wäre er vielleicht rechtzeitig gekommen um James zu retten. Wenn sie es selber in die Hand genommen hätten, statt es dem Ministerium zu überlassen, hätte James das ganze nicht durchstehen müssen... Sie hatte sich das nie vergeben.
Die Tür zum Zimmer ging endlich auf und der Heiler kam heraus. Er atmete schwer auf und schloss die Tür hinter sich wieder. Dann kam er auf die Freunde zu und stellte sich vor ihnen hin.Sein Ausdruck war merkwürdig hoffnungslos und das machte es den Freunden nicht unbedingt leichter nachzufragen.
"Ich muß ihnen leider mitteilen, dass die Wunde sich infiziert hat und wir sie nicht vollständig reinigen konnten. Bei den Untersuchungen ist uns allerdings ein Gift aufgefallen, der sich in seinem Körper ausgebreitet hat, das wir bis dahin nicht bemerken konnten. Es handelt sich um das Gift einer uns unbekannten Schlange..."
"Einer Schlange?" fiel ihm Sirius erschrocken ins Wort.
"Moment mal, ich dachte Malfoy hätte ihn so verletzt?"
Anna zuckte nur verwirrt mit der Schulter und wandte sich wieder dem Arzt zu.
"Was heißt das für ihn?"
"Das Gift bewirkt, dass sich die Wunde nicht schließen kann und wenn sich die Wunde nicht schließt, wird er kontinuirlich Blut verlieren und droht daran zu sterben."
"Was können wir tun?" fragte Sirius.
"Das Gegengift finden. Das geht, wenn man ein Expemplar der Schlange hat, die ihn gebissen hat. Aus ihrem Blut läßt sich mit einem Zauberspruch ein Antiserum herstellen."
"Muss also nicht die Schlange sein, die ihn gebissen hat, sondern es kann so eine ähnliche sein?"
„Es muss eben von ihrer Art abstammen. Dann geht es."
„Alles klar, wir bringens ihnen. Moony, Wormtail..."
"...?"
"Wir brechen auf. Mädels, kümmert euch gut um unseren Patienten da drinnen bis wir wieder kommen. Es sollte nicht lange dauern..."
"Aber..."
Anna hatte ihn festgehalten, bevor er mit den anderen beiden Maurauder aufbrechen konnte.
"Woher weißt du nach was für einer Schlange du suchen musst?"
"Voldemort besitzt nur die eine Schlange, Nagini. Und solche wie ihre leben im verbotenen Wald. Ich weiß es noch, wir sind mal auf sie gestoßen..."
"Du willst dort hin? Sirius, das ist gefährlich. Ihr könntet..."
Und noch bevor sie es aussprechen konnte, hatte Sirius seine Hand um ihren Hals geschlungen, sie an sich gedrückt und voller leidenschaftlichen geküsst. Nachdem er sie wieder losgelassen hatte, lächelte er Anna triumphierend zu, als hätte er gerade den Punkt für sich erzielt. Besagte Dame blickte überrascht und überumpelt zu ihm hin.
"Mach dir keine Sorgen, wir haben schon viel schlimmeres geschafft."
"Passt auf euch auf," bat Lilli ihn, bevor sie aufbrechen konnten. Sirius nickte und umarmte Lilli freundschaftlich.
"Und du pass auf ihn auf, dass er uns nicht vorher verreckt, klar? Wir beeilen uns."
"Viel Glück," sagte Alice. Die drei Jungs winkten ihr zu und verließen dann gemeinsam das Krankenhaus.
"Ich hoffe er schafft es," sagte der Chefheiler zu Lilli gewandt.
"Wir haben den Zustand ihres Mannes zwar stabilisiert, aber ich kann nichts versprechen. Dieses Gift ist uns zu unbekannt, als das wir genau sagen können, wie es sich auf den Körper und den Gesundheitszustand weiter auswirkt. Alles was ich zu diesem Zeitpunkt sagen kann ist, dass der Blutverlust ihres Mannes eine erheblichen Schaden in seinem Körpe ausrichtet."
"Können wir zu ihm?" fragte sie vorsichtig.
"Nein, er braucht absolute Ruhe. Ich habe ihm ein Beruhigungsmittel gegeben und er wird erst mal durchschlafen."
"Bitte. Wir werden keinen Mucks von uns geben," schwörte Anna, "Wir wollen nur bei ihm sein."
Der Chefheiler sah aus als ob er dies wider besseren Wissens machen würde, aber er stimmte schließlich doch zu und ließ sie zu ihm hinein.
"Ähm, Mrs. Potter, mein Kollege hat mich gebeten sie zu ihm zu schicken. Es geht um die Ergebnisse ihrer Untersuchung."
Lilli sah kurz Anna und Alice an, die ihr beide verstehend zunickten.
"Geh, wir passen schon auf ihn auf."
Sie versuchte etwas zu lächeln, was allerdings gründlich misslang und mehr nach einem unkontrollierten Mundwinkelzucken aussah. Lilli folgte dem Chefheiler in die obere Etage, wo sie in das Zimmer ihres Arztes hinein schritt. Dieser hatte sie bereits erwartet.
Alice und Anna gingen unterdessen zu James ins Zimmer und schlossen die Tür wieder hinter sich. Sie setzten sich auf zwei Stühle an seinem Bett. Anna bemerkte amüsiert, wie friedlich er aussah, wenn er schlief. Als ob die ganze Welt in Ordnung wäre. Wahrscheinlich bekam er wirklich nicht mit, was um ihn herum vor sich ging. Wieviele Sorgen sich seine Freunde um ihn machten, was seine besten Freunde gerade für ihn riskierten... wie schlimm es um ihn wirklich steht... oder dass er jeden Augenblick für immer die Augen schließen könnte.
"Na, was denkst du?" flüsterte sie schließlich zu ihrer Freundinn rüber.
"Vertraut er uns oder vertraut er uns nicht?"
Alice kicherte leise.
"Was glaubst du ist mit Lilli los?" fragte sie nach einer Weile.
Anna überlegte nicht wirklich angestrengt.
"Hm, keine Ahnung, aber das erfahren wir sicherlich gleich. Ich hoffe nicht, dass es an dem Sushi liegt. Ich ess das Zeug doch so gern."
"Ja, ich auch. Aber wenn's ne Lebensmittelvergiftung wäre, müsste sie vorher doch auch schon gekotzt haben, oder? Und irgendwann muss sie das ganze Zeug doch rausgekotzt haben? Soviel haben wir ja auch net gegessen. Und irgendwie sieht das ganze eher nach Schwangerschaft aus. Es ist fast wie bei mir..."
"Schon, nur mit dem Unterschied das Lilli eigentlich nicht schwanger werden kann. Schade, für sie. Ich hätts den beiden gegönnt... James konnte immer hervorragend mit Kindern umgehen. June zum Beispiel. Sie hat ihn ja vergöttert."
„Mhm... stimmt."
„Man, Sirius, ich hoffe er kommt wirklich schnell zurück und ich hoffe, er weiss was er tut. Der verbotene Wald... Ich will mir gar nicht ausmalen was da alles passieren wird."
"Naja, wenn sie James helfen können."
„Das ist ne andere Frage..."
„Übrigens... hat James euch eigentlich erzählt, was damals bei Voldemort passiert ist? Ich mein, als er wieder da war, fand ich ihn sehr komisch, distanziert und... nicht mehr derselbe."
"Ja... aber das hat er uns auch erst sehr viel später erzählt und auch nicht jedem Remus und Peter wissen es auch nicht. Nur Sirius, Lilli und Ich..."
"Hat er es euch verboten zu erzählen?"
"Nein, eigentlich nicht... Aber es hat ihm viel Überwindung gekostet es uns zu erzählen. Es hat lang genug gedauert, bis er es einigermaßen verarbeiten konnte und ich hab nach diesem Gespräch auch verstanden, warum er sich so von uns zurückgezogen hatte... Weißt du noch, dass Lilli und er eine total Beziehungskrise danach hatten?"
"Mhm..."
"Es tut mir wirklich leid, Al, aber ich denke, er ist der einzige, der dir erzählen kann wie alles war. Ich will sein Vertrauen nicht mißbrauchen. Und außerdem... trag ich auch Schuld daran, dass es soweit gekommen war."
"Du meinst, dass er sich so von uns distanziert hat? Wie gesagt, fand ich ihn danach schon arg komisch."
Anna nickte verstehend, aber dies war etwas, was nur James erzählen durfte. Es waren seine Gefühle, die sie alle verletzt hatten...
"Ach, du, warum mußte ich nur nen Kaffee trinken..."
"Al?"
Alice hatte wiedermal einen Kotzanfall bekommen und war raus gerannt und Anna war nun alleine bei James. Sie sah ihn an und sie erinnerte sich noch genau daran, was damals passiert war.
Als James aufwachte starrte er auf eine weiße Decke und er spürte dass er auf etwas weichem lag. Er richtete sich langsam auf. Sein Rücken quälte ihn noch immer mit Schmerzen, doch er stellte erstaunt fest, dass er sich nicht mehr in der Zelle befand, sondern in einem Gästezimmer, so wie es aussah. Er sah die Umrisse eines Fenster, welches ihm einen Ausblick auf einen großen Strand ermöglichte. Wo zum Teufel war er und wo war Lilli? Er stieg vom Bett auf und ging vorsichtig auf das offene Fenster zu, wo nun eine frische Brise mit Meeresduft herein wehte. Fast direkt daneben befand sich eine Tür aus baunem Holz. Für einen Moment überlegte er, was er nun machen solle, versuchen die Tür zu öffnen und sich überraschen lassen was dahinter steckte oder die Beine in die Hand nehmen und apparieren?
"Es ist egal, was du tust... du wirst nicht wegkommen..." hörte er eine monotone Stimme.
Er drehte sich wieder um und sah die Umrisse einer blonden Hexe, dieselbe die ihm beim vorigen Mal schon beinahe umgebracht hätte. Er ballte seine Hände zu einer Faust, den Blick starr auf sie geheftet.
"Wir haben einen Apparierschutz um das Haus gelegt, dazu viele Schutzzauber der dunklen Künste. Kein Mensch kann sie überwinden. Wenn du versuchst diese vier Wände zu verlassen, könntest du im nächsten Moment mit unvorstellbaren Schmerzen auf dem Boden liegen. Alles ist so konzipiert, dass es dich nicht umbringen wird, nur verletzten."
"Wie beruhigend," kommentierte er sarkastisch.
"Ich fasse mal zusammen. Ein apparierschutz, Schutzzauber, damit ich das Haus nicht verlassen kann, die mich aber verletzten, wenn ich es doch versuche, jedoch töten sie mich nicht. Soll heißen: Ihr werdet mich nicht töten, nur gefangen halten..."
"Wie interessant, deine Schlussfolgerungen, aber sie sagen genau das aus, was wir vorhaben. Richtig. Naja, fast richtig."
„Wieso fast?"
„Wir werden dich nicht umbringen, was nicht heißt, dass wir dich auf Rosen betten werden, du verstehst?"
"Und was macht sie so sicher, dass ich mich nicht sofort auf sie stürze und SIE umbringe?"
"Mich?" fragte sie ausdruckslos. Ihre Stimme trug nichts von Angst oder Panik in sich. Dafür sehr viel arroganz und Selbstsicherheit. James wußte, dass er sie irgendwoher kannte, doch es wollte ihn partout nicht mehr einfallen.
"Versuch es... aber ohne Zauberstab wirst du gar nichts tun können. Es würde sowieso keine Rolle spielen."
Dummerweise hatte sie Recht und er hasste es, wenn solch selbstgefällige Personen recht behielten. Ohne seinen Zauberstab konnte er gar nichts ausrichten. Die Tür ging auf und zwei Diener ließen Voldemort herein. Sein Umhang wurde sehr geschmeidig vom Wind zurückgeweht, mit jedem Schritt den er auf ihn zukam. Allein seine Präsenz brachte Eiseskälte und ein grausam einsames Gefühl mit sich.
"Geh..." befahl er der Frau, die sich vor ihm verbeugte und dann das Zimmer verließ. Sein Blick ruhte nun auf James, der sich kein Milimeter vom Fleck gerührt hatte.
"Ich sehe, du bist wieder einigermaßen gesund. Das Schlammblut hat deine Wunden gut heilen können. Außergewöhnlich..."
"..."
James versuchte nicht nur nichts zu sagen, obwohl die Wut in ihm immer größter wurde, auch versuchte er an nichts zu denken, da ihm bewußt war, das Voldemort womöglich wieder seine Gedanken las.
"Es ist schwer, seine Gefühle abzustellen, ich verstehe. Zu deinem Pech, fürchte ich, dass du länger unsere Gesellschaft erdulden musst. Ich dachte ich könnte deinen Schmerz schnell beenden, aber leider war uns dies nicht möglich."
"Sie haben versucht mich umzubringen mit irgendeinem pseudomässigen Zauberspruch der dunklen Künste..."
"Dann hätte ich das, was ich wollte und du müsstes nicht mehr leiden..."
"Ja, weil ich dann tot wäre."
"... Ich werde dich hier behalten, bis ES da ist. Jeglicher Fluchtversuch von dir, wird nichts bringen. Meine Schutzzauber sind zu stark um sie zu brechen, ohne Zauberstab kannst du nichts ausrichten. Erspar dir lieber die Qual, die sonst auf dich zukommt, wenn du es versuchst."
"Als ob..."
"Lilli Evans hat dich bereitwillig hergegeben..."
"..."
"Ich sagte zu ihr, das sie sich verabschieden solle, weil wir dich mitnehmen. Ich wußte, dass die Auroren im Anmarsch waren. Ich habe mächtige Diener in eurem Ach-So-Sicheren Ministerium, die mir Bescheid gaben. Ich erklärte ihr, dass sie gerettet werden könne, aber dich bräuchte ich noch. Ich lies sie am leben... und sie ließ dich im Stich."
"Warum verzählen sie mir das?" brüllte er mit einer kräftigen, wütenden Stimme. Es machte ihn zornig, das Voldemort versuchte ihn zu beeinflussen, dass er versuchte seine Zweifel an der Beziehung zu Lilli sogar zu schürren, die sowieso schon da waren.
"Je mehr sie versuchen uns auseinander zu bringen, desto enger wird unsere Liebe. Schon allein aus dem Grund, weil ich weiß, dass sie dagegen sind und alles wogegen sie sind, kann nur gutes sein."
"So? Ein Argument, das nur von deinem Vater kommen kann. Michael Potter, zugegeben, ein mächtiger Auror. Ich kann sehen, dass du die ganze Wahrheit wissen willst und wie heißt es doch? Bevor man stirbt, werden einem alle Fragen beantwortet..."
Er ging rüber zu einer steinernden Schüssel, die James als Denkarium wiedererkannte und sah wie Voldemort mit dem Zauberstab an seine Schläfe fuhr und den silbrigen Faden herauszog. Er legte ihn in die Flüssigkeit, dann kam er her und reichte James etwas aus seiner Hand. Seine Brille.
"Die Wahrheit, sollte man klar sehen können, um sie zu akzeptieren."
James setzte sie auf und folgte ihm zum Denkarium rüber.Er wußte nicht wieso er das tat, warum er ihm folgte, aber seine Neugier wollte die Wahrheit endlich wissen. Es war als ob ihn der Strudel mithinein riss und er befand sich nun im Haus seines Großvaters und seiner Großmutter. Voldemort stand genau neben ihm und sah zu seinem Großvater, der nachdenklich auf der Couch saß. James erinnerte sich sehr gut an den Tag. Er war in der 1. Klasse. Er verbrachte die Ferien mal wieder bei seinen Großeltern, da seine Eltern beide fürs Ministerum eine Mission ausführten. Anna hatte ihn besucht. Damals wußte er noch gar nichts von ihren Eltern, aber seine Großeltern hatten das kleine Mädchen sofort ins Herz geschlossen. Dies war der Tag, an dem sie zusammen bei seinen Großeltern spielten. Sie waren im Garten und rannten lachend umher. Er wußte nicht was damals vorgefallen war, aber Voldemort zeigte ihm das jetzt. Das Feuer im Kamin loderte auf und es stiegen 6 Todesser in schwarzen Roben heraus. Die eine... erkannte James wieder. Die blonde Hexe, die ihm den Rücken aufgeschlitzt hatte. Neben ihr ging ein Mann mit schwarzen, kurzen Haaren und schwarze, sehr vertraute Augen. Sein Körper war sehr muskulös und er hatte breite Schultern. Sein Großvater schien unangenehm überrascht von dem Besuch und stand auf um sie zu empfangen.
"Wenn ihr eure Tochter sucht, Allan, sie ist im Garten. Aber dafür hätte es doch kein solch großes Aufgebot gebraucht..." lachte Harold Potter sie an. James Puls raste vor Angst. Sein Großvater... duzte diese Leute und... wieso zum Henker war Allan White da? James wußte ja, dass Anna's Eltern Todesser waren und das sie sich wegen ihnen schämte... Er hatte ihre Eltern nie wirklich gesehen. Das war also ihr Vater, aber... wo war ihre Mutter?
"Meine Tochter? Anna ist hier?" fragte dieser mißtrauisch.
"Ja, bist du nicht ihretwegen hier?" fragte Harold ihn verwirrt.
Sein Opa lächelte noch immer und James merkte wie schwer ihm das atmen von Minute zu Minute fiel. Es war die schlimmste Erfahrung in seinem ganzen Leben gewesen.
"Harold," sagte nun die blonde Frau und ergriff damit das Wort. Etwas an ihr kam ihm so bekannt vor. Kannte er sie etwa noch von damals? Nein, irgendetwas an ihr war ihm viel zu vertraut, doch es wollte ihm nicht einfallen was es war.
"Weißt du, der dunkle Lord... hat Zweifel an deiner Loyalität, ihm gegenüber."
"Zweifel?" fragte Harold plötzlich unglaubig. Er bekam leichte Schweißperlen auf der Stirn und James bemerkte unruhig, wie sein Großvater Zeichen von Panik zeigte.
"A-aber wieso? Ich hab immer alles für ihn getan, oder etwa nicht? Ich habe dafür gesorgt, dass ihr alle ohne von Auroren erwischt zu werden, die Missionen ausführen kontet. Ich habe dafür gesorgt, dass ihr die Informationen bekommt, die ihr brauchtet. Ich habe seine Leute freigesprochen, obwohl sie schuldig waren. Ich habe selber schon Schlammblüter umgebracht."
"Ja, und dafür hast du Jahre lang sein Vertrauen genossen," sprach Allan White weiter. Seine Stimme war gehoben und gefährlich.
"Aber in der letzten Zeit, sind immer mehr unserer Missionen gescheitert, MISSIONEN, VON DENEN DU BESCHEID WUSSTEST UND WEISST DU VON WEM SIE VEREITELT WUDEN? VON DEINEM SOHN."
"Michael?"
"Ja, Michael und Maria Potter, was für ein Glück, das sie ständig zur Stelle sind um die Schlammblüter zu retten."
"Allan, hör mir zu, das ist nicht so wie ihr denkt..."
"Harold, was ist das für ein Krach bei euch unten?" ertönte eine Frauenstimme und James zuckte zusammen, als er seine Großmutter die Treppe runter kommen sah. Melanie Potter, war eine hübsche, ältere Frau mit noch immer wunderschönen, braunen, kurzen Haaren. Sie hatte dieselben hasselnussbraunen Augen wie James und als er sie sah, blieb ihm fast das Herz stehen. Es hatte schon fast vergessen, wie sie gewesen war...Er wußte was jetzt kommen würde und eigentlich wollte er das nicht sehen... Nein, es würde ihm nicht ersparrt bleiben. Er spürte, das Voldemort ihn zwingen würde, das noch mal mitanzusehen. Seine Großmutter hatte erst jetzt die 6 fremden Menschen bei ihm entdeckt und sah sie verwundert an.
"Was..."
Weiter kam sie nicht. Der Zauberstab der blonden Frau schellte zu ihr rüber.
"Avada Kedavra."
Der grüne Lichtstrahl traf ihren zierlichen Körper direkt auf der Brust. Sie gab ein ruckartiges "huh" von sich, dann fielen ihre Augen zu und sie flog die Treppe herunter zum Boden hinab und blieb regunglos liegen. Harold hatte sie alle mit großen, verängstigtem Blick angesehen. Er wusste was jetzt kommen würde, da war sich James sicher, aber was ihn mehr erschreckte war... das sein Großvater... tatsächlich einer von ihnen war. Er war einer von den Menschen, die er sein ganzes Leben lang verachtet und gehasst hatte.
"Sie hat euch nichts getan, warum habt ihr das gemacht?" brüllte Harold außer sich vor Wut. Seine Stimme war so laut, dass James sich damals gefragt hatte, wieso sein Großvater so brüllte und er erinnerte sich noch genau daran, wie er mit Anna hereingerannt kam und sie alle erblickten und er erinnerte sich noch genau, wie Anna und er bei dem Anblick der toten Mrs. Potter zusammen zuckte und wie Anna's Blick dann zu der Frau schellte, die den Zauberstab gehalten hatte.
"Mum?" fragte sie schockiert.
James war zurückgewichen und gegen die Wand geprallt. Er hielt sich daran schief fest und spürte, wie sein Herz immer schneller pochte, wie ihn eine hässliche Gänsehaut durchfuhr, wie das atmen immer schwerer fiel... Diese Frau... die ihn fast zu tode gequält hatte, die seine Großmutter umgebracht hatte... sie war Anna's Mutter? Er dachte ihre Eltern wären tot? Wieso... was?
"Ich weiß, James, du hast jetzt tausend Fragen," hörte er Voldemort wieder in mässigem Ton sprechen.
"Sieh es dir weiter an und du wirst verstehen."
Anna's Mutter hatte den Zauberstab nun von Mrs. Potter in Anna's Richtung gezogen und ihre eigene Tochter damit fixiert.
"Schade um dich," sprach sie ausdruckslos, als ob sie gar keine Gefühle bestitzen würde.
"Es hätte nicht soweit kommen müssen, Anna. Aber wir können keine Zeugen gebrauchen. Nicht mal... wenn sie meine eigene Tochter ist. "
"Nein," brüllte Harold Potter und hatte sich mit gezogenen Zauberstab schützend vor ihnen hingestellt.
"Ihr seit doch verrückt. Das ist deine eigene Tochter. Die zwei sind Kinder, sie können euch nichts tun. Ich lasse nicht zu, dass ihr das tut."
"Nicht zulassen?" fragte nun Allan White und hatte sich wie die anderen Todesser auch, mit gezogenen Zauberstab um sie herumgestellt und damit umzingelt.
"Du hast keine andere Wahl. Die Familie Potter wird nicht mehr lange existieren. Ohne deine Frau, dich und diesen kleinen Belger hinter dir... bleiben nur noch dein Sohn und seine Frau... Wie lange glaubst du brauchen wir um auch sie zu töten? Dann wird es niemanden von euch mehr geben. Niemand, der diese Schlammblüter beschützt.Ihr seit eine Schande für die Zaubererschaft."
Harold Potter lachte bitter auf.
"Da irrst du dich. Es gibt tausende wie uns und sie werden euch vernichten. Eines Tages, wird dieser Kampf zu ihren Gunsten ausgehen und ihr werdet als Verlierer da stehen."
„Ach ja? Du wirst das wohl kaum mehr miterleben," lachte Allan auf, doch noch bevor sie handeln konnten hatte Harold seinen Fluch losgelassen.
"Impedimenta!" 4 der 6 Todesser riss es rücklings von den Beinen und sie fielen zu Boden. Die anderen beiden hatten Flüche losgelassen und Harold Potter flog von den Kindern weg, etwa 2 Meter weiter über die Couch auf den Boden. James und Anna hatten, von Panik befallen, versucht wieder zum Garten zu rennen, doch jemand schnitt ihnen den Weg ab. Es war Anna's Mutter, die sich direkt vor der Tür aufgebaut hatte und sie mit dem Zauberstab bedrohte.
"Bring's endlich hinter dir, Inga," brüllte Allan White seiner Frau zu, während er und die anderen sich mit James Großvater duellierten. Die beiden Kleinen hatten sich immer mehr von der Frau entfernt und standen nun gut 2 Meter von ihr weg wieder im Wohnzimmer drinn.
"Avada Kedavra," rief diese mit einem ausdrucklosen Gesicht. Der grüne Strahl schoss aus der Spitze des Zauberstabs auf Anna zu, doch James hatte sie mit sich runtergerissen und der Strahl verfehlte sie um knapp einen Milimeter. Jemand schrie auf...
Als Anna und James sich wieder aufrichteten... lag Allan White tot am Boden...
"Impedimenta."
James sah das der Zauberstab der Frau nun auf ihn gerichtet war. Noch bevor es handeln konnte, riss es ihn von den Beinen und er fiel meter weiter weg von Anna wieder auf dem Boden auf. Es fühlte sich an als ob ihm jemand den Arm gebrochen hätte oder mit einem Hammer kurz auf ihn eingedroschen hätte.
"Avada Kedavra," schrie sie und wieder zeigte der Zauberstab auf James. Er erinnerte sich, dass er damals glaubte, dass es nun aus war, dass er sterben würde doch dann spürte er eine Hand, die ihn wegzog und der Fluch traf ins leere.Sein Großvater hatte ihn wegziehen können, doch dabei stürzten beide gegen die Glasvase, die in tausend Scherben zersplitterte. James rechter Oberarm begann zu bluten. Eine Narbe hatte sich dort entlang gezogen, als er auf die Scherben gefallen war. Aber sein Großvater hatte ihn das Leben gerettet. James stellte erleichtert fest, das Harold Potter es geschafft hatte, die übrigen 4 Todesser außer Gefecht zu setzten. Sie lagen nun überall verstreut und bewußtlos an allen möglichen Stellen und da Allan White tot war, gab es nur noch Inga White, die versuchte sie zu töten.
"Stupor," hörte er noch einen Fluch kommen, der ihn traf, dann fiel er ins schwarze. Aber hier stand er nun mit dabei und konnte erleben, was danach wirklich passiert war.
Anna stand noch immer mitten im Raum, ihren Blick jedoch starr auf den toten Körper ihres Vaters gerichtet, dessen Augen kalt und weit aufgerissen waren. Er hatte noch nicht sterben wollen, der Tot kam zu plötzlich. Dieses kleine Mädchen, das gerade mal 12 Jahre alt war, zitterte am ganzen Körper und schien noch gar nicht zu verstehen, was eigentlich gerade vor sich ging. Wie denn auch? Wie soll man in dem Alter verstehen, dass die eigenen Eltern einen umbringen wollten, dass der eigene Vater nun gestorben war, von einem Fluch, den sie damals nicht gekannt hatten. Ihre Mutter kam näher und ihr Zauberstab war auf ihre Tochter fixiert, die mit glasigen Augen und abwesendem Blick ihren toten Vater anstarrte.
„Anna, geh weg von ihr," rief Harold Potter immer weder, aber sie hörte ihn nicht. So leer wie Anna's Augen drein blickten, stand sie unter Schock und bemerkte nicht wie Inga White langsam auf sie zuschritt.
"Sie wird dich töten... Anna, Schatz, bitte..."
Sie hörte immer noch nicht. Ihre Mutter war nun ganz in ihrer Nähe.
"Lass sie in Ruhe, Inga," rief sein Großvater und war zu der kleinen hergelaufen. Er hatte sie schützend hinter sich geschoben und Inga mit seinem Zauberstab fixiert.
"Sie ist deine eigene Tochter, verdammt noch mal. Wie kannst du ihr sowas antun?"
"Als ob mich das stören würde."
"Du würdest dein eigen Fleisch und Blut zerstören? Nur für etwas so lächerliches?"
"Ich würde noch viel mehr tun für den dunklen Lord. Willst du mich etwa töten? Dann tu's... Es wird dir nichts bringen, das weißt du, Harold. Nicht wahr? Crucio..."
Harold riss es von Anna weg auf den Boden hinab. Er zuckte schreiend vor Schmerzen zusammen. Er schrie so laut er konnte, versuchte den Schmerz hinauszubrüllen.
"Nein, hör auf..." schrie Anna als sie das sah. In ihren Augen konnte James nun Angst erkennen. Das ihre Mutter James Großvater quälte schien sie aus dem Schockzustand wachgerüttel zu haben.
"Hör auf... bitte..." flehte das Mädchen immer wieder, aber ihre Mutter hörte nicht auf und Harold Potter schrie weiter. Seine Augen waren auf Anna gerichtet, seine Hand zu ihr ausgestreckt, als ob er sie anfassen wollte.
"Anna..." krächzte er zwischen den Schreien.
"Tu es..."
Doch diese schüttelte verneinend und schockiert den Kopf.
"Tu... es... BITTEEEE."
Er schrie wieder laut auf als Inga White den Zauber verstärke. In ihren Augen glitzerte eine sadistische Kälte auf. Sie fand definitiv Gefallen daran, andere vor Schmerz krümmend auf den Boden zu sehen. James wußte nicht wieviel Zeit vergangen war, in der Inga White vor Vergnügen zu lachen begann, in der Anna schon Tränen in den Augen bekam, während sie immer wieder leise vor sich hinsagte, ihre Mutter solle aufhören und dann... wurden die Schreie seines Gorßvaters immer leiser und leiser...
"Anna..." krächzte er mit kaum hörbarer Stimme. "Tu es..."
Mit zitternden Händen konnte James sehen wie sie ihren Zauberstab hielt und ihn auf ihre Mutter fixierte, die von all dem nichts mitbekommen hatte. Sie war viel zu vertieft in ihrer Folter.
"Stu-Stupor!" schrie Anna mit zusammengekniffenen Augen. Inga White flog mit voller Kraft hinter und stieß in eine silberne Rüstung, die Harold Potter als Dekoration in seinem Wohnzimmer hingestellt hatte. Inga stieß einen schmerzvolle Schrei aus. Dann war Stille und Anna öffnete ihre Augen langsam wieder. Sie atmete immer heftiger ein und aus, ihre Hände zitterten noch immer und sie stellte erst jetzt fest was sie getan hatte. Sie hatte ihre Mutter... nicht außer Gefecht gesetzt, wie es der Fluch eigentlich bewirken sollte. Sie hatte sie getötet. Inga White lag blutend auf dem Ritter, dessen Schwert sie aufgespießt hatte. Ihre Augen waren weit offen, ihr Körper hing schlaff am Schwert ohne sich noch mal zu regen.
"An---na..." krächzte Harold Potter. Anna blickte zur Seite von wo aus die Stimme kam und zuckte erschrocken zusammen. Er lag vollkommen bewegungsunfähig da, als wäre er schon lange tot.Seine Augen sperrweitoffen. Wenn sie ihn nicht sprechen hörte,würde sie glauben, er wäre tot. Sie krabbelte sofort zu ihm rüber und ließ sich mit tränenübersähtem Gesicht zu ihm nieder.
"Opa Potter..." sagte sie kurzatmig, ihre Hände zitterten als sie seine Hand nahm.
"Ich... was soll ich tun? Ich hab...Opa Potter...Ich habe meine Mutter getötet..."
"Nein...du hast...richtig gehandelt. Ich... habe keine Zeit mehr..."
"Nein, du wirst leben. Ich hole Hilfe..."
Aber Harold hielt sie an der Hand fest und zog sie wieder zu sich hinab.
"Nein, Anna, er wird gleich kommen... sag James... nichts... von... all dem. Er soll seinen Großvater... so in Erinnerung... behalten...Bitte... Mach dir um... um deine Mutter keine Sorgen. Anna... du bist wie sie ...auch..."
"Alles muß man selber machen, wie Harold?"
Diese zischende Stimme konnte nur einem gehören. Voldemort befand sich nun bei ihnen. Allein seine Anwesenheit ließ ihnen das Blut in den Adern gefrieren und James bemerkte, wie seine Wut auf diesen Mann noch mehr wuchs.
"Kann es sein, Harold, dass du glaubst dieses kleine Mädchen könnte dich retten? Wie lächerlich."
"Anna..." krächzte Harold, ohne auf den dunklen Lord zu achten, der zu ihm gesprochen hatte.
"Du hast nichts getan. Deine Mutter war..."
"Imperio." Voldemort hatte den Zauberstab auf Anna gerichtet. "Töte ihn. Jetzt..."
"Anna, kämpf dagegen an," sagte Harold hastig zu ihr, seine Augen nun von Panik befallen.
"Kämpf dagegen an, Mädchen. Du kannst das. Wehr dich, bitte!"
"Töte ihn... Erhebe deinen Zauberstab..."
Und Anna tat wie ihr geheisen. Sie erhob ihren Zauberstab und richtete ihn auf Harold Potter.
„Anna! Du trägst keine Schuld! Vergiß das nicht! Du trägst keine Schuld!"
"Avada Kedavra." Der grüne Strahl traf Harold Potter mitten auf die Brust.
Er gab ein kurzes Huh von sich und dann gar nichts mehr. Als ob das Leben mit diesem Laut aus ihm gewichen war. Als Anna aus dieser Trance erwachte, sah sie sich entsetzt mit dem Zauberstab neben Harold Potter kniend, seine Augen schockiert weit aufgerissen und sie hörte Voldemorts triuphierendes Lachen.
"Gut gemacht, Mädchen. Gut gemacht... Du scheinst doch noch zu etwas gebrauchen zu sein... Imperio... töte James Potter... Töte den Jungen."
Und Anna hatte ihren Zauberstab gegen James erhoben, der sich nicht hätte wehren können, denn er lag noch immer bewußtlos auf dem Boden.
"Töte James Potter...töte James Potter..."
Sie hatte schon den Mund geöffnet um den Fluch loszulassen, da wurde mit einem mal die Tür aufgerissen und man sah duzende Auroren hereinrennen, an vorderster Stelle Michael und Maria Potter. Er sah wie sein Vater auf den toten Leichnahm seiner Mutter blickte, dann auf die Leiche seines Vaters und schließlich zu seinem Sohn, der sich auch nicht mehr regte.
„Duuuuuuuu!" sagte er verachtend.
Voldemort lachte sie hinterlistig an.
„Auf ein nächstes mal, Michael..."
Und mit einem Plopp apparierte er vom Anwesen.
"Anna..."
Michael Potter war außer sich vor Verzweiflung als er auf sie zuging und ihr den Zauberstab wegnahm.
James wurde von dem Sog wieder mitgerissen und tauchte in der Wirklichkeit auf. Sein Atem war sehr flach, sein Herz schien gar nicht mehr zu schlagen. Er... hatte es nicht verstanden... warum Anna all die Jahre nicht über dieses Erlebnis sprechen wollte und nun... war alles einleuchtend. Warum seine Eltern sich so verhalten haben, warum Anna all die Jahre so komisch wegen ihren Eltern war, warum...alles so gekommen war...
"Jetzt verstehst du, warum nur Narren, ihre Leute Freunde nennen. Freundschaft existiert nicht. Macht ist das, was über allem steht."
Voldemort lachte eiskalt auf. Ein kalter Schauer lief ihm über den Rücken und er spürte, wie seine Nerven angegriffen wurden, wie sich Schmerz durch sie hinweg zog, doch er ignorierte sie. Er wollte nicht schwach sein. Er wollte widerstehen und stark sein. Das alles nun hocherhobenen Hauptes akzeptieren und verstehen, doch... der Schmerz wurde immer stärker und er selber wurde unter ihnen immer kleiner und schwächer. Es fühlte sich grauenvoll an und jeder Nerv in seinem Körper begann das unsagbare Gefühl in seinen Hirn, in sein Herz zu leiten.
"Du solltest dich nicht dagegen wehren, James. Ich dachte, ich hätte es beim letzten mal geschafft, aber offenbar war es nicht genug."
"Nicht genug... was?" fragte er und versuchte den Schmerz jetzt schon krampfhaft zu unterdrücken. Sein Blut schien förmlich zu pochen, sein Herz schlug viel zu schnell und auch in seinem Kopf breiteten sich unglaubliche Schmerzen aus, als ob jemand mit einem Hammer darin Löcher schlagen wollte. Er bekam keine Luft mehr, als ob man seine Luftröhre abgeschnitten hätte und nichts mehr durchkommen konnte. Er schellte mit seiner Hand zu seinem Herz, das höllisch weh tat. Ein Gefühl der merkwürdigen Leere machte sich in seinem Körper breit und er konnte es nicht aufhalten, nicht vertreiben, nicht mehr ignorieren. Kraftlos sank er zuerst auf die Knie nieder, dann auf alle Viere und schließlich lag er keuchend auf dem Boden.
"Nimm es hin. Lass es in dich rein und wehr dich nicht länger... Lass es einfach zu... Ja... so ist es gut.."
Und noch während er die triumphierende Stimme des dunklen Lords vernahm, wurde es schwarz vor seinen Augen und er sackte zusammen.
„Leb wohl, Gryffindor," war das letzte, was er noch vernahm.
Währenddessen in Hogwarts.
Nachdem Dumbledore den Gemeinschaftsraum der Gryffindors verlassen hatte, blieben alle erst mal ruhig stehen. Lilli wußte nicht was sie sagen sollte, sie fühlte sich merkwürdig hohl ohne James. Und irgendwie schien sie Angst davor zu haben, dass ihre Freunde sie mit Fragen bombadieren würden, die sie in diesem Moment sowieso nicht beantworten könnte.
"Lils... Vielleicht... möchtest du dich erst mal ausruhen?" fragte Anna vorsichtig.
Die angesprochene nickte leicht abwesend und humpelte hinauf. Anna und Alice verabschiedeten sich von ihren Freunden und liefen Lilli nach um ihr in den Mädchenschlafsaal zu helfen. Sie hatte sich sofort auf ihr Bett gelegt und den Mädels den Rücken zugedreht.
„Lils!" begann Anna vorsichtig. Sie bekam keine Antwort von der Freundinn und warf Alice einen fragenden Blick zu, die ihr verstehend zunickte. Vielleicht sollten sie ihr einfach etwas Zeit lassen, bis sie von selbst auf die Freunde zukam? Zu etwas zwingen wollten sie sie jedenfalls nicht. Beide wollten gerade raus gehen als sie hörten wie Lilli zu weinen begann.
Sie weinte sehr leise und wollte so wie es aussieht auch nicht, dass man sie hörte, aber Anna wollte nicht einfach weg hören. Alice verstand Anna auch ohne Worte und ging schon mal hinaus während Anna zurück zu Lilli ging und sich vorsichtig auf ihr Bett setzte. Nur einen winzigen Augenblick zögerte sie es zu tun, dann legte sie sich zu ihr hin, schlang ihren rechten Arm um Lilli's rechte Seite und drückte sie liebevoll an sich heran.
"Ich hab dich lieb, Lils... Du bist nicht allein...Du mußt jetzt nichts sagen... aber du sollst wissen, dass wir alle für dich da sind... Ich auch, ganz egal, wann du mich brauchst..."
Und ganz langsam, hatte Lilli ihren Arm mit der linken Hand ergriffen und sie damit an sich gedrückt. Sie brauchte ihre Freundinn nun mehr denn jeh und sie war dankbar, das Anna das erkannt hatte und bei ihr blieb auch ohne das sie sie darum bat. Das zittern ihres Körpers hörte mit der Zeit auf, ihr Atmen wurde langsamer und gleichmässiger. Sie schien sich langsam zu beruhigen und vielleicht auch langsam den Schlaf zu finden. Als Anna bemerkte, dass sie endlich eingeschlafen war, stieg aus dem Bett, legte die Decke über den eingerollten Körper ihrer Freundinn und ging zu den anderen herunter. Frank war noch immer bei ihnen und auch die Marauder waren nicht weggegangen.
"Hey," grüßte Alice sie erwartungsvoll. "Wie geht's ihr?"
Anna schüttelte verzweifelt den Kopf und setzte sich zu ihnen dazu.
"Nicht gut... sie schläft jetzt, ein Glück. Ich wollt sie noch nicht darauf ansprechen was passiert ist. Und ihr? Wie gehts euch jetzt?"
Eigentlich hatte sie eher Sirius damit gemeint als alle anderen und ihr Blick ruhte auch auf ihn. Sirius zuckte mit den Schultern.
"Wie soll's uns schon gehen? Dumbledore sagte zwar dass sie eine groß angelegte Suche eingeleitet hätten, aber ich glaube nicht, dass sie ihn finden werden. Das tun die doch nur, auf Mr. Potters Befehl hin. Immerhin ist James sein Sohn. Wäre es jemand anders, hätten sie die Suche längst aufgegeben."
"Warum haben sie nur Lilli gefunden? Warum sind vorher alle abgehauen? Und vor allem... wieso hat er diesmal nur James mitgenommen?" fragte Alice nachdenklich. Alle nickten um zu zeigen, das sie sich diese Frage auch stellten.
"Warum hatte das überhaupt so lang gedauert?" fragte Sirius aufgebracht. "Ich mein, die haben doch fast Stunden gebraucht um sie zu retten..."
"Wer weiß das schon... Bürokraten eben. Die brauchen doch ne Erlaubnis um mit dem Finger in der Nase bohren zu dürfen," kommentierte Frank müde.
"Naja... ich kehr mal besser zum Unterricht zurück. Bringt ja nichts hier zu stitzten und zu warten... "
"Ich komm mit," sagte Alice und stand gleichfalls auf.
"Ähm, Anna? Sagst du mir Bescheid, wenn Lilli wieder wach ist?"
"Klar... bis später."
Frank und Alice waren wieder raus gegangen und die Maurauder saßen nun allein mit Anna in dem Gemeinschaftsraum. Alle anderen Schüler saßen noch im Unterricht aber die Freunde wollten jetzt nicht hingehen. Keiner von ihnen hätte jetzt einem Lehrer zuhören können, wo ihnen gleichzeitig tausende Fragen im Gehirn herum schwirrten. Wo die Angst um ihren Freund sie bedrückte und sie an nichts anderes denken konnten als an das, was ihm womöglich noch bevor stand. Allein der Gedanke an die Folter versetzte sie alle in eine beängstigende Stille.
