Hi ihr Lieben, so nach dem kleinen Exkurs mit Dumbledores Weihnachtsgrüßen bin ich zurück an diesem Werk, ich hoffe, ihr hattet alle schöne Weihnachten...
Könnt ihr euch noch an Kapitel 18 Entwaffnungen erinnern? Damals sagte ich, dass das Kapitel noch wichtig werden würde - heute ist es soweit... Viel Spaß... Ranita
at Draxci: schöööööön, dass du wieder mal Zeit hattest!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Knuddel dich!
Kapitel 25 – Zurück im Schloss
Eine Stunde nachdem Snape Lucius verlassen hatte befand er sich auf dem Weg zurück nach Hogwarts. Die Überprüfung bei den Macnairs war aufwändig gewesen, weil auch diese Familie wie die Malfoys über ein gewaltig großes Anwesen verfügten und es nicht möglich war, von außerhalb zu testen, ob sich der Wiederkehr-Stein auf dem Gelände befand oder nicht. Snape wusste, dass Macnair selbst bereits in Askaban sein Dasein fristete, also ging er nach alter Spionagemanier vor und spann sich eine Geschichte zusammen, um sich bei dessen Frau Zugang zum Grundstück zu verschaffen. Es verblüffte ihn immer wieder wie leichtsinnig und manipulierbar die Menschen doch waren. Macnairs Frau bot ihm sogar bereitwillig einen Tee an und diese fünf kostbaren Minuten nutzte Snape gekonnt, um seine magischen Tests durchzuführen. Sein präparierter Zauberstab reagierte nicht im Geringsten auf die Umgebung. Mit List und Tücke schaffte Snape es sogar, dass Mrs. Macnair ihm sogar die Ländereien zeigte und er so weitere Tests in einiger Entfernung des Hauses durchführen konnte, die jedoch allesamt negative Resultate brachten. Geschickt beendete Snape die Konversation danach so zügig wie möglich ab um sofort zurück zu apparieren.
oOoOo
Eiligen Schrittes bewegte er sich von der großen Eingangshalle zu McGonagalls Büro. Eine Horde Schüler lief an ihm vorbei, die er nicht einmal wahrnahm. Sein Tunnelblick erlaubte ihm nicht, sich von Dingen links und rechts seines Weges ablenken zu lassen. Er musste die Ergebnisse der anderen hören. Er beschwor die Götter, wenn es denn sein musste sogar Weasley den entscheidenden Hinweis gefunden haben zu lassen. Hauptsache, sie kamen weiter und konnten Hermine orten. Er konnte nicht glauben war er da dachte. Ihm wurde klar, wie viel sie ihm bedeutete. Der Gedanke, zu spät zu kommen schnürte ihm die Kehle zu. Was, wenn er zu spät kam – wieder zu spät... Er würde es nicht noch einmal ertragen können, das wusste er.
Mit einem Schwung öffnete er die Bürotür und sah McGonagall bereits hinter ihrem Schreibtisch sitzen. Ihre besorgte Mine sprach Bände und lösten ein flaues Gefühl in seinem Magen aus.
„Nichts. Und bei dir?", fragte sie mit belegter Stimme.
Snape schüttelte den Kopf.
„Hier, sieh dir das an. Der kam in unserer Abwesenheit."
McGonagall reichte Snape eine dünne Rolle Pergament.
„Bis in einer Stunde müssen wir in diese Kiste hier den Tarnumhang und den Elder Wand hineinlegen, ansonsten wird Hermine automatisch mit einem Fluch, der an die Kiste gekoppelt ist getötet."
Snapes Zorn stieg in ihm empor. Verdammt, eine Stunde war viel zu wenig und wenn Potter oder Weasley nicht augenblicklich mit einer positiven Nachricht hier aufkreuzten war alles zu spät. Er berührte die längliche mahagonifarbene Holzkiste, deren Deckel aufgeklappt auf dem Schreibtisch lag. „Die Kiste appariert garantiert selbstständig sobald wir sie geschlossen haben."
McGonagall atmete schwer ein und stellte gleichzeitig fest, dass Snapes Engagement sie beeindruckte. Sie spürte, wie nahe es ihm ging, dass Hermine in Lebensgefahr schwebte. Es war etwas in seinen Augen, dass sie dort noch nie gesehen hatte – Mitleid? Sorge? Mitgefühl? Sie war sich sicher, dass es noch weit mehr als das war, was da in seinen Augen blitzte.
„Was sollen wir tun, wenn wir die Gegenstände nicht ausliefern ist sie ebenso in Gefahr", gab McGonagall zu bedenken.
In diesem Moment stürmten Harry und Ron gleichzeitig zur Tür hinein.
„Habt ihr etwas? Bei uns war alles totale Fehlanzeige!", rief Ron keuchend aus.
„Verdammt!", kommentierte Snape und begann unruhig den Schreibtisch entlang auf und ab zu gehen, während McGonagall die beiden über den neuen Erpresserbrief und die Holzkiste informierte.
Snape schaltete völlig ab. Die Stimmen der drei verschwammen zu einem Geräuschbrei und rückte immer weiter in die Ferne. Seine Gedanken dagegen schärften sich. Es konnte nicht sein, einer auf der Liste mit den Verdächtigen MUSSTE etwas mit der Entführung zu tun haben. Vielleicht war es doch jemand aus den jüngeren Jahrgängen? Sein Bauch widersprach dieser Theorie vehement, deshalb zwang er sich, geistig einen Schritt zurückzutreten, um die Szene noch einmal neutral zu beobachten. Hermine wurde entführt. Ganz sicher war es kein Zufall gewesen, dass SIE es war und nicht Ginny. Sie wollten Hermine, nur warum? Er ging die Tödlichen Heiligtümer noch einmal durch. Welcher der drei Gegenstände war der Wertvollste? Als Kind hatte er sich immer danach gesehnt, den Tarnumhang zu besitzen, um sich vor allen Leuten die er hasste unsichtbar machen zu können. Er hätte alles dafür gegeben, sich vor Lupin, Potter oder auch seinem Vater verstecken zu können. Trotzdem musste man die Gegenstände mit mehr Objektivität betrachten. Der Wiederkehr-Stein war etwas für Träumer, die der Vergangenheit nachhinkten, der Umhang etwas für Spieler und Träumer. Wer aktiv seine Macht ausbauen wollte kam nicht am Elder Wand herum. Grindelwald, Dumbledore und Voldemort waren Beweis genug, dass das Streben nach Macht zum Elder Wand führte. Plötzlich erfasste ihn ein Geistesblitz, der sein Blut binnen Sekunden zum Kochen brachte.
„Verdammt, was, wenn gar nicht Harry sondern Hermine Besitzer des Elder Wand war?", schoss es auf einmal aus ihm heraus, ohne dass er diesen Gedanken zuende gedacht hatte.
McGonagall, Harry und Ron verharrten auf der Stelle in Stille und blickten mit großen Fragezeichen in den Augen zu Snape hinüber, der seinen Patrouillengang inzwischen unterbrochen hatte.
„Aber ich habe keine Duelle ausgeführt seit dem Endkampf und ich war zu diesem Zeitpunkt der rechtmäßige Besitzer des Elder Wand", versuchte Harry Snapes Argument zu entkräften.
Snapes Augen verengten sich, sein Gehirn mobilisierte alle Kräfte, um die Puzzleteilchen, die er so deutlich vor sich spürte zu einem Ganzen zusammenzufügen.
„Oh, DOCH, sie HABEN sich duelliert, zwar ohne Zauberstab, aber sie taten es direkt vor meiner Nase – im Unterricht, als Miss Granger als eine von vieren es überhaupt schaffte ohne Zauberstab den Expelliarmus zu formulieren. Sie hat sie am Ende der Stunde entwaffnet!"
„Oh, bei Merlin, Sie haben Recht!", schrie Harry.
„Schön, das aus Ihrem Munde einmal zu hören, Potter", fand Snape wieder zu seiner alten Form zurück.
„Das heißt, Hermine wurde überfallen, damit der Entführer rechtmäßiger Besitzer des Elder Wand werden konnte?", hakte McGonagall mit suppentellergroßen Augen nach. Diese Erkenntnis schien jeden einzelnen der Anwesenden zu packen. Sie spürten alle, dass sie der Lösung näher waren als je zuvor, jetzt galt es Snapes angedachten Weg weiterzugehen.
„Exakt. Sie war das perfekte Opfer, sie besitzt die Berechtigung für den Elder Wand, konnte den Wiederkehr-Stein beschaffen und dient auch noch als Druckmittel für Potter. Und jetzt braucht dieser Jemand nur noch den Elder Wand, die Berechtigung dafür besitzt er bereits!", ergänzte Snape die Theorie.
„Das heißt aber auch, dass Hermine nach der Übergabe für den Entführer definitiv wertlos sein wird." Snape schluckte, als er seine Worte beendete. „Sie werden sie töten, wenn wir sie nicht vorher finden!"
„Wir müssen herausfinden, von wem die Entführer vom Elder Wand erfahren haben. Es kann doch nur über einen von uns hier gelaufen sein. Wer hat den Elder Wand wem gegenüber jemals erwähnt?", fragte Harry.
„Du hast Hermine und mir davon erzählt in Hermines Zimmer, ich glaube nicht, dass uns da irgendjemand belauscht haben konnte...", erklärte Ron ratlos.
„Ich wusste nichts davon, bis ihr mich nach der Entführung aufgeklärt habt", ergänzte McGonagall.
Nun richteten sich alle Augen erwartungsvoll auf Snape.
„Hermine hat mich in Hogsmead in Trevor´s Kneipe eingeweiht. Es war niemand bei uns am Tisch, es ist unmöglich, dass jemand..."
Plötzlich stockte er. Die Szene als er Hermine an dem kleinen Tischchen in der Nische gegenübersaß spulte sich wie ein Film vor seinen Augen ab. Bild für Bild schritten seine Augen diese Szene ab und er kommentierte sie dabei.
„Hermine erwähnte den Elder Wand in dem Augenblick, als Trevor den Tee servierte. Dann ging er wieder... Aber er kam noch einmal zurück um uns Ingwergebäck auf den Tisch zu knallen, das wir nicht einmal bestellt hatten. Theoretisch wäre es denkbar, dass er ein Stichwort gehört hat, aber mehr sicher nicht."
„Wer ist dieser Trevor?", fragte McGonagall.
„Trevor wollte immer zu den Todessern gehören. Ich kenne ihn noch aus Schulzeiten, er war drei Klassen über mir. Ein Feigling wie er im Buche steht, immer im Hintergrund mit großer Klappe. Er war in labilem gesundheitlichen Zustand und von Geburt an leicht gehbehindert. Nicht gerade der Typ Mann, den Voldemort in seinen Reihen förderte. Er war nie Todesser, sein Gedankengut hätte dafür aber allemal gereicht", klärte Snape die anderen auf.
„Hat Trevor Kinder? Oder Geschwister?", fragte McGonagall schnell.
„Er ist Einzelkind, seine Eltern tot, ich weiß nur, dass er seit einiger Zeit mit Heather Carris die Kneipe führt und auch liiert ist mit ihr.
„Heather Carris?", schrie McGonagall entsetzt aus. „Ihr Sohn ist Jaden Carris, er ist wie ihr alle wisst im 7. Jahr, Slytherin.
„Oh mein Gott!", entfuhr es Harry und Ron gleichzeitig.
Einen langen Augenblick herrschte erstickendes Schweigen.
Snape gab sich geistig mehrere Ohrfeigen, dass er nicht selbst auf die Verbindung zwischen Heather Carris und Jaden gekommen war.
„Dann hat Trevor Jaden dazu gezwungen, Hermine zu entführen?", fragte Ron kleinlaut, als die Fakten allmählich in ihn sickerten.
„Es könnte alles zusammenpassen. Trevor wollte immer ganz vorne an die Macht, körperlich stand er aber in der zweiten Reihe. Die genauen Motive können wir nur erahnen. Wir müssen auf jeden Fall sofort nach Hogsmead und die Kneipe und ihre Umgebung überprüfen", sagte Snape.
„Was machen wir mit dem Elder Wand und dem Umhang?", fragte Harry. „Wenn wir die Dinge bis in 30 Minuten nicht in die Kiste legen, wird Hermine automatisch getötet, so steht es im Pergament."
Eine merkwürdige Sicherheit machte sich in Snape breit. Er spürte, dass seine Theorie richtig war. Auch wenn er alles andere als ein Emotionsmensch war, hatte ihn in 20 Jahren Spionagetätigkeit sein Bauchgefühl kein einziges Mal betrogen. Er hoffte nur, dass sein Instinkt noch funktionierte nach dem ganzen Chaos mit Hermine.
„Wir schicken die Gegenstände. Wenn alles gut geht sind wir kurz nach dem Versand in Trevor's Kneipe", sagte Snape.
McGonagall legte die bereits vorbereiteten Heiligtümer vorsichtig in die Kiste.
Snape wollte sich nicht ausmalen, was passierte, wenn er mit seiner Vermutung falsch lag. Noch war es immer ein Rätsel, wie Trevor an die gesamten Informationen über die Tödlichen Heiligtümer gelangt war.
„Merlin stehe uns bei", sagte McGonagall und schloss den knirschenden Holzdeckel.
Mit einem lauten Knall verpuffte die Kiste und hinterließ nur eine kleine Staubwolke.
„Nichts wie los, es geht um jede Minute." Snapes Worte waren wie ein Startschuss zu einem Rennen um Leben und Tod.
Während drei wehende Umhänge aus dem Büro stürmten hielt Snape wie von Geisterhand gestoppt einen Moment inne und winkte McGonagalls Taube, die auf dem Fenstersims saß zu sich her. Mit zitternder Hand kritzelte er einige Wörter auf einen Fetzen Zettel, den er vom Erpresserbrief abriss, packte das kleine Röllchen an die Taube und schickte sie los. Dann rannte er den anderen schnaufend hinterher.
So, wir nähern uns dem Ziel, Hermine hält es glaube ich auch nicht mehr lange aus... Reviews im alten und neuen Jahr immer herzlich willkommen... ;-) Wünsche euch einen guten Rutsch!!!!!! Liebe Grüße Ranita
