„Hi", begrüßte Ginny Hermine euphorisch und hängte ihren Mantel auf. Hermine erwiderte den Gruß ebenso freudig und führte sie ins Wohnzimmer von Malfoy Manor. Schon seit einiger Zeit wohnte Hermine bei Draco, sie überlegte sich schon ihr eigenes Haus zu verkaufen, beließ es aber dabei.
„Was steht heute an?", fragte Blaise eher nebenbei, denn Ginny setzte sich neben ihn und seine Aufmerksamkeit widmete sich ihr.
Heute war eine kleine Feier vorgesehen, wegen des Erfolges von den Teufelsfalken und die Anführer wollten sich wirklich einmal austoben. Ob jemand dabei zu Schaden kommen würde, war ungewiss. Man konnte aber erraten, wie der Abend ausgehen würde.
„Wir haben nichts Bestimmtes geplant. Eigentlich wollten wir feiern, dass unsere Organisation so gut läuft und auch die Anhänger häufen sich. Obwohl es vielleicht wenig sind in Gegensatz zu Voldemorts Armee, sind unsere dafür besser ausgebildet.", erläuterte Draco.
„Wie viele Anhänger um genau zu sein? Ich habe schon seit langem aufgehört mitzuzählen", fragte Ginny neugierig.
„Viele", antwortete Blaise knapp.
„Wirklich eine äußerst genaue Angabe, Blaise, wie kann man nur so aufmerksam sein und sich das alles merken? Außerdem war das so präzise erläutert, wirklich bewundernswert", flüsterte Hermine so ehrfurchtsvoll, dass es genau wie eine Beleidigung klang.
„Tja, man muss mit Nachnamen Zabini und mit Vornamen Blaise heißen und schon ist man so begabt wie ich", meinte Blaise Schulter zuckend.
„Ach, heißt das also, ich kann dann auch nicht bis drei zählen, wenn ich Blaise Zabini heiße?", kam es staunend von Draco.
„Kann sein, wenn du Glück hast, weißt du nicht mal, was Zahlen sind", meinte Blaise nur. Darauf brachen alle in Gelächter aus, aber nicht das Wahnsinnige, das sie bei jeder Folterei benutzten. Es war einfach befreiend und nicht erschreckend, was die Gefolterten empfanden. Nicht die zusätzliche Qual, die die Anführer damit den Opfern bereiteten, sondern ein freundliches Lachen.
„Ich habe tolle Ideen.", meldete sich Luna, nachdem sich alle erholt hatten und ihre Augen blitzten. „Ach ja, Ginny, wir haben ungefähr 75 Anhänger, nur damit du bescheid weißt"
Niemand wollte so richtig wissen was in Luna vorging, denn plötzlich schien sie eine unsichtbare Aura auszustrahlen. Ihr Lächeln war teuflisch und ihre Augen verrieten nichts Gutes.
„Ich denke, wir spielen Flaschendrehen.", sagte sie aufgeregt.
Bumm. Die anderen sind von ihren Sitzplätzen heruntergefallen, so sehr glaubten sie, dass Luna was Lebensgefährliches vorhatte. Oder wenigstens was Sinnvolles.
Als Ginny sich aufgerichtet hatte, lächelte sie verschmitzt und meinte: „Das war nicht ernst gemeint oder?"
Während die anderen an Lunas Geisteszustand zweifelten, zeichnete sich Verständnis in Hermines Gesicht. Nun nickte sie verstehend und lächelte auch aufgeregt.
„Wir könnten Flaschendrehen XXL spielen."
„Nicht du auch noch", stöhnte Draco theatralisch und warf seine Arme nach oben gen Himmel. Hermine ignorierte ihn gekonnt und setzte fort: „Ein Paar muss dann irgendwo allein einbrechen und der Ort bestimmt das Paar, das vorher dran war. Natürlich bin ich und Draco ein Paar und gleichzeitig Team."
Die anderen schienen nun auch Gefallen an der Idee zu haben, auch wenn nach einigem Zögern. Blaise holte eine Bierflasche und setzte sich auf den Boden. Sofort bildeten die sechs einen Kreis, die Paare waren offensichtlich.
Hermine und Draco waren als erstes dran und drehten die Flasche. Nach ein paar Drehungen stoppte die Flasche bei Ginny und Blaise.
„So, was für fiese Aufgaben machen wir?", brummte Draco anscheinend nachdenklich. Auch Hermine zog eine konzentrierte Miene und schlug schließlich vor: „Wir brauchen mehr Feuerwhiskey. Appariert zum besten Feuerwhiskeygeschäft den es gibt und holt uns sechs Flaschen."
Blaise' Miene verfiel. „Wegen sechs Feuerwhiskeyflaschen soll ich losziehen? Darf ich wenigstens Leute foltern?" „Nein", war die knappe Antwort. „Ach ja, ihr habt nur fünf Minuten dafür Zeit. Wenn ihr nicht kommt, dann seid ihr noch mal dran.", fügte Draco fies lächelnd hinzu.
„Na warte, das zahl ich euch heim", knurrte Ginny, stand aber auf und zog Blaise mit sich. Dieser grinste auf einmal überlegen und verkündete arrogant: „Komm Ginny, wir zeigen es ihnen. Und, das mit der Rache, lass noch was von ihnen übrig, wenn ich dran bin. Wie können sie es wagen, unser Talent in Frage zu stellen und lassen uns billige Feuerwhiskeys stehlen, das wir ihnen noch Leid tun"
Sie verschwanden ohne jegliche Vorbereitung und Verkleidung. Nach nur zweieinhalb Minuten kamen sie wieder und die anderen vier staunten nicht schlecht.
„Was war eure Technik?", fragte Neville misstrauisch. Blaise grinste und tadelte ihn: „Also wirklich, das muss du doch wissen. Ist doch ganz einfach. Wir haben uns vorher mit den ganzen Tarnflüchen eingedeckt und sind einfach schnell hereinspaziert. Flaschen in der Hand und wieder los. Die Stube war keine Herausforderung, nicht besonders geschützt. Wenn ihr nächstes mal Aufgaben stellt, dann denkt es lieber sorgfältig nach. Denn die Rache folgt darauf. Hier ist euer verflixter Feuerwhiskey. Ach Draco, Hermine, trinkt lieber nicht zu viel."
Während Blaise ihnen eine überflüssige Rede stellte, verhexte Ginny die Flasche heimlich und zu ihrem Glück bemerkte es niemand. Ein Kichern unterdrückend wartete sie ab, bis alle sich wieder hingesetzt haben und erwartungsvoll die Flasche ansahen. Mit einer schwungvollen Handbewegung von Blaise, drehte die Flasche rasend schnell bis sie langsamer wurde und anscheinend gemächlich das Opfer aussuchte. Wie aus Zufall blieb sie abrupt bei Hermine und Draco stehen, obwohl beide sich sicher waren, dass die Flasche vorhin sich noch gedreht hatte. Sie seufzten und warteten auf Ginnys und Blaise' Triumph. Diese lachten sich ins Fäustchen und sprudelten sofort mit der Aufgabe heraus.
„Ihr müsst auf Muggelart in einem der Schwerbewachtesten Museen einbrechen. Natürlich ist das Museum auch ein Muggelmuseum, sonst habt ihr keine Chance. Ihr habt soviel Zeit wie ihr braucht, da wir euch zuschauen mit einem Zauber, deshalb kann uns nicht langweilig werden. Besonders wie ihr euch abplagt ohne Magie.
Aber da wir nicht so fies sind, dürft ihr höchstens fünf Mal Magie benutzen. Die Tarnzauber zählen nicht, das ist selbstverständlich. Wir passen aber ganz genau auf wie oft ihr zaubert, sonst schlagen wir Alarm und ihr müsst zusehen wie ihr entkommt. Natürlich greifen wir ein wenn's dramatisch wird, aber ich denke so weit wird es nicht kommen. Gut, das war's und an die Arbeit! Zieht nicht so lange Gesichter, daran seid ihr selber schuld. Ach ja, bevor ich das vergesse: Das Objekt unserer Begierde ist eine goldene Maske, dass sich in New York Baker Place befindet und in einem Tresorpanzer eingesperrt ist. Die Maske ist so kostbar, weil sie aus purem Gold und anscheinend Antik ist. Wie das nach Amerika gekommen ist, weiß niemand. Aber auf jeden Fall sehr kostbar und einmalig und schwer bewacht. Los geht's."
Mürrisch holten Hermine und Draco ihre Verkleidungen, da es nun nicht mehr zum Spaßen war. Sie hatten sich den Abend gemütlich vorgestellt. Zwar machte ihnen das Einbrechen Spaß, aber nur wenn es aus eigenem Willen war.
Luna half ihnen vorzubereiten, aber sie durfte ihnen keine Details erzählen. Die Fallen mussten sie selber erkennen. Das konnte heiter werden. Derweil machte es sich Ginny, Blaise und Neville auf den Sofas gemütlich und sprachen eine so genannte „Kamera-Zauber" auf sich und den beiden Opfer aus. Somit konnten sie sie beobachten aus einer anderen Sicht. Wie als ob eine Kamera ihnen folgen und aus der besten Sicht mitfilmen würde.
Fertig angezogen und verkleidet standen Hermine und Draco da. Zwar gefiel ihnen der Gedanke ohne Magie einzubrechen nicht, doch wollten sie unbedingt diese Erfahrung haben. Ihre miesen Launen waren schon längst verflogen, Konzentration baute sich auf. Sie holten tief Luft und apparierten. Sofort standen sie vor dem Gebäude, wo sich die Beute befand. Aber das Museum war relativ klein im Gegensatz zu den anderen Museen, wahrscheinlich befanden sich dafür mehr bedeutenswerte Antiquitäten.
Draco dachte angestrengt nach wie sie eindringen konnten ohne Alarm zu schlagen. Sein Blick fiel auf den Luftschacht, der oben auf dem Museumsdach seinen Platz hatte. Er war noch nie in ein Gebäude durch Luftschacht hereingekommen, aber wahrscheinlich war das hier die einzige Möglichkeit. Er hatte nie an dem Klischee geglaubt, dass man dadurch eindringen konnte und verzog sein Gesicht.
„Komm", flüsterte er zu Hermine und zog sie mit sich. Vor dem Gebäude nahm er einen Strick aus seinem Rucksack heraus, was unüblich war. Sie hätten hochfliegen können. Aber das war nun mal nicht erlaubt. Draco holte viel Schwung und schwang das Seil mit einem Haken hoch, das sich irgendwo oben einhakte. Aber das war kein normaler Haken, es fuhren aus seinen Krallen kleine Bohrer heraus und diese bohrten sich in den Boden. Somit war es sicher und fest.
Draco zog sicherheitshalber daran und ließ danach Hermine als erstes hochklettern. Nach kurzer Zeit war sie oben und winkte Draco hoch. Dieser zog sich flink hoch ohne dass er seine Beine benutzte, seine Arme waren stark genug. Oben angekommen rollte er das Seil wieder zusammen und steckte es in seinem kleinen Rucksack, dessen Innenraum zuvor vergrößert wurde.
Nun standen Hermine und Draco unschlüssig vor dem Luftschacht, aber Hermine fand zuerst eine Idee und nahm einen Laserstift heraus. Geschickt und lautlos schnitt sie ein Quadrat in den Luftschacht und mit einer kleinen Vakuumpumpe saugte sie das lose Teil fest, um zu vermeiden, dass dies nach innen fiel und einen Alarm auslöste. Denn es war wahrscheinlich auch ein Alarm eingebaut worden, der losläuten würde, wenn eine bestimmte Lautstärke überschritten würde.
Nun konnte man in den Luftschacht steigen, was Draco und Hermine auch taten. Erst verlief die Strecke geradeaus und nichts passierte. Aber nach einer Weile des Krabbelns ging es abwärts, was Hermine gerade noch bemerkte, bevor sie abstürzen konnte. Beide stellten sich auf die Situation um und zogen ihre Spezialhandschuhe an, die das Rutschen auf glattes Eisen verlangsamten. Somit konnten sie sich runterschleifen lassen, ohne in die Tiefe zu stürzen. Das war auch eine Frage der Kraft. Diesmal ging Draco zuerst bzw. schliff er zuerst den Luftschacht herunter. Beide Hände gegen die Innenwand vom Luftschacht gestützt rutschte gemächlich herunter, bis er Boden unter seinen Füßen spürte. Von oben kam Hermine angerutscht und er bedeutete ihr zu stoppen. Mit dem Laserstift schnitt er wieder ein großes Rechteck ein und stieg vorsichtig hinaus. Sein Blick flog schnell rechnenden durch den Raum, kleines, aber feines Zimmer. Auf einer Tür stand „Golden Death"
Da musste die Beute drin sein. Aber wieso hieß die Maske Golden Death? Es interessierte Draco wenig, da Hermine auch schon aus dem Luftschacht kam. Gemeinsam schritten sie zur Tür und beide ließen ihre Magie fließen. Sie spürten keine Verzerrungen in ihren Auras, also war die Tür nur verschlossen. Draco holte nun einfache Diebswerkzeuge heraus. Einen Dietrich und andere wichtige Instrumente. Zuerst steckte er den Dietrich in das Schlüsselloch und tastete vorsichtig damit ab, jedes Mal so lang bis er einen leisen Knack hörte und nahm schließlich ein anderes Werkzeug, dessen Name er nicht kannte und steckte ihn in das Schlüsselloch. Dabei ließ er den Dietrich drinnen stecken, während er am anderen Teil drehte bis die Tür sich öffnete. Draco steckte die Instrumente wieder ein und öffnete die Tür vollends.
Anscheinend war das wirklich schwer bewacht, denn der Tresor war ganz am Ende des langen Gangs. Hermine und Draco spürten die Veränderungen und Verzerrungen von den ganzen Laserstrahlen und Infrarotstrahlen. Langsam gingen sie einen Meter bis sie stehen blieben. Sie konnten nichts sehen, wussten aber, dass sich die Laserstrahlen kurz vor ihnen befand. Draco angelte sich die speziellen Brillen, mit denen man die Strahlen sehen konnte.
Die Laserstrahlen, die sich kreuz und quer erstreckten, waren kein einfaches Hindernis ohne Magie. Nur zwei Meter weiter entfernt befand sich der Schalter.
Lange standen beide ideenlos davor, schließlich fasste Hermine einen Entschluss. Jetzt oder nie. Sie legte ihre Tasche und Robe ab und trat vor, bevor Draco sie davon abhalten konnte. Er wusste nicht mal was sie vorhatte. Hermine schien jedoch zu wissen, was sie tat und nahm tief Luft. Sie schloss ihre Augen und sah die verblassende Strahlen, die eng aneinander lagen, aber doch überwindbar waren. Sie fand eine Lücke und noch eine, eine nach der anderen und konzentrierte sich. Sie öffnete ihre Augen und sprang plötzlich wie ein Schwimmer ins Schwimmbecken, bloß dass sie sich sofort wieder auf dem Boden abrollte und sich mit noch einem Sprung plötzlich wieder hochriss. Sie schien zu wissen, wo sie ihre Körperteile exakt platzieren musste und machte unglaubliche Sprünge einem nach den anderen. Mal fing sie sich mit der Hand, mal mit einem Fuß auf und stieß sich ab um weiter zu turnen. Mit Überschlägen und Rollen wand sie sich geschickt im Strahlenlabyrinth.
Hermine wusste genau, wie sie ihre Körperteile zurechtbiegen musste um da durch zu kommen, nach wenigen Sekunden erreichte sie ihr Ziel und mit einem letzten kräftigen Sprung ließ sie das Labyrinth von Strahlen hinter sich. Geschickt rollte sie sich ab um sich nicht zu verletzen und stand dann leicht keuchend auf. Mit einer schnellen Bewegung griff sie nach dem Schalter und die Laserstrahlen wurden deaktiviert und verblassten.
Zwei Meter weiter stand Draco immer noch erstarrt da und konnte sich nicht rühren. Hermine schritt wieder zu ihm und zog ihn zu einer Umarmung, bis er wieder sich rühren konnte. „Unglaublich, Schatz.", murmelte er fassungslos. Als er darüber hinweg kam, glühte er fast vor Stolz so eine Frau zu haben. Ja, ich habe Geschmack, dachte Draco schmunzelnd.
Wieder erholt gingen sie langsam weiter bis sie schon wieder stehen blieben. „Infrarotstrahlen", fluchte Draco leise. „Wir müssen Magie benutzen"
Hermine nickte und legte einen manipulierenden Zauber. Beide gingen weiter, bis sie eine Vitrine sahen. Drinnen war eine goldene Krone und mit Diamanten, Rubine und Smaragde bestückt. Draco wollte sofort das Glas heben und die Krone holen, als Hermine seine Hand festhielt.
„Drucksensor", flüsterte sie warnend. Sie spürte eine Welle von Verzerrungen, dessen Quelle, von der Krone ausgesehen, sich anscheinend links oben in der Ecke befand. Die Drucksensoren waren ganz pfiffig, denn wenn sie spürten, dass der bestimmte Druck nicht mehr auf ihnen lag, schlugen sie Alarm.
Hermine nahm einen kleinen, sehr dünnen Dolch heraus und ließ ihn unter das Glas gleiten. Bei der besagten Ecke drückte Hermine leicht zu und bedeutete Draco, die Glasvitrine zu heben. Dieser hob zögerlich den Glaskasten und als nichts geschah, atmeten beide erleichtert auf. Draco nahm die Krone und setzte die Vitrine wieder vorsichtig hin. Im richtigen Moment zog Hermine ihren Dolch wieder weg. Draco packte die Krone ein und sie schlichen vorsichtig weiter, als sei nichts geschehen.
Die „Parcourstrecke" war fast überwunden, noch stand der Tresor unversehrt da. Hermine und Draco schritten triumphierend auf den Safe zu und der Triumph hätte ihnen zum Verhängnis werden können. Noch rechtzeitig bemerkte Draco die Veränderung und hielt Hermine fest, bevor sie einen weiteren Schritt gehen konnte.
„Die gleiche Falle. Drucksensoren. Die Leute werden aber auch immer einfallsloser wenn's um Fallen und Sicherungen geht.", murmelte Draco. Anscheinend schien die ganze Fläche vor ihnen bis zum Tresor mit Drucksensoren ausgestattet zu sein, so stark konnte man die Verzerrungen nun fühlen, wenn man konzentriert war.
„Wir müssen schon wieder Magie benutzen. Sonst bleiben wir hier für immer und ewig.", flüsterte Hermine. Vorsichtig schwebten sie vor bis zum Tresor und blieben zwei Zentimeter über den Boden. Anscheinend war der Tresor mit der Neuzeit angepasst worden. Ein komplizierter Minicomputer, ausgestattet mit einer Tastatur von Buchstaben und Zahlen, einem handgroßen Touchscreen und Scanner, prangte auf der Tresortür und schien sehr stabil zu sein.
Draco ließ sich nicht abschrecken und nahm seinen Computermanipulator heraus. Ohne weitere Umschweife steckte er es genau auf den Touchscreen drauf. Er stellte seine geniale Erfindung noch ein und man konnte spüren, wie unnormale Stromwellen das System des Tresors manipulierten und die Verbindungen brachen. Man konnte hören, wie es leise blitzte und zuckte. Schließlich zischte es und Rauch stieg vom Schalter hoch.
Draco nahm schnell seine Erfindung an sich, bevor die Tresortür aufsprang. Man konnte deutlich sehen, dass es unsinnig gewesen wäre die Tür gewaltsam aufzubrechen oder zu durchbohren. Die Tresorwände waren mindestens zehn Zentimeter dick und mit verschiedenen Metallschichten versehen, jede Schicht robuster als die andere.
Aber was die volle Aufmerksamkeit der beiden Diebe auf sich zog, war die schillernde Maske im Tresor. Das Gold warf einen unglaublichen Glanz und obwohl es im Raum wenig Licht gab, strahlte die Maske. Die Wände schimmerten golden und sogar Hermine und Draco waren in Gold eingehüllt. Doch beiden fiel der Auftrag ein und sie steckten die Maske ein und verschwanden. Zurück zum Luftschacht, durch den Luftschacht raus und vom Gebäude runter, durften sie endlich wieder zaubern. Sie apparierten direkt nach Malfoy Manor, wo alles still war.
„Sind die alle weg oder was?", wunderte sich Draco. Hermine zuckte ahnungslos die Schultern und sah sich suchend um.
„Nein, wir sind nicht weg sondern hier zum Feiern! Das war eine Superaktion, Leute, besonders du Hermine! Du machst den Stars in den Filmen echt Konkurrenz. Los, lasst das Whiskey fließen und ihr packt die Maske und die Krone aus!", rief eine feierliche Stimme.
Nun auch stolz von dieser Situation schlenderten beide Erfolgsverbrecher (cooles Wort) in das Wohnzimmer, wo Whiskeys in großen Mengen auf sie warteten. Sie nahmen Platz und ließen nicht länger die Schätze in den Rucksäcken liegen, packten sie aus, worauf sie bestaunt wurden. Das Spiel vergaßen alle vollkommen, stattdessen wurden die Schätze genauer unter die Lupe genommen.
„Ich nehme an, diese Maske hatte man Toten aufgesetzt, natürlich nur bedeutungsvolle Menschen, während ein Todesritual geführt wurde. Danach nahm man ihnen die Maske ab und man konnte die Toten begraben.", mutmaßte Luna. Es wurden verschiedene Vermutungen abgegeben, alle schienen mehr oder weniger Sinn zu ergeben und sie rätselten weiter.
„Leute, es bringt nichts mehr. Mein Gehirn ist so vernebelt, ich kann euch nicht mal mehr richtig sehen. Wir alle sind müde, lasst uns schlafen gehen und morgen weiterdenken.", gähnte Draco schläfrig.
Die anderen bemerkten erst jetzt, dass sie nicht mehr richtig denken konnten und stimmten zu. Jeder ging in sein eigenes Gästezimmer und fiel sofort ins Land der Träume. Somit auch wieder in den Unterricht der Verbrechermagie. Die Vertrauten hatten sich heute bei der Party nicht eingemischt, denn sie mussten Berichte über die Lage der Auserwählten liefern. Schließlich kamen sie rechtzeitig zurück, um die Lehrlinge zu unterrichten.
