Prompt: Häuslich
A/N: Danke für das Bunny, Dunder :D
Spoiler: 2. Staffel – nach 2.12
Nick lugte über das Geländer nach unten.
Wann würde Monroe endlich verschwinden? Er hatte ihm doch gesagt, er habe heute abend etwas vor und sei deshalb nicht erreichbar. Und Nick kam das sehr gelegen – wenn sein Freund und Vermieter denn endlich einmal gehen würde …
Eigentlich, so kam es Nick in den Sinn, eigentlich war es so gar nicht er, was er gedachte zu tun. Aber … verdammt! Soetwas fand höchstens zweimal im Jahr statt – wenn überhaupt! - und … irgendwie hatte Juliette ihn mit diesem Virus infiziert.
Sein Herz schmerzte, als er an seine große Liebe dachte. Juliette, die jetzt vermutlich in den Armen seines Chefs lag und … Nein, nicht weiterdenken!
Im Erdgeschoß tat sich etwas und Nick duckte sich sich in die Nische, so daß Monroe ihn nicht gleich sehen konnte, sollte er die Stufen hochkommen in den ersten Stock.
Verdammt, wann gedachte Monroe eigentlich, das Haus zu verlassen?
Nick verzog unwillig die Lippen, runzelte dann die Stirn, sich noch einmal ins Gedächtnis rufend, was er besorgt hatte: einen Six-Pack, Mikrowellen-Popcorn und zum Einstieg in das Ganze gedachte er, seinen Abend mit einer Pizza zu eröffnen, die er bestellen würde in genau der Sekunde, in der Monroe das Haus verließ.
Nick lief bereits das Wasser im Mund zusammen bei der Vorstellung an die warme Pizza, den geschmolzenen Käse (natürlich würde er zur Feier des Tages extra viel Käse bestellen!) und …
„Nick?" rief Monroe die Treppe hinauf.
War es jetzt soweit? Nick hoffte es, während er sich langsam aufrichtete. „Ja?" antwortete er.
„Sagtest du nicht, du hättest zu tun heute abend?" fuhr sein Wesen-Freund fort.
„Hattest du nicht eine Verabredung?" schoß Nick zurück.
Sollte er die Treppe hinuntersteigen?
Nick warf einen Blick auf die Papiertüte mit seiner Verpflegung, sah dann an sich selbst herunter und entschied sich, doch nachzusehen. Monroe hatte ihn mittlerweile wesentlich ungepflegter herumlaufen sehen als strumpfsockig.
„Ähm, ja", kam die Antwort. „Darum frage ich ja. Wegen des Schlüssels und so ..."
Nick runzelte die Stirn.
Was sollte das denn jetzt heißen? Er hatte doch einen Schlüssel für die Haustür. Monroe und er waren einen Tag nach seinem Einzug extra ins Einkaufszentrum gefahren, um einen nachmachen zu lassen.
Also doch runter …
Nick lief die Stufen auf Socken hinunter, nahm dann die zweite Treppe ins Erdgeschoß und lugte mit langem Hals ins Wohnzimmer.
Monroe war wie üblich gekleidet, also keine Verabredung mit Rosalee (verdammt!). Überhaupt … er wirkte nicht wirklich, als wolle er irgendwohin gehen.
Nick runzelte wieder die Stirn.
Okay, er hatte gehofft, den großen Flachbildfernseher in Beschlag nehmen zu dürfen solange Monroe unterwegs war. Jetzt allerdings …
„Haben sich deine Pläne geändert?" fragte der Grimm endlich.
Monroe richtete sich auf. „Nö ..." machte er und begutachtete seinen Freund skeptisch. „Deine?"
Nick schüttelte den Kopf. „Auch nicht", antwortete er. Seine Hoffnung stieg.
Vermutlich wollte Monroe sich mit seiner Selbsthilfegruppe treffen. Würde sein legeres Outfit erklären …
„Tja … dann ..." Monroe klatschte in die Hände und grinste nervös. „Ich wünsche dir viel Spaß heute abend."
Nick nickte. „Ich dir auch. Danke", antwortete er.
Warum zog Monroe sich nicht endlich seine Jacke über und ging?
„Ähm … bist du sicher, daß du so aus dem Haus willst?" fragte der Blutbad und wies auf Nicks bestrumpfsockte Füße.
Der sah an sich herunter. „Och … weißt du ..."
Jetzt war guter Rat teuer. Und eine verstohlener Blick auf die Kollektion an Uhren, die Monroe allein an der Wand über seinem Flachbildfernseher hängen hatte, sagte Nick, daß er sich allmählich sputen wollte, wollte er nicht den Anfang verpassen.
Monroe wechselte das Standbein. „Ähm … wie geht's Hank? Wolltest du zu ihm?"
„Hank ist immer noch im Krankenhaus – und das weißt du auch", antwortete Nick, jetzt ein kleines bißchen mißgestimmt.
„Oh ja. Glatt vergessen", wieder wurde das Standbein gewechselt. „Ähm, wann wolltest du also los?"
Gar nicht?
Nick zuckte mit den Schultern. „Und du?" gab er die Frage zurück.
Monroe öffnete und schloß den Mund, sprang wieder auf das andere Bein.
„Geht's dir gut?" fragte Nick seinen Freund.
Monroes Augen schienen an den Uhren zu kleben. „Doch, ja ..."
Das war's wohl zum Thema Flachbildfernseher und HD, seufzte Nick innerlich, als Monroe noch immer keine Anstalten machte, sich in irgendeine Richtung zu bewegen. Immerhin hatte er ja noch den kleinen Fernseher auf dem Dachboden …
„Okay, dann also?" Nick klatschte in die Hände. „Wünsch dir viel Spaß, sollten wir uns nicht mehr sehen." Rückwärts ging er zurück Richtung Treppe.
„Ähm, wann, sagtest du, gehst du?" wiederholte Monroe seine Frage.
„Später", wich Nick aus. „Und du?"
Monroe nickte. „Später."
Soviel zur Pizza, es sei denn, er wollte mit Magenschmerzen und der Aussicht auf Alpträume ins Bett gehen.
Nick verbarg seine Enttäuschung so gut er konnte und drehte sich zur Treppe.
„Oh, macht dir doch nichts aus. Ich … äh … ich wollte kurz die Nachrichten checken", wandte Monroe sich an ihn, plötzlich die Fernbedienung für den begehrten Flachbildfernseher in der Hand.
„Ist dein Haus", zuckte Nick wieder mit den Schultern, sich bereits auf den kleinen Bildschirm gedanklich einstellend.
Schade …
Er stieg die Stufen wieder hinauf, als er plötzlich stutzte. Die Melodie kannte er doch!
Er machte auf dem Absatz kehrt und schlich die Stufen wieder hinunter. Mit großen Augen starrte er auf den Bildschirm, über den die ersten Bilder der dritten Staffel von „The Borgias" flimmerten. Nick klappte das Kinn herunter.
„Was … was tust du da?" fragte er schließlich, nachdem er sich wieder gefaßt hatte.
Monroe, der es sich offensichtlich gerade auf dem Sofa bequem gemacht hatte, zuckte zusammen und ließ die verräterische Papiertüte fallen, eine mit einer sehr auffallenden Ähnlichkeit zu der, die Nick auf seinem Dachboden hortete.
„Ich … äh ..." Monroe errötete bis unter die Haarspitzen. „Ist so eine Art Steckenpferd", murmelte er dann verlegen.
Nick aber hörte schon nicht mehr zu. Gebannt starrte er auf den großen Bildschirm und hörte zu, wie Jeremy Irons als Papst Alexander mit Francois Arnaud, der den Cesare mimte, sprach und die nächsten Pläne schmiedete, um die Familie an der Macht zu halten.
„Sag nicht, du magst die Serie?" fragte Monroe fassungslos.
„Ich liebe sie!" korrigierte Nick und ließ sich auf dem Sofa nieder.
„Ich auch ..." gab ein kleinlauter Monroe zu und Nick begann zu strahlen.
Hörte sich an, als bekäme er seinen gemütlichen Abend doch noch!
