Was bisher in LTC geschah:
Blaine studiert in Harvard (13 Std. entfernt von Kurt) & beide haben Probleme mit der Fernbeziehung.
Derek, Kurts Arbeitskollege (der auf ihn steht) versucht Blaine dazu zu bringen sich von Kurt zu trennen, indem er Blaine bei seinem Besuch vorhält, dass er Kurt für Harvard allein gelassen und Vaterprobleme hat.
Kurt, der Derek nicht vollständig durchschaut hat, hält ihn für harmlos und ignoriert Blaines Bitte das Gespräch zu beenden und zu gehen, woraufhin Blaine abhaut.
Im letzten Teil hat Kurt Blaine von all den angestauten Dingen erzählt, wegen denen er mit der Fernbeziehung nicht mehr klar kommt.
Kapitel 10 (Teil 3 von 4)
„Wenn es etwas schlimmeres gibt als von langweiligen Verhandlungen zu lesen, ist es Lesen von noch langweiligeren Fehlversuchen.", beschwerte Blaine sich zwei Tage später als Kurt in die Küche kam.
„Wir haben Post.", seufzte Kurt und hielt einen Umschlag hoch.
„We just got a letter, we just got a letter, we just got a-." Blaine brach ab als Kurt nicht einmal lächelte. „Komm schon, das war lustig. Die Situation hat einfach gepasst."
Kurt rollte mit den Augen, aber erzwang zumindest ein Lächeln… aber es war nur ein kleiner Unterschied zwischen einem Lächeln und einer Grimasse zu der es wurde als Blaine die Karte herauszog.
„Einladung zu Finn und Rachels Hochzeit.", sagte Blaine. „Hey, wusstest du, dass letztes Wochenende einer der Warbler geheiratet hat? Er war im ersten Jahr als du dort warst. Der Rothaarige?"
Kurt machte ein Geräusch, aber sprach nicht.
„Ist das Tag der Arbeit Wochenende nicht ein komischer Zeitpunkt für eine Hochzeit?", fragte Blaine verwirrt. „Und ist es wirklich in New York?"
„Rachel hofft, fass die Leute zu ihrer Hochzeit anreisen werden, wenn sie auf ein langes Wochenende fällt.", seufzte Kurt. „Wenn es so weitergeht wird Mercedes vor mir heiraten und sie hat ihre Beziehung praktisch online begonnen."
„Erstens, ist das mehr als ein wenig beleidigend. Zweitens, kann ich dir versichern, dass David nicht einmal an einen Antrag denkt.", antwortete Blaine.
„Warum denkt er nicht einmal an einen Antrag?", fragte Kurt verteidigend.
„Ich weiß keine Details, aber es klingt als ob sie beginnen sich auf die Nerven zu gehen. Ich frage sie nicht nach ihnen und er fragt mich nicht über uns."
Kurt runzelte seine Stirn.
„Hey, was ist los?", fragte Blaine.
„Nichts. Nichts ist los.", seufzte Kurt.
„Kurt, komm schon. Wir haben gesagt, dass wir über alles reden würden damit sich nichts hinein frisst."
„Rachel heiratet.", sagte Kurt. „Rachel und Finn heiraten. Rachel trägt noch immer Katzenpullover und Finn kann keine Mikrowelle benutzen und sie heiraten."
Blaine lachte ein wenig. „Es ist ziemlich lustig."
„Es ist nicht lustig. Es ist armselig, dass sie heiraten und ich…"
Blaines Lächeln verschwand.
„Ich kann das jetzt nicht." Kurt stand auf, schob seinen Stuhl ran und stürmte nach oben.
Blaine stand auf und folgte ihm in sein Zimmer. „Kurt, ich wollte dich nicht mit dem Lachen aufregen."
„Du verstehst es nicht. Du verstehst es wirklich nicht.", sagte Kurt von seinem Schreibtisch und legte sein Handy deutlich härter ab als es nötig gewesen wäre.
„Was? Was verstehe ich nicht?", fragte Blaine.
„Ich weiß nicht warum wir uns überhaupt bemühen! Du traust dich nicht einmal einen Antrag zu machen!"
Blaine trat zurück als hätte man ihm in den Bauch geschlagen. „Was?"
„Es sind fünf Jahre!", schrie Kurt. „Es sind fünf Jahre und wir sind so eine schlechte Entschuldigung für ein Pärchen!"
„Was?", fragte Blaine als ihn ein Schauer durchlief.
„Wir reden nie. Wir sehen einander nie. Wenn wir es tun, streiten wir. Es reicht mir mich immer so zu fühlen und nichts dafür zurück zu bekommen."
„N-Nichts dafür zurück zu bekommen?" Blaines Stimme hob sich „Entschuldigung?"
„Ich kann nicht."
„Du kannst was nicht Kurt?"
„Ich kann das nicht mehr! Ich kann das nicht den Rest meines Lebens jeden Tag tun! Auf dich warten, mich jede einzelne Nacht in den Schlaf weinen, mich dafür hassen wie ich empfinde und für was ich denke!", schrie Kurt.
„Du kannst es nicht mehr tun? Was ist `es´?", fragte Blaine, Tränen brannten in seinen Augen.
„Wir! Du kannst dich nicht einmal an mich binden und ich sitze hier und tue mir das an? Ich bin so ein Idiot!"
„Nein!", weinte Blaine, beugte sich hinunter und fischte etwas aus seiner Tasche. „Ich kann mich nicht binden, Kurt? Ich kann mich nicht binden?"
„Nein!"
„WARUM NEHME ICH MIR DANN EINEN WEITEREN KREDIT FÜR EINEN VERLOBUNGSRING, WENN DU NICHT EINMAL MIT MIR ZUSAMMEN SEIN KANNST BIS ICH MEIN JUSSTUDIUM ABSCHLIEßE?", schrie Blaine und schmiss eine blaue Schachtel in Kurts Richtung. „ABER ICH KANN MICH NICHT BINDEN!"
Kurt starrte ihn mit offen hängendem Mund an.
„Nichts zurückbekommen?", fragte Blaine und seine Stimme brach. „Ich weiß nicht was ich dir sonst noch hätte geben können-"
„Blaine, wir funktionieren nicht."
„Toll." Blaine machte ein Geräusch zwischen Lachen und Schluchzen und wählte auf seinem Handy. Er sagte Kurts Adresse und hing dann auf. „Mach dir keine Sorgen mehr darüber, dass wir nicht funktionieren. Du musst nicht mehr darüber weinen, dass du mich nicht mehr siehst, Kurt, weil ich dich nie wieder sehen werde!"
„Das ist nicht nur meine Schuld!", schrie Kurt.
„Oh? T-Trenne ich mich etwa von d-dir?", verlangte Blaine. „Ich kann nicht glau-glauben, dass…"
Kurt drehte sich herum, so dass er die Wand ansah.
Blaine schmiss seine Sachen in seine Tasche und betete nicht weinen zu müssen. Nicht bis er von Kurt weg war. Er musste weg von Kurt.
Wie sollte er sich bewegen, wenn sein Leben zusammenbrach?
„Du kannst mir nicht sagen, dass du nicht daran gedacht hast!"
„Nein, denn manche von uns suchen nicht immer nach einem Ausweg, wenn es mal nicht so leicht ist!", meinte Blaine. „Wenn du die Hälfte der Zeit, die du damit verbringst zu wünschen, dass alles perfekt wäre, damit verbringen würdest zu erkennen was wir haben, könntest du v-vielleicht deinen K-Kopf aus den W-Wolken ziehen und be-bemerken, dass du etwas Gutes hattest!"
„Vielleicht war es letztes Jahr gut, aber Blaine… nichts an diesem Jahr war gut. Ich habe das Gefühl nicht einmal atmen zu können, ich kann nicht schlafen, ich bin immer aufgewühlt.", sagte Kurt und kämpfte nicht zu weinen. „Ich liebe dich, ich tue es."
„Wenn du mich auch nur ansatzweise so sehr lieben würdest wie ich dich liebe, Kurt, w-würdest d-du das nicht t-tun.", sagte Blaine mit zitternder Lippe. Du liebst mich nicht. Der einzige Mensch, den du liebst, bist du selbst."
„Das ist nicht wahr, Blaine."
Blaine drehte sich um und eilte aus Kurts Schlafzimmer und dem Haus.
„Warte!", schrie Kurt und stolperte die Treppe hinunter. „Blaine, warte!"
Er hörte ein Auto und sein Magen fühlte sich an als würde er ihm in die Hose rutschen.
Nein, nein, nein, nein.
Er schmiss die Tür auf, rannte auf die Terrasse und sah sich nach Blaine um. Er war weg.
Kurt rutschte auf eine Stufe herunter und holte mehrfach tief Luft.
Was hatte er getan?
Hatte er sich wirklich gerade von Blaine getrennt?
Warum musste in letzter Zeit alles schief gehen?
…
Blaine interessierte es nicht, dass er erbärmlich aussah, kaum etwas sehen konnte und sein Gesicht voller Tränen war. Er hatte gedacht, dass die halbstündige Fahrt zum Flughafen ihm helfen würde sich zu fühlen als wäre alles okay, aber anstatt dessen hatte sie den gegensätzlichen Effekt. Anstatt dessen wollte er in ein Loch krabbeln und sterben.
„Ich b-brauche ein Ticket nach Boston.", schniefte er nachdem er fünfzehn Minuten angestanden hatte, zog seine Kreditkarte hervor und dachte daran, dass er Alex anrufen würde um ihm zu erklären warum er die Notfall Kreditkarte benutzte.
„Der nächste Flug geht in acht Stunden.", sagte die Frau hinter der Theke und das fröhliche Lächeln verließ ihr Gesicht nicht obwohl Blaine aussah (und sich fühlte) als ob es das Ende der Welt wäre.
„Gut." Blaine schob die Karte vor, rieb seine Augen und holte tief Luft. Wenn er es an den Schalter schaffen konnte, sein Ticket holen konnte, etwas zu Essen finden konnte…
Als ob er im Moment etwas essen könnte.
Es war schwer zu atmen, aber er konnte nicht in der Mitte des Flughafens vor Hunderten Fremden zusammen brechen. Er war nicht so erbärmlich. Allerdings war er es vielleicht doch, dachte er. Er war sich nicht sicher was er noch wusste außer der Tatsache, dass anscheinend die letzten sechs Jahre seines Lebens eine verdammte Lüge gewesen waren.
Was tat er? Warum war er am Flughafen? In ein für noch weitere drei Tage leeres Haus in Boston gehen? Das klang nach Katastrophe.
„Ist die Summe okay?", fragte die Frau und sah mittlerweile etwas genervt aus.
„Uh… vergessen sie es.", schniefte Blaine und nahm seinen Ausweis und seine Kreditkarte zurück bevor zur Seite trat.
„Das können sie nicht einfach tun!", rief sie ihm hinterher.
Er ging einen Flur hinunter, stellte sein Zeug auf den Boden und zog sein Handy hervor.
Wes.
Er musste Wes anrufen.
David würde es wahrscheinlich besser händeln, aber er konnte jetzt kein `Ich habe es ja gesagt´ gebrauchen. Nicht jetzt, nicht wenn… wenn Kurt…
Er konnte nicht darüber nachdenken.
Sein Akku war fast leer.
Er wollte ihn letzte Nacht laden, aber dann hatten er und Kurt Melody fürs Bett fertig gemacht und…
Melody.
Er hatte sich nicht einmal verabschiedet.
Kurt und er waren die einzigen zu Hause gewesen, aber hätte er nicht einen Brief da lassen sollen? Irgendwas?
Mit was geschrieben? `Du warst wie meine kleine Schwester. Entschuldige, dass du mich nie wieder sehen wirst. Ich liebe dich´?
Und Carole. Er stand ihr so nahe. Vielleicht zu nahe dafür, dass er nur der feste Freund ihres Stiefsohnes gewesen war, aber er liebte Carole und Burt auch.
Sie waren wie seine Familie.
Er fühlte sich als hätte er gerade seine Familie verloren.
Nein. Er konnte nicht daran denken. Er brauchte nur Wes.
„Hallo?", sagte Wes nach fünf Klingeln.
„W-W-Wes, i-ichflughafenbitteholen.", sagte Blaine und begann zu schluchzen. Er war wirklich erbärmlich.
„Blaine, Blaine, beruhige dich, ich kann dich nicht verstehen. Blaine…", sagte Wes laut über Blaines Schluchzen und nach Luft schnappen. „Blaine, was ist los?"
Blaine holte tief Luft und versuchte sich genug zu beruhigen, dass Wes ihn verstehen konnte. „E-E-Er – W-Wir – I-Ich bin am F-Flughafen u-und-."
„Aber du warst mit Kurt in Lima. Was ist los?"
„K-K-Kannst du k-kommen und m-mich abholen? W-Wes, ich b-brauche… Ich… oh mein Gott." Blaine brach in noch mehr Tränen aus und war nicht mehr in der Lage zu sprechen.
„Blaine, bist du am Lima Flughafen? Hast du gesagt, dass du am Flughafen bist?", fragte Wes laut.
Blaine konnte im Hintergrund Leute Fragen stellen hören. Natürlich. Wes war nicht besonders leise und Wes war bei seiner Familie. Alle außer ihm verbrachten ihre Ferien mit der Familie und Blaine war hier, Single, alleine und am Flughafen. Das war noch etwas was er sich ruiniert hatte.
„Warum bist du am Flughafen? Was ist los? Bist du in Ordnung?", fragte Wes total verwirrt.
„Ich habe mir f-fast ein T-Ticket nach Boston gekauft.", würgte Blaine hervor. Seine Worte waren wieder kaum verständlich. Wie lange noch bis er gar nicht mehr sprechen konnte?
„Gehst du nach Hause? Möchtest du nicht, dass ich dich abhole? Ich bin wirklich verwirrt, Blaine…"
„S-Schick mich nicht nach H-Hause. I-Ich will nicht alleine s-sein, W-Wes." Blaines Stimme erreichte ein neues Level der Hysterie. „E-Es ist niemand dort. I w-will nicht a-alleine sein, Wes. Bitte."
„Okay, okay, ich zwinge dich nicht nach Hause zu gehen.", sagte Wes schnell und schlug die Hand seiner Mutter weg. „Ich werde David anrufen und wir werden dich beide abholen kommen."
„Nein!", schrie Blaine. „N-Nicht David, bitte, n-nur du!"
„Warum nicht David?"
„E-E-er wird… wütend sein… b-bitte, Wes, nur du. Deswegen habe ich d-dich angerufen.", flehte Blaine. „Bitte, bitte, ich kann nicht, ich kann nicht."
„Ich muss Blaine holen. Irgendwas ist passiert. Ich brauche dein Handy.", sagte Wes mit gedämpfter Stimme. „Halte meins. Sag nichts. Wenn er redet, gib es mir einfach zurück."
Sein Mutter nickte und tauschte die Handys mit Wes.
Wes wurde von einigen (oder vielen) als nicht gerade klug wahr genommen, aber er kannte Blaine. Und er wusste, dass er sie beide, David und Wes, brauchen würde, wenn etwas so schlimmes passiert war, dass Blaine ihn weinend anrief. Außerdem wollte er nicht erleben was passierte, wenn David nicht sofort informiert wurde, aber das war eine andere Geschichte. Aber am wichtigsten war, dass Blaine, wenn er Wes brauchte, auch David brauchte. Sie machten alles zusammen, als Team. Und wenn Wes Verdacht richtig war, wenn Kurt und Blaine sich getrennt hatten, konnte Wes damit auf keinen Fall alleine klar kommen.
„David – ja, ich weiß, dass es Essenszeit ist – hör zu, es ist Blaine. Er ist hysterisch. Wir müssen ihn abholen.", sagte Wes mit noch immer leiser Stimme. Er wollte gar nicht an die Konsequenzen denken, wenn Blaine erfuhr, dass er David anrief. Er konnte es nicht riskieren, dass Blaine irgendwo hinging oder noch schlimmer nach Hause in ein leeres Haus ging wo er ganz allein sein würde mit seinen Gedanken und vielleicht sogar darüber nachdenken würde… Nein. Blaine würde nicht allein nach Hause gehen.
„Warte, was?", fragte David.
„Komm einfach her, David. Und beeile dich. Blaine braucht uns."
„Ich bin sofort da.", sagte David ohne zu zögern und legte auf.
Wes nahm sein Handy von seiner Mutter zurück und holte seine Schlüssel und seinen Geldbeutel. David würde eh einige Minuten brauchen um zu Wes Haus zu kommen und er musste Blaine am reden halten. Er würde Blaine auf keinen Fall auflegen lassen. Blaine sprach nicht, aber er war am schluchzen und schniefen. Aber es war genug um Wes Nerven zu beruhigen, da er zumindest da war.
„Blaine?", fragte er mit sanfter Stimme.
„J-Ja?"
„Ich werde kommen und dich abholen. Ich bin in einer Minute unterwegs. Kannst du mir einen Gefallen tun und am Handy bleiben bis ich bei dir bin?"
„O-Okay." Blaine hickste. „A-Aber mein Akku ist f-fast leer."
„Bleib bloß wo du bist und geh nicht weg.", sagte Wes und ergriff eine Box Kleenex vom Tisch im Flur.
„O-Okay." Blaine wimmerte etwas und wurde dann still, sein Handy noch immer wie einen Rettungsring an sein Ohr pressend.
Und in diesem Moment war es es vielleicht sogar.
…
„Endlich.", zischte Wes und ließ David nicht einmal bis zur Tür kommen.
„Was zur Hölle ist los?", fragte David und eilte mit Wes zu Wes Auto.
Wes verdeckte seinen Mund und schüttelte schnell seinen Kopf. „Bist du noch da, Blaine? Bist du in Ordnung?" Wes wartete auf eine Antwort und sein Gesicht war fast schmerzverzerrt. „Entschuldige dich nicht, Blaine. Ich bin gleich da, ich bin auf dem Weg."
„Was-."
Wes drückte eine Taste auf seinem Handy und sprang ins Auto. „Es ist auf stumm. Kurt und Blaine haben sich getrennt."
„Was?"
„Er hat es nicht gesagt, aber nichts anderes würde ihn so werden lassen. Er ist zu hysterisch um irgendwas zu sagen. Er hat mir gesagt, dass ich dich nicht anrufen soll, aber er braucht eindeutig uns beide. Er ist am Flughafen in Lima." Wes fuhr etwas zu schnell aus der Ausfahrt, traf fast den Briefkasten, korrigierte das Auto und begann schnell zu fahren. „Tippe es ins GPS. Ich habe ihm am Handy bleiben lassen, weil – weil er mir Angst macht. Es war nicht einmal so schlimm als er das erste Mal von seinen Eltern raus geschmissen wurde, David, und du weißt wie schlimm es damals war. Er klingt als – was tust du?"
„Ich rufe Kurt an um herauszufinden was zur Hölle-."
„Nein. Das. Tust. Du. Nicht." Wes riss Davids Handy aus dessen Hand. „Deswegen wollte er nicht, dass du es weißt. Im Moment ist Kurt nicht das Problem. Schau, du weißt wie Blaine zu Kurt steht. Kurt ist alles für ihn. Und ich weiß nicht was ich tun soll. Ich weiß nur, dass der Verlehr sich schneller bewegen muss!"
„Ich kann das nicht glauben. In den Osterferien? Wirklich? Direkt vor seinen ersten Abschlussprüfungen in Harvard?", sagte David wütend gerade aus starrend. „Er konnte nicht bis zum Sommer warten? Wirklich?"
„Wir können uns aufregen wie scheiße Kurt ist, wenn wir wissen, dass Blaine okay ist. Ich weiß, dass du sehr beschützerisch über ihn bist. Ich weiß, dass du wütend bist. Das ist Blaine über den wir sprechen. Aber deswegen musst du dich beruhigen bevor du mit Kurt sprichst. Weil Blaine uns braucht." Wes sah hinunter und stellte den Tons seines Handys wieder an. „Blaine, bist du noch da?"
„Fahr schneller.", murmelte David und zeigte aufs Lenkrad.
„Ich fahre so schnell es geht.", sagte Wes sehr ruhig und David war sich erst nicht sicher ob er mit ihm oder Blaine sprach. „Ich bin bald da, Blaine. Leg nur nicht auf, okay? Nein, Blaine, hör auf so zu reden – Blaine – wag es ja nicht aufzulegen und wenn du auch nur darüber nachdenkst den Flughafen zu verlassen, dann hilf mir Gott – nein, nein, fang nicht an zu weinen. Mist." Er drückte wieder auf stumm. „Ich bin nicht derjenige, der mit ihm im diesem Zustand umgeht!"
„Er wird nicht gehen.", sagte David sehr ruhig. „Er ist nur aufgebracht und redet. Sag ihm nur, dass du bald da bist und dass alles in Ordnung kommt. Sag ihm, dass alles gut wird."
Wes nickte und holte tief Luft. Er stellte den Ton wieder an und ebenfalls den Lautsprecher. „Blaine?"
„W-Was?", hörte David Blaine schniefen. Er konnte in Blaines Stimme das zittern hören.
„Es wird alles in Ordnung kommen.", sagte Wes sicher.
Es gab eine Pause und ein kleines Wimmern. „O-Okay."
„Es wird alles gut.", wiederholte Wes. „Ich bin gleich da."
…
„Er ist dort drüben." David stieß Wes Arm an und zeigte herüber nach was wie Jahre langes Fahren wirkte, aber eigentlich nur fast zwei Stunden gewesen waren. Der Flughafen war außer drei Leuten hinter den Schaltern fast leer.
Wes sah in die Richtung, in die David zeigte. Blaine saß auf einer der vielen Bänke, die Knie an seine Brust gezogen und sein Gesicht zwischen ihnen versteckt. Sein Handy lag auf dem Stuhl neben ihm.
„Ich werde Kurt umbringen.", war alles was David sagte bevor er zu Blaine ging. Er bewegte Blaines Handy und legte seine Hand auf den Rücken seines Freundes.
Blaine sah auf, sein Gesicht rot vom weinen. Wes kniete sich vor Blaine und sah zu ihm auf.
„M-Mein Handy war l-leer. Ich habe n-nicht aufgelegt.", wimmerte Blaine.
„Das haben wir uns gedacht.", sagte Wes leise, bewegte Blaines Tasche von dem anderen Stuhl und setzte sich auf seine andere Seite.
„K-Kurt hat sich von mir getrennt." Blaine drückte seine Augen zusammen, aber konnte einige Tränen nicht am fallen hindern. „E-Er hat sich von m-mir getrennt und ich weiß nicht w-was ich tun soll."
„Deswegen sind wie hier.", sagte David sanft, griff herauf und strich durch sein Haar. Er war dankbar, dass der Flughafen fast leer war und dass die Rezeptionistinnen außer Hörweite und mit SMS schreiben beschäftigt waren.
„Es tut mir leid, Blaine.", fügte Wes sanft hinzu, ergriff seine Hand und drückte sie. „Aber alles wird gut."
„Wir versprechen es.", sagte David fest.
„Es tut mir Leid, dass ich die F-Ferien ruiniert habe.", schnappte Blaine nach Luft und versuchte nicht zu schluchzen.
„Sei still.", sagte David und schlang seine Arme in einer Umarmung um Blaine. „Du hast nichts ruiniert, Blaine. Du bist uns wichtiger als faul herum zu liegen."
„Obwohl ich hoffe, dass du dankbar bist. Mom hatte gerade das Essen fertig.", sagte Wes und versuchte Blaine zu zu grinsen.
Blaine zog seine Hand aus Wes und verdeckte sein Gesicht, in lautes Schluchzen ausbrechend. „Oh mein Gott. Oh mein Gott. E-Er hat sich von mir getrennt."
„Hey, hey, hey.", sagte David, nahm eine seiner Hände hinunter und nickte zu Wes, der die andere hinunter nahm. „Du warst mehr als nur deine Beziehung, Blaine. Es ist mist. Es ist schrecklich und es tut mir so leid, dass du dich jetzt so fühlst."
„W-W-Wusstest du es?", würgte Blaine hervor.
„Was?", fragte David seine Augenbraue hebend.
„K-Kurt, e-er erzählt Mercedes alles. H-Hat sie es dir erzählt?"
„Ich glaube nicht, dass Mercedes es wusste, Blaine.", antwortete David leise und hielt noch immer fest Blaines linke Hand.
„A-A-Alle wussten, dass w-wir P-Probleme haben, aber ich n-nicht.", weinte Blaine. „U-Und ich wollte daran a-arbeiten u-und er hat ge-gesagt er auch, aber dann…"
Wes stand auf und zog Blaine von dem unbequemen blauen Plastikstuhl und schlang seine Arme in einer festen Umarmung um den kleineren Jungen. „Ich weiß nicht was ich sagen soll, Blaine. Es tut mir Leid."
Blaine stand bewegungslos für einige Minuten da bevor er seine Arme um Wes schlang und seinen Kopf zwischen Wes Hals und Schulter legte.
„Es ist okay.", sagte David leise und rieb seinen Rücken als seine Schulter zu zittern begannen. „Es ist okay, Blaine. Schau… Schau… Hey, Blaine sie mich an."
Blaine hob seinen Kopf und blinzelte seinem großen Freund einige Male zu.
„Wir steigen ins Auto und fahren zurück nach Westerville. Wir werden, wenn wir näher kommen, entscheiden zu wem wir nach Hause gehen."
„Vielleicht holen wir vorher ein paar Kleenex.", sagte Wes, ging herüber und holte einige aus der Box auf dem kleinen Tisch der Flughafenlobby. „Ich habe eine Schachtel im Auto."
„Ich h-habe nicht einmal etwas gesagt. Ich habe ein T-Taxi gerufen nachdem er es gesagt hat, a-aber wir haben weiter gestritten bis es da war und dann habe ich einfach meine T-Tasche genommen und bin gegangen. Ich habe mich nicht einmal verabschiedet von…"
„Es ist okay. Ich denke nicht, dass irgendjemand von dir erwartet sich nach so etwas zu verabschieden…", sagte David und führte Blaine raus zu seinem Auto während Wes seine Tasche trug.
„Wir müssen unseren Eltern schreiben, wenn wir zurück im Auto sind und sie wissen lassen, dass Blaine bei uns ist.", sagte Wes.
„Und hinein.", sagte David zeigend.
Wes packte Blaines Taschen nach ihm ein und suchte darin herum bis er das Handyladegerät fand. „Du solltest mit ihm hinten sitzen, David."
„Hatte ich vor.", sagte David, stellte Blaines Taschen auf den Boden und rutschte neben ihn.
Eine volle Stunde verging bevor Blaine endlich aufhörte zu weinen. Er starrte geradeaus, lehnte den Kopf gegen das Fenster und schniefte ab und zu.
„Blaine, erzählst du uns was passiert ist?", fragte Wes und sah kurz durch den Rückspiegel zu Blaine. Als er sprach stellte er sicher Kurts Namen nicht zu erwähnen, als ob es es für Blaine irgendwie einfacher machen würde darüber zu sprechen. „Warum hast du ein Flugticket nach Boston gekauft? Wie lange warst du am Flughafen?"
„E-Eine Stunde bevor ich dich angerufen habe. Ich wollte nach Hause, a-aber dann habe ich daran gedacht, dass selbst das Aschloch weg ist u-und du zu Hause bist und ich wollte nicht ganz alleine s-sein, also… also… ich brauchte euch z-zwei einfach." Blaine rieb seine Augen als noch mehr Tränen dieses füllten.
„Warum wolltest du nicht, dass er es mir erzählt?", fragte David leise.
„Ich w-will nicht, dass du ihn u-umbringst.", schluchzte Blaine.
„Er verdient es.", murmelte David dunkel.
Wes nickte zustimmend. Er hatte Kurt immer gemocht, aber wie konnte er David abstreiten, wenn Blaine mittlerweile seit mindestens drei Stunden weinte.
„Aber was genau ist passiert?", fragte David als Blaine keine weitere Information gab.
„Letztens hat er mir ge-gesagt, dass er P-Probleme mit der D-Distanz hat und wir h-hatten diesen P-Plan daran zu a-arbeiten. Ich w-wusste nicht einmal, dass e-etwas falsch war, a-alle anderen s-schon. Und wir h-hatten diesen P-P-Plan, a-aber er war w-wütend wegen Rachels H-Hochzeit u-u-und hat gesagt, dass i-ich mich nicht bin-binden könnte und e-er `uns´ nicht mehr tun k-könnte.", weinte Blaine. „Er hat sich von m-mir getrennt. Er hat mich v-verlassen."
David starrte wütend geradeaus. Wes machte in klickendes Geräusch mit der Zunge. Es war falsch zu hassen… Es war falsch zu hassen…
„Ich habe es so sehr versucht. Ich habe es so s-sehr versucht und es war i-ihm nicht genug und e-es wäre nie genug gewesen, de-denn wem mache ich etwas vor? E-Er t-trifft all diese L-Leute und er will diesen t-tollen Lebensstil u-und ich bin nicht g-gut genug dafür."
„Blaine, sei kein Idiot.", sagte Wes scharf. „Du bist gut genug für jeden. Kurt war nicht gut genug für dich."
„W-Warum k-kann ich nicht…" Blaine verdeckte sein ganzes Gesicht und begann wieder zu schluchzen. Das war lächerlich. Er fühlte sich wie eine Teenagerin. Aber er fühlte sich auch als ob sein Leben zerstört wäre. Kurt war alles was er hatte. Er hatte die UK für Kurt verlassen. Er hatte zwei Stunden von seinem College entfernt gelebt für Kurt. Er hatte Dinge für Kurt aufgegeben, für ihre Beziehung. Er wusste, dass Kurt auch viel aufgegeben hatte. Sie hatten beide Kompromisse gemacht und er wollte das nicht schlecht reden. Allerdings war es Kurt, der die Beziehung beendet hatte. Nicht Blaine. Kurt.
Gott, er war so dumm. So dumm.
„W-Wenn ich nie nach Harvard gegangen wäre-."
„Es ist Harvard.", sagte Wes. „Du wurdest in Harvard angenommen. Wenn Kurt das nicht zu schätzen weiß wie verdammt hart du gearbeitet hast um rechtzeitig deinen Abschluss zu machen und in dieses College zu kommen, dann hatte er das Leben, das du ihm nach deinem Abschluss bieten könntest, vielleicht nicht verdient."
„U-Und es ist nicht einmal nur Kurt. Das ist s-schrecklich genug, aber W-Wes, ich l-liebe seine Familie. C-Carole war so toll un-und B-Burt war auch so g-gut zu mir und Melody… Und ich habe mich gefühlt als ob ich… als ob ich dazu gehöre… n-nach all dem m-mist mit meiner Familie, ich hatte das Ge-Gefühl Teil ihrer zu sein, und j-jetzt…"
„Alles passiert aus einem Grund, Blaine.", sagte David sanft.
„W-Was soll ich tun?", fragte Blaine als sie in Wes Einfahrt fuhren. „Ich weiß nicht was ich tun soll."
„Deswegen hast du uns." Wes parkte sein Auto und drehte sich zu Blaine.
Blaine erzwang das bemitleidenswerteste Lächeln, das sie je gesehen hatten und rieb seine Augen. „Ich l-l-liebe euch Jungs."
„Hey, sag das nicht.", neckte David.
Blaine hickste und rieb wieder seine Augen.
„Und hey… vielleicht werden du und Kurt euch wieder vertragen. Ihr zwei streitet immer extrem.", fügte Wes hinzu.
„Nein.", sagte David scharf und sah Wes an. „Das muss er jetzt nicht hören."
„Ich würde ihn nicht zurück nehmen.", schniefte Blaine. „N-Nicht nachdem er uns aufgegeben hat… mich. E-Es wird nicht passieren."
Sie sahen alle drei auf als Wes Mutter heraus eilte. „Blaine, Süßer…"
„Hey, Jess." Blaine stieg aus dem Auto und erlaubte ihr ihn in ihre Arme zu ziehen, sein bestes gebend nicht zu wünschen, dass Carole ihn anstatt dessen umarmen würde. Er musste darüber hinweg kommen, denn das würde nie wieder passieren.
… keine Angst, die Geschichte ist noch lange nicht zu Ende! Wer jetzt etwas Aufmunterung braucht, sollte die Drabbles (post-WBUCT) lesen.
Als nächstes bekommt ihr Kurts Seite zu lesen…
