Kapitel 25:
Die Hochzeit
結婚式
Die Zeit verstrich. Der April ging neigte sich dem Ende und der Mai stand in den Startlöchern. Die Gruppe Z bereitete alles für die Hochzeit vor, die schon bald stattfand. Alle waren schon ganz aufgeregt, auch Vegeta, dass war deutlich zu bemerken.
Ruky's Zustand verbesserte sich deutlich. Sie wurde durch Piccolo, Bulma und Minako langsam wieder etwas vernünftiger und kam ihren Freunden erneut entgegen. Das Einzige wozu sie sich jetzt noch zwingen musste, wäre mit Trunks zu sprechen. Jedoch hatte Ruky ihren Mut noch nicht finden können. Wenigstens war sie ganz Wenigstens lief das Training besser. Sie ist glücklich, dass Vegeta mit ihren Fortschritten zufrieden ist. Er hatte oft gemeint, dass sie hart an der Grenze zum Super Saiyajin stand stünde, aber irgendetwas schien sie davon abzuhalten.
Trunks litt noch immer wie ein Tier, was man ihm auch ansehen konnte. Im Training scheiterte er immer wieder an seinen gesetzten Zielen und von einer gelungenen Fusion kann er im Moment nur träumen. Es nervte nicht nur ihn. Son Goten meinte schon seit einiger Zeit, dass es besser für die beiden wäre, wenn sie sich endlich einmal richtig miteinander auszusprechen würden. Minako stimmte ihrem Freund voll und ganz zu, genau deshalb nahm sie Ruky nun wieder unter ihre Fittiche.
Als Ruky sich in Minako's Zimmer wieder fand, wurde ihr sofort eine Tasse Tee in die Hand gedrückt und sofort sprach Minako Klartext mir ihr:
"Du hast nicht zufälligerweise vor, Trunks-kun demnächst von seinem Gefühlschaos zu befreien, oder?"
"Tut mir doch leid!", warf Ruky ein, eigentlich setzte sie schon wieder zu einem neuen Satz an, doch Minako unterbrach sie:
"Das brauchst du mir nicht zu erzählen, ich weiß ja wie du dich fühlst. Aber es wird wirklich langsam Zeit, dass du Trunks-kun sagst was Sache ist. Du meinst doch selbst, dass Vegeta-san dir offener als sonst gegenübersteht. Ich glaube nicht, dass er dir im Wege stehen wird. Seinem Sohn erst recht nicht!".
"Ich weiß, aber ich finde einfach nicht die richtigen Worte. Außerdem gibt es noch diese Aufgabe bei der Hochzeit die ich...", versuchte Ruky zu erklären, aber mittendrin brach sie ab, da sie bemerkte, dass dies eine ziemlich schlechte Ausrede war. Wenn sie bloß an das Bevorstehende dachte, wurde ihr ganz flau im Magen.
"Ruky-chan, das sind ziemlich dumme Ausflüchte, findest du nicht?", fragte Minako mit einem Lächeln und fuhr fort, "Ich, an deiner Stelle würde, mir etwas mehr Mut zusprechen und das ganz schnell. Früher oder später wird er nämlich wirklich versuchen dich zu vergessen und möchtest du das wirklich? Ich würde vorschlagen, dass du ihn heute Abend nach der Trauung ansprichst."
Ruky lächelte. Natürlich hatte Minako Recht. Sie alle hatten Recht! Sie gehört zu Trunks und das wusste sie doch auch. Seit einiger Zeit wollte sie sich schon durchringen ihre Angst zu überwinden, weil sie sich im tiefen Inneren ihres Herzens eine enorme Stärke fühlte, aber der Mut war etwas, der ihr noch immer fehlte. Mut war etwas, dass sie noch nie besessen hatte. Ruky blickte Minako nun mit einem entschlossenen Lächeln an.
"Ja, du hast Recht! Ich muss es endlich versuchen. Vielleicht habe ich Glück und es wird alles wieder gut. Dann wird wieder alles wie früher!", antwortete Ruky und Minako nickte um sie zu bestärken.
Damit hatte Ruky's Freundin immerhin schon einen kleinen Fortschritt erreicht. Wer weiß ob sich nicht alles doch wieder komplett zum Alten wendete. Es war vielleicht unmöglich je wieder so unbeschwert in dieser Festung zu leben. Es waren schon zu viele traurige Dinge geschehen. Aber man darf die Hoffnung nicht aufgeben.
"Naja, gut. Schluss mit der Standpauke. Willst du wieder zum Training? Ich glaube, Vegeta-san trainiert gerade wie ein Wilder! Ich vermute, dass ihn die Nervosität dazu treibt", wollte Minako wissen.
Ruky kicherte verunsichert und antwortete: "Ich bin selbst total aufgeregt. Anstatt Vegeta Ouji-sama dort im Weg rumzustehen, werde ich lieber zu Piccolo-san gehen und noch einen Probedurchgang machen."
"Saiyajins und ihr Lampenfieber! Kaum zu glauben!", sagte Minako lächelnd und beide gingen aus ihrem Zimmer in den Gang hinaus. Son Goten und Trunks waren auch gerade aus eines der anderen Zimmer gekommen. Trunks und Ruky wurden mit einem Mal starr wie Salzsäulen als sich ihre Blicke trafen. Minako gab ihrer Freundin einen kleinen Seitenhieb. Sie wusste schon was gerade vor sich ging, es war oft genug vorgekommen, dass sie nicht mit Trunks gerechnet hatte und dann nichts mehr anderes tun konnte als eben nur dazustehen. In einer solchen Situation wurde Ruky immer an den Kuss erinnert, den er ihr an jenem Abend gegeben hatte. Dank diesem Ereignis spielen ihre Gefühle immer wieder verrückt und das verwirrte sie vollkommen.
Trunks fing sich als erstes wieder und brauste regelrecht mit seinem Freund davon.
"Das entwickelt sich ja als schwieriger als ich dachte", meinte Minako.
"Es tut mir ja wirklich leid!", brachte Ruky monoton heraus.
"Heute Abend beim Essen, ja?", fragte Ruky's Freundin noch einmal.
"Ich werde auf jeden Fall mein Bestes geben", entgegnete Ruky mit etwas Sicherheit in der Stimme.
Trunks war schnell in die Küche gerannt, sodass Son Goten Schwierigkeiten bekam mitzuhalten.
"Jetzt warte doch mal 'ne Sekunde!", bat Son Goten.
"Hast du ihr Gesicht gesehen, Goten? Sie hasst mich dafür!", meinte Trunks.
"Das glaube ich nicht. Du hast sie damals überrumpelt, das ist alles! Eigentlich hat sie dich wirklich gern, sonst würde sie anders auf dich reagieren!", versicherte Son Goten.
Chichi kam den beiden entgegen und stellte unheimlich viele Backzutaten vor die Kinder auf den Tisch.
"Chichi-san! Brauchen wir das echt alles?", fragte Trunks skeptisch.
"Natürlich Herzchen. Was glaubst du denn? Ich habe vor einen Hochzeitskuchen mit euch zu backen. Wer hätte denn gedacht, dass der alte Miesepeter von Saiyajin einmal heiratet! Ach Trunks-kun, mein Kleiner, weißt du wie Piccolo-san und Ruky-chan mit ihren Aufgaben zu Recht kommen?", fragte Chichi.
Trunks antwortete nicht. Woher sollte er das auch wissen? Ruky sprach ja schließlich nicht mit ihm und Piccolo war ganz sicher voll und ganz damit beschäftigt sich seine Rolle gut einzuprägen.
Er zuckte lediglich mit den Schultern. Als Chichi ihre Taktlosigkeit bemerkte, bekam sie ein ziemlich schlechtes Gewissen: "Tut mir leid. Ich habe gedacht, dass ihr euch vertragen habt und wieder alles wie früher ist."
"Kein Stück", berichtete Son Goten, "Es ist echt nicht zum aushalten. Trunks-kun meint, dass Ruky-chan ihn hasst, aber woher will er das denn wissen, wenn er immer nur rot anläuft und weggeht? Ruky-chan denkt sicher auch, dass du sie hasst, weil du immer weggehst, Junge! Ihr redet wahrscheinlich beide aneinander vorbei!"
Trunks sah seinen Freund etwas verwirrt an, wie Son Goten so dastand, konnte man ihn fast gar nicht mehr von seiner Mutter unterscheiden. Diese Ähnlichkeit war erschreckend.
"Vielleicht hast du Recht, aber ich habe doch schon alles versucht. Egal was ich tue, es ist immer falsch. Wenn ich versuche mich bei ihr für den Kuss zu entschuldigen, dann läuft sie weg. Ich weiß einfach nicht mehr woran ich bei ihr bin", erklärte Trunks und begann die Zutaten für den Kuchen langsam zusammen zu mixen.
Chichi stemmte die Hände in ihre Hüften und sah Trunks ernst an. Son Goten kannte diese Pose sehr gut und jetzt machte er sich schon einmal auf einen kleinen "Anfall" seiner Mutter gefasst.
"Trunks-kun! Du hast dich doch nicht wirklich für deinen kleinen Kuss entschuldigt?", fragte Son Gokuu's Ehefrau und bekam von Trunks nur ein seichtes Nicken, "Trunks-kun, so was kannst du doch nicht machen! Da würde ich an Ruky-chan's Stelle auch die Flucht ergreifen. Jetzt könnte sie vielleicht denken, dass dir dieser Kuss nichts bedeutet hat und dass es einfach aus deiner Laune heraus passiert ist. Jungs ihr müsst auch mal ein bisschen nachdenken bevor ihr etwas tut."
"Aber ich weiß nicht, was ich tun soll um mit ihr Kontakt aufzunehmen!", jammerte Trunks, "Ich trau mich kaum mehr sie anzusprechen."
"Du musst ja nicht unbedingt zu ihr gehen. Es gibt auch andere Mittel und außerdem möchtest du doch gern wieder mit ihr reden, oder? Ich meine vernünftig und ohne Tränen..", schlug Son Goten vor.
Trunks nickte. Chichi und Son Goten hatten natürlich Recht. Wenn er und Ruky ständig aneinander vorbei redeten, dann konnte ihre Freundschaft nie wieder so werden wie früher. Er beschloss sich hinzusetzen und Ruky einen Brief zu schreiben. Somit könnte er ihr endlich alles sagen was er auf dem Herzen hatte und könnte seine Worte präzise wählen. Er würde keine unzusammenhängende Phrasen mehr vor sich hinstottern. Das war nämlich auch ein Grund, warum er es vermied, noch einmal einen Annäherungsversuch zu starten. Jedesmal wenn er nach den passenden Wörten suchte, dann versagte seine Stimme und er wurde nur noch verwirrter als er ohnehin schon war.
Ruky war unterdessen zu Piccolo gegangen. Er saß vor seinem Schreibtisch und stützte verzweifelt seinen Kopf auf die Hände. Er schien ganz schön erschöpft zu sein. Ruky war sich sicher, dass Piccolo die Haare zu Berge gestanden hätten, wenn er welche besäße.
"Piccolo-san", sagte Ruky, "Bist du auch nervös?"
Der Namekianer drehte sich zu der Kleinen um und lächelte sie an. Ruky ging zu ihm und Piccolo hob sie auf seinen Schoß.
"Im Moment beneide ich Vegeta. Der muss nur 'ja ich will' sagen und dann hat sich die Sache für ihn auch schon erledigt. Ich frage mich weshalb gerade ich den Priester spielen muss). Ich bin doch immerhin der Oberteufel Piccolo! Was wird denn aus meinem sagenumwobenen Ruf?", sagte Piccolo mehr oder weniger verloren.
"Vielleicht nicht weil du der Oberteufel bist, aber weil du mit Gott verbunden bist, Piccolo-san. Auf alle Fälle glaube ich, dass du das ganz toll machen wirst!", meinte Ruky lächelnd, "Wenn du möchtest, können wir ja üben (uns auf unsere Rollen vorbereiten). Deshalb bin ich auch hier. Ich möchte wirklich sicher gehen, dass ich auch alles richtig mache!"
Piccolo sah Ruky erstaunt an: "Du? Ich glaube aber nicht, dass du besondere Schwierigkeiten haben wirst die Ringe zu überbringen."
"Naja, Vegeta Ouji-sama hat mich darum gebeten. Außerdem muss ich auch noch ein saiyanisches Kleid tragen und noch ziemlich viel sagen. Über das Universum und ... einfach viel Zeug, das ich eigentlich nicht so ganz verstehe...", erklärte Ruky.
"Schon gut, wenn du willst, dann machen wir beide eine kleine Probe", stimmte Piccolo mit einem Nicken zu und fuhr fort, "Darf ich dich noch was fragen, Kleines?"
"Logisch", antwortete Ruky sofort.
"Kann es sein, dass du heute ungewöhnlich gut gelaunt bist?", fragte der Oberteufel.
"Ja. Denn ich habe endlich meinen 'Mut' gefunden! Ich werde meine Angst überwinden und endlich mir Trunks-san sprechen! Wenn es wirklich wahr ist, was er sagt und er mich liebt, dann möchte ich bei ihm sein und ihm meine Liebe auch geben!", entgegnete Ruky und lief tomatenrot an, "Ich versuche es ihm endlich auch zu sagen. Ich will endlich die Worte ‚Ich liebe dich' über meine Lippen bringen ohne mich dabei zu fürchten."
"Na da haben wir es doch! Wir versammeln uns heute um Vegeta, Prinz der Saiyajins, und Bulma in die Ehe zu begleiten... Ruky-chan hat heute noch etwas vor, also erspare ich mir das hier, die beiden können sich küssen und du gehst heute zu Trunks!", meinte Piccolo und klang sichtlich erleichtert.
Ruky musste kichern, es war lange her, dass der Namekianer sie so unbeschwert und ausgelastet gesehen hatte. Das Mädchen sprang von Piccolo's Schoß herunter um sich vorzubereiten.
"Weißt du, Bulma-san soll auch in einem saiyanischen Kleid heiraten. Wenn ich groß bin, werde ich vielleicht auch mal heiraten, dann kann ich auch so was schönes anziehen", meinte sie und fragte noch einmal ganz verunsichert, "Meinst du wirklich ich kann das schaffen?"
"Natürlich, ich weiß, dass du deine Sache sehr gut machen wirst", antwortete Piccolo.
Bulma's
Vater war selbstverständlich auch an diesem Tage anwesend. Er
half ebenfalls bei den Vorbereitungen. Die Gruppe Z hatte wirklich
viel auf die Beine gestellt zumal Vegeta einen Teil der saiyanischen
Zeremonie wollte. Dafür brauchte er eben die kleine
Ruky.
Piccolo war der Ersatzpriester und die Trauzeugen waren C-18
und Son Gokuu.
In einen Anzug hatte sich der stolze Prinz der
Saiyajins nicht kleiden lassen. Er meinte es sei wesentlich besser,
wenn er die Sachen seines Vaters benutzte. Schließlich waren
diese Sachen eines Saiyajins würdig, wie Vegeta so schön
sagte.
Während Chichi, Trunks, Son Goten und Minako sich um
das Essen kümmerten, putzten Son Gohan und Videl ein
bisschen.
Dem Ereignis entsprechend
versuchten Kuririn, Tenshinhan und
Chaozu die große Halle, in der die Trauung stattfinden sollte,
alles etwas festlicher zu gestalten.
Allerdings stellte sich dieses Trio einiger Maßen ungeschickt
an, sodass es einige Chaossituationen gab. Hinterher würde auf
jeden Fall eine Menge Arbeit auf Chichi warten.
Trunks und Son Goten erfüllten ihre Aufgabe in der Küche zur vollen Zufriedenheit Minako war sichtlich überrascht. Immer wenn ein Unfall drohte, hielt ihn einer von beiden, der gerade nicht der Auslöser war, ab. Die beiden waren wirklich ein Spitzenteam.
Am
Abend war es dann endlich so weit. Die Gruppe Z hatte sich bis zum
Schluss abgerackert um noch rechtzeitig fertig zu werden.
Während
Vegeta schon bereit vor dem "Altar", den Kuririn und Chaozu
gebastelt hatten, stand, hatte Bulma
noch mit ihrem Kleid zu kämpfen.
Vegeta trug eine kriegerische Rüstung
mit breiten Schulterpolstern, die aus blankem messingfarbenen Stoff
waren und dessen Ränder mit Silber verziert waren. Ein rotes
Symbol, das man sonst nur von seinem Halstuch kannte, thronte auf
seiner rechten Brusthälfte. An
diesen Schulterpolstern war ein langer seidener roter Umhang
befestigt, der jedes Mal ehrfürchtig
im Wind flatterte, wenn ein Luftzug
durch das Öffnen des Tores zur großen Halle erzeugt wurde.
Zur Abwechslung trug Vegeta keine knallengen Kampfhosen, sondern
etwas weiter ausfallende schwarze Stoffhosen.
Ruky staunte nicht
schlecht. Wie toll Vegeta doch aussah! Er machte in
jeder Situation eine gute Figur und sie
hatte deshalb
nicht
geglaubt, dass er noch stolzer und größer wirken konnte.
Als sie bemerkte, dass sie kaum noch
aufhören konnte zu schwärmen, errötete sie leicht. Sie
sollte doch nicht solche Gedanken haben, vor allem bei einem Mann,
der in wenigen Minuten heiratete.
Endlich war der lang ersehnte Moment gekommen. Einen Augenblick, den Ruky herbei gefiebert hatte. Doch nicht nur sie. Vegeta, der kaum noch klar denken konnte, stand sichtlich mit gemischten Gefühlen vor dem Altar. Jedes Mal, als sich das Tor geöffnet hatte, zuckte er leicht zusammen. Als nun Bulma in ihrem bezaubernden Kleid den Saal betrat, war er überwältigt von ihrer Schönheit. Sogar der Gruppe Z verschlug es den Atem. Sie hätten nicht gedacht, dass irgendjemand in einem saiyanischen Kleid so wunderschön aussehen könnte. Zur Überraschung aller, ähnelte dieses Kleidungsstück nicht einer Kampfrüstung wie vorerst angenommen. Offenbar gab es doch einige Parallelen zwischen einer saiyanischen Heirat und einer menschlichen. Das Kleid hatte einen weißen Rüschenkragen und besaß weite Glockenärmel. An diesem Oberteil war ein schöner schwarzer Rock angenäht, der enorm aufgebauscht war, sodass er einen riesigen Teil des Raumes beanspruchte.
Wenn jemand noch schöner in diesem Raum war als Vegeta, dann war es Bulma.
Ruky, die ebenfalls ein saiyanisches Kleid trug, kämpfte mit den Tränen. Ihre Kleidung war eine fast identische Kinderversion von Bulma's Kleid, jedoch besaß dieses mehr Schleifchen und Spitze. Das Highlight symbolisierte die seidene Schleife, die Ruky in ihren Haaren trug. Mit dieser Schleife hatten sie und Piccolo, der ihr beim Umziehen geholfen hatte, die größten Probleme.
Piccolo konnte man natürlich nicht in eine Priesterkutte zwingen. Er beschwerte sich, dass seine
Ehre und sein Stolz sowieso schon verletzte seien und deshalb würde er sich garantiert nicht von seiner namekianischen Kleidung trennen. Allerdings belächelte er seine Rede und damit war den anderen klar, dass er es gern für Bulma und Vegeta tat.
Und Son Gokuu?
Der versuchte sich noch immer an seinen unbequemen Anzug, den Chichi ihm verpasst hatte, zu gewöhnen. Er stand neben Ruky, machte ein verlorenes und zugleich ein gequältes Gesicht.
"Du siehst ganz toll aus, Gokuu-san!", meinte Ruky lächelnd.
"Naja, ich weiß nicht. Ich würde jetzt gern mit Vegeta tauschen, oder mit dir... aber dieses Teil kratzt fürchterlich!", meinte er.
Ruky grinste und blickte in die Runde. Sie musste sich ein Lachen verkneifen als sie Son Gohan und Son Goten sah, die sich sichtlich unwohl in ihren Smokings fühlten.
„Wie der Vater so die Söhne", murmelte Ruky in sich hinein. Chichi aber meinte mit strenger Miene, dass die drei auch einmal Anzüge tragen und wie zivilisierte Menschen aussehen können, wenn sie sonst immer nur trainierten.
Bulma wurde nun von ihrem Vater zu Vegeta gebracht. Dieser blickte den Prinzen ungewöhnlich ernst an und meinte: "Das du mir gut auf meine kleine Bulma aufpasst. Wenn sie schon jemanden heiraten will, dann muss es ihr verdammt ernst sein."
Vegeta verkniff sich ein Grinsen und nickte dann leicht, was wohl sein eigener Vater jetzt sagen würde?
Nun wandte sich Piccolo mit etwas rot gefärbtem Gesicht an das Paar und fing sofort mit seinem Text an:
"Ja also, ... wir haben uns heute in unserer großen Halle eingefunden um den Prinzen der Saiyajins, Vegeta und Bulma in die Ehe zu begleiten.
Ich wende mich zuerst an dich, Vegeta! Willst du Bulma zu deiner Ehefrau nehmen, sie vor allem Bösen beschützen und keine zweite Frau neben ihr so sehr lieben bis der Tod nach dir greift?"
Vegeta blickte Bulma mit einem warmen Lächeln ins Gesicht und antwortete nach nur ein paar kurzen Sekunden mit seiner rauen aber immer klaren und deutlichen Stimme: "Ja ich will!"
Kurz darauf hörte man Chichi laut in ein Taschentuch schnäuzen. Sie schien wirklich nicht gedacht zu haben, dass sie diesen Moment noch miterleben durfte.
"Und ... tja Bulma, willst du den Prinzen der Saiyajins, Vegeta, zu deinem Mann nehmen und niemand anderen so sehr lieben wie ihn bis das der Tod euch scheidet?", fragte Piccolo, der bezweifelte, dass er überzeugend klang.
"Ja, ich will", antwortete Bulma ebenso klar wie Vegeta zuvor.
Piccolo nickte erleichtert. Sein Blick durchquerte die Reihen der Gruppe Z und blieb dann auf Ruky ruhen: "Dann bitte ich nun Ruky-chan zu uns zu kommen, damit sie die Symbole eures Ehebunds zu uns bringt."
Ruky wurde schlagartig rosarot im Gesicht. Sie stand nun kerzengerade da und in ihren Händen hielt sie ein mit weißen Spitzen umsäumtes Kissen aus dunklem Samt. Mit unsicheren Schritten tapste sie zum Altar. Ihren ganzen Auftritt lang, betrachtete Trunks sie aufmerksam. Er konnte seinen Blick einfach nicht von ihr abwenden, dazu sah sie viel zu süß aus.
Vorne angekommen nahm der Prinz eine kleine Holzdose vom Kissen herunter. Ruky setzte sich auf ein Knie wie ein untergebener Diener und sagte: "Dies ist das Symbol des ewigen Bundes, das Euch und Bulma-san vereint. Ich überreiche es Euch damit Ihr Bulma-san in den unendlichen Kreis einschließt."
Vegeta
öffnete das Döschen und entnahm ihr einen zarten Ring, den
er Bulma auf den Ringfinger setzte.
Kurz darauf ertönte
Ruky's Stimme erneut: "Alles hängt von einander ab. Alles
lebt und existiert im Einklang. Die Galaxien im Universum, die
Planeten mit der Sonne, die Bevölkerungen mit ihren Planeten.
Kinder mit ihren Eltern, Mann und Frau. Ihr seid nun miteinander
verbunden. Ihr existiert für einander. Seid glücklich,
Vegeta Ouji-sama! Und auch du Bulma-san! Ich wünsche es euch
beiden von Herzen."
Ruky entfernte sich wieder in die Reihen der Zuschauer und Piccolo ergriff das Wort: "Wenn jemand noch etwas gegen diese Heirat einzuwenden hat, der sollte es jetzt hervor bringen oder für immer schweigen."
Im Saal herrschte schweigende Stille…
und
damit sagte Piccolo nun seinen lang ersehnten letzten Satz: "Damit
erkläre ich euch beide zu Mann und Frau!" Vegeta zögerte
nicht länger und riss Bulma regelrecht an sich. Er küsste
sie innig und es dauerte einige
Zeit bis er sie wieder frei atmen ließ. Die Menge klatschte. Es
war für alle ein merkwürdig perfekter Traum. Im Moment
schien alles in Ordnung zu sein.
Aber wie lange wird dieser
Frieden wohl noch anhalten?
Nun aber begaben sich alle an die Festtafel, die Chichi, Minako und die Jungs hergerichtet hatten. Ruky saß wie immer zwischen Piccolo und Trunks. Während des Essens warf Piccolo der kleinen Ruky einen fordernden Blick zu dessen Bedeutung gleichzusetzen war, wie: 'Wenn du die Vorstellung bei der Hochzeit hin bekommen hast, schaffst du dies hier erst recht!'
Ruky
verstand diese stumme Aufforderung natürlich und nickte sachte.
Sie schenkte Trunks einen heimlichen
Seitenblick. Er zwang sich offenbar Ruky nicht ständig
anzustarren, denn er fixierte seinen Blick auf Son Gokuu.
"D-du
Trunks-san...", sagte sie furchtbar leise.
Ein erneuter Blick von Piccolo plus ein stupsen, riet ihr es noch einmal lauter und mutiger zu versuchen. Allerdings wurde sie schrecklich nervös als sie den Mund aufmachte.
"Trunks-san!", sagte sie nun ungewöhnlich kräftig.
Der Junge stutzte. Hatte Ruky wirklich mit ihm gesprochen? Er wagte es kaum sie anzusehen, nun war er es, der total unsicher wirkte und nicht wusste was zutun war. Ruky lächelte leicht. Sie konnte gut verstehen, dass Trunks sie nicht ansehen wollte ... oder konnte. Sie hatte ihn unfair behandelt und sie wusste, dass sie seine Reaktion verdient hatte.
"Trunks-san wenn ... wenn du willst ... ich meine ... ich möchte gern mit dir reden. Morgen früh n-noch vor dem Training. A-aber wenn ... ich meine wenn du nicht mehr mit mir reden willst...", platzte es leise aus ihr heraus.
Plötzlich holten sie ihre schlimmsten Befürchtungen wieder ein. Vielleicht wollte Trunks nicht mehr mit ihr sprechen. Vielleicht hatte Trunks seine Gefühle ihr gegenüber schon vergessen. Vielleicht wollte er nicht mehr mit ihr befreundet sein. Vielleicht ...
Plötzlich
wurde sie aber von Trunks' kleiner Jungenstimme in die Realität
zurück gerissen: "Ich werde da sein."
Er
hörte sich sehr ernst an, als ob er Ruky's Gedanken gelesen
hatte. Ruky lächelte und atmete tief durch. Sie hatte es fast
geschafft ... jetzt musste sie sich nur noch nach
den passenden Wörtern suchen und Trunks von ihren Absichten
überzeugen.
Trunks ging nach dem Festmahl mit Son Goten auf das Zimmer. Es war sehr spät und Ruky wandte sich im Flur an Piccolo: "Darf ich heute Nacht bei dir bleiben? Ich möchte mich auf Morgenfrüh vorbereiten."
"Das
ist okay", stimmte der Namekianer zu und nahm Ruky auf dem Arm
um gemeinsam mit ihr auf sein Zimmer zu gehen. "Ich hab nie was
gegen deine Gesellschaft gehabt und auch jetzt nicht. Ich
muss dir gestehen, ich war sogar sehr froh, dass du so oft bei mir
warst und habe diese Zeit überaus genossen.
Dadurch hast du mir teilweise
über den Tod von Dende hinweg geholfen."
"Piccolo-san,
ich habe dir die Ohren voll gejammert! Dabei
war ich doch selbst Schuld an meinem Unglück. Jetzt nerve ich
dich doch auch, weil ich versuchen muss, das Richtige zu sagen und
ich weiß doch nicht wie!"
"Wie wäre es, wenn du einfach dein Herz sprechen lässt. Alles ist gut Ruky-chan. Trunks würde nie etwas anderes denken als er vorher getan hat", schlug Piccolo vor und setzte Ruky ab.
"Meinst du, dass es funktionieren wird? Ich hab Angst, dass er mir nicht zuhört!", sagte Ruky etwas verloren, jedoch begann Piccolo zu lächeln. Es war sonnenklar, dass egal was und wie Ruky es formulieren würde, Trunks würde auf alle Fälle zuhören.
Zu diesem Zeitpunkt klopfte es an der Tür und Son Goten's Stimme fragte: "Piccolo-san, Ruky-chan seid ihr noch auf? Ich soll hier was abliefern!"
Piccolo
öffnete dem Jungen: "Willst du reinkommen?"
"Nein,
sonst ist Trunks-kun wieder allein. Gute Nacht, Ruky-chan!",
antwortete Son Goten und gleichzeitig gab er Piccolo einen Umschlag
in die Hand, winkte ihm zum Abschied und verschwand dann wieder in
das Kinderzimmer.
Der Namekianer sah zu Ruky und überreichte ihr den Umschlag.
"Nach der Sauklaue zu urteilen, ist der von Trunks", meinte er.
Das Mädchen nahm den Brief entgegen und öffnete das Kuvert. Sie hielt nun einen kleinen Bogen Papier in der Hand und begann die feinen Linien diesen kleinen Textes zu lesen:
Ruky-chan he
Kyou ha doumo arigatou gozaimashita. Kimi ga boku no taisetsuna Tomodachi da you! Boku ha Ashita wo matteimasu. Kimi ga suki!
Trunks yori
"An
Ruky-chan,
Vielen Dank für heute. Du bist doch meine beste
Freundin! Ich warte schon auf Morgen. Ich habe dich lieb!
Dein
Trunks."
Während sie diese Zeilen las, begann Ruky's Herz wie wild zu schlagen. Sie las den Brief erneut und streichelte sanft über die Schrift. Sie hätte am liebsten vor Freude geweint.
"Siehst du? Trunks hat dich lieb. Ich glaube, er versteht auch deine Reaktion!", meinte der Namekianer.
"Ich habe gerade zum ersten Mal einen Brief bekommen, Piccolo-san. Mein erster Brief kommt von Trunks-san!", entgegnete sie glücklich.
Bulma und Vegeta hatten sich nach dem etwas länger ausgefallenen Fest ebenfalls zurückgezogen. Nun ließ Vegeta seine Frau aber kaum noch zu Atem kommen, sodass sie ihn erst einmal einige Meter von sich halten musste.
"Vegeta? Bist du glücklich?", fragte Bulma leise und ließ sich erneut von ihm in den Arm nehmen.
"Natürlich bin ich glücklich. Ich liebe dich Bulma-chan. Und du?", stellte Vegeta dieselbe Frage.
"Ich? Ja!", antwortete sie kurz.
"Sag, mal. Weißt du eigentlich warum sich unser Sohn in letzter Zeit so komisch verhält? Es scheint so, als würde er sich von jedem zurückziehen und dass er sich nicht wohl fühlt. Habe ich etwa irgendetwas verpasst, fragte Vegeta
"Du hast Recht Er fühlt sich nicht ganz wohl. Ich vermute aber, dass bald wieder alles in Ordnung sein wird. Manchmal sollten sich die Erwachsenen aus den Problemen der Kleinen heraushalten", antwortete die Frau.
"Wenn du das sagst, wird es richtig sein. Das kommt mir auch ganz gelegen, dass die Kinder ihre Probleme alleine lösen. Ich bin nämlich im Moment gar nicht in Stimmung große Konflikte zu lösen", sagte Vegeta leise und führte Bulma auffällig mit einem breiten Grinsen zum gemeinsamen Bett.
"Sou? Wie immer, du gemeiner Grobian...", scherzte sie und ließ sich auf Vegeta's wortlosen Vorschlag ein.
Das die Nacht, in der Bulma und Vegeta heirateten einer der wohl in Zukunft letzten wirklich ruhigen und glücklichen war, wusste keiner der Gruppe Z. Schon sehr bald wird eine neue Bedrohung zur Festung Ex gelangen.
Ende Kapitel 25, Fortsetzung folgt in Kapitel 26: Das Monster Onnextra
Nachwort Kapitel 25:
Hallo, da bin ich wieder :)
Na
wie hat euch meine abgequälte Hochzeit gefallen? Alles hört
sich total künstlich an, alles ist irgendwie nicht so wie es
sein sollte ... oh mein Gott wenn dieses Kapitel gute Kommies kriegt,
dann ist ein Wunder geschehen.
Mir gefällt die Szene in der
Ruky Trunks anspricht. Endlich machen die beiden wieder Fortschritte,
es kann ja nicht sein, dass die beiden nicht mehr miteinander
sprechen.
Na ja Leute, bis dann :D
EDIT KOMMI:
Ein suuuper fettes Dankeschön an Moony! Sie hat dieses Kapitel mit ihrem perfekten Beta-Lesen gerettet! Ich könnt' vor dir auf die Knie fallen Moony! Danke! Ich liebe deine Alternativen die du immer dazu schreibst. So hört sich Ruky zwar manchmal etwas erwachsen an (das gilt nicht nur für den originalen Saiyajin in der Story . sondern auch für mich), aber das schadet ja nicht. Besonders der "sagenumwobene Ruf" von Picco-Schatz hat mir gefallen. Danke, danke und tausend Dank an dich, Moony-sama!
Ach ja, Herzlichen Glückwunsch nachträglich zum Geburtstag, ich hab ja gesagt, dass ich das garantiert verschwitze -.-''
Auf jeden Fall hoffe ich, dass es euch gefallen hat... mittlerweile glaube ich ja schon seid Moony diese Meisterleistung gebracht hat! Und ich hoffe ihr seid auch wieder bei Kapitel 26 dabei :D
Eure Ruky-chan
PS: Ich weiß übrigens nicht mehr so genau wie ich auf die kranke Idee gekommen bin aus Picco-Schatz den Priester zu machen. Vielleicht hatte ich 2 Cider auf Ex oder so was ... ich weiß es echt nicht mehr, vielleicht war es nur aus einer Laune heraus damit es lustig wirkt...
