Hallo, mich gibt's noch! Ich habe gerade nur wahnsinnig viel zu tun und außerdem bin ich viel unterwegs in diesen herrlichen Frühlingstagen, aber ich mache weiter. Habt hoffentlich viel Spass beim Lesen!
Kapitel 24
Hermine war noch am selben (späten) Abend in ihr eigenes Schlafzimmer zurückgekehrt, damit sie bei eventuellen weiteren Spionierungen von Bellatrix nicht als Liebespaar entdeckt wurden. Sie hatten vereinbart, sich aus Sicherheitsgründen auch nicht mehr so nahe zu kommen, was beide heftig bedauerten.
Hermine schlief in dieser Nacht sehr wenig. Sie war wie berauscht von den Ereignissen und musste sich selbst und ihre Gedanken dringend sortieren. Es war so viel passiert und sie hatte so viele Dinge erfahren in den letzten paar Stunden, die ihr gesamtes Leben umkrempeln würden. Biancas Vater war gefunden worden, sie selbst hatte in diesem Mann ihren früheren und jetzigen Geliebten gefunden, sie konnte ihre Erinnerungen zurückgewinnen…...
Aber diese erfreulichen Dinge waren überschattet von großen Gefahren für sie selbst und Bianca. Die größten Gefahren hatte jedoch Severus zu befürchten. Und sie durfte niemandem verraten, wie sie zu ihm stand, geschweige denn, dass er der Vater ihres Kindes war. Das durften auch ihre ehemaligen Freunde nicht wissen – noch nicht, jedenfalls. Das hätte viel zu viel Aufregung und Misstrauen mit sich gebracht, die der Orden des Phönix derzeit nicht brauchen konnte. Das Hauptziel war die Vernichtung Voldemorts und diesem Ziel war alles unterzuordnen.
Auf diese Verhaltensregeln wies Snape sie am nächsten Tag mit großer Dringlichkeit hin. Bei der – vorgeschobenen - Laborarbeit gab er ihr wichtige Informationen und Anweisungen für ihre Rückkehr mit. Und wieder hörte sie vom Orden des Phönix.
„Was ist dieser Orden der Phönix?", fragte Hermine neugierig.
„Das ist eine Vereinigung von Männern und Frauen, die sich unter Dumbledores Leitung während Voldemorts erstem Kampf um die Zaubererwelt zusammengefunden haben, um ihn zu stürzen. Sie sind die größten Feinde des Dunklen Lords."
„Bist du ebenfalls Mitglied dieses Ordens?", fragte Hermine atemlos.
Snape lächelte sarkastisch: „Das, mein Liebling, ist Ansichtssache. Ich fühle mich noch immer dem Orden verbunden, aber viele der anderen Ordensmitglieder sehen dies vermutlich anders. Ich habe Kingsley Shacklebolt bei seinem damaligen Besuch per Legilimentik zu verstehen gegeben, dass ich immer noch auf der Seite des Ordens stehe. Und mein Ausflug gestern hat dazu beigetragen, meine Glaubwürdigkeit zu unterstreichen."
Hermine meinte: „Indem du ihnen Malfoy ausgeliefert hast?"
„Ganz richtig. Sie haben die Auslieferung Malfoys von mir als Beweis für meine ehrlichen Absichten verlangt. Aber das Wichtigste war", fuhr Severus fort und seine Augen leuchteten plötzlich, „dass ich sie davon überzeugt habe, dich und Bianca gegen Malfoy austauschen."
Hermine lächelte, als sie Severus Gesichtsausdruck bemerkte. „Und wo findet dieser Austausch statt, Severus? Wird mich das Zaubereiministerium in Empfang nehmen?"
„Nein, Hermine, das Zauberereiministerium weiß aus gutem Grund nichts von der ganzen Geschichte. Dieser Austausch findet zwischen Voldemort und dem Orden des Phönix statt."
Hermine war verunsichert. „Das klingt nach einer Verschwörung. Das Zaubereiministerium ist doch sozusagen die Regierung der Zaubererwelt. Warum dürfen die nichts darüber wissen?"
„Weil das Ministerium unterwandert ist von Voldemorts Leuten. Die dürfen auf keinen Fall mitbekommen, dass ich an der Sache beteiligt bin. Sonst erfährt das Voldemort eulenwendend und ich bin ebenso schnell tot. Außerdem…" - Snape hielt inne und sah Hermine eindringlich an – „außerdem plant der Zaubereiminister, mit Voldemort in geheime Verhandlungen zu treten."
Hermine sah ihn verwundert an. „In geheime Verhandlungen? Mit der dunklen Seite der Macht? Das hört sich aber sehr unlauter an."
„Du siehst das ganz richtig, Hermine. Der Zaubereiminister – Scrimgouer – ist wohl zu der Überzeugung gelangt, dass bei einem Kampf gegen Voldemort das Risiko zu verlieren ziemlich hoch ist. Scrimgouer ist aber in erster Linie ein Machtmensch. Er will nicht abtreten oder gar Schlimmeres und einem anderen diese Macht überlassen. Deshalb will er Voldemort dazu bringen, sich mit ihm die Herrschaft über die Zaubererwelt zu teilen. Um an Voldemort heranzukommen, hat er Kontakt mit einem alten Bekannten aufgenommen. Einem Bekannten, dessen Existenz Scrimgouer für einige Zeit ausgeblendet hatte, als dieser in Askaban saß."
„Lucius Malfoy", nickte Hermine. „Genau", fuhr Snape fort. „Lucius war genau der richtige Mann für Scrimgouer. Die ideale Verbindung zu Voldemort."
„Und lässt sich Voldemort auf Scrimgouers Vorschlag ein?", wollte Hermine wissen.
„Natürlich nicht", erwiderte Snape. „Er wird so tun, als ob er darauf eingeht und Scrimgouer sicherlich auch ein paar Beweise für seine Partnerschaft liefern. Aber wenn er die entsprechenden Vorteile aus dieser Verbindung herausgezogen hat, wird er ihn bei passender Gelegenheit beseitigen lassen."
„Voldemort teilt seine Macht mit niemandem. Das ist mir schon nach kurzer Zeit klar geworden. Was ich nicht verstehe ist, dass der Zaubereriminister das nicht auch weiß. Er muss Voldemorts Persönlichkeitsstruktur doch kennen."
Snape zuckte die Achseln. „Ich vermute, dass Scrimgouer die Finger nicht von der Macht lassen kann und alle vernünftigen ‚Erwägungen einfach ausblendet. Wahrscheinlich hat er auch noch die entsprechenden Idioten um sich geschart, die ihn in seiner Absicht bestärken, um selbst eine Scheibe von der Macht abzukriegen."
„Und der Orden des Phönix will diesen Deal verhindern, nehme ich an. Das heißt, wissen die überhaupt davon?"
„Ich habe bei meinem ‚Ausflug' ein paar Andeutungen darüber fallen lassen. Konkretes wusste ich aber noch nicht. Aber heute ist ein Treffen zwischen Voldemort und Scrimgouer vereinbart worden. Wenn ich etwas Genaueres erfahre, musst du es dem Orden mitteilen."
Hermine nickte wiederum. „Wann werden wir erfahren, wann der Austausch stattfinden soll? Und wo?"
„Über den Ort des Austauschs wird noch verhandelt. Sobald dies geklärt ist, werdet ihr diese ‚Gastliche Stätte' hier verlassen." Severus Stimme klang tonlos. Hermine sah ihn an, lief auf ihn zu und umarmte ihn. „Ich gehe zwar um Biancas Willen gerne weg von hier, aber ich habe Angst um dich!"
Severus erwiderte ihre Umarmung kurz, aber innig. Dann schob er sie von sich fort und sagte: „Ich vermisse euch jetzt schon, aber ich kann hier anders agieren, wenn ich allein bin und euch beide in Sicherheit weiß. Außerdem ist deine Aufgabe beim Orden von großer Bedeutung", fügte er hinzu. „Hermine, hör mir jetzt bitte gut zu. Was ich jetzt anvertraue, ist für den Kampf gegen Voldemort von großer Bedeutung. Aber es ist auch für meine Glaubwürdigkeit und meine Zukunft – wenn ich denn eine habe- von entscheidender Wichtigkeit."
Hermine fuhr bei seinen Worten auf, aber Snape fuhr fort: „Du weißt ganz genau, dass der Ausgang des Kampfes offen ist und dass es auf jeder Seite Verluste geben wird. Und eines ist klar: der Spion wird zuerst geopfert. Er ist zwar nützlich, aber geliebt wird er nicht."
In Hermines Augen traten auf einmal Tränen. Snape war wohl die meiste Zeit seines Lebens allein gewesen. Sicher, er war ein Einzelgänger, der es den anderen Menschen durch seine Art nicht gerade einfach machte, mit ihm umzugehen, aber er hatte bestimmt auch viel Ablehnung durch Andere erfahren. Doch dann dachte sie plötzlich: Er ist nicht allein. Er hat eine Tochter und er hat mich. Er wird merken, dass es andere Dinge im Leben gibt als Spionage und Gefahren. Aber zuerst müssen dieser verdammte Bastard von Voldemort und seine sch…Anhänger erledigt werden.
„Was ist meine Aufgabe, Severus? Was soll ich wem mitteilen?"
„Komm in mein Privatlabor, Hermine. Dort werde ich dir die wichtigen Dinge anvertrauen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Bellatrix die Schutzzauber, die ich dort gelegt habe, geknackt hat."
Hermine folgte Severus in sein ‚Allerheiligstes', aus dem er sie vor ein paar Wochen so rüde hinauskatapultiert hatte. Sie lächelte ein wenig wehmütig bei dieser Erinnerung, die ihr gezeigt hatte, dass Snape auch menschliche Züge besaß, indem er sich um Bianca gekümmert und einen Teil seiner Schuld damit wettgemacht hatte.
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Na, seid ihr noch neugierig, wie es weitergeht? Oder fiebert ihr nur noch dem Erscheinen des Bandes 7 entgegen? Ich bin sehr zwiegespalten, was das betrifft. Einerseits will ich wissen, wie es ausgeht, aber andererseits vermute ich, dass das Ende mir nicht passen wird!!!
