Kapitel 24: Still here
Es hatte länger gedauert, als anfangs angenommen, all diese Typen auszuschalten und Izaya fragte sich zurecht, wie groß diese Organisation wirklich war...
Momentan befanden sie sich auf dem Weg zu der zweiten Bombe, dass keine von den anderen bisher hochgegangen war, grenzte wohl an ein Wunder.
Ein Anruf von Shinra hatte kurz zuvor ergeben, dass sie ihre bishereigen Bomben bereits erfolgreich entschäft hatten, Celty´s Fähigkeiten sei Dank. Da sie selber durch ihre letzte Auseinandersetzung soviel Zeitverloren hatten, hatten Shinra und Celty ihnen angeboten ihre auch noch mit zu übernehmen, so dass ihnen jetzt nur noch eine geblieben war, um die sie sich kümmern mussten. Und das durften sie nicht vermasseln, schließlich verließen sich die Bewohner dieser Stadt darauf, auch wenn die wenigsten wussten, was eigentlich los war.
Und es war doch nur noch eine Bombe. Sobald sie diese entschärft hatten wäre dieser ganzer Alptraum endlich vorbei und sie konnten endlich wieder ihr normales Leben führen.
Normal.
So gesehen war sein Leben noch nie normal gewesen...
Bis heute hatte er keine vernünftige Erklärung dafür bekommen, warum er so stark war oder warum er Izaya vom ersten Moment an gehasst hatte.
So gesehen war dieser schließlich der Einzige gewesen, der keine Angst vor ihm gehabt hatte und er war derjenige gewesen, an dem er seine ganzen Agressionen abreagieren konnte, ohne Rücksicht auf Verluste.
...vielleicht war es nicht einmal Hass, der ihn bis heute angetrieben hatte...
Trotzdem, manchmal wünschte er sich ein bisschen Normalität in seinem Leben.
War das wirklich so schwer zu erreichen?
„Shizu-chan?"
Izaya lief neben ihm.
Sein Gesichtsausdruck war entschlossen und ihn schien eine innere Ruhe zu umgeben, die er bei dem Informanten noch nie gesehen hatte.
„Was ist?"
„...ich habe mich entschieden..."
„Hm?"
Was genau meinte er damit?
Verwirrt blieb Shizuo stehen und tat wohl genau das, was Izaya von ihm gewollt hatte. Auch dieser hatte angehalten und kam nun direkt auf ihn zu.
„Shizu-chan...nein Shizuo...seit unserem ersten Zusammentreffen habe ich dich gemocht, ich weiß, dass es wahrschenlich nicht auf Gegenseitigkeit beruht hat, aber die letzten Tage mit dir zusammen haben mir gezeigt, dass sich in all den Jahren nichts an meinen Gefühlen geändert hat...
Shizuo ich liebe dich...seit dem Tag auf dem Schulhof, du bist der erste und der einzige, für den ich jemals so etwas empfunden hatte. Ich verstehe wenn du mich hasst und nach der Sache kein einziges Wort mehr mit mir sprechen willst, aber bitte...bevor wir uns um die letzte Bombe kümmern..."
Shizuo hatte keine Ahnung, wie er reagieren sollte und Izaya schien nicht in der Lage zu sein, seinen Satz zu beenden. Also machte er das Einzige, von dem er glaubte, dass es vielleicht gar nicht so verkehrt war. Er beugte sich zu ihm hinunter, zum ersten mal fiel ihm wirklich auf, wie klein Izaya eigentlich war, und küsste ihn. Er war sich nicht sicher, ob er das hier korret anging, da mit solchen Sachen bisher nicht in Kontakt gekommen war, aber so wie sich der Informant zu entspannen schien, hatte er wohl doch nicht alles falsch gemacht.
Er legte seine Arme um seinen schmalen Körper und drückte ihn an sich.
Für ihn war es wie eine Befreiung gewesen. Seit dem Bombenanschlag auf Izaya´s Apartment war er unglaublich angespannt gewesen und die letzten Ereignisse hatten nciht gerde dazu beigetragen, dass er wieder etwas ruhiger wurde.
Der Zeitpunkt war zwar immer noch nicht der beste, aber diese kleine Geste half ungemein dabei, sein Gefühlschaos wieder ein wenig zu ordnen.
„Ehrlich gesagt weiß ich selbst noch nicht, was ich hiervon halten soll, aber glaubst du, wir können damit warten, bis das hier alles vorbei ist?"
Izaya lehnte sich an ihn: „Ja, ich denke das können wir. Selbst wenn du am Ende nein sagst, werde ich diesen Kuss nicht vergessen, schließlich war es die erste Aktion von dir, die ich dir nicht aufgezwungen habe. Und das macht mich sehr glücklich."
Izaya lächelte aufrichtig.
Für diesen einen Moment war er wirklich glücklich
