Danke für die Reviews. Ich werde versuchen in kürzeren Abstände zu posten.


Enthüllungen, Teil 2

Hermine beugte sich mit Severus über die Schale und hatte das Gefühl zu fallen. Zum Glück landete sie nach wenigen Sekunden am Rande des Quidditch-Feldes.

Sie drehte sich um.

„Was ist das für eine Erinnerung, Sir?", fragte sie erwartungsvoll.

Dieser stand mit verschränkten Armen vor ihr und wünschte er wäre überall nur nicht hier.

Ohne ihre Frage zu beantworten, ging er voran und Hermine blieb nicht anderes übrig als ihm zu folgen.

Hermine hörte Stimmen und zog Severus ängstlich zurück.

„Da kommt jemand."

„Miss Granger, ich dachte, dass Sie wissen wie das Denkarium funktioniert. Niemand kann uns sehen oder hören. Wir befinden uns in einer Erinnerung."

Mein Gott, wie er diese Situation hasste.

Hermine sah ein junges Mädchen auf 4 junge Männer zu gehen, die laut diskutierend über das Spielfeld liefen.

Hermine erkannte sie sofort.

Voller Freude teilte sie ihr Wissen mit.

„Das sind Harrys Vater, Sirius, Professor Lupin und Wormtail."

„Gut erkannt, Miss Granger. Wollen Sie die vier in den Himmel loben oder folgen Sie mir?"

Hermine starrte ihn an.

„Es ist Ihre Erinnerung. Wo sind Sie, Professor?"

Er gab sich keine Mühe zu antworten, statt dessen lief er weiter. Endlich stand er vor einer Baumgruppe und da saß mit einem Buch in der Hand ein junger Mann im Gras.

Aber sein Blick war auf das rothaarige Mädchen gerichtet, dass mit den 4 Jungs sprach.

Kein Wunder, dass sie ihn kaum beachtete. Ungekämmt, abgetragene alte Roben. Nicht wirklich attraktiv.

Verdammt, warum war er mit Hermine hier hergekommen. Nun sah sie mit eigenen Augen was für ein Leben er geführt hatte. Dabei wollte er bestimmt kein Mitleid von ihr.

Plötzlich erkannte Hermine das Mädchen.

„Das ist Harrys Mom?"

„Ja, das ist Lily Evans."

Der 16 Jahre alte Severus sah Lily voller Bewunderung und Sehnsucht an, aber bevor Hermine etwas dazu sagen konnte, war die Erinnerung zu Ende.

Severus hatte ihren Arm genommen und sie weggezogen.

Hermine landete unsanft auf dem Teppich.

Severus trat einen Schritt zurück.

Was für eine dumme, verrückte Idee Hermine seine Erinnerungen zu zeigen.

Hermine stand auf.

„Warum sind wir nicht geblieben ? Es ist doch gar nicht passiert ?"

„Es wird auch nichts passieren. Ich habe Ihnen doch gesagt, dass es um den Kontext geht. Sie wissen doch sicher noch warum oder?", fragte er sarkastisch.

Das Mädchen nickte mit dem Kopf.

„Sicher. Um Ihre Geschichte mit Morgen Singer zu sehen."

„Und?"

Sie starrte ihn fragend an.

Und Severus fragte sich, ob ihr Potter wirklich nichts von Lily erzählt hatte.

Hermine ging die Szene nochmals in Gedanken durch.

„Sie wollten das ich Lily sehe, nicht die 4 Jungs?"

Ihre Augen wurden größer.

„Oh, Sie … Lily und Morgen sind sich äußerlich ähnlich. Oh mein Gott, Sie haben Lily bewundert."

Für ihre Erkenntnis erntete sie einen gefährlichen Blick, aber er nickte zustimmend.

„Bereit für die nächste Erinnerung?"

Hermine nickte.

„Die nächste Erinnerung stammt aus dem Jahr 1977. Ostern – die Hochzeit meines Onkels."

Sie beugten sich über die Flüssigkeit und landeten inmitten der Hochzeitsgesellschaft.

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Die Gäste waren wundervoll gekleidet und die Atmosphäre angenehm.

Ava Prince, die junge Braut, strahlte glücklich.

Hermine sah auch Severus Großmutter.

„Oh, Ihre Großmutter war wunderschön."

Er konnte ihr nur zustimmen. Tatiana Prince verbreitete Würde, Schönheit und Eleganz.

„Aber Ihre Mutter scheint sich nicht wohl zufühlen."

Tatsächlich Eileen Snape stand in einer Ecke, hielt sich an ihrer Handtasche fest und sah sich vorsichtig um.

„Sie ist geächtet, weil sie einen Muggle geheiratet hat."

„Ist Ihr Vater hier?"

Snape lachte auf.

„Niemand wagt es einen Muggle zu so einen bedeutenden Ereignis mitzubringen. Hier gibt es nur reinblütige Zauberer."

In diesem Moment begann das Orchester zu spielen.

Tiberius Prince verbeugte sich vor seiner Braut und führte sie auf die Tanzfläche. Nach einer Weile betrat ein weiteres Paar das Parkett.

Ein gut aussehender Mann und eine rothaarige Frau.

„Die Eltern der Braut – Wilhelm und Rita Singer", erklärte Severus.

Aus der Menge stach ein weiterer Mann heraus.

„Semaphore Leclercq, Europas reichster Zauberer und der wichtigste Bankier des Dunklen Lords."

Hermine drehte sich zu Snape.

„Noch immer?"

Severus schüttelte den Kopf.

„Nein, er ist tot."

„Schau nur, wie er Rita Singer beobachtet. Widerlich."

Ein weiteres Paar kam auf die Tanzfläche.

„Das sind ja Sie."

Der 17jährige Severus Snape hatte sich in diesem einem Jahr durchaus verändert. Er war groß und seine langen Haare schwarz glänzend. Seine Großmutter hatte ihm anlässlich der Hochzeit einen guten Anzug gekauft. Hermine fand ihn beeindruckend.

Seine Tanzpartnerin sah das anders. Sie sah gelangweilt in die Menge.

Morgen Singer war erst 14 Jahre alt, aber ihre zukünftige Schönheit war schon zu erahnen.

Hermine allerdings beachtete sie nicht. Mit Freude stellte er fest, dass sie nur Augen für den 17jährigen Severus hatte. Sie sah ihm zu wie er mit Morgen tanzte, dabei hatte sie sich an ihn gelehnt und schaute ganz verträumt aus.

Aber dann erwachte sie und nahm Morgen war.

„Warum schaut sie so ?"

„Oh, ihr gefällt es nicht, dass sie mit mir tanzen muss. Wir passten vom Alter zusammen, also hat Großmutter uns Tanzstanden nehmen lassen. Wir hatten uns gerade kennengelernt und es war ihr erster Ball. Sie hatte andere Vorstellungen über einen Partner – ich passte nicht in dieses Bild."

Hermine musste mit ansehen, wie Morgen einen weiteren Tanz mit Severus ablehnte.

„Darf ich Dir etwas zu trinken bringen?", fragte der junge Severus höflich.

Plötzlich tauchte Semaphore Leclercq mit einem Pokal auf.

Seine Blicke verschlangen nun Morgen.

„Eine wunderschöne Frau wie Sie möchte Champagner, nicht war?"

Morgens Laune besserte sich sofort.

„Oh, vielen Dank", hauchte sie und lächelte den alten Mann an.

Hermine zog an seinem Arm.

„Warum flirtet sie mit ihm?"

„Sie glaubt, dass er harmlos ist. Wie die anderen Freunde ihres Vaters. Sie sieht keine Gefahr in ihm."

„Aber er schaut so so an – eklig."

Severus lächelte sie wissend an und zog sie aus dem Denkarium.

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Hermine setzte sich auf die Couch und versuchte zu verarbeiten was sie gerade gesehen hatte.

„Sie mochte dich nicht besonders, oder ?"

Severus sah sie ernst an.

„Nein. Ihre Mutter hatte ihr ein paar unschöne Dinge über mein Aussehen gesagt."

„Oh."

„Ja, dummerweise habe ich es gehört."

Dabei sah er Hermine nicht an, sonst wäre er nicht so überrascht gewesen als sie antwortete.

„Aber das stimmt doch nicht. Du sahst sehr eindrucksvoll aus. Und du warst sehr galant. Ich finde, dass Morgen eine Ohrfeige für ihre Unhöflichkeit verdient hätte."

Severus verstand nicht warum Hermine so engagiert war. Schließlich war es lange her und nur eine Erinnerung.

Er räusperte sich und goss die nächste Erinnerung in das Denkarium.

„Wieder Osten – ein Jahr später. Bist Du bereit ?"

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Sie befanden sich im Haus von Severus Großmutter und gingen die Treppe hinauf. In den oberen Etagen waren die Gästezimmer und Hermine folgte dem 18jährigen Severus schweigend.

Ohne zu klopfen, betrat er ein Zimmer und sprach Morgen an, die allein auf dem Sofa saß.

Sie sah noch schöner aus als im Jahr zuvor und stellte sich sehr wirksam zur Schau.

„Hallo."

Morgen sah nicht einmal auf als Severus sie ansprach.

„Lass mich in Ruhe. Such Dir eine andere Gesellschaft."

Severus lachte auf.

„Oh, danke. Ich wusste nicht, dass Du die Gesellschaft von Bücher der von Männern bevorzugst."

Er nahm ihr das Buch aus der Hand.

„Kein Wunder „ Die Liste der reichsten Zauberer". Hast du einen passenden Mann für Dich gefunden ? Vergiss es, die meisten Männer wollen eine Frau mit Intelligenz."

Das nächste Geräusch was zu hören war, war eine Ohrfeige, die Morgen Severus verpasste.

Der Abdruck zeichnete sich auf seinem Gesicht ab. Und es war Blut zu sehen, denn ihr Ring hatte seine Lippe gestreift.

Obwohl er lächelte, konnte Morgen sehen, dass ein gefährlicher Ausdruck auf seinem Gesicht zu sehen war.

„Und Klasse sollte eine Frau auch haben. Aber das ist nur eine Meinung eines Halbbluts."

„Verschwinde", schrie ihn Morgen wütend an.

Gemeinsam mit Hermine verlies er die Erinnerung.

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Hermine war der Schock der Ereignisse anzusehen.

„Hast du Dich selbst geheilt oder haben die anderen ..."

„Nein, ich habe es niemanden gesagt und Morgen die nächsten Wochen mit Missachtung gestraft."

Sie lächelte.

„Eine gute Taktik."

„Allerdings. Sie war ängstlich und wartete immer darauf, dass noch etwas passierte."

„Hat es sehr weh getan?"

Hermine nahm sein Gesicht zwischen ihre Hände.

Er brachte kein Wort mehr heraus. Warum zeigte sie soviel Verständnis ?

Aber anscheinend erwartete Hermine auch keine Antwort.

Statt dessen verteilte sie kleine Küsse auf sein Gesicht.

Und bei jedem Kuss hauchte sie.

„Alles wird gut."

Und Severus glaubte ihr jedes Mal.

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