Hey, da bin ich wieder und ich weiß, dass es wahnsinnig lange gedauert hat, bis ich geupdatet habe, aber irgendwie bin ich total im Stress zur Zeit, weil ich ja jetzt bald anfange zu studieren und da werde ich in das schöne Konstanz ziehen ;D. Danke, danke jedenfalls, dass ihr auch so viele und schöne Kommentare dagelassen habt. Vielen Dank diesmal also an Abraxania (yeah, Sean ist aus dem Verkehr gezogen! Und danke für dein Mut machen.), aleksandramalfoy (naja, diesmal war ich ja nicht so schnell, aber lang ist das Kapitel hoffentlich trotzdem), metea (schön, dass dir die Dramatik gefällt), Indigo 111, jessica, kurai91, MissHermineGranger, mailinlovely, crazylolly14 (Naja, zu wem Draco in der nächsten Zeit steht, verrate ich jetzt natürlich noch nicht, aber man darf gespannt sein), dramine (der Kuss hat mir natürlich auch gefallen ), Raphi (also wenn du dich hier angemeldet hast, sehen konnte ich es irgendwie nicht, hmm) und Tinchen26 (also Draco selbst ist noch kein Todesser und deswegen hat er Sean auch noch nicht als diesen gesehen und erkannt). Naja, jedenfalls hoffe ich, dass euch dieses Kapitel gefällt, bin selbst ja immer ziemlich kritisch, so auch dieses Mal, aber egal, euch soll es euch gefallen. Jetzt jedenfalls viel Spaß und bis demnächst, ich hoffe, dass es dann schnell wird.

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Kapitel 25:

Rückkehr nach Malfoy Manor

„Madame Pomfrey!" Blaise ließ erschöpft die bewusstlose Hermine aus seinen Armen in das nächstbeste Krankenbett gleiten, ehe er noch einmal besorgt nach der Medihexe von Hogwarts rief. Die vielen Stufen hinauf zum Krankenflügel hatten auch ihn ganz schön aus der Puste gebracht, obwohl er sonst relativ fit war. Aber wann musste man schon so viele Stufen mit einer weiteren Person in seinen Armen hinaufsteigen. Wieder versuchte er die jetzt so dringend benötigte Ärztin mit seinen Rufen endlich auf sich aufmerksam zu machen. „Madame Pom..."

Doch da kam sie auch schon eilig aus ihrem Büro gestürmt. „Mein Junge, was ist los? Ich habe da Jemanden, der wirklich dringend ..." Ihr Blick fiel auf das immer noch blutende Mädchen im Bett, neben dem Blaise stand. „Ach du meine Güte, was ist mit dem armen Ding passiert? Sie sieht ja schrecklich aus." Schnell eilte sie auf Hermine zu und begann damit ihren zerissenen Pullover auszuziehen.

Beschämt schaute Blaise zu Boden, doch unter dem Pullover kam glücklicherweise noch ein Top zum Vorschein, das allerdings ebenso an einigen Stellen zerissen war. „Ich..."

„Was ist jetzt mit ihr passiert? Soetwas geschieht nicht einfach mal nebenbei. Das war ziemlich starke Magie." Wütend schaute Madame Pomfrey den Slytherin vor ihr an und tippte dabei immer wieder mit ihrem Fuß auf den Boden, was Blaise nur noch nervöser und gleichzeitig genervter werden ließ.

„Hermine Granger ist angegriffen worden." Er war letztendlich zu dem Entschluss gekommen, dass es wohl das Beste wäre, wenn er so nah wie möglich an der Wahrheit bleiben würde. Bei Hermines Verletzung würde es sicher auch nicht lange dauern bis andere Lehrer und vor allem der Schulleiter davon erfahren würden. Und letztendlich war sie ja wirklich angegriffen worden. Doch in diesem Punkt würde die Wahrheit dann etwas leiden müssen.

„Wer würde Miss Granger, eine ehrbare Schülerin dieser Schule, denn angreifen wollen? Und wer vor allem würde sie dabei so stark verletzen?" Fragend schaute ihn die Hexe an.

„Einer der Gastschüler. Er hat sie angegriffen. Leider ist er geflohen, nachdem er seine Tat vollbracht hatte. Ich habe sie so gefunden, draußen." Nachdenklich blickte Blaise auf die bewusstlose Hermine vor ihm. „Wird... wird sie wieder gesund, meine ich?"

Madame Pomfrey fühlte gerade den Puls und hatte gleichzeitig eine Hand auf die Stirn ihrer Patientin gelegt um ein mögliches Fieber festzustellen. „Mit größter Wahrscheinlichkeit. Im Moment braucht sie jedoch ersteinmal ziemlich viel Ruhe. Außerdem muss ich jetzt noch nach einigen Tränken für sie schauen. Die Arme hat ziemlich viel Blut verloren. Sie kann sich glücklich schätzen, dass sie sie so schnell zu mir gebracht haben." Und mit diesen Worten verschwand sie durch die Tür in ihr Büro und Blaise konnte nun nur noch einige Wortfetzen wie „hab jetzt dringenderes zu tun", „so unvorsichtig sich mit einer Gabel in die Hand zu stechen" und „Verschwinden sie nun endlich" verstehen, ehe ein beschämter Neville Longbottom aus dem Büro trat.

Er entdeckte Blaise und Hermine sofort und kam langsam auf die beiden zu, selbst als Blaise versuchte ihn durch einschüchternde Blicke von diesem Vorhaben abzubringen. Doch keine Sekunde später stand er vor dem Krankenbett und blickte besorgt auf seine Gryffindormitschülerin hinunter. „Ist...ist mit ihr alles ok?".

Blaise verdrehte genervt die Augen. „Sieht es so aus, Longbottom? Sie blutet überall und bewusstlos ist sie auch. Meiner Meinung nach ist das alles weit entfernt von gut, oder nicht?"

„Ich... ich weiß, aber... aber was ist denn mit ihr passiert?", fragte nun der daraufhin immer nervöser werdende Neville. Blaise einschüchternde Blicke schienen also doch zu wirken.

„Ich wüsste nicht, was dich das angeht. Und jetzt kannst du verschwinden."

Doch der Gryffindor ließ nicht locker. „Aber... Es sieht echt schlimm aus. Ich werde den anderen Bescheid sagen. Ich denke, sie...sie sollten das hier wissen." Vorher Blaise noch einen kurzen Blick zuwerfend, verschwand er dann doch eilig aus dem Krankenflügel und ließ einen genervten Slytherin zurück. „Granger, Granger, das wird wohl noch einige Nachwirkungen haben." Blaise wollte aufstehen und eigentlich gehen, schließlich hatte er keine große Lust auf Harry Potter und seine Freunde zu treffen, denn die würden den Slytherin sicherlich nicht mit offenen Armen empfangen, wenn er neben ihrer bewusstlosen, verletzten Freundin anzutreffen war.

Doch ehe er auch nur einen Schritt machen konnte, spürte er plötzlich eine Hand in die seine greifen. „Wa..?" Blaise drehte sich überrascht um und sah, dass Hermine mittlerweile zu sich gekommen war. „Hermine, wie geht es dir? Du bist in Sicherheit. Madame Pomfrey kümmert sich gleich um dich."

„Bl..Blaise...ich...wo ist... wo ist Draco?" Sie stotterte, denn Hermine war immer noch zu geschwächt und sie spürte bei jedem ihrer Worte, wie sich der Schmerz durch ihren ganzen Körper fraß.

Der Angesprochene hatte nicht mit dieser Frage gerechnet und war zu überrascht, um überhaupt zu antworten. Er spürte jedoch, dass sich der Händedruck kurz verstärkte, fast als würde Hermine ihm damit sagen wollen, dass sie eine Antwort wolle. Also atmete er hörbar schwer aus. „Er ist bei seinen Eltern. Sein Vater hat ihn mitgenommen. Ich weiß nicht wann er wiederkommt." Erschöpft ließ er die Schultern sinken und schaute wieder zu dem Mädchen auf dem Bett. Blaise hörte kurz darauf nur noch ein sehr leises „nicht gut", ehe er spürte, wie sich der Druck in seiner Hand löste und Hermines Hand wieder erschöpft auf das Bett fiel.

„Du musst jetzt ersteinmal wieder gesund werden. Du hast viel Blut verloren.", versuchte er dem Mädchen klar zu machen. „Draco kommt schon zurecht. Du bist jetzt wichtiger."

„D...d..danke." Hermine versuchte zu lächeln, doch aufgrund der starken Schmerzen hatte sie eher einen gequälten Gesichtsausdruck und Blaise hoffte, dass die Medihexe bald mit den Tränken kommen würde. Doch ersteinmal wollte er hier so schnell wie möglich verschwinden.

„Hermine, ich muss jetzt aber wirklich dringend los." Als er sich jedoch gerade umdrehte, sah er zwei Zauberstäbe auf sein Gesicht gerichtet.

„Du gehst nirgendwo hin, Zabini!", zischelte ein wütender Harry Potter. Neben ihm zeigte auch Ron Weasley mit seiner Zauberstabspitze auf den Slytherinschüler. Sein Gesicht war fast genauso rötlich wie seine Haarfarbe und Blaise konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Na, na, na, Potter. Warum so angriffslustig heute?"

„Halt deinen verdammten Mund.", rief der Angesprochene nun, weiterhin wütend, aus. „Was hast du mit ihr gemacht?"

„Ich war genauso wie du beim Abendessen, also kann ich das ja wohl schlecht gewesen sein. Also pass auf, was du sagst, schließlich habe ich nur geholfen."

Harry schnaubte verächtlich und sein Blick fiel auf seine Freundin, die schwer verwundet auf dem Bett lag und mittlerweile gebannt das Schauspiel vor ihr verfolgte. Für einen kurzen Moment schien sie ihre Schmerzen vergessen zu haben. „Harry... lass...gut sein. Blaise hat mir wirklich nur geholfen." Es war nur ein Flüstern, dennoch hatte jeder im Raum ihre Worte genau verstanden.

„Aber Hermine, wer hat dir sonst dies alles angetan?", fragte Ron nun, leicht vewirrt aus der Wäsche schauend.

„Ich war es jedenfalls nicht, Weasley. Und wenn ihr jetzt so freundlich sein würdet aufzuhören mit diesen Dingern vor meinem Gesicht rumzufuchteln, wäre ich euch sehr dankbar." Und schon hatte er mit seiner Hand die beiden auf ihn gerichteten Zauberstäbe zur Seite geschoben und versuchte nun an den beiden Gryffindors vorbeizukommen.

„Wer war es dann?" Erneut wurde ein Zauberstab auf ihn gerichtet, diesmal allerdings vom jüngsten Spross der Weasleyfamilie, wie er feststellen musste. Blaise hatte Ginny die ganze Zeit über gar nicht bemerkt, doch sie war wohl gleichzeitig mit ihren Freunden in den Krankenflügel gekommen. Hinter ihr konnte er noch einen nervösen Neville entdecken. Wütend funkelte er diesen an, der daraufhin ein paar Zentimeter zu schrumpfen schien, aber schließlich war er Schuld an dem ganzen Chaos hier. Er hätte ja nicht gleich die halbe Schule holen müssen, dachte jedenfalls Blaise Zabini.

„Meine Güte, es war ihr toller Freund Sean. Er ist einer von den Todessern, mehr weiß ich auch nicht. Kann ich jetzt gehen?" Genervt schaute er das rothaarige Mädchen vor sich an.

Diese ließ überrascht von dieser Neuigkeit den Zauberstab sinken und wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, als ihr das Madame Pomfrey abnahm und mit lauter Stimme „Das kann ja nicht wahr sein. In diesem Flügel wird nicht gehext. Wie oft muss ich euch das noch sagen? Und jetzt verschwinden alle, ich muss mich jetzt sorgfältig um meine Patientin kümmern. Also alle raus hier!" durch den Raum rief. Mit einem letzten „Husch, husch." Verscheuchte sie die Schüler aus dem Zimmer und weg von Hermine.

Völlig verwirrt fanden sich plötzlich alle Schüler vor dem Krankenflügel und schauten auf die verschlossene Tür vor sich. „Wa...Was war das denn?", fragte Ron, mal wieder nichts richtig kapierend, also versuchte Ginny, seine Schwester ihm das alles zu erklären, wie Blaise belustig feststellte.

„Hermine ist schwer verletzt, so sah es jedenfalls aus. Nun wurden wir rausgeworfen, weil ihr beiden Streithähne mal wieder mit eurem Oberhelfersyndrom gleich einen Streit anfangen musstet."

„Du hast doch auch mit deinem Stab durch die Gegend gefuchtelt. Also warum sollen nur wir an allem Schuld sein?", versuchte sich Ron nun aufgebracht zu verteidigen. Neville stand nur teilnahmslos daneben und schien zu hoffen, dass der Geschwisterstreit nicht arg ausufern würde.

Blaise sah darin seine Chance ohne größere Wortgefechte verschwinden zu können und eilig huschte er an der Gruppe vorbei, nicht bemerkend dabei von Harry Potter beobachtet zu werden.

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Mit einem „Plopp" war Draco nach Malfoy Manor appariert und das Echo des Ankunftsgeräusches verlief sich im Haus. Er atmete ersteinmal laut hörbar aus. Er war zurück. Zurück an dem Ort, den er ungern öfters als einmal im Jahr betrat. Ein Schauer durchfuhr ihn, wodurch er wieder bemerkte, wie kalt es hier doch immer war. Nicht nur, dass einem dieses Haus praktisch jegliche Wärme zu entziehen schien, nein, auch seine Bewohner strahlten keinerlei Wärme aus. Draco dachte daran, dass sogar die Kerker Hogwarts einladender waren, als sein Elternhaus, in dem er nun schon so viele Jahre lebte und leben musste.

Spärlich beleuchteten einige Kerzenleuchter an den Wänden die Vorhalle, in die nur Mitglieder dieses Hauses apparieren konnten. Alle anderen Gäste, egal ob erwünscht oder nicht, konnten nur vor dem Gelände apparieren, aus Sicherheitsgründen verstand sich. Sein Vater hatte mit einer unsichtbaren Barriere dafür gesorgt.

Unerwartet hörte er plöztlich Geräusche, die sich wie kurze, kleine Schritte auf dem Marmorboden anhörten. Überrascht drehte Draco sich und war erstaunt, dort einen Hauselfen stehen zu sehen, der es nicht wagte, ihn direkt anzusehen und nervös mit den Füßen auf dem Boden scharrte.

„Junger Master Malfoy, euer Zimmer ist hergerichtet. Euer Vater hat uns schon gesagt, dass ihr bald hierher kommen würdet.", brachte der Hauself dann doch hervor.

„So, hat er das!", säucherlich schaute er den kleinen Diener der Malfoys an, auch wenn er innerlich wusste, dass dieser nichts für das Verhalten seines Vaters konnte. „Nungut, ich werde trotzdem hier auf ihn warten. Im übrigen habe ich nicht vor, lange zu bleiben."

Nervös schaute sich der Hauself um, entschied sich dann aber doch dafür, den Erben der Familie Malfoy nicht weiter zu reizen und verschwand schnell hinter der nächsten Ecke.

Draco hingegen ließ sich auf den Treppenstufen nieder, ehe er sein Gesicht in seinen Händen vergrub. Er war genervt und unruhig, schließlich wusste er nicht, was noch auf ihn zukommen würde. Das tat er allerdings nie, wenn er nach Hause kam, gestand er sich ein. Ein resignierendes Seufzen entfuhr ihm.

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Er wusste nicht mehr, wie lange er nun so in Gedanken versunken auf der riesigen Marmortreppe gesessen hatte, als er plötzlich ein Ploppen in der Eingangshalle vernahm. Vorsichtig hob er den Kopf und sah Lucius Malfoy seinem Umhang glattstreichen. Nachdem dieser damit fertig war, würdigte er seinen Sohn keines Blickes, sprach jedoch zu ihm, während er an Draco vorbeiging. „Was sitzt du da so untätig auf der Treppe, Sohn? Ich habe doch dein Zimmer herrichten lassen."

Ehe Draco aber antworten konnte, fuhr sein Vater auch schon fort: „Aber egal jetzt. Wir haben wichtigeres zu besprechen. Folge mir." Da der Angesprochene nicht sofort aufstand, brüllte Lucius auch schon los. „Sofort!". Genervt, aber mit einem gefühlskalten Ausdruck auf dem Gesicht, folgte er dann seinem Vater in dessen Arbeitszimmer. Er wusste, dass er vor seinem Vater, vor allem wenn der in dieser Stimmung war, die Maske des gehorchenden Sohnes aufrecht erhalten musste.

Lucius Malfoy ließ sich langsam auf seinem Stuhl hinter dem großen Schreibtisch nieder und fing an, seinen Stab mit dem silbernen Schlangenkopf, den er immer bei sich trug, in seiner Hand hin und her zu drehen. Da Draco von ihm keinen Platz angeboten bekam, blieb er lieber in der Mitte des Raumes stehen und wartete ausdruckslos auf das, was sein Vater mit ihm besprechen wollte.

„Wie du weißt, mein Sohn, war ich gerade beim Dunklen Lord. Wir haben die Sache mit diesem, wie hast du ihn nochmal genannt? Achja, wir haben die Sache mit diesem Versager Sean geklärt. Wir mussten leider alle einsehen, dass wir einen Fehler bei der Auswahl eines solch leicht beeinflussbaren Jungen gemacht haben. Frauen waren seine Schwäche und wurden ihm zum Verhängnis." Sein Blick ruhte nun auf Draco. „Doch, weißt du, was interessant für uns alle zu hören war, Draco?"

„Nein, ich wüsste nicht, was ich mit diesem Sean zu tun haben sollte. Ich kenne ihn nichteinmal.", erwiderte dieser mit klarer und ziemlich kalter Stimme.

„Sagen wir es so. Dieser Versager, wie du ihn ja nennst, hat noch einige interessante Dinge ausgesprochen, bevor er leider so stark von uns, nunja, behandelt wurde, sodass er unverhofft ins Koma gefallen ist. Diese Dinge sind jedoch für dich wohl ziemlich wichtig."

Draco hob verwundert eine Augenbraue. Er ahnte, dass etwas nicht gerade erfreuliches auf ihn zukommen würde.

„Er erwähnte nämlich," Lucius umspielte wieder mit seinen Händen den Schlangenstab, „dass du, Draco, mein Sohn, für das Misslingen seines Planes verantwortlich wärest." Blitzschnell fuhr sein Blick zu Draco und ein wütendes Funkeln war in Lucius Augen erschienen. „Stimmt das?"

Obwohl Draco wusste, dass sein Vater nicht in den Fähigkeiten geübt war, in den Geist anderer Menschen einzudringen, so bemühte er sich dennoch, seine Gedanken lieber zu verschließen. Hermine, der Weihnachtsball, die Silvesterparty, die langen Gespräche im Wohnturm und auch der Kuss kurz vor dem Angriff verschloss er ganz weit hinten in seinem Kopf. Solche Gedanken waren in solchem Haus und in solcher Gesellschaft zu gefährlich, sowohl für ihn als auch für die betroffene Person, die in seinen Geist verwickelt war. Und nun erwiderte er ohne jegliche gefühlsmäßige Regung: „Ich weiß nicht, was du meinst, Vater." Obwohl er bereits ahnte, was Sean, während er Lord Voldemort gefoltert wurde, ihm und den anderen Todessern erzählt haben musste.

„Dann, mein Sohn, werde ich dir erzählen, was uns dieser von dir betitelte Nichtsnutz und Versager so erzählt hat. Er ist der Meinung und sagte auch gesehen zu haben, wie du dich dieser Schlammblutfreundin von Potter genähert haben sollst. Hinzu kommt noch, dass du ihn bei der Ausführung seines Planes gehindert haben sollst, indem du ihm, als eingeschleusten Gastschüler, übrigens ein sehr gerissener Plan des Dunklen Lords, wie ich neidlos zugeben muss, sehr viele Punkte abgezogen haben sollst. Dadurch konnte er nicht mehr so agieren, wie er und wir es uns überlegt haben. Durch deine Hilfeaktionen war das Schlammblut längst nicht mehr so geschwächt, wie wir es gerne gehabt hätten."

„Ich wusste nichts von eurem Plan, wenn ich es gewusst hätte, dann...", unterbrach Draco seinen Vater in dessen Vorwürfen.

„Halt den Mund!", brüllte nun Lucius Malfoy und stieß den Stab in seiner rechten Hand ärgerlich auf den Fußboden, wodurch ein schallendes Geräusch durch den ganzen Raum hallte und Draco kurz zusammenzuckte. „Es ist egal, ob du von dem Plan wusstest oder nicht. Meine Frage ist, hast du dich diesem wertlosen Mädchen genähert oder nicht?" Unergründlich war der Ausdruck in seinen Augen, die erwartungsvoll und dennoch gleichgültig seinen Sohn musterten.

Draco erwiderte den strengen Blick seines Vaters, während er ihm auf seine Frage antwortete. „Ich habe mich ihr nicht genähert. Nicht mehr, als ich durch mein Amt als Schulsprecher habe tun müssen. Sie ist schließlich Potters Freundin und ein wertloses Schlammblut und ich bin immer noch ein Malfoy. Wir sind stolz, Reinblüter und Anhänger des Dunklen Lords. Nie würden wir uns mit solchen Wesen wie Granger es ist abgeben." Er selbst wusste, dass er da gerade im Prinzip nur die Leitsätze, die sein Vater ihm eingetrichtert hatte, wiederholte, aber er konnte behaupten, dass er sie nicht immer ganz so sah wie Lucius. Nicht mehr jedenfalls. „Und Sean habe ich damals Punkte abgezogen, weil ich es tun musste. Granger war schließlich ebenfalls anwesend und ich musste so handeln, sonst wäre ich bestraft worden oder es wäre zu auffällig gewesen. Als Schulsprecher habe ich leider gewisse „ehrenwerte" Pflichten." Draco log, aber er hoffte, dass ihm sein Vater das so abnehmen würde.

Lucius Malfoy hatte sich inzwischen nun von seinem Stuhl erhoben und kam nun um den Schreibtisch herum, vor dem er letztendlich stehenblieb. „Sean allerdings hat uns und vor allem dem Dunklen Lord das ganze etwas anders geschildert, sodass wir uns alle fragen, wo denn nun deine Loyalität liegt. Ich dachte eigentlich, dass ich dich richtig erzogen hätte und du von solchen Menschen, wie der Potterfreundin, fernbleibst. Wäre auch das Beste gewesen, denn schließlich hättest du dann nicht den Plan so gefährdet. Der Dunkle Lord ist sehr erbost über dein Verhalten gewesen."

„Vater, ich...", versuchte Draco sich zu verteidigen, doch ehe er seinen Satz aussprechen konnte, traf ihn die volle Wucht des Cruciatusfluches, ausgelöst von seinem eigenen Vater.

„Ich kann es nicht dulden, Draco, dass der Zorn des Dunklen Lords auf unser ehrenwertes Haus fällt. Und im Moment ist er sehr entäuscht von dir." Lucius Zauberstab war immer noch auf Draco gerichtet, der sich mittlerweile in grausamen Schmerzen auf dem Boden im Arbeitszimmer seines Vaters wand. „Ich werde dich daran erinnern, was deine Prinzipien sein sollten, was du gelernt hast und nicht vergessen haben solltest."

Draco hörte kaum noch die Worte seines Vaters. Er glaubte innerlich zu zerreißen, sein Körper schien in ihm zu schmelzen. Aber er wollte niemandem und vor allem nicht seinem Vater die Genugtuung geben Schmerzenschreie zu hören . Damit würde er seinem Vater nur wieder verdeutlichen, dass er schwächer war als dieser und das konnte er nicht zulassen. Außerdem war es ja nicht das erste Mal, dass sein Vater ihn auf diese Art zurechtwies. Diese Art der Bestrafung zog sich schon durch Dracos ganze Leben. Jedes Mal, wenn er etwas falsch oder nicht gut genug gemacht hatte, wurde er mit einem Cruciatus verflucht und wenn er angefangen hatte zu schreien, verlängerte Lucius Malfoy die Qual an seinem Sohn nur noch. Also blieb dieser auch jetzt wieder stark, zumindestens versuchte er dies, auch wenn es ihm von Sekunde zu Sekunde immer schwieriger fiel.

Allerdings schien der blondhaarige Todesser in diesem Moment sehr wütend auf seinen einzigen Erben zu sein, denn er ließ auch nach einige Zeit nicht von dem sich auf dem Boden windenden Jungen ab und dann umfing Draco kurz darauf auch schon eisige Schwärze.

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„Hermine, bist du wach?"

Vorsichtig öffnete die Angesprochene die Augen, die sich nur schwer an die ungewohnte Helligkeit gewöhnen konnten. „Was...? Wo bin ich?" Um sie herum schien alles im klinischen weiß gehalten. Das konnte allerdings nur bedeuten, dass... Schnell richtete sie sich auf, nur um dann sofort wieder mit starken Kopfschmerzen zurück in die Kissen zu sinken. „Autsch."

Behutsam legte sich eine Hand auf ihre Schulter, die sie kurz darauf auch wieder zudeckte. Erst jetzt bemerkte Hermine die Person neben ihrem Bett. Es war Harry, ihr sicherlich bester Freund. „Harry, was machst du denn hier?"

„Ich wollte dich besuchen kommen." Er lächelte sie zaghaft an und seine grünen Augen fingen an zwischen seinen verwuschelten Haaren hindurch zu leuchten. „Wir haben uns ja schließlich Sorgen um dich gemacht. Du hast immerhin fast 2 Tage geschlafen, da Madame Pomfrey dich so am besten heilen konnte. Und ich bin erleichtert, dich so ... naja... wach... zu sehen."

Hermine erinnerte sich nun wieder an das Ereignis, was anscheinend schon zwei Tage her war. Der Überfall, Sean war ein Todesser, Lucius Malfoy, Draco, die Schmerzen der Flüche. Ein gedehntes Seufzen entfuhr ihr. „Ach, Harry, du weißt doch, so schnell haut mich nichts um. Kennst mich doch." Sie versuchte zu grinsen und dies gelang ihr halbwegs, sodass sie Harry zurück anlächelte.

Einen Moment später verschwand allerdings sein Lachen wieder. „Sean hat dir das angetan, er war ein Todesser." Seine Freundin zuckte bei diesem Namen zusammen. „Das weiß mittlerweile die ganze Schule und Dumbledore macht sich schwere Vorwürfe, dass er es nicht früher erkannt hatte, aber wer soll denn schon wissen, dass die Todesser jetzt schon Schüler rekrutieren für ihre miesen Ziele? Wir sind jedenfalls alle froh, dass es dir gut geht."

Hermine nickte nur. „Dankeschön." Gedankenverloren schaute sie nun auf die Verbände an ihren Handgelenken. Der Fluch des Armbandes hatte sie stark getroffen, denn dort, wo das Armband gewesen war und parallel dazu auf der anderen Seite, waren tiefe Wunden und sie konnte sehen, dass an ihrer rechten Hand das Blut langsam wieder durchsickerte.

Sie spürte, wie Harry vorsichtig ihre Hand nahm und sie flehend anschaute. „Willst du mir nicht erzählen, was wirklich vorgefallen ist?"

Verwirrt und leicht nervös fragte Hermine: „Was meinst du, Harry?" Eilig zog sie ihre Hand aus der von Harry Potter.

„Nunja, Sean war noch längst kein solch guter Zauberer und das Halsband hat er sicher nicht alleine bekommen können. Er musste Helfer gehabt haben und ich glaube, du weißt, wer es war. Außerdem ist Malfoy seid diesem Abend verschwunden. Weißt du vielleicht, wo er sein könnte?"

„Sean hat mich angegriffen, das wars, Punkt. Und Draco Malfoy ist zuhause, bei seinem Daddy, denn der wollte ihn sprechen, soweit ich weiß. Das haben er und Blaise Zabini jedenfalls mal in der Bibliothek besprochen. Mehr weiß ich auch nicht. Zufrieden?"

Nachdenklich schaute ihr bester Freund sie an und sie vermied es, ihm direkt in die Augen zu blicken. Sie hatte Angst, dass er bemerken würde, wenn sie log, was sie ja eindeutig getan hatte. Um Draco zu schützen. Fast hätte sie laut lachen müssen, wenn sie daran dachte, dass sie ihrem Erzfeind und dessen Vater gerade half. Dem Menschen also, der sie fast umgebracht hätte. Doch war sein Sohn, Draco, wirklich noch ihr Feind? Sie war sich nicht mehr sicher und ihre Gedanken und Gefühle fingen langsam an sie zu verwirren.

Ehe Harry Potter noch weiter seine Freundin „ausquetschen" konnte, kam plötzlich ein rothaariger Junge ins Zimmer gestürmt und rannte, nachdem er sah, dass Hermine wach war, auf das Krankenbett zu und schlang seine langen, schlacksigen Arme um sie. „Hermine, du bist endlich wach, ich hab mir solche Sorgen gemacht um dich."

„Danke, Ron", sie versuchte zu lächeln, doch ihr Freund hatte seine Hände schmerzhaft auf ihren Rücken gelegt, der daraufhin wieder leicht zu brennen schien.

„Man, Ron, du hirnloser Trottel, sie ist verletzt, also erdrück sie gefälligst nicht so." Ginny kam mit leicht säuerlichem Gesicht hinter Ron zum Vorschein. „Und tu nicht so, das Essen war dir doch bis gerade eben noch sehr viel wichtiger als Hermine. Du hast dir nur Sorgen gemacht, ob es heute was mit Fleisch gibt oder eben nicht."

Hermine und Harry fingen an zu grinsen und ihr Freund lief so rot wie seine Haare an. „Man, Ginny, jetzt sei doch nicht so." Und zu seinen beiden Klassenkameraden gewand: „In solchen Momenten ist sie wie unsere Mutter, einfach schrecklich, glaubt mir."

Fast im gleichen Moment hatte Ron einen kleinen Klaps auf den Hinterkopf bekommen. „Das hab ich gehört, Ronny-Wonny." Doch schon wanderte Ginnys Blick zu ihrer besten Freundin. „Aber mal im Ernst, ich bin auch so unendlich froh, dass es dir wieder besser geht, Mia. Also das tut es doch, oder?", fragend schaute sie Hermine an.

Diese zuckte mit ihren Schultern. „Ich denke mal schon, abgesehen von den Kopfschmerzen und leichtem Brennen auf meinem Rücken, fühle ich mich eigentlich ganz gut. Danke der Nachfrage."

„Sehr schön, weil länger hätte ich es mit den beiden hier auch gar nicht mehr ausgehalten. Ohne dich sind sie so...unfähig."

„Hey!", beschwerten sich nun Harry und Ron lachend und kurz darauf stimmten auch die beiden Mädchen in das Gelächter mit ein.

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Ruckartig wachte Draco aus seinem koma- und gleichzeitig schlafähnlichem Zustand auf. Schnell setzte er sich aufrecht hin. Als er sich langsam umblickte, erkannte er, dass er sich nun in seinem eigenen Zimmer befinden musste. Durch den Straffluch seines Vaters war er wohl ohnmächtig geworden, ein Ärgernis, wie Draco fand, denn es zeigte nur seine Schwäche. Hauselfen mussten ihn in sein Bett gebracht haben, denn er wusste, dass sein Vater ihn sicherlich niemals von sich aus dorthin gebracht hätte. Er sammelte die Kissen von seinem Bett ein und stapelte sie hinter sich auf, sodass er gemütlich in den weichen Kissen angelehnt sitzen konnte und gleichzeitig das gesamte Zimmer im Blick hatte.

Trotz der gemütlichen Atmosphäre spürte er, dass er wohl einige blaue Flecken abbekommen haben musste bei seinem Sturz, denn sein Rücken schmerzte leicht, auch bei den weichen Berührungen der Kissen.

Draco konnte nicht sagen, wie lange er so reglos dagesessen hatte, als plötzlich die Tür aufging und seine Mutter Narcissa mit einem Tablett in der Hand eintrat. Er war überrascht darüber, denn wenn er sonst zuhause war, sah er seine Mutter relativ selten. Meistens hielt sie sich nämlich in ihren eigenen Gemächern auf, da sie sich nicht in die Erziehungsmethoden ihres Mannes einmischen wollte. Auf diese Weise konnte Draco nie ein richtiges Mutter-Sohn-Verhältnis aufbauen. Er liebte seine Mutter, keine Frage, und dennoch hat er sich ihr nie sonderlich verbunden gefühlt. Sorgen, wenn sie alleine mit Lucius Malfoy war, machte er sich trotzdem oft. Sie war einst eine stolze Frau gewesen, daran konnte Draco sich noch lebhaft erinnern, denn als er klein gewesen war, war sie seine Stütze und einzige „Wärmequelle" in diesem kalten Haus gewesen. Als er dann älter wurde, hatte sein Vater die Erziehung übernommen und irgendwie war Narcissa daran langsam zerbrochen.

Vorsichtig stellte sie das Tablett auf den Nachttisch neben seinem Bett ab. „Ich bin froh, dass du wieder aufgewacht bist.", sprach sie leise, ohne dabei ihren Sohn anzuschauen, sondern die Dinge auf dem Tablett herrichtend.

„Ich habe mich bisher immer von seinen Bestrafungen erholt, warum also nicht auch dieses Mal!", ein verbittertes Lachen entfuhr ihm, während sich seine Mutter nun zu ihm auf das Bett setzte.

„Es tut mir leid. Diesmal war es schlimmer, die Hauselfen, die ich zu dir geschickt habe, meinten, dass du auch zahlreiche Wunden auf deinem Rücken davongetragen hast. Sie sind inzwischen gut versorgt worden, in wenigen Tagen sind sie endgültig verheilt." Vorsichtig drückte sie seine Hand. „Ich werde versuchen bei ihm durchzubringen, dass du so schnell wie möglich wieder zur Schule zurückkehren kannst."

Das erste Mal seid langer Zeit sah Draco seine Mutter direkt an und er spürte, dass sie ihm wirklich helfen wollte, was sie vorher nie so deutlich gezeigt hatte. „Ich... Danke... würde ich sagen." Vorsichtig schenkte er Narcissa ein kleines Lächeln. „Das musst du aber nicht. Er wird außerdem nicht so schnell aufgeben. Ich habe unser Ansehen beschmutzt und der Dunkle Lord ist sauer auf uns Malfoys." Er senkte den Kopf.

„Lass das mal meine Sorge sein, Draco. Du bist immer noch mein Sohn und ist es nicht meine Aufgabe dich zu beschützen?" Entschlossen schaute sie ihn an. „Ich weiß selbst, dass ich viel zu spät eingreife, aber noch ist es nicht zu spät. Ich will, dass es dir gut geht und das tut es hier nicht."

Draco war zu erstaunt, um irgendetwas groß dazu zu sagen. „Aber der Dunkle Lord!"

„Der bescheuerte Lord ist mir doch egal, Draco. Du bist mir als einziger wichtig. Und nur in der Schule kannst du glücklich sein."

Er wusste, dass sein Mutter recht hatte. Einzig in der Schule fühlte er sich frei und unbeschwert, nur dort hatte er einen wahren Freund. Und dort war sein Amt als Schulsprecher, er war wichtig, er hatte Macht. Und dort war sie. Hermine Granger. Doch was sie dazu beitrug, dass er sich gut in der Schule fühlte, konnte er selbst nicht einordnen. Sie war schließlich nur Potters Freundin, da hatte sein Vater Recht.

„Sie scheint ein nettes Mädchen zu sein, also sicherlich noch ein Grund mehr in die Schule zurückzukehren, nicht!" Narcissa Malfoy lächelte ihren Sohn warm an.

„Woher... Wen meinst du?", fragte Draco nervös.

„Na, das braunhaarige Mädchen aus deinen Gedanken. Sie sieht sehr nett aus."

„Woher kannst du... meine Gedanken lesen?" Er war verwirrt, denn er hatte nicht gewusst, dass seine eigene Mutter dazu fähig war.

„Severus. Er hat es mir vor langer Zeit einmal beigebracht und ein bisschen beherrsche ich davon noch." Als sie den nervösen Blick ihres Sohnes sah, fügte sie lieber noch schnell ein „Keine Sorge, ich habe schon damit aufgehört." hinzu. „Aber darf ich fragen, wer sie ist?"

Draco musste kurz überlegen, aber eigentlich war er sich sicher, dass er seiner Mutter vertrauen konnte. „Das ist Hermine Granger. Sie ist ebenfalls Schulsprecherin. Wir wohnen zusammen, allerdings ist sie eine elendige Besserwisserin. Außerdem ist sie im Haus Gryffindor und zugleich noch die beste Freundin von Harry Potter." Mit einem Seufzen fügte er noch hinzu: „Sie ist muggelstämmig."

Seine Mutter nickte verstehend. „Und trotzdem magst du sie, Draco."

Zum ersten Mal in seinem Leben wurde Draco Malfoy rot. Ihm war es peinlich, dass seine Mutter das so treffend ausgedrückt hatte, das, was er sich seid einiger Zeit nicht eingestehen wollte. Ja, er mochte Granger wohl ganz gerne. Auch wenn sie so ein Bücherwurm und eine Besserwisserin war. Er stritt gerne mit ihr, denn sie war ihm ebenbürtig in solchen Wortgefechten. „Sie ist das Ziel gewesen."

Narcissa sah in fragend an.

„Der Dunkle Lord wollte sie für sich haben, weil sie Potters Freundin ist. Denn durch sie hätte er auch Macht über ihn, verstehst du? Der Gastschüler, übrigens ein eingeschleuster Todesser in meinem Alter, sollte sich ihr nähern und sie dadurch schwächen. Doch die Entführung ging schief, angeblich weil ich in ihrer Nähe war."

„Geht es ihr gut?", fragte seine Mutter ihn nun.

„Ich... ich weiß es nicht und es sollte mir auch egal sein, wie es einem Schlammblut geht.", meinte er nun verbittert.

Wütend sprang seine Mutter nun auf. „Wie kannst du soetwas sagen, Draco? Sie ist ein Mensch wie wir es sind und sie ist sicher stark verletzt worden. Ich hätte dein Vater niemals die Erziehung überlassen dürfen!"

„Hast du aber!"

Erstaunt riss Narcissa ihre Augen auf, um kurz darauf ihren Sohn wütend anzufunkeln. „Du bist unverschämt, Draco. Ich hoffe für dich und auch für mich, dass du in deinem weiteren Leben hoffentlich die richtigen Entscheidungen treffen wirst, die dein Herz dir sagt und nicht die dein Vater dir eingetrichtert hat. Sonst würde es mir echt leid für dich tun." Sauer drehte sie sich um und verschwand mit einem lauten Knallen der Tür aus seinem Zimmer, in dem ein wütender und gleichzeitig nachdenklicher Draco Malfoy zurückblieb.

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„Ihr Vater erwartet sie sie in seinem Arbeitszimmer. Sofort, soll ich ihnen ausrichten." So wurde Draco am nächsten Morgen von einem Hauselfen vor seinem Bett geweckt.

Immer noch ziemlich müde, stand er dann letztendlich doch auf, denn er wusste, wenn sein Vater sofort sagte, meinte er auch sofort und Draco hatte keine Lust neue Wunden und Flüche auf seinem Körper zu spüren. Schnell zog er sich eine Hose und ein Hemd über und machte sich dann auf den Weg zum Zimmer seines Vaters.

Noch bevor er klopfen konnte hörte er schon das „Komm rein, Draco" von Lucius. Also trat er langsam in das in grün und silber gehaltene Zimmer ein. Sein Vater saß erneut hinter seinem großen Schreibtisch und blickte ihn erwartend an.

„Nett, dass du es „einrichten" konntest, Draco." Er blickte ihn kühl an. „Ich dachte mir, dass wir reden sollten."

Draco nickte einfach nur. Er wusste, dass es besser war, seinen Vater nicht wieder zu unterbrechen.

„Der Dunkle Lord und ich sind uns einig geworden, dass du dein Versagen wieder gut machen kannst und gleichzeitig beweisen wirst, wie loyal du ihm gegenüber bist." Lucius machte eine kurze Pause. „Insofern kann ich sogar dem Wunsch deiner Mutter, dich wieder zurück in die Schule zu schicken, entsprechen. Da Sean den Plan nicht zur Zufriedenheit des Dunklen Lords ausführen konnte," er stand von seinem Platz auf und kam wieder um den Schreibtisch herum, langsam auf Draco zu, „habe ich ihm nun vorgeschlagen, dass DU," er zeigte mit seinem Schlangenstock auf seinen Sohn, „jetzt die Aufgabe erhalten wirst."

Draco erkannte, dass er nun die Möglichkeit hatte zu sprechen. „Aber..." Eigentlich wollte er fragen, warum er jetzt auf einmal einen Auftrag zu erledigen hatte, obwohl er noch nichteinmal zu den Todessern gehörte, doch er wusste eigentlich die Antwort schon. Er sollte sein angebliches Versagen und Einmischen wieder gutmachen. Resignierend fragte er also: „Was ist dann meine Aufgabe?"

„Du, mein Sohn, hast nun den Auftrag uns das Mädchen zu beschaffen. Der Dunkle Lord lässt dir sogar ein wenig Zeit dafür, da er im Moment noch andere Dinge zu erledigen hat. Aber er möchte natürlich nicht enttäuscht werden, ich hoffe, dass dir das klar ist, Draco."

Dieser nickte nur ergeben.

„Lass dir also was einfallen und denk daran: Wenn du Erfolg haben wirst, was du sicher haben wirst, dann ist dir dein Platz beim Dunklen Lord sicher. Wenn nicht, dann wirst du es nicht leicht haben in deiner Zukunft. Falls du die natürlich dann noch hast." Lucius grinste seinen Sohn diabolisch an.

„Wann soll ich mich auf den Weg machen?" Draco wusste, dass er seinen Vater nicht mehr davon abbringen konnte, also blieb ihm nichts anderes übrig, als sich seinem Schicksal zu ergeben.

„Ist mir egal, Junge. Verschwinde, wann du möchtest. Ich muss jetzt los. Du weißt ja, Frauen warten nicht gerne!" Lucius lachte seinen Sohn wissend an, nahm seinen Umhang, band sich den um, griff nach seinem Schlangenstock und schritt mit hoch erhobenem Haupt aus dem Zimmer.

Dass sein Vater neben Narcissa noch Kontakt zu anderen Frauen hatte, war sowohl Draco als auch seiner Mutter bewusst, doch jedes Mal ärgerte es ihn aufs Neue. Säuerlich schritt er sein hinter seinem Vater aus dem Arbeitszimmer und machte sich auf den Weg zu seinem Zimmer.

Ehe Lucius jedoch zum Apparierpunkt in der Eingangshalle ging, blieb er noch kurz stehen und drehte sich zu seinem Sohn um. „Achja, Draco, was ich noch vergessen hatte zu erwähnen. Pansy Parkinson ist nicht länger deine Verlobte."

Erstaunt blieb auch Draco stehen. „Aber... warum?"

„Ich habe jemand neues gefunden. Die Familie ist wohlhabender und auf ganz ähnlichem Niveau wie wir es sind, Draco. Claire Armstoune hast du sicher schon kennengelernt, sie geht schließlich seid diesem Jahr in deinen Jahrgang. Außerdem ist sie auch ganz hübsch." Er zwinkerte seinem Sohn gefährlich zu. „Also behandel sie gut, sie ist deine neue Verlobte und du wirst sie später heiraten. Außerdem wollen wir es uns ja auch nicht mit ihrer Familie verübeln, nicht wahr! Der Dunkle Lord hat sie persönlich für dich ausgesucht." Und schon hatte er sich wieder umgedreht und war kurz darauf disappariert.

Zurück blieb ein verwirrter, erstaunter Draco, der das eben gehörte kaum glauben konnte.

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Es wurde draußen langsam wieder Tag, als Draco Malfoy durch das große Schlossportal trat und sich auf den Weg zu seinem Zimmer machte. Kein einziger Schüler kam ihm entgegen, was ihm allerdings auch ganz recht war, denn seine Laune war im Keller und er hätte für nichts garantieren können. Er war gespannt, ob noch weitere Überraschungen die nächste Zeit auf ihn warten würden, denn er wusste nicht, wieviel er noch vertragen würde.

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Ein kleines Kommentar bitte? Freue mich immer wahnsinnig darüber ;D