Das Erste was er spürte, als er aufwachte, waren ihre sanften Hände und warmen Lippen auf seiner nackten Brust.
Unglaublich!
Nicht nur, dass sie heute schon vor ihm wach war, was eigentlich nie passierte, nein, äußerst bedenklich fand er es, dass er es jetzt schon nicht mehr mitbekam, wenn eine schöne Frau ihn auszog! Wahrlich, Hermine hatte Recht, die Couch war wirklich nicht das Problem!
„Na, bist Du endlich wach, alter Mann?", fragte sie sehr spöttisch und küsste sich langsam, aber gewohnt zielstrebig zu seinem Hals hinauf, „muss ja ein sehr angenehmer Traum gewesen sein, den Du diese Nacht geträumt hast!"
„Was lässt Dich zu dieser rein spekulativen Ansicht kommen?", fragte er brummend, diese Frau sollte den Job von Sybille Trelawney übernehmen.
„Och, vielleicht ein kleiner Blick darauf?", ihr Daumen wies an ihm herunter.
Severus hob seinen Kopf ein wenig und tatsächlich, wie bei einem pubertierenden Teenager wölbte sich die Bettdecke unübersehbar über seiner Körpermitte.
Er seufzte: „Kein Wunder, ich habe von meiner ersten gemeinsamen Nacht mit dieser ungemein erregenden, blutjungen Wahrsagerin geträumt!"
„Was? Du hattest was mit einer Wahrsagerin?", Hermine schaute ihn empört an.
„Natürlich, wusstest Du das nicht? Im Nebenjob lehrt sie Tränkekunde in Edinburgh, aber ihre eigentliche Berufung ist es, die Gedanken ihres Mannes und ihrer Kinder zu erraten und diese Wissen gnadenlos auszunutzen!" Und um verlorenen Boden wieder einigermaßen gut zu machen, griff er mit beiden Händen in ihr Haar und zog sie ganz zu sich hinauf.
Nach einem langen, leidenschaftlichen Kuss, löste sich Hermine grinsend von ihm, stemmte sich mit den Unterarmen auf seiner Brust auf und wackelte mit den Augenbrauen: „Also, wenn ich da mal eine weitere Vorhersage wagen dürfte?"
„Was, schon wieder?", aber Severus war ein wenig abgelenkt, denn ihre Haltung ließ einen herrlichen Blick auf ihr verführerisches Dekollete zu.
„Ja, denn mein inneres Auge sieht es jetzt ganz klar!", orakelte sie.
„Und was sieht das innere Auge genau?", schmunzelte Severus.
„Die Orgie!", und wenn er nicht schön längst von seinem Traum erregt gewesen wäre, dieser Tonfall hätte spätestens jetzt dafür gesorgt!
„Ach die!", nickte Severus erfreut, „Ja, die sehe ich auch! Wurde ja auch langsam Zeit, sie hatte schon Verspätung!" Und um ihre Prophezeiung augenblicklich wahr werden zu lassen, riss er sie verlangend auf sich, fasste mit beiden Händen an ihren Nacken um sie erst ein weiteres Mal leidenschaftlich zu küssen, sich dann aber während dieses Kusses geschickt so zu drehen, dass sie halb unter ihm zu liegen kam.
In dieser Position war es viel leichter ihr die wilden braunen Locken aus dem Gesicht zu streicheln und so konnte sie auch besser sein Oberteil von seinen Schultern streifen und die Schnur seiner Pyjamahose lösen. Zufrieden mit diesem ersten Teilergebnis zog sie ihm schließlich verführerisch die Hose über sein Gesäß und verlagerte ihr Gewicht etwas, damit seine Hand, die jetzt sehr konsequent das lange Nachthemd an den Außenseiten ihrer Oberschenkel entlang hoch schob, mehr Bewegungsraum hatte. All das schafften die beiden ohne ihre Lippen für längere Zeit voneinander zu trennen. Ausgezeichnete Leistung, in der Tat!
Hermines Atem beschleunigte sich bereits hörbar, was wohl auf die Liebkosungen zurückzuführen war, die er sehr geschickt ihren Brüsten zukommen ließ, als er plötzlich inne hielt.
„Hattest Du gesagt, dass die Mädchen direkt von den Potters zu Deinen Eltern flohen?"
Hermine lacht kurz auf und versuchte gerade im Liegen ihr langärmeliges Nachthemd auszuziehen, was aber ziemlich umständlich war, „Ja, keine Sorge, Severus, es wird uns keiner stören. Ginny kommt nur nachher kurz vorbei um ihre Sachen zu holen." Sie grinste ihn frech an, „Weißt Du eigentlich, dass Du immer kurz bevor es - nun sagen wir mal - ernst wird, an die Kinder denkst?"
„Das ist doch kein Wunder, eindeutig väterlicher Lusterhaltungstrieb!", erläuterte Severus und er beschloss doch zu seinem Zauberstab zu greifen, um ihr aus dem Nachthemd zu helfen. Einen kleinen Schlenker später war nicht nur er, sondern auch Hermine vollkommen nackt. Diese begann allerdings sofort leicht zu zittern, was bei diesen Temperaturen kein Wunder war.
„Ginny erzählt übrigens, dass Harry stets ähnliche Fragen stellt!", Hermine klapperten schon die Zähne und er breitete schnell die warme Decke über sie beide aus.
„Du redest mit Ginny darüber, was wir Männer fragen, bevor wir mit Euch Sex haben?", fragte Severus entrüstet.
„Nun, eigentlich hat Luna mit uns darüber geredet und uns dann gefragt. Du weißt doch, wie direkt sie ist", verteidigte sich Hermine und zog ihren schamhaften Ehemann ganz eng zu sich herunter.
„Und Du konntest nicht einfach lügen?", fragte Severus etwas abgelenkt, denn sie hatte gerade einladend ihre Beine für ihn geöffnet.
„Was sollte ich denn da lügen?", erkundigte sich Hermine, aber ebenfalls nur mäßig bei der Sache, denn ihr Mann kam gerade ihrer eindeutigen Einladung nach.
„Weiß nicht", keuchte Severus und schob sich vorsichtig in sie, „vielleicht, dass Du jedes Mal so vor Lust und Ekstase schweben würdest, dass Du solche Fragen gar nicht mit bekommen könntest."
„Oh, Severus, Du Verrückter!", stöhnte Hermine und rollte mit den Augen.
„Sehr richtig, verrückt nach Dir!", presste ihr Ehemann hervor, voller ehrlicher Überzeugung, Leidenschaft und Begierde.
Danach war es längere Zeit still im Schafzimmer der Professoren Granger und Snape, wenn man das leise Keuchen und Schnaufen und die anderen kleinen genüsslichen Laute nicht zählte, die von Lust und Liebe zeugten.
Erst als sich Hermine und Severus völlig außer Puste und mit erhitzten Körpern dicht aneinander kuschelten, um den gerade erlebten herrlichen Gefühlen noch eine zeitlang genießend nachzuspüren, schaute sie ihn zärtlich von unten herauf an.
„Hast Du jetzt eigentlich herausgefunden, wann Du Dich in mich verliebt hast?"
Severus nickte leicht, „Ja, das habe ich, und in meinen Nachforschungen kamen unter anderem ein Bergsee, ein winziges Zelt, herrliche Landschaften, Stiere und Lagerfeuer vor."
Hermine musste lachen und küsste ihn sanft in den linken Mundwinkel.
Dann beugte er sich über sie und fuhr fort:
„Ich habe wirklich alles gründlich durchdacht, Hermine, und bin zu dem eindeutigen Ergebnis gekommen, dass Du Dich bei mir auf hinterhältigste Weise unentbehrlich gemacht hast, Dich von Deiner allerbesten und begehrenswertesten Seite gezeigt, Deinen Charme und Dein Verständnis gekonnt um mich herum gesponnen und mich mit Deinem Lachen und dem Blick Deiner wunderschönen braunen Augen willenlos gefesselt hast.
Ich habe mich wirklich heftig gewehrt Hermine, ich habe mit ehrlichen und mit ein paar anderen Mitteln dagegen angekämpft, war aber letztlich gänzlich ohne Chance!" Er seufzte tief und schwer.
„Ach, Du Armer!", Hermine war voller Mitleid, „Was kann ich nur tun, um das wieder gut zu machen?"
Severus schaute ihr lange in die Augen, dann flüsterte er sehr leise, „Da fallen mir nur zwei Dinge ein, Hermine!"
„Und die wären?"
„Verlass mich nicht!"
„Keine Sorge, das habe ich nicht vor, Du hast immerhin die bequemste Couch und den besten Zimmerservice der ganzen Zaubererwelt!", lächelte Hermine und fuhr mit ihren Fingerspitzen streichelnd über seine Lippen, „Und was noch?"
„Hör bitte nicht auf mich zu lieben!"
„Ach, Severus, das könnte ich doch gar nicht, selbst wenn ich es wollte!", wisperte sie und küsste sehr liebevoll seinen Mund.
Bei Merlin! Was hatte er nur für ein Glück! Und was war er für ein armer Tropf gewesen, früher, ohne sie! Denn solche zärtlichen, gemeinsamen Morgenstunden waren damals auch keine Option gewesen!
Grundgütiger, was hatte er doch alles versäumt!
ENDE
Morgen folgt noch ein kleiner Epilog!
