A/N: Ich habe keine Ahnung, ob bei diesen Temperaturen überhaupt irgendjemand vor dem Computer sitzt, aber ich denke, ein kleines Update ist mal wieder fällig!
Die Spinne
Eine Viertelstunde später verließ Ron die Krankenstation. Nach ein paar Diagnosezaubern hatte Mumba Bonham behauptet, dass er nicht verletzt sei. Es fühlte sich aber nicht so an. Wie benommen lief er den Gang hinunter, bog um die Ecke und fand sich inmitten einer Schafherde wieder. Eine Schafherde mitten im Schloss, Willkommen in Hogwarts!
Er schob sich stoisch durch die Schafleiber, und blieb erst stehen, als ihm ein Paar Schuhe auffiel, das auf einer Holztruhe herumlag. Die Schuhe gehörten Harry, der sich in dem kleinen Erker hinter der Truhe verschanzt hatte, um dort zu schlafen. Es sah nicht sehr bequem aus. Trotzdem schnarchte Harry seelenruhig vor sich hin und bemerkte nicht einmal, dass eins der Schafe Gefallen an seinem Hosenbein gefunden hatte und seelenruhig darauf herumkaute. Ron setzte sich auf die Truhe und beugte sich zu seinem Freund hinunter.
„Harry?"
Harry strich sich mit einer Hand übers Gesicht und quetschte sich noch tiefer in seine Ecke.
„Harry", sagte Ron nun lauter.
„Fünf Minuten", nuschelte Harry. Das Schaf hatte soeben einen Stofffetzen aus seiner Jeans gerissen und genoss seine Errungenschaft mit einem zufriedenen Schmatzen. Ron sah es böse an und gab ihm einen Klaps auf den Hintern. Beleidigt sprang das Schaf zurück in die Herde und löste damit ein Konzert gemeinschaftlichen Blökens aus. Harry schlief weiter.
„Mister Harry Potter!"
Harry schreckte hoch und sah Ron durch seine Brille mit großen Augen an.
Ron deutete auf das malträtierte Hosenbein. „Du kannst hier nicht einfach pennen, Mann. Die Schafe fressen dich bei lebendigem Leibe. Was machen die Viecher überhaupt hier?"
…::…
Harry betrachtete kritisch die Überreste seiner Jeans, dann kämpfte er sich aus der Ecke heraus und beäugte missmutig die Schafe. Sie waren also immer noch hier. Frustriert ließ er sich neben Ron auf die Holztruhe sinken.
„Die Verbindung im Flohnetzwerk wurde kurz vor sieben geknackt und danach war im Kamin der Krankenstation die Hölle los", berichtete er. „Scheinbar hatten ziemlich viele Leute das Bedürfnis nach Schottland zu reisen. Trotzdem hat dieser Irrsinn irgendwie funktioniert – jedenfalls so lange, bis ein total verblödeter Zauberer aus Pembrokeshire beschlossen hat, seine Verwandtschaft in Hogsmeade zu besuchen und dabei seine Schafherde mitzunehmen. Als er am Ende noch seine Kuh flohen wollte, ist das arme Ding im Kamin stecken geblieben und es ging gar nichts mehr. Zehn Minuten später ist dann das Netz zusammengebrochen. Der Zauberer hat überlebt, aber die Kuh ist hin.
Jetzt sieht es so aus, als ob wir keine Verbindung mehr bekommen, die stabil genug für einen Transport ist. Immer wenn das Ministerium die Verbindung aufmacht, bricht sie Sekunden später völlig überlastet wieder zusammen."
„Das heißt, wir kommen zu spät zum Brunch", stellte Ron fest.
Harry entglitten die Gesichtszüge. Wie konnte Ron jetzt nur ans Essen denken?
„Ist schon okay", sagte Ron, „du hattest viel zu tun. Ginny wird es verstehen."
Schlagartig bekam Harry ein schlechtes Gewissen – Ginny hatte er ganz vergessen. Lustlos griff er sich einen seiner Schuhe von der Truhe und zog ihn an. Danach widmete er sich dem zweiten Schuh. Leider sah es nicht so aus, als ob Ron sich in den nächsten Sekunden in Luft auflösen würde.
„Wie geht es Hermine?", fragte Harry. „Minerva war vorhin nicht sehr gesprächig."
„Sie ist okay."
„Okay?"
„Sie hat den Fluch besiegt."
Harry musterte Ron kritisch. Sein Freund war heute Morgen sogar noch ungesprächiger als Minerva McGonagall, die er vor einer halben Stunde bei Filius Flitwick im Büro getroffen hatte. Allerdings machte es keinen Sinn, jetzt weiter nachzuhaken. Meist war es besser, Ron etwas Zeit zu geben.
Harry drängte ein Schaf ab, das es auf seinen Mantel abgesehen hatte und sagte möglichst beiläufig: „Der Cruciatus-Fluch kam von Hermines eigenem Zauberstab. Wir haben noch einen Zauberspruch festgestellt, den sie kurz vor dem Cruciatus benutzt haben muss: Einen Alohomora – vermutlich hat sie damit das Fenster geöffnet. Seraina hat uns von der Theorie mit dem Spiegel erzählt. Die Spuren deuten darauf hin, dass sie Recht hat. Leider konnten wir das durch Snapes Fluch nicht mehr eindeutig feststellen. Was ist eigentlich in ihn gefahren?"
„Snape wollte mir mit seiner kleinen Demonstration beweisen, dass ich keine Ahnung habe."
„Oh."
Ron lehnte sich mit dem Rücken an die Wand. Er sah müde aus. Allerdings wusste Harry, dass unter seinen Augen genau die gleichen dunklen Schatten lagen. Er fuhr sich mit einer Hand über die Bartstoppeln in seinem Gesicht. Es war schon einige Tage her, dass er sich das letzte Mal rasiert hatte. Zu Hause. Bei Merlin, seiner Bartlänge nach zu urteilen, musste es vor mehr als einer Woche gewesen sein.
„Ich hätte es wissen müssen, Harry."
Harry wartete einen Moment und in der Hoffnung, dass Ron weiterreden würde, dann erwiderte er: „Damit konnte keiner rechnen."
Der Satz klang ziemlich lahm, doch scheinbar hatte Ron nur darauf gewartet, denn er sagte: „Hermine sah schon an deinem Geburtstag so traurig aus. Meine Mutter meinte noch zu mir, dass sie etwas ausbrütet. Verstehst du? Warum habe ich es nicht geblickt? Ich bin immerhin ihr ... ihr Freund."
„Ron, wie oft hast du sie dieses Jahr gesehen? Vielleicht drei Mal? Hermine hat sich die letzten Jahre immer mehr zurückgezogen. Sie hat mit niemandem von uns über ihre Probleme geredet, nicht einmal mit Ginny. Woher hättest du wissen sollen, dass es ihr so schlecht geht?"
„Sie hat mir letzte Woche geschrieben, der Brief war gerade mal eine Seite lang. Es ging um Zitate aus Wendelsteins Krieg und Frieden, irgendwie machte das alles keinen Sinn … aber es war eigentlich offensichtlich, dass es ihr nicht gut ging. Und ich habe ihr mit einem Dreizeiler geantwortet." Ron presste die Lippen zusammen.
Harry wusste nicht, was er dazu sagen sollte und war deshalb beinahe froh, als ein Schaf direkt vor ihnen ungeniert furzte. Die Duftwolke, die sie einen Augenblick später erreichte, konnte es gut und gerne mit den Stinkbomben aus dem Sortiment der Zauberhaften Zauberscherze aufnehmen.
„Wir sollten das Fenster aufmachen, es riecht etwas unangenehm." Ron streckte seine Hand zum Fenstergriff aus, zog sie im nächsten Moment jedoch blitzschnell zurück.
Harry runzelte die Stirn und folgte Rons Blick in Richtung Fenster.
Auf einmal lächelte er. Eine Spinne hatte genau im Fensterbogen ihr Netz gebaut und wartete nun geduldig in der Mitte ihres klebrigen Kunstwerkes auf Beute. Es war ein großes Tier mit langen, behaarten Beinen und einem wohlgeformten bräunlichen Hinterleib, auf dem sich ein helles Kreuz abzeichnete. Harry kniete sich mit einem Bein auf die Truhe, beugte sich zur Spinne hinüber, so dass er ihr mit dem Gesicht ganz nahe kam, spitze die Lippen ... und pustete sie kräftig an.
Die Reaktion der Spinne war bemerkenswert: Sie begann sich wild hin und her zu bewegen, bis sie in chaotischen, schnellen Kreisen im Zentrum ihres Netzes rotierte. Harry nahm erst sein Gesicht etwas zurück und richtete sich schließlich auf. Als die Spinne sich wieder beruhigt hatte, berührte er sie mit einer Fingerspitze am Hintern und startete damit das Schauspiel von Neuem.
„Faszinierend", sagte er nachdenklich.
Rons Begeisterung hielt sich in Grenzen.
Harry sah seinen Freund herausfordernd an: „Das wäre eine gute Vorlage für eine Hula-Hoop-Tanzspinne, oder?"
Ron nickte pflichtbewusst und Harrys Lächeln wurde breiter. Nur weil Ron für Weasleys Zauberhafte Zauberscherze eine Tanzspinnenkollektion entwarf, hatte er sich deshalb offensichtlich nicht zum Spinnenliebhaber entwickelt.
Harry streckte abermals seinen Zeigefinger aus, um die Spinne zu ärgern, doch die hatte genug vom Hula-Hoop und stakste zum Rand ihres Netzes, turnte von dort einen langen Spinnenfaden entlang und verkroch sich in einem dunklen Winkel zwischen Fensterrahmen und Mauerwerk. Doch sie hatte sich keinen guten Platz ausgesucht, um sich zu verstecken, denn nachdem Harry das Fenster geöffnet hatte, saß sie wieder schutzlos da. Eilig lief sie am Mauerwerk nach unten.
Harry versperrte ihr mit einer Hand den Weg, und die Spinne stürzte sich mutig in den Abgrund – vorher hatte sie jedoch ihren Spinnenfaden an seine Hand geklebt und hing bald am seidenen Fanden kopfüber in der Luft, ihre ersten zwei Beinpaare weit von sich gestreckt. Die Spinne verharrte regungslos, so dass Harry die Gelegenheit bekam, die dunkel geringelten, langen Beine zu studieren. Schließlich hielt er seine Hand aus dem Fenster und kappte mit einer schnellen Bewegung den Spinnenfaden, so dass die Spinne notgedrungen ihren Weg in die Freiheit antrat. Ihre Flugeigenschaften waren erstaunlich gut. Anmutig segelte sie, nun alle acht Beine von sich gestreckt, wie ein kleiner Fallschirm nach unten.
Harry sah ihr lange nach, bis er etwas Feuchtes an seinem Bein spürte. Ein Schaf hatte sich wieder an ihn herangetraut und leckte mit Hingabe sein behaartes Schienbein.
Ron drängte es entschieden zur Seite. „Sag mal, was finden die Viecher nur an dir?"
„Ich glaube, sie mögen das Salz."
„Salz?"
„Ich habe gestern Nacht bestimmt eine halbe Stunde bis zu den Knien im Atlantik gestanden."
„Wir haben November, ist es da nicht etwas zu kalt zum Baden?"
„Das solltest du mal den Teppichschmugglern erzählen! Seitdem das Apparieren verboten und das Flohnetzwerk zu nichts mehr zu gebrauchen ist, steigt die Nachfrage nach fliegenden Teppichen stündlich. Eigentlich kann ich es den Leuten nicht mal verdenken. Ich habe so ein Gerücht gehört, dass mit zunehmenden Alter die Lust aufs Besenfliegen merklich zurückgeht."
Ron nickte seufzend.
„Im Grunde ist Kingsley auch der Meinung, dass unter diesen Umständen das Einfuhrverbot für Orientteppiche keinen Sinn mehr macht", fuhr Harry fort, „aber die europäische Besenindustrie macht ihm ganz schön Feuer unterm Kessel."
„Teppichschmuggler", murmelte Ron. „Und ich dachte immer, du jagst die vier Todesser, die noch auf freiem Fuß sind."
„Es sind nur noch drei."
„Drei?"
„Harold Skinner, sie haben ihn in Island festgesetzt, schon letzte Woche."
„Nur noch drei..." Ron lehnte sich zurück.
„Wenn man von denen absieht, die es nie auf die Fahndungsliste geschafft haben", sagte Harry verbittert und dachte dabei vor allem an Lucius Malfoy.
„Ja, und wir sollten auch nicht diejenigen vergessen, die schon wieder aus Askaban raus sind. Umbridge haben sie schon vor drei Jahren entlassen. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte diese Kröte das Tageslicht nie wieder gesehen. Ich möchte nur wissen, wer ihr den Job im Ministerium verschafft hat?!"
Harry zuckte mit den Schultern. Die Hoffnung, dass er mit seiner Arbeit als Auror irgendetwas an der beschissenen Situation im Land ändern würde, hatte er schon vor Jahren aufgegeben. Manchmal wünschte er sich, er könnte einfach so aufhören. Einfach verschwinden, irgendwohin, wo keiner von ihm erwartete, die Welt zu retten. „Ich habe Hunger!" Harry erhob sich von der Truhe.
„Und was wird aus den Schafen?"
Harry verdrehte theatralisch die Augen. „Ich kann mich nicht auch noch um eine Herde blökender Schafe kümmern."
„Okay", sagte Ron, „dann verrat mir nur noch, wie wir hier in Hogwarts an ein Frühstück kommen, ohne dass du zwei Stunden Autogramme geben musst."
Harry grinste breit. „Gibt es nicht diesen einen Gang, der an der knarrenden Treppe im dritten Stock endet, welche dann zu dem verlassenen Korridor führt, auf dem es immer nach Katzenpisse stinkt. Der endet doch an den Slytherin-Kerkern, von wo man auf ziemlich direktem Wege zum Hufflepuff-Gemeinschaftsraum kommt? Zumindest, wenn man an dem Gemälde von dieser hässlichen Hexe mit der riesigen Nase links abbiegt."
„Am Slytherin-Kerker vorbei?", fragte Ron. „Wunderbar, die Slytherins werden dich sicher nicht nach Autogrammen fragen, aber bist du sicher, dass du die Todesgefahr der Autogrammstunde vorziehst?"
Harry überlegte kurz, um dann vorzuschlagen: „Ich könnte meine Brille absetzen, dann erkennt mich keiner."
„Nur weil DU nichts mehr sehen kannst, bedeutet es nicht, dass alle anderen auch blind sind. Aber wenn du diesen phänomenalen Trick mit der Brille versuchen willst, dann folge einfach dem großen roten Fleck! Das ist mein T-Shirt, okay?"
Harry bewunderte eine Weile Rons T-Shirt und versuchte die tiefere Bedeutung des Schriftzugs darauf zu entschlüsseln, konnte sich aber nicht entscheiden, ob es ein philosophischer Sinnspruch oder irgendeine Schweinerei war. Schließlich bemerkte er trocken: „Du weißt aber schon, dass die Leute in den roten Shirts immer zuerst sterben?"
„Na davon wüsste ich aber!", knurrte Ron.
…::…
Auch wenn Harry auf den Trick mit der Brille verzichtete, erreichten sie die Küche neben dem Hufflepuff-Gemeinschaftsraum ohne Zwischenfälle. Vorsichtig öffneten sie das Gemälde mit den Früchten, das den Eingang zur Küche verbarg. Natürlich konnten sie ohne Dobby keinen stürmischen Empfang erwarten, trotzdem wurden sie von den Hauselfen erkannt und hier und da mit einem Nicken begrüßt. Nur der Küchenchef ließ es sich nicht nehmen, seine Gäste persönlich zu willkommen zu heißen:
"Jolli wartet schon seit dem Morgen auf Harry Potter. Jolli hat Harrys Lieblingsspeise nicht vergessen ..." Der kleine Elf watschelte zu einer der vier langen Tafeln, die sich direkt unter den Tafeln der Großen Halle befinden mussten. Auf ihnen wurden die Speisen vorbereitet, damit das Essen genau im richtigen Augenblick wie von Zauberhand auf den Tischen der Großen Halle erscheinen konnte. Jetzt waren sie leer, denn die Frühstückszeit war längst vorüber. Und doch schienen die Hauselfen ihre Gäste schon erwartet zu haben, denn am Ende der Gryffindor-Tafel standen genau zwei Gedecke und so viele Speisen, dass eine ganze Quidditchmannschaft satt geworden wäre.
Harry wurde rot im Gesicht, als er die Siruptorte entdeckte. Jolli hatte wirklich nicht vergessen, wofür er sich so manche Nacht während seiner Schulzeit in die Küche geschlichen hatte.
Sie nahmen am Tisch Platz. Harrys Magen ließ ein lautes Knurren hören. Dennoch blieb er regungslos sitzen und konnte sich nicht überwinden zuzugreifen. Er blickte Ron an, der gedankenverloren auf ein dänisches Apfelkompott starrte, das mehr als appetitlich aussah. Scheinbar hatte auch er wenig Appetit. Harry griff sein Messer und schnitt ein schmales Stück aus der Siruptorte, legte es auf seinen Teller und gab einen Löffel Sahne darauf. Danach trank er einen Schluck schwarzen Kaffee. Ron hatte immer noch nichts gegessen und Harry konnte ihm ansehen, dass er mit seinen Gedanken nicht beim Frühstück war.
Mittlerweile häuften sich die besorgten Mienen der Hauselfen, die immer öfter ihre Arbeit unterbrachen, um einen Blick auf ihre Gäste zu werfen. Jolli stand sichtlich nervös neben der Tafel und knetete seine Hände. Der Anblick seiner großen Augen war kaum zu ertragen. Sie erinnerten ihn an Dobby. Schließlich nahm Harry eine Gabel, zerhackte die Siruptorte, spießte ein Stück auf und schob es sich in den Mund.
Jolly hörte auf, seine Hände zu bearbeiten und sah ihn erwartungsvoll an.
Harry kaute langsam ... und wartete. Er wartete auf dieses Gefühl, das sich immer eingestellt hatte, wenn er Siruptorte aß.
Das Gefühl, zu Hause zu sein.
Nicht in Hogwarts, und erst Recht nicht im Ligusterweg bei den Dursleys, sondern zu Hause ... bei ihr. Harry wartete auf die einzige Erinnerung, die ihm an seine Mutter geblieben war, die einzige Erinnerung, die nichts mit einem grünen Blitzen und dem wahnsinnigen Gelächter Voldemorts zu tun hatte. Siruptorte war wie ein Heilmittel, das ihm einen Moment Geborgenheit geschenkt hatte, immer dann, wenn er am Ende seiner Kräfte gewesen war, wenn Voldemort seine Sinne umnebelt und seine Gedanken vergiftet hatte.
An diesem Morgen wartete er vergebens. Im Grunde hatte er es schon geahnt. Diese kostbare Erinnerung war verloren – sie war endgültig weg. Die viel zu süße Masse sammelte sich in seinem Mund, klebte am Gaumen und zwischen den Zähnen. Resigniert schluckte er und zwang sich, Jolli ein dankbares Lächeln zuzuwerfen. Der Hauself verbeugte sich leicht und machte sich wieder an seine Arbeit.
Stück für Stück arbeite sich Harry durch die klebrige Torte. Mit viel Wasser zum Nachspülen schaffte er alles aufzuessen, auch wenn ihm der Appetit schon nach dem ersten Bissen vergangen war.
"Ich werde noch bei den Kindern vorbeischauen", murmelte er in Rons Richtung, der geistesabwesend nickte.
no-name: Nein, JKR hatte ihn ihren Interviews nie von einer Schwester gesprochen, bzw. meinte sie nur, dass sie Hermine gern eine Schwester geschrieben hätte, aber dann wäre es irgendwann zu spät gewesen. Ich dachte mir, dass ein verspätetes Nesthäkchen bei den Grangers noch gut drin ist. Wahrscheinlich hätte ich sie nicht Rose nennen sollen, aber ich wollte unbedingt einen Blumennamen und mir hat kein anderer gefallen.
Snape ist gewiss nicht schüchtern, aber ein paar Skrupel beim Legilemens wollen wir ihm mal zugestehen, oder?
