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Kapitel 25
Sookies – nennen wir es mal verwirrter- Gesichtsausdruck schien Eric zu irritieren.
„Wirklich, glaub mir!"
Sie schob sich von ihm weg, blinzelte und starrte ihn an. „Bitte nochmal."
„Ich verspreche dir, dass ich dir deinen Lover wieder bringen werde. Was auch immer es kostet, ich will nur, dass du glücklich bist."
Seine letzten Worte trieben Sookie fast die Tränen in die Augen, so verbittert klang es; diesen Tonfall hatte sie schon einmal bei ihm gehört… Aber irgendwie war das nicht ganz das, was sie erwartet hatte.
„Moment mal, ist das nicht eigentlich der Punkt an dem du mich küssen solltest?" zerstreut rieb sie sich mit beiden Händen über das Gesicht. Dann sah sie Eric wieder an, der völlig verstört aus der Wäsche guckte, dann schien es, als ob ihm ein Licht aufginge.
Sein Grinsen gefiel ihr ü b e r h a u p t nicht.
„Sookie…" meinte er langsam. Sein ganzes Gesicht bestand nur noch aus Grinsen, einem ziemlich gemeinen noch dazu. „Du bist wach."
Die Fee starrte ihn an.
Ääääääääääääääääääähm…jetzt kam sie definitiv in Erklärungsnot.
Mit hochrotem Kopf sprang sie auf und rannte ins Erdgeschoss. An einem zersplitterten Fenster blieb sie stehen und ließ sich vom hineinziehenden Wind abkühlen.
Wie war denn das passiert? Wie hatte sie nicht erkennen können, dass sie nicht träumte, sondern wach war?
Sekunden später stand Eric hinter ihr und legte eine Hand auf ihre Hüfte.
Mehr berührte er sie nicht, auch wenn sie seinen Körper mit allen Sinnen spüren konnte, als er sich vorbeugte und ihr ins Ohr flüsterte: „Wenn das so ist, dann lassen wir die Sache mit deinem Haustier und machen da weiter, wo auch immer es dir lieber ist…"
„Vergiss einfach was ich gerade gesagt habe, klar?" fauchte Sookie und schubste ihn mit aller Kraft von sich. Die zwei Zentimeter, die er sich nach hinten beugte waren schlimmer, als wenn er sich gar nicht bewegt hätte. „Ich befürchte, das kann ich nicht." Seine Stimme war rau und fast zärtlich und ging ihr sofort unter die Haut.
Er zog ihren Kopf zu sich, doch Sookie drehte sich so weg, dass ihre Gesichter nun Wange an Wange lagen. Die ihre heiß, die seine kühl.
„Ich werde es dir nicht noch einmal sagen: Ich werde nichts mit dir anfangen, wofür wir beide nicht bereit sind, es durchzuziehen."
Der Vampir machte unvermittelt einen Schritt nach hinten, nun lag eine genügend große Distanz zwischen ihnen, dass Sookie nicht mehr bei jedem Atemzug Angst haben musste ihren eigenen Vorsatz beiseite zu schieben und einfach nachzugeben.
Denn egal was es war, das sie für diesen Typen - diesen Vampir – diesen Mann fühlte, einfach so würde sie dem ganz bestimmt nicht nachgeben. Entweder es war nur sein Blut das diese Anziehung verursachte, dann wollte sie nie wieder etwas mit ihm zu tun haben; oder es war blutbedingte Leidenschaft und freundschaftliche Empfindungen, in dem Fall wäre Sex das letzte dass die Situation erleichtern würde; oder sie hatte tatsächlich tiefere Gefühle für ihn, dann könnte sie über die Sache noch einmal ernsthaft nachdenken – vielleicht!
Aber bevor sie nicht eine Möglichkeit gefunden hatte das herauszufinden…
Unbewusst drehte sie Russells Fangzahn in den Fingern, es fiel ihr erst auf, als sie Erics Gesichtsausdruck bemerkte. Autsch, sofort ließ sie den Anhänger fallen.
Himmel, jetzt im Moment bereute sie zutiefst bei Godric auf dem Dach gewesen zu sein, dieser Morgen hatte sie viel zu sehr für Erics Gefühlsregungen sensibilisiert und wenn er sie nicht gerade zur Weißglut trieb konnte sie in ihm lesen wie ein Buch.
Nun, in Anbetracht ihrer Fähigkeit Gedanken zu lesen vielleicht nicht ganz wie ein Buch, es war mehr wie ein Kuchenduft, der ihr eine gute Ahnung über den Inhalt unter der leckeren, knusprig frischen Oberfläche gab…
Eine Oberfläche wie frisches Porzellan, zerbrechlich kühl und doch so wohlgeformt…
Voller Leidenschaft, tiefer Gedanken und Gefühle….. direkt unter dieser weichen, zarten Oberfläche…..
Sookie riss ihren Blick von Erics Schlüsselbein, das unter dem schwarzen Hemd hervor blitzte und ging zur Tür.
Die Leichen auf dem Rasen waren verschwunden, offensichtlich hatten die Anderen sie vor ihrem Abmarsch weggeräumt. Die Erde unter den Büschen an der Hausmauer sah verdächtig frisch geharkt aus…
Eric ging an ihr vorbei nach draußen, an der Verandatreppe drehte er sich noch einmal kurz um. „Ich komme morgen nach Sonnenuntergang wieder. Dann kümmern wir uns um den Rest." Sookie warf einen kurzen Blick in den Himmel. „Du musst nicht gehen, die Sonne geht bald auf, das ist doch viel zu gefährlich!"
Er lächelte schnauben und legte kurz mit geschlossenen Augen den Kopf schief, ganz so, als hätte sie etwas sehr offensichtliches einfach übersehen. „Es ist besser so. Gute Nacht, Sookie." Und weg war er.
Völlig überfordert starrte sie die Stelle an, an der er noch einige Sekunden vorher gestanden hat
Gähnend ging sie wieder in den Keller, verlöschte alle Kerzen und legte sich todmüde auf die Decken.
Es war nicht so, dass sie jetzt schlafen konnte, aber auf den Beinen konnte sie sich noch viel weniger halten. Im wenigen Licht, dass sich durch den Schlitz unter der Kellertür durch stahl, starrte sie Löcher in die Luft und versuchte den Eindruck seiner Präsenz zu ignorieren.
Eigentlich seltsam, Vampire hatten keinen Geruch, ohne Parfüm oder ähnliches waren sie olfaktorisch nicht wahrzunehmen. Und doch... Vielleicht lag es an seinem Alter, denn Eric hatte definitiv seinen eigenen Duft hinterlassen.
Ein bisschen konnte sie ihn noch auf der Decke wahrnehmen, auf der sie gemeinsam gesessen hatten, so nahe bei einander, so nah…
Sookie kniff die Beine zusammen und stöhnte, ihre Leidenschaft brannte so hell, gleich würde sie in Flammen aufgehen, sie konnte ihn am Rande ihres Wahrnehmungsfeldes immer noch spüren, er war nicht allzu weit entfernt… viel zu nah, viel zu nah!
Bebend schob sie ihre Hand zwischen ihre Schenkel, tastete sich ganz langsam vor und schrie auf, als sie das pulsierende Zentrum ihrer Lust berührte.
Er war ihr Beschützer, er wachte über sie, verjagte die, die ihr Übel wollten…
Berauscht bog sie sich nach hinten, jede kleinste ihrer Bewegung schickte entrückende Wellen durch ihren sehnsüchtigen Körper.
Dieser Vampir, der so viele Jahrhunderte gelebt hatte, so viele Frauen gehabt hatte, jede Frau haben konnte, dieser Mann wollte sie, er begehrte sie, sehnte sich nach ihr, war bereit alles für sie zutun…
Haltlos und trunken vor Lust schrie sie auf, krallte sich in die Decke, während der Orgasmus über sie hinweg rollte, bewusstes Denken aussetzte und nur dieses eine Bild vor ihren Augen hinterließ.
„Eric….."
Lafayette kam gegen Mittag mit Frühstück, einer großen Kanne leckerem, frisch gebrühtem Kaffee und zwei Campingstühlen.
So saßen sie im ehemaligen Wohnzimmer und Sookie aß schweigend, während ihr guter Freund ihr verschiedene Entwürfe für die Sanierung darlegte. Sie nickte immer wieder und murmelte ab und zu etwas Zustimmendes.
Geschockt sah sie auf, als er ihr plötzlich eine Hand auf den Arm legte. „Schlampe, wir sollten mal reden."
„Aber, wir reden doch!"
Er grinste und schüttelte den Kopf. „Nein, Herzchen, ich hab geredet. Du hast nicht mal zugehört." Sie wollte protestieren, doch er winkte ab. „Ist schon in Ordnung, ich bin auch nicht davon ausgegangen das du dich jetzt sonderlich dafür interessierst, wie man dieses Haus wieder auf Vordermann bekommt. Aber, Süße wirklich, wir sollten mal über das Thema reden, das dich so beschäftigt!"
Sookie zuckte mit den Schultern und suchte nach den passenden Worten. „Ich… ich weiß ja auch nicht. Ich bin im Moment völlig durcheinander."
„Weil du immer noch von Northman träumst?" Sie zog eine Grimasse. „Wenn es mal nur die Träume wären…" Lafayette drehte seinen Stuhl so, dass er sie direkt ansehen konnte. „Na?"
Die Fee trank ihre Tasse leer und atmete ganz tief durch.
„Ich bin seit ich wieder hier bin immer wieder mit ihm unterwegs gewesen." Verzweifelt sah sie ihr Gegenüber an. „Ver-… Mensch, Lafayette, ich bin total durcheinander, ich weiß nicht mehr, was ich denken soll! Da… da ist diese enorme Anziehung zwischen uns…"
Er zog eine Augenbraue hoch. „Zwischen euch oder fühlt du dich nur von ihm angezogen?"
„Zwischen uns!" jammerte sie. „Das ist ja das Schlimme!" Der Schwarze lachte auf. „Aber gibt es doch kein Problem! Gib nach und gut ist!"
„Bitte? Ich spring doch nicht mit jedem X beliebigen ins Bett! Ich mein, nur weil ich sein Blut getrunken habe…" „Ach da liegt der Hase im Pfeffer erschossen." „JA!"
Lafayette lehnte sich wieder zurück und zündete sich einen Joint an. „Du hast doch nichts dagegen? Gut. Also, du hast Angst, dass du nicht wirklich auf ihn stehst und nur wegen dem Blut mit ihm vögelst, richtig? Du machst dir Sorgen, dass es sowas wie eine Vergewaltigung ist, weil du vielleicht eigentlich gar nichts von ihm willst?"
Sookie nickte verzweifelt. „Jah. Was soll ich nur tun?"
Der Andere nahm nachdenklich einen tiefen Zug, um sich etwas Zeit zum Nachdenken zu verschaffen. „Ich hab gestern mit Jesús darüber gesprochen." Sagte er dann langsam. „Aber ich bin mir immer noch nicht sicher, ob dass das Richtige für dich ist…" dann blickte er ihr lange in die Augen. „Aber wahrscheinlich darf ich es dir nicht vorenthalten, sonst machst du noch etwas Dummes…" Er setzte sich wieder auf und sah Sookie sehr ernst an. „Es gibt die Möglichkeit, dir für einen Tag alle Erinnerungen zu nehmen. Inklusive Auswirkungen von etwaigen Beeinflussungen, sowohl magischer Art als auch sowas wie Vampirblut."
Interessiert straffte die Fee sich und hörte ihm aufmerksam zu.
„Aber es ist nur ein Tag. 24 Stunden. Keine Minute länger. Und Gefühle die du hast gehen damit auch nicht weg!" Sie sah ihn mit glänzenden Augen an. „Das will ich." „Bist du dir sicher?" „Ja, genau das will ich! Ich will wissen, was ich wirklich fühle, ich will wissen was real ist und was nicht!"
Euphorisch sprang sie auf. „Wann können wir anfangen?"
Lafayette lachte. „Gemach, gemach, du kleines Flittchen, mach mal langsam! Hast du nicht vorher ein paar Sachen zu erledigen?"
Erschrocken sank sie zusammen und setzte sich wieder. „Du hast Recht, erst müssen wir Alcide befreien!"
„Wir?"
„… Eric und ich. Er hat es mir versprochen."
„Und wie wollt ihr das machen? Wisst ihr, wo sie ihr Versteck haben?"
Sookie stand wieder auf und tigerte nervös durch den Raum. „Nein, aber das muss doch irgendwie rauszufinden sein! Ich meine, so eine V-süchtige Schlampe muss doch …. Irgendwie….. aufzufinden….." Sie sah Lafayette an, als hätte sie gerade das Versteck des Heiligen Grals gefunden.
„Bill!"
„Was ist denn nun mit dem schon wieder?"
Sie sprang ein paar Mal glücklich in die Luft. „Sie hat Bills Blut getrunken, er muss doch wissen, wo sie ist!" Sookie fuhr herum und starrte zur Tür. „Wir müssen nach Davenport."
