Liebe Elektra van Helsing. Ich wünsche dir alles Liebe zum heutigen Geburtstag! Ja, es war dein PM was mich letztendlich dazu gebracht hat, meine Einzelteile der Geschichte zusammen zu tragen und weiter zu schreiben.
An meine anderen Leser, ich bitte vielmals um Entschuldigung für diese Monsterpause, es ist lächerlich an welch kleinen Dingen manchmal etwas zu scheitern kommt. Ich hab es gewagt einen Teil der Geschichte auf einen fremden Computer zu schreiben und konnte nicht direkt fortsetzen, solange mir dieser Teil gefehlt hat. Aber jetzt ist wieder alles auf meinem Rechner vereint. Hoffen wir, dass es jetzt wieder zügiger vorran geht.
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Eine schöne Bescherung
Harry gähnte herzhaft und rieb sich den Schlaf aus den Augen. Doch dann wurde er mit einem Schlag wach. Heute war Weihnachten. Schnell zog er sich den Morgenmantel über den Pyjama und lief aus seinem Zimmer.
Severus zog eine Augenbraue hoch, als Harry in den Raum gestürmt kam.
„Frohe Weihnachten!" rief Harry begeistert.
„Frohe Weihnachten, Harry!" antwortete Severus und beobachtete, wie Harry zur Tür eilte.
„Du willst doch nicht so durchs Schloss laufen!" sagte er schließlich.
Harry sah an sich herab und wackelte mit seinen bloßen Zehen.
„Äh... ich sollte vielleicht Schuhe anziehen!" gab Harry Severus schließlich Recht.
„Schuhe? Morgenmantel und Pyjama hältst du also für eine adäquate Bekleidung?"
„Warum nicht? Heute ist Weihnachten! Komm, lass uns zu Draco gehen!"
„In dem Aufzug verlässt du diese Räumlichkeiten nicht!" stellte Severus klar.
Harry zog schmollend die Unterlippe vor und trottete zurück ins Zimmer.
„Das ist unfair, ich pack meine Geschenke immer im Pyjama aus!" maulte er.
Severus antwortete darauf nicht, sondern wartete, dass Harry zurück kam und zwar mit Kleidung, die der Feierlichkeit auch würdig war.
Schließlich kam Harry wieder heraus, doch Severus schüttelte den Kopf.
„Was?" fragte Harry genervt.
Mit wenigen Schritten war Severus bei Harry und zupfte dessen Hemdkragen zurecht. Harry zappelte herum, er wollte zum Gemeinschaftsraum der Slytherins, wo er mit Draco, Penny, Salma und Severus die Bescherung feiern würde.
„Harry, steh still!" mahnte Severus, der aus seinem Umhang einen Kamm hervor zog und versuchte Harrys wirren Haarschopf zu bändigen.
„Daaad. Lass das!" sagte Harry und zog seinen Kopf aus der Reichweite des Kamms.
„Jetzt halt endlich still!" sagte Severus und griff nach Harry Schulter um ihn am Platz zu halten.
„Es hat keinen Zweck. Das weißt du!" rief Harry verärgert doch hielt nun still, damit sich Severus selber davon überzeugen konnte.
Severus jedoch strich mit dem Kamm ein paar mal durch Harrys Haar und schob Harry schließlich zu dem großen Spiegel.
Dort sah Harry sich an, als ob er sich nicht mehr erkennen würde. Seine Haare lagen flach am Kopf.
„Wie hast du das gemacht?" fragte Harry fassungslos.
„Es ist ein verzauberter Kamm. Die Haare bleiben in der Position, in die du sie frisierst!"
„Darf ich mal?" fragte Harry und vergas für einen Moment die Geschenke und den Baum.
Severus gab Harry den Kamm und Harry strich damit wild durch seine Haare. Schließlich war er fertig und grinste zufrieden. „So wollt ich die Haare schon immer tragen!" sagte er begeistert.
„Und wo ist jetzt der Unterschied zu sonst?" fragte Severus kopfschüttelnd, als er Harrys wilde Stehfrisur betrachtete.
„Sonst stehen alle meine Haare kreuz und quer. Aber jetzt stehen nur die oben und die auf der Seite und hintern liegen flach! Jetzt fehlt nur noch die rote Farbe. Meinst du ich kann mir wieder Strähnen machen?"
„Es sind deine Haare. Mach damit was du willst. Der Kamm ist übrigens auch deins!"
„Echt? Danke!" rief Harry begeistert.
Severus lächelte und wuschelte Harry dann mit der Hand durchs Haar.
„He nicht" rief Harry erschrocken und sah dann in den Spiegel, ob seine Frisur noch passte.
„Gehen wir?" fragte Severus.
„Ja!" sagte Harry und eilte voraus.
Harry kannte den Weg zum Gemeinschaftsraum noch, da er ja im zweiten Schuljahr als Goyle getarnt schon mal dort war. Severus wunderte sich, aber sagte nichts, als er Harry durch die Gänge folgte.
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„Grinsch!" sagte Severus das Passwort und die Mauer, die den Eingang zum Gemeinschaftraum bildete machte einen Durchgang frei. Harry und Severus traten ein.
Draco und Penny saßen bereits unter dem Weihnachtsbaum und öffneten ihre Päckchen.
„Frohe Weihnachten, Harry!" sagte Salma und schloss Harry kurz in ihre Arme.
„Frohe Weihnachten!" sagte Harry, doch eher er sich an Draco und Penny wenden konnte ertönte plötzlich Pennys geschockte Stimme.
„Drachenleder?"
Draco grinste überheblich. „Natürlich! Und zwar vom Feinsten" Draco hielt einen Umhang hoch, den er eben ausgepackt hatte.
„Ich finde es eine Schande, dass man Drachen schlachten muss, nur um Menschen warm zu halten!" fuhr Penny fort und Harry fühlte sich plötzlich sehr an Hermine erinnert.
„Und welche Tiere sollte man deiner Meinung nach stattdessen abschlachten?" fragte Draco.
„Gar keine!" rief Penny entrüstet, „Die Zauberer sollten sich ein Beispiel an den Muggeln nehmen!"
„An den Muggeln?" wiederholte Draco angeekelt.
„Ja. Denn die sind uns in der Technologie weit voraus. Ich finde die Zaubererwelt sollte nicht alles abtun, was sie erfinden. In Amerika sind wir ja diesbezüglich am weitesten voraus, gegenüber anderen Ländern."
„Und was soll uns Muggel-Technologie bringen? Deren Leben kann man ja wohl kaum mit dem eines Zauberers vergleichen!"
„Dennoch sind die uns in der Textilindustrie meilenweit voraus. Die haben Stoffe entwickelt, die sie vor Kälte schützen, ohne, dass ein Vieh dafür herhalten muss. Sie haben sogar Stoffe, die Pistolenkugeln und Messerstiche abhalten. Ich meine, wenn man das als Basis hernimmt und das Ganze in ein paar Tränken einlegt, könnten auch wir Schutzhandschuhe und Wintermäntel herstellen, ohne dabei Drachen abschlachten zu müssen!"
„Du kannst Messerstiche ja wohl kaum mit einen Avada Kedavra vergleichen!"
„Das tu ich doch gar nicht! Ich sagte doch, dass wir das als Basis heranziehen sollten für die Forschung."
„Denkst du wirklich, was Muggeln erzeugen, wäre uns von Nutzen?" fragte Draco immer noch ungläubig.
„Und ob ich das denke! Muggeln haben viel in die Forschung gesteckt. Viele Chemiker sind an ihre Grenzen gegangen, haben ihr Leben in die Forschung gesteckt, manchmal sogar damit bezahlt. Aber das hat die Muggeln nicht abgehalten, weiter zu tun. Wir mit unserer Magie machen es uns da viel zu einfach!"
„Du findest es einfach, einen Drachen zu töten?" fragte Draco.
„Nein, das finde ich barbarisch!" sagte Penny energisch.
Stille war diesen Worten gefolgt. Harry sah verwundert zu Draco, warum ließ er sich denn auf einmal so lange Zeit, um zu kontern? Schließlich, als Harry schon fast glaubte, Draco hätte klein beigegeben, hörte er ihn sagen:
„Also soll ich deiner Meinung nach diesen Umhang hier ins nächste Feuer schmeißen und darauf warten, bis die Zauberer ein ähnliches Material erfunden haben? Mal davon abgesehen, dass ich bis dahin abgefroren bin!"
„Nein" sagte Penny matt, „Das Vieh ist doch schon tot. Es wird nicht lebendig, nur weil du den Mantel wegwirfst. Damit würdest du es nur entehren! Trage den Mantel, aber trage ihn in Ehren des Drachens!"
„Das sollte nicht schwer sein, ich bin Draco!" sagte der Blonde und grinste stolz.
Es war das erste Mal, dass der Slytherin mit seinem Vornamen prangte. In der sich ausbreitenden Stille fingen Penny und Draco an zu lächeln. Harry sah nun verwirrt zwischen den beiden her. Moment, hatte er da irgendetwas nicht mitgekriegt? Penny lächelte Draco an und Draco lächelte zurück. Draco grinste nicht überheblich, er lächelte tatsächlich.
Hilfe suchend blickte Harry zu Severus, der nur die Schultern hob und dann zu Salma, die mit den Augen rollte. Schließlich unterbrach Draco und Penny ihren Blickkontakt. Aber Penny lächelte immer noch in sich hinein. Und Draco kämpfte schwer damit, die Mundwinkeln unten zu lassen. Was ihm nicht wirklich gelang.
„Hier!" und damit reichte Severus Harry sein Geschenk. Noch immer verwirrt begann Harry das Spellotape zu lösen. Es war ein recht großes Päckchen und Harry konnte sich nicht vorstellen, was darin verborgen war. So blieb ihm nichts anderes übrig, als das Geschenk einfach aufzumachen.
Wenige Minuten später klappte Harrys Kinnlade herunter. Fassungslos sah er zu seinen Vater.
„Aber..." stammelte er verwirrt.
„Was hast du da?" fragte Penny neugierig und Harry holte einen schwarzen Schutzhelm hervor. Es war ein Motorradhelm auf dem „Black Phoenix" stand.
„Na ja, wenn du mit dieser Mörderkiste wieder einmal fahren willst, dann wirst du ihn brauchen. Das Passwort zu Hagrids Schuppen steht auf dem Helm!" erklärte Severus, „und glaub mir es war nicht meine Idee alleine. Salma hat da auch eine überzeugende Rolle gespielt!"
In Harrys Augen bildeten sich Tränen der Rührung, er würde wieder mit Sirius Motorrad fliegen dürfen. „Danke!" hauchte er, als er den Helm ehrfürchtig betrachtete.
„Dass du dennoch vor herumschlagenden Bäumen fern bleiben solltest, muss ich hoffentlich nicht noch einmal sagen, oder?"
„Hey. Ich bin nicht absichtlich in die Peitschende Weide gefahren!" verteidigte sich Harry.
Als Antwort bekam er eine Umarmung und Severus wuschelte Harry erneut durchs Haar.
„Du machst meine Frisur kaputt!" beschwerte sich Harry und alle im Raum fingen an zu lachen.
So ging die Geschenke-Auspack-Nummer weiter bis alle Geschenke von ihrem Papier befreit waren. Draco bekam zu seinem Umhang passend auch Handschuhe und Mütze. Penny bekam ein neues Kleid und Bücher und ein Parfum und die Weasleys schickten Penny ihr erstes Testexemplar von Zauberbrause in der Geschmacksrichtung „Wassermelone".
Das Pulver war nun grün und rot und als Penny ihre Zunge hineinsteckte, wurde ihre Haut rot mit Kernen durchzogen, während ihre Kleider grün wurden, wie die Schale einer Wassermelone. Auch die Haare wurden grün.
Harry und Draco bogen sich vor lachen und auch Salma und Severus schüttelten amüsiert den Kopf.
Harry hatte neben den Kamm und dem Helm noch jeden Menge Geschenke von seinen Freunden bekommen. Süßigkeiten von Hermine ein Buch über „Fantastische Wesen – Wahrheit oder Märchen" Darin befanden sich Wesen aufgelistet, deren Existenz von der Mehrzahl der Bevölkerung für unmöglich gehalten werden.
„Lies mal was vor" bat Penny.
Harry räusperte sich und schlug eine Seite auf, „Der Schattenwandler"
„Komm, hör auf Harry, jedes Kind weiß, dass das nur Märchen sind!" fing Draco an, doch Harry las weiter.
„Der Schattenwandler existiert tatsächlich. Er ist ein Wesen der Finsternis. Er entsteht an Orten wo Schwarzmagische Blutrituale vollzogen werden. Er hat keine bestimmte Form und er kann sich nur in der Finsternis bewegen. Er stirbt, sobald ihn das Tageslicht trifft. In dunklen Höhlen, kann ein Schattenwandler bis in die Ewigkeit überleben. Es wurde jedoch nicht bewiesen, ob ein Schattenwandler einen Zauberer mit seiner Finsternis infizieren kann. Und dass er Nachts in die Zimmer böser Kinder kriecht und diese auffrisst, ist definitiv ein Märchen!"
„Ist da auch ein Bild von so einen Schattenwandler drin?" fragte Penny.
„Nur eine Federzeichnung einer Höhle mit einem Schatten. Das kann quasi alles sein" erklärte Harry und zeigte das Bild her.
„Was für Wesen werden darin noch beschrieben?" fragte nun Draco.
„Ariellen, Furien, Amazonen, Glückselfen, Sirenen, Dämonen, Heliophaten, Thestrale, Phantome, Geister"
„Was sind Ariellen?" fragte Penny verwundert.
Harry räusperte sich erneut: „Ariellen sind sehr scheue Wasserwesen nicht größer, als ein menschlicher Finger. Sie leben in Meerestiefen, wo es kaum mehr Licht gibt. Gesichtet wurden sie von Menschen, die kurz vor dem Ertrinkungstod waren. Ursprünglich wurden die Schilderungen der beinahe Ertrunkenen als Halluzination abgetan, aber nachdem sich die Beschreibung der Wesen von verschiedenen Menschen decken, scheint doch etwas dran zu sein."
„Das heißt, wenn man die Wesen treffen will, muss man ins Meer springen und so tun als wenn man ersauft!" schlussfolgerte Draco.
„Sie schreiben aber nicht, dass sie jeden retten. Sie schreiben nur, dass diejenigen, die von ihnen gerettet wurden, sie genau beschreiben konnten" gab Harry zu bedenken.
„Oh. Dann springe ich lieber nicht ins Meer!" sagte Draco und Severus meinte ernst, „Das will ich auch hoffen. Denn meines Wissens retten Ariellen nur Menschen mit reinen Herzen."
Draco sah Severus giftig an, doch die anderen begannen bereits zu lachen.
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Am späteren Vormittag eilten Penny, Draco und Harry dick eingepackt durch den Schnee zu Hagrids Schuppen hinter der Hütte des Wildhüters.
„Black Phoenix" sagte Harry und die Schuppentür ging knarrend auf. Das Motorrad stand ganz hinten und spiegelte das spärliche Licht, das vom Schuppeneingang auf den schwarzen Lack geworfen wurde.
„Wow, das ist ein Monstergerät!" sagte Penny beeindruckt, als Harry die Maschine aus den Schuppen rollte.
„Es gehörte meinem Patenonkel!" sagte Harry stolz.
„Wie heißt es?" fragte Penny.
„Was?" fragte Harry verwirrt.
„Na das Motorrad. Hat es einen Namen?"
„Wieso soll ein Motorrad einen Namen haben?" fragte Draco verwirrt.
„Ich weiß nicht ob es einen hat!" gestand Harry, „Sirius hat es mir nicht persönlich überreichen können!"
„Kannst du ihn nicht fragen? Eine Eule schicken, oder so?" fragte Penny.
Doch Harry schüttelte traurig den Kopf. Doch dann hielt er inne. Vielleicht konnte er Sirius doch fragen. Er hatte ja schon zweimal mit seinem toten Paten besprochen, er wusste nur nicht, wie er den Kontakt willkürlich herstellen konnte. Bis jetzt ist es immer nur passiert.
„Wieso ist es so wichtig, wie es heißt?" fragte Draco verständnislos, „Es ist doch nur ein Motorrad!"
„Man hat einfach eine tiefere Beziehung zu den Dingen, wenn man ihnen einen Namen gibt. In Amerika gibt fast jeder seinem Auto, oder Fahrrad, oder was auch immer einen Namen. Es soll einem auch vor Unheil beschützen!"
„So ein Blödsinn!" sagte Draco, „Mein Besen hat auch keinen Namen und er hat mich noch nie abgeworfen! Harry, hat dein Besen einen Namen, außer Firebolt?"
Harry lief rot an und grinste. Draco sah ihn mit offenen Mund an. „Wie nennst du ihn denn?"
„Phönixschweif" offenbarte Harry verlegen.
Penny grinste triumphierend.
„Und fliegt dein Besen besser mit Namen?" fragte Draco.
„Ich hab den Schnatz immer vor deiner Nase gefangen!" sagte Harry grinste frech.
„Ach, und das hat nichts damit zu tun, dass du kleiner und somit wendiger bist, als ich und weil du einen neueren Besen hast als ich?"
„Weiß nicht!" gab Harry Schulterzucken zu.
„Also ich würde dieses Monstrum jetzt gerne in Aktion sehen!" ging Penny dazwischen und strich ehrfürchtig über den schwarzen Lack.
Harry erklärte die Hebeln und Knöpfe und ließ dann den Motor aufheulen.
„Ach, ein Geräusch von Göttern. Damit würden die Leute in meiner Schule vor Neid erblassen!" schmachtete Penny verträumt vor sich her. Harry und Draco kicherten.
Nachdem Harry eine Übungsrunde geflogen war, ließ er Penny und Draco nach einander hinter ihm Platz nehmen und er flog sie jeweils ein paar Minuten überall hin, wo sie wollten. Penny wollte das Schloss von oben sehen und Draco war mehr für einen Flug über den See.
Für einen kurze Runde versuchten sich die drei auch gleichzeitig auf das Motorrad zu zwängen, aber es war Harry zu riskant sie höher als einen Meter zu bringen und schließlich kam Severus heraus geeilt und beendete das Ganze.
Hungrig gingen die Kids zum Mittagsmahl in die große Halle und sie erzählten ganz aufgeregt, wie toll Harrys Maschine war.
