Zusammenfassung
Beim Stöbern der Bibliothek im Hauptquartier des Ordens im Grimmauldplatz, fällt Hermione fehlende Teile des Tagebuchs von Helga Hufflepuff in die Hände. Wie schon im ersten Teil des Tagebuches, welches von der Jugend der Gründer von Hogwarts handelt, scheint das magische Schwert Hrunting eine besondere Rolle in dem Leben Helgas zu spielen.
Helga Hufflepuff, die im Jahr 956 n. Chr. England verließ, um mit ihrem Mentor, dem Heiler und Halbelfen Richard Eriugena ihren Häschern und Mördern ihrer Eltern, dem Bund der Wölfe, zu entgehen und nach Irland ging, kehrte 963 n. Chr. zurück auf die Insel. Im hohen Norden, im Königreich Strathclyde, treffen sie dabei Cedric Mac Maíl Coluim, den Vetter des Königs von Schottland, Dubh Mac Maíl Coluim, der Hilfe holen wollte, denn wie sich herausstellt, versuchte Cullen mac Induff, der Sohn des ehemaligen Königs von Schottland, König Dubh zu vergiften. Durch Richards und Helga Hilfe kann schließlich Cullens Marsch auf Scone, der Hauptstadt Schottlands, gestoppt werden. Doch Cullen rüstet zum Kampf und lässt sich dabei mit Earpwald ein, einem Zentauren.
Im fernen Dinas Emrys, einer berühmten Bergfestung inmitten des walisischen Königreiches Gwynned, wohnt weiterhin Godric ap Maredudd, der Herr von Gryffindor mit seiner Frau Melangell und seinen Kindern Gyrth und Osdryd. Godric, der immer noch Geisel der Gwynnedder ist, sucht eines Tages seinen Sohn Gyrth, den er schließlich in einer monströsen Höhle unterhalb der Burg findet. Allerdings trifft er hier auch auf einen roten Drachen, der sein Nest bewacht. Da der Drache auf Grund herabgefallender Felsbrocken bewegungsunfähig ist, beschließt Godric ihn zu befreien. Wochen später gerät Godric bei einer Jagd auf Wild in eine Kuhle und verletzt sich. Als ein riesiger Keiler seinen Sohn zu verletzen droht, kann er kaum etwas dagegen unternehmen. Doch in dieser misslichen Lage rettet schließlich der Drache seinen Sohn und tötet den Keiler.
Rowena von Ravenclaw, die Äbtissin von Wilton, entdeckt, dass ihr neuer Schützling, die Nonne Wulfthrith, ein zauberfähiges Mädchen, eine Affäre mit König Edgar hat.
Der Bund der Wölfe dagegen ordnet sich. Seit Jahren waren die beiden Ratsmitgliederposten nicht besetzt. Doch nun werden Aelfstan, der Bischof von London und Bellona, eine sehr wundersame Zauberin aus Schottland zu den neuen Ratsmitgliedern vereidigt. Von ihr, die dem Clan der Baobhan-Sith angehört, einem Clan von Vampiren, hat Solmen von Slytherin kaum etwas gehört, doch der neue Großmeister des Bundes, der schwarze Eldorman, vertraut ihr völlig. In einem abschließenden Gespräch stellt er Solmen seine Ziele dar, in dem er darlegt, dass er die zauberkundigen Menschen Englands auf seine Seite ziehen oder sie vernichten will. Nur die Edlen sollen dabei unter einem magischen König, einem Sohn von Edgar, berechtigt sein, das Land als Elite zu führen. Doch das Gespräch wird abgehört… von niemand anderen als Salazar Slytherin, der sich als Spion in den Bund eingeschlichen hat.
4. Überraschende Verwicklungen
Canterbury, Kathedrale, Räume des Erzbischofs, Spätsommer 964 n. Chr.
„Hiermit sind außerdem die Gebiete Karren, Warmington, Ashton, Kettering, Castor, Eylesworth, Walton, Witherington, Eye und Thorp der Kirche und den dort Abteien zu überlassen. Auch über sie hat kein Bischof und auch nicht ich, Edgar, Jurisdiktion, sondern nur der jeweilige Abt der entsprechenden Abtei. Dies schreibe und unterzeichne ich zusammen mit meinem Kreuz, Edgar!"
Dunstan nickte, als ihm Irminric, sein ehemaliger Mönch und nun einer seiner Untergebenen, die seine Korrespondenz verwalteten, den Brief von König Edgar vorlas. Wieder würden einige Bereiche England an die Kirche zurückgehen… Gebiete, die einst König Eadwig der Kirche genommen hatte. Doch anders als er es selbst gedacht hatte, übergab Edgar diese Gebiete nicht nur der Kirche wieder, er überantwortete sogar die Rechtsprechung innerhalb derer den Äbten. Nicht einmal die Bischöfe hatten so die Macht dort einzugreifen. Dunstan lächelte… die Umgruppierung der Kirche Englands schritt voran. War es nicht Bischof Aethelwold gewesen, der allein in Winchester dreiundvierzig Kirchenmänner entlassen hatte, weil sie sich in Ämter eingekauft hatten? Bischof Aelfsige hatte damit viele seiner Dinge allein mit dieser Art der Einstellung finanziert. Wohin das ganze Geld geflossen war, vermochte Dunstan nicht mehr herausbekommen… doch sicher nicht in die Kirche. So übernahmen gerade in Canterbury aber noch vielmehr in Winchester nun die Aufgaben Mönche, die einst von Klerikern erledigt wurden. Natürlich gab dieses rigorose Aussieben von Kirchenmännern bei den Fürsten Unruhe, waren es dort oftmals ihre Söhne gewesen, die, da sie nach englischem Recht, als Zweitgeborener kein Anrecht auf ein Erbe besaßen, so eine lukrative Arbeit gefunden hatte. Dunstan war dieser Zustand immer ein Dorn im Auge gewesen. Diese adligen Kleriker gehörten zwar zur Kirche, aber waren oft nicht in der Lage ein astreines Latein zu sprechen oder gar zu predigen. Ihre Ausbildung war schlecht… im Grunde waren sie nichts anderes als kirchliche Fürsten, die sich nicht einmal die Mühe machten, sich an die kirchlichen, geschweige denn benediktinischen Regeln zu halten. So war das Zölibat für sie ein Fremdwort. Nun, unter Edgar schienen die Tage jener Kleriker gezählt zu sein. Auch wenn es unter der Fürstenschaft brodelte.
„Gut, Irminric… Bischof Aethelwold hat wirklich ganze Arbeit geleistet. Ihr sagt, er hat in den Wänden des alten Münster in Medhamsted Schreiben gefunden, die auf Abt Hedda zurückführen und hat diese König Edgar gezeigt?"
„Ja, eure Eminenz. Auf Grund dieser alten Schriften war der Beweis erbracht, dass das umliegende Land der Kirche gehörte. Somit konnte Edgar nun diese Gebiete ebenfalls der Kirche zurückgeben, auch wenn die umliegenden Fürsten protestierten. Zusätzlich… so schreibt euch König Edgar weiter, werden die unterschiedlichen Aufbauten der verschiedenen Klöster weiter finanziert."
„Irminric… für uns ist dieser König mehr wert, als wir uns dies vorstellen können… gut, antwortet ihm… ich, Dunstan, Erzbischof von Canterbury, höchster Kirchenmann Englands, garantiere, dass all die Dinge, die verfasst wurden, und alle die Dinge, die unser König in die Wege geleitet hat, so bleiben sollen, wie es ausgehandelt worden ist. Derjenige, der sich nicht an diese Dinge hält und sie bricht, soll der Fluch Gottes treffen… und der aller Engel. Dies wird mit meiner Unterschrift, wie auch mit meinem Siegel bescheinigt, zum Wohle Christi… habt ihr das Irminric?"
Der Bruder nickte kurz und legte daraufhin die Feder beiseite.
„Wohin soll ich es senden, Eminenz."
„Zu Bischof Oswald nach York, damit auch er es bestätigt."
Irminric nickte abermals.
„Habt ihr wegen der Krönung des Königs noch einmal nachgefragt, Irminric? Wir sollten diese spätestens im nächsten Jahr durchführen… falls der König bis dahin eine neue Frau gefunden und sie geehelicht hat."
„Nun, einige Fürsten schlagen dazu die Tochter von Ordgar, dem Eldorman von Devonshire, vor."
„Mmh… ich kann mir vorstellen, welche Fürsten. Sicher ein Aelfhere von Mercien….oder?"
„Er ist einer derjenigen… aber auch einige Fürsten aus dem Osten des Reiches. Selbst Cynesige, der sich ja als einer eurer Freunde bezeichnen kann, ist für diese Wahl, Eminenz. Sie würde die Fürsten noch ein wenig mehr zusammenführen."
„Und was sagt unser König dazu?"
„Er hat Ethelstans Sohn Ethelgar nach Devon geschickt… um Vorgespräche zu führen. Wahrscheinlich auch, damit er dem König vermelden soll, ob Ordgars Tochter wirklich so hübsch ist, wie man von ihr spricht."
Dunstan schnaufte kurz auf. Edgar, der auf der einen Seite so gottesfürchtig war, war auf der anderen ein Lüstling. Dunstan mochte gar nicht an die unterschiedlichen Liebeleien denken, die der Sohn König Edmunds hingab.
„Nun gut, Irminric… noch etwas?"
„Nein."
„Eure Eminenz…"
Einer von Dunstans Untergebenen war in Dunstans Zimmer getreten und verbeugte sich angemessen.
„Eure Eminenz, einige Kirchenleute bitten vorgelassen zu werden…"
„Wieder Bittgesuche… dabei tun wir doch schon genügend für diese Leute. Und sollten es wieder Väter von Söhnen sein, die wir entlassen haben, Bruder…"
Dunstan stockte, da ihm der Name jenes gerade nicht einfiel, fuhr dann aber weiter
„… dann sollen sie bitte warten. Jetzt ist nicht die Zeit dafür."
„Ich werde es ihnen sagen, eure Eminenz. Allerdings werden sie nicht gerade glücklich über eure Auskunft sein. Vor allem nicht diese Äbtissin, die schon mit Gewalt den Zugang zu euch erzwingen wollte."
„Was für eine Äbtissin, Bruder?"
„Eine Rosana… aus Witton oder so ähnlich."
„Rowena? Rowena Ravenclaw aus Wilton?"
„Ja, eure Eminenz, so heißt sie wohl. Soll ich sie wegschicken?"
„Nein, nein… schicke die anderen weg… aber sie kannst du ruhig vorlassen."
Dunstans Miene klärte sich. Von Rowena, seiner ehemaligen Bibliothekarin hatte er seit langem nichts mehr gehört. Zuviel Zeit hatte er mit der Umordnung der Kirche verbringen müssen… zuviel Abteien waren wieder aufzurichten, denn nicht nur Glastonbury war zerstört worden. Jetzt erblühte Glastonbury unter seinem neuen Abt, Gunnar, von neuem. Allerdings sagte man, dass in Wilton eine ebenso vielseitige Bibliothek entstanden war. Was bei Rowena Ravenclaw natürlich nicht anders zu erwarten war.
Wenig später stürzte Rowena in die Gemächer Dunstans, wobei ihr Blick immer noch verärgert war, dass man sie beinahe abgewiesen hatte. Ihr Gesicht hatte jenen jugendlichen Zug abgeworfen, so dass dieser klassische römische Eindruck, vor allem durch ihre gerade Nase noch mehr zum Zuge kam. Sie schien abgenommen zu haben… anscheinend lebte sie in Askese.
„Schwester Rowena… welch wunderbarer Besuch. Verzeiht meine Untergebenen, aber sie konnten nicht ahnen, wer ihr seid… und da ich so viel Bittgesuch täglich bekomme, sind sie angewiesen, nicht jeden vorzulassen…"
Rowena verbeugte sich vor Dunstan und küsste ihm danach den Erzbischofsring.
„Eminenz, ich freue mich auch, euch wohlauf zu sehen."
„Schwester Rowena, ich mag zwar nun Erzbischof dieses Landes zu sein… aber bitte nennt mich doch weiter bei meinem Namen. Was kann ich für euch tun… ? Möchtet ihr einen warmen Met… oder etwas frisches Wasser… Wein? Ihr kennt doch Bruder Irminric noch? Er ist einer meiner besten Berater… auch wenn wir beide manches Mal nicht einer Meinung sind, aber ich glaube, dass waren wir früher auch nicht?"
Rowena schaute auf den schmalen Bruder und nickte ihm zu, ehe sie wieder Dunstan anschaute und ihm gegenüber auf einem Stuhl, der dort aufgestellt wurde, Platz nahm.
„Nun, warum verlangtet ihr so aufdringlich um ein Gespräch mit mir?", sagte Dunstan schließlich.
„Ich wollte nachfragen, was ihr von den Briefen haltet, die ich euch geschrieben habe?"
Dunstan stutzte. Briefe? Von Rowena? Hatte er Briefe von ihr bekommen?
„Irminric haben wir Briefe von… der Äbtissin von Wilton bekommen?", fragte er lieber seinen Berater nach, ehe er sich lächerlich machte.
„Ja, eure Eminenz, genau drei."
„Ah…."
„Ich sehe, ihr habt sie wohl bekommen, aber nicht wahrgenommen!" Rowenas Augen blitzten voller Zorn, während ihre Zähne sich hin und herbewegten.
„Entschuldigt… aber es ist soviel zu tun… nun gut, Bruder Irminric, erzählt mir noch einmal, um was es sich genau handelt."
Irminric nickte, dann suchte er in den Unterlagen, bis er schließlich eine Notiz herauszog.
„Hier, Eminenz… die Äbtissin schrieb uns, dass es zu einem Techtelmechtel unseres Königs mit einer ihrer Nonnen gekommen ist. Und sie fragte uns, wie sie sich nun verhalten sollte."
„TECHTELMECHTEL?" Rowena fuhr auf und schaute Irminric giftig an.
„Bitte Schwester Rowena… bitte, so beruhigt euch doch wieder. Nun ja… es mag für den einen als etwas… Verwerfliches vorkommen, aber ich muss euch leider mitteilen, dass unser junger König öfter mal einigen jungen Frauen nachsteigt und mit ihnen flirtet. Dass dies nun umso verwerflicher ist, wenn jene junge Frau eine Nonne ist, kann ich verstehen… doch ich denke mir, ihr werdet mit dem Problem schon allein fertig werden…"
„FLIRTEN?... Entschuldigt bitte meinen Ausbruch, Eminenz, aber ich denke mir, ihr seid euch nicht im Klaren, um was es sich hier handelt… Zum einen ist es der König…"
„Der leider ganz und gar nicht der Mann ist, der etwas derartiges auslässt. Er schlägt dabei ganz nach seinem Vater aus, König Edmund, der es mit seinen königlichen und ehelichen Pflichten nicht ganz so genau nahm. Ich möchte nicht wissen, wie viele junge Mädchen unser König Edgar den Kopf verdreht hat."
„Eminenz… wenn es bei der Nonne Wulfthrith nur der Kopf wäre, der verdreht worden wäre… wäre ich nicht hier. Eminenz… dieses, wie sagtet ihr, Techtelmechtel könnte sich durchaus zu einem größeren Skandal mit weit reichenden Folgen ausbreiten. Warum? Nun… weil es eben nicht nur bei einem Techtelmechtel geblieben ist… sondern weil König Edgar unsere junge Nonne… geschwängert hat."
Dunstan, der zunächst die Erregung Rowenas kaum verstehen konnte, verschluckte sich. Hustend fragte er noch einmal nach.
„Geschwängert… heißt das, sie bekommt ein… Kind?"
Rowena sackte in sich zusammen und verdrehte die Augen.
„Irminric… was sagt ihr dazu?", wandte sich Dunstan hilfesuchend an seinen Berater. Doch auch dieser schaute die Äbtissin nur mit großen Augen an.
„Das… und ihr seid euch ganz sicher?"
Abermals seufzte Rowena und fügte hinzu:" In Gottes Namen, natürlich bin ich mir sicher."
Dunstan ließ sich nach hinten fallen.
„Oh, Gott… aber es musste ja mal passieren. Aber warum denn eine Nonne… oh, Gott… natürlich, Schwester Rowena, diese Neuigkeit kann sich in der Tat zu einem riesigen Skandal ausbreiten… mit sehr weitgehenden Folgen. Nicht nur, dass unser König auf Brautschau ist… zudem könnten ihm seine Gegner vorwerfen, er verfolge seine Ziele, neue Abteien aufzubauen nur, um sich einen eigenen Harem… oh, mein Gott… dieser Bastard wäre bei einem Tod seines Sohnes König von England, sollte es ein Sohn werden…"
Dunstan verstummte, obwohl ihn Rowena durchdringend anstarrte.
„Nun gut… Schwester Rowena, als erstes müssen wir garantieren, dass zunächst nichts an die Öffentlichkeit gelangt… zunächst will ich… nein, ich muss Edgar mit dieser Nachricht konfrontieren. Persönlich. Irminric, sattle sofort ein Pferd. Wir müssen unverzüglich nach Winchester. Dann werden wir uns weiter beraten, was zu tun ist. Allerdings kann ich jetzt schon eines sagen… die Krönung unseres Königs können wir uns in dieser Lage kaum leisten…"
Schwester Rowena seufzte abermals auf… und nickte Dunstan zu.
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Rhuddlan, Gwynedd, Spätsommer 964 n. Chr.
Die Jagd war weit erfolgreicher gewesen, als es sich dies Iago ap Idwal vorgestellt hatte. Der Wildbestand war in den letzten beiden Jahren wieder angewachsen, sodass die Jagdgesellschaft einige Rehe und Hirsche, Wildschweine und anderes Wild erlegen konnte. Selbst die Jagd mit seinem Falken war deutlich besser gewesen, als noch vor Jahren, so dass sich der König von Gwynedd in Gedanken schon auf das eine oder andere Täubchen freute, dass er zu einem guten Wein essen wollte.
„Woran denkst du, Bruder?"
Meurig ap Idwal ritt neben dem König von Gwynedd und schaute ihn interessiert an.
„Das wir dieses Jahr Glück haben. Endlich gibt es keine Meldungen, dass irgendwo Wikinger unsere Ländereien verwüsten, dass irgendwo es wieder zu einem Aufstand gegen mich und meine Herrschaft gegeben hat… keine Nachrichten, dass noch jemand an dieser fürchterlichen Epidemie mehr gestorben ist, die uns noch vor zwei Jahren heimgesucht hat. Endlich geht es den Thegn meines Reiches besser, endlich werden wieder ihre Abgaben an mich wieder reichlicher fließen.", meinte Iago und schaute seinen Bruder an.
„Nur, dass die Deheubarther stärker und mächtiger geworden sind, als sie einst gewesen sind, dürfte uns stören, nicht wahr, Bruder?"
Iago lächelte Meurig an.
„Nein, selbst das nicht. Sicher, als König Owain vor drei Jahren Gwent und Glywysing angriff und sich so zur Wehr setzte, da dachte ich schon, er würde sich an dem Reich des alten Morgan Hen verschlucken… aber ich muss Owain für seinen Kriegszug wirklich beglückwünschen. Morgan Hen hatte ihn herausgefordert. Hatte nicht gedacht, dass Owain so stark sei. Und dachte er könnte, da wir in die Wikingerkämpfe verstrickt waren, uns zuvorkommen und den Süden von Wales einigen. Doch mit Owains Entschluss und seinem taktischen Geschick hatte der alte Wolf nicht gerechnet. Und nun… nun ist er tot und Owain herrscht über Morgannwg. Ich denke mir, einen direkten Angriff auf Deheubarth werden wir ebenso nicht überleben wie Morgan Hen… und noch ein Attentat auf unseren Neffen sollten wir nicht begehen… auch, wenn es heißt, dass Hyfaidd ap Ieuaf nun mehr ein Deheubarther sei, als ein Gwynedder."
Meurig schnaubte abschätzig.
„So wie der Vater, so der Sohn!"
„Ts, Ts… Ieuaf ist immerhin dein Bruder. Ich weiß… seit damals, als er dir die Freude genommen hatte, diesen Deheubarther, der dich einst gedemütigt hatte, zu bestrafen, ist euer Verhältnis nie wirklich mehr gut geworden. Aber letztendlich war es gut, dass wir damals nicht auch noch in einen Konflikt mit den Deheubarthern gerutscht sind. Sie und die starken Wikingerüberfälle hätten wir nicht verkraftet."
„Dennoch… was macht eigentlich dieser Bastard von Deheubarther. Seitdem er Gwefrfawrs Tochter geehelicht hat, habe ich von ihm nichts mehr gehört?"
Iago lachte kurz auf.
„Er hockt immer noch in diesem Loch Dinas Emrys. Und wahrscheinlich ist er immer noch der Meinung, dort vor mir sicher zu sein. Als, wenn ich nicht längst wüsste, wo er sich aufhält. Doch sollte er eines Tages seinen Sinn verlieren, Meurig, dann sei getrost, er entkommt dir nicht. Das Gute daran ist, dass Gwefrfawrs Hochmut durch die Heirat seiner einzigen Tochter reichlich gelitten hat. So habe ich den alten Mann mehr in der Hand, als er es sich vorstellen kann. Auch wenn er es ableugnen würde, aber er liebt sein Kind immer noch… auch wenn er von Melangell reichlich enttäuscht ist und keinen Kontakt zu seiner Tochter pflegt. Doch du weißt, auch ich brauche seine Hilfe… immerhin konnte er verhindern, dass einer von uns sich an dieser Krankheit ansteckte, die Tausende dahinraffte. So kann ich mit der Sicherheit des Bastardes und seinem Weib nicht nur die Deheubarther ruhig halten, sondern auch die Dienste des Zauberers mir mehr sichern, als je zuvor."
Meurig nickte, obwohl ihm ein bitterer Geschmack im Mund verblieb. Doch auch Meurig war in den acht Jahren, seit er seinen ersten Kriegszug gegen die Deheubarther durchgeführt hatte, weiser geworden. Nicht unbedingt gerechter und mit Sicherheit nicht mitfühlender… nur wartete er mehr ab und ließ sich nicht mehr nur von seinem Temperament leiten. Für ihn schien nun Rache, die kalt serviert wurde, lohnender.
„Was ist das?"
Sein Augenmerk fiel auf eine Gruppe von Reitern, die den Weg nach Rhuddlan nahmen und langsam neben einem Wagen ritten. Einst mochte dieser Wagen königlich ausgesehen haben, doch nun war er nur noch schäbig und leicht lädiert.
„Kommt Bruder, lass uns nachsehen, wer nach Rhuddlan möchte, um die Aufwartung des Königs zu machen", sagte Meurig und lachte auf. Schnell gab er seinem Pferd die Sporen und ritt der Anordnung von Reitern hinterher. Auch Iago lächelte, winkte seinen Leibwächtern zu, sich zurückzuhalten, aber in der Nähe zu bleiben, verhüllte sich, so dass er nicht gleich zu erkennen war und ritt seinem Bruder hinterher.
„Ho… haltet an… wer seid ihr und was ist eurer Anliegen", rief ihnen eine bekannte Stimme entgegen. Es war ein Mann, der zwar wie auch die meisten anderen, angelsächsische Kleidung trug. Auf dem Haupt saß die typische phrygische Mütze und an seiner Seite war das Sax, das legendäre Messer der Sachsen, das ihnen den Namen gegeben hatte, befestigt, und doch… war dieser Mann eindeutig ein Waliser. Als Meurig und König Iago näher an die Gruppe heranritt, begann Iago noch mehr zu lächeln.
„Rhodri… Rhodri ap Idwal… wir hatten mit euch nicht gerechnet!"
„Meurig… MEURIG!"
Der Bruder Meurigs und König Iago ritt den beiden Brüdern entgegen. Dann erkannte er seinen königlichen Bruder, stieg vom Pferd und kniete hin und verneigte sich vor ihm.
„Majestät… ich wähnte euch in Rhuddlan…"
„Bruder… steht auf. Ich mag zwar dein König sein, aber du bist immerhin auch mein Bruder. Was machst du hier, Rhodri? Ich vermutete dich am Hofe Edgars."
„Nun, nachdem ich versucht habe, die Anliegen… unsere Anliegen am Hofe Eadwigs durchzusetzen, habe ich dies auch am Hofe Edgars versucht. Allerdings ist dies bei weitem nicht so einfach… insbesondere, weil König Eadwig meine Anwesenheit genossen und ich ein Protege von seiner Schweigermutter Ethelgiva war. Nun habe ich den Eindruck, dass ich in Winchester wenig für uns erreichen kann. König Edgar hat zwar seinen alten Gegnern verziehen, aber er ist mir gegenüber weit mehr distanzierter als die beiden Könige zuvor. Ich glaube, er vertraut mir nicht. Vielleicht auch nicht zu unrecht."
„Wie meinst du das? ...Aber, ich denke mir, dass können wir auch besser in Rhuddlan klären, Rhodri… bei einem guten Wein und einem exzellenten Essen. Wir waren auf der Jagd und haben Erfolg gehabt."
„Das freut mich, Majestät… äh, Bruder… darf ich dir jedoch zuvor meine Begleitung vorstellen?"
Rhodri führte sein Pferd zurück zu dem Wagen, der inzwischen stehen geblieben war. Aus ihm war ein junger Mann mit schütterem Haar ausgestiegen, der zwar wertvolle Kleidung trug, die dennoch bei weitem nicht gerade neu und sauber erschien. Neben ihm stand eine junge Frau… eine Frau, wie sie Iago ap Idwal noch nie gesehen hatte.
„Bruder… darf ich dir Prinz Eadberth vorstellen, den unehelichen Bruder Edgars… und den eigentlichen König Englands."
König Iago ap Idwal stockte… Prinz Eadberth… unehelicher Bruder König Edgars… König von England? Er verstand kein Wort. Unsicher schaute er seinen Bruder an, der ihm zunickte.
„Ja, Bruder… König Edmund hatte noch einen Sohn… einen älteren, als es König Edgar ist. Nur, dass Prinz Eadberth unehelich zur Welt als Sohn Königs Edmund kam… unbemerkt, aber anerkannt. Er wuchs in einem Kloster auf und sollte eigentlich der Nachfolger König Eadwigs werden… hätte sich sein Bruder Edgar nicht die Krone mit Hilfe dieses Dunstan von Canterbury und der ostsächsischen Fürsten unter den Nagel gerissen. Königin Ethelgiva, die Schwiegermutter König Eadwigs machte uns bekannt… und vor allem durch Bischof Aelfsige, Gott habe seiner Seele gnädig, habe ich Prinz Eadberth kennen gelernt. Prinz Eadberth bat mich, ihn nach Rhuddlan mitzunehmen, denn sein Leben ist in England mehr als gefährdet. Häscher des Königs haben mehrfach versucht ihn zu ermorden… ich selbst habe einen solchen widerwärtigen Angriff miterlebt. Nur mit Mühe… und durch die Mithilfe von Lady Gunhild…"
Rhodri wies auf die junge Frau, die sich vor Iago verneigte.
„… wie auch durch Bruder Wilhelm…"
Auch die dritte Person, die nun in Iagos Blickfeld trat, verneigte sich. Es war ein Mönch, in Benediktinertracht, der mit einem freundlichen Gesicht Iago huldigte.
„…. konnten wir den Schergen Dunstans, wie auch Solmen von Slytherins entkommen. Bruder Wilhelm, der einst sogar unter Dunstan in Glastonbury diente, erkannte zum Glück, rechtzeitig den Hinterhalt. Ich bin so glücklich endlich wieder auf walisischem Boden zu sein, Bruder."
Iago nickte seinem Bruder und seinen Gästen, wie auch deren Untergebenen zu.
„Lasst uns nach Rhuddlan begeben, damit ihr mir mehr über eure Fahrt hierher und über unsere Gäste erzählen könnt, Bruder. Und an euch, Prinz Eadberth… herzlich willkommen in Gwynedd. Da ihr ein Freund meines Bruders seid… so seid ihr hier in Sicherheit, denn ein Freund meines Bruders ist auch ein Freund von mir."
Prinz Eadberth verneigte sich vor Iago, ehe er wieder, nachdem Iago auf sein Pferd aufstieg, in die Kutsche zurück stieg. Langsam, fast bedächtig, näherte sich die Gesellschaft nun Rhuddlan, der Königsburg Gwynedd.
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Crieff, Schottland, im Heerlager Cullens, Spätsommer 964 n. Chr.
Langsam ging die Sonne auf, die ersten Vögel begannen zu zwitschern… und langsam begann Leben in die beiden feindlichen Lager zu kommen. Jeder in diesen Lagern wusste, dass am heutigen Tage es zu einer Entscheidung kommen würde. Die Schlacht, die bevorstand, würde die Geschichte verändern.
‚Würde sie auch unser Leben verändern?'
Berin schaute nachdenklich über das nahe Lager hinweg, auf das Feld nahe Crieff, auf dem am heutigen Tage viele Menschen ihr Leben lassen würden, ob sie nun für den schottischen König stritten oder gegen ihn.
‚Würden auch einige der unsrigen ihr Leben lassen? Wofür? Für die angekündigte Freiheit? Werden wir sie erhalten?'
Wieder schaute Berin über das Lager, unentschlossen irgendetwas zu unternehmen.
„Ho, Bruder, was ist los? Ich denke mir, wir sollten so langsam in die Hufe kommen", rief sein Zwillingsbruder Alo lächelnd über die Redewendung, die für beide Zentauren so treffend zutraf. Ohne weiter aufzuschauen band sich Alo seine Schwerter um seinen Leib… eines auf seinen menschlichen Rücken, das andere befestigte er an seiner Seite. Ehe er noch einmal Berin ansah, strich er noch einmal über seine braunen Haare und band sich schließlich ein Tuch um, das seine wilde Mähne bändigen sollte. Am heutigen Tage konnte er es sich nicht leisten, dass während des Kampfes ihm durch seine Haare die Sicht genommen wird… auch wenn er seine langen Haare liebte.
„Was ist los, Berin?", fragte er nochmals, als er seinen Bruder immer noch regungslos antraf, der noch immer auf das kommende Schlachtfeld reglos starrte.
Berin, der von seinem Zwillingsbruder Alo kaum zu unterscheiden war… allein seine Hufe zeigten einen leichten Weißton und wenn man sehr, sehr nahe an Berin herankam, würde man entdecken, dass seine Augen einen leichten Grünstich besaßen,…drehte sich schließlich zu seinem Zwillingsbruder um.
„Meinst du, wir tun das Richtige?"
„Seid wann machst du dir Sorgen darüber, ob du das Richtige tust?", erwiderte Alo unbekümmert.
Berin hob eine seiner Augenbrauen und schielte seinen Zwillingsbruder leicht verärgert an.
„Na gut, ja, du machst dir öfter Gedanken, ob du das Richtige machst. Aber, du weißt doch, die Sterndeuter haben Earpwald Recht gegeben. Nur, wenn wir der verhüllten Frau, der Zauberin helfen, der Frau, die sich uns zu erkennen geben wird, wenn es Sterne regnet, nur wenn wir ihr in der großen Schlacht beistehen, nur dann werden wir in Frieden und Freiheit weiterleben… in Freundschaft mit den Menschen. So sagen es die Sterne… und so haben sie es immer schon gesagt?"
„Aber ist dies hier die große Schlacht? Wo ist die Zauberin? Warum hat sie nur Earpwald getroffen… und keinen anderen Zentaur?"
„Zweifelst du an unserem Führer?"
Berin seufzte.
„Ich weiß nicht. Ich… Du weißt, dass ich ihm nie so ganz vertraut habe. Ja… er hat uns hierher geführt und dafür muss man ihm dankbar sein, denn sonst wäre keiner mehr von uns am Leben. Der Zwist zwischen uns und den Menschen, egal ob sie nun Zauberer waren oder nicht, ist so alt, dass selbst unser Vater und unsere Mutter sich nicht an den Beginn erinnern können. Wir haben immer mit diesem Zwist gelebt… und leben gelernt. Wir haben uns verborgen und so geschützt…"
„Und doch haben uns die Menschen aufgespürt und fast vernichtet, wären wir nicht hierher geflohen."
„Ich weiß… ich weiß, dass unser Stamm ohne Earpwald nicht mehr existieren würde. Aber, weißt du, manchmal zweifle ich ein wenig daran, ob er dies alles für uns, seinen Stamm, seine Gemeinschaft tut… oder nur für sich allein."
„Weißt du, Bruderherz, all diese Gedanken, die du dir jetzt machst, haben wir schon unendlich lange debattiert. Denke an die Sternendeuter. Waren sie nicht diejenigen, die die Sterne so interpretiert haben, dass jemand kommen wird, der uns in die Freiheit führen wird. Eine Erscheinung eines Zentauren, der so Grundweg anders ist, als alle Anderen? Der in der Lage sein wird, mit den Menschen zu sprechen, mit ihnen auszukommen. Ihre Gedanken versteht. Ist dies nicht Earpwald. Hej… er ist ein Albino… er ist so anders… Haben die Sternendeuter nicht von jener Zauberin gesprochen? Earpwald hat sie getroffen! Ist doch egal, ob sie nun noch einen anderen getroffen hat oder nicht. Das wichtige war, dass ER sie getroffen hat. Er hat uns den gefallenden Stern gebracht und damit das Treffen bewiesen. Und wenn es nicht die Schlacht sein sollte, wenn wir zu den Menschen stehen werden… dann wird es eben eine andere sein. Was macht es? Wichtig ist es doch nur wir bekommen unsere Freiheit… können in Ruhe leben… und haben ein klein wenig Spaß!"
„Du und deine so leichte Lebensweise. Natürlich hast du recht… und vor allem, dieser Cullen, egal ob er nun Zauberer ist oder nicht, hat uns aufgenommen… uns geduldet, als würde er uns schon ewig kennen. Und doch… ", erwiderte Berin und schaute immer noch abweisend auf das Schlachtfeld.
„Was stört dich denn noch, Berin?", fragte Alo nun leicht genervt.
„Diese ganzen Deutungen… die noch nicht erfüllt sind. Ja… ich weiß… sie können in fünfzig Jahren sich erst erfüllen… und noch später. Niemand weiß wirklich, wann die Sterne ihre Wahrheiten wirklich offenbaren. Aber dennoch… du weißt, dass es heißt, dass ein Zentaur uns verraten wird und wir nur mit größter Not der Flamme der Gerechtigkeit entkommen werden. Das er uns in die Irre führen wird und erst, wenn die Flamme lebendig wird und wir für sie streiten… das begangene Unrecht beglichen ist."
„Mann… willst du den ganzen Tag all die ganzen Sterndeutungen durchgehen. Dann können wir ja gleich von jenem Zauberer anfangen, der sein Leben, sein Ich teilte, um die Macht der Unsterblichkeit an sich zu reißen… und nur durch ein Kind, dass der Tod berührte, dem wir an seiner Seite stehen werden, vernichtet werden kann. Und dass mit einer Macht, die in ihm geboren ist und die dem bösen Zauberer zuwider ist. Toll… da gibt es soviel Deutungen, wenn wir die jetzt alle aufzählen, stehen wir heute Abend noch da und können dann den Sternen zusehen… und, ist uns damit geholfen? Nein. Frei sind wir dann immer noch nicht. Also, Bruder, was ist nun… oder willst du warten, bis wir erfolgreich den neuen König von Schottland krönen und du dann, zusammen mit den Alten und den Kindern, zuhören, wie erfolgreich wir waren? Wie WIR unsere Freiheit erstritten…"
Berin seufzte… und begann dann sich zu rüsten. Alo half ihm schweigend und schließlich waren beide fertig gerüstet.
„Na dann, Bruderherz, lass uns für unsere Sache kämpfen… wie wir es immer gemacht haben!", sagte Alo und klopfte seinem Bruder in die Flanke. Doch dieser schwieg und trabte nur unwillig neben Alo daher.
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Review-Antworten:
Fluffy Bond: Ja, jetzt alle vier Gründer im Buch 2 genannt worden. Nun, es dauert nicht mehr lange und ihr werdet erfahren, wie es zu dem Treffen Godrics und Salazar kommt und warum es zu dieser ungewöhnlichen Freundschaft gekommen ist. Allerdings, einige Kapitel müsst ihr euch noch gedulden, wie auch für das Zusammentreffen aller vier. Doch lange wird es nicht mehr dauern.
Cullen mac Induff macht eigentlich sein eigenes Ding… ohne zu wissen, dass er manipuliert wird. Aber du wirst noch sehen. Einige mögen fragen, warum Zentauren nun auftauchen… nun irgendwie müssen sie auftauchen, denn immerhin werden sie irgendwann den Wald um Hogwarts bewachen.
Ich hoffe es bleibt spannend für dich… und ich freue mich auf ein neues Review von dir.
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Informationen zum Nachlesen:
Die Angelsächsischen Chroniken
Die Anglo-Saxon Chronicle oder Angelsächsische Chronik ist eine Sammlung von (hauptsächlich) untergeordneten Quellen, die die Geschichte der Angelsachsen und ihrer Besiedlung Britanniens erzählen. Viele der darin enthaltenen Angaben bestehen aus Gerüchten über Ereignisse, die woanders geschahen, und können somit als unzuverlässig gelten. Für einige Zeiten und Orte ist die Chronik jedoch die einzige gehaltvolle erhaltene Informationsquelle. Die Manuskripte wurden an verschiedenen Orten verfasst, und jedes Manuskript spiegelt die Neigungen seines Schreibers wider. Die Chronik beinhaltet Einträge, die vom Jahr 1 bis zum Jahr 1154 reicht (obgleich eine Ausgabe einen falsch datierten Eintrag für das Jahr 60 vor Christus enthält).
Die Chroniken (es gibt mehr als eine) wurden in erster Linie entwickelt als Mittel, um Zeitangaben festzuhalten. Es war ein weit verbreiteter zeitgenössischer Glaube, dass die Welt mit Jahr 1000 ende, und das es wesentlich war, auf diesen Zeitpunkt vorbereitet zu sein. Annalen wurden hauptsächlich in Klöstern geführt und waren daher vor allem lokale Dokumente. Aussagen zu lokalen Ereignissen, wie der Fruchtbarkeit der Felder oder dem Mangel an Bienen, wurden eifrig aufgeschrieben, wohingegen entferntes politisches Geschehen weitgehend ignoriert wurde. Eine Kombination der individuellen Annalen erlaubt es aber, ein allgemeingültiges Bild zu erhalten, mit einem Dokument, das die erste kontinuierlich geschriebene Geschichte Europa in der Landessprache enthält. Folglich stellen die Chroniken eine wichtige Entwicklung der Geschichtsschreibung dar, genauso wie ein nützliches historisches Dokument.
Es gibt neun erhaltene gebliebene Manuskripte (einschließlich zweier Kopien), von denen acht durchgängig auf Altenglisch geschrieben sind, während es sich bei dem neunten um eine Mischung aus Altenglisch und Lateinisch handelt. Das älteste Exemplar (Corp. Chris. MS 173) ist unter dem Namen Parker Chronicle, nach Matthew Parker, der es einst besaß, oder Winchester Chronicle bekannt.
In dieser Chronik wird insbesondere das Jahr 963n. Chr beschrieben… und vor allem die Schenkung Edgars an die Klöster.
„On the second year after he ( Aethelwold) was consecrated, he made many minsters; and drove out the clerks (43) from the bishopric, because they would hold no rule, and set monks therein. He made there two abbacies; one of monks, another of nuns. That was all within Winchester. Then came he afterwards to King Edgar, and requested that he would give him all the minsters that heathen men had before destroyed; for that he would renew them. This the king cheerfully granted; and the bishop came then first to Ely, where St. Etheldritha lies, and ordered the minster to be repaired; which he gave to a monk of his, whose name was Britnoth, whom he consecrated abbot: and there he set monks to serve God, where formerly were nuns. He then bought many villages of the king, and made it very rich.
Afterwards came Bishop Athelwold to the minster called Medhamsted, which was formerly ruined by heathen folk; but he found there nothing but old walls, and wild woods. In the old walls at length he found hid writings which Abbot Hedda had formerly written; -- how King Wulfhere and Ethelred his brother had wrought it, and how they freed it against king and against bishop, and against all worldly service; and how Pope Agatho confirmed it with his writ, as also Archbishop Deusdedit."
So sagt Dunstan zu den Schenkungen: " "I grant, that all the things that here are given and spoken, and all the things that thy predecessors and mine have given, shall remain firm; and whosoever breaketh it, then give I him God's curse, and that of all saints, and of all hooded heads, and mine, unless he come to repentance. And I give expressly to St. Peter my mass-hackle, and my stole, and my reef, to serve Christ."
Phrygische Mütze
Eine Phrygische Mütze, seltener auch Skythische Mütze genannt, ist eine Mützenart mit einer eigentümlichen Form, die ursprünglich von den antiken Phrygern getragen wurde. Ursprünglich war die Phrygische Mütze ein gegerbter Stier-Hodensack samt der umliegenden Fellpartie. Nach der mythischen Vorstellung der Griechen sollte ein solches Kleidungsstück die besonderen Fähigkeiten des Tieres auf seinen Träger übertragen. Als Kleidungsstück besteht die Phrygische Mütze aus Stoff, Tuch, Wolle oder Leder und hat einen längeren runden Zipfel, der nach vorn geschlagen wird bzw. Richtung Stirn fällt. Das Aussehen dieser Mützenform dürfte heutzutage jedem bekannt sein von Trickfiguren wie den Schlümpfen oder den Mainzelmännchen. Die Phrygische Mütze gilt seit dem Frühmittelalter als typisch für Sachsen und Angelsachsen. Außerdem wurde sie Bestandteil der Tracht der neapolitanischen Seeleute.
Morgannwg
Morgannwg ist ein anderer Name für die beiden Königreiche Gwent und Glywysing, die 942 unter Morgen Hen vereinigt wurden. Eigentlich starb er erst 972 n.Chr., wobei seine Königreiche allerdings schon 960 von Owain ap Hywel, dem Herrscher über Deheubarth, einverleibt wurden.
Der oder das Sax
Der Sax auch Sachs (althochdeutsch sahs) ist ein einschneidiges Hiebschwert. Der Sax ist die Bezeichnung für ein germanisches Dolchmesser („kurze Wehr"). Der Langsax ist ein einschneidiges Kurzschwert, der Skramasax (Scramasax) ein Kurzschwert mit besonders langem Griff, das bei germanischen Stämmen bis in das 10. Jahrhundert verwendet wurde. Der Name des Volksstamms der Sachsen geht wahrscheinlich auf die Benutzung dieser Waffe zurück.
Albinismus
Albinismus (v. lat. albus „weiß") ist eine Sammelbezeichnung für angeborene Störungen in der Biosynthese der Melanine und dem daraus resultierenden Mangel an Pigmenten in Haut, Haaren und Augen. Die Betroffenen nennt man Albinos oder Dondos. Es gibt verschiedene Typen von Albinismus, alle bewirken eine Beeinträchtigung der Sehkraft. Die Unterschiede zwischen den Typen beziehen sich auf die betroffenen Gene, die Schwere des Pigmentmangels, und ob Haar und Haut auch betroffen sind. Abgesehen von den physischen Problemen, die Albinismus bewirken kann, sind es oft auch soziale Ausgrenzung, die den Betroffenen zu schaffen macht.
Crieff
Crieff ist die zweitgrößte Stadt in der zentralen Region Perth and Kinross in Schottland. Es ist in erster Linie eine Marktstadt, aber in den letzten Zeit hat es sich zu einem Mittelpunkt für den lokalen Tourismus entwickelt, wobei hauptsächlich Wert auf die Geschichte seiner Whiskyherstellung und des Rinderhandels gelegt wird. Crieff hat ungefähr 6.000 Einwohner. Einige Jahrhunderte lang kamen die Highländer in die Gegend südlich von Crieff, um ihre schwarzen Rinder zu verkaufen, deren Fleisch und Fell von der städtischen Bevölkerung der Lowlands (Schottland) und im Norden Englands mit Begeisterung nachgefragt wurden. Die Stadt war ein Versammlungspunkt für den jährlichen Michaelmas-Rinderverkauf, und die umgebenden Felder waren schwarz von den zehntausenden Rindern. Während des „October Tryst", wie die Versammlung der Rinder damals bezeichnet wurde, war Crieff der Prototyp einer „Wild-West-Stadt": voll von Rindern, Pferdedieben, Banditen und betrunkenen Viehhändlern. Die unvermeidlichen Morde wurden durch Hängen am Galgen bestraft, wofür Crieff in ganz Europa bekannt wurde
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Personen, die in diesem Kapitel der Geschichte Nosce te ipsum, 2. Buch, vorkommen. Die Personen, die kursiv geschrieben sind, sind erdacht (entweder von JKR oder von mir)Aelfhere
Eldorman von Mercien, Führer der ostsächsischen Partei, Onkel von König Edgar
Aelfsige
Bischof von Winchester, Ratsmitglied der Wölfe, starb 959 als er nach Rom unterwegs war, um Erzbischof von Canterbury werden wollte
Aelfstan
Bischof von London, nachdem Dunstan den Titel abgab, um Erzbischof von Canterbury zu werden. Ratsmitglied der Wölfe, stirbt 996 n. Chr.
Aethelwold
Bischof von Winchester, ehemaliger Abt von Abington, Ausbilder von Prinz Edgar, Freund Dunstans
Alo
Zentaur. Zwillingsbruder von Berin
Bellona
Ratsmitglied der Wölfe von 963 n. Chr., sie gehört dem Clan der Baobhan-Sith, von Vampiren an
Berin
Zentaur. späterer Sprecher der Zentauren, Zwillingsbruder von Alo
Cedric Mac Maíl Coluim
Vetter von König Dubh, späterer Ehemann Helgas
Culen mac Induff
Gegner Dubhs, König von Schottland von 967 bis 971
Cynesige
Eldorman von Berkshire, Freund Dunstans, gehört zur Ostsäschsischen Partei
Dubh Mac Mail Coluim
König von Schottland von 962-967.
Dunstan
Erzbischof von Canterbury, ehemaliger Abt von Glastonbury
Eadberth
unehelicher Bruder Eadwigs und Edgars, wurde von Bischof Aelfsige ausgebildet.
Eadwig
(956 +959), König von England, Sohn Edmunds
Earpwald
Führer der Zentauren. Verbündeter des schwarzen Eldormannes
Edgar
seit 959 König von England, Sohn Edmunds
Edmund
(921 +946),König von England, Vater von Eadwig, Edgar und Eadberth, Bruder von König Eadred
Ethelgar
Sohn Ethelstan
Ethelgiva
Konkubine, Mutter von Edgiva, Ratsmitglied der Wölfe, starb 961 im Kloster
Ethelstan
Eldorman von East Anglia, Führer der Ostsäschsischen Partei, Ausbilder Edgars, auch der „Halb-König" genannt
Godric ap Maredudd
Sohn des Herrn von Tenby und Gryffindor, einer der Gründer
Gunnar
Abt von Glastonbury
Gyrth ap Godric
Sohn Godric Gryffindor
Gwefrfawr ap Sywno
Zaubermeister am Hofe Gwynedd. Vater von Melangell
Gunhild
spätere Gebiebte König Iagos, gehört zum Bund
Helga Hufflepuff
eine der vier Gründer Hogwarts
Hyfaidd ap Ieuaf
Sohn Ieuaf, zunächst Geisel am Hofe Owains
Iago ap Idwal Foel
König von Gwynned
Ieuaf ap Idwal Foel
Bruder des Königs Iago
Irminric
ehemaliger Bruder in Glastonbury, Vertrauter Dunstans
Melangell
Ehefrau Godrics, Tochter von Gwefrfawr ap Sywno, Zaubermeister von Gwynedd
Meurig ap Idwal Foel
Bruder König Iago, Todfeind Godrics
Morgan Hen
König von Glywysing & Gwent
Ordgar,
Eldorman von Devonshire,
Osdryd
Tochter Godrics und Melangell
Oswald
Bischof von York, Neffe des früheren Erzbischofs Odo
Owain ap Hywell
König von Deheubarth
Rhodri ap Idwal Foel
walisischer Prinz von Gwynedd, Bruder Iagos
Richard Eriugena
Heiler und Arzt, Ausbilder Helgas
Rowena Ravenclaw
eine der vier Gründer Hogwarts, Äbtissin des Klosters Wilton
Salazar Slytherin
jüngerer Sohn Solmens von Slytherin, Spion im Bund, Gründer Hogwarts
Solmen
Edorman von Cornwall, Graf von Slytherin, Vater Salazars, Ratsmitglied der Wölfe
Wilhelm
Spion des schwarzen Eldormannes
Wulfthrith
Schwester im Kloster Wilton, Geliebte König Edgars
