Disclaimer:All places and characters belong to JK Rowling and the WB and various publishers. No money is being made off this piece of fiction.
Warnings: This story is Slash of the HP/SS variety (there will also be some SB/RL and HG/RW as a side plot). My rating, however, is more due to violence than any explicit sexual content. I tend to focus more on 'romance' rather than anything graphically sexual. If you do not like Slash, don't read this.
Author's Note: Cannon through Book 4 only. There is a longer note at the end of this chapter with more details about this subject.
Ich weiß der Disclaimer ist Englisch, aber ich glaub jeder Leser hier weiß wozu der ist. Kurz gesagt JKR gehört alles außer der fabelhaften Idee zu dieser Geschichte und die gehört Josephine Darcy, ich bin nur der demütige Übersetzer ;-)
Allerdings verdankt ihr dieses Kapitel meiner lieben, begeisterten Coübersetzerin tingel!
Kapitel 19 – Bonding
Harry spürte das vertraute Gefühl des Ziehens und Fallens, als der Portschlüssel ihn zurück in Severus Räumen in den Kerkern brachte. Er war sich nur vage bewusst zur Couch geführt und hinunter in die Kissen gedrückt zu werden. Benommen sah er zu, wie die Flammen im Kamin lebendig wurden und seine Aufmerksamkeit völlig bannten. Wenige Momente später fühlte er, wie etwas Kaltes in seine Hände gedrückt wurde.
„Trink das", befahl Severus. Harry hob die Hände ohne nachzudenken und trank den Inhalt des Glases, das Severus ihm gereicht hatte. Es erinnerte ihn ein wenig an den Brandy, den er vorher probiert hatte. Aber das hier hatte eine beinahe beruhigende Qualität an sich. Er fühlte wie sich sein Körper sofort beruhite, fühlte sein Bewusstsein aus dem fast betäubenden Ort zurückkehren, zu dem er es geschickt hatte.
Er schauderte, schloss die Augen und fühlte, wie ihn endlich der Dämon losließ, der ihn zuvor gepackt hatte. „Es geht dir gut", sagte Severus sanft zu ihm. „Du stehst bloß unter Schock."
„Ich bin früher schon mal angegriffen worden", erinnerte er den Mann. Er kannte Schock – er hatte erst letztes Wochenende unter Schock gestanden, als sein Körper von den Todessern in ein Nadelkissen verwandelt worden war. Der Unterschied dieses Mal war, dass er nicht verletzt war. Er konnte sich nicht wirklich erklären, warum er so reagierte.
„Nicht sexuell", sagte Severus einfach.
Harrys Augen blickte wild suchend in Severus' Gesicht. Das war es natürlich. Das war der Unterschied. Julius hatte ihn nicht wie einer von den anderen angegriffen und doch war seine gefühllose Missachtung von Harrys Gefühlen oder freiem Willen nicht anders als die der Todesser. Julius' Hände auf seinem Körper zu fühlen hatte ihn bestimmt nicht geschmerzt, wie es der Cruciatus tat. Aber das Gefühl von hilfloser Wut war dasselbe gewesen. Was vielleicht noch furchtbarer war, war die Stärke seines eigenen Zorns – er hatte ihn umbringen wollen. Hätte ihn so einfach töten können, wenn Severus ihn nicht aufgehalten hätte. Er war zu der Zeit unfähig sich selbst aufzuhalten.
„Danke", flüsterte er. „Dass du mich aufgehalten hast."
Severus nickte nur verständnisvoll. Ein unlesbares Gefühl flackerte durch seine dunklen Augen. Er kauerte vor Harry, der auf der Couch saß. Eine Hand ruhte leicht auf Harrys Knie, als ob er ihm Trost spenden wollte. Plötzlich runzelte er die Stirn und sein Blick war auf Harrys Stirn gerichtet.
„Hier, lass mich mal sehen, ob ich dass nicht in Ordnung bringen kann", sagte er sanft und hob die Hand um Harrys Strähnen sanft aus seinem Gesicht zu streichen. Überraschenderweise fühlte Harry kein Verlangen vor seiner Berührung zurückzuschrecken. Er war sich der Tatsache bewusst, dass sein Kopf heftig pochte. Und die Finger des Zaubertränkemeisters fühlten sich kühl und beruhigend auf seiner Haut an, als sie sanft über den Bluterguss strichen, den er sich selbst verpasst hatte, als er seinen Kopf gegen den von Julius schmetterte. Er schloss wieder die Augen und genoss den unerhofften Trost.
Severus zog seinen Zauberstab und murmelte einen einfachen Heilzauber. Harry fühlte den Schmerz verschwinden, als der Bluterguss wich. Die kühlen Finger blieben etwas länger und waren dann verschwunden. Harry öffnete die Augen und sah zu, wie Severus zu einem nahen Stuhl ging.
„Es tut mir leid wegen heute Abend", sagte ihm der Mann voller Bedauern und sah aufrichtig aufgebracht aus.
„Es war nicht deine Schuld", versicherte Harry ihm.
„Er ist mein Bruder", sagte Severus mit einem ärgerlichen Kopfschütteln.
„Trage ich Schuld an dem Verhalten der Dursleys?"
Severus sah rasch auf. „Natürlich nicht!"
„Wie kannst du dann Schuld an Julius' Verhalten tragen?", fragte Harry ihn. „Du kanntest ihn nicht einmal richtig."
„Ich hätte dich niemals da hinbringen sollen", erwiderte Severus. „Du hättest niemals in eine solche Situation geraten sollen."
„Du wolltest deine Schwester treffen", erinnerte ihn Harry. „Ich gebe dir keine Schuld. Sie ist es wert, dass man sie kennen lernt. Ich mochte sie."
Severus lächelte bitter. „Schade nur um den Rest von ihnen." Er sah auf und fing Harrys Blick mit seinem eigenen. Harry hatte im Laufe der Jahre viele verschiedene Emotionen auf Severus' Gesicht gesehen, meistens negative wie Zorn oder Verärgerung. Er hätte nie gedacht, dass er eines Tages Dankbarkeit sehen würde. Es war seltsam demütigend.
„Danke für was du heute Abend gesagt hast", sagte der Mann leise und Harry wusste, dass er sich auf seine Verteidigung während des Abendessens bezog.
Harry errötete unbehaglich. Gefühle packten ihn, die er nicht klar benennen konnte. „Sieh mal, ich weiß du und ich haben uns nie sehr gut verstanden", begann Harry. „Oder überhaupt", verbesserte er sich. „Vorallem weil... nun, du bist nie sehr nett gewesen..." Severus schnaubte amüsiert und Harry merkte, wie er lächelte. „Aber trotzdem, ich weiß, was du alles für mich getan hast. Ich weiß, dass du mir wiederholt Leben gerettet hast. Und ich weiß, welche Risiken du eingegangen bist um Voldemort auszuspionieren. Und ich habe dich immer dafür respektiert... auch wenn ich es nie gesagt habe."
Harry errötete wieder. Er fühlte sich seltsam verwundbar unter Severus' bohrend Blick. „Und ich weiß, du hättest nein sagen können, als diese ganze Heiratsangelegenheit passiert ist", fuhr er fort. „Und trotz alledem warst du echt anständig zu mir und das habe ich nicht erwartet."
„Wegen dem, was ich bin?", fragte Severus und hörte sich mehr neugierig als alles andere an.
„Ja", gestand Harry und ertrug die bestätigende Grimasse, mit der Severus die halbherzige Beleidigung anerkannte. „Aber auch weil ein Teil von mir, glaub ich, nicht wirklich erwartet, das irgendjemand anständig zu mir ist." Er wusste, dass er mit der Aussage viel mehr zugab, als er beabsichtigte, und er fand es seltsam, dass ausgerechnet Severus Snape von all den Leuten in seinem Leben derjenige zu sein schien, dem er sich am meisten öffnete.
„Ich kenne das Gefühl", sagte Severus, beinahe so leise, dass Harry ihn gerade noch hörte. Und das war das Letzte, was er erwartet hatte, dass Severus freiwillig so etwas ihm gegenüber zugeben würde, ihm freiwillig eine Schwäche zeigen würde.
Die Anspannung war beinahe zu viel für ihn. Für sie beide, vermutete er. Er stand schnell auf und ging zum Feuer. „Oh Gott, sag mir nicht wir haben gerade einen verbindenden Augenblick", witzelte Harry schwach. „Ruft die Zeitung. Harry Potter und Severus Snape haben etwas gemeinsam."
„Bei Merlin, bloß nicht!", pflichtete ihm Severus mit einem nervösen Lachen bei. Sie schwiegen für einen Augenblick und Harry starrte in die tanzenden Flammen. Er konnte Severus' Zaubertrank in sich fühlen, wie er seine Nerven beruhigte, die so vermutete er sonst völlig durchgebrannt wären.
„Bist du sicher, dass du in Ordnung bist?", fragte Severus nach einer Weile und Harry wusste, was er meinte.
„Ja", versicherte er ihm, „mir geht's gut." Er lächelte den Mann trocken an. „Obwohl ich zugeben muss, dass ich plötzlich verstehe, warum die Hexe Schneewittchen den vergifteten Apel gab."
Severus lachte offen und lehnte sich in seinem Stuhl zurück. „Ihr Götter, ist das nicht die albernste Geschichte, die du je gehört hast?"
„Ziemlich albern", stimmte ihm Harry mit einem Nicken zu. Er betrachtete Severus' Gesicht. Er würde nie an Julius' Schönheit herankommen. Aber es nichts verkehrt mit seinen Gesichtszügen. Und Harry mochte wirklich, was er auch immer mit seinen Haaren angestellt hatte. Sie hatten sich längst aus dem Band gelöst, mit dem er sie zurückgebunden hatte, und hingen frei um sein Gesicht, weich und wild aussehend. Und als der Mann lachte, schien er beinahe wie ausgetauscht. „Würdest du den Irrgarten wirklich niederbrennen?", fragte er.
Severus' Augen wurden hart. „Ja", sagte er mit Nachdruck. „Ich kann nicht anders als mich zu fragen, wem Julius das sonst noch angetan hat. Er schien zu glauben, dass sein Aussehen sein Verhalten entschuldigen würde. Und meine anderen Brüder trugen genauso viel Schuld. Sie wussten, was Julius tat. Ich werde auch das nicht ungestraft lassen."
Harry konnte nur an die Dinge denken, die Julius Severus vorwarf getan zu haben. Minister Fudge hatte dasselbe vom Zaubertränkemeister geglaubt. Sogar Sirius hatte seine Sorge ausgedrückt, dass Severus Harry vielleicht zu etwas zwingen würde, das er nicht wollte. Er fragte sich, ob jemand den Mann überhaupt wirklich kannte. Vielleicht Albus Dumbledore – er hatte Severus ohne Worte von Anfang an vertraut.
„Nun, solange ich ihn nie wieder sehen muss", sagte Harry mit einem Schaudern.
Severus sah schnell auf. „Wirst du nicht. Das verspreche ich."
Harry nickte akzeptierend und fühlte, wie die Ereignisse ihn einholten. Er kämpfte gegen ein Gähnen an und war dankbar, das er nichts Wichtiges am nächsten Morgen hatte. „In diesem Sinne glaube ich, gehe ich ins Bett. Gute Nacht, Severus." Er hielt inne, während er auf das Schlafzimmer zuhielt und erkannte, was er gerade gesagt hatte, wie natürlich ihm der Name über die Lippen gekommen war, während er doch vorher so fremdartig auf seiner Zunge geklungen hatte. Er blickte zurück zu Severus und bemerkte, dass der ihn gespannt betrachtete. „Macht es dir was aus?", fragte er leise. „Dass ich dich so nenne, meine ich?"
„Es macht mir nichts aus", beruhigte er ihn mit einem schwachen Lächeln auf den Lippen. „Gute Nacht, Harry."
Harry lächelte und schloss die Schlafzimmertür hinter sich.
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Das Fehlen von leisen Atemzügen neben ihm weckte Severus aus einem tiefen Schlaf in der Nacht. Er drehte sich rasch im Bett um und bestätigte sich, dass Harrys Seite leer war. Ein schneller Blick zur Zauberuhr auf seinem Nachtschränkchen zeigte ihm, dass die Zeiger auf „Mitten in der Nacht" wiesen, noch mehrere Stunden von „Zeit aufzustehen" entfernt.
Besorgt stieg Severus aus dem Bett und sah sich rasch im Raum nach dem fehlenden Jungen um. „Harry?", rief er leise und schaute durch die offene Badezimmertür. Auch dieser Raum war leer.
Severus schritt schnell durch die Schlafzimmertür, sah zuerst im Hauptraum nach und ging dann weiter zu seinem Arbeitszimmer. Als nächstes drückte er die Tür zur Bibliothek auf und fand Harry mitten im Raum auf dem Boden kniend.
„Harry?", fragte er und näherte sich ihm vorsichtig. Harry, immer noch in seinen Pyjama gekleidet, hatte die Arme eng um sich geschlungen. Er wiegte sich vor und zurück, Tränen strömten sein Gesicht herab, ein Ausdruck von Entsetzen in seinen Augen. Am besorgniserregendsten war, dass die wie ein Blitz geformte Narbe auf seiner Stirn entzündet und rot war und sich klar von seiner bleichen Haut abzeichnete.
„Harry?", fragte Severus leise und streckte eine Hand aus um eine seiner Hände zu berühren. Die Haut des Jungen war eiskalt. „Harry, was ist los? Was ist passiert?" Er befürchtete, dass er bei all der Aufregung am Abend vergessen hatte, seinen Traumloser-Schlaf-Trank zu nehmen. Aber dass erklärte immer noch nicht die geschwollene Narbe.
Als Harry nicht sofort reagierte, berührte Severus sein Gesicht und drehte ihn zu sich, so dass er die Augen des Jungen sehen konnte. „Harry, antworte mir", flehte er beinahe. Er versuchte nicht allzu harsch zu klingen, wurde aber von Moment zu Moment immer besorgter. „Was ist los?"
„Etwas hat sich geändert", flüsterte Harry. Seine Stimme war seltsam rau. „Etwas ist anders."
Also kein Alptraum, vermutete Severus. Albus hatte ihm gesagt, dass Harry von Zeit zu Zeit Visionen hatte anstelle von normalen Träumen. Etwas an seiner Narbe verband ihn mit dem Dunklen Lord und befähigte ihn Einblicke in diesen bösen Verstand zu nehmen. „Was ist anders?", fragte er. Er konnte selber nichts durch das Mal an seinem Arm kommen fühlen. Albus' Schutzzauber schützten ihn vor dem Zorn des Dunklen Lords. Aber er hätte trotzdem etwas fühlen sollen. Ein Stechen oder brennenden Schmerz – irgend etwas.
„Severus", flüsterte Harry und da war etwas Erschrockenes in seiner Stimme, als ob er ein furchtbares Geheimnis entdeckt hatte, das er sich nicht auszusprechen traute. „Er ist glücklich, Severus. Er ist erfreut."
Severus runzelte die Stirn. Es gab keinen Zweifel, wen Harry mit „er" meinte – aber Albus hatte darauf bestanden, dass nur der Zorn und die Wut des Dunklen Lords Harry beeinflussten. Warum sollte er so aufgebracht sein von der Tatsache, dass der Dunkle Lord erfreut war – obwohl das an sich sehr unwahrscheinlich schien. Lord Voldemort hatte einen fürchterlichen Rückschlag erlitten, als der Junge ihm vor einigen Monaten das Auge des Odin gestohlen hatte – seit dem hatten sie wenig von ihm gehört. Und ganz bestimmt würde er nicht erfreut über die Tatsache sein, dass er noch gerade einmal vor einer Woche mehrere seiner Todesser verloren hatte, als sie versucht hatten wieder einmal Harry Potter zu töten. Wie konnte er überhaupt über irgendetwas glücklich sein?
Aber was auch immer es war, dass der Junge sich einbildete gesehen oder geträumt zu haben, seine Angst war real. Severus konnte ihn zittern sehen, sein ganzer Körper bebte, als er sich nur durch pure Willenskraft zusammenhielt. Er merkte, wie er den Jungen verzweifelt in seine Arme ziehen und ihn durch seine Nähe trösten wollte. Aber irgendwie bezweifelte er, dass seine Berührung den Effekt haben würde, auf den er hoffte, besonders nicht in Anbetracht des Verhaltens seines Bruders früher am Abend.
Aber er konnte auch nicht einfach hier sitzen und überhaupt nichts tun, konnte nicht einfach hier sitzen und zusehen, wie der Junge vor seinen Augen auseinander fiel. Harry hatte seine Augen wieder fest zugepresst und wiegte sich wieder hin und her, als ob er versuchte sich selbst zu trösten. Er fragte sich, ob ihn jemals einer nach einem seiner Alpträume in die Arme genommen hatte – sicherlich hatte er als Kind nie den Trost, den er brauchte, von den Dursleys empfangen. Er hatte eine plötzliche Vision von dem Jungen als kleines Kind, eingesperrt in einem dunklen Schrank, während er nach jemanden, irgendjemanden, rief um ihn zu trösten.
Aber wenn er dem Jungen nicht den benötigten Trost spenden konnte, kannte er doch jemanden, der es konnte.
Er stand schnell auf und ging zurück zum Hauptraum. Er warf Flohpulver in sein Feuer und sagte „Remus Lupins Raum", und steckte dann seinen Kopf durch die Flammen. Sofort sah er aus der Perspektive des Kamins in eines der gut ausgestatteten Hogwartsgästezimmer. Eine Couch stand nur ein paar Fuß von ihm entfernt und auf ihr lag in tiefem Schlaf ein riesiger schwarzer Hund.
„Black!", fauchte Severus. „Wach auf!" Das Geräusch weckte den Hund sofort auf und verursachte auch eine alarmierte Aufkeuchen aus einem der Nebenzimmer. Remus Lupin trat beinahe sofort durch eine der Türen, was Severus trotz des Pyjamas, in den er gekleidet war, vermuten ließ, dass er nicht geschlafen hatte. Als der Hund Severus' Kopf im Feuer sah, verwandelte sich sofort in die vertraute Gestalt von Sirius Black.
„Was gibt's? Was ist los, Severus?", fragte Remus besorgt.
„Kommt rüber in mein Zimmer", befahl Severus. „Der Junge braucht euch."
Er zog sich sogleich zurück und machte den Weg aus dem Feuer frei. Einen Augenblick später loderten die Flammen hellgrün und Sirius Black trat gleich durch sie hindurch, dicht gefolgt von Remus Lupin. Severus zeigte auf die Tür zur Bibliothek. „Da drinnen", befahl er.
Alle Feindseligkeiten vergessen eilte Sirius sofort zur Bibliothek etwas langsamer gefolgt von Severus und Remus. Als Severus die Tür zur Bibliothek erreichte, sah er Black bereits auf dem Boden neben Harry sitzen und den zitternden Jungen in seinen Armen halten. Harry klammerte sich an ihn, sein Gesicht gegen den Hals gepresst, während Black sanft seinen Rücken rieb, sein Haar strich und ihm leise zuflüsterte. Ein merkwürdiges Gemisch von sowohl Erleichterung als auch Eifersucht flammte in Severus' Herz. Er wusste natürlich, dass Black Harry den Trost geben konnte, den er brauchte. Aber er wünschte, dass er es sein konnte. Ohne Zweifel hatte sich der Junge ihm zugewandt, sobald Black seinen Namen gesagt hatte, ohne Zweifel hatte er sich in Sirius' Arme geworfen. Das würde mit ihm nie passieren.
„Was ist passiert?", fragte Remus leise und zog Severus mit einer sanften Berührung an seinem Arm zur Seite. Severus ließ sich weg ziehen, ohne sich des sehnsüchtigen Ausdrucks in seinen Augen bewusst zu sein, als er über die Schulter zurück zu den beiden Männern in seiner Bibliothek blickte. „Severus?" Lupins Stimme war sanft, der Ausdruck in seinen Augen seltsam mitfühlend und Severus fühlte, wie er unbehaglich rot wurde.
„Ein Traum", erklärte er. „Oder eine Vision. Etwas über den Dunklen Lord. Ich haben ihn so vor ein paar Augenblicken gefunden."
„Lass Sirius ein wenig mit ihm sprechen", sagte Remus. „Er wird ihn beruhigen – darin ist er gut."
Severus runzelte die Stirn. Dann ging ihm auf, dass die vorige Nacht Vollmond gewesen war. Ohne Zweifel hatte Sirius sein bestes getan um Lupin nach seiner Verwandlung zu trösten – allerdings bemerkte er, dass der Köter immer noch auf der Couch schlief. Ein rascher Blick zu Lupin zeigte ihm die dunklen Schatten unter seinen Augen, die Erschöpfung in seinem Gesicht. Mit einem Seufzen sank Severus auf seiner Couch nieder. Er vermutete, dass das noch eine lange Nacht werden würde.
Es war beinahe noch eine Viertelstunde später, bevor Black aus der Bibliothek kam. Harry stolperte neben ihm her, beinahe im Stehen schlafend. Black hatte immer noch seine Arme um den Jungen und schien ihn aufrecht zu halten, während er durch den Raum zum Schlafzimmer ging. Severus und Lupin sprangen beide auf und folgten Sirius, als er Harry zurück zum Bett führte. Während Black dem Jungen wieder ins Bett half, ging Severus zu seinem Nachtschränkchen und fand eine Flasche mit Traumloser-Schlaf-Trank, den er für Harry gemacht hatte. Black sagte nichts, als Severus Harry drängte eine kleine Dosis zu trinken. Ein paar Augenblicke später schlief Harry tief und die drei Männer begaben sich wieder hinaus ins Wohnzimmer, so dass sie ihn nicht weiter stören würden.
„Geht es ihm gut?", fragte Remus Sirius ängstlich.
Black strich sich mit den Händen durch sein Haar. Er sah etwas mitgenommen und angespannt aus. „Ich weiß nicht – Ich habe ihn so noch nie gesehen. Er hatte vorher schon Alpträume gehabt, aber das war anders. Was zur Hölle ist passiert?" Er warf Severus einen düsteren Blick zu, als ob das alles seine Schuld war.
Snape schüttelte bloß den Kopf. „Ich wusste von seinen Alpträumen – aber das hier war nicht so. Er hat keinen Laut von sich gegeben – ich wachte auf und er war verschwunden. Ich habe ihn in der Bibliothek gefunden, wie du ihn gesehen hast. Er sagte, dass etwas geschehen sei – etwas hätte sich geändert. Dass der Dunkle Lord über etwas glücklich oder erfreut sei."
Sirius nickte. „Er hat mir auch so etwas gesagt aber warum sollte das ihm so viel Angst einjagen?"
„Warum sollte es nicht?", erwiderte Remus und Severus und Sirius starrten ihn beide überrascht an. „Denkt doch mal darüber nach", drängte Remus. „Was könnte den Dunklen Lord wohl glücklich machen? Er wird wütend oder gerät in Rage, wenn die Dinge nicht nach seinem Willen gehen oder wenn seine Pläne vereitelt werden. Dass er glücklich ist, dazu muss etwas furchtbares passiert sein – etwas gutes für ihn und schlechtes für uns."
Es machte Sinn, sehr zu Severus' Bestürzung. „Ich habe nicht geglaubt, dass Harrys Visionen so funktionieren", sagte er und wenn die anderen beiden Männer seinen Gebrauch von Harrys Vornamen merkwürdig fanden, sagten sie nichts dazu. „Ich habe gedacht, dass er nur Visionen hat, wenn der Dunkle Lord so in Rage war, dass er etwas entweichen ließ. Warum sollten seine positiven Gefühle über die Verbindung zwischen ihnen sickern?"
„Vielleicht will er dieses Mal, dass Harry es weiß", vermutete Remus. „Vielleicht ist, was immer geschehen ist, etwas von dem er will, dass wir es herausfinden. Oder etwas, von dem er erwartet, das wir es herausfinden – und uns darüber sorgen."
„Dann meinst du, dass er Harry verspottet", fragte Sirius. Seine Stimme senkte sich zu einem tiefen Knurren bei dem Gedanken.
„Es wäre nicht das erste Mal, dass er uns verspottet hätte", erwiderte Remus. „Albus sollte auf jeden Fall informiert werden."
„Ich werde Harry am Morgen hoch bringen um ihn zu sprechen", stimmte Severus zu. „Nachdem er ein wenig Schlaf hatte – er hatte eine lange Nacht."
Black runzelte die Stirn. „Ist etwas bei deinem Abendessen passiert?"
Severus wand sich unbehaglich. Er hatte vorgehabt, Harry Black von dem Vorfall mit seinem Bruder berichten zu lassen. Aber es fiel ihm ein, dass Harry wahrscheinlich nichts sagen würde. Harry war außergewöhnlich gut darin solche Dinge für sich zu behalten, auch wenn er mit jemanden, dem er vertraute, über sie sprechen sollte.
„Mein jüngster Bruder, Julius, hat vorhin versucht sich an Harry zu vergreifen", gestand Severus.
„Was?", fauchte Black. Seine Augen weiteten sich vor Zorn. „Vergreifen?"
„Sexuell", bestätigte Severus. „Harry zog seinen Zauberstab, bevor es sehr weit gehen konnte. Aber es hat ihn erschüttert."
Er konnte die rasende Wut in Lupins und Blacks Augen brennen sehen. „Gott verdammt, Snape!", knurrte Sirius. Er ballte die Fäuste. „Ich bring den Bastard um!"
„Ich habe mich darum gekümmert, Black!", teilte Severus ihm mit. „Harry ist in Ordnung – und ich habe mich mit Julius befasst. Ich habe vor morgen zurückzukehren und dafür zu sorgen, dass er keine andere Gelegenheit mehr bekommt. Julius wird den Rest seines Lebens an einer sehr kurzen Leine verbringen."
„Es hätte erst überhaupt keine Gelegenheit geben sollen", beharrte Black. „Wie konntest du das geschehen lassen? Du hast geschworen ihn zu beschützen!"
„Ich habe ihn beschützt", beharrte Severus, obwohl er es schwer fand sich zu verteidigen, wenn er sich selber bereits schuldig für die Ereignisse fühlte. „Es wird nicht wieder vorkommen."
„Du hast verdammt noch mal recht, das wird es nicht", blickte Sirius grimmig drein. „Er verlässt das Schloss nicht, außer jemand anderes als du ist bei ihm."
Blacks Worte füllten Severus mit Wut und er fand sich von Angesicht zu Angesicht mit seiner Nemesis stehen und den Mann mit seinen Blicken durchbohren. „Deutest du an, dass ich meinen eigenen Bundpartner nicht beschützen kann!"
„Er gehört dir nicht!", fauchte Sirius.
„Er gehört mir doch!", knurrte Severus genauso wütend zurück. Eine Welle von besitzergreifender Eifersucht flammte durch ihn durch. Einen Moment später wurden beide Männer von einem wütenden Werwolf auseinander geschubst. Der harte Stoß, der von Remus Lupins Händen kam, warf Sirius und Severus zu Boden, während sie aus erster Hand daran erinnert wurden, wie stark ein Werwolf, selbst in seiner menschlichen Gestalt, genau sein konnte.
„Das reicht." Remus sah sie wütend an. Seine bernsteinfarbenen Augen leuchteten beinahe wild im Feuerlicht. „Ihr weckt Harry auf, wenn ihr nicht die Klappe haltet." Beide Männer beruhigten sich beinahe sofort bei der Drohung.
„Moony", winselte Sirius geradezu. „Er..."
„Hör sofort auf", blaffte Remus ihn an. „Er hat gesagt, das Harry in Ordnung ist und ich glaube ihm. Beschimpfungen helfen jetzt gar keinem. Ich für meinen Teil bin dankbar, dass er das Mitgefühl hatte dich herzurufen, damit du für Harry heute da bist. Trotz deines schlechten Benehmens. Vielleicht wird er dich das nächste Mal nicht mehr so schnell rufen."
Seine Worte hatten den gewünschten Effekt, da Sirius sofort unterbrach, was er sagen wollte. Beide Männer standen vorsichtig auf. Severus schenkte dem Werwolf einen vorsichtigen Blick. Remus Lupin schien immer so sanftmütig; er hatte vergessen, dass der Mann selbst in seiner menschlichen Gestalt die Kraft eines Monsters besaß.
„Danke, dass du uns gerufen hast", sagte Remus zu Severus. „Wir kommen morgen früh wieder um mit Harry zu sprechen, wenn dir das recht ist?"
Severus nickte und zog es vor angesichts dieses seltsam einschüchternden Werwolfs zu schweigen. Remus nickte befriedigt. Dann ergriff er Sirius' Arm und führte ihn zum Kamin und dem Flohpulver. Als Sirius so aussah, als wollte er protestieren, sah Remus ihn nur grimmig an und stellte ihn wieder ruhig. Ein paar Augenblicke später waren beide verschwunden und das Feuer fiel wieder einmal in sich zusammen.
Ausgelaugt kehrte Severus in sein Schlafzimmer zurück. Er stieg vorsichtig ins Bett neben dem schlafenden jungen Mann. Er bewegte sich langsam um ihn nicht zu stören. Sicher, dass Hary tief am Schlafen war, streckte er seine Hand aus und strich sanft sein Haar aus seinem Gesicht und strich seine Finger leicht über die immer noch entzündete Narbe. Der Jung seufzte leise, wachte aber nicht auf. „Es tut mir leid, Harry", flüsterte er leise, voller Bedauern. Dann gegen besseres Wissen beugte er sich herunter und drückte ihm einen Kuss auf die bleiche Stirn. Er fand den warmen runden Duft, der von der Haut des Jungen aufstieg, beruhigend und berauschend zugleich.
Gott, dachte er bei sich, wie einfach es wäre sich bei diesem schönen jungen Mann zu vergessen. Wie einfach wäre es das Monster zu sein, das jeder, seinen eigenen Bruder eingeschlossen, ihm vorwarf zu sein und einzufordern was ihm durch das Recht der Ehe gehörte. Er vermutete, dass er unter den richtigen Umständen den Jungen sogar dazu bringen könnte es zu akzeptieren – seine Berührung zu akzeptieren. Gott allein wusste, er wusste wie man Leute manipuliert und der Junge, so hungrig wie er nach Zuneigung war, wäre ihm kaum gewachsen. Legilimentik alleine würde ihm genug Einblick in die Gedanken des jungen Mannes verschaffen, dass er ohne große Schwierigkeiten herausfinden konnte, genau welche Knöpfe er drücken musste.
Aber das wäre nicht richtig. Er hatte geschworen ihn zu beschützen – sogar vor sich selbst, wenn es darauf ankam. Und aus irgendeinem Grund war er zu dem Schluss gekommen, dass obwohl der Junge ihn nicht allzu sehr mochte, er ihm dennoch wenigstens zu vertrauen schien. Und nichts in der Welt würde Severus dieses Vertrauen verletzen lassen. Nicht einmal sein eigenes Verlangen.
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Author's Note:
Wie einige von euch durch das lesen meiner Anmerkungen und meiner Biographie wissen habe ich schon einen großen Teil dieser Geschichte fertig geschrieben und was ihr die letzten Wochen gelesen habt sind die korrigierten Kapitel. Ich mache zeitgleich mit dem schreiben von den neuen Kapiteln weiter. Allerdings muss ich euch warnen, dass es irgendwann so weit sein wird dass ich mich selbst ein geholt habe und ich nicht mehr so häufig neues online stelleen werde. Aber ich habe mir gedacht dass ich ein paar der seltsamen Veränderungen die die Geschichte durchlaufen hat mit den Interessierten unter euch teilen sollte.
Als ich anfing Buch 4 zu lesen war die Geschichte noch nichts weiter als mein Versuch mit dem Klischee - Harry ist gezwungen Snape zu heiraten. Kapitel 1 erforderte eine Hintergrundgeschichte über die möglichen Geschehnisse in Harry´s fünftem Jahr und damit war das Auge des Odin eingeführt. Allerdings dachte ich nicht all zu sehr darüber nach. Der Heiratsstein tauchte offensichtlich auf und ich dachte mir, hmm damit kann schön herumspielen. Aber wir hatten es immer noch mit nicht mehr als einer Verbindungsgeschichte zu tun. Alles was ich sicher wußte, war, dass ich nicht wollte, dass sie einfach miteinander ins Bett springen. Ich wollte mich mit dem langen langsamen Kennenlernprozess beschäftigen.
Die Szene in der ersten Nacht, als Harry Snapes Narben und Tattoo gesehen hatte war die Geburtsstunde der Zaubererkultur in dieser Geschichte -- und sofort änderte sich die Geschichte. Jetzt war es eine Verbindungsgeschichte mit einer entwickelten Welt.
Dann wurde Harry in Hogsmeade angegriffen und ich führte des Königs Stimme ein -- an diesem Punkt nahm die Geschichte eine dramatische Wende in eine komplett andere Richtung. Ich sah plötzlich einen Handlungsstrang, den ich nicht erwartet hatte und arbeitete mich erst richtig in die Geschichte ein. (Der Handlungsstrang ist noch nicht so weit, aber wir kommen langsam hin)
Snapes Familie war mehr oder wenig eine Nebenhandlung von der ich gedacht hatte, dass sie lustig sein würde, dh. bis ich dieses Kapitel schrieb. Seltsam genug, aber die Szene in der Harry in der Bibliothek kniet und entsetzt ist wegen einer Vision in der Voldemort glücklich ist der Punkt an dem sich die ganze Geschichte plötzlich vor meinen Augen mit unglaublicher Klarheit entwickelte. Es scheint so geringfügig - und eigentlich sollte dieses Kapitel auch über die Unterhaltung zwischen Harry und Snape und ihren gemeinsamen Moment sein. Aber als ich die Bibliotheks Szene schrieb, sah ich plötzlich wohin sich die Geschichte entwickelte und sie hörte auf ein Klischee zu sein. Und das beste daran ist - als ich auf alles zurück sah, was ich bis dahin geschrieben hatte, erkannte ich dass alle Einzelteile schon in den vorangegangenen Kapitel zu finden waren und nur daruf zu warten schienen, dass ich sie aufhob.
Ich bezweifle, dass ihr jetzt schon ahnt wo das alles hinführt, aber es war ziemlich schwierig zu schreiben. Und eure Reviews, Mittteilungen und emails haben mich nur um so mehr darin bestärkt die Geschichte fort zu setzen, egal wie verrückt sie werden mag.
A/Ü:
Das sind die Worte der großartigen Josephine Darcy
Ihr ahnt ja noch nicht, was noch alles auf euch wartet. Ihr würdet es nie erraten!
Aber ihr könntet ja spekulieren ...
Und zwar im Forum, das über meine Profilseite zu erreichen ist.
