A/N: Tatata! Es geht weiter! Endlich mit neuem Rechner. Also, viel Spaß ;)
Kapitel 25
Von Kochlöffeln…
Erneut spielten sich die Bilder in seinem Kopf ab. Die Dinge die auf einmal alles beendet hatten. Es war vorbei. Sein Doppelleben.
Er konnte sich selbst sehen, wie er kurz nach der Ankunft der Todesser als erster in die Küche gegangen war. Nicht ohne Genugtuung erinnerte er sich an Potters und Weasleys Gesichter, als er das Schwert wortlos an sich genommen und den Raum wieder verlassen hatte.
Er spürte die Schmerzen, hörte die Flüche, sah die todbringende Klinge... und fühlte sich ungewöhnlich müde. Müde, wie nie zuvor. Müde vom Kampf.
Und er wusste, es war nicht der letzte gewesen.
- Zwei Tage zuvor -
"Ich schwör, ich werde niemals gehen, immer hinter dir stehen... Ooooh, glaube mir, ich bleib bei dir, egaaal, was auch kommt. Da da daaaa, daa da da daa... Mmmmh... dum die dum... jaaa bei dir. Immer bei dir... Oh, glaube miiiiir!" Die letzten Töne aus dem alten Radio gingen im Klirren und Klappern der Töpfe unter. Nachdem Molly Weasley den richtigen Topf aus dem Schrank geangelt hatte, spitzte sie die Ohren.
Das Lied, welches nun aus den Lautschprechern schallte, war ihr unbekannt, und das sollte was heißen. Schließlich hörte sie ständig Radio, seit Ginny nach Hogwarts gegangen war. Mrs. Weasley war daran gewöhnt gewesen, einen lärmenden Haufen junger Zauberer um sich zu haben, doch seit ungefähr sechs Jahren war auch ihr letztes Kind gegangen, und so war sie oft alleine. Dann, wenn ihr Mann arbeitete und das tat er fast unablässig. Sie war nie traurig oder einsam gewesen.
So war es gewesen.
Jetzt war alles anders. Nicht nur, dass Mr. Weasley noch mehr arbeitete. Nein, es waren auch ihre Kinder, die arbeiteten. Alle auf ihre Weise gegen Ihn-dessen-Namen-nicht-genannt-werden-darf. Und das machte sie krank vor Sorge.
Mrs. Weasley hörte Radio, um sich ablenken zu können und das Gefühl zu haben, nicht allein im Haus zu sein. Manchmal schaltete sie das Radio trotzdem aus. Dann, wenn sie die Schreckensmeldungen in den Nachrichten nicht mehr ertragen konnte.
An diesem Abend würde sie noch lange Radio hören, dachte sie schweren Herzens. Ihr Mann hatte bereits angekündigt, dass er noch später nach Hause kommen würde, als ohnehin schon. Deshalb erstarrte Mrs. Weasley plötzlich mit dem Kochlöffel in der Hand und lauschte.
Es pochte an der Tür.
Das Schlimmste ahnend, nahm sie ihren Zauberstab zur Hand und ging zur Tür.
"Wer ist da?", fragte sie und überspielte die Angst in ihrer Stimme.
"Remus", ertönte es von draußen.
Mrs. Weasley atmete erleichtert auf. Doch sie öffnete die Tür nicht, denn sie hatte die Worte ihres Mannes im Ohr, die ihr einbläuten, wie vorsichtig sie Rund um die Uhr sein musste.
"Frag schon, Molly", wurde sie aufgefordert.
"Also gut", sagte Mrs. Weasley. "Was hast du zu deinem zehnten Geburtstag von deinem Großvater bekommen?"
"Eine
Kerze, die in allen Farben brannte."
Mrs. Weasley öffnete
die Tür und Remus Lupin trat lächelnd ein.
"Hallo
Molly, schön dich zu sehen. Alles in Ordnung?"
Mrs. Wealsey nickte flüchtig. "Ist etwas passiert, Remus?", fragte sie drängend und umklammerte Zauberstab und Kochlöffel mit zitternden Fingern. Unangemeldete Besucher brachten meistens schlechte Nachrichten.
"In
der Tat, das könnte man so sagen", antwortete Lupin. "Ich
habe es eben von Tonks erfahren."
"Oh Gott, was ist
los?", rief Mrs. Weasley, auf die Schreckensbotschaft wartend-
"Ist jemand -"
Es pochte an der Tür.
Mrs. Weasley und Lupin drehten sich zur Tür um.
"Wer..." begann die rothaarige Frau fragend.
"Es wird Mad-Eye sein. Er weiß es auch noch nicht. Ich habe ihm Bescheid gegeben, hier her zu kommen, um es euch beiden zu erzählen."
Mrs. Weasley nickte und öffnete die Tür.
Mit einem Schlag verlor sie jegliche Gesichtsfarbe. Zauberstab und Kochlöffel fielen unbemerkt zu Boden.
Vor der Tür im dämmernden Abendlicht stand ein blutverschmierter, leichenblasser, hagerer Mann.
Mrs. Weasley taumelte und tastete haltsuchend nach dem Schuhschrank zu ihrer Rechten.
"Guten Abend", sagte Snape in die entsetzte Stille und seine funkelnden Augen hefteten sich auf Lupin. "Ich hätte nicht erwartet, Sie hier zu sehen, Lupin."
"Nun, das selbe gilt auch für mich, Severus", erwiderte Lupin mit gezücktem Zauberstab. Er musterte den Mann vor ihm aus scharfen Augen.
"Remus!", kreischte Mrs. Weasley angesichts seiner lockeren Worte.
Snape nickte ihr zu und betrat den Fuchsbau. Zunächst war nichts zu hören, außer der Tür, die leise knarrend ins Schloss fiel.
Mrs. Weasley glaubte, gleich das Bewusstsein zu verlieren. Sie sah Snape und Lupin, der nachdenklich die Stirn in Falten gelegt hatte und keine Anstalten machte seinen Zauberstab zu gebrauchen. War sie womöglich eingeschlafen und in einem wirren Traum gefangen?
"Nun,
Severus, was -"
Es pochte an der Tür.
Mit einem Mal kehrten die Lebensgeister in Mrs. Weasley zurück. Sie hob ihren Zauberstab auf, atmete tief durch und richtete ihn auf die Tür, als diese auch schon aufflog.
Stille.
Dann: "Warum zum Kuckuck hältst du mir deinen Kochlöffel unter die Nase?" Alastor Moody humpelte hinein und ließ die Tür krachend zu fallen.
"So, Remus, spuck's schon - Beim Barte des Merlin!"
Sein magisches Auge war blitzschnell von Mrs. Weasley, die ihren Zauberstab gegen den Kochlöffel austauschte, zu Lupin und schlussendlich zu der schwarzen Gestalt vor ihm gehuscht.
Snape drehte sich zu Moody um. Noch bevor er ihm gegenüber stand, hatte der Auror seinen Zauberstab gezückt.
"Stupor!", bellte er und sah befriedigt, wie Snape zu Boden ging.
"Ich hab ihn für schlauer gehalten", knurrte Moody. "Alleine hierherzukommen und das ohne Zauberstab." Sein magisches Auge tastete jeden Zentimeter von Snape ab. "Und das auch noch verwundet", fügte er hinzu. "Wir sollten ihn schleunigst-"
"Alastor", unterbrach Lupin ihn. "Wenn ich mich nicht täusche, ist hier mehr als Severus Dummheit im Spiel." Er wandte sich an Mrs. Weasley. "Molly, wir sollten und hinsetzten." Lupin schwang seinen Zauberstab und ließ Snape vor sich her durch die Luft und dann auf einen Küchenstuhl gleiten.
"Remus", hauchte Mrs. Weasley, "was... ist hier los?"
"Setz dich, Molly."
Als
alle am Tisch saßen, begann Lupin ohne Umschweife zu erzählen.
"Vor einer halben Stunde hat das Ministerium unzählige
Todesser gefasst."
"Remus! Ich will diesen M... Mörder
nicht in meinem Haus!", rief Mrs. Weasley mit schriller Stimme.
Dann begann sie zu schluchzen.
"Hör zu, Molly", sagte Lupin und tätschelte ihr die Schulter. "Jemand hat anonym einen Aufseher aus dem Büro für magische Strafverfolgung gerufen. Du weißt was ich meine, welchen Zauber? Nun, der Aufseher hat bewusstlose Todesser gefunden, aber keine Spur von dem, der ihn dahin bestellt hatte." Lupins warf einen Blick auf Snape. "Einer von den Todessern war tot. Lucius Malfoy. Vermutlich wurde er mit einem Schwert oder Ähnlichem umgebracht."
Mrs. Weasley sah auf. Ihr Schock sich aufeinmal mit Snape konfrontiert zu sehen, saß zu tief, als dass sie diese Nachrichten verarbeiten konnte.
"Erstochen,
ja?", knurrte Moody. "Geschieht ihm recht."
Lupin
nickte. "Man fand ihn und die anderen direkt vor Grimmauld Platz
Nummer 12."
"Und der ist geflohen? Feiger Hund", Moody deutete auf Snape.
Lupin
ging nicht darauf ein."Man hat begonnen, die Todesser zu
verhören. Einige von ihnen haben seltsame Dinge
erzählt...Enervate!"
Snape kam wieder zu sich und fand
sogleich drei Zauberstäbe auf sich gerichtet vor.
"Nun, Severus. Erzählen Sie uns, was heute Abend passiert ist", forderte Lupin.
Snapes Lippen verzogen sich spöttisch. "Seit wann tue ich, was Sie mir sagen, Lupin?"
Lupin blieb ungerührt und erwiderte: "Sie sollten Sich überlegen, was Sie sagen, Severus."
"Wollen
Sie mir drohen? Zu dumm, dass Sie dann nie erfahren werden, was
Potter und seinen kleinen Freunden zugestoßen ist."
Mrs.
Weasley schluchzte.
Und er hatte seine Geschichte erzählt.
A/N: Zu kurz? War eigentlich auch länger, siehe nächstes Kap.
