Hallo ihr Lieben! Ein kleiner Hinweis, falls jemand unter euch eventuell dazu tendiert, Teile meiner fiktiven Szenarien für bare Münze zu nehmen – in der Muggelwelt ist das folgendermaßen: Antidepressiva bzw. stimmungsaufhellende Substanzen machen nicht abhängig und man hat auch keine Entzugserscheinungen, wenn man diese absetzt. Sie sind vielmehr häufig unbedingt erforderlich, um die betroffene Person soweit "wiederherzustellen", damit sie eine Psychotherapie überhaupt erst in Angriff nehmen kann. Vielen lieben Dank noch mal an Kathrina für die ausführliche Information!

So – und jetzt wieder ab in die Zaubererwelt! Viel Spaß beim Weiterlesen! :D

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Kapitel 25

Als sie in Snapes Wohnung angekommen waren, wies dieser Hermine sofort ihren Platz auf der breiten lederbezogenen Couch zu, während er kurz im Schlafzimmer verschwand, aus dem er mit einem Kissen und einer Decke wieder zurückkehrte. Er drückte ihr beides im Vorbeigehen in die Hand und besorgte ihr anschließend noch ein Glas Wasser und vorsorglich wiederum eine große Schüssel und ein Handtuch - Utensilien von denen Hermine schwer hoffte, dass sie sie nicht schon wieder brauchen würde. Erst dann ließ er sich in einem Sessel ihr schräg gegenüber nieder.

Hermine saß unbeweglich da und drückte Decke und Kissen an ihre Brust.

„Willst du dich nicht hinlegen!", fragte Snape.

„Nicht solange ich sitzen kann!", entgegnete Hermine.

Snape nickte anerkennend.

„Bis es losgeht, werde ich dir noch ein paar Fragen stellen", sagte er dann. „Es wäre doch schade, die Wirkung des Veritaserums sinnlos verstreichen zu lassen", fügte er spöttisch hinzu.

Hermine wurde blass.

„Ich fange am besten mal ganz am Anfang an", begann Snape.

Der Anfang war aus Hermines Sicht auf jeden Fall besser als der heutige Nachmittag!

„Warum hast du in meinem Unterricht diesen Tisch verrückt?", fuhr Snape fort. „Schon klar - damit ich an den Kessel stoße - aber was war deine Motivation hierfür?"

„Die Sache mit deinem Umhang, der vorher ein paar Spritzer abbekam, hat mich auf die Idee gebracht", sagte Hermine. „Ich wollte, dass du auch deine Jacke ausziehst."

„Aha - und warum?", fragte Snape.

„Weil mich interessiert hat, wie es darunter aussieht", sagte Hermine verlegen.

„Und? War die Aussicht zufriedenstellend?", fragte Snape belustigt.

„Ja!", hauchte Hermine.

„Und allein dieser Anblick hat dich umgehend zu einem erotischen Tagtraum verleitet?", fragte Snape augenbrauenhochziehend.

„Nein, nicht sofort!", antwortete Hermine wahrheitsgemäß.

„Sondern?"

„Ich habe festgestellt, dass du eigentlich ganz... attraktiv bist", sagte Hermine und vermied es dabei, ihm in die Augen zu sehen, „...und da habe ich mich gefragt..."

„Was hast du dich gefragt?", sagte Snape interessiert als sie zögerte.

„...wie du wohl privat mit Frauen umgehst – auch so schrecklich, wie mit deinen Schülerinnen, oder netter...", sagte Hermine.

„Aha! Sprich weiter!", sagte Snape.

„...und ich habe außerdem versucht mir vorzustellen, wie du als Liebhaber bist", sagte Hermine kläglich, „das Problem war nur..." Sie verstummte.

„Na, was war denn das Problem?", sagte Snape in einem übertrieben väterlichen Ton.

„...dass ich gar nicht wusste, ob du überhaupt auf Frauen stehst", stammelte Hermine, „oder ob du... vielleicht..."

„Ob ich schwul bin?", frage Snape überrascht und zog die Augenbrauen eine Etage höher.

Hermine nickte.

„Und wie hast du dieses Problem gelöst, Miss Superschlau?", fragte Snape süffisant.

„Ich habe mir dich mit einer Frau im Arm vorgestellt und dann mit einem Mann...", sagte Hermine, „und das mit der Frau hat eindeutig überzeugender gewirkt."

„Und diese Frau warst du selbst?", fragte Snape.

„Nein, zunächst nicht! Es war niemand bestimmtes", saget Hermine.

„Und der Mann?", fragte Snape lauernd.

„Filch", flüsterte Hermine.

„FILCH?", rief Snape. „Bist du noch bei Trost?"

„Mir fiel sonst niemand ein, der dich mögen könnte", sagte Hermine kleinlaut.

„Na vielen Dank auch!", knurrte Snape. „Erzähl weiter!"

„Dann habe ich mir die Szene mit dir, der Frau und dem Tisch vorgestellt. Ich habe sogar probeweise versucht, dich zu ersetzten, mit welchen von meinen Mitschülern, aber die Vorstellung war höchstens zum Lachen, drum bin ich bei dir geblieben, und plötzlich – ich weiß auch nicht wie – sah die Frau aus wie ich und den Rest kennst du ja", sagte Hermine und atmete erleichtert aus. Endlich hatte sie es hinter sich gebracht.

Snape musterte sie eine Weile und Hermine fühlte sich ziemlich unwohl unter seinem Blick.

„Warum hast du nicht aufgegeben, als ich dich später damit konfrontiert habe", fragte Snape. „Du hättest bereits nach der ersten Strafarbeit bei mir, definitiv aber nach der zweiten, mit heiler Haut aus der Sache herauskommen können - mit nur etwas gutem Willen und einer kleinen Portion Demut. Ich habe dir den Ausweg aus deinem Dilemma ja geradezu aufgedrängt."

„Ich konnte es nicht tun", sagte Hermine. „Das hätte meinen Stolz zu sehr verletzt."

Zum ersten Mal, seit sie seine Wohnung betreten hatte, zwang sie sich, ihm in die Augen zu sehen, auch wenn es ihr schwer fiel.

„Der verdammte Gryffindor'sche Stolz!", seufzte Snape.

„Du hast mich völlig unnötig bloßgestellt und gedemütigt – das konnte ich nicht auf mir sitzen lassen!", sagte Hermine scharf.

„Ich gebe zu, dass ich dir ziemlich übel mitgespielt habe", räumte Snape zu ihrer Überraschung ein.

„Hast du etwa auch Veritaserum genommen?", fragte Hermine und sah ihn mit großen Augen an.

Snape lächelte – und ausnahmsweise lag in diesem Lächeln nichts Boshaftes oder Zynisches – es ließ ihn fast sympathisch aussehen und nicht mehr arrogant und abweisend, wie sonst. Hermines Magen begann zu kribbeln.

„Als Gegenleistung für meine Missetaten werde ich dir aus deinem Drogenschlamassel heraushelfen", sagte Snape, „dann sind wir quitt und jeder geht seiner Wege."

Das Kribbeln verwandelte sich in eine unangenehme Beklemmung.

„Ja – so wird's wohl sein", sagte Hermine tonlos.

Snape sah sie einen Augenblick lang irritiert an.

„Eine Sache würde mich noch interessieren", sagte er dann, „brennend, sozusagen! Was stand in dem Brief an McGonagall, den du abgefackelt hast?"

„Ich hatte darin aufgeschrieben, was passiert ist", sagte Hermine, „und zwar genau so, wie es der Wahrheit entspricht. Ich hatte nichts beschönigt und auch nichts verharmlost, weder in meinem noch in deinem Verhalten - hatte meine Methode, dich zu erpressen genauso offen geschildert, wie deine Art mich zu demütigen."

„Das war doch die Gelegenheit mich äußerst schlecht dastehen zu lassen – warum hast du sie nicht genützt?", fragte Snape überrascht.

„Das wäre nicht fair gewesen", sagte Hermine.

Noch während sie das aussprach merkte sie, dass etwas in ihrem Körper vorging. Sie begann zu schwitzen und vor ihren Augen tanzten wieder die kleinen schwarzen Punkte. Snapes Reaktion, die in einem belustigten Kopfschütteln bestand, nahm sie wie durch einen Schleier wahr.

„Hast du einen neuen Brief geschrieben?", fragte Snape.

„Nein!", keuchte Hermine.

„Geht es los?", fragte Snape und sah sie aufmerksam an.

„Ich glaube schon", sagte sie ängstlich.

Schon wenige Minuten später meinte Hermine sterben zu müssen. Ihr war so speiübel wie nie zuvor in ihrem Leben, aber nachdem ihr Magen die wenige Nahrung, die sie vorhin zu sich genommen hatte wieder von sich gegeben hatte, brachte sie nur noch ein trockenes Würgen zustande, das sie so mitnahm, dass sie nach einer Weile am ganzen Körper zitterte.

Zunächst glühte ihr Körper wie im Fieber, aber nach einer Weile wurde ihr so kalt, dass sie mit den Zähnen klapperte. Ihr Puls raste und ihre Atmung war hektisch und flach.

Nachdem das Würgen endlich etwas nachließ und Hermine auch sicher war, dass sich in ihrem verkrampften Magen absolut nichts mehr befand, das herauskommen könnte, ließ sie sich entkräftet auf das Sofa fallen.

Snape, der die ganze Zeit bei ihr geblieben war und sie nicht aus den Augen gelassen hatte, erhob sich, zog die Decke über ihren schlotternden Körper und rückte das Kissen unter ihrem Kopf zurecht. Bevor er seine Hand zurückziehen konnte griff Hermine danach und klammerte sich an ihm fest. Mit einem resignierten Seufzer ging Snape in die Hocke und strich ihr behutsam ein paar Haarstränen aus dem Gesicht, die es halb verdeckten.

Diese überraschend freundliche Geste entlockte Hermine ein zaghaftes Lächeln, das angesichts ihres desolaten Zustands allerdings ziemlich kläglich geriet.

„Findest du mich jetzt immer noch niedlich?", wisperte sie und schon im nächsten Moment stand ihr die Erkenntnis ins Gesicht geschrieben, was sie da von sich gegeben hatte.

Snape brauchte zwei Sekunden länger um zu begreifen, was ihre Worte bedeuteten – eine weitere um sein Ergebnis als nahezu unmöglich einzuwerten und eine letzte, um anhand Hermines entsetztem Gesichtsausdruck festzustellen, dass er doch richtig gelegen hatte.

„Du hast mich das sagen hören?", fragte er leise und seine Stimme war nicht weniger scharf als der Blick aus seinen zornig zusammengekniffenen Augen.

„Ja", hauchte Hermine verzweifelt. Verfluchtes Veritaserum!

„Du warst... dabei?", fragte Snape ungläubig. „Im gleichen Raum?"

„Ja..." Hermines Flüstern war fast nicht mehr hörbar.

Die ganze Zeit über?", fragte Snape und sein Gesicht kündigte schon deutlich das Unheil an, das über Hermine hereinzubrechen drohte.

„Ja...", winselte Hermine. Gleichzeitig klammerte sie sich wie eine Ertrinkende an Snapes Hand fest, als könnte sie dies auf wundersame Weise vor seinem Zorn retten.

„Du impertinentes, kleines Miststück!", zischte Snape bösartig und befreite sich energisch von ihren Fingern. „Wie hast du das angestellt?"

„Tarnumhang", sagte Hermine zähneklappernd.

„Potters Tarnumhang? Wieso schleppst du den mit dir rum?", knurrte Snape.

„Zutaten besorgen", bibberte Hermine.

„Besorgen, hm! Und was hat dich auf die geniale Idee gebracht, mir zu folgen?", fragte Snape.

„Neugier", sagte Hermine.

„War dir klar, wohin du mir folgst?", fragte Snape schneidend.

„Nicht sofort, aber bald", sagte Hermine.

„Gryffindors Musterschülerin – die glorreiche Hermine Granger – ist also in Wirklichkeit eine voyeuristische Schlampe!", sagte Snape höhnisch.

„Keine Schlampe!", wimmerte Hermine.

Snape schnaubte verächtlich.

„Hat die Show dir dann wenigstens gefallen?", schnauzte er sie an.

„Ja", sagte Hermine kläglich und schaffte es rot anzulaufen, obwohl ihr Gesicht gerade noch kalkweiß gewesen war.

Snape sah sie einen Moment lang ungläubig an, bevor er ein kurzes raues Lachen ausstieß.

„Und was hast du so getan unter deinem Umhang?", fragte er anzüglich und funkelte sie boshaft an.

„Ich habe still dagestanden und habe... zugeschaut", sagte Hermine den Tränen nah.

„Und?", fragte Snape.

„...und zugehört", sagte Hermine verzweifelt.

„UND?"

„...und ich habe mich selbst befriedigt", flüsterte Hermine.

„Tz tz tz - also doch eine kleine Schlampe! Das ist wirklich unglaublich!", sagte Snape kopfschüttelnd aber er konnte das Grinsen nicht ganz verbergen, das ihm diese Vorstellung unweigerlich aufzwang.

„Es tut mir leid!", wimmerte Hermine.

„Ach so – und du meinst, damit ist alles erledigt?", knurrte Snape.

„Aber was soll ich denn tun?", fragte Hermine verzagt und nun fingen die Tränen tatsächlich an zu kullern.

„Am liebsten würde ich dich übers Knie legen und dir so kräftig den Hintern versohlen, das du bis zum Schuljahresende nicht mehr sitzen kannst", sagte Snape launig, „aber in Anbetracht deines geschwächten Zustands werde ich davon einstweilen absehen. Über die Konsequenzen reden wir dann ein andermal!"

Hermine würgte, anstatt zu antworten und Snape reichte ihr die Schüssel. Danach zog er sich wieder auf seinen Sessel zurück und starrte seine Patientin finster an.

Er ging im Geiste noch mal den Nachmittag im Bordell durch, rekapitulierte, was Hermine alles mitbekommen hatte und war gleichzeitig heilfroh, dass er relativ normalen Sex mit Natalie gehabt und nicht, wie es hin und wieder vorkam, außergewöhnlichere Praktiken angewandt hatte.

Das bisschen Oralverkehr würde die Kleine schon nicht aus der Bahn werfen. Und wer wusste schon, was im Kopf einer Achtzehnjährigen vorging? Vielleicht fand sie ja sogar Gefallen an der Vorstellung und wollte es selbst einmal...

BEI DEN EIERN DES GROßEN MERLIN...! Was schlichen sich da schon wieder für schräge Gedanken in sein Hirn? Da ging er extra in den Puff um diese unpassenden Ambitionen loszuwerden und schon wenige Stunden später, waren sie wieder da, noch dazu in verschärfter Form. Aber wie hätte er auch ahnen können, dass sie ihn verfolgen würde. Selbst wenn - so viel Mumm hätte er ihr im Leben nicht zugetraut.

Die Vorstellung, dass sie ihn und Natalie beobachtet hatte machte ihn unglaublich wütend aber gleichzeitig – es wäre unsinnig gewesen, sich das nicht einzugestehen - erregte sie ihn, auch wenn die heimliche Spannerin jetzt wie ein Häufchen Elend auf seiner Couch lag und so gar nicht anregend aussah.

Hermines Körper hatte den vergeblichen Versuch, sich erneut zu erbrechen wieder aufgegeben und sie war erschöpft auf das Kissen zurückgesunken. Immer noch zitterte sie am ganzen Leib und sie zog die Decke eng um ihre schmalen Schultern. Da lag sie nun ganz verloren und traute sich nicht, zu ihm herzusehen.

Und? Findest du sie nun noch immer niedlich?', meldete sich plötzlich Snapes innere Stimme zu Wort. Verdammt! Ihm blieb heute aber auch nichts erspart.

„Geht's dir besser?", fragte er unwirsch.

Hermine zuckte zusammen, als er sie ansprach.

„Ein Bisschen...", flüsterte sie heiser und fixierte verzweifelt einen imaginären Punkt irgendwo neben Snape.

„Es müsste eigentlich bald vorbei sein. Ich habe dir nur die Hälfte der Dosis verabreicht, die du eigentlich vertragen könntest", sagte Snape. „Die nächsten Tage kriegst du dann etwas mehr!"

„Ich kann's kaum erwarten", murmelte Hermine.

Zehn Minuten später ging es ihr bereits wieder so gut, dass sie ohne Probleme aufrecht sitzen konnte. Das unkontrollierte Zittern war zusammen mit der Übelkeit weitgehend verschwunden und sie fror auch kaum mehr. Allerdings zwang dieser Umstand sie auch, sich vermehrt mit Snape auseinanderzusetzen, dessen Stimmung immer noch ziemlich explosiv zu sein schien. Hermine wagte es kaum, ihm in die Augen zu sehen.

Ihr wäre es fast lieber gewesen, wenn er sie für ihr Vergehen nach Strich und Faden heruntergeputzt hätte, aber er schwieg beharrlich und das ließ die Luft so dick werden, dass Hermine sich kaum noch atmen traute. Warum ließ er seine Wut nicht gleich an ihr aus? Alles war besser, als dieses Warten auf den Ausbruch.

Zudem machte sie sich Sorgen darüber, ob Snape sie eventuell bei der Direktorin anschwärzen würde. Sie nahm zwar nicht an, dass ausgerechnet er – der es ohnehin vermied, irgendjemandem Einblicke in seine Privatsphäre zu erlauben - scharf darauf war, McGonagall von seiner heutigen Nachmittagsbeschäftigung zu erzählen, da ihm aber gängige Konventionen oftmals herzlich egal zu sein schienen, war sie nicht ganz sicher.

„Wirst du mich... verraten?", fragte sie vorsichtig.

„An wen?", schnauzte Snape sie an. „Soll ich Potter stecken, was du mit seinem Umhang treibst?"

Hermine wurde blass, obwohl sie wusste, dass dies nicht ernst gemeint war. Die Vorstellung von Harrys Reaktion war einfach zu gruslig.

„Ich meinte McGonagall", sagte sie leise.

„Na klar!", schnappte Snape. „Ich marschiere zu McGonagall hinein und sage: Du glaubst nicht, Minerva, wer mich heute mit einem Tarnumhang verhüllt in den Puff verfolgt hat!"

Ein kleines Grinsen stahl sich unwillkürlich auf Hermines Gesicht, auch wenn ihr gleichzeitig bewusst war, dass dies nicht ungefährlich war. Auf jeden Fall war sie erleichtert. Was konnte er ihr ansonsten schon groß antun? Dass er sie - wie zuvor angedroht - tatsächlich verhauen würde, glaubte sie keine Sekunde lang.

„Das heißt nicht, dass du damit davonkommst", knurrte Snape, als hätte er ihre Gedanken erraten.

„Soll ich tausend Mal schreiben ‚Ich darf meinem Lehrer nicht in den Puff folgen'?", fragte Hermine ironisch.

„Nein! Mir schwebt da etwas ganz anderes vor", sagte Snape mit einem hinterhältigen Lächeln, das Hermine ihre unbedachte Äußerung umgehend bereuen ließ. „Nachdem du ja so fleißig mitgemacht hast unter deinem Umhang – was würdest du davon halten, diese Vorstellung zu wiederholen, während ich diesmal auf der Zuschauerbank Platz nehme. Natürlich würden dabei weder du noch ich einen Tarnumhang tragen."

Hermine starrte ihn mit großen Augen an. Das konnte er doch wohl nicht ernst meinen!

„Je mehr ich darüber nachdenke, desto besser gefällt mir diese Idee", sagte Snape samtig.

„Das ist nicht dein Ernst!", sagte Hermine und versuchte überzeugt zu klingen.

„Oh doch!", sagte Snape. „Du als Gryffindor müsstest doch eigentlich ein Faible für ausgleichende Gerechtigkeit haben", fügte er spöttisch hinzu.

„Das werde ich nicht tun!", sagte Hermine schneidend.

„Wir werden sehen", sagte Snape.

„Du kannst mich nicht dazu zwingen!", schnappte Hermine.

„Ich könnte dir mit dem nächsten Trank, den du von mir bekommst etwas verabreichen, das dich locker dazu bringen würde, genau DAS sogar mitten auf dem Quidditchfeld vor drei- bis vierhundert Zuschauern zu tun", sagte Snape gelassen.

„Das würdest du nicht wagen", sagte Hermine erschüttert.

„Genauso wenig, wie du es wagen würdest, dich - in einen Tarnumhang gewickelt - in den intimsten Bereich meines Privatlebens einzuschleichen", sagte Snape und zog die Brauen hoch.

Hermine schluckte.

„Und jetzt wird es Zeit für dich zu gehen, damit du vor Mitternacht in deinem Zimmer bist. Minerva würde es sicher nicht amüsant finden, schon wieder von einem Alarm in den Gryffindorturm geholt zu werden", sagte Snape.

Er erhob sich und Hermine tat es ihm gleich.

„Wenn du möchtest, kannst du morgen nach dem Frühstück zu mir kommen, dann gebe ich dir etwas, das dich den Tag relativ gut überstehen lässt", sagte Snape während sie zur Tür gingen.

Hermine sah ihn misstrauisch an.

„Hast du damit etwa ein Problem?", fragte Snape boshaft grinsend.

„Ich glaube nicht, dass ich diesen Trank nehmen werde", sagte Hermine finster. „Weder morgen, noch an einem anderen Tag.

„Deine Entscheidung!", sagte Snape schulterzuckend. „Solltest du jedoch demnächst beim Zaubertränkeunterricht in den Kessel kotzen, werde ich dich rausschmeißen."

Er öffnete die Tür und schob Hermine sanft aber bestimmt auf den Korridor.

„Gute Nacht! Geh am Besten gleich zu Bett! Du kannst jede Minute Schlaf brauchen, die du kriegen kannst", sagte er.

„Gute Nacht!", sagte Hermine. „Severus?", fügte sie hinzu, als er die Tür schon fast hinter ihr geschlossen hatte.

„Was denn noch?", fragte Snape gereizt, wie immer, wenn sie seinen Vornamen aussprach.

„Danke!", sagte Hermine leise.

„Verschwinde!", brummte Snape und schloss die Tür.

Hermine war eine Viertelstunde vor Mitternacht zurück im Gryffindor Turm. Sie nützte den Umstand, dass Harry – wo auch immer - scheinbar bis zur letztmöglichen Sekunde an Ginny klebte und brachte den Tarnumhang zurück an seinen Platz.

Danach ging sie in ihr Zimmer und wenige Minuten später lag sie bereits im Bett. Doch obwohl sie hundemüde war, mied sie der Schlaf auch diesmal. Es wiederholte sich im Großen und Ganzen das Spiel der vorigen Nacht – sie nickte immer wieder ein und schreckte kurz darauf mit klopfendem Herzen hoch.

Nach einer Weile kehrte der Schüttelfrost zurück und ihre Beine begannen von den Hüften abwärts zu schmerzen – auf eine aufreibend unterschwellige Art, die sie unruhig im Bett hin und her rutschen ließ.

Einmal gelang es ihr trotz aller Widrigkeiten, in einen etwas länger andauernden unruhigen Halbschlaf hinüberzudämmern, doch dann träumte sie davon, wilden leidenschaftlichen Sex mit Snape auf dem Qudditchfeld zu haben, während die Zuschauer auf den Rängen saßen und johlten. Nach diesem beunruhigenden Traum gab sie den Versuch zu schlafen auf und holte sich ein Buch zum Lernen.

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Fortsetzung folgt...

Und...? :D