Disclaimer: Das ist eine Übersetzung. Das Original findet ihr unter Parenting Class von IcyPanther.


Kapitel 25 – Nundus… Das kann nicht gut gehen

Strahlendes, warmes Sonnenlicht strömte durch das große Fenster herein, prallte vom Wasserfall ab und erschuf Miniatur- Regenbogen, die in dem dunkelgrünen Zimmer schimmerten. Hermine stützte sich auf einem Ellenbogen hoch, um dem Schauspiel zuzuschauen, während sie sich fragte, weshalb sie es nie zuvor gesehen hatte.

Und dann erinnerte sie sich. Letzte Nacht. Sie drehte sich herum und kam von Angesicht zu Angesicht mit Harry, der friedlich schlief. Ihre Kehle verengte sich, als sie den Hals des Jungen betrachtete. Dunkle Blutergüsse bedeckten die blasse Haut und zeichneten sich deutlich von der Pfirsichfarbe ab. Doch das Beängstigende waren die Male. Jedes hatte die Form eines langen und schlanken Fingers… viel zu lang, um zu Harry zu gehören.

Er war wirklich bei ihm", realisierte sie. Sie berührte Harrys Hand, um sich zu versichern, dass der Junge neben ihr lag. „Voldemort hat wirklich versucht, Harry zu töten… er war in Hogwarts! Wir werden Dumbledore noch vor dem Frühstück einen Besuch abstatten", entschied sie. Sie kaute auf ihrer Unterlippe herum. „Er wird wissen, was zu tun ist."

Sie beschwor einen Eisbeutel herauf, wie Draco es am Abend zuvor getan hatte. Sie hob Harrys Kopf sanft vom Kissen hoch und legte den Beutel unter seinen und einen weiteren unter sein Kinn. Sie kroch um Harry herum zu Draco hinüber und hörte überrascht ein leises dankbares Wuff.

Sie drehte sich um und lächelte, als sie Karamell sah, der ihren Platz auf dem Bett eingenommen hatte und sich nun an Harry schmiegte. „Weißt du", sagte sie und sah den Welpen liebevoll an, „ich glaube nicht, dass ich jemals böse auf dich sein kann… du hast Harry das Leben gerettet und ich bin dir auf ewig dankbar." Karamell waute sie an und schlief weiter.

Die Gryffindor sah zu Draco und stellte überrascht fest, dass sein Gesicht in Halbschmerz verzogen war. Als er sie um fünf aufgeweckt hatte, hatte er nicht so ausgesehen… lediglich erschöpft, was keine Überraschung war. „Ich bin so eine verdammte Idiotin", murmelte sie. Eine Welle von Schuldgefühlen überkam sie.

Die gestrigen Ereignisse blitzten in ihren Gedanken auf… Draco auf den Boden fallen lassen, Seife in seinen Mund zwingen, Harry auf seinen Bauch zu setzen, ihn nicht spielen zu lassen… nun, das letzte konnte sie nachvollziehen. Schließlich würde sie nicht zulassen, dass er mit seinem Unterrichtsstoff zurückfiel, nur weil er lieber von Quidditch lesen wollte. Aber er war verletzt und sie hatte es wahrscheinlich noch verschlimmert.

„Es tut mir leid", flüsterte sie. Sie streckte die Hand aus und strich eine Strähne von Dracos Haar zurück, die ihm über die Augen gefallen war. „Es war nicht meine Absicht, dich zu verletzen… ich habe nur… oh, ich weiß nicht. Du hast es verdient, Seife in den Mund zu bekommen, aber ich hätte es nicht bei deinen Verletzungen machen sollen. Kannst du mir verzeihen?"

„Das kommt drauf an."

Hermine stieß einen Schrei aus und stürzte aus dem Bett, während sie die Hände auf ihr pochendes Herz gepresst hielt. „Tu so etwas nie wieder!", rief sie, schwer keuchend, als wäre sie gerade einen Kilometer gerannt. „Du hast mich zu Tode erschreckt! Warte!", sagte sie, bevor Draco etwas erwidern konnte. „Entschuldige dich nicht. Das war meine eigene Schuld und ich habe es verdient. Also… worauf kommt es an?"

„Wenn du versprichst, nie wieder Seife in meinen Mund zu stecken."

„Abgemacht." Hermine streckte ihm die Hand entgegen und Draco nahm sie nach einem Augenblick Überlegen. „Schau dir das an", wisperte sie, wieder ernst geworden. „An seinem Hals." Sie entfernte einen der Eisbeutel, worauf Draco die Fingerabdrücke auf der Haut sehen konnte.

„War Harry das oder hat…?"

„Das war Voldemort. Die Hände sind zu groß für Harry." Nach einer Pause sagte Hermine leise: „Ich habe Angst, Draco. Um Harry. Er ist so klein… so schutzlos. Er hätte letzte Nacht sterben können, wenn Karamell uns nicht geholt hätte."

„Aber der Hund hat es getan, also lass es uns einfach hinter uns lassen."

„Das geht nicht! Es ist kein alltägliches Ereignis, weißt du. Irgendwie hat Voldemort es geschafft, die Verteidigung von Hogwarts zu umgehen, und Harry direkt unter unserer Nase fast getötet. Wie, denkst du, hätten wir heute Morgen reagiert, wenn wir ihn tot aufgefunden hätten?"

„Beruhige dich", wies Draco an. „Ja, es ist furchtbar und alles, aber dazu ist es nicht gekommen. Wenn wir mit Dumbledore sprechen, kann er es wahrscheinlich in Ordnung bringen. Also entspann dich… du machst dir hier um etwas Sorgen, das wir nicht beheben können, und wenn du es weiter tust, wirst du noch krank."

„Wann bist du so schlau geworden?", scherzte sie. „Aber du hast Recht… Dumbledore wird sich um alles kümmern. Und Harry scheint es nicht allzu schlimm zu gehen… ich meine, er schläft im Augenblick."

Draco wirkte beleidigt von der ersten Bemerkung. „Hallo?", sagte er und klopfte mit seinen Fingerknöcheln gegen Hermines Kopf. „Ich bin ein Vertrauensschüler und zweitbester Schüler in dieser Schule. Ich bin nicht so bescheuert, wie du denkst."

„Sorry", entschuldigte sie sich grinsend. „Ich weiß, dass du es nicht bist. Obwohl ich dich in Verwandlung schlagen kann." Draco feixte nur. „Hey, Harry wacht auf!"

Und tatsächlich setzte sich der kleine Junge gerade auf und rieb sich schläfrig die Augen, während Karamell ihm in einer morgendlichen Begrüßung über das Gesicht leckte. Aber eine Sekunde später fuhren seine Hände zu seinem Hals und sein Gesicht war vor Schmerz verzogen. „Lass uns Professor Dumbledore besuchen gehen. Er kann es wahrscheinlich etwas lindern. Gehen wir uns alle umziehen und dann gehen wir zu ihm hoch."

Sie verschwand in ihr eigenes Zimmer und zog eine Jeans und ein langärmeliges, tieflila Shirt an. Dann stülpte sie sich ihren Umhang über den Kopf und hob ihre Büchertasche vom Boden auf, bevor sie wieder hinaustrat. „Fertig?", fragte sie. „Ist Karamell in seinem Käfig?"

„Nein." Draco schauderte. „Ich werde mich dem Ding nicht nähern."

„Gestern schienst du nicht solche Angst vor ihm zu haben. Du hast den Hund als Kissen benutzt!"

„Wahrscheinlich weil ich zu erschöpft war, um zu realisieren, was er wirklich war. Und Harry ist schon fast wieder eingeschlafen… ich werde nicht ihn es machen lassen." In der Tat war das Kind zufrieden in Dracos Arme geschmiegt und atmete leise und gleichmäßig.

Kopfschüttelnd lockte Hermine den Welpen mit Leckerlis in seinen Käfig und schloss die Tür, bevor Karamell auch nur begriffen hatte, wie ihm geschah. Sie stellte sicher, dass seine Wasserschüssel immer noch im Käfig war, und tätschelte den Welpen durch die Gitterstäbe auf den Kopf. Dann bedeutete sie Draco, ihr zu folgen.

Die Korridore waren relativ leer, mit nur ein paar alarmierten Schreien von einigen jüngeren Schülern, die auf dem Weg zum Frühstück von Peeves mit Wasserbomben beworfen wurden. Sonnenlicht flutete durch die hohen Fenster herein und strichen sanft über den Stein.

„Also", sagte Draco in dem Versuch, eine Unterhaltung aufzubauen. „Welches Fach haben wir heute zuerst?"

„Pflege Magischer Geschöpfe. Ich hoffe wirklich, dass Hagrid nichts allzu Gefährliches mitbringt. Ich meine, ich kann mir echt nicht vorstellen, dass Harry einen Drachen oder eine Manticore gut aufnimmt, du etwa?"

„Vielleicht bringt er ja einen Niffler mit? Ich bin sicher, Harry würde sie mögen."

„Aber wir haben Niffler in der vierten Klasse durchgenommen, weißt du noch? Das war damals, als Hagrid das Leprechaun- Gold versteckt hat…"

„Oh stimmt. Dann vielleicht ein Mondkalb?"

„Man kann ein Mondkalb nur bei Nacht beobachten, wenn sie ihren Tanz durchführen."

„Tanz?"

Hermine seufzte. „Es heißt, wenn die Mondkälber ihren Tanz vollführen, versuchen sie, einen Partner zu finden. Sie tanzen auf ihren Hinterbeinen in einem Muster auf dem Boden und verschwinden, bevor die Sonne aufgeht. Es ist wirklich ziemlich interessant", sagte sie. „Damals im Jahr 1739 haben Zauberer die Muster studiert, die Mondkälber zu bestimmten Zeiten im Jahr erstellen, um vorauszusagen, wie gut ihre Früchte wachsen würden. Erst 1748 gab es die erste richtige Entdeckung, als…"

Draco blendete das Geplapper der Gryffindor aus und schüttelte den Kopf, obwohl sich ein kleines Lächeln auf sein Gesicht stahl. „Wahrhaft ein Bücherwurm", grinste er. „Ich frage mich, ob sie so gern gelesen hat, als sie ein Kind war. Wenn ja, sollten wir keinerlei Probleme haben… wir bringen sie einfach in die Bücherei und lassen sie jeden Tag lesen. Ich weiß nicht, warum sie meint, dass schwer mit ihr umzugehen sein wird."

Er hörte wieder zu, als Hermine sagte: „… und deshalb wird gesagt, dass die Muster wirklich keinen signifikanten Wert für die Farmerei hat, obwohl es immer noch Studien gibt, um herauszufinden, ob die Muster in irgendeiner Weise mit dem Mondkalb in Verbindung stehen, den das andere Mondkalb versucht zu finden. Interessant, was?"

„Sehr", stimmte Draco zu.

„Hast du mir überhaupt zugehört?"

„Ja", log Draco. „Hey, schau, wir sind da", sagte er, um die Unterhaltung von den Mondkälbern und ihren merkwürdigen Tänzen abzulenken. „Irgendeinen Schimmer, wie das Passwort lautet?"

„Hmm… nicht wirklich. Rate einfach alle Süßigkeiten durch. Eins davon muss funktionieren."

„Gummitiere!"

„Snickers."

„Ist Snicker nicht eine Art von Lachen?" (AN: snicker heißt auf Englisch Kichern)

„Ja, aber es ist auch ein Schokoriegel mit Nugat, Erdnüssen und Karamell."

„Oh… Zischende Drops."

„Streber."

„Also das ist nicht sehr nett", kommentierte Draco. „Einige Menschen sind stolz darauf, Streber zu sein… du zum Beispiel."

„Erstens, ich bin kein Streber", erwiderte Hermine beleidigt. „Ich habe nur Spaß an der Schule. Und zweitens sind Streber auch Süßigkeiten."

„Na gut… Wie wäre es dann mit… Stubenhocker!"

„Das ist keine Süßigkeit", seufzte Hermine. „Butterfinger!"

„Muggle haben wirklich die merkwürdigsten Namen für Süßigkeiten."

„Ja, aber sie funktionieren." Die Wasserspeier sprangen auseinander und gaben die drehende Treppe frei. Draco folgte Hermine mit Harry und alle schwiegen während der kleinen Fahrt hinauf, da die Realität von dem Grund ihres Besuchs zu ernst war, um noch Witze zu reißen.

Sie betraten Dumbledores Büro und bemerkten, dass der Mann am Fenster stand und Fawkes' Kopf streichelte. „Hallo, Miss Granger und Mr. Malfoy", begrüßte der Schulleiter, den Blick immer noch nach draußen gerichtet. „Und wie geht es Ihnen an diesem schönen Morgen?"

„Uns geht es gut, Sir", sagte Hermine. „Aber Harry nicht."

„Harry?" Dumbledore sah scharf auf, die blauen Augen auf das Kind fixiert.

„Ja. Letzte Nacht, wir glauben… nein, wir sind uns sicher, dass Voldemort hier war, in Hogwarts." Als Dumbledore sie mit einem Nicken aufforderte fortzufahren, gehorchte Hermine. „Wir haben geschlafen, als Karamell, Harrys Welpe, uns mit seinem Bellen aufgeweckt hat. Als wir in Harrys Zimmer gegangen sind, sah es so aus, als würde er sich selbst erwürgen oder versuchen, die Hände von jemand anderem von seinem Hals zu lösen. Wir haben es geschafft, ihn aufzuwecken, und er hat uns erzählt, dass er bei dem „bösen Zauberer" war. Heute Morgen, als es hell genug war, habe ich die Blutergüsse an seinem Hals gesehen… die Finger sind zu lang, um seine eigenen zu sein. Voldemort war hier… er hat Harry fast getötet."

„Darf ich ihn mal sehen?", bat Dumbledore. Er streckte die Arme aus.

Draco nickte und machte Anstalten, Harry an den Mann weiterzureichen, als der Junge in diesem Augenblick aufwachte. Er warf Dumbledore einen Blick zu und die einst leuchtend grünen Augen färbten sich rot. Hermine kreischte auf. Draco zog den Jungen zurück und drückte ihn beschützerisch an seine Brust.

„Es ist, wie ich es befürchtet habe", sagte Dumbledore leise.

„Was ist los?", flüsterte Hermine und sah Harry an, dessen Augen wieder grün, doch nun weit aufgerissen waren und sich langsam mit Tränen füllten.

„Flöß ihm zuerst das ein", sagte Dumbledore und reichte Draco eine Phiole. „Wir können ihn nicht lauschen lassen… das ist ein einfacher Schlaftrunk. Wir können ihn wieder aufwecken, wenn wir mit dieser Unterhaltung fertig sind."

Draco nickte und blickte auf Harry hinunter, der nun sein Gesicht in Dracos Umhang vergraben hatte. „Kannst du das trinken?", fragte er leise.

Harry nickte kurz und nahm die Flüssigkeit von dem Slytherin entgegen. Sekunden später war er wieder tief und fest eingeschlafen. „Setzen Sie sich", schlug Dumbledore vor. Er beschwor zwei Armsessel für Hermine und Draco herauf. „Was ich jetzt sagen werde, mag als Schock kommen, vor allem für Sie, Miss Granger. Ich weiß, dass Sie von Anfang an Harrys Freundin gewesen sind, aber Sie dürfen es ihm nicht übel nehmen, dass er Sie nicht davon in Kenntnis gesetzt hat, was letztes Jahr im Ministerium geschehen ist. Und Mr. Malfoy, ich vertraue darauf, dass Sie niemandem erzählen, was ich sagen werde."

Beide nickten. Die Luft knisterte vor Spannung und Angst und sie würden alles tun, um sie zu vertreiben.

„Letztes Jahr im Ministerium war ich gezwungen, mich mit Voldemort zu duellieren", sagte Dumbledore ernst. „Am Ende hatte ich ihn in die Enge getrieben und er… hat es irgendwie geschafft, Kontrolle über Harry zu nehmen und durch ihn zu sprechen. Ich fürchte, als Voldemort vor zwei Jahren mit Harrys Blut wiederauferstanden war, hat er neue Mächte erlangt."

„Also meinen Sie, dass er Harry übernehmen kann, wann immer er will?", keuchte Hermine. Sie blickte ängstlich auf den Jungen hinunter, der auf Dracos Schoß lag.

„Nicht ganz. Im letzten Jahr ist es ihm gelungen, Zugang zu erhalten, als Harry emotional sehr unstabil war, da er gerade Zeuge von Sirius' Tod geworden war. Jetzt hat Harry sehr schwache Verteidigungsbarrieren, da er nur ein Kind ist. Sobald er zu seinem normalen Alter zurückgekehrt ist, sollten die Barrieren wieder steigen und Voldemort abhalten…vorerst."

„Vorerst?", echote Draco.

Dumbledore beugte den Kopf. „Jedes Mal, wenn Voldemort versucht durchzubrechen, wird Harrys Barriere schwächer, da er nicht weiß, wie er sie zu verteidigen hat. Wir hatten gehofft, dass Okklumentik helfen würde, doch mit Professor Snapes Abneigung gegen Harry und Harrys Temperament sind wir nicht sehr weit gekommen."

„Wir müssen etwas tun", verkündete Hermine. „Harry ist mein bester Freund", sagte sie sanfter. „Ich werde nicht hier herumstehen und einfach darauf warten, dass Harry es übersteht. Es muss einen Weg geben, wie ich helfen kann."

„Lassen Sie ihn einfach wissen, dass Sie für ihn da sind", riet Dumbledore. „Stellen Sie sicher, dass er weißt, wie sehr er Ihnen am Herzen liegt und dass er Ihre Freundschaft besitzt. Denn Voldemort wird niemals die wahre Bedeutung von Liebe oder Freundschaft verstehen und kann es deshalb nicht durchbrechen. Ich denke, es dürfte sicherer sein, Harry wieder in sein richtiges Alter zurückzuverwandeln… er wird besser beschützt sein und Voldemort wird ihn nicht mehr in seinen Träumen heimsuchen oder Kontrolle über ihn erlangen können."

„Ich weiß nicht, ob das die beste Maßnahme ist", murmelte Hermine. „Harry hatte so eine traurige Kindheit. Ich will, dass er weiß, wie sehr wir uns um ihn sorgen… und wenn er dann zurückverwandelt ist, könnte unser Band noch tiefer sein als vorher… und er gewinnt durch dieses Projekt sogar neue Freunde… wie Draco und Pansy."

„Ich verstehe Ihren Standpunkt", sagte Dumbledore nachdenklich. „Indem er mehr Freunde hat, wird Harry noch mehr Verteidigung gegen Voldemort haben, weil er Stärke und Unterstützung von ihnen ziehen kann. Dann muss ich sagen, wäre der beste Schritt, ihn so zu lassen bis zum Ende des Projekts. Aber, wenn er wieder besessen wird oder eine Begegnung mit Voldemort hat wie letzte Nacht, werden wir keine Wahl haben, als ihn in sein richtiges Alter zurückzuverwandeln, in Ordnung?"

„In Ordnung, Sir", sagten Hermine und Draco im Chor.

Dumbledore streckte seinen Arm über den Schreibtisch und strich Harry über den Kopf. „Ich sage, es ist Zeit ihn aufzuwecken und dann zum Frühstück runterzugehen. Sie sehen alle so aus, als könnten Sie eine warme Mahlzeit gebrauchen… geben Sie das Harry, nachdem er etwas gegessen hat", sagte Dumbledore und reichte Draco eine kleine Flasche. „Es sollte ihm ein besseres Gefühl geben. Und denken Sie daran… wenn Sie etwas brauchen, wird meine Tür immer offen stehen."

Hermine nickte und nahm das Gegenmittel für den Schlaftrank. Sie flößte es Harry ein, lächelte dankbar und wandte sich zum Gehen, Harry nun in ihren Armen und langsam erwachend. Draco nickte Dumbledore zu und folgte Hermine und Harry. Auf dem Weg hinaus hob er die übergroße Büchertasche der Gryffindor auf.

Der Schulleiter lächelte dem Trio hinterher. Seine blauen Augen funkelten schelmisch. „Ich muss sagen", gluckste er vor sich hin, während er zusah, wie Draco und Hermine anfingen, einen Aufstand um Harry zu veranstalten (naja, eigentlich machte nur Hermine einen Aufstand, während Draco einfach nur sicherstellte, dass es ihm gut ging), „ich bin ein Genie."


„Ich frage mich, was Hagrid plant", sagte Hermine, während das Trio den Hügel zu Hagrids Hütte hinunterging. Sie hatten alle Frühstück gegessen und Harry seine Medizin eingenommen. Nun waren sie bereit, dem entgegenzutreten, das der Halbriese für sie geplant hatte.

„Wird es gruselig werden?", fragte Harry, der bequem auf Dracos Schultern ritt.

„Ich hoffe nicht", versuchte Hermine, ihm zu versichern. „Zumindest müssen wir uns keine Sorgen um die Drachen machen, richtig?" Als sie sich der Lichtung näherten, sahen sie Hagrid auf der Treppe zu seiner Hütte stehen, ein großes Grinsen auf dem Gesicht. „Ich hab heute 'nen echten Leckerbissen für euch alle", verkündete er lächelnd. Als er Harry sah, wurde sein Grinsen noch breiter. „'Arry, so schön, dich wiederzusehn."

„Onkel Haggy!", rief Harry entzückt. Draco nahm das Kind von seinen Schultern und sah zu, wie er zu Hagrid sprintete und ihn um die Knie herum umarmte. „Wirst du uns etwas Gruseliges zeigen?", erkundigte er sich, zu dem Wildhüter aufsehend.

„Nö, 'tüllich nich", strahlte Hagrid. „Ich würd euch nie was Gefährliches zeigen."

Die Schüler, die Hagrid gehört hatten, blickten einander an, bevor leise Gluckser zu hören waren, die dann zu lautem Gekicher wurden. „Nichts Gefährliches", lachte Lavender. „Was waren dann die Knallrümpfigen Kröter?"

„Und Norbert?", warf Terry ein.

„Und all die anderen Sachen, die wir erforscht haben?", fügte Pansy hinzu. Hagrid ignorierte sie geflissentlich.

„Alle da?", fragte Hagrid, während er seinen Blick über die versammelten Schüler schweifen ließ. „Also schön, ich geh die Kreatur holen." Er verschwand in sein Haus und kam mit einem großen Weidekorb heraus, den er auf den Boden stellte. „Wenn ihr'n Bisschen näher kommen würdet", sagte er, „werd ich euch zeigen, was drin ist."

„Wollen wir das überhaupt wissen?", raunte Draco Hermine zu. Das Mädchen zuckte die Achseln und setzte sich ein paar Meter davon entfernt, Harry sicher auf dem Schoß.

„Da drin is'n Nundu. Nundus sind ausm Osten von Afrika und angeblich fast ausgerottet, weil Zauberer sie killen."

„Ein Nundu", quietschte Hermine und wich einige Meter zurück. „Bist du verrückt, Hagrid! Das Ding könnte uns alle innerhalb von Minuten töten!"

„Nee, wird er nicht. Schaut, er ist nur'n Baby, kann noch keinen ernsthaften Schaden anrichten. Also, wie ich gesagt hab, es gibt ne große Debatte zwischen Zauberern, ob Nundus die gefährlichsten Kreaturen auf der Welt sind. Ich für meinen Fall denk das nicht. Jetzt über den Nundu. Er ist'n gigantischer Leopard, der sehr leise bei seinen Bewegungen ist, trotz seiner Größe. Sein Atem ist voll von Krankheiten, die die ganze Stadt auslöschen könnten."

„Warum befassen wir uns dann mir ihnen?", fragte Pansy schwach.

„Weil er nur'n Baby ist, ist der größte Schaden, den ihr von Fusselball kriegen könnt, eine Erkältung für ein paar Tage oder so. Will jemand von euch ihn streicheln?" Keiner rührte sich.

Hermine seufzte. Als Harry älter war, war er stets der erste gewesen, der an Hagrids Projekten teilnahm, damit der Lehrer sich nicht schlecht fühlte, dass keiner seine „Schoßtiere" mochte. „Ich werde ihn streicheln, Hagrid", seufzte sie, während sie sich ihrem Schicksal stellte.

Hagrid strahlte. „Gut, Mine. Also, wenn du ihn streichelst, halt den Atem an. Es wird dich davor bewahrn, krank zu werden, solange du nicht die Luft um ihn rum einatmest." Er griff in den Korb und holte den Nundu heraus. Er hatte die Größe einer ausgewachsenen Hauskatze, schwarze und dunkelgoldene Punkte auf dem goldenen Fell, das ihn als einen Leoparden auswies.

Fusselball schlief tief und fest und rollte sich auf Hagrids Armen zusammen, sobald er von seinem Korb befreit war. Ausrufe, wie süß er sei, entflohen den Mädchen und Kindern. Hermine holte tief Luft und trat näher an den Leoparden auf Hagrids Armen heran. Sie streichelte ihn sanft, worauf der Nundu als Erwiderung schnurrte.

„Ich will ihn auch streicheln!", rief Ron, der neben Lavender (wo er hatte sitzen müssen, um nicht in der Nähe von Harry oder Neville zu sein) aufsprang und zu dem Leoparden rannte. Unglücklicherweise hielt Ron nicht den Atem an und bekam seine Lunge stattdessen mit der Luft um den Nundu herum voll. Einen Bruchteil einer Sekunde später fiel er zu Boden.

„Ron!", kreischte Lavender.

„Ist schon in Ordnung", rief Hagrid. „Er hat sich nur ne Erkältung eingefangen… der Schwall hat ihn nur k.o. geschlagen."

„Kann ich ihn streicheln, Draco?", fragte Harry und sah zu seinem Vormund auf. „Bitte?"

„Okay", sagte Draco langsam. „Aber ich komme mit… und denk daran, die Luft anzuhalten." Harry nickte und beide bewegten sich langsam zu Hermine und Hagrid. „Harry will auch die Katze streicheln", verkündete Draco.

„Komm schon, 'Arry", ermunterte Hagrid. „Er wird dich nicht beißen." Vorsichtig trat Harry vor, Draco dicht hinter sich, während beide den Atem anhielten. Behutsam berührte Harry den Nundu, den Hagrid gesenkt hatte, damit er rankam. Die Augen des Kindes leuchteten auf und er lächelte Hagrid an, der so aussah wie in dem Augenblick, als Draco (als Kind) darum gebeten hatte, auf dem Drachen zu reiten.

Pflege Magischer Geschöpfe endete kurz darauf. Es ereigneten sich keine weiteren Unfälle, was recht ungewöhnlich war in Anbetracht dessen, dass Neville anwesend war. Ron wurde in den Krankenflügel gebracht, um einen Aufpäppelungstrank von Pomfrey verabreicht zu bekommen, damit es ihm hoffentlich wieder besser ging.

Ginny traf Hermine und ihre Gruppe ein paar Stunden später in der Großen Halle. Ihr Gesicht strahlte Wut aus. „Was ist los?", erkundigte Hermine sich, während sie sich einen Apfel nahm.

„Mein „kleiner" Bruder", zischte sie, damit Harry es nicht hörte. Sie biss vehement in ein Erdnussbutter- Sandwich. „Lavender hat mich gebeten, eine Minute auf ihn aufzupassen, weil sie aufs Klo gehen wollte und Terry eine Extradosis Aufpäppelungstrank für ihn holen gegangen ist."

„Das klingt doch gar nicht so schlimm…"

„In diesen fünf Minuten hat er es geschafft, mir den Zauberstab zu klauen und meine Haare limettengrün zu färben. Siehst du, an den Haarwurzeln ist immer noch etwas Grün übrig. Und dann hat dieser Bengel mich gefesselt und ich war gezwungen zuzusehen, wie er Lavenders Zimmer mit dem schönsten Braunton angestrichen hat. Sie war nicht sehr glücklich darüber…"

Hermine nickte mitfühlend und tätschelte ihrer Freundin die Schulter. „Keine Sorge", tröstete sie. „In weniger als zwei Wochen wird alles wieder nor– " Ihre Stimme wurde übertönt, als lautes Geschrei aus der Eingangshalle erklang.

Der Lärm wurde lauter und einige der Kinder begannen zu weinen, während sich Schüler um sie herum mit ihren Zauberstäben erhoben, bereit sich zu verteidigen und mit ernsten Gesichtern. Das Geschrei schwoll an, bis es klang, als würde das Gebäude jeden Moment von dem Klang explodieren.

Die Frage war… wer griff Hogwarts an?


AN: Na, wer wird es wohl sein?! Die Antwort folgt im nächsten Kapitel. Oder für die, die es nicht mehr erwarten können, weiter unten in der Vorschau auf das nächste Kapitel.

Vorschau auf das nächste Kapitel:

Die Flügeltüren der Halle flogen auf und herein rauschten zwei große, schlaksige Rotschöpfe, die einander bis auf die Sommersprossen glichen.

Lektion Nr. 1: Kehre niemals einem Weasley- Zwilling den Rücken zu.

Lektion Nr. 2: Kehre niemals Draco den Rücken zu, wenn er wütend auf dich ist.

Lektion Nr. 3: Verheimliche niemals etwas vor Hermine.

Lektion Nr. 4: Versuch unter keinen Umständen, Neville zu fangen, wenn die Weasley- Zwillinge im Raum sind.

Lektion Nr. 5: Versuche niemals, Snape in ein Kleid zu stecken und damit davon zu kommen.

Lektion Nr. 6: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.


Eine kurze Frage: Wie findet ihr das, wenn ich jedes Mal am Ende des Kapitels eine kleine Vorschau reinstelle?