... Manchmal bräuchte man einfach so einen Knopf, um das reale Leben zu pausieren und sich nach Hogwarts zu verflüchtigen. Oder sonst irgendwo hin. Hach. Es gibt wie immer keine ausreichende Entschuldigung für die Verspätung, aber die gute Nachricht ist: Das nächste Kapitel ist auch schon in Arbeit.

Erin: Herzlichen Dank für Deine Reviews und fürs Nachfragen. Musste schmunzeln, als ich heute Morgen Dein Review gelesen habe, weil das Kapitel da schon 3/4 fertig auf meinem Schhläpptop rumlag. :)))) Snape greift diesmal noch nicht wirklich an, aber ich würde sagen, er arbeitet dran - oder sagen wir, ICH arbeite dran. ;))

SevMine: Vielen Dank! :) Man tut, was man kann. Manchmal auch etwas mehr, oder etwas weniger... hier ist jedenfalls das neue Kapitel, und das nächste wird auf keinen Fall wieder so lange dauern, versprochen. :)

Sarah: Herzlichen Dank und willkommen im Boot! :o) Freut mich, dass Du dabei bist und dass es Dir gefällt.

Viel Spaß und liebste Grüße,

Mary


In Kapitel 24: Hermione brachte dem Tränkemeister sein Buch zurück und redete mit ihm über ihre Zukunftspläne. Ein Gespräch über eine mögliche gemeinsame Zukunft ließ er jedoch nicht zu.
Für die Siebtklässler sind die letzten beiden Wochen ihrer Schulzeit angebrochen und sie verbringen so viel Zeit wie möglich gemeinsam - sogar mit den beiden Slytherins Blaise Zabini und Daphne Greengrass. Zudem zeigten Ron und Parvati Patil Interesse aneinander, was Harry und Hermione entschieden unterstützten.


Kapitel 25 - Kleine Abschiede und diskrete Mitwisser


Am Mittwochmorgen der letzten Schulwoche waren Hermione und Ginny schon vor Schulbeginn in der Eulerei, um Hermiones Bewerbung abzuschicken. Hedwig hatte die Mädchen sofort erkannt und saß nun zwischen ihnen und ließ sich mit Wurst füttern, die beim Frühstück übriggeblieben war.
Ginny drehte den Umschlag in den Händen, sie war fast so aufgeregt wie ihre beste Freundin. Schließlich hielt sie inne, um die Adresse zu lesen, und tippte mit dem Zeigefinger den Namen an.
„McGonagall? Das Talent für Verwandlung scheint also in der Familie zu liegen", sagte sie anerkennend.
„Sieht ganz so aus", nickte Hermione nervös lächelnd. „Und wenn ihr... Mann, Bruder, was auch immer, annähernd so gut ist wie sie, kann ich es kaum abwarten, von ihm zu lernen."
Die Rothaarige konnte Zweifel im Gesicht der Älteren lesen und legte ihr einen Arm um die Schulter. „Du bist die beste Hexe unserer Generation, sie werden Dich nehmen. Plus, Du hast ein überragendes Empfehlungsschreiben von einem Familienmitglied. Und jetzt los, Hedwig wartet nur darauf, endlich die Flügel ein bisschen ausbreiten zu können."
Sie drückte sanft Hermiones Oberarm und übergab ihr den Brief. Mit zittrigen Händen band Hermione ihn an Hedwigs Bein fest und streichelte der Schneeeule noch einmal über den Kopf. Dann warf sie das letzte Stück Wurst in die Luft und beobachtete, wie das Tier die Flügel ausbreitete, um es im Flug zu fangen und dann mit gleichmäßigen Zügen davonzuschweben.

~x~


Die letzten Tage ihrer Schulzeit waren für die Siebtklässler weiterhin mit Spaß und Arbeitswillen, jedoch vor allem in den jeweils letzten Stunden ihrer Kurse auch mit viel Melancholie verbunden. Sogar auf dem Weg in die Kerker zu ihrer letzten Stunde Zaubertränke am Freitagmorgen schienen einige Schüler die Stufen mit mehr Bedacht zu nehmen als sonst, doch niemand war so nachdenklich wie Hermione. Ron stieß sie sanft von der Seite an und warf ihr ein ermutigendes Lächeln zu.
„Hey, die letzte Zaubertränkestunde unseres Lebens", warf Harry ein, der die Miene seiner besten Freundin ebenfalls bemerkt hatte. „Nie wieder Snape!"
Hermione war kurz vor den Tränen. Sie versuchte einen dicken Kloß in ihrem Hals herunterzuschlucken und registrierte kaum, wie Ron sich mit großen Augen hastig abwandte.
Harry legte den Arm um ihre Taille, eine vertraute Geste, die Hermione zwei Monate zuvor noch als äußerst unangenehm empfunden hätte, doch nun lehnte sie sich ihm, soweit es beim Laufen möglich war, entgegen und seufzte auf. Ron war ihnen zwei Schritte voraus und drehte sich erst auf der letzten Treppe mit einem leichten Lächeln wieder zu seinen besten Freunden um.

Als sie, einige Minuten zu früh, am Klassenzimmer ankamen, stand die Tür bereits offen und sie traten ein. Die Tische standen nicht wie sonst in Reihen zum Pult hin ausgerichtet, sondern um einen großen Kessel in der Mitte des Kerkers herum. Unter neugierigem Gemurmel verteilten sich die Schüler und Blaise nutzte die neue Situation, um sich nicht wie sonst neben Draco Malfoy, sondern zwischen Ernie Macmillan und Terry Boot zu setzen.
Das Zufallen der Tür kündigte den Beginn der Stunde an und Hermione atmete mit gesenktem Kopf tief durch, ehe sie aufblickte und ihre Augen sofort die des Tränkemeisters trafen. Er hielt dem Blick noch kurz stand, bis er an seinem Pult angelangt war, das ebenfalls ein Teil des Tischkreises war.
„Willkommen zu Ihrer letzten Stunde Zaubertränke, was für einige wohl ein sehr freudiger Anlass ist", sagte er dann mit ruhiger Stimme. Er ließ sich beiläufig auf den Stuhl sinken (die Schüler starrten ihn ungläubig an), während er fortfuhr: „Unser Programm heute sieht so aus, dass Sie sich als Gruppe etwas ausdenken, für das Sie einen Trank brauen möchten, und das dann tun. Ich spreche nicht von einem existierenden Trank, sondern Sie sollen gemeinsam überlegen, welche Zutaten Sie gebrauchen könnten für das, was Sie vorhaben zu brauen. Sie versuchen also einen eigenen Trank zu kreieren. Und verlassen Sie sich dabei bitte nicht auf die Expertise von Miss Granger, sondern strengen Sie auch selber Ihr Gehirn an. Wer am wenigsten dazu beiträgt, muss den Trank am Ende probieren."
Wenn der Kurs nicht bereits von der spannenden Aufgabe überwältigt war, war er es spätestens nach der humorvollen Anmerkung am Ende des kurzen Monologs.
„Wir haben nicht unbegrenzt Zeit", kommentierte Snape trocken das Schweigen, „fangen Sie an zu diskutieren, was Sie brauen möchten."

Die Schüler begannen in Kleingruppen ihre Ideen auszutauschen. Hermione versuchte sich zu konzentrieren und wandte sich Harry und Ron zu, die eine Idee nach der anderen formulierten.
„Wie wäre ein Heilmittel für Reizhusten?", schlug Michael Corner schließlich laut vor.
Hermiones Gehirn schaltete sich ein und sie fand ihre Sprache wieder. „Dafür gibt es tausend einfache Möglichkeiten, aber die Idee, ein Heilmittel für irgendetwas zu brauen, finde ich gut."
Nach einem zustimmenden Nicken begann das Gemurmel daraufhin erneut.
„Drachenpocken?", schlug Blaise vor.
„Magen-Darm-Grippe?", warf Harry mit einem Zwinkern ein.
„Die Folgen übermäßigen Alkoholkonsums?" Terrys Vorschlag folgte leises Lachen von allen Tischen und Hermione beobachtete sogar ein verdächtiges Zucken um Snapes Mundwinkel.
„Ein Kater-Heilmittel?", fragte sie grinsend.
„Könnte bei einer Gelegenheit, die in sehr naher Zukunft ansteht, durchaus hilfreich sein", kommentierte Blaise, ebenfalls grinsend.
Hermione stöhnte innerlich; sie waren erneut beim Thema Abschlussball angekommen, in unmittelbarer Gegenwart von Severus Snape.

Vierzig Minuten später zischte es leise aus dem Kessel und die Schüler des Zaubertränke-Kurses beratschlagten sich, was sie ihrem Trank als nächstes zufügen sollten. Außer Draco Malfoy und Theodor Nott, die sich flüsternd unterhielten oder einfach Löcher in die Luft starrten, zeigten alle eine rege Beteiligung. Snape gab die meiste Zeit über den stummen Beobachter, nur wenn die Schüler eine Zutat ausgesucht hatten und über das Mischverhältnis diskutierten, schaltete er sich hin und wieder ein.
Hermione starrte ein Glas voller Flubberwürmer an, das Ernie gerade aus der Vorratskammer geholt und vor ihr abgestellt hatte.
„Mione, was sagst Du, wie viele sollen rein?", fragte Harry neben ihr und sie schreckte hoch.
„Na ja, ich würde sie auf jeden Fall am Stück reinwerfen, nicht zerhackt", begann sie nachdenklich, „sonst schwächt das Feuersalamander-Blut ihre zu sehr Wirkung ab."
„Exakt", sagte eine samtige Stimme direkt vor ihr. Sie richtete ihren gebeugten Oberkörper auf und hob den Kopf, um dem Meister der Zaubertränke ins Gesicht schauen zu können. Oder vielmehr auf die Lippen - Lippen, die sich nun leicht öffneten...
„Fallen Ihnen weitere Zutaten ein, die einen Einfluss auf die Flubberwürmer haben könnten?", fragte Snape mit unlesbarer Miene, noch immer leicht über ihr Pult gebeugt.
Die Schülerin schluckte und ermahnte sich innerlich, sich zusammenzureißen. „I-in Kombination mit den Affodillwurzeln könnten z-zu viele Flubberwürmer eher eine gegenteilige Wirkung haben, mehr als fünf sollten nicht in den Trank, schätze ich, Professor."
Snape nickte langsam. „Ich denke, maximal vier Stück wären ein gutes Maß, fünf könnten schon zu viel sein", sagte er, während Hermione bereits das Glas mit den Flubberwürmern aufschraubte. Sie griff hinein, um vier der kleinen Würmer herauszuangeln, ohne den Blick von Snapes Gesicht zu nehmen. Dieser schien ähnlich gefangen und verharrte reglos.
Am Rande nahm Hermione wahr, dass Harry sich zu ihrer Rechten verschluckte und heftig zu husten begann. Das Zutatenglas fiel um, traf ihr Handgelenk und verstreute Flubberwürmer um die vier Hände, die auf ihrem Tisch lagen. Snape zog seine hastig zurück und signalisierte seiner Schülerin wortlos, aufzustehen und in die Mitte zu kommen, ehe er sich abwandte und zu seinem Pult zurückging. Hermione war vorsichtig darauf bedacht, die Kontrolle über alle ihre Muskeln und ihren Willen zu behalten, als sie sich erhob, um Harry herum zum Kessel lief und die Zutat hineinwarf, den Blick in Snapes Richtung sorgfältig meidend.
Als sie zurück an ihren Tisch kam, schwenkte Ron gerade seinen Zauberstab, um die Flubberwürmer wieder in das Glas zu verbannen, dem er Sekunden zuvor einen herzhaften Schubs gegeben hatte.

„Das sieht gut aus", kommentierte Snape den fertigen Trank, als der gesamte Kurs zehn Minuten vor Ende der Stunde um den Kessel versammelt war.
„Und wer muss den jetzt probieren?", fragte Ron mit einem spöttischen Seitenblick zu Malfoy.
Ernie lachte. „Damit er wirken kann, bräuchten wir wohl erst ein bisschen Alkohol."
„Ich an ihrer Stelle hätte noch zwei Jobberknoll-Federn verwendet, um das Erinnerungsvermögen zu stärken", merkte Snape an, „aber ich habe keine Zweifel, dass Sie mit ihrer Kreation die Nachwehen dieses Gifts bekämpfen könnten. Falls Sie Ihre Rezeptur interessiert und Sie nicht mitgeschrieben haben, können Sie sie jetzt noch abschreiben." Mit einem Schwenker seines Zauberstabs erschien an der Tafel das Rezept, das der Kurs entworfen hatte, und alle außer Malfoy und Nott begannen sofort, es in ihre Notizen zu übertragen.
Hermione hatte ein flaues Gefühl im Magen, als sie zum letzten Mal ihre Sachen packte. Die Blicke, die ihre besten Freunde ihr zuwarfen, deutete sie fast als mitleidig; scheinbar hatten die beiden endlich verstanden, was die Schule und das Lernen ihr bedeuteten, wenn sie auch nicht ahnen konnten, wer ihr momentan mindestens genauso viel bedeutete.
„Übrigens", erhob sie die Stimme des Tränkemeisters über die Aufbruchsstimmung, „ich würde Ihnen dennoch raten, am Morgen nach dem Abschlussball auf etwas zurückzugreifen, dessen Wirkung getestet und bestätigt ist."

Herrgott, gab es denn an dieser Schule kein anderes Thema mehr?

~x~


Der letzte Schultag endete am Nachmittag mit Kräuterkunde, und Emotionalität machte sich breit, als Professor Sprout zum Abschied jedem eine nie sterbende Blume schenkte. Die Lehrerin und folglich auch fast alle Schüler hatten Tränen in den Augen, als sie sich für die gute Zusammenarbeit in den letzten sieben Jahren bedankte und ihnen die besten Wünsche mit auf ihre weiteren Wege gab. Neville beugte sich zu Hermione und flüsterte ihr zu, dass die Lehrerin zugestimmt hatte, ihn für einen Mastergrad in Kräuterkunde auszubilden. Hermione umarmte ihn voller ehrlicher Freude, ignorierend, dass es ihr einen Stich versetzte beim Gedanken daran, dass er schon bald zurückkehren würde nach Hogwarts. In die Nähe von...
„Wir sehen uns morgen Abend, Ladies und Gentlemen, seien Sie bis dahin brav und genießen die Sonne", beendete Professor Sprout die Stunde.
Langsamer als gewohnt packten die Schüler ihre Taschen und verweilten noch einige Minuten, die bunten Blumen zwischen den Fingern hin und her rollend, schwatzend im Gewächshaus. Die Professorin gesellte sich zu ihnen und schüttelte jedem die Hand, Neville umarmte sie sogar kurz und flüsterte ihm etwas zu.
Von den Ländereien ging der Kurs direkt zum Schwarzen See, doch Hermione hielt es nicht lange in der Sonne aus und Neville schloss sich ihr an, als sie leise ankündigte, noch in die Bibliothek zu gehen.

„Wann kommst Du zurück?", fragte sie auf dem Weg zurück zum Schloss.
„Ich gehe zuerst mit einer Forschungsgruppe als Aushilfe vier Monate nach Südasien, danach komme ich direkt wieder hierher", antwortete Neville, etwas außer Atem von dem schnellen Schritt, den Hermione vorlegte. „Ich werde bei Gran wohnen bleiben, sie ist zwar noch fit und viel unterwegs, aber irgendwie möchte ich trotzdem nicht, dass sie so ganz alleine wohnt."
Hermione nickte verstehend. „Mit Flohpulver ist es ja kein Problem, direkt ins Schloss zu kommen, wenn man die Erlaubnis des Schulleiters hat."
„Professor Dumbledore hat schon zugestimmt, unseren Kamin mit dem von Pomona zu verbinden", erzählte Neville. Hermione war nicht überrascht, dass er die Kräuterkunde-Lehrerin beim Vornamen nannte, doch ihr Freund bemerkte das gutmütige Lächeln, das sich auf ihrem Gesicht ausbreitete.
„Sie ist wie eine Mutter für mich", gab er zu, „und ich kann mich nicht daran erinnern, wie meine Mutter war, aber ich glaube, sie ist ihr durchaus ähnlich."
Hermione verlangsamte ihren Schritt und hakte sich bei ihm unter. „Egal ob sie sich ähnlich sind oder nicht, ich bin sicher, sie sind beide wundervoll."

Nach drei Stunden angenehmen Schweigens in der Bibliothek streckte sich Hermione laut gähnend und zuckte gleich darauf zusammen aus Angst, von Madam Pince zurechtgewiesen zu werden, doch die Bibliothekarin war nirgends in Sicht.
„Oh", machte Neville, als er auf die Uhr schaute, „es ist Zeit zum Abendessen, kommst Du mit?"
Hermione wiegte sanft den Kopf hin und her. „Ich glaube, ich gehe einfach direkt ins Bett."

~x~


Tatsächlich zog sich Hermione sofort um, als sie den leeren Schlafsaal betrat, doch als sie sich ins Bett legte, musste sie feststellen, dass sie zwar sehr müde war, aber noch nicht schlafen konnte. Sie setzte sich an den Schreibtisch und begann, ihre Unterlagen zu sortieren, alte, unbrauchbare Dinge wegzuwerfen und wertvolle Notizen auf einem Stapel zu sammeln, den sie gleich in ihren Koffer packen würde. Als ihr die Rezeptur des Kater-Tranks in die Hände fiel, schweifte sie ab und starrte verträumt zum Fenster hinaus.

„Hey Mione, Du warst ja mal richtig subtil heute, habe ich gehört."
Die aufgerissene Tür und die laute Stimme rissen Hermione aus ihren Gedanken und als sie in das grinsende Gesicht ihrer besten Freundin sah, ahnte sie, dass diese genau wusste, an wen sie gerade gedacht hatte.
„Hey Ginny", gähnte sie.
„Ich dachte, Du wärst noch in der Bibliothek, oder sonstwo", flötete die Rothaarige, während sie ihre Robe auszog und an den Schrank hängte. „Und ich bin übrigens nicht die Einzige, die das denkt."
Hermione warf ihr einen fragenden Blick zu, den sie zunächst gespielt ignorierte und schließlich fragte: „Du weißt, dass Du es geschafft hast, die Jungs volle Kanne drauf zu stoßen, was abgeht, oder?"
„Ich- ich habe was?", fragte die Ältere irritiert und drehte sich auf dem Schreibtischstuhl zu ihrer besten Freundin um.
Ginny lachte. „Mione, Harry wäre fast erstickt und Ron hat ein Glas umgeworfen, als Du die Fledermaus ein bisschen zu intensiv angestarrt hast, und Du warst so in diesem Moment gefangen, dass Du das nicht einmal richtig wahrgenommen hast. Und er offenbar auch nicht", zwinkerte sie.
„S-sie haben-", brachte Hermione hervor, „aber wie-?"
„Die beiden sind nicht blind, Liebste. Oder vielleicht schon ein bisschen. Sie warten nämlich beide gerade im Gemeinschaftsraum auf Dich und jeder versucht den anderen dazu zu bringen ins Bett zu gehen, weil er denkt, der andere hätte es nicht gecheckt."
„Oh." Das hatte Hermione nicht erwartet. Zerstreut stand sie auf und knöpfte ihr Schlafanzugoberteil zu, dessen oberen Knöpfe sie der Bequemlichkeit halber offen gelassen hatte. „Ich gehe mal schnell runter und melde mich, damit sie nicht länger umsonst warten."
„Sag ihnen, Du warst schon im Bett, wenn sie einigermaßen taktvoll sind, halten sie Dich dann nicht auf und quetschen Dich aus."

„Harry, Ron", grüßte Hermione mit leiser Stimme, als sie den Gemeinschaftsraum betrat. „Tut mir leid, ich war nach Kräuterkunde noch mit Neville in der Bibliothek und habe mich dort verweilt, und dann war ich so müde, dass ich statt zum Abendessen direkt ins Bett gegangen bin. Ginny kam gerade herein und war auch ganz überrascht, dass ich schon da bin."
„Oh, hat sie Dich geweckt?", fragte Ron, nervös an seinem Pullover ziehend.
„Nein nein, ich habe nur gedöst", erwiderte Hermione, „aber ich würde jetzt gerne wieder ins Bett gehen. Ich muss mich schließlich gut ausruhen, damit ich morgen früh fit bin." Sie grinste schief.
Harrys Gesicht hellte sich auf. „Du kommst wirklich mit?", fragte er etwas ungläubig. „Und wagst Dich noch mal in die Luft?"
Die junge Frau nickte mit vielversprechendem Blick. „Ich erwarte seelischen Beistand an meinem Krankenbett." Ein spontaner Gedanke kam ihr. „Außer abends, da geht ihr dann fein auf den Ihr-Wisst-Schon-Was und ich bleibe davon verschont."
Sie ging im Kopf bereits die verschiedensten Möglichkeiten durch, vom Besen zu fallen und sich möglichst schwer, aber nicht wirklich ernsthaft zu verletzen, als sie Rons liebenswerten Blick bemerkte.
„Du musst dort morgen hingehen. Du wirst alle verzaubern in Deinem Kleid", lächelte er. Wie auch Hermione ignorierte er Harrys fragenden Blick, da der Dunkelhaarige nichts von dem Geschenk wusste, das Ginny und Ron Hermione gemeinsam mit ihren Eltern gemacht hatten.
„Mal sehen", murmelte Hermione leise, „gute Nacht!"
Damit verschwand sie in Richtung Schlafsaal, in Gedanken unausweichlich bei dem Kleid, das versteckt in ihrem Schrank hing.
Das sie morgen Abend endlich tragen würde, zum... Mit einem Stöhnen schlug sie sich selbst frustriert auf den Oberschenkel und zwang sich, an etwas anderes zu denken.


~x~