Ein kurzes Telefonat und ein paar Minuten voller bangen wartens später schreckten alle auf als sie ein merkwüdiges Hup-Geräusch von draußen hören konnten. Aufgeregt sprang Connor auf, zog sich seine Jacke an und zog seinen Vater aufgeregt nach draußen.
„Es wird dir gefallen!" sagte Connor erheitert. „Es ist etwas was du brauchst!"
„Ach, ja... Und was?" fragte Oliver besorgt. Die Tatsache das Connor etwas beim Verrückten Louie gekauft hatte war äußerst beunruhigend.
Sandra und Felicity folgten den beiden nach draußen wo der Schock mehr als groß war...
„FROHE WEIHNACHTEN!" rief Connor laut als er seinem Vater sein Geschenk präsentierte.
Oliver brachte vor schock keinen Ton raus. Sandra und Felicity neben Ihm starrten mit großen Augen das Geschenk an. Oliver wusste nicht weiter! Sollte er sich freuen? Sollte er seinen Sohn ausschimpfen? Oder sollte er heulen? Denn das Geschenk hatte es in sich... Ein 1984er Yugo!
„Oh, Connor..." sagte Oliver mit schriller Fistelstimme und kopfschüttelnd den Tränen nahe. „...Das... IST..."
Oliver hielt sich zurück zu sagen, das er es grauenvoll fand. Doch er sah in Connors strahlendes Gesicht und wurde weichgekocht. So rang er sich doch ein lächeln ab und tat so als ob er den Schrotthaufen der da in Sandras Einfahrt stand toll fand.
Das Auto war ein Ocker-Farbener 1984 gebauter Yugo! Die Radkästen waren voller Rost, der Auspuff wurde mit Kabelbindern an der Karosserie festgehalten, der Keilriemen war eine Damenstrumpfhose, Scheiben und Blech waren mit undefinierbarem Staub und Dreck übersäht und das vordere Nummernschild war mit Klebstoff fixiert. Der Verrückte Louie, der trotz Minusgraden nichts weiter als eine Latzhose und ein T-Shirt trug stand lächelnd hinter dem Wagen. Er war froh das Auto endlich losgeworden zu sein.
Olivers Gesicht zuckte: „... Ich... Muss sagen... das ist... das wirklich außergewöhnlichste Geschenk das ich jemals bekommen habe!"
Und das war nicht gelogen! Die beiden Frauen hielten sich die Münder zu und liefen rot an. Sie hätten am liebsten lautstark losgelacht und kämpften dagegen an nicht zu explodieren...
„Wie... bist du denn... darauf gekommen?" fragte Oliver immer noch vor schreck stotternd.
„Ich habe Mommy gefragt was du wohl brauchst das ich dir zu Weihnachten schenken könnte!" erzählte Connor. Seine Mutter drehte sich weg als Oliver sich zu ihr rüberdrehte und sie ihr Lachen unterdrückte. „Sie sagte das du ein Auto brauchst weil dein altes im Fluss gelandet ist als der Sohn von dem Pirat den Staudamm kaputt gemacht hat..."
„Und da... hat dieser alte Irre dir diesen Yugo verkauft?" fragte Oliver und zeigte mit dem Finger auf den alten Mann der die ganze Szene Stumm beobachtete und zufrieden nickte.
„Ja! Während Mommy mit Ihrem neuen Werwolf-Freund geflirtet hat hat mir der verrückte Louie das Auto verkauft!"
„Und, was hast du dafür hingeblättert? Ehm... Ich meine... Wie viel Geld hast du dafür bezahlt?" fragte Oliver und sah seinen Sohn mit besorgt fragendem Blick an.
„Oh, Mister Louie und ich haben arg verhandelt!" sagte Connor lächelnd. „Er wollte eigentlich 50 Dollar dafür... Ich hab es auf 6 runtergehandelt!"
Felicity lachte kurz auf und hielt sich dann wieder den Mund zu. Oliver war kurz beeindruckt. Sein Sohn hatte wohl ein Talent fürs veilschen und verhandeln. „WOW! Von 50 auf 6! Nicht schlecht! Mister Louie... Können Sie mir sagen wie lange dieses Auto in Ihrer Garage stand?"
Der alte Mann lächelte hämisch. „Ich habe es 1984 gekauft! Es war eines der ersten und einzigen Yugo-Modelle die in die USA verkauft wurden... Hat nur 30 Tausend Meilen auf dem Tacho und ist gut gepflegt. Stand seit 1991 in der Garage und wurde seitdem nicht mehr bewegt..."
„Oh, ja das sieht man!" murmelte Oliver der die Fahrertür öffnete und merkte das die Sitzpolster provisorisch und stümperhaft mit Wollfäden geflickt wurden und das Armaturenbrett genauso verschmutzt war wie die Fußmatten auf denen wohl irgendwelche Tiere ihre Geschäfte verrichtet hatte.
„Und gefällt es dir?" fragte Connor hoffnungsvoll.
Oliver sah wieder seinen Sohn an. Er hätte heulen können. Doch das hätte Connor traurig gemacht. Und bekanntlich ertrug Oliver es nicht wenn Connor traurig war. Besonders jetzt wo sein bester Freund fliehen musste brauchte Connor gerade jetzt eine Aufmunterung. Es war ja eine rührende Geste. Und welcher siebenjährige schenkte seinem Vater schon zu Weihnachten ein Auto?
„Danke! So ein schönes Geschenk habe ich schon lange nicht mehr bekommen!" murmelte Oliver und umarmte Connor.
Dessen Mutter und Felicity gingen ins Haus, schlossen die Tür und schüttelten sich vor lachen...
Als Oliver am späten Abend zu Hause ankam und sein 'Geschenk' hinter dem Club parkte kam Thea gerade raus um eine Kiste abzustellen und sah ihren Bruder aus dem Yugo aussteigen. Felicity wollte er nicht zumuten in diesem Ding die lange Fahr anzutreten, ohne Sicherheitsgurt, mit fragwürdigen Bremsen und ohne Heizung. Deshalb hatte er sie nur zum Flughafen gebracht wo diese den nächsten Flug nahm. Thea kam die Treppe hinunter und sah ihren Bruder und sein neues Auto mit großen Augen an.
„Oliver, was ist das?" fragte sie geschockt.
Oliver seufzte. „Das ist... mein Weihnachtsgeschenk von deinem Neffen!"
Thea sah ihn mit großen Augen an und dann zu dem Yugo. Im Gegensatz zu den anderen hielt sie sich nicht zurück und fing sofort an aus vollem Halse an zu lachen. Oliver wurde vor scham ganz rot.
„Hahhahahahahahaha... haha... ha... Das ist wirklich köstlich!" sagte Thea während ihr vor lachen die Tränen kamen. „Ein siebenjähriger Junge schenkt seinem Vater ein altes rostiges Auto... Da bin ich mal gespannt was ich bekomme! Hahaha..."
Oliver reichte Ihr ein kleines rundes Knäuel aus Geschenkpapier an dem ein kleines Geschenkschildchen hang auf dem in krakeliger Schrift 'Für Tante Thea' stand. Die immernoch lachende Thea nahm das Knäuel an sich und packte ihr eigenes Weihnachtsgeschenk aus. Ein Schlüsselanhänger aus zwei Büroklammern, einer Macaroni und einem gekauten Kaugummi!
Thea verging das lachen sofort. „Das ist ja widerlich... aber trotzdem irgendwie süß!"
Am nächsten Tag...
Das Team Flash litt immernoch unter den folgen des Schlafmittels das sie versehentlich eingenommen hatten. Harrison Wells rollte in seinem Rollstuhl vor den drei auf und ab während er sich ihre Geschichte anhörrte.
„Damit ich das richtig verstehe... Diese Kinder, gehen mit den Eltern des einen Jungen, diesem Werwolf und dem Gummimenschen fort um ein neues Leben zu beginnen?" fragte Wells. „Interessant!"
„Ja, zumindest haben diese Kinder jetzt wieder ein paar Bezugspersonen. Sie werden lernen Ihre Kräfte nicht für Böses einzusetzten." sagte Barry während er sich seinen Kopf hielt. „Oh, mein Schädel!"
„Diese Frau sollte ihre Tabletten besser verstecken!" murmelte Cisco.
„Und diese Metawesen die Professor Milo unterstützt haben?" fragte Wells weiter. „Was wurde jetzt aus denen?"
„Wissen wir nicht! Die Lavine hat die komplette Anlage verschüttet. Wenn der Schnee im April schmilzt werden wir mehr wissen!" murmelte Cathlin.
„So lange müssen Sie nicht warten!" hallte plötzlich eine schrille Kinderstimme durch den Raum.
Alle anwesenden zuckten erschrocken zusammen und drehten sich um. Es war Connor, der lächelnd in der Tür zum Labor stand und bis über beide Ohren grinste.
„CONNOR?!" schrie Barry geschockt.
„Wie... bist du hier reingekommen?" fragte Cathlin geschockt.
„Durch die Tür!" sagte Connor selbstverständlich und kam ein paar Schritte näher.
„Weiß deine Mutter das du hier bist?" fragte Cisco besorgt.
„Ja, aber sie ist nicht glücklich darüber..." murmelte Connor verträumt und schweifte ab. „Aber als sie mein Weihnachtsgeschenk für Sie gesehen hat hat sie so laut geschrien das die Nachbarn wütend geworden sind. Also ist sie mit mir sofort hierher gefahren damit ich es Ihnen auch vor Weihnachten geben kann. Sie will Ihn nicht im Haus haben!"
„Du hasst ein Weihnachtsgeschenk für uns?" fragte Connor neugierig. „Was den... Sagtest du gerade 'IHN'?"
„Ja!" sagte Connor gut gelaunt und zog einen Handkarren aus dem Flur in den Raum. Die Anwesenden waren verwirrt, als sie sahen das Connors Geschenk ein Haufen Eis war... „FRÖHLICHE WEIHNACHTEN!"
„Was ist das?" fragte Wells und rollte näher.
Der Handkarren war voller Eisstücke die die Form von Körperteilen hatten.
„Er ist leider auf der Fahrt hierher kaputt gegangen! Aber der Kerl ist ja aus Wasser dem tut das nicht weh!"
„Jetzt sag nicht das das..." fragte Cisco entsetzt. „...das das da unser schlechter Witz Mister Waters ist!"
„Doch! Das ist der Mann der sich in Wasser verwandeln kann!" sagte Connor zufrieden. „Ich habe ihn Ausgegraben damit die Böse-Hong-Kong-Hexe ihn nicht findet und damit Sie ihn ins Gefängnis sperren können...
Das Team Flash war mehr als überrumpelt. Ein siebenjähriger Junge hatte ihnen gerade einen Haufen Eis ins Labor geschleppt und behauptet es handle sich um ein Metawesen. Alle lächelten und nickten nur freundlich dankbar bis Connor endlich gegangen war.
Die zerbrochene Eisfigur, von der sie sicher waren das es wirklich Cyrus Waters war, landete sofort in einer Wasserdichten Zelle im Teilchenbeschleuniger. Er bewegte sich nie wieder...
Connor war zufrieden. Er hatte leben gerettet, ein böses Metawesen an Flash ausgeliefert, Heldentaten vollbracht und seinen Vater glücklich gemacht... trotzdem fehlte etwas... Etwas das dem ganzen einen Abschluss bringen sollte...
Eben das sollte drei Monate später sein großes Finale finden...
Es war inzwischen Frühling. Connors Mutter beobachtete gerade das Wasser, das durch den Abfluss in der Küche durchfloss nachdem sie mit dem Abwasch fertig war. Ihr lief es kalt den Rücken hinunter, weil sie wieder an den flüssigen Typen denken musste...
„Ugh... Wann komm ich je darüber hinweg?" murmelte sie bis Connor, in kompletter Arrow-Junior-Montur in die Küche kam.
„MOM! Ich bin in meinem Zimmer..." rief er und eilte schnell die Treppe nach oben.
„Warte mal... Wo bist du gewesen?" fragte Sandra und erschrak als sie Connors Aufmachung sah. „Ich dachte du wärst in der... WAS HAST DU ANGESTELLT?"
Connor versteckte seinen Bogen hinter seinem Rücken und wurde ganz rot. „Ehm... Na ja... Du weißt doch noch das wir gehört haben das Lex Luthor etwas mit den..."
„Was hasst du Lex Luthor angetan?" fragte Sandra entsetzt.
Connor kicherte verlegen...
Etwa eine Stunde zuvor war Lex Luthor gerade auf das Podium gerufen worden. Er war als CEO von Lex-Corp als Gastredner bei einer Veranstaltung im Institut für Moderne Technologien in Central City eingeladen worden. Mehr als einhundert geladene Gäste und etwa 50 Journalisten hatten sich versammelt.
Ungeladen hatte sich auch Connor geschickt eingeschlichen und hinter dem Buffet versteckt und beobachtete argwöhnisch wie Luthor selbstbewusst das Podium betrat und sich ans Rednerpult stellte. Mit übertriebener Freundlichkeit dankte er für die Einladung und schwärmte in höchsten Tönen von seinen eigenen Verdiensten und Leistungen. Connor jedoch kannte mehr Geschichten. Von tödlichen Experimenten an Menschen zum Beispiel. Connor zückte Pfeil und Bogen und zielte auf den Kopf Luthors.
Aus den Augenwinkeln heraus sah Luthor etwas auf sich zufliegen. Er spürte nur ein kurzes kräftiges Ziehen an seinem Kopf... als der Pfeil seine Perücke traf und sie abriss...
Ein schockiertes Murmeln ging durch den Raum. Luthor hielt inne und fragte sich was los sei. Bis er unruhig nach rechts sah, und seine Haare an der Wand hängen sah. Aufgespießt von einem Holzpfeil. Luthor fasste sich geschockt an den Kopf und erkannte das es seine Haare waren die da an der Wand hingen während er, vor all den Leuten und den Kameras 'Nackt' dastand. Kreischend rannte Luthor von der Bühne... um dem Blitzlichtgewitter zu entkommen...
„Du hasst was getan?" fragte Sandra entsetzt als sie Connors Geschichte gehört hatte. Sie beruhigte sich jedoch sofort wieder. „Na ja... Hauptsache du hasst ihn nicht umgebracht! Das die Haare von dem Typen unecht sind hätte ich nie gedacht..."
ENDE
Allen lesern danke für die Treue! Fröhliche Weihnachten und ein frohes neues Jahr.
Trivia:
Warren Griffith ist ein Charakter aus den DC-Comics der durch ein Experiment des US-Militärs zum Werwolf wurde.
Cyrus Waters war ursprünglich ein Paranormaler aus der kurzlebigen Fernsehserie Birds of Prey, der am Ende von der Heldin mit einem Flammenwerfer verdampft wird. Wes Keeanen war ein Charakter aus der Serie Smallville, der von Lex Luthor seine Fähigkeiten erhielt.
Jacob Colby, der Teenager der fliegen kann, sowie Natasha Irons sind Charaktere aus dem Everyman Project, welches in den Comics von Lex Luthor ins Leben gerufen wurde. Eel O'Brian ist der Name von Plastic-Man.
Connor schickt Amanda Waller um sie loszuwerden nach Gravity Falls, einer Stadt aus der Gleichnamigen Zeichentrickserie.
