So, ihr lieben. Ich war ja etwas enttäuscht, dass das letzte Kapitel doch recht wenig Reviews hatte…

Es hat wieder etwas länger mit dem Update gedauert – sorry, aber ich stecke zwischen Arbeit und Verzweifelung…

Mein wissenschaftlicher Mentor geht in die Staaten und lässt mich zurück…

Ich hoffe meine derzeit etwas depressive Stimmung hat sich nicht auf das Kapitel niedergeschlagen…

Mit ein Paar Reviews würdet ihr mir eine riesige Freude machen – es ist total schön, wenn man zwischen der Arbeit mal ein Review in seinem Postfach vorfindet!

Also, auch ihr lieben Schwarzleser – denkt auch mal an die Autorin, die hier eine ganze Menge an Arbeit reinsteckt!

25. Die Konferenz

Die beiden Tage bis zu ihrer Abreise waren wie im Flug vergangen, und nun war der Morgen der Konferenz gekommen. Es war früh, sehr früh, und in weniger als einer Stunde würde Severus Snape sie in ihrem Räumen abholen, würde mit ihr nach Oxford apparieren, wo in ziemlich genau zwei Stunden die große Konferenz zu Ehren des großen Arrhenius beginnen würde.

Hermine hatte den Morgen mit einer ausgiebigen Dusche begonnen und war nun gerade dabei, sich von Dobby beim Ankleiden assistieren zu lassen, während Winky sich um Hermines Makeup und Frisur kümmerte.

„Miss Hermine sehen wundervoll aus, wie eine Prinzessin, Miss wird Emminenzen bestimmt bezaubern…"

Hoffentlich… Sie selbst war sich da nicht so sicher… Noch nie hatte sie zu den Mädchen gehört, nach denen sich die Männer umdrehten, wenn sie den Raum betraten… Ihre Haare waren ein einziges Desaster, ihre Augen meist von Ringen gezeichnet…

„Fertig, Miss Hermine," wurde sie von Dobby aus den trübseligen Gedanken gerissen. „Danke Dobby, Winky. Ihr seid wirklich zwei Goldstücke." Das verlegene Erröten der beiden Elfen konnte Hermine natürlich nicht sehen, aber das zögerliche, unsichere, synchrone „Danke, Miss Hermine." sprach Bände. Kaum waren die beiden mit einem Plopp verschwunden, wurde die Tür zu Hermines Gemächern geöffnet und ein sehr elegant gekleideter Tränkemeister betrat die Räumlichkeiten.

Für Hermine unsichtbar, war er in einem langen, glänzend schwarzen Frack, gekleidet, der das darunter liegende weiße Hemd mit Stehkragen gut zur Geltung brachte, und einen perfekten Übergang zur eng anliegenden Bügelfaltenhose aus dem gleichen Stoff bildete. Die Haare fielen seidig glänzend, leicht wellig, bis zum Hemdkragen, die perlmutternen Manschettenknöpfe, unter den Ärmeln des Fracks nur zu erkennen, als er die Hand nach der Tür ausstreckte, und die dunkelgrüne Fliege sowie die klassischen schwarzen Schuhe bildeten den perfekten Abschluss seines Erscheinungsbildes.

„Miss Granger? Wie ich sehe, sind sie reisefertig."

Sie sah bezaubernd aus. Das Kleid betonte perfekt ihre schlanke, zierliche Figur, der schimmernde Blauton, leicht ins Grünliche tendierend, genau passend zu den braunen Locken, die locker, glänzend über die bloßen Schultern auf ihren Rücken fielen. Das Gesicht, dezent geschminkt, der grünliche Lidschatten, passend zu den dunkelgrün funkelnden Steinen ihrer Ohrringe, die leicht rosa glitzernden Lippen, das zart orangene Rouge, ein harmonisches, natürliches Bild, ein Traum…

„Ja, Professor, ich wäre soweit, denke ich…"

„Ich habe noch etwas für sie, Miss Granger." „Ja, Professor?"

Der Zauberer holte aus seiner Hosentasche ein kleines samtenes Schächtelchen hervor, das er Hermine in die Hand legte.

„Ich möchte, dass sie das tragen, Miss Granger. Es ist ein Erbstück meiner Familie, und wurde von jeher der Erstgeborenen weitergegeben. Die Legende besagt, dass derjenigen, die diesen Anhänger trägt, alles gelingen wird, was sie sich von Herzen wünscht."

Hermine hatte die Schachtel inzwischen geöffnet und hielt einen goldene Kette mit einem kleinen, tropfenförmigen Anhänger, der aus kleinen facettierten Opalen bestand, in der Hand.

„Aber Professor…," vorsichtig tastete sie das Schmuckstück ab…"das kann ich nicht annehmen…"

„Miss Granger, ich habe keine Familie, und sie sind meine erste und vermutlich auch letzte Assistentin, sie sind mein wissenschaftliches Erbe, Miss Granger… Ich möchte, dass sie diese Kette, die meine Mutter mir auf dem Sterbebett anvertraute, tragen. Sie sind ihrer würdig.

Damit war die Diskussion für ihn offensichtlich erledigt, wie Hermine an dem Tonfall deutlich erkennen konnte, und ohne weitere Widerworte, liess sie es zu, dass er hinter sie trat, und ihr die Kette umlegte. Sie spürte, wie seine weichen Finger, ihren Nacken sanft berührten, und fühlte einen kalten Schauer den Rücken herunterlaufen, als sich das kalte Metall des Anhängers schwer auf ihre nackte Haut legte.

„Darf ich ihnen nun meinen Arm anbieten, damit wir uns zum Apparierplatz begeben können. Vorsichtig legte er ihren linken Arm auf seinen rechten und führte sie langsam vor die Tore von Hogwarts.

Der Stoff seines Sackos war weich, kühl und glatt, Seide, sie konnte sein herbes, markantes Aftershave riechen, als er sie Schritt für Schritt aus seinen Räumen geleitete. Zu gerne hätte sie gewusst, wie er aussah, wie sie zusammen aussahen…

Das leichte Ziehen, das das Ende das Apparierens andeutete, holte Hermine in die Wirklichkeit zurück.

„Wir sind da, Miss Granger. Vor uns liegt die Zaubereruniversität von Oxford."

Hermine fühlte, wie ihr Herz schneller zu schlagen begann, als sie an all die Berühmtheiten dachte, die sie gleich treffen würde, und daran, wie diese wohl auf sie, die unbekannte, unerfahrene, Assistentin des Tränkemeisters Severus Snape reagieren würden.

Severus Snape führte Hermine die Stufen zur alten Aula der Universität hinauf, wo er schon aus der Ferne einige bekannte Gesichter ausgemacht hatte, mit denen er Hermine bekannt machen wollte.

„Severus, wie schön sie zu sehen. Und wen haben sie uns dort mitgebracht?" „Alois, darf ich dir Miss Granger vorstellen, meine Assistentin. Miss Granger wird an meiner Statt heute einen Vortrag halten."

Hermine drehte sich in die Richtung der Stimme, in der sie den Gegenüber vermutete und deutete einen Knicks an. „Es freut mich sie kennen zu lernen, Sir."

Seine Stimme war tief, er musste schon älter sein. Alois… Fieberhaft überlegte Sie, wo ihr der Name begegnet war… Alois Pauli… Natürlich, ein Abkömmling eines bekannten Muggelchemikers. Er hatte maßgeblich bei der Erforschung der Elektronenstrukturen chemischer Substanzen mit magischen Eigenschaften mitgewirkt.

„Ihre neuer Artikel über die Abwandelung des Pauliprinzipes bei magischen Substanzen ist sehr interessant, Sir. Es ist faszinierend, dass der magische Spin, sich gerade umgekehrt zu dem bei den Muggeln bekannten Elektronenspin verhält, und damit die ungewöhnliche Bindungsstruktur mancher Substanzen zu erklären ist."

Sie fühle die warme Hand des älteren Mannes, die die ihre sanft drückte. „Es freut mich Miss Granger, in ihnen eine so junge und interessierte Kollegin kennen zu lernen. Darf ich fragen, worüber sie heute ihren Vortrag halten werden?"

In diesem Moment griff Severus in das Gespräch ein. „Natürlich, Alois. Miss Granger wird über ihre eigenen Modifikationen eines Trankes zur Regeneration der Sehnerven vortragen. Die Ergebnisse sind äusserst interessant."

Nun mischte sich eine weitere Stimme in das Gespräch ein. „Aber offensichtlich nicht von großem Erfolg gekrönt, da sie offensichtlich nach wie vor blind ist."

Hermine war bei dem Klang der kalten Stimme zu ihrer Rechten zusammengezuckt. „Morgan Henderson. Welch eine Freude, sie hier anzutreffen, immer noch genauso freundlich wie eh und je."

„Snape. Immer noch die dunkle, arrogante Fledermaus, ganz so wie vor 15 Jahren. Und einen Krüppel als Assistentin. Was besseres hast Du wohl nicht bekommen können?"

„Neidisch, Morgan?", damit ließ der Tränkemeister den erstarrten Gegenüber stehen, griff nach Hermines Hand, legte den anderen Arm hinter ihren Rücken, und dirigierte sie so in Richtung des pompös aufgebauten Buffets, das zwischen den Vorträgen für Abwechselung sorgen sollte.

„Miss Granger, ich möchte ihnen nun noch Professor Arrhenius vorstellen." Erklärte er ihr leise, während er sie langsam weiterführte. „Ja, Sir."

Kaum waren sie stehen geblieben, als Hermine eine angenehme warme Stimme aus naher Entfernung hörte. „Severus, welch eine Freude! Du bist gekommen und hast Deine zauberhafte Assistentin mitgebracht. Miss Granger!" Hermine spürte sanfte Hände die ihre ergreifen und schützend umschließen.

„Severus hat schon erwähnt, dass er mit ihnen eine brillante Assistentin hat, aber dass sie auch noch so hübsch sind, hat er natürlich verschwiegen. Aber wie konnte es anders sein – nur das Beste für den besten der Tränkemeister!" Hermine errötete leicht, als diese Komplimente auf sie hernieder regneten. „Danke Sir. Es freut mich, sie kennenzulernen." Aber bevor sie weiter zu Wort kam, wurde sie auch schon wieder unterbrochen, „Wie ich höre, sind ihre Forschungsergebnisse überragend, Miss Granger, Severus hat mir schon eine Vorabversion ihres Artikels zukommen lassen, es ist wirklich erstaunlich, wie viel sie in so kurzer Zeit erreicht haben… Ich freue mich wirklich, dass sie mir die Ehre erweisen, zu meiner Feier darüber vorzutragen, Miss Granger…" sprudelt die Begeisterung aus dem weltberühmten Wissenschaftler hervor.

Hermine senkte verlegen den Kopf. „Danke, Sir.

„Nun denn, Severus. Dann will ich Euch mal wieder verlassen, ich muss mich noch um einige organisatorische Dinge kümmern, und ihr werdet sicherlich die Zeit nutzen wollen, um Miss Granger in unsere wissenschaftliche Kreise einzuführen." Damit ließ er dann auch Hermines Hand los, und verschwand genauso schnell, wie er gekommen war wieder in der Menge der Leute.

So ging es noch eine ganze Weile weiter, wobei Hermine eine Vielzahl von Komplimenten gemacht bekam, bis schließlich zu den Plätzen gebeten wurde, damit die Konferenz mit den Einleitenden Worten des Dekans der Zaubereruniversität beginnen konnte.

Hermines Vortrag war im letzten der drei 90 minütigen Blöcke angesetzt, doch bis dahin waren noch 8 andere Vorträge zu überstehen. Severus Snape sah wie Hermines unfocussierte Augen sich nicht in die Richtung des Sprechers ausrichteten, sondern in der Gegend herumschweifen, ganz so. Die Nervosität stand ihr ins Gesicht geschrieben. Wie gut erinnete er sich noch an seinen ersten Vortrag vor solch einem Publikum. Seine Angst, sein Zittern, keine ruhige Minute während er sich wünschte, die anderen Vorträge würden schneller vorübergehen, und damit auch die Nervosität. Denn wenn man einmal dort vorne stand, dann war die Nervosität weg. Das wusste sicherlich aus Hermine.

Sanft ergriff er ihre kalte Hand, und schloss sie sanft, behutsam zwischen seinen beiden Händen ein.

Sie sah so verloren aus. So verletzlich. So schutzbedürftig.

Hermine kämpfte vergeblich gegen die aufsteigende Nervosität. Der Magen zog sich immer wieder zusammen, das Herz raste, die Hände wurden langsam kälter, während der Kreislauf anfing verrückt zu spielen. Ihr war schlecht. Und nur die Hände ihres Mentors hielten sie zurück, aufzuspringen und auf die Toilette zu rennen.Doch die Minuten verrannen gnadenlos langsam, und erst als sie sich kurz vor dem Zusammenbuch wähnte, hörte sie, wie ihr Name angekündigt wurde, und spürte, wie sie fast willenlos, von Severus Snape die Stufen der Aula herunter in Richtung des Podiums geführt wurde. Es schien ihr, als sei ihr Kopf einfach leer. Als hätte sie alles vergessen.

„Miss Granger, wir sind da." Ruhig platzierte Severus Snape ihre Hände auf den beiden Seiten des Rednerpultes, und mit einem letzten, sanft gehauchten „Sie können das, Miss Granger, viel Glück.", verabschiedete sich ihr Lehrer von ihr und ging zurück auf seinen Platz.

Indessen hatte Hermine Zeit ihre Gedanken zu sammeln, und spürte, wie nun, da sie vor dem Auditorium stand, alle Ängste verschwunden waren, und sie wusste, dass dies ein guter Abend werden würde.

„Meine sehr verehrten Damen und Herren. Ich habe heute Abend die grosse Ehre, vor ihnen über meine neuesten Forschungsergebnisse zu sprechen, die die Modifikation eines Heiltrankes zur Regeneration der Sehnerven betreffen…"

Im Saal war es still geworden, und alle Blicke richteten sich auf diese junge und strahlende Gestalt, die mit ihrem Auftreten jeden einzelnen bezauberte, während sie detailliert von ihren Forschungen berichtete.

„…und so wird die Wirkung des Einhornschweifes durch die Zugabe von sauren Drachenschuppen nicht durch das Sumpfkraut inhibiert. Die Begründung liegt darin, dass sich die Moleküle der Drachenschuppen mit dem Einhornschweif an der Kohlenstoff – Stickstoffverbindung verbinden, und somit die von dem Sumpfkraut angegriffene Ketongruppe des Einhornschweifes hinreichend abgeschirmt wird.Entsprechende Tests dieses modifizierten Trankes an Mäusen haben eine um beinahe 10 Prozent verbesserte Wirkung gezeigt…"

Hermine war am Ende ihres Vortrages angekommen…

„…und damit danke ich ihnen für ihre Aufmerksamkeit."

Tosender Applaus brauste auf, mit dem sie nicht gerechnet hatte. Sie spürte wie Severus Snape wieder neben sie trat, um sie zurück zu ihrem Platz zu geleiten. Seine Hand griff wieder sanft in ihren Rücken, während die andere ihre Hand ergriff. „Sie waren großartig, Miss Granger."

Hermine fühlte eine warme Welle des Glücks durch ihren Körper fließen. Sie hatte es geschafft.

Eine Vielzahl von Glückwünschen und Komplimente musste Hermine an diesem Abend noch über sich ergehen lassen, während sie müde und erschöpft eigentlich nur noch zurück nach Hogwarts wollte. Der Vortrag, die Anspannung, das alles hatte ihr das Äußerste abverlangt.

Severus Snape hatte während ihres Vortrags das Publikum genauestens im Auge gehabt. Die bewundernden Blicke der anderen sprachen Bände. Sie hatte eine große Zukunft vor sich. Einzig der Anblick ihrer blinden Augen schmerzte ihn unendlich, das Strahlen, sollte es für immer erloschen sein? Würden sie einen Weg finden… Welche Zukunft hatte sie sonst? Wenn er nicht mehr da sein sollte? Sollte Morgan recht behalten?

„Professor Snape?" Ihre sanfte Stimme brachte ihn in die Wirklichkeit zurück. „Ja, Miss Granger." „Wäre es ihnen recht, wenn wir uns bald auf den Rückweg nach Hogwarts machen würden?"

„Nein, Miss Granger. Lassen sie uns noch von Professor Arrhenius verabschieden, bevor wir gehen."

Hermine wurde von ihm wieder in Richtung der Aula geführt, wo, wie Hermine an den Stimmen erkennen konnte, dieser sich gerade in einer Unterhaltung mit Alois Pauli befand.

„Detlef, Alois, wir möchten uns verabschieden." „Severus, natürlich, es war uns eine Freunde, Deine charmante Assistentin kennenzulernen, nicht wahr Alois?"

„Ganz deiner Meinung, Detlef. Severus, passt gut auf Euch auf und kommt gut nach Hogwarts zurück." Noch einmal wurden Hände geschüttelt, Höflichkeiten ausgetauscht, und ehe sie sich versah, war Hermine an der Seite von Severus unter den bewundernden Blicken der anderen Gäste durch die warme Nachtluft zum Apparierplatz vor dem Institut gelaufen und nach Hogwarts appariert.

„Miss Granger, möchten sie noch auf einen Kaffee mit in meine Räumlichkeiten kommen?", die Frage war ausgesprochen, ehe er darüber nachgedacht hatte.

„Gerne, Sir."

Er wusste nicht, warum er das gefragt hatte. Sie war seine Assistentin. Mehr nicht. Aber er fühlte, wie er mehr und mehr ihre Anwesenheit genoss, wie sie mehr und mehr zu einem Teil seines Lebens wurde.In ihrer Gegenwart fühlte er sich wohl, und, was er niemals zugegeben hätte, es hatte sich gut angefühlt, als die anderen Anwesenden auf der Konferenz ihn und seine Begleitung mit neidvollen Blicken angesehen hatten.

„Kommen sie herein, Miss Granger," galant hielt er ihr die Tür auf, während er sie gleichzeitig über die Schwelle führte und ihr anschließend einen Sessel anbot.

Es wurde kein langer Abend mehr, dazu war Hermine zu müde, aber die für sie überwältigenden Ereignisse des Abends wurden ausgiebig besprochen, wobei Severus Snape sehr verschlossen blieb, was seine Rolle in dieser Gesellschaft anging, oder aber was Morgans Rolle war, und auch auf direktes Nachfragen von Hermine, umschiffte er das Thema geschickt.

Auch als Hermine schon lange, unendlich glücklich, im Bett lag, saß er noch lange wach vor dem Kamin seines Arbeitszimmers, und dachte über das vergangene nach, bis schließlich zu später Stunde ein unerwartetes Klopfen an seiner Tür ihn aus seinen Gedanken riss…