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Teil 25

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„Nein - … SAM."

Mit einem Ruck und vor Aufregung donnerndem Herzen preschte Dean hoch, gefangen im Durcheinander aus seiner Jacke und der Decke, die sich still und leise wie eine Schlange um ihn gewickelt hatte – lautloser Jäger und ahnungslose Beute, die orientierungslos versuchte, der Gefahr zu entkommen.

Dean, noch nicht fähig zu einem klaren Gedanken und halb in den Tiefen seiner düsteren Träume, handelte aus reinem Instinkt: Ein abwehrender Schlag mit der Hand, ein erschrockner Ausruf irgendwo neben ihm und ein Satz zur Seite, ein dumpfer Schlag von etwas Hartem, der ihn schmerzhaft am Rücken traf und Holz, das auf Holz schlug.

„Was zum - …", irritiert drehte Dean wie wild den Kopf von einer Seite zur anderen und wurde sich nur allmählich der Gegenwart jemand anderes hinter ihm bewusst. Erschrocken fuhr er herum, verhedderte sich von Neuem, stieß mit dem Knie an das Stuhlbein, was nicht mehr auf dem Boden stand, sondern, dank seiner etwas groben Behandlung, jetzt lag, zögerte kurz und begann dann zu begreifen.

„Gott, Sam - … man, du hast mir einen Mords Schrecken eingejagt, tu' das ja nie wieder!" Dean holte tief Luft, schloss die Augen und rieb sich mit der Hand über das zerknitterte Gesicht, fuhr sich weiter durch die Haare und startete einen neuen Versuch.

Okay, alles zurück auf Anfang.

Als er die Augen aufschlug, entdeckte er das Chaos um sich herum in seinem ganzen Ausmaß und bekam die Umstände wieder zu fassen, warum er eigentlich hier auf dem Boden hockte und ihm sein verdammtes Kreuz weh tat, weil er anscheinend der Meinung gewesen war, wie früher auf dem harten Boden schlafen zu können, ohne den Preis dafür zu bezahlen. Seine Pupillen wanderten weiter: zurück zu dem umgeworfenen Stuhl, zu der Decke, die in verdrehten Knoten um ihn drapiert war, hinüber zur Matratze auf dem Boden und der Person, die halb in das Laken gewickelt und zusammengesunken darauf saß und ihn mit erschrockenen Augen anstarrte.

‚Scheiße', Sam sah aus, als hätte er eine Woche lang den Tresen der finstersten Bar nicht mehr verlassen.

„Hey", mehr wollte gerade den Weg über seine staubtrockene Zunge nicht finden. In seinen Eingeweiden machte sich ein verlegendes Rumoren breit. Sie waren sich so nahe und doch begannen die Tore der Mauern, die sie beide so sorgsam umgaben und die im Schlaf so weit geöffnet gewesen waren, sich von Neuem ganz langsam zu schließen - bis sich ein Fuß mutig dazwischen schob, einen Keil bildete und die Verbindung ein winziges Stückchen offen hielt.

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