OBACHT: Wen einer viehl shraibt hatt man auch viehl zu lehsen!
Waita soIch mach mich derweil mal wieder mit der Verpflegung aus dem Staub.
... was?
Es gibt gar keine Verpflegung? Schon wieder nicht?
Das kommt dabei raus, wenn man das Kleingedruckte nicht liest.
Und die Luft ist auch schon wieder ganz schön trocken ...
... nein, ich stell mich gar nicht an ...
Jajajajaja, ich halt jetzt die Klappe!
Pöh!

Heute gibt's den zweiten Teil des Crossovers von ebony-zoot. Harry Potter x Alexander.

www. fanfiction ~ebonyzoot

(Nehmt bitte die Leerzeichen nach www. und nach fanfiction. raus)

Ausdruckslos starrten die blauen Augen in ihre Richtung. Kein Leben mehr in ihnen, nichts mehr zu sehen, von den ganzen Jahren, die dieser Mann erlebt haben musste.
„Lass uns gehen, Harry." Hermiones Stimme war ein leises Piepsen und es kostete ihn große Anstrengung, sich von den Augen des Toten loszureißen und zu Hermione zu sehen. Tränen rollten ihre Wange hinab und Harry fühlte sich mit einem Mal unfähig sie zu trösten. Sicherlich wusste sie selbst nicht, warum sie nun um einen Fremden trauerte. Aber es war wohl das erste Mal, dass sie beide gesehen hatten, wie sich der Tod einen Menschen geholt hatte, der keine Chance dagegen hatte. Hier gab es kein Fremdeinwirken von einem Zauberer, der den Todesfluch schleuderte.
Es war einfach nur ein Schicksal, dessen Zeuge sie geworden waren.
„Es interessiert mich nicht! Sagt die Spiele ab, ich werde nicht mehr gehen, ehe er nicht vollständig genesen ist! Ich könnte es mir nicht verzeihen, wenn ich nicht an seiner Seite bin, solange es ihm schlecht geht!" Die laute und energische Stimme die durch die hölzernen Flügeltüren zu ihnen hindurch drang, ließ sie schlagartig innehalten. Erschrocken sahen sie sich an und Harry wurde schlagartig klar, was sicherlich auch Hermione gerade klar wurde.
Wenn man sie hier sah, würde es Probleme geben. Nicht nur irgendwelche Probleme, sondern wirklich große Schwierigkeiten.
Sie trugen schwarze Umhänge, die nicht einmal mit viel Mühe in das Bild dieser Zeit gepasst hätten. Nicht zu vergessen, ihre Frisuren oder alleine schon Harrys Brille. Das waren alles Dinge, die sie eindeutig aus einer fremden Zeit hatten. Einer Zeit an die die Leute hier nicht einmal denken würden, denn sicherlich hatte keiner hier schon mal etwas von Zeitreisen oder ähnlichem gehört.
„Harry! In dieser Zeit sind die Menschen noch sehr religiös. Du hast den Mann dort gehört. Er hat zu den Göttern gebetet. Sie werden uns für Anhänger eines fremden Kults halten, wenn sie uns sehen. Alles was fremd ist, ist schlecht!", erklärte sie leise, als sich hörbar Schritte der Türen näherten. Harry hatte keine Zeit, darüber nachzudenken. Er war sich der Gefahr bewusst, fasste Hermione ruckartig am Arm und zog sie in die dunkle Ecke unter der Liege, gegenüber des Bettes.
Sie zwängten sich ganz nach hinten unter die Liege, gerade noch rechtzeitig, bevor die großen Flügeltüren ruckartig aufgestoßen wurden.
Ein Mann trat ein, gefolgt von weiteren Männern. Harry musste etwas zur Seite rutschen, um sie sehen zu können und er hielt den Atem an.
Der Mann der zuerst eingetreten war, war unweigerlich der Anführer dieser Männer. Er trug ein weißes Gewand, wie man es in Griechenland oft trug.
„Er trägt ein Chiton", wisperte Hermione, als hätte sie Harrys Gedanken gehört.
Über diesem Chiton war an den Schultern ein langer roter Umhang befestigt, der noch ein kleines Stück über den Boden schleifte.
Auf seinem langen, gelockten blonden Haar saß ein goldener Kranz.
Die Männer zu denen er sich jetzt umdrehte, sahen etwas eingeschüchtert aus. Sie trugen nichts außer ihren weißen Chitons und den ebenfalls weißen Sandalen. Einer von ihnen hatte ein Schwert an seiner Hüfte befestigt. Der Körperbau jeder der Männer bestätigte deutlich das Bild eines Kriegers. Jeder von ihnen hatte unschöne Narben an Armen und Beinen und einem fehlte sogar ein Auge. Wahrscheinlich hatten sie schon einige Schlachten geschlagen.
Nur der Mann mit dem goldenen Kranz zeugte schon alleine von seinem Äußeren her von mehr Glanz. Seine Haare waren sauber, nicht verfilzt und nicht fettig. Seine Haut war zwar ebenfalls mit Narben überzogen, aber er sah wesentlich sauberer aus als sein Gefolge. Und im Gegensatz zu all den anderen Männern trug er keinen Bart. Einmal abgesehen von dem Toten, der auch keinen Bart getragen hatte.
„Cäsar?", fragte Harry beinahe lautlos. Hermione schürzte die Lippen und schüttelte dann wortlos den Kopf.
„Bringt mir den Arzt. Er soll vortreten. Ich will wissen, wie es um Hephaestion steht!", ordnete der Anführer an. Einige der Männer pressten zögernd die Lippen zusammen und ein paar andere räusperten sich vielsagend. Im Gegensatz zu ihrem Anführer hatten sie offenbar schon mit einem Blick auf den Toten erkannt, dass hier auch kein Arzt mehr helfen konnte. Dennoch traten sie links und rechts zur Seite und ließen einen nervösen alten Mann in braunen Lumpen durch.
Der Anführer jedoch warf keinen weiteren Blick auf ihn, denn die Reaktion seiner Männer hatte ihn scheinbar zum Nachdenken gebracht.
Er drehte sich zum Bett um und jeder im Raum hielt den Atem an, als er sich über die Decken beugte und die Hand ausstreckte, um die Stirn des Toten zu fühlen.

Harry glaubte nicht, dass das nötig war, denn inzwischen musste er den leeren blauen Augen begegnet sein. Und ganz sicher war er das auch, denn selbst aus Harrys Position aus, konnte er sehen, wie die gesunde Farbe aus dem Gesicht des Anführers wich und er ein ungesundes grau annahm.
„Nein…" murmelte er leise.
„M-mein K-König", sagte der alte Mann, beinahe flehend. „Vorhin war er noch bei Bewusstsein… E-Er hat nach Euch verlangt. Ich sagte ja, das Fieber ist schlimmer geworden, nachdem er gestern das Bett verlassen hat. Ich habe ihm ausdrücklich geraten es nicht zu tun, aber er wollte nicht hören."
„Sprich nicht so von ihm", wisperte der König mit leiser Stimme. „Es ist nicht seine Schuld. Du bist sein Arzt, ich habe dir sein Leben anvertraut. Du hast mir versichert, es würde ihm besser gehen. Du hast mir gesagt, er wird es schaffen. UND JETZT IST ER TOT!"
Den letzten Satz schrie er und trat um das Bett herum auf den Arzt zu, der ängstlich vor ihm zurückwich. Doch die Männer links und rechts traten wieder zur Mitte und versperrten ihm so den Fluchtweg.
Der König packte ihn am Nacken und schleuderte ihn wütend auf den harten Boden.
Harry und Hermione kauerten sich erschrocken weiter zurück in den Schatten, um nicht gesehen zu werden.
„B-Bitte mein König. Ich flehe Euch an… E-Es ging ihm besser. Sein Zustand verschlechterte sich erst am Morgen!"
„Du hast ihn mir genommen! Er ist der einzige, den ich je geliebt habe. DU HAST MIR MEINEN PATROKLOS GENOMMEN!", schrie er außer sich vor Wut. „Schafft ihn mir aus den Augen, ich will ihn nicht mehr sehen!"
Zwei der Männer traten vor, bückten sich nach dem alten Mann und zogen ihn an den Armen hoch. Unter seinen flehenden Rufen schafften sie ihn hinaus, bis seine Stimme schließlich verklang.
„Alexander…", fing einer der Männer an, aber der König brachte ihn mit einer Handbewegung zum Schweigen. Er ging wieder um das Bett herum, setzte sich an die Seite des Toten und drehte einen der Goldringe an seiner linken Hand, während er tonlos die leblose Gestalt neben sich betrachtete.
Harry zuckte erschrocken zusammen, als Hermione ihn unvermittelt anstupste. Sie legte beschwörend eine Hand auf ihre Lippen, damit er keinen Mucks vor sich gab und deutete dann mit dem Finger auf den König im Bett, der offenbar gerade einen Schock durchlebte.
„Alexander", formte sie mit den Lippen. Harry blinzelte irritiert und zuckte dann ratlos mit den Schultern.
„Alexander der Große!", flüsterte sie ihm so leise zu, dass Harry ihre Gemurmel erst ein paar Mal in Gedanken wiederholen musste, eher er dann verstand.
Alexander der Große. Das hatte er schon mal gehört. Allerdings war das auch schon wieder alles, was er von ihm gehört hatte. Geschichte war einfach nicht sein Ding und er konnte sich überhaupt nicht erinnern, in welchem Zusammenhang er von dem offensichtlichen König gehört hatte. Aber es war nicht Cäsar, das wusste er nun.
„Perdikkas", sagte Alexander dann und Harry wandte seinen Blick wieder auf die Szene vor sich. „Bring mir Parmenion. Ich möchte mit ihm sprechen."
Der angesprochene Mann trat vor und schwieg einen Moment, um einen fragenden Blick mit seinen Nebenmännern zu tauschen.
„Alexander", sagte er beruhigend. „Parmenion ist tot."
Alexander hob ruckartig seinen Kopf und starrte ihn schockiert an.
„Was? Warum sagt mir das niemand?", verlangte er zu wissen.
„Er… Alexander, er ist schon sehr lange tot. Du hast Kleitos gesandt ihn zu töten. Er war an der Verschwörung gegen dich beteiligt. Du konntest ihm nicht länger trauen."
Die Augen des Königs ruhten nachdenklich auf dem Mann. Ihm war anzusehen, dass er sich darum bemühte, sich zu erinnern.
„Kleitos… Dann bring mir Kleitos!", schloss er dann.
Perdikkas räusperte sich vernehmlich.
„Das… Alexander, Kleitos ist auch tot. Du hast ihn getötet, als wir in Indien waren", erklärte der Krieger.
Alexander schüttelte entschlossen den Kopf.
„Kleitos ist mein Freund. Er ist mein Freund, wie auch Parmenion und wie Hephaestion. Und wie du, Perdikkas. Welchen Grund hätte ich, meinen Freund zu töten?"
„Es war der Wein. Niemand macht dir einen Vorwurf. Kleitos war ein alternder Narr, er hat sich gehen lassen. Du hast richtig gehandelt."
„Nein!", rief der König aus. „Nein! Seine Schwester Lanike hat mich aufgezogen! Und wie habe ich es ihr gedankt? Ich…"
Er verstummte und schluckte schwer, als sein Blick wieder auf den Toten neben ihm fiel. Er fuhr sich deutlich verwirrt durch das blonde Haar, als er sich neben ihn legte und den leblosen Körper besitzergreifend an sich zog.
„Hephaestion. Mein Patroklos…" Die Stimme versagte ihm, als die ersten Tränen seine Wange hinab rollten.
Perdikkas fühlte sich deutlich unwohl, tauschte besorgte Blicke mit seinen Männern aus. Es war ihm anzusehen, dass sie nicht wussten, was sie nun mit ihrem gebrochenen König tun sollten.
„Alexander, du solltest ihn loslassen. Wir müssen ihn bestatten und…"
„NEIN!" Alexander klammerte sich noch heftiger an die Leiche, als er aufschrie. „Nein! Niemand wird ihn mir nehmen. Er ist mein Hephaestion! Er ist AlexanderUnbekannter Autor2012-08-30T01:38:00.82
Er ist Alexander?…"
„Alexander, bitte sei vernünftig…", begann nun der Krieger mit den langen schwarzen Haaren, der neben Perdikkas stand.
„Hinaus", sagte der König leise. Wieder wurden verwunderte Blicke getauscht. „Lasst mich allein. GEHT!"
Der Befehl war unmissverständlich und das anfängliche Zögern wandelte sich in Hast um, als sie einer nach dem anderen den Raum verließen, um nicht länger die Wut des Königs auf sich zu ziehen.
Harry presste die Lippen zusammen, warf einen Blick neben sich zu Hermione, die ihren Blick auf den König gerichtet hielt und den Tränen nahe schien. Harry ergriff ihre Hand und drückte sie leicht, aber sie reagierte nicht darauf.
„Hephaestion… Wir hatten Pläne, erinnerst du dich? Du hast mich gefragt, was ich tun will, wenn wir die Welt erobert haben. Alle Völker vereint haben… Ich würde umkehren und sie nochmal erobern, habe ich dir gesagt. Aber ich habe dir ein Versprechen gegeben, Hephaestion." Alexander strich dem Toten sanft durch das wirre lange Haar, als wolle er es richten. „Du wusstest, du würdest zuerst sterben. Wie Patroklos, der vor Achilleus starb. Und ich habe dir versprochen, selbst wenn Makedonien einen König verliert; ich werde dir in das dunkle Reich des Hades folgen."
Hermione spannte sich an und Harry runzelte nachdenklich die Stirn. Er hatte das Gefühl, dass sie lieber rechtzeitig zusahen, den Raum zu verlassen. Denn was jetzt kommen sollte, wollte er nicht sehen und noch weniger wollte er, dass es Hermione sah.
„Hermione", wisperte er ihr leise zu, aber sie schüttelte den Kopf, um ihn sofort zum Verstummen zu bringen.
„Hephaestion, hörst du mich? Ich folge dir, ich…"
„NEIN!" Diesmal war es Hermiones Schrei, der die Stille durchbrach. Harry erstarrte, musste unfähig zusehen, wie sie mit einem Satz aus ihrem Versteck hervor kroch und an die Seite des Königs schoss. „Nein! Nein, das hätte er nicht gewollt! Das wollte er nicht!"
Harry fühlte sich unfähig zu reagieren, als sie den König am Arm packte, damit er ihr seine Aufmerksamkeit schenkte.
Harrys Alarmglocken schrillten, sein Herz schlug bis zum Hals, während Alexander Hermione einfach nur atemlos anstarrte und offenbar nicht zu begreifen schien, was hier geschehen war.
„Bitte", sagte sie flehend und ließ sich auf dem Bett neben ihm nieder. „Er hat das nicht gewollt."
Harry gab sich einen Ruck, krabbelte ebenfalls unter der Liege hervor und blieb unschlüssig vor dem Bett stehen.
„Hermione. Lass uns gehen. Das ist keine gute Idee…", sagte er vorsichtig. Aber sie nahm gar keine Notiz von ihm. Alexander jedoch wandte ihm fassungslos den Blick zu und ließ nun erstmals den Toten neben sich los.
„Was geht hier vor sich? Wer seid ihr?!", verlangte er zu wissen.
Ganz toll. Das ließ sich auch alles so leicht erklären, in einer Welt, in der Mann für jede Kleinigkeit gleich hingerichtet wurde.
„Wir sind… Boten der Götter", sagte Hermione in einem sanften Ton. Harry klappte der Mund auf. Wie von Gott Gesandte sahen sie beim besten Willen nicht auf. Doch zumindest machte Alexander große Augen und schien abzuwägen, inwieweit das möglich sein konnte. „Wir… Hephaestion hat uns geschickt."
„Hephaestion", murmelte Alexander, sah zu den Toten neben sich und schien gewillt sich an jeden Halm zu klammern, den er finden konnte. Der Name und seine Hoffnung allein schien auszureichen, um jegliche Zweifel an Hermiones Worten beiseite zu schieben. „Was sagt er? Wo ist er?"
Hermione biss sich nun nervös auf die Unterlippe. Harry wusste, dass sie Probleme hatte, die richtigen Worte zu finden, da ihr Wissen über die Personen hier begrenzt war.
„Er bedauert es, dass er nicht lange genug durchgehalten hat, um sich von dir verabschieden zu können. Er fürchtet, deine Wut auf sich gezogen zu haben…"
„Nein! Nein, das darf er nicht denken! Ich würde ihm gegenüber niemals Zorn empfinden!", unterbrach Alexander sie hastig und Hermione lächelte.
„Das wird ihn freuen."
„Ich möchte mit ihm reden. Gebt ihn mir zurück, nur für eine kurze Zeit!", forderte er dann und richtete sich auf.
„Das geht nicht. Wir können die Verstorbenen nicht zurückkehren lassen. Hephaestion hat seinen Weg gewählt. Du kannst zu ihm sprechen und sei dir sicher, dass er dich hört", sagte sie. Alexander war anzusehen, dass er damit nicht zufrieden war.
Harry betete inständig darum, dass sie sie nicht um Kopf und Kragen redete. Der König schien mehr als störrisch und Könige hatten meist die unangenehme Eigenschaft, dass sie es nicht gewohnt waren, wenn man ihnen einen Wunsch abschlug.
„Ich werde ihn als Gott ausrufen lassen. Er wird geehrt werden, wir werden ihm opfern… Dann kehrt er zu mir zurück. Als Gott wird er das können. Hephaestion ist göttlich, ich weiß, dass er dazu bestimmt ist. Er war immer an meiner Seite und er wird an seinen Platz zurückkehren."
Hermione stand auf und trat vorsichtig an Harrys Seite, während der König sprach und tief in seine Gedanken versunken schien.
„Er ist bekloppt", wisperte Harry ihr zu. Hermione hob unsicher die Schultern.
„Er wird nicht zurückkehren. Das kann er nicht, Alexander. Aber er wird an deiner Seite bleiben. Er bleibt immer bei dir, du wirst es merken", versuchte sie ihn wieder auf den richtigen Gedanken zurückzubringen.
„Lass ihn doch. Die hängen sich doch ohnehin an ihrem Glauben auf und halten alles für ein Zeichen. Lass ihn glauben, was er will!"
Sie schüttelte kaum merklich den Kopf, als Alexander sich wieder neben seinen toten Freund legte und ein verträumtes Lächeln auf sein Gesicht trat, während er ihn wieder fest an sich zog.
„Was glaubst du, was er tut, wenn er ihn zum Gott ausrufen lässt und feststellt, dass er vergeblich gehofft hat? Harry, denk einmal vernünftig, er wird sich umbringen!"
„Vielleicht hat er ja bis dahin seine Trauer überwunden", gab er schwach zurück und Hermione seufzte schwer.
„Oh bitte", rief sie sarkastisch aus. „Sie ihn dir an, der hat komplett den Verstand verloren. Das hier ist kein Spiel, in dem wir Rätsel lösen und auf einer Leiter weiter hoch klettern. Er wird seine Trauer nicht einfach überwinden, er klammert sich an seine Götter, wie alle in dieser Zeit und ich bin mir ziemlich sicher, dass er nicht weit vom Wahnsinn entfernt ist."
Harry schnalzte mit der Zunge.
„Ein Spiel ist es nicht, aber ein Traum. Du hast den Mann gehört, wir können die Vergangenheit nicht ändern. Wenn wir zurückkehren, wird er immer noch tot sein. Alle hier werden dann tot sein, weil wir im Jahr dreihundert- irgendwas vor Christus sind!"
Hermiones Unterlippe bebte, als sie Harry einen Blick zuwarf. Offenbar hatte sie diese winzige Tatsache vergessen und die Verzweiflung darüber, dass egal was sie hier tat, es nichts bessern würde, ergriff gerade von ihr Besitz.
„Dann wird er sterben", murmelte sie.
„Natürlich wird er das. Er ist kein Gott, er lebt nicht ewig."
Vorsichtig legte er eine Hand auf ihre Schulter, als ihr die Tränen kamen und sie sich in Harrys Arme warf. Unbeholfen strich er ihr über den Rücken und verfluchte sich dafür, dass er nicht bei Ron und dieser verdammten Gummischlange geblieben war. Vielleicht wäre Hermione alleine nicht gereist und dann hätte sie jetzt kein Elend mitangesehen, dass unabwendbar war.
Sie vergrub ihr Gesicht an seiner Brust und er strich ihr beruhigend durchs Haar, in etwa auf die gleiche Weise, wie der König durch das Haar des toten Mannes strich.
Harry bekam eine Gänsehaut.
Gerne hätte er etwas gesagt, was Hermione beruhigen würde. Sie kannte die Geschichte besser als er, und ihr musste doch klar sein, welche Schicksale es überall in der Welt gab. Es war tragisch und doch war es meist nicht abwendbar. Nicht zu vergessen, dass sie weder Alexander noch seinen Freund Hephaestion kannten. Harry hatte auch nicht den Wunsch verspürt, sie allzu genau kennenzulernen, denn das, was er bisher miterlebt hatte, reichte ihm. Er musste nur an den armen Arzt denken, der vermutlich nun sein Leben verwirkt hatte.

Harry fuhr erschrocken zusammen, als die Tür sich abermals öffnete und drei Männer eintraten. Sie richteten ihre Aufmerksam auf ihren König und schienen Hermione und Harry im ersten Moment schlichtweg nicht zu bemerken.
Der Mann der als erster den Raum betreten hatte, blieb ungläubig vor dem Bett stehen und starrte den toten Mann an. Harry erkannte ihn als keinen der Männer, die eben schon hiergewesen waren.
In seinem Gesicht spiegelte sich blankes Entsetzen, welches vermutlich kein häufiger Ausdruck von ihm war. Seine Miene war eisenhart, als wäre er es normalerweise nicht gewohnt, einen Ausdruck seiner Gefühle zu zeigen. Ebenso unpassend sah es nun aus.
„Kassander?", wisperte einer der Männer hinter ihm, stubste ihn kurz an und deutete auf Hermione und Harry, die wie erstarrt vor dem Bett standen und nicht wagten sich zu rühren.
Kassanders tiefdunkle Augen wandten sich ihnen zu und sofort schwand sein Entsetzen.
„Wer ist das? Alexander?" fragte er, warf einen Blick zu dem König, der jedoch mit keiner Miene zu erkennen gab, dass er um sich herum noch jemanden wahrnahm. Kassander wartete einen Moment, tauschte einen Blick mit seinen Männern, während Harry die Lippen fest zusammenpresste.
Sein Herz schlug erschrocken in seiner Brust. Der König hatte ganz offensichtlich den Verstand verloren, was ihnen zugute gekommen war. Aber diese Männer dort, sahen so aus, als wären sie bei voller Geisteskraft und als wüssten sie ganz genau, dass Hermione und Harry nicht in ihr Bild passte.
„Alexander! Lass ihn los!", sagte Kassander nun hart. Er trat um das Bett herum, an die Seite des Königs. Entschlossen packte er ihn am Arm und versuchte ihn von der Leiche wegzuziehen. Doch Alexander hielt den Körper so fest umklammert, dass dieser bei Kassanders Versuch über ihn rollte und reglos in Alexanders Armen liegen blieb. Kassander machte erschrocken einen Satz zurück und starrte auf den König, auf dem die Leiche seines Gefährten lag.
Es war deutlich zu sehen, dass sie Respekt vor den Toten hatten; und einen leblosen Körper im Bett herumzuwälzen war auch für Harry kein schöner Anblick. Und er hatte ihn nicht einmal gekannt. Was hier vor sich ging war gleichermaßen traurig wie auch grausam. Grausam mit anzusehen, wie der König den Verstand verlor, und dass niemand die Leiche abdeckte und ihnen den Anblick des toten Mannes damit ersparte.
„Alexander, werde vernünftig! Hephaestion ist tot, du musst ihn loslassen", versuchte Kassander es noch einmal, als er sich so weit wieder gefasst hatte. Ihm war anzusehen, dass er mit der Situation überfordert war und nicht wusste was, zu tun war. Harry jedoch war dankbar dafür, denn durch Kassanders Verzweiflung rief dieser die anderen beiden zu sich, um ihren König nun vermutlich gewaltsam von der Leiche loszureißen.
Für Harry bedeutete das eines:
Der freie Weg durch die Tür. Offensichtlich hatten sie ihre Anwesenheit damit ersteinmal vergessen oder sie schlichtweg als nicht wichtig genug eingestuft.
Entschlossen, das Folgende nicht mitanzusehen, umgriff er Hermione etwas fester und zog sie lautlos zur Tür, durch die sie dann im gleichen Moment entschlüpften, als Alexander haltlos aufschrie und alle um sich herum bei den Göttern verfluchte.
„Wohin?", fragte Hermione atemlos, als sie sich vor der Tür hastig umsahen. Sie hatten beide keine Ahnung, welcher Weg nach draußen führte. Der Palast indem sie sich befanden war riesig und prunkvoll ausgestattet.
„Ich glaube, dass ist völlig egal. Wo wir auch hinlaufen, werden diese stämmigen Bären rumlaufen und ich glaube, keiner von denen wird uns freundlich die Hand schütteln", murmelte Harry, wollte sich dennoch nach links wenden, als Hermione aufschrie und ein dumpfer Schmerz an seinem Hinterkopf explodierte und ihm in der nächsten Sekunde sämtliche Lichter ausblies…

„Harry? Harry! Komm schon, wach auf!"
Die Stimme drang durch eine nebligen Schleier zu ihm durch. Es dröhnte in seinen Ohren, und nur mit Mühe konnte er die Stimme als die von Ron identifizieren.
Harry stöhnte schwer, versuchte seine Augen zu öffnen, was ihm jedoch nicht einmal mit Mühe gelang.
Langsam sandte er eine Botschaft ein seinen kleinen Finger, der ihm den Wunsch sogar erfüllte und sich schwerfällig bewegte. Die restlichen Finger folgten nacheinander bis er es schließlich sogar schaffte, seinen gesamte Hand ein wenig zu heben. Von diesem Erfolg beflügelt, versuchte er sich noch einmal an der Aufgabe, seine Augen zu öffnen. Es war alle Kraft nötig, damit seine Lider sich flatternd hoben und er von der grellen Flut des Tageslichts geblendet wurde.
„Harry! Hermione, er ist wach!"
Jemand ergriff seine Hand und Harry blinzelte ein paar Mal, ehe er nun endlich die verschwommenen Umrisse seiner beiden Freunde über sich sah.
„Alles in Ordnung?", fragte er und war sich dabei selbst nicht sicher, ob er damit Hermione oder sich selbst meinte.
„Ja! Ja, Harry. Es ist alles gut. Es gab Probleme mit unserer Reise. Nachdem einer der Männer dir auf den Kopf geschlagen hat, bist du ohnmächtig geworden, und deshalb hat Mr. Bubble es nicht geschafft, dich aufzuwecken. Wir haben uns so große Sorgen gemacht!" Hermiones Stimme überschlug sich beim Sprechen und Harry hatte Mühe, ihr überhaupt zu folgen. Doch er war froh, sie zu hören. „Du hast zwei Tage lang geschlafen. Wir haben dich ins St. Mungos gebracht, aber sie sagt es gehe dir gut… Du müsstest nur aufwachen… Und da bist du!"
Anhand ihrer abgehackten Wörter erkannte er, dass sie wieder Tränen in den Augen hatte, und er lächelte leicht um zu zeigen, dass es ihm gut ging. Er sah zu Ron, der ihn amüsiert angrinste und dann zu Hermione, die sich mit einem Lachen eilig die Tränen aus den Augen wischte.
„Die Gummischlange war der absolute Wahnsinn. Direkt als ihr in die Blase eingestiegen seid, hat sie sich im Bein eines Zauberers verbissen! Stell dir vor wie er gekreischt hat, als seine Beine zu Gummi wurden!", erzählte Ron mit einem Grinsen. Harry konnte sich nicht ganz auf den Witz in dieser Geschichte konzentrieren, da sein Kopf mit so vielen Ereignissen gefüllt war. Um Ron zufrieden zu stellen, schenkte er ihm ein schwaches Grinsen und blickte dann wieder zu Hermione.
„Ist er tot?", fragte er dann. „Alexander? Nicht der Mann mit der Gummischlange."
„Man, natürlich ist er tot. Würde er noch leben, wäre er nun wirklich uralt!", erklärte Ron mit seiner üblichen Logik. Hermione hatte ihm anscheinend schon alles von ihrer Reise erzählt.
„Er starb nicht ganz ein Jahr später. Kurz nachdem ihm bewilligt wurde, Hephaestion als Halbgott zu verehren. Es wird vermutet, dass er entweder durch eine Vergiftung starb oder durch Trunksucht", sagte Hermione, die verstanden hatte, was er gemeint hatte. Harry schloss die Augen und nickte wortlos. Ihre Stimme klang bitter. Sie war sich sicher, dass sein Tod beabsichtigt war.
Harry wusste es nicht.
Doch er musste zugeben, dass er die Geschichte der Muggel nun aus einem anderen Blickwinkel sah. Er hatte sie immer nur halbherzig gelesen oder erzählt bekommen, aber niemals hatte er nur eine Sekunde daran gedacht, dass all das Leid tatsächlich geschehen war.
Vielleicht würde man eines Tages auch so von seinem Kampf mit Voldemort denken. Eine Tatsache, die nun einmal geschehen war, aber niemand würde sich noch das all das Grauen vorstellen können, welches tatsächlich geschehen war.