Aufgeflogen
***
„Und denk daran, sei richtig fies zu mir.", flüsterte Hermine zur Seite.
„Natürlich.", sagte Draco genauso leise zurück.
„Ich habe mir heute etwas ganz besonderes für euch ausgedacht. Eine Partnerarbeit. Ich möchte euch testen, wir gut ihr mit euren Sitznachbarn auskommt.", bei dem letzten Satz sah sie zu Draco und Hermine.
„Die hat es auf uns abgesehen.", flüsterte Draco.
„Die Frage ist nur, warum?"
„Letzte Stunde haben wir uns mit den Dementoren beschäftigt und heute haben wir für jedes Paar einen Irrwicht, der die Gestalt eines Dementoren angenommen hat. Ich möchte, dass jedes Paar diesen Dementor zurückschlägt, in die Flucht schlägt. Hat irgendwer noch Fragen? Ja, Miss Granger!?"
„Ich möchte ja jetzt nicht unhöflich erscheinen, aber funktioniert das eigentlich hier, in diesem kleinen Raum?"
„Nun, ich habe die Lizenz von eurem Schulleiter bekommen, dass ich die Große Halle benutzen darf."
„Und die ist in Ordnung?"
„Kann es sein, dass Sie versuchen, mir die Aufgabe auszureden?"
„Eigentlich ja."
„Und warum?"
„Weil ich sonst mit dem Frettchen arbeiten muss und das geht überhaupt nicht."
„Sie müssen sich damit abfinden, Miss Granger."
„Ich möchte aber auch nicht mit…mit diesem Schlammblut zusammenarbeiten."
„Sie sitzen aber nebeneinander…"
„Ja, weil Sie uns hier hin gesetzt haben.", sagte Hermine.
„Und so kommen Sie auch aus."
„Weil wir nicht zusammen arbeiten.", sagte Draco.
Die Klasse wurde immer verwirrter. Waren die beiden nun zusammen oder nicht? Sie blickten durch diese Beziehung nicht mehr durch. Pansy schien es aber zu gefallen und sagte:
„Professor Spy? Wenn Draco nicht mit Granger zusammenarbeiten will, könnte er mein Partner sein."
Dracos und Hermines Kopf schnellten zur Seite und sahen Pansy an. Sie versaute alles. Und der Gedanke mit Pansy zusammenarbeiten zu müssen, brachte Draco fast um.
„Nein, Sie sitzen nicht neben ihm. Wie schon gesagt, möchte ich wissen, wie die Sitznachbarn auskommen. Sie müssen dann mit Crabbe zusammenarbeiten. Nehmt bitte eure Zauberstäbe und geht runter in die Große Halle."
Die Schüler taten wie ihnen geheißen und marschierten hinunter.
„Hermine, was ist zwischen dir und Draco los?", fragte Harry leise.
„Parkinson und Spy."
„Nur deswegen streitet ihr?"
„Wir streiten nicht Harry. Nicht wirklich. Wir schauspielern."
„Ach so. Spy und Pansy sollen nicht wissen…"
„Eigentlich wollen wir Spy nur den Gedanken vertreiben, aber mit der Nummer von gerade eben hätte uns Pansy fast alles versaut."
„Alles klar."
„Sag aber niemandem etwas davon. Ron und Ginny dürfen es wissen, aber sonst niemand."
„Ok. Versprochen und ihr macht das echt gut."
„Danke, wir haben aber auch schon Jahrelange Erfahrung."
Die Schüler stellten sich mit ihren Partnern auf und warteten auf Spy, die ganz zum Schluss eintrat. Harry und Ron hatten sich neben Hermine und Draco gestellt. Spy schwang mit dem Zauberstab und aus der Tür, hinter dem Lehrertisch, flogen fünfzehn Kisten hinaus und landeten jeweils vor ein Paar.
„In jedem dieser Kisten befindet sich ein Irrwicht. Ich werde diese Kisten gleich alle gleichzeitig öffnen und Sie werden versuchen, diesen Dementor, zurückzuschlagen. Der Zauber lautet?"
„Expekto Patronum!", sagte Harry.
„Genau. Einer von Ihnen wird versuchen den Dementor in die Flucht zuschlagen, während der Andere aufpasst, dass dem Einen nichts passiert, danach wechseln wir. Noch irgendwelche Fragen? Nein? Ok."
Spy schwang wieder mit dem Zauberstab und ein lautes Klicken von allen Kisten war zu hören. Die Deckel flogen auf und der Irrwicht, in der Gestalt eines Dementoren, kam heraus. Alle Schüler duckten sich. Draco sah zu Hermine. Er hatte noch nie gegen einen Dementor gekämpft. Hermine sah seinen Blick und fühlte seine Ungewissheit. Sie machte ihm mit einem Zeichen klar, dass sie sich zuerst darum kümmern würde. Sie sah rüber zu Harry, der ihr mit einem Nicken sagte, dass sie anfangen sollte. Hermine und viele Andere hatten den Zauber in der DA von Harry gelernt. Ihr wurde kalt und ein komisches Gefühl, machte sich in ihrem Körper breit. Schnell hob sie den Zauberstab und rief:
„Expecto Patronum!" Kurz leuchtete ihr Zauberstab auf, erlosch aber dann wider. Hermine fluchte halblaut. Dieser Zauber, war der Einzige, den sie nie wirklich hin bekommen hatte. Draco sah sie panisch an. Hermine schüttelte mit dem Kopf und erwiderte den Blick ihres Freundes. Plötzlich fiel ihr etwas ein. Harry hatte mal gesagt, man muss sich an etwas ganz schönes erinnern, und das tat sie jetzt auch. Noch einmal hob sie den Zauberstab und rief den Zauber. Ein weißer Lichtstrahl schoss aus ihrem Zauberstab und verformte sich schnell zu einer Robbe. Ihre volle Aufmerksamkeit galt der Robbe und dem Irrwicht. Bald gab er nach und Hermine drängte ihn zurück in die Kiste.
Spy verfrachtete auch alle anderen, bis auf den von Harry, zurück in die Kiste.
„Partnertausch."
Draco sah zu Hermine, die ihn in eine Ecke drängte und sagte:
„Bleib komplett locker und denk an was Schönes. Dieser Zauber ist eigentlich noch gar nicht ab unserem alter. Du packst das schon. Viel Glück!"
Draco stellte sich vor die Kiste und wartete. Auf einem Klick öffnete sich der Deckel und wieder stieg der Irrwicht hinauf. Draco starrte die Kreatur an und konnte sich nicht mehr bewegen. Hermine lief zu ihm, konnte aber auch nichts im Geringsten machen. Irgendetwas stimmte dort nicht. Sie versuchte Draco wegzuzerren, doch er schien wie auf dem Boden festgewachsen zu sein. Schweiß trat in ihr Gesicht. Sie hatte Angst. Angst um Draco. Auch wenn es nur ein Irrwicht war, konnte er gefährlich werden.
„Draco, komm schon, beweg dich! Draco!"
Der Irrwich kam im näher und näher. Fast berührte er das Gesicht von dem Jungen. In diesem Moment war es Hermine egal, dass Spy dort stand.
„DRACO!"
Alle Schüler drehten sich zu ihr um. Harry und Ron kamen an, versuchten zu helfen. Doch auch Ron bekam Draco nicht weg und Harry konnte auch keinen Patronus heraufbeschwören.
Hermine holte noch einmal tief Luft und rief:
„DRACO, KOMM SCHON! DRACO!!!!!!!!"
Es schien als ob ein unsichtbarer Faden gerissen wäre. Der Irrwicht flog zurück in seine Kiste und Hermine verlor mit Draco das Gleichgewicht. Das Mädchen setzte sich zitternd auf. Sie sah zu Draco der zitternd am Boden lag. Sie nahm ihn ein Stück hoch und legte ihn gegen ihren Körper. Draco schien Ohnmächtig zu sein. Sie hielt seine Hände und versuchte, dass zittern zu bekämpfen.
Alle anderen Irrwichte waren wieder zurück in ihren Kisten und die Schüler standen um sie herum.
„Du meine Güte, was ist passier?" Spy kam auf Hermine zugeeilt. Langsam legte das Mädchen ihren Freund auf den Boden. Ganz ruhig stand sie auf, ging auf Spy zu und dann platzte sie.
„Haben Sie auch nur die leiseste Ahnung, was Sie getan haben? Sie haben ihren Schüler gefährdet! Das würde so gar für einen Aufenthalt in Askaban reichen! Dumbledore mag Ihnen zwar vertraut haben, aber ich habe gewusst, dass das mit Dementoren nicht gut geht. Obwohl ich nicht glaube, dass sie so einfach die Genehmigung von Dumbledore bekommen haben. Schauen Sie sich Draco mal an! Irgendetwas müssen Sie doch mit bekommen haben?! Alle standen hier! Und Sie haben nichts mitbekommen? Hallo! ..." Hermine musste Luft holen und Spy, so schien es, hatte nichts anderes zu tun, als zu lachen. Ja, sie lachte. Hermine traute ihren Augen nicht.
„Hallo? Was lachen Sie so?"
„Also doch!"
„Was?" Die Frage war überflüssig. Hermine wusste, was sie gemeint hatte und im selben Moment, hätte sie sich selber eine Ohrfeige verpassen können. Daran hatte sie in der Aufregung nicht mehr gedacht. Jetzt kannte Spy die Wahrheit über Hermine und Draco. Sie hörten ein leises Stöhnen und drehten sich um. Draco kam langsam zu sich und versuchte sich aufzusetzen. Sofort saß Hermine neben ihm und gab ihm Hilfestellung. Mit ihrer Hilfe schaffte er es auch, sich hinzustellen. Mit zitternden Beinen ging er auf Spy zu und sagte, so laut, wie es möglich war:
„Sind Sie zufrieden?"
„Bitte? Oh ja, Sie haben das echt alle super gemacht."
„Ich glaube, Draco meinte etwas anderes.", sagte Hermine.
„Entschuldigen Sie, aber ich weiß nicht wovon Sie sprechen. Natürlich tut mir Ihr Unfall sehr leid.
Ok, die Stunde ist beendet, Sie dürfen gehen."
Hermine nahm Draco am Arm und begleitete ihn nach draußen. Sie setzte sich mit ihm auf die Treppe und wartete bis alle weg waren.
„Darco, geht es wieder?"
„Nicht wirklich."
„Hier", sagte Harry und hielt ihm ein Stück Schokolade hin, „das hilft! Glaub mir!"
Draco nahm es dankend an und biss rein. Mit jedem Bissen, fühlte er sich wärmer.
„Hör zu Draco, dass kann so nicht weiter gehen. Ich werde mit Dumbledore sprechen!", sagte Hermine. „Spy weiß es jetzt eh und vor Dumbledore muss man sich nicht fürchten."
„Es war alleine meine Schuld, was da passiert ist."
„Nein, dass war es nicht. Es sollte zwar so aussehen, aber glaub mir Draco, so war das nicht. Es war ein ganz fauler Zauber."
„Woher…?"
„Du, Harry und ich, wir wollten alle einen Patronus heraufbeschwören konnten aber noch nicht einmal einen Zauber aussprechen und du warst wie am Boden festgewachsen."
„Ah… Das Trio und Mr. Malfoy.", sagte eine vertraute Stimme. Hermine sprang auf und sagte:
„Professor,… Professor Spy hat einen Schüler in Gefahr gebracht."
„So und wie?"
„Mit einem Zauber!"
Auf Dumbledores fragenden Blick erzählte Hermine die ganze Geschichte. Der alte Mann hörte aufmerksam zu und nickte hier und da. Als Hermine geendet hatte nickte er abermals und sagte:
„Miss Granger, Sie haben Recht. Danke für diese Information."
„Aber woher willst du wissen, ob das ein Zauber war?", fragte eine nicht so beliebte Stimme.
„Casey, ich bin alt und gut genug um einen Zauber zu erkennen. Ich weiß mehr über solche Dinge, als es mir lieb ist!"
„Miss Granger hat Recht. Wenn man Schülern in dieser Hinsicht vertrauen kann sind es Mr. Potter, Mr. Weasley und Miss Granger!"
„Aber Sie waren nicht dabei. Warum glauben Sie sie denn dann? Sie könnten genauso gut für Malfoy lügen!"
„Sie waren auch nicht dabei, Miss Sasori!"
Beleidigt zog Casey vom Acker. Dumbledore nickte noch einmal anerkennend und verschwand.
„War das nötig?", fragte Draco.
„Oh ja, komm ich bring dich runter."
Hermine nahm Draco und brachte ihn runter in den Gemeinschaftsraum der Slytherins. Bevor Draco aber hinter dem Bild verschwand kam er noch mal auf Hermine zu und küsste sie.
„Danke."
„Kein Problem."
***
„Sie sind zusammen."
Eine völlig aufgeregte Frau hüpfte hin und her. Ihr Mann und ihre Tochter sahen ihr dabei zu.
„Sie sind zusammen!", rief sie fröhlich.
„Was ist daran so toll?", fragte ihr Mann gereizt.
„Wir haben es geschafft, wir bekommen den Lohn."
„Lohn wofür? Um den Lord zu bestätigen, dass ein Verräter in unseren Reihen sitzt?"
„Und dann auch noch Draco. Muuuuuuuum… Das ist so unfair!"
„Hört mal, ich kann da nichts für, also freut euch für das, wofür man sich freuen kann."
„Du wirst übrigens bald ärger bekommen!"
„Was ich?"
„Das Schlammblut hat gesungen!"
„Das ist nicht wahr."
„ Oh doch, sie scheint sich wirklich in Draco verliebt zu haben!"
„Verdammt! War ich zu hart?"
„Nicht anders, wie ich auch, Schatz!", sagte ihr Mann.
„Ich würde sagen ja. Das Schlammblut kannst du so fertig machen, aber doch nicht Draco."
„Irgendwie musste ich es doch machen. Ich wusste, wenn sie sich wirklich verliebt hat, würde sie vor nichts zurück schrecken, wenn ihr Liebling in Gefahr ist."
***
Schon früh am Morgen klopfte Hermine an das Portrait der Slytherins. Natürlich machte niemand anderes auf als Pansy. Gerade eben noch war Hermines Laune ganz oben gewesen und von jetzt auf gleich befand sie sich am Tiefpunkt.
„Was willst du Schlammblut?"
„Draco!"
„Er ist nicht da."
„Das glaube ich dir nicht!"
Hermine quetschte sich an ihr vorbei und betrat den Gemeinschaftsraum. Kein Draco. Trotzdem wusste sie, dass er hier sein musste. Sie beschloss, da sie nicht in die Schlafsäle von den Jungs kam, auf dem Sofa zu warten. Pansy starrte sie mit offenem Mund an. Das Mädchen konnte nicht verstehen, wie ein normales Gryffindormädchen dies tun konnte. Als sie gerade ihren Senf dazu geben wollte, öffnete sich eine Tür und ein blonder Schopf kam zum Vorschein. Hermine sprang auf und viel ihrem Schatz um den Hals. Sie wollte ihm gerade einen Guten- Morgen-Schmatzer verpassen, als er den Kopf zur Seite drehte. Hermine verstand nichts mehr. Was war mit ihm los? War er sauer?
„Draco?"
„Geh…", sagte der Junge, immer noch mit dem Kopf gesenkt.
„Nein!"
„GEH!"
„Ich weiß, dass etwas nicht mit dir stimmt und ich werde nicht eher gehen, bis das du mir erzählt hast, was los ist."
Draco hielt den Kopf immer noch gesenkt, doch seine Schultern fingen an zu beben. Sein ganzer Körper zitterte und er war kurz vor einem Zusammenbruch. Hermine reagierte sofort und setzte ihn auf das Sofa und wartete eine Zeit, wobei sie ihm jedoch nicht von der Seite wich. Pansy versuchte mit allen Mitteln Hermine von ihm zu zerren oder sie zu vergraulen, doch Hermine hielt stand und blieb bei ihrem Freund.
„Draco… Was ist los? Komm schon, du kannst es mir sagen…"
„Er kann dir gar nichts sagen! Das wird doch sofort weiter erzählt zu Potter und Weasley!", zischte Pansy.
„Pansy!", schrie Hermine, „Halt den Mund! Draco? Hey…"
Hermine nahm seine Hände vom Gesicht und erschrak. Hatte er die ganze Nacht durch geweint? Natürlich konnte sich Pansy ein Lachen nicht verkneifen und blitzschnell drehte Draco den Kopf zur Seite. Diesen Anblick tat Hermine weh. Wie konnte ein Mensch nur so gemein sein? Und dabei war sie mal die Freundin von ihm gewesen!
„Draco, komm schon. Du musst das nicht verstecken, dass weißt du doch! Nicht vor mir! Draco…"
Immer noch schaute Draco zur Seite und machte keine Anstalten etwas zu sagen oder sich zu rühren. Hermines Augen füllten sich nun auch mit Tränen. Ihr tat Draco so leid und dann gab es ja auch noch Pansy.
„Pancy, geh bitte!", sagte Hermine in einem freundlichen Ton.
„Was? Ich? Du solltest eher verschwinden, Granger, denn du bist hier ganz falsch."
„Nicht mehr falsch, wie du hier bist."
„Was? Ich bin eine Slytherin!"
„Ja und ich Dracos Freundin! Nun geh, bitte."
Pansy wäre nicht Pansy, wenn sie jetzt gegangen wäre. Nein, sie setzte sich auf den Tisch und schlug die Beine übereinander.
„Bist du taub, Parkinson?"
„Nein, du?"
Hermine sprang auf und raste auf Pansy, die im letzten Moment aufsprang, los. Erschrocken sah sie Hermine an und machte dann eine Fliege. Hermine drehte sich wieder zu Draco und setzte sich.
„Draco… Sag es mir und schau mich an. Ich kann das nicht ertragen!"
Nein, Draco blieb stur. Hermine beugte sich, bis zu seinem Ohr vor und flüsterte:
„Draco? Ich liebe dich!"
Eine wohlige Wärme machte sich, bei dem Klang der Wörter, in Draco breit. Langsam drehte er seinen Kopf und erwiderte ihren Blick. Ein kleines Lächeln umspielte seine Lippen und ohne etwas zu sagen, ohne jede Vorwarnung, schloss er mit seinen Lippen ihre. Hermine fühlte sich gleich viel besser, weil sie wusste, dass es Draco wieder etwas besser ging. Ihr war es egal, dass sie im Gemeinschaftsraum der Slytherins saßen und das Pansy oder irgendein anderer jeden Moment herein kommen könnte. Ja, sie ging sogar von der Gefahr aus, dass Snape den Raum betreten konnte, aber Hermine wollte nicht, dass es aufhört. Es war anders. Wie und warum, konnte sie nicht erklären, aber sie fühlte es. Plötzlich hielt Draco inne und sah Hermine, die ihre Augen öffnete, an. Hermine sah in seinen Augen treue, die sie nie bei einem Anderen gesehen hatte.
„Hermine…", flüsterte Draco.
„Ja?"
„Ich…"
Die Tür flog auf. Das Mädchen und Draco rutschten ein paar Sekunden zu spät auseinander.
„Miss Granger, was haben sie im Gemeinschaftsraum der Slytherins zu suchen?"
„Ich…"
Ja, wie sollte sie es erklären? Die Wahrheit? Nein, nicht bei Snape! Aber eine Notlüge viel ihr nicht ein. Ertappt senkte sie den Kopf und hoffte, dass es bald vorbei war.
„Nun?"
„Es ist meine Schuld, Professor!"
„Mr. Malfoy? Sie?"
„Ja, ich habe Hermine hereingelassen."
Die Genannte sah auf und blickte zwischen Snape und Malfoy hin und her.
„Nun Miss Granger, stimmt es?"
Hermine sah Draco an. In seinen Augen und Gesicht konnte sie ablesen, dass er wollte, dass sie mitspielte, aber sie kannte die Strafen von Snape nur zu gut und bevor Draco, wegen ihr, Strafarbeiten bekam, sagte sie doch besser die Wahrheit.
„Ich…nein!"
„Was?", fragte Draco erschrocken.
„Ich habe mich an Pansy vorbei und hier rein gequetscht. Ich wollte zu Draco, um ihm etwas mitzuteilen."
„Und darf man fragen was?"
„Nein! Bitte!"
„Wenn Sie es mir nicht sagen, dann muss ich annehmen, dass Ihre Nachricht, dass war, wovon ich Sie, so leid es mir tut, gestört habe.", sagte Snape in seinem unverwechselbarem Ton.
„Nein, dass war es nicht." Hermine entschloss sich doch für eine kleine Lüge. „Ich wollte ihm nur sagen, dass er heute um drei zur Einganshalle kommen soll!"
„Gut, dass haben Sie ja und jetzt verlassen Sie bitte, auf der Stelle, den Gemeinschaftsraum!"
„Ja, natürlich!"
Hermine sprang auf und rannte hinaus. Innerlich fluchte sie. Ausgerechnet jetzt musste Snape auftauchen. Die ganze Zeit hatte er kommen können und dann, als es ganz schlecht war…
Hermine knurrte. Wie sie Snape hasste. Und was würde sie jetzt tun? Eigentlich hatte sie ja vorgehabt mit Draco raus zugehen, aber das konnte sie jetzt erstmal vergessen. Harry, Ginny und Ron lagen noch im Bett, weil es Samstag war.
***
„…Ich habe Ihnen doch gesagt…"
„Ich will die Wahrheit!"
„Es ist die Wahrheit!"
„Zwingen Sie mich nicht Okklumentik einzusetzen!"
„Das tu ich auch nicht, aber Sie glauben mir nicht!"
„Was war hier los?"
„Gar nichts! Ich kam rein und da saß sie schon hier und wurde von Pansy bewacht und dann sind Sie gekommen! Wirklich!"
Ein Räuspern war zu hören und Snapes Kopf schnellte zu einem Portrait.
„Ja?", fragte er ziemlich genervt.
„Der Schulleiter verlangt nach Ihnen. Sofort!"
Snape nickte und sah ein wenig enttäuscht hinunter zu Draco, dann verließ er den Raum.
Erleichtert ließ sich Draco zurück in die Kissen sinken und atmete tief ein.
***
Hermine sah Snape in einem Gang verschwinden und rannte hinunter in die Kerker.
Keine zwei Minuten später saß sie auf dem Schoß von Draco, der ihr alles erzählte. Hermine kannte nur eine Antwort: Kopfschütteln. Wie konnten Menschen nur so neugierig sein?
„Lust auf einen Spatziergang?"
