NEUN
Remus klopfte und fast augenblicklich wurde die Tür von innen aufgerissen.
„Hey", rief Tonks ihm freudestrahlend entgegen. Ihre Haare waren heute wieder blau und standen in kurzen Strähnen wild von ihrem Kopf ab.
„Hallo", sagte Remus sanft lächelnd.
Er trat ein und sie standen sich für eine Weile unsicher im Raum gegenüber.
„Ich hab dir etwas mitgebracht", sagte er unvermittelt als die Stille zu lang zu werden drohte.
„Schokodrops?", fragte sie zwinkernd und er musste unwillkürlich grinsen.
„Nein… ich meine… auch… aber", er war irritiert, weil Tonks gerade wieder ihre Zähne in ihre Unterlippe vergraben hatte, was für gewöhnlich einen flapsigen Kommentar ankündigte.
„Nun… was immer es ist, du hast es gut versteckt", sagte sie, sein Zögern nutzend und deutet auf seine leeren Hände.
Er fuhr sich unbewusst durchs Haar. „Ich hab dir im Garten vor dem Haus eine Blume gepflückt", meinte er schließlich, „aber es war dunkel und ich hab keine Ahnung von Pflanzen also hoffe ich, dass ich nicht zufällig eine erwischt hab, die irgendeine komische Botschaft transportiert."
Tonks musste lachen und die Muskeln in Remus' Nacken entspannten sich etwas.
„Nun, du hast Glück, denn wenn sie sie nicht in großen Buchstaben auf die Blätter geschrieben hat, werde ich keine Botschaft aus ihr lesen können."
Remus musste grinsen.
„Du hast sie aber nachwachsen lassen, oder?"
„Sicher", sagte er schnell und folge Tonks, die gerade ein Glas mit Wasser füllte, in die Küchenecke. Remus griff in die Tasche seines Umhangs und zog vorsichtig die einzelne Blume hervor. Zu seiner Verwunderung fing Tonks wider an zu lachen.
„Was ist so witzig", frage er irritiert und musterte die kleinen Fältchen, die sich um Tonks Augen gebildet hatten.
„Das ist eine Lupine", sagte sie immer noch lachend und nahm ihm die Blume ab, „das hast du doch mit Absicht gemacht."
Remus zog erstaunt die Augenbrauen hoch, „ich hatte keine Ahnung."
„Du hast aber gewusst, dass es eine Pflanze gibt die so hießt, oder?"
Remus dachte für einen Moment nach, „ja schon… aber ehrlich gesagt, hab ich immer nur die Assoziation mit dem Wort Lupus hergestellt. Dem Tier nicht der Krankheit", fügte er nach kurzem Zögern noch hinzu.
Er folgte Tonks, die immer noch kichernd durch den Raum ging und sich auf das Sofa setzte. Sobald auch er sich gesetzt hatte, rutschte sie dichter an ihn heran und legte einen Arm um seinen Nacken. Ihre Münder trafen sich behutsam und für einen Moment genoss er den süßen Geschmack ihrer Lippen zwischen den seinen.
„Ich hab auch ein Gewächs für den heutigen Abend besorgt", sagte Tonks schelmisch grinsend und zog mit spitzen Fingern ein kleines Tütchen aus ihrem BH.
Remus lächelte milde und musterte Tonks Gesicht, das irgendwo zwischen schnippischem Selbstbewusstsein und nervöser Verunsicherung schwankte.
„Wie lange hält die Wirkung davon eigentlich", fragte Tonks leise.
„So zwei Stunden", sagte Remus sachlich.
Tonks biss sich wieder auf die Lippe, „und bist du ein so ausdauernder Liebhaber, dass wir deswegen bis kurz vorher warten sollten?"
Remus zog nur skeptisch die Augenbrauen hoch und erwiderte Tonks' schelmischen Blick. Sie hatte bereits das Tütchen aufgerissen und eines der hauchdünnen Blättchen hervorgeholt.
„Mund auf!", befahl sie und sah ihn durchdringend an.
Remus atmete schwer ein. „Du bist sicher, dass du das willst?", fragte er langsam.
Tonks rollte genervt mit den Augen nach oben.
„Ok, ok", meinte Remus beschwichtigend und öffnete den Mund. Sie legte das Blättchen auf seine Zunge, wo es sich langsam auflöste. Mit raschen Bewegungen tat er es ihr gleich und legte ihr das zweite Blättchen in den Mund. Anschließend ließ Tonks ihren Kopf an seine Brust sinken und sie verfielen für einen Moment in Schweigen.
„Wie lange müssen wir warten?", flüsterte sie nach einer Weile gegen seine Brust.
„Etwa zehn Minuten", erwiderte er, „aber nur bis zur eigentlichen Penetration, wir können vorher schon andere Sachen machen."
Ihr Kopf erhob sich von seiner Brust. „Ich glaub bei meinem ersten Mal hat es insgesamt weniger als zehn Minuten gedauert", sagte sie während auf ihrer Stirn eine tiefe Falte erschienen.
Remus musste wieder lachen und ließ seine Hand liebevoll über Tonks' Rücken gleiten. Sie war so süß. Er konnte es einfach nicht anders beschreiben. Ihre Art, die Dinge so auszusprechen, wie sie ihr gerade in den Kopf zu schießen schienen, die tiefe Unsicherheit, die sie mit übersteuertem Selbstbewusstsein zu übertünchen versuchte und bei allem ihre unerschütterliche Fröhlichkeit und Unbekümmertheit, mit der sie sich jedem neuen Abenteuer entgegen zu werfen schien.
Seine Hand war auf einmal in ihrem Haar und sein Daumen fuhr über ihre Wange. Sie sah aus großen, blauen Augen zu ihm hoch und nahm schließlich seine Hand in die ihre. Langsam stand sie auf und ließ seine Hand erst los, als der Abstand zwischen ihm auf dem Sofa und ihr auf dem Weg zur Leiter des Bettes zu groß geworden war. Die Bretter über ihm quietschten leise als Tonks die Stufen erklomm. Remus saß für einen Moment unschlüssig auf dem Sofa und starrte in den leeren Raum.
„Kommst du?", kam Tonks' kokette Stimme von oben. Remus schlüpfte aus seinen Schuhen und legte seinen Umhang über die Lehne des Sofas. Dann erklomm er die Leiter.
Tonks saß auf der anderen Seite des Bettes, das vom gelben Licht einer Lampe erleuchtet wurde, und schaute schüchtern zum Fußende als er die oberste Sprosse erreichte. Die Decke war hoch genug um aufrecht zu sitzen, trotzdem fühlte er sich unwillkürlich an eine Höhle oder einen der Geheimgänge in Hogwarts erinnert. Er kroch auf allen Vieren langsam zu Tonks hinüber und spähte kurz über die kleine Balustrade hinunter ins Zimmer.
„Ganz neuer Blickwinkel", meinte er trocken und lächelte vage.
Tonks' Finger waren schon in seinem Haar. Ihr Lächeln war warm und erstreckte sich über ihr ganzes Gesicht.
„Bist du nervös?", fragte Tonks leise.
„Wegen des Kontrollverlusts beim letzten Mal?"
Tonks nickte sanft.
„Nein", sagte Remus entschieden, „das passiert heute nicht, versprochen." Und er war sich wirklich sicher damit. Diesmal war Neumond.
„Und bist du aus anderen Gründen nervös?", fragte Tonks behutsam.
Remus fand die Frage äußerst merkwürdig und musste unabsichtlich leise schnaubend die Luft ausstoßen.
„Müsste ich das nicht fragen?", sagte er sanft und ließ seine Finger dabei Tonks' Arm hinaufwandern, „Warum sollte ich denn nervös sein?"
Tonks Augen schwangen einen Moment zur Decke, als würde sie scharf nachdenken. „Naja", sagte sie langsam, „weil ich alles, was noch kommen wird, für immer mit dieser Nacht vergleichen werde."
Remus' Finger stockten abrupt an Tonks' Ellenbogen und sie brach in schelmisches Gelächter aus.
„Nur keinen Druck", meinte Remus nüchtern, was Tonks nur noch lauter lachen ließ. Der glockenhelle Klang ihrer Stimme hatte etwas ungemein Befreiendes und so zogen sich auch Remus' Mundwinkel immer weiter auseinander während er das Funkeln in ihren Augen und die weißen Zähne, die wieder keck auf ihre Unterlippe bissen, beobachtete. Als ihr Lachen langsam verklang, blieben ihre Augen an seinem Gesicht hängen. Ihre Hand war wieder in seinem Haar als sie sich langsam zu ihm beugte und mit ihren Lippen sanft seinen Mund berührte.
Remus begann mit seinen Händen behutsam über ihren Rücken zu fahren und sie zärtlich zu küssen. Nach und nach rutschte sie näher zu ihm heran und er konnte spüren, wie sich die Muskeln in ihren Schultern immer weiter entspannten. Er ließ ihr Zeit, beschränkte den Weg seiner Hände auf ihren Oberkörper und küsste sie lange und einfühlsam auf Lippen und Hals. Irgendwann ließ sie sich in die Kissen sinken und zog ihn sanft mit sich. Ihre Hände begannen unsicher seinen Körper zu erkunden bis sie schließlich die Knöpfe an seinem Hemd fanden. Nach weiteren Minuten ausgiebiger Streicheleinheiten über ihren Körper, half er ihr bedächtig aus dem T-Shirt und achtete diesmal auch darauf, ihr Höschen beim Herunterziehen der Jeans unangetastet zu lassen.
Als er ihre Füße aus den Hosenbeinen und von den Socken befreit hatte und wieder zu ihr hochrutschte, bemerkte er, dass ihre Hände wieder leicht zu zittern begonnen hatten. Trotzdem lächelte sie ihn unverwandt an und drehte sich leicht zur Seite, damit er den Verschluss an ihrem BH erreichen konnte. Er löste die Schnalle mit einer Hand und musterte sie lächelnd, die Arme links und rechts neben ihrem Körper abgestützt, für einen Moment.
„Willst du sie größer?", Tonks' Stimmer zitterte wie Espenlaub und ihr Blick huschte fieberhaft zwischen ihren Brüsten und seinem Gesicht hin und her. „Oder kleiner? Oder anders… oder etwas anderes an meinem Körper, ich kann..." Sie brach ab als er unwillkürlich grinsen musste und wirkte nur noch nervöser.
„Entspann dich", sagte er ruhig und streichelte sanft ihr Gesicht. „Das ist das Wichtigste… dass du dich entspannst."
Remus legte sich neben sie in die Kissen und begann wieder zärtlich über die Haut ihrer Arme und ihres Bauches zu streichen. Irgendwann schloss Tonks die Lider und ihr Gesicht nahm einen Ausdruck von wohliger Zufriedenheit an. Langsam erweiterte er die Kreise, die seine Hand auf ihrer Haut zog und beobachtete dabei kritisch die Reaktion in ihrem Gesicht. Ihre Brust hob und senkte sich zunehmend stärker.
Nach einer Weile öffnete sie wieder die Augen und streckte die Finger nach seinem Gesicht aus. Remus schob sich über sie und begann sie wieder zu küssen. Seine Hände wanderten nun etwas energischer über ihre Haut und streiften dabei auch gelegentlich den dünnen Stoff in ihrem Schritt. Tonks Finger in seinem Haar zogen ihn immer verlangender auf ihre Lippen und auch ihr Becken reckte sich sukzessive eindeutiger seiner Hand entgegen.
Als der Stoff unter seinen Fingern durchtränkt von Nässe war, löste sich Remus von ihren Lippen und legte seine Hände abermals links und rechts an Tonks Hüfte. Nach einem kurzen Blick in ihr scheu lächelndes Gesicht, entfernte er das letzte Stück Kleidung von ihrem Körper.
Mit gesenktem Blick betrachtete er für einen Moment ihre Blöße und öffnete gleichzeitig sanft ihre Schenkel. Er roch die Feuchtigkeit ihres Schoßes und spürte sofort wie seine Männlichkeit gegen seine Hose drückte. Er wollte noch mehr von diesem Duft kosten, wollte wissen ob sie wieder nach dieser unglaublichen süß-salzigen Mischung schmecken würde und seine Zunge in ihr versenken. Langsam sank sein Kopf zwischen ihre Beine und ihr Körper erschauderte leicht als sein heißer Atem sie traf.
Sie schmeckte noch besser als in seiner Erinnerung. Immer gieriger tastete seine Zunge nach ihrem Saft. Für einen Moment verlor er sich in dem Gefühl ihrer heißen Lippen, die seine Zunge so verlangend teilte und ihrem Geruch, der in seine Nase stieg und alles benebelte, was er sonst Verstand nannte. Sein Atem ging schwer und seine Hände zogen ihr Becken gierig an sich.
Er blickte auf, sah wie sie ihn erstaunt, fast unbeteiligt interessiert musterte und riss sich mühsam von ihr los um auf ihre Augenhöhe zurückzukehren. Er wollte sie küssen doch ihr Kopf zuckte unwillkürlich zur Seite.
„Weißt du wo du mit diesen Lippen gerade warst?", fragte sie spitz und lachte nervös. Er fuhr sich rasch mit dem Handrücken über den Mund und legte sich wieder neben sie. Seine Hand fand ihren Schoß und tastete sanft in dem feuchten Idyll zwischen ihren Schenkeln. Ein wohliger Schauer lief über Tonks' Gesicht und sie schlang einen Arm um seinen Hals. Während seine Finger langsam vordrangen, begann sie ihn zu küssen.
Sie war eng, doch ihre Muskeln entspannten sich peu à peu, so dass sein Mittelfinger bald Gesellschaft durch seinen Zeigefinger erhielt. Auch ihr Atem ging nun wieder schneller und ihre Augen schlossen sich von Zeit zu Zeit, immer dann, wenn sie gleichzeitig heftig die Luft einsog. Remus musterte ihr Gesicht und fragte sich gerade, ob er sie mit seinen Fingern zum Orgasmus bringen sollte, als ihre andere Hand seine Hose streifte und er überrascht zusammenzuckte. Ihre Augen waren wieder offen und schienen nun sein Mienenspiel zu analysieren. Es fühlte sich gut an was sie tat, auch wenn ihre schwachen Finger etwas zu zittern schienen. Er erhob sich leicht um ihr entgegenzukommen und sie begann an seinem Gürtel zu nesteln.
Sie brauchte lange um ihn aus Hose und Unterhose zu befreien und strich danach unsicher über seinen Schaft, zu sanft um ihn wirklich stark zu erregen. Sie schien die Reaktion in seinem Gesicht gedeutet zu haben, ließ von ihm ab und versenkte stattdessen ihre Hände wieder in seinem Haar um ihn wieder an ihre Lippen zu ziehen.
Langsam sank Remus zwischen ihre Beine. Seine Augen hingen an Tonks' Gesicht, beobachteten jede Regung während sie unablässig lächelnd in sein Gesicht sah. Als er in sie drang schlossen sich für einen Moment ihre Augen und er verharrte in der Bewegung. Doch schnell öffneten sich die Lider wieder und sie blickte erwartungsvoll zu ihm hoch. Er begann sich langsam in ihr zu bewegen. Ihr Atem wurde schnell heftiger und auch ihre Finger fuhren energischer über seinen Rücken und gruben sich in sein Fleisch.
Remus beobachtete ununterbrochen ihr Gesicht, verfolgte wie sich ihr Mund langsam immer weiter öffnete und sich ihr Gesicht mit den inzwischen geschlossenen Augen in stiller Erregung immer weiter verzerrte. Eine Strähne ihres blauen Haares war ihr in die Stirn gefallen und wippte im Rhythmus seiner Bewegung. Plötzlich sog sie laut die Luft ein und trieb ihre Fingernägel schmerzhaft in seine Schulterblätter. Er verlor das Gleichgewicht als sie ihn an sich zog und schaffte es nur im letzten Moment, die Wucht des Aufpralls auf ihrem schlanken Körper etwas abzufangen. Er hörte ihr wimmerndes Stöhnen direkt neben seinem Ohr und spürte die letzten Ausläufer der Schockwelle, die durch ihre Muskeln gelaufen war.
Behutsam zog er sich aus ihr zurück und legte sich neben sie. Ihre Augen waren immer noch geschlossen und in ihrem hübschen Gesicht stand ein Ausdruck tiefster Zufriedenheit. Als er ihr eine Strähne aus der Stirn strich, musste er unwillkürlich leise lachen.
„Was?" Sie klang erschrocken, fast verängstigt.
„Deine Spitzen sind schwarz angelaufen", sagte Remus breit grinsend.
„Was?" sie versuchte mit verwirrten Gesichtsausdruck und schielenden Augen die Farbe ihrer Haare zu erkennen.
„Wusstest du nicht, dass das passiert?"
Tonks fing nun auch an zu lachen, „Woher denn, ich guck ja dabei nicht in den Spiegel." Immer noch musterte sie leicht schielend ihre Haare, „sie werden schon wieder blasser… aber gut zu wissen, dass vortäuschen schwierig wird."
Remus brach neuerlich in einen schnaubenden Lachanfall aus und zog Tonks dabei fast automatisch an seine Brust und schloss seine Arme um sie. Für einen Moment genoss er, wie sich ihr Brustkorb sachte gegen den seinen hob und senkte. Dann neigte er leicht seinen Kopf, so dass seine Nase zwischen den wilden Strähnen ihres kurzen Haares verschwand und schloss die Augen.
„Danke", sagte Tonks nach einer Weile leise, „das war perfekt." Sie löste sich etwas aus seiner Umklammerung und schob sich auf seiner Brust hinauf um einen sanften Kuss auf seine Wange zu hauchen. Die Stille wurde zu lang, das konnte er spüren. Und noch immer hatte er nichts erwidert. Sein Blick schwang unsicher über ihre geschlossenen Augen, ihr erschöpftes aber glückliches Gesicht und ihren zerzausten Haarschopf.
„Ja, fand ich auch", sagte er leise und befürchtete gleichzeitig, dass seine Stimme zu steif klang. Doch bei seinen Worten wurde Tonks' versonnenes Lächeln noch eine Spur breiter.
„Willst du, dass ich gehe?"
„Nein", sagte sie verträumt, „bitte bleib."
Als Antwort küsste er sanft ihre Stirn. Nachdem Remus das Licht gelöscht hatte wurde ihr Atem bald gleichmäßiger und tiefer. Er beobachtet noch lange ihr Gesicht, fasziniert von der unglaublichen Zufriedenheit, die er noch immer darin erkennen konnte, bis schließlich auch ihm die Augen zufielen.
