Adventskalender 2007
Kapitel 24 – Das Fest der Liebe
„Onkel Jack! Onkel Jack!"
Mit leuchtenden Augen stürmte Jenny auf ihren Onkel zu und fiel diesem so begeistert um den Hals, dass er fast das Gleichgewicht verlor.
„Hey du Wirbelwind.", lachte er und hob sie auf den Arm. „Was hat deine Mutter dir denn heute Morgen zum Frühstück gegeben, dass du schon um diese Uhrzeit so drauf bist?"
„Gar nichts.", kicherte Jenny. „Nur Marmeladenbrötchen."
„Ach ja?", fragte Jack und hob skeptisch eine Augenbraue. „Wie viele?"
„Drei halbe.", antwortete Jenny mit einem Unschuldslächeln, das noch ein wenig unschuldiger wurde, als Jack die Augenbraue höher zog. „Und zwei halbe Honigbrötchen."
„Aha!", nickte Jack grinsend und zwinkerte ihr zu. „Klare Anzeichen von Zuckerschock. Dann ist mir alles klar."
„Gar nichts ist dir klar.", widersprach Jenny und schüttelte heftig den Kopf. „Du weißt ja gar nicht, was wir letztes Wochenende gemacht haben."
„Und was habt ihr gemacht?", hakte Jack nach und rückte Jenny auf seinen Armen ein wenig zurecht, um sie besser halten zu können.
„Ich war fliegen, richtig fliegen. Auf einem echten Besen.", erzählte Jenny eifrig. „Aber das ist noch gar nicht das beste. Das beste ist, dass ich im echten Puddlemerestadion geflogen bin. Mit Oliver Wood. Kannst du das glauben?"
„Ehrlich?", fragte Jack überrascht und sah seine Schwester über Jennys Schulter hinweg fragend an, bevor er sich wieder an Jenny wandte. „Mit dem echten Oliver Wood?"
Jenny nickte heftig.
„Mit dem wirklich echten Oliver Wood. Und Mum ist auch geflogen und hat sogar ein paar Quaffle gegen ihn geworfen."
„Hat sie, ja?", antwortete Jack und jetzt schlich ein Grinsen über sein Gesicht. „Und wie viele hat sie versenkt?"
„Einen. Von zehn.", antwortete Jenny, nahm aber ihre Mutter gleich darauf in Schutz. „Aber das ist richtig gut, Onkel Jack. Oliver Wood ist schließlich auch ein Profispieler und Mum nicht."
„Ich stimme dir da vollkommen zu, mein Schatz.", antwortete Jack und setzte Jenny jetzt doch wieder ab. „Ein Treffer ist schon wirklich gut, wenn man gegen einen Profi antritt. Ich glaube, das solltest du ganz schnell Opa erzählen. Der wird staunen."
„Darf ich, Mum?", fragte Jenny Katie.
„Ja, aber gehe bitte Oma nicht zu sehr auf die Nerven. Sie muß schließlich das Mittagessen noch fertig kriegen."
„Versprochen!", rief Jenny und war schon in den Flur gesaust, um ihren Großvater aufzusuchen.
Jack hatte unterdessen ein verschmitztes Schmunzeln aufgesetzt und ging auf seine Schwester zu.
„Nur ein einziger Treffer? Von zehn? Schwach, Schwesterherz. Wirklich schwach."
„Ach du.", lachte Katie und versetzte Jack einen nicht ganz ernst gemeinten Schlag gegen die Schulter. „Als ob du besser abgeschnitten hättest. Vergiß nicht, dass ich seit zehn Jahren nicht mehr auf einem Besen gesessen habe und vollkommen aus dem Training bin."
„Hmm", brummte Jack und nahm sie gut gelaunt in die Arme. „Das ist aber auch das einzige, was ich als Ausrede gelten lasse. Und nun erzähl mal. Wie kommt es, dass du und Jenny plötzlich mit Oliver Wood Quidditch spielt? Ich dachte, du wolltest ihn auf Abstand halten."
„Naja, weißt du, das hat nicht ganz so geklappt, wie ich es mir so gedacht habe.", gab Katie verlegen lächelnd zu und zog dann ein kleines Päckchen aus ihrer Umhängetasche. „Hier, das ist übrigens für deine Freundin, Casanova. Ich hoffe, du bist damit zufrieden. Du mußt da nur noch die persönliche Note reinbringen."
„Persönliche Note?", fragte Jack verwirrt.
„Du wirst es schon sehen, wenn du rein siehst.", antwortete Katie. „Eine Anweisung ist dabei. Das kriegst du schon hin."
„OK, dann werde ich es mir gleich mal in Ruhe ansehen. Danke.", meinte Jack nickend und stellte das Päckchen auf ein Regal. „Komm, laß uns mal sehen, wie weit Mum mit dem Essen ist. Und vor allem, laß uns mal nachsehen, ob uns noch ein Weilchen Ruhe vergönnt ist oder ob unsere humorlose große Schwester und ihr noch humorloserer Ehemann schon im Anmarsch sind."
„Na hoffentlich nicht.", lachte Katie gut gelaunt.
Das Essen bei ihren Eltern war wie immer unübertrefflich. Wie jedes Jahr gab es Rinderrouladen mit Rotkohl, Kartoffeln und Soße, und wie jedes Jahr artete das Mittagessen am Weihnachtstag in einem Wettessen zwischen Katie und Jack aus, die zu zweit soviele Rouladen schafften, wie die anderen fünf zusammen.
„Ich frage mich wirklich, wo du das alles läßt.", schmunzelte Katies Vater, als Katie den letzten Bissen ihrer fünften Roulade runterschluckte und gleichzeitig nach ihrer sechsten angelte.
„Keine Ahnung.", gab Katie gut gelaunt zurück. „Entweder habe ich eine sehr gute Verdauung oder Mum hat beim Braten schon alle Kalorien rausgebrutzelt und da kann nichts mehr ansetzen."
„Ich finde das ehrlich gesagt ziemlich unappetitlich.", gab Emma von sich und warf einen leicht angeekelten Blick auf Katies Teller.
„Was?", fragte Jack. „Du findest es unappetitlich, dass uns Mums Rouladen schmecken? Das ist nicht sehr nett Mum gegenüber, wenn ich das mal so sagen darf."
„Ich habe nicht Mums Essen kritisiert, Jack, sondern Katies Essmanieren.", schoss Emma zurück. „Eine Frau sollte nicht essen wie ein Scheunendrescher. Das gehört sich einfach nicht."
Richard nickte zustimmend und schnitt mit steifen Armen ein winziges Stückchen von seiner zweiten Roulade ab.
„Warum nicht, wenn es ihr schmeckt?", erwiderte Jack. „Du bist ja bloß neidisch, dass du dir das nicht erlauben kannst. Vielleicht solltest du dir auch einen Job suchen, um regelmäßig Bewegung zu bekommen, statt nur hübsch auszusehen und deine Tage mit langweiligen Besuchen bei noch langweiligeren Freunden zu verbringen."
Jenny verschluckte sich heftig an ihrer Gabel voll Kartoffel-Rotkohl-Soße-Matsche und erntete dafür einen warnenden Tritt von Katie. Emma hatte es allerdings doch bemerkt, dass auch ihre neunjährige Nichte diesen Seitenhieb auf ihr nicht sehr spektakuläres Leben verstanden hatte, und warf ihr einen finsteren Blick zu, bevor sie sich an ihren Bruder wandte.
„Ich kann es mir halt erlauben, Jack.", gab sie pikiert zurück und sowohl Jack als auch Katie fühlten sich bei diesem Tonfall mehr als deutlich an Percy Weasley erinnert. „Ich bin verheiratet und mein Mann verdient genug, um seine Familie zu ernähren."
„Welche Familie? Du, Richard und eure Kompanie Hauselfen?", meinte Katie angriffslustig und erntete dafür ihrerseits einen Tritt von Jenny, der ihr ein leichtes Grinsen entlockte.
„Kinder", seufzte Katies Mutter und schüttelte verzweifelt den Kopf. „Könnt ihr euch denn nicht mal an Weihnachten vertragen? Es ist zum verzweifeln mit euch."
Katie zuckte unschuldig mit den Schultern.
„An Jack und mir liegt es bestimmt nicht, Mum."
„Und auch nicht an deinen Rouladen.", versicherte Jack mit entwaffnendem Lächeln. „Die sind wie immer einsame Spitze."
„Ja, lenk nur ab, du Charmeur.", lachte seine Mutter und drohte ihm spielend mit ihrem Messer. „Ich weiß genau, dass du und Katie Emma mit Absicht ständig reizt."
„Genau das möchte ich aber auch mal gesagt haben.", bestätigte Emma mit zufriedenem Nicken, doch sie hatte die Rechnung ohne ihre Mutter gemacht.
„Und du solltest nicht immer so empfindlich sein, Emma.", riet ihre Mutter ihr. „Du provozierst es immer regelrecht, dass die zwei dich reizen."
„Mum!", protestierte Emma, doch ihre Mutter hatte sich schon wieder an Jenny gewandt, die auf der anderen Seite neben ihr saß.
„Und, Jenny? Bist du schon aufgeregt, was der Weihnachtsmann dir bringt?"
„Ja", nickte Jenny eifrig. „Aber ich hoffe, er kommt auch wirklich. Weißt du, Oma, ich war in letzter Zeit nicht immer besonders lieb zu Mum."
„Ich bin sicher, das sieht der Weihnachtsmann nicht so eng, mein Schatz.", versicherte sie ihrer Enkelin.
„Hoffentlich.", seufzte Jenny.
„Ganz sicher.", meinte ihre Oma.
„Ich denke auch, dass er das nicht ganz so eng sieht.", meinte Katie und zwinkerte Jenny zu, die daraufhin ein wenig verlegen grinste.
„Genau, wie kann man dir denn lange für etwas böse sein?", fragte Jack sie. „Du bist schließlich genau so ein Engel, wie deine Mum und ich es immer waren."
Katies Vater räusperte sich vernehmlich, was alle in gut gelauntes Gelächter ausbrechen ließ. Nur Emma und Richard verzogen kaum eine Miene.
Um kurz vor sechs, nach zwei Runden Monopoly – natürlich ohne Emma und Richard, die schon kurz nach dem Essen zu Richards Eltern nach Kent aufbrachen -, wirbelten Katie und Jenny mit Tüten und Taschen beladen bei Angelina und Fred aus dem Kamin, denn es war seit vielen Jahren Tradition, dass die Freunde den Weihnachtsabend zusammen verbrachten.
„MUM! DAD! Sie sind da! Jenny und Tante Katie sind da!"
„Ja, und Tante Katie ist jetzt auf dem linken Ohr taub, Joshua Weasley.", stöhnte Katie und stocherte sich übertrieben in der Ohrmuschel rum, um ihr Trommelfell dazu zu bringen, nicht mehr wie wild zu vibrieren.
„'tschuldige", gab Josh zerknirscht von sich, aber Katie konnte ihm ansehen, dass er es nicht ganz so ernst meinte mit der Entschuldigung.
„Du bist genauso schlimm wie dein Vater, Josh.", seufzte sie und warf ihm ein Lächeln zu. „Hat dir das schon mal jemand gesagt?"
„Ja, Mum.", nickte Josh und grinste sie an. „Mindestens dreimal am Tag."
Jetzt lachte Katie.
„Das kann ich mir lebhaft vorstellen."
„Hey, Katie, hi Jenny.", begrüßte Fred sie, der jetzt mit einem Karton voll Weihnachtsbaumkerzen ins Wohnzimmer kam. „Die Mädels sind in der Küche und können eure Hilfe gebrauchen."
„OK, komm Jenny. Wir schauen mal, was wir tun können."
Kurze Zeit später schnippelten, rührten, brutzelten und kochten Katie, Alicia und Angelina zusammen mit Jenny, Cheryl und Stacy um die Wette. Fred, George und Lee hatten sich mit den beiden Jungs ins Wohnzimmer verzogen und deckten freiwillig den großen Esstisch, wenn sie nur diesem Weiberkram entkommen konnten. Das einzige, was sie freiwillig in die Küche brachte, war, wenn es dort etwas zum abschmecken gab oder wenn dort gefrühstückt wurde. Hand legten sie nur selber mit an, wenn es ums Plätzchen backen ging.
Um kurz vor sieben war das traditionelle Weihnachtsbuffet fertig und es gab nichts, was es nicht gab. Dieses Buffet konnte es durchaus mit den Festessen in Hogwarts aufnehmen und auch wenn Katie und Jenny am Mittag schon insgesamt neun Rouladen und dementsprechend Rotkohl, Kartoffeln und Soße gegessen hatten, hauten sie jetzt rein, als hätten sie wochenlang gehungert.
Über eine Stunde lang schlemmerten sich die 11 durch ihr Weihnachtsbuffet, doch schließlich legte auch George als letzter seinen Puddinglöffel zur Seite und signalisierte stöhnend, dass auch bei ihm Schicht im Schacht war.
„Oh Mann", stöhnte er. „Dass das jedes Jahr in so eine Fresserei ausarten muß. Ich glaube, ich bewege mich heute keinen einzigen Millimeter mehr."
„Das sagst du jedes Jahr.", antwortete Katie und rieb sich in gleichmäßigen Kreisen über den Bauch. Den Knopf ihrer Hose hatte sie schon vor einer halben Stunde geöffnet. „Und dann artet der Weihnachtsabend doch wieder in völligem Chaos aus."
„Diesmal nicht.", stimmte Fred seinem Bruder zu. „Diesmal habt ihr wirklich zu gut gebrutzelt."
„Danke", lächelte Angelina matt und ließ mit einem lässigen Schlenker mit dem Zauberstab den Nachtisch vom Tisch verschwinden. „Oh Mann, ich liebe es, eine Hexe zu sein. Wenn ich daran denke, dass die Muggel alles ohne Magie abräumen müßten, wenn sie so geschlemmt haben, wird mir ganz anders."
„Hmm.", stimmte Alicia ihr zu, die mit geschlossenen Augen da saß und den Kopf in den Nacken gelegt hatte. „Die armen Muggel."
Ein lautes Rülpsen war vom anderen Ende des Tisches zu hören. Müde öffnete Alicia ein Auge und blinzelte zu ihrem Sohn rüber, der der Verursacher dieser Ruhestörung war. Dieser hatte die Arme auf dem Tisch verschränkt und hatte den Kopf darauf gelegt.
„Whoa! Das tat gut.", brummte er schläfrig in seinen Ärmel. „Ich glaube, ich spüre meinen Bauch wieder."
„Beneidenswert.", war alles, was Lee dazu sagen konnte.
„BAUM FÄÄÄÄÄÄLLT!"
Erschrocken sah Katie nach hinten, wo der große, üppig geschmückte Weihnachtsbaum stand, doch alles was sie sah, war eine grün-rot-goldene Wand, die sie rauschend unter sich begrub. Lautes Kreischen der Mädchen war zu hören in das sich übermütiges Johlen der Jungs mischte. Innerhalb von nur ein paar Minuten standen die Tischdecke des kleinen Beistelltischs, die linke Hälfte des Vorhangs, ein Bücherregal, sowie Freds und Lee's Haare lichterloh in Flammen.
Stacy und Cheryl reagierten blitzschnell und kippten ihren Vätern ohne lange zu fackeln die zwei Krüge Kürbissaft über die brennenden Köpfe. Zeitgleich ließen Angelina und Alicia Wasserfontänen aus ihren Zauberstäben über die brennende Einrichtung und den laut knisternden Baum rauschen, während Alex, Josh und George sich bemühten, Katie in einem Stück unter eben diesem heraus zu ziehen.
In all diesem Chaos hatte niemand bemerkt, dass die Flammen im Kamin sich kurzfristig smaragdgrün gefärbt hatten und jemand ins Wohnzimmer gewirbelt kam. Erst als dieser Jemand sich von seinem ersten Schreck über dieses Chaos erholt hatte und in unterdrücktes Gelächter ausbrach, wurden die Freunde auf den unerwarteten Besucher aufmerksam.
„Sagt mal, was ist denn hier los?"
„Oliver!", rief Jenny aus, die als einzige nur von einem Bein auf das andere hüpfend da gestanden hatte und nicht recht wußte, was sie tun sollte, als das eben noch gemütliche Wohnzimmer im Flammenchaos versank. Jetzt allerdings stürmte sie auf Oliver zu, der sie im Lauf abfing und zu sich hoch hob. „Was machst du denn hier? Du hast doch gesagt, du kannst heute nicht kommen."
„Naja, ich hatte halt doch ein wenig Sehnsucht nach dir und deiner Mutter, Jenny-Darling.", antwortete er schmunzelnd und zerstrubbelte ihr die Haare, was Jenny mit einem Schmollmund und empört kraus gezogener Nase beantwortete. „Aber so wie ich das sehe, ist deine Mutter gerade anderweitig beschäftigt. Was genau habt ihr denn hier gerade gemacht? Spielt ihr „Wer brennt die Bude als erstes ab?" oder was?"
Jenny kicherte.
„Nein, Onkel George hat nur aus Versehen die eine Kerze so gesetzt, dass die Angelschnur, die den Baum am Schrank festgebunden hat, durchgeschmolzen hat.", erklärte sie. „Und dann ist der Baum halt umgefallen, weil er blöderweise Übergewicht nach vorne hat."
„Ich glaube, ich verkneife mir da eine Bemerkung." Oliver schüttelte resigniert den Kopf und stellte Jenny wieder auf den Boden ab.
„Das ist vielleicht auch besser so.", lachte Angelina, die jetzt zu ihm rüber gekommen war und ihn zur Begrüßung umarmte. „Hallo Käpt'n. Schön, dass du doch noch vorbei schaust."
„Hallo Angelina. Ja, irgendwie hat es mich den ganzen Abend in den Füßen gejuckt, doch noch vorbei zu schauen, und da hat meine Mutter mich praktisch rausgeworfen."
„Oh du Armer.", neckte Alicia ihn und tätschelte ihm mitfühlend die Wange. Lange konnte sie das allerdings nicht, denn Oliver hatte ihre Hand reflexartig eingefangen und außer Reichweite seiner Wange gedreht.
„Leesh! Du kannst froh sein, dass ich nicht mehr wirklich euer Käpt'n bin, denn sonst hätte ich dich dafür drei Runden barfuß durch den Schnee joggen lassen.", warnte er sie lachend und Alicia fiel ebenso gut gelaunt in das Lachen ein.
„Wärst du noch mein Käpt'n, hätte ich das bestimmt nicht gewagt.", konterte sie. „Ich bin schließlich nicht lebensmüde."
„Hätte er das denn wirklich von dir verlangt?", fragte Alex seine Mutter erstaunt. „Das ist doch fies."
„Du sagst es, mein Sohn.", nickte Alicia und warf Oliver einen verschmitzten Seitenblick zu. „Das ist fies. Aber leider hat es Oliver früher nie interessiert, ob etwas fies ist oder nicht. Wenn es uns näher an den Pokal gebracht hat, hat er eben auch fiese Sachen durchgezogen."
Oliver streckte ihr daraufhin lediglich die Zunge raus und begrüßte jetzt auch Fred, George, Lee und die anderen Kinder, bevor er sich neben Katie auf das Sofa fallen ließ, der immer noch kleine Rauchschwaden aus Hose und Pullover stiegen.
„Ich hoffe, du nimmst das jetzt nicht als unauthorisierten Anmachspruch, aber du siehst heute wirklich verdammt heiß aus.", raunte er ihr leise zu, was ihm einen belustigten Schlag einbrachte.
„Idiot!", fauchte Katie lachend und Oliver fiel in ihr Lachen mit ein.
„Hey Oliver", meinte Jenny und hüpfte auf die andere Seite neben Oliver auf's Sofa. „Du kommst gerade noch rechtzeitig. Gleich ist Bescherung."
„Bescherung?", fragte Oliver und sah sie verdutzt an. „Die ist doch erst morgen früh."
„Bei uns nicht.", antwortete Jenny und auch die anderen Kinder schüttelten heftig den Kopf. „Wir machen das immer um Mitternacht."
„Ehrlich?", antwortete Oliver und Jenny nickte heftig mit dem Kopf. „Na, dann kann ich ja froh sein, dass ich einen ganzen Sack voll Geschenke mitgebracht habe."
Lee verschluckte sich grunzend an seinem Wein und hustete so heftig, dass der Rest aus dem Glas überschwappte und seine Hose vollkommen durchnäßte. Oliver warf ihm einen fragenden Blick zu, doch als er Lee's anzügliches Grinsen sah, verdrehte er nur die Augenbrauen.
„Ich werde mit dir nicht darüber diskutieren, welchen Sack ich meine, Jordan.", erwiderte er und erreichte damit nur, dass Lee noch heftiger anfing zu Lachen und schließlich so jämmerlich mit den Armen rudernd um Luft rang, dass Fred ihm, ebenfalls belustigt grinsend, kumpelhaft auf den Rücken klopfte.
„Du hast wirklich Geschenke mitgebracht?", fragte Josh ihn aufgeregt.
„Klar, glaubt ihr, ich komme ohne Geschenke?"
„Und was ist sind das für Geschenke?", hakte Alex nach. „Freikarten für Puddlemere?"
„Oder ein Treffen mit deinen Teamkollegen?", fragte Stacy.
„Ein echter Besenflug für jeden von uns?", warf Cheryl ein.
Lachend hob Oliver die Arme.
„Hey, hey, hey. Immer langsam mit den jungen Hippogreifen.", beruhigte er die aufgeregte Kinderschar. „Ihr werdet es schon früh genug erfahren. Es ist ja gleich Mitternacht."
„Das dauert aber noch sooo lange."
„Das dauert noch ganze drei Minuten, Stacy Jordan.", berichtigte Lee seine Tochter. „So lange wirst du dich wohl noch gedulden können, oder nicht?"
„Okaaaaay", seuftze Stacy so theatralisch, dass Katie Lee ein Grinsen zuwarf.
„Das hat sie eindeutig von dir."
„Eindeutig.", seufzte Lee. „Ich hatte ja keine Ahnung, wie schwer meine Mutter es früher mit mir hatte."
Lachen beantwortete diese Bemerkung und ohne dass sie es bemerkten tickten die letzten Minuten bis Mitternacht vorbei und mit einem lauten Knall, der lediglich Oliver einen halben Meter in die Luft hüpfen ließ, da er ihn nicht erwartet hatte, lag schließlich ein riesiger Berg Geschenke vor den traurigen Überresten des einst so stolzen Weihnachtsbaums.
Jetzt gab es kein Halten mehr bei den Kindern und innerhalb von ein paar Minuten versank das Wohnzimmer in einem Berg zerfetztem Geschenkpapier, begleitet von überraschten und begeisterten Aufkreischern, wenn das Geschenk zur Zufriedenheit des Empfängers ausgefallen war.
Jenny freute sich über eine Hose, zwei Pullover, ein paar knallroter Ohrenschützer, sechs paar Socken, vier Bücher, das neuste Album von „Die rockenden Kürbisse", eine riesige Tüte voller Scherzartikel von Weasleys zauberhafte Zauberscherze, eine fast ebenso große Tüte Bonbons aus dem Honigtopf, ein magisches Memoryspiel, ein glitzerndes silbernes Schmuckset, ein jaulendes Jojo und ein fangzähniges Frisbee.
Josh erwürgte sie fast vor Begeisterung, als er ihr Geschenk auspackte und endlich seinen sehnlich gewünschten Übungsschnatz in den Händen hielt. Genau wie Alex, der von ihr das gleiche Album von „Die rockenden Kürbisse" bekommen hatte, wie sie es von Stacy bekommen hatte.
Fred und George brachen in lautes Gelächter aus, als sie die bunt bemalten und beklebten Schuhkartons aus einem gigantischen Karton zogen, und versprachen hoch und heilig, diese auch zu benutzen und ihr Kellerlabor endlich einmal aufzuräumen. Lee dagegen bekam kaum genug von seinem schimpfenden Megafon und ging allen so lange damit auf die Nerven, bis Angelina es mit einem Schweigezauber belegte.
Die größte Überraschung hatte Katie aber bis zum Schluß für Jenny aufgehoben und drückte ihr die zwei Geschenke jetzt erst in die Hand.
„Frohe Weihnachten, mein Schatz. Ich hoffe, sie gefallen dir."
Neugierig riß Jenny das Papier von diesen zwei zusätzlichen und vollkommen überraschenden Geschenken, denn es war noch nie vorgekommen, dass sie noch etwas nachgereicht bekam.
„Mum, das ...", meinte Jenny staunend, als sie die letzte Lage Papier von dem Geschenk gerissen hatte und ihr blieben die Worte regelrecht im Hals stecken, als sie sah, was sie da ausgepackt hatte.
„Gefällt es dir?", fragte Katie lächelnd und Jenny konnte nur stumm nicken und fiel ihr kurz darauf um den Hals.
„Danke, Mum.", flüsterte sie halb erstickt vor Freude.
„Bitte, Jenny-Schatz.", flüsterte sie zurück. „Und jetzt pack auch noch das andere Geschenk aus, okay? Ich möchte auch wissen, was du dazu sagst."
Jenny nickte und zerrte auch von dem zweiten Zusatzgeschenk das Papier so heftig runter, als ob es auf Schnelligkeit ankommen würde.
„Das Puddlemerebuch?", flüsterte Oliver leise in Katies Ohr und nickte zu Jennys ersten Zusatzgeschenk rüber, dass die anderen Kinder mit offenem Mund und neidischem Blick betrachteten. „Wieso denn das so plötzlich? Ich dachte, du willst nicht, dass sie sich mit Quidditch beschäftigt."
Katie zuckte verlegen mit den Schultern.
„Ich dachte, es wäre an der Zeit, ihr mal ein wenig entgegen zu kommen.", antwortete sie ebenfalls flüsternd.
„Das ist dir wirklich eindrucksvoll gelungen.", meinte Oliver und zog sie lächelnd in den Arm. „Egal was jetzt noch kommt, du wirst dieses Geschenk nicht mehr toppen können."
„Das denke ich aber doch.", antwortete Katie und lehnte ohne groß darüber nachzudenken den Kopf an seine Schulter, während sie Jenny dabei zusah, wie sie das zweite Geschenk auspackte.
Ein weiteres Buch kam zum Vorschein und ein überraschtes Aufkeuchen ging durch den Raum. Alle starrten Katie vollkommen verblüfft an, allen voran Jenny, die die Augen nicht vom Buchcover losreißen konnte. Damien Callahan – Die Geschichte eines Ausnahmespielers stand in großen leuchtend blauen Buchstaben darauf geschrieben. Darunter war ein Foto, dass ihren Vater in Jubelpose mit dem Meisterschaftspokal der irischen und britischen Quidditchliga zeigte.
„Wo hast du das denn aufgetrieben?", fragte Angelina sie vollkommen verblüfft. „Das Buch ist doch seit Ewigkeiten vergriffen."
„Nicht für jemanden, der in der Branche arbeitet, und weiß, welche Fäden er ziehen muß.", antwortete Katie mit einem Lächeln.
„Das ist Dad!", flüsterte Jenny tonlos und sah Katie dann mit offenem Mund an. „Das ist ein Buch über Dad."
„Ja, das ist ein Buch über deinen Dad.", nickte Katie. „Ich denke, es wird Zeit, dass du erfährst, wie erfolgreich dein Daddy wirklich war."
Sprachlos ließ Jenny das Buch neben sich auf den Boden gleiten und kletterte bei Katie auf den Schoß.
„Danke Mum.", flüsterte sie und ihre Augen schwammen in Tränen. „Ich wollte schon so lange so vieles über Dad wissen, aber ich habe mich nie getraut zu fragen, weil du immer so schnell traurig wirst, wenn dich jemand nach Dad fragt. Genau wie gestern. Aber jetzt kann ich ja alles nachlesen und du brauchst nicht zu weinen, wenn du es mir erzählen würdest."
Oliver strich ihr liebevoll übers Haar und drückte mit der anderen Hand Katie näher an sich, da er spürte, dass auch sie mit den Tränen kämpfte.
„Dein Vater war ein ganz großartiger Mann, Jenny.", meinte er leise. „Und wenn ich mich nicht ganz gewaltig täusche, gibt es in dem Buch auch ein Foto, wo er mir einen sehr gut geworfenen Quaffle in die Ringe haut."
„Ehrlich?", fragte Jenny und wischte sich die Tränen aus den Augen, als sie Oliver überrascht ansah.
„Ehrlich.", nickte Oliver. „Dein Vater hat mich oft genug zum verzweifeln gebracht."
Jetzt grinste Jenny verschmitzt und sah zu Katie rüber.
„Ja", meinte sie. „Meine Mum hat schon immer gesagt, mein Dad war ein ganz toller Mann."
„Das war er wirklich.", gab Oliver unumwunden zu und spürte, wie Katie ihm dankbar für diese Bemerkung in den Oberschenkel kniff. „Genau wie deine Mum. Ich habe gar keine Ahnung, ob ich diese beiden tollen Geschenke noch übertreffen kann."
„Zeig uns doch einfach mal, was du für uns hast.", schlug Cheryl vor und sah ihn gespannt an.
„Cheryl!", schimpfte Angelina nicht ganz ernst gemeint mit ihrer Tochter für diese doch recht unverschämte Antwort, doch Oliver lachte nur und zwinkerte Angelina beruhigend zu.
„Ist schon gut, Angelina.", meinte er, sah dann jedoch ein wenig unsicher zu Katie rüber. „Ich bin mir nur nicht so sicher, ob ich damit nicht bei dir eine Grenze überschreite. Sei mir bitte nicht böse, okay?"
„Ich werd's versuchen.", antwortete Katie unsicher und sah zu, wie Oliver einen Haufen kleiner Schachteln aus einer Tasche zog, die eigentlich viel zu klein dafür war, und jedem von ihnen einen davon in die Hand drückte.
Ein leises Aufkeuchen kam von Katie, als sie den Deckel öffnete und Dauerkarte für's Puddlemerestadion für die komplette Rückrunde, sowie einen Backstagepaß sah.
„Ich weiß, dass das gewagt ist und ich hätte dich wohl besser vorher gefragt, aber ...", begann Oliver zu erklären, aber er unterbrach sich, als Katie ihm eine Hand auf den Arm legte und ihn zum schweigen brachte.
„Danke.", meinte sie leise und sah ihn an. „Aber erwarte bitte nicht, dass ich so oft da sein werde. Ich weiß wirklich nicht, ob ich das kann."
„Du mußt nicht kommen, wenn du nicht willst. Ich verstehe das vollkommen.", meinte Oliver zu ihr. „Aber ich würde mich natürlich freuen, wenn du es doch mal tust."
Katie nickte und sah dann zu Jenny rüber. Diese sah sie mit so bittenden Augen an, dass sie nicht anders konnte, als sie liebevoll anzulächeln. Sie spürte die Blicke der anderen auf sich und ahnte, dass sie alle das gleiche Geschenk von Oliver bekommen hatten.
„Ich weiß wirklich nicht, ob ich mitkommen werde, Jenny.", meinte sie. „Aber solange einer mitgeht, der auf dich aufpaßt, darfst du gerne hingehen und dir die Spiele ansehen."
Lauter Jubel brach im weasley'schen Wohnzimmer los und bevor Katie und Oliver wußten, wie ihnen geschah, gingen sie in einer Flut halbwüchsiger Kinder unter, die sich auf sie warfen und in ihrer Dankbarkeit über Katies Erlaubnis halb zu Tode drückten.
„Oh Merlin.", keuchte Katie erschrocken auf und versuchte, Stacys Knie aus ihrer Lendengegend zu schieben, was ihr aber nur bedingt gelang. „Laßt mich leben, ihr verrücktes Kleingemüse, sonst ziehe ich sofort meine Erlaubnis zurück."
Diese Drohung sorgte für einiges Entsetzen. Trotzdem brauchte es eine Weile, bis die fünf Kinder ihre Körperglieder wieder soweit auseinander sortiert hatten, dass sie von Oliver und Katie runterklettern konnten. Dabei steckten sowohl Oliver und Katie, wie auch die Kinder einige schmerzhafte Tritte und Knüffe ein. Ein besonders schmerzhafter, definitiv ungewollter Tritt von Cheryl traf Oliver da, wo kein Mann gerne erwischt werden wollte, und er kniff für ein paar Momente leise Aufheulend die Augen zusammen.
„Merlins blanker Arsch.", fluchte er erstickt und sog zischend die Luft ein. „Deine Tochter hat einen verdammt guten Tritt drauf, Weasley."
„Das nehme ich als Kompliment an, Käpt'n.", antwortete Fred, aber auch wenn man seiner Stimme das Grinsen anhören konnte, war da doch gleichzeitig auch eine kleine Spur Mitleid rauszuhören.
Katie war inzwischen aufgestanden und sah in die Runde, ohne jemanden direkt anzusehen.
„Entschuldigt mich mal kurz.", bat sie leise. „Ich muß mal kurz ein wenig alleine sein."
Angelina sah ihr unsicher nach, als sie die Terrassentür öffnete und in den Garten hinaustrat. Sie machte Anstalten aufzustehen, um ihr hinterher zu gehen, aber Oliver hielt sie zurück und schüttelte stumm den Kopf.
„Gib ihr ein wenig Zeit.", bat er. „Ich habe sie da gerade ziemlich überrumpelt und ich glaube, sie braucht den Moment, um sich wieder ein wenig zu fangen. Aber sie wird sich fangen, Ange. Ich kenne die kleine Bell. Die hat einen so verfluchten Dickschädel, dass ich es noch nie geschafft habe, ihn zu besiegen."
„Dein Wort in Gottes Ohr, Oliver.", seufzte Angelina und warf einen beunruhigten Blick zu Katie rüber, die jetzt die Arme um sich geschlungen hatte und in den sternenklaren Himmel hinaufsah.
„Vertraue mir einfach.", meinte Oliver leise.
Katie hatte keine Ahnung, wie lange sie so im Garten stand und in die Sterne sah. Sie hatte auch keine Ahnung, wann sie die Kette abgenommen hatte, an der seit Jahren die Eheringe von ihr und Damien hingen, und sie abwesend von einer Hand in die andere gleiten ließ. Sie atmete tief die frostige Winterluft ein und verschloss für einen Moment die Augen, um ihren rasenden Herzschlag und ihre wild durcheinander wirbelnden Gedanken einigermaßen zu beruhigen. Als sie sie schließlich wieder öffnete, sah sie wieder in den Sternenhimmel über ihr.
„Ich weiß, dass du gerade irgendwo da oben bist und mich hörst, Damien.", fing sie schließlich leise zu sprechen an und spielte weiterhin mit ihrer Kette, ohne es recht zu bemerken. „Dieses Weihnachtsfest hatte ein paar ziemliche Überraschungen für Jenny und mich. Es war nicht leicht für mich, aber ich habe es endlich geschafft, unserer Tochter in Sachen Quidditch ein wenig entgegen zu kommen und ich denke, dass ist das beste, was ich seit Jahren getan habe. Es mag sich verrückt anhören, aber ich glaube, dass ist wie mit dieser Schocktherapie. Man muß sich dem stellen, wovor man am meisten Angst hat, um diese Angst wirklich zu überwinden. Ich denke, Jenny und ich sind auf dem richtigen Weg."
Eine Weile schwieg Katie, um diese Worte richtig sacken zu lassen und sie selber zu begreifen. Dann sah sie zu ihrer Kette mit den beiden Eheringen runter und sprach nachdenklich weiter.
„Und da ist noch was, Damien. Ich ... ich glaube, ich habe mich wieder verliebt. Du kennst ihn. Es ist Oliver Wood und er spielt jetzt wieder bei Puddlemere, genau wie damals, als du noch gegen ihn gespielt hast. Jenny, ... sie ... sie mag ihn auch und ..." Katie hob den Blick wieder zum Sternenhimmel empor. „... ich ... weißt du, ich ... würde mich einfach besser dabei fühlen, wenn ich weiß, dass es für dich ... okay ist. Bitte Damien, gib mir ein Zeichen und zeig mir, dass es für dich okay ist."
Zwei starke Arme schlangen sich von hinten um sie und sie zuckte heftig zusammen. Doch gleich darauf entspannte sie sich wieder und schmiegte sich enger an den warmen Körper hinter ihr. Sie hatte gar nicht bemerkt, wie kalt ihr hier draußen geworden war.
„Ich bin mir sicher, dass es für ihn okay ist.", flüsterte Oliver und stützte sein Kinn auf ihrem Kopf ab.
„Woher willst du das wissen?", fragte Katie genauso leise zurück.
„Deswegen.", antwortete Oliver und löste eine Hand von ihrem Körper, um auf etwas zu deuten, was ein wenig rechts von ihnen zu sehen war.
Für einen kurzen Moment verkrampfte sich Katie in Olivers Armen, doch genauso schnell entspannte sie sich auch wieder. Ein Lächeln glitt über ihre Lippen, als sie den kleinen Sternschnuppenschauer sah, der dort vom Himmel regnete und mehr als einfach nur ein Zeichen war.
Langsam drehte Oliver Katie zu sich rum und sah ihr lächelnd in die Augen. Behutsam nahm er ihr Gesicht in beide Hände und senkte dann wie ihn Zeitlupe seine Lippen auf ihre. Katies Augen schlossen sich vollkommen automatisch und das erste mal seit fast zehn Jahren gab sie sich wieder einem Kuß hin.
Im Wohnzimmer beugte sich Lee unauffällig zu Jenny runter, die mit den anderen Kindern auf dem Boden saß und neugierig durch ihre beiden Bücher blätterte.
„Ich glaube, du hast heute nicht nur einen Daddy bekommen, Jenny.", flüsterte er ihr leise ins Ohr. „Sieh mal nach draußen."
Überrascht sah Jenny in den Garten hinaus. Ein breites Lächeln machte sich auf ihrem Gesicht breit, als sie sah, was Lee mit seinen Worten meinte, bevor sie sich zu Lee umwandte und ihn mit leuchtenden Augen anstrahlte.
„Ja.", meinte sie leise. „Das glaube ich auch. Das ist wirklich das beste Weihnachtsfest, dass ich je gehabt habe, Onkel Lee. Ich habe ab heute zwei Daddys und Mum verbietet mir endlich nicht mehr alles, was mit Quidditch zu tun hat. Mehr kann man sich doch gar nicht wünschen."
A/N: Ich wünsche euch von ganzem Herzen, dass auch eure Wünsche, genau wie Jennys, heute alle in Erfüllung gehen.
Danke für eure Treue und die unzähligen, wirklich tollen Reviews. Fühlt euch dafür alle ordentlich geknuddelt. Für mich war dieser Adventskalender ein spannendesErlebnis und ich denke, ich werde für nächstes Jahr wieder einen schreiben.
Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Jahr 2008!
Eure KitKat2006 / Meike
