„Auf der Suche nach Magie"
Übersetzung der Geschichte „Looking for Magic" von Hypnobarb.
Disclaimer: Alles gehört JKR, bis auf diese Übersetzung. Die gehört mir, aber ich verdiene kein Geld damit!
Heute wieder ganz besondere Grüße an meine Beta Mawi und ein riesengroßes Dankeschön für ihre Arbeit, ihre Ideen und Verbesserungsvorschläge. Ohne dich wäre die Übersetzung wohl häufig ziemlich konfus und lahm. Mach weiter so!
And a special thanks as well goes to hypnobarb for her Christmas present to me: Chapter 61! I've enjoyed it very much. It was great!
Allen meinen Lesern wünsche ich einen guten Rutsch ins Jahr 2007 und natürlich viel Spaß beim Lesen des neuen Kapitels! (Ich hoffe, die replies über die Replyfunktion haben euch erreicht?!)
----------------------------------
25. Kapitel:
Severus, 2. August 1998
Severus apparierte auf die Außenanlagen von Malfoy Manor. Bewusst hatte er sich dafür entschieden, sich weiter oben auf dem Weg zu rematerialisieren, um einen langen und geruhsamen Spaziergang zum Haus unternehmen zu können. Er musste nachdenken, die Ereignisse des Tages in seinem Kopf Revue passieren lassen.
Alles in allem war der Tag besser verlaufen, als Severus erwartet hatte. Er hatte sich nicht darauf gefreut, den besten Teil des Tages in Gesellschaft von Hermine Granger zu verbringen. Aber er hatte eine Gelegenheit gebraucht, um mit ihr zu sprechen und herauszufinden, wie die Dinge mit Draco liefen. Da sich das Labor im Keller nicht von selbst herrichten würde, schien die Gelegenheit günstig, mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen.
Granger zu erlauben, ihm zu assistieren, war eine logische Entscheidung gewesen. Sie war, was Zaubertränke anging, kompetent und sehr gut organisiert. Wenn sie ihren Mund halten konnte, Anweisungen folgte und es unterließ, ihm auf die Nerven zu gehen, konnte sie ihm ein gutes Stück Arbeit abnehmen. Severus war sich sicher, nach ihren Erfahrungen von sieben Jahren Einschüchterung von einem Meister dieses Faches, konnte er Kontrolle über die Situation behalten. Außerdem würde er sich eher verfluchen lassen, als Hilfe von Potter oder Weasley anzunehmen, die als einzige Arbeitssklaven noch zur Verfügung standen.
Er musste Minerva dafür danken, eine Reihe von Aufbewahrungskisten aus Holz, alten Brettern und Kleinkram in praktische Labormöbel verwandelt zu haben. Er hätte die Arbeit auch machen können. Aber Minerva konnte es in weniger Zeit, mit weniger Energie und einem besseren Gefühl für Details. Im Gegenzug versprach Severus ihr, dass sie sich seine Zigarren, Old Ogdens Bronze Reserve und die Rollenspiele nächstes Wochenende gönnen würden. Er freute sich darauf. Minerva war ausgelassen, wenn sie ein paar Gläser hinter die Binde gekippt hatte.
Der Tag hatte für ihn früher begonnen als für Granger. Sie hatte erklärt, sie versuche nah an ihrer Chicagozeit zu bleiben, um den Zeitunterschied minimal korrigieren zu müssen, wenn sie zurückkehrte. Das hatte Severus Zeit gegeben, mit der Arbeit anzufangen. Er hatte Dobby dabei eingespannt, Ausrüstung und Zubehör aus seinem privaten Vorrat zu transportieren und andere Gegenstände einzusammeln, die dem Orden gehörten und in Hogwarts versteckt worden waren. Er war erleichtert, diese bestimmten Gegenstände aus den Räumlichkeiten entfernt zu haben. Denn er wollte sie nicht entdeckt wissen, bei irgendeiner Untersuchung durch das Direktorium.
Granger hatte ihn mehrmals am Tag überrascht. Der erste Anlass war, als Severus die Veränderung in ihrer Erscheinung bemerkt hatte. Sie hatte sich schon immer anders gekleidet als die meisten ihrer Gleichaltrigen. Das letzte Mal als er Ginny Weasley gesehen hatte, hatte sie Muggeljeans sowie ein hautenges T-Shirt getragen, und 7,5 cm ihrer Haut hatten sich dazwischen gezeigt, wann immer sie sich gebückt hatte. Er war erschüttert, dass Arthur und Molly sie so rumlaufen ließen.
Granger war viel sittsamer, konnte aber auch sehr salopp sein. Er vermutete, dass sie solche Dinge oft vergaß während sie lernte oder ihr Outfit einfach in letzter Minute zusammenwarf. Vielleicht hatte das Aussehen bei ihr schon immer eine niedrige Priorität gehabt, genauso wie für ihn selbst.
Severus Präzision in seiner Arbeit, sogar als Schüler, war sehr wichtig. Er hatte sein persönliches Aussehen schleifen lassen für jede Sekunde, die er bekommen konnte für Dinge, die er als wichtiger ansah.
Als er mit dem Unterrichten begonnen hatte, hatte er erkannt, dass er einen Versuch unternehmen musste, professioneller und älter auszusehen. Seine Entscheidung war, qualitative Kleidung im selben Grundstil und derselben Farbe zu kaufen. Das weiße hohe Kragenhemd mit langen Ärmeln, Hosen mit Knöpfen an den Knöcheln und ein schwarzer Gehrock mit einem ebenfalls hohen Kragen und langen Ärmeln wurden seine Uniform, die das Dunkle Mal und die Narben, die bis zu seinem Hals hochgingen, verdeckte. Der schwarze Stoff war magisch behandelt worden, um Zaubertränkeflecken und Knitterfalten abhalten zu können.
Seine gesamte Erscheinung, in Verbindung mit seinem schwarzen Haar, seinen dunklen Augen und seiner blassen Haut, war einschüchternd. Da er seine Lehrzeit mit zweiundzwanzig Jahren begonnen hatte, war er kaum älter gewesen als einige seiner neunzehnjährigen Schüler des Siebten Jahrgangs. Der Einschüchterungsfaktor, in Verbindung mit seiner natürlichen, sarkastischen Persönlichkeit, half seinem Geschick, den Klassenraum zu kontrollieren.
Es amüsierte Severus daran zu denken, dass Muggel sein Aussehen als Gruftie bezeichneten, als ob sie ihn erfunden hätten. Er trug den Gruftie-Look schon zehn Jahre bevor die Muggel begannen, ihn zu kopieren.
Ein wichtiger Nebeneffekt seiner Garderobe war, dass er nie entscheiden musste, was er zum Arbeiten tragen sollte. Er besaß zehn Garnituren an Garderobe, plus seine Alltagsumhänge und zwei Garnituren festlicher Umhänge. Wenn etwas beschädigt wurde oder abgetragen war, hatten die Hauselfen die Anweisungen, eine Ergänzung von seinem Schneider zu bestellen. Das System funktionierte und benötigte wenig Aufwand von seiner Seite.
Nachdem er Granger sieben Jahre in ihrer Schuluniform und ihren Schülerroben gesehen hatte, war es eine Abwechslung sie in ihrem Collegestudentenoutfit zu sehen. Sie hatte eine Jeans getragen mit einer passenden Weste und einem hellblauen Top mit ellbogenlangen Ärmeln. Als er sah, dass sie ihr Haar in einem Dutt trug, brachte es alte Erinnerungen an seine Ausbildungskollegin Amanda Stuart. Sie hatte noch zwei Jahre Ausbildung vor sich als Severus seine begann.
Amanda war einundzwanzig als Severus achtzehn war. Da sie die Liebe zu Zaubertränken und Forschung teilten, wurden sie trotz seiner Jugend Freunde. Beide genossen es, neue Zaubertränke zu kreieren oder Varianten von älteren zu verbessern. Da sie bereit waren, Vorteil aus einem wachsenden Markt zu ziehen, bezahlten beide ein Jahr ihrer Ausbildungskosten in dem sie den Verhütungstrank herstellten und an die ortsansässige Apotheke verkauften. Die Belieferung eines bestimmten Barkeepers mit der besten Qualität eines magischen Absinths, gemacht aus einem sehr alten und illegalen Rezept, zahlte ein weiteres Jahr.
Arsenius Jigger war vielleicht ein anspruchsvoller Zaubertränkemeister, aber er hielt seine Augen gegenüber seinen Auszubildenden verschlossen, die das Gesetz in Wegen umfuhren, die er als relativ harmlos ansah.
Nach dem Abschluss ihrer Ausbildung heiratete Amanda Everett McKinnon. Severus nahm an der Hochzeit teil, versteckte das Dunkle Mal an seinem Handgelenk unter seinen langen Ärmeln. Er hatte mit ihrer Familie und ihren Freunden gefeiert, und sogar mit der glücklichen Braut getanzt. Severus verheimlichte seine Ablehnung bezüglich Amandas Wahl eines Ehemannes. Everett war ein Auror, stammte aus einer Familie von Auroren. Über die Hälfte der erwachsenen McKinnons arbeitete für die Magische Rechtsdurchsetzung.
1979 bestand Severus Arbeit für den Dunklen Lord aus der Herstellung von Zaubertränken nach dessen Anweisung. Die strenge Unterweisung, die in der Ausbildung abverlangt wurde, erlaubte Severus nicht die Freiheit, einen kurzen Moment zu verschwinden, um am Todesserterror teilzunehmen. Stattdessen bereitete er eine Vielzahl an Zaubertränken unter Voldemorts Befehl vor, sich erstreckend von erholsamen Hallozunigenen bis hin zu tödlichen Giften. Er erforschte die Dunklen Künste unter der Tutorenschaft von älteren Todessern. Es war ihm gestattet worden, zu verbotenen Wälzern von Voldemorts eigener Bibliothek Zugriff zu haben für die Suche nach Zaubertränken zum Foltern und Töten.
Severus hatte beschlossen, niemals zu fragen, für was die Zaubertränke benutzt wurden.
In den dunklen Tagen von 1980 entschied Voldemort, ein Exempel an den McKinnons zu statuieren. In der Nacht, in der er im Zirkel Stand, der den Dunklen Lord umgab, wuchs Severus Sorge, als er realisierte, was kommen würde. Die Todesser wurden in Gruppen aufgeteilt, um die Überfälle in den Häusern in ganz Großbritannien durchführen zu können. Die Absicht war, die gesamte McKinnon Familie in einer Nacht auszulöschen. Die Überfälle waren gedacht als Lektion und Drohung an die anderen Auroren, als auch für die zur Schaustellung der Macht von Lord Voldemort im Angesicht des Ministeriums.
Severus war nicht länger freigestellt von Aktionen in vorderster Reihe. Voldemort brauchte jeden Todesser, damit sein Plan funktionierte. Persönlich beordert vom Dunklen Lord teilzunehmen, sah Severus in Horror hinter seiner Silbermaske, wie Rodolphus Lestrange Amanda vor den Augen ihres Ehemannes schlug und vergewaltigte, während Bellatrix Everett quälte. Crucios folgten zusammen mit anderen Flüchen als die Todesser zusahen und lachten. Amanda war im vierten Monat schwanger als Bellatrix und Rodolphus den Todesfluch auf sie und Everett warfen.
Severus flüsterte zwei leise Gebete in dieser Nacht. Das erste sollte Amandas Leiden beenden. Das zweite war, dass sie niemals realisierte, dass er einer hinter den Todessermasken war.
Voldemort wählte diesen Überfall sorgfältig. Es war ein Test von Severus Bindung, in dem er an der Ermordung seiner Freundin und ihres Ehemannes teilnahm.
Zu der Zeit war Severus schon komplett desillusioniert von Voldemort und seinen Todessern. Beeinflusst durch Lucius Malfoy, hatte er sich während seines siebten Schuljahres mit dem Vorsatz angeschlossen, Reinheit und Kultur der Reinblüter zu bewahren, und als Ausdruck seines intensiven Verlangens, die verbotenen, magischen Künste zu studieren.
Severus fand die Realität vom Dienen von Voldemort sehr unterschiedlich zu seinen Erwartungen. Anstelle einer Organisation zur Durchführung von politischen Aktionen durch Akte des Terrors, hatten sich die Todesser in einen Haufen von kriminellen Psychopathen und Sadisten verwandelt, die brutale sexuelle Fantasien ausleben wollten. Die Tiefen, zu welchen Voldemort willig war, sich herabzulassen, um Macht und Unsterblichkeit zu erlangen, waren grenzenlos und krankhaft. Der Dunkle Lord würde jedes Werkzeug, jede Perversion, jeglichen dunklen Zauberspruch oder dunklen Zaubertrank verwenden, um seine Ziele zu erreichen.
Severus wusste, wenn Rudolphus nicht bei dem Überfall anwesend gewesen wäre, dann wäre er von Bellatrix ausgewählt worden, die Vergewaltigung zu vollziehen. Sie erfreute sich am Pervertieren der jüngsten und neuesten Todesser. Severus war an einem kritischen Punkt, als er bei der Ermordung seiner Freundin beteiligt war. Er konnte entweder jegliches Gewissen und jegliche Menschlichkeit beiseite schieben, um zu dem zu werden, was die anderen Todesser waren, oder er konnte versuchen, aus diesem abscheulichen Albtraum, in dem er sich selbst gefangen hatte, herauszukommen. Severus entschied sich für letzteres und ging zu Dumbledore.
Ganz schön verrückt, dass fast zwanzig Jahre später eine seiner Schülerinnen ihn an Amanda erinnern würde, und das nur, weil die Schülerin ihr Haar verändert hatte. Nicht das Severus jemals Granger mit Amanda verwechseln würde. Sie sahen sich nicht ähnlich und ihre Persönlichkeiten waren grundverschieden. Abgesehen davon behielt Severus die Erinnerung an Amanda frisch in seinem Gedächtnis als Teil seiner Buße. Wann immer er begann, sich über die Beschränkungen in seinem Leben, die Beschädigung seines Körpers oder seine Einsamkeit zu ärgern, würde die Erinnerung in ein Denkarium zurück gehen und Severus würde sich in die Erinnerung von 1980 versetzen.
Kein Mönch mit seinen geknoteten Kordeln könnte sich selbst schmerzvoller geißeln als Severus es selbst emotional tat, in dem er diese Erinnerung wieder erlebte.
Als er seine Erinnerung aus der schmerzvollen Vergangenheit wegholte, überlegte Severus, dass Granger ein wahrer Gewinn werden könnte. Sie hatte sich heute bewährt als sie die Mittel fand, um das Blatt zu identifizieren. Er hatte schon mehrere Stunden damit verbracht, Seite für Seite an botanischen Aufsätzen durchzugehen, um etwas Passendes zu finden. In zwei Stunden hatte Granger die Antwort gefunden, für die er Wochen hätte brauchen können.
Sie war versessen zu helfen, in jeglicher Weise, die ihr möglich war. Sie folgte Anweisungen, murrte nicht, wenn er ihr niedrige Arbeit gab, die auch von Hauselfen beendete hätte werden können, und zeigte trotzdem Initiative ohne die Grenzen zu überschreiten, die zwischen einer Auszubildenden und einem Meister gehörten.
Severus hielt in seinem Gedankengang inne. In einem Moment der Einsicht verstand er die Dynamik. Er verstand, warum es sich so richtig angefühlt hat, sie hier zu haben, diese Aufgaben zu erledigen, eine saloppe Unterhaltung zu führen und sie abzufragen, während sie arbeiteten. Sie verhielt sich genauso wie es eine Auszubildende tun sollte. Sie war respektvoll, wachsam, akzeptierte seine Anweisungen und beteiligte sich am Geben und Nehmen von Arbeit und Unterhaltung in der Weise, wie er es von einer Auszubildenden erwarten würde. Sie hatte sich in die Rolle eingefügt, als wenn sie dafür geboren worden wäre und in dem sie das tat, hatte er sich in seine Rolle als Meister eingefügt. Es fühlte sich so natürlich an wie seine eigene Haut. Deswegen hatte er sich auch merkwürdig wohl gefühlt, als er das Magazin angenommen hatte. Etwas, dass er normalerweise nicht getan hätte.
'Ich sollte wirklich verflucht sein', dachte Severus erstaunt.
Mit neununddreißig war er seit achtzehn Jahren ein Meister für Zaubertränke. Unter normalen Umständen würde ein Zaubertränkemeister mit zehn Jahren Erfahrung seinen ersten Lehrling übernehmen. Mit seinem Niveau an Erfahrung hätte er mehr als drei Lehrlinge in den letzten acht Jahren haben können. Wenigstens zwei von ihnen hätten mittlerweile ihre Ausbildung abgeschlossen.
Natürlich hätte er als männlicher Single niemals eine allein stehende Frau als Auszubildende akzeptiert. Das würde nur nach Ärger und Skandalen rufen. Und seine Umstände waren alles andere als normal, was ausschloss, irgendeinen Lehrling zu nehmen. Ein Meister und ein Lehrling lebten praktisch auf engstem Raum. Severus hätte seine Rolle als Todesser oder als Ordensmitglied vor seinem Auszubildenden nicht verheimlichen können. Sein unerklärliches Verschwinden in der letzten Minute zusammen mit seiner Rückkehr von Treffen mit Voldemort, geschlagen, blutend und zitternd vom Crucio, könnte nicht geheim gehalten werden vor jemanden, der so eng mit ihm zusammenarbeitete. Wie auch immer, das war ein einzigartiger Sachverhalt.
Granger erhielt offiziell ihre Ausbildung am Avalon College. Sie ist ein Mitglied des Ordens, das von seiner Rolle als Doppelspion wusste. Darauf erpicht, dem Orden zu dienen und dem intensiven Verlangen, alles im Universum zu lernen, vor allem über Zaubertränke, konnte Granger Severus das Beste von beiden Welten bieten. In der Zeit, wenn sie nach Hause zu den Weasleys kam, konnte Severus ihre Dienste nutzen, als wenn sie seine Auszubildende wäre. Im Gegenzug für die Ergänzung ihrer Collegeausbildung mit Erfahrungen aus dem wirklichen Leben, konnte er ihr die niedrigen Arbeiten geben, die ermüdenden Arten der Forschung (welche sie womöglich mit ihrem Computer meistern konnte) und ihm Stunden der Arbeit ersparen.
Er konnte sie ebenso alltägliche Zaubertränke für die Hogwarts Krankenstation brauen lassen. Das allein konnte ihm Wochen der Arbeit jeden Sommer und in den Winterferien ersparen. Sie konnte dies im Labor im Hauptquartier tun und würde ihm sogar reichlich danken für diese Möglichkeit. Mit ein wenig Glück konnte dies die nächsten sechs Jahre so gehen. Und er müsste mit ihr nicht die ganze Zeit verbringen. Zugegeben, nicht ein einziges Mal heute war sie ihm auf die Nerven gegangen, aber über die Zeit würde dies zwangsläufig passieren. Wenn er von ihr genug haben sollte, konnte er sie einfach zurück nach Chicago verschiffen. Es gäbe keinen Vertrag, keine Verpflichtung von seiner Seite.
Er würde keinesfalls unfair sein und sicher gehen, dass sie Möglichkeiten bekam, ihre Fähigkeiten zu erweitern und von seinen Jahren der Erfahrung lernen würde. Vielleicht würde er auch Dinge von ihr lernen, durch ihre Ausbildung am College. Mit einer brillanten Studentin wie Granger, glaubte er, das von Angesicht zu Angesicht Lehren mögen zu können, ohne die Unterbrechung durch Hausrivalitäten und erbärmlich ausgesuchten Freunden. Das Verlangen, jemanden zu unterrichten, mit dem Potenzial sich in der Entwicklung von Zaubertränken auszuzeichnen, war einfach eine natürliche Entwicklung in seiner professionellen Karriere.
'Miss Granger', dachte Severus, 'ich habe einen Vorschlag für Sie.'
Severus erreichte die Tür von Malfoy Manor mit einem Grinsen, dass die Grinsekatze neidisch machen würde. Heute war tatsächlich ein sehr produktiver Tag gewesen. Jetzt musste er sich wieder auf die aktuellen, ernsten Dinge konzentrieren, welche ein exzellentes Abendessen, anspruchsvolle Unterhaltung und eine Okklumentikstunde danach beinhalteten.
Pudding brachte Severus in den Wärmeraum. Die Elfen hatten die notwendigen Kühlungszauber gesprochen, um die durch die großen Fenster hereinwehenden Lüftchen in einer angenehmen Temperatur zu halten. Narzissa war wie immer der Liebreiz in Person, gekleidet in einem cremefarbenen griechischen Gewand. Ihr Haar war mit goldenen Bändern hochgesteckt; Strähnen flossen locker im klassischen griechischen Stil herab. Sie erhob sich von dem Korbsofa, um Severus zu begrüßen. Er nahm ihre Hände in seine und beugte sich über sie, küsste ihre linke Hand.
"Lieber Severus, ich freue mich so sehr, dass du heute Abend bei uns sein kannst." Narzissa wies Severus an, auf dem weißen Korbstuhl neben dem Sofa Platz zu nehmen. Severus machte es sich bequem.
"Das Vergnügen ist immer ganz auf meiner Seite, Narzissa. Nirgendwo fühle ich mich mehr zu Hause als an eurem Tisch." Es war echte Wärme in seiner Stimme. „Wo sind Lucius und Draco?"
"Sie sollten bald hier sein. Sie machen einen Spaziergang zum See hinunter. Ich glaube, sie führen ein Vater-Sohn-Gespräch."
"Du versuchst aber nicht gerade mir zu erzählen, dass Lucius endlich entschieden hat zu erklären, was es mit den Vögeln und Bienen auf sich hat", sprach Severus affektiert.
"Bei Merlin", Narzissa schüttelte ihren Kopf anmutig, die Strähnen wippten. „Lucius versicherte mir, dass sie diese Unterhaltung hatten als Draco zwölf war. Ich hoffe, sie haben eine Unterhaltung über Dracos Gebrauch der Kreditkarte, die wir ihm für Avalon gegeben haben."
"Ah. Der Bursche gibt den Verlockungen der großen Stadt nach?"
"Er hat eine Passion für elektronische Muggelgeräte entwickelt", erklärte Narzissa, „Was er alles benötigt im Namen seiner Forschung. Du würdest nicht glauben wie viele dieser Dinge, die er CDs und Videos nennt, er gekauft hat, für den Zweck der Forschung. Dazu hat er praktisch eine komplett neue Garderobe im Namen der Forschung gekauft. Er hat seine neuen Freunde ziemlich oft zum Abendessen eingeladen, um der Forschung willens. Jetzt möchte er sich einen Wagen für seine Forschung kaufen."
"Das alles nach drei Wochen in den Vereinigten Staaten und er hat noch vier Jahre vor sich. Ich erzähle mir ständig selbst, dass er dieses Pensum an Ausgaben unmöglich behalten kann. Mein geliebter Sohn wird uns noch in Sozialhilfeempfänger verwandeln, um der Forschung willens", lachte Narzissa.
Severus lächelte. "Es tut meinem Herzen gut zu hören, dass Draco entsprechend seinem Erbe als ein Malfoy lebt. Ich glaube mich erinnern zu können, dass sein Vater in seiner Jugend ziemlich extravagant im Geld ausgeben war. Wenn ich überhaupt Gewicht an mir hatte mit achtzehn, dann war es wegen Lucius, der mich fütterte."
"Du hast den besten Stoffwechsel, Severus. Es ist sehr unfair, solch eine Sache an einen Mann zu geben, wenn wir Damen es eigentlich brauchen. Ich kämpfe ständig darum, nicht zuzunehmen und hier versuchen wir, dich voll zu stopfen, dummerweise, damit du es an dir behältst. Wenn wir gerade davon sprechen, ich glaube, Pudding hat ein paar Appetithappen hier für dich." Narzissa winkte dem Elfen herüber, der ein Tablett mit kunstvoll angeordnetem Käse, Wurst, Gemüse, Garnelen und Cracker sowie Severus bevorzugter Meerrettichsoße trug. Das Tablett wurde vor ihm abgestellt.
"Kann ich dich mit einem Long Island Ice Tea locken?", fragte Narzissa. „Er ist ziemlich angenehm bei dem warmen Wetter."
"Solange es nicht einer dieser zimperlichen Tees gewürzt mit Guave, Pfirsich oder einigen anderen absurden Dingen ist."
"Ich verspreche dir, es ist nichts dergleichen", erwiderte Narzissa mit einem hinterhältigen Lächeln. „Letzten Monat moderierte Isadora Nott unseren Buch Diskussionsclub. Unser Spezialgast war ein Amerikanischer Autor aus New York, der ein paar der verlockendsten Geschichten schreibt. Sie machte uns mit dieser sehr vergnüglichen Erfrischung bekannt. Pudding, würdest du Long Island Ice Tea für Meister Snape und mich bringen? Du kannst uns auch gleich einen Krug und zusätzliche Gläser bringen. Lucius mag ihn nämlich auch."
Severus tat sich ein paar Appetithappen auf, vor allem von den Garnelen und der Soße. Als er den ersten Bissen probierte, war Pudding zurück mit einem Krug voll Long Island Ice Tea, einem Eiskübel und vier Gläsern. Severus sensible Nase vernahm eine eher unerwartete Duftmischung. Er schnüffelte erneut.
"Sanfte Narzissa, Schwester meines Herzens. Ich entdecke nicht einen Tropfen Tee in dieser Zusammenstellung", sagte Severus misstrauisch.
"Liebster Severus, Bruder meiner Seele, erlaube mir, dir einen Trunk ein zu gießen. Dann darfst du mich mit deiner Analyse der Zutaten erfreuen." Narzissa wählte ein Kristallglas aus und benutzte silberne Zangen, tat noch drei klare Eiswürfel aus dem geschliffenen kristallenen Eiskübel hinzu. Sie füllte das Glas bis zum Rand mit der Flüssigkeit aus dem Krug und gab es an Severus.
Severus nahm das Glas entgegen und hielt es an seine Nase, inhalierte tief. Er nahm einen vorsichtigen Schluck von dem kalten Gebräu, rollte das Getränk über seine Zunge bevor er gestattete, dass es seinen Weg seine Kehle hinunter brannte. Er nahm einen weiteren Schluck, überlegte für einen Moment und bot seine Analyse dar.
"Ich erkenne Gin, Tequila, Rum und Vodka." Severus nahm einen weiteren Schluck. „Ich glaube, die vier alkoholischen Getränke sind im gleichen Verhältnis", sprach er nach einem weiteren Schluck. „Und ein Spritzer frische Zitrone." Er nahm einen weiteren tiefen Schluck. „Mit einem Schuss von einem muggelschen, kohlensäurehaltigem Cola Getränk, an welches ich mich aus meiner Jugend erinnere." Und ein weiterer Schluck folgte. "Ja, ich bleibe bei meiner Analyse."
Er hob das Glas an und betrachtete es. „Die Cola ist mehr für die Farbe als alles andere. Ich muss dir gratulieren, Narzissa. Dieses Getränk ist ein Triumph. Wenn ich das Glas ausgetrunken habe, werden meine Lippen taub sein, mein Gehirn benommen, mein Urteilsvermögen beeinträchtigt und ich werde unmöglich apparieren können. Ich werde einen Antikaterzaubertrank am Morgen suchen müssen."
„Exzellent! Mein Plan ging auf", lachte Narzissa triumphierend.
Die zwei hörten, wie die Tür zum Wärmeraum sich öffnete und sahen Lucius hereinkommen, gefolgt von Draco. Severus erhob sich ein wenig torkelig als die Menge an Alkohol, die er in den letzten Minuten konsumiert hatte, direkt in sein Gehirn wanderte.
Lucius sah Severus, den Krug, das Glas, seine Frau an und lachte. Er ging zu Narzissa hinüber und küsste sie auf die Stirn.
"Liebes, du hast ein neues Opfer gefunden, oder?"
"Ah, aber er ging so willig in meine Falle, Wellchen."
Lucius, Severus und Draco schauten Narzissa an und sagten in bedeutender Übereinstimmung: „Wellchen?".
Die vier brachen in Gelächter aus.
"Narzissa, nach diesen Jahren hast du noch die Fähigkeit, mich zu überraschen", sagte Lucius, setzte sich neben seine Frau und legte seinen Arm um ihre Schultern.
"Gut. Ich möchte nicht, dass du mich für selbstverständlich hinnimmst", seufzte sie, sich an die Schulter ihres Ehemannes kuschelnd.
Draco ging zum Tisch und füllte zwei weitere Gläser, eines gab er an seinen Vater.
"Sei vorsichtig, Draco", empfahl Severus. "Da ist genügend Alkohol in dem Getränk, um eine Acromantula umzuhauen. Und du musst heute Nacht zurück zum College, morgen früh raus und fit sein."
"Erfreulicherweise ließ mein Zaubertränkeanweiser in Hogwarts seine fortgeschrittenen Klasse Ausnüchterungstränke und Antikaterzaubertränke vorbereiten während unserer letzen Woche bevor wir graduierten. Der scharfsinnige Mann meinte wohl, wir könnten sie brauchen", sprach Draco gedehnt.
"Kluger Mann, dieser Zaubertränkeanweiser", ergänzte Lucius, nahm sich selbst einen Teller und Appetithappen.
"Offenbar nicht so klug wie er sein möchte, da er deiner Frau erlaubte, ihn zu täuschen, ein halbes Glas von diesem köstlichen Gehirn tötendem Gebräu zu trinken", murmelte Severus, ziemlich angeheitert.
"Dann iss auf, Severus. Es kann nicht schaden, den Effekt zu mindern, in dem du Essen in deinen Magen bekommst."
----------------------
Es war beträchtlich später bevor sie zu der ernsten Unterhaltung kamen. Alle stimmten überein, dass die Okklumentikstunde nicht mehr stattfinden konnte, aufgrund des angeheiterten Zustands, in dem sie waren. Narzissa und Lucius entschuldigten sich, um ein wenig frische Luft zu schnappen, damit taktvoll Severus Zeit gebend, mit Draco allein sein zu können.
"Wie läuft es zwischen dir und Miss Granger, Draco?", fragte Severus.
"Überraschenderweise gut, Sir", erwiderte er. „Ohne diese zwei Idioten die ganze Zeit um sie herum, ist sie von der vernünftigen Sorte. Ich denke, sie hatte am Anfang ein wenig Probleme ohne ihre Freunde, aber ich habe sie überall vorgestellt und ihr geht es jetzt besser. Ich glaube, sie ist einfach nur schüchtern."
Draco nahm einen weiteren Schluck von seinem Long Island Ice Tea. „Granger hat die Technologie im Griff. Ich hatte zuerst ein paar Probleme damit, aber sie hat mir sehr geholfen." Er lehnte sich vor und sagte leise. „Sir, ich glaube der Dunkle Lord denkt absolut falsch über sie. Sie macht es nicht mit Potter und Weasley. Sie hatte sich mit niemandem in Hogwarts verabredet und sie jagt nicht den Männern in Avalon hinterher. Sie ist ernst und ein wirklicher Bücherwurm. Einfach nur ein Bücherwurm mit einem schlechten Geschmack was Freunde angeht."
"Es ist ganz und gar möglich, dass du bezüglich Miss Granger recht hast. Aber du darfst auf keinen Fall in irgendeiner Weise andeuten, dass du mit der Beurteilung des Dunklen Lords über sie nicht übereinstimmst", riet Severus.
"Sir, jetzt wo er weiß, dass Hermine dort ist, wird er ihr wehtun oder von mir verlangen, sie zu verletzen?"
"Das glaube ich nicht. Im Moment will er wissen, ob Potter und Weasley sie besuchen. Er glaubt, die zwei benutzen sie für Sex. Wenn sie sie nicht besuchen, wird er daraus schließen, dass ihr Einfluss auf sie nachgelassen hat. Sie wird für ihn von wenig Interesse sein."
Draco schaute erleichtert.
"Ich weiß, sie ist eine Muggelgeborene. Ich weiß, sie sollte eigentlich Abfall sein." Draco klang verwirrt. „Sie ist nur einfach nicht so. Ich weiß, es sind erst drei Wochen und das sollte für mich zu früh sein, irgendwelche Schlüsse über sie zu ziehen über meine sieben Jahre an Erfahrung mit ihr in Hogwarts hinaus."
"Sie ist klug und freundlich", Draco hielt inne. „Um ehrlich zu sein, sie versteht sich mit Anita Schuler sehr gut. Sie teilen sich ein Badezimmer, um Merlins Willen. Sie hätte mich bloßstellen, alle möglichen gemeinen Dinge über mich sagen können. Stattdessen lud sie mich ein, mit ihnen beiden Pizza essen zu gehen. Nach all den miesen Dingen, die ich zu ihr gesagt, über sie gesagt und ihr angetan habe…"
Er schaute Severus mit Bestürzung an. „Du glaubst doch nicht, dass sie auf mich steht, oder?"
Es benötigte jedes Fünkchen an Selbstkontrolle, das Severus aufbringen konnte, um nicht laut loszulachen, vor allem bei seinem aktuellen Blutalkoholwert. Er konnte nur schließen, dass Draco solche Dinge sagte aufgrund seines eigenen Zustandes an Trunkenheit. Severus wählte seine Antwort mit Bedacht.
"Ich würde warten, bis ich zu einer solchen Schlussfolgerung komme. Wenn sie wirklich ein Interesse an dir hat, dann wird sie sich in einer Art und Weise benehmen, die es verdeutlicht. Sie ist eine Gryffindor. Sie könnten nicht schauspielern, um ihr Leben zu retten."
"Ich hoffe, sie ist es nicht." Draco suchte nach den richtigen Worten. „Wenn es so ist, kann der Dunkle Lord es in meinem Kopf finden und es in irgendeiner Weise ausnutzen."
"Draco, die beste Verteidigung dagegen ist, dich selbst davon abzuhalten, an ihr interessiert zu sein."
"Ich bin an Anita interessiert. Der Dunkle Lord würde sicher einen Vorteil darin sehen, wenn man bedenkt, wer ihr Vater ist."
"Dann vertiefe dieses Interesse, Draco. Versuche alles zu erfahren über das Geschäft und die Zukunftspläne ihres Vaters." Severus lehnte sich zurück. „Es ist spät geworden. Du brauchst diesen Ausnüchterungstrank und musst zurück nach Chicago. Wann wirst du wieder hier sein?"
"Zu Mutters Geburtstag. Dann werde ich für ein paar weitere Tage zurückkehren und den Computer Workshop abschließen. Ich werde eine Woche frei haben und dann wird das reguläre Semester beginnen."
"Dann werden wir uns wieder sehen, wenn du das nächste mal hier sein wirst und ein paar Mal während der Woche bevor dein Semester beginnt. Wir müssen Okklumentik trainieren ohne unter dem Einfluss von Gin, Vodka, Tequila und Rum zu stehen."
"Das werde ich Sir. Ich war womöglich absolut unvernünftig heute Abend, aber ich verstehe, wie wichtig das ist."
"Dann wird es für uns beide Zeit, zu unseren jeweiligen Wohnstätten zurückzukehren. Sollen wir gehen, uns von deinen Eltern verabschieden und uns dann fürs Gehen vorbereiten?"
"Severus?"
"Ja, Draco?"
"Wenn ich einen Onkel im Leben hätte, würde ich dich aussuchen."
"Du bist betrunken, Draco."
"Ich sage nichts, was ich dachte als ich noch nüchtern war. Ich hätte es nur sagen sollen, als ich nüchtern war."
"In diesem Fall, danke. Du bist für mich wie ein Neffe. Und wir müssen das hier beenden oder wir werden uns selbst in Verlegenheit bringen. Ich kann rührselige Betrunkene nicht ausstehen und wäre gezwungen, meinen neuen Neffen und mich selbst zu verleugnen. Lass uns deine Eltern finden."
"Darf ich dich Onkel Severus nennen?"
"Nein, das darfst du nicht."
Severus erhob sich, legte seinen Arm um die Schulter seines ehrenamtlichen Neffen in Zuneigung, aber auch um sich selbst zu stützen. Die zwei Männer bewegten sich eher ungleichmäßig durch die Tür in den Garten.
tbc
---------------------------------------------------------------
Anmerkung der Übersetzerin:
Acromantula: Riesenspinne, die der menschlichen Sprache mächtig ist. Sie lebt nur im Verbotenen Wald. Ihr Gift ist äußerst wertvoll (siehe Band sechs). Bekanntestes Exemplar ist Aragog.
Das nächste Kapitel gibt es am 5. Januar. Es wird ein Hermine-Kapitel sein.
Und, was sagt ihr zu diesem Kapitel?
