Kapitel 25

Sie waren ins Hotel zurückgekehrt und sie hatte seine Finger mit ihrer Wundsalbe, mit der sie ihm schon einmal geholfen hatte, und einem kleinen Verband versorgt.

Danach waren sie gemeinsam aufgebrochen.

Die Tempelanlage erstreckte sich weit über den Berg. Säulen ragten wie einsame Finger in den Himmel und verfallene Gebäudeteile klagten stumm ihre Zerstörung an.
Die Natur eroberte das Gelände langsam aber stetig zurück. Gras, kleine Büsche und Bäume besiedelten Trümmerteile und Vögel nutzen die zahlreichen Nischen als Nistgelegenheit.

Severus dirigierte Hermine durch die Ruinen bis zum Mosaik, in dem Raido eingelassen war.

Beinahe liebevoll fuhr er über die bunten Muster aus kleinen Steinen, welche eine Kriegsszene darstellten.

"Schau, hier ist sie..", sagte er und sah sich zu Hermine um, stets darauf bedacht die Rune nicht wieder allein zu berühren.
Raido war als Schildsymbol eines Kriegers in das Mosaik eingearbeitet und wenn man nicht wusste, wonach man suchte, würde man die Rune nicht finden.
Hermine hockte sich neben Severus und streckte ihre Hand aus. Er zögerte kurz, dann legte er seinen Arm um ihre Schultern und lehnte sich seitlich an sie.

Sie lächelte und löste mit der Spitze eines Taschenmessers den kleinen Stein aus dem bunten Mosaik heraus.

Nachdem sie mit der erfolgreich geborgenen Rune ins Hotel zurückgekehrt waren, nutzte Hermine die Zeit, die sie noch bis zum Abendessen hatten, für ein ausgiebiges Bad.

Aufseufzend tauchte sie in das heiße Wasser.

Heute morgen noch war sie verwirrt, gekränkt und unglücklich gewesen und hätte ihn am liebsten auf den Mond gehext.

Und jetzt?

Verwirrt war sie noch immer.

Was sollte sie jetzt mit der veränderten Situation anfangen?

Hatten sie jetzt lediglich eine friedliche Basis geschaffen, auf der die Suche weitergehen konnte?

Nein, da war mehr als das...

Sein Kuss...

Hermine tauchte aufseufzend im Wasser unter und wischte sich nach dem Auftauchen die wirren Haare aus dem Gesicht.

Sie hatten sich schon mehrere Male geküsst... und nicht nur das...

Warum hatte er ihr von Eryja erzählt? Davon, was sie ihm bedeutet hatte und davon, dass er jetzt nichts mehr für sie empfand?

Sie wollte gerade anfangen, ihn wieder für das Scheusal zu halten, dass sie früher in ihm gesehen hatte. Wenn es auch schmerzhaft war, war es doch wenigstens eindeutig.

Jetzt war wieder alles unklar...

Hätte er sie nicht geküsst, Hermine hätte glauben können, dass es ihm wirklich nur um ein gutes Einvernehmen ging.

Es hätte ihr nicht gereicht, aber so wäre es besser zu ertragen gewesen, diese Suche mit ihm zu beenden.

Aber da waren noch diese Bemerkungen, die ihr nicht aus dem Kopf gingen.

Jede für sich genommen, mochten sie belanglos erscheinen, aber in Verbindung mit seinen Blicken kam ihnen eine Bedeutung zu, die ihr den Atem stocken ließ.

Es war ja sinnlos zu leugnen... sie liebte ihn mit einer Innigkeit, die ihr Angst machte.

Und statt zu lernen ihn zu hassen, wie sie es sicher irgendwann gekonnt hätte, wäre er heute nicht zu ihr an den Strand gekommen, sah Hermine sich jetzt nur noch tiefer in Gefühlen für einen Mann verstrickt, den man freundlich ausgedrückt, nur als schwierig bezeichnen konnte.

Konnte sie... sollte sie sich mehr von ihm erhoffen, als ein paar leidenschaftliche Momente? Durfte sie die erwarten?

Ja, er begehrte sie, das hatte sie gespürt...

Aber war es klug, sich wieder darauf einzulassen?

Würde sie ihm widerstehen können, wenn er sich ihr wieder so... zärtlich näherte?

Wollte sie ihm widerstehen?

Sie drehte den Wasserhahn wieder auf, ließ neues heißes Wasser in die Wanne laufen, und begann sich die Haare zu waschen.

Und als sie schließlich, fertig angekleidet, einen letzten prüfenden Blick in den Spiegel warf, wusste sie noch immer keine Antwort.

ooooooo

Severus sah verstohlen zu ihr, als sie ihm gegenüber am Tisch des kleinen Restaurants saß und die Oliven aus ihrem Hirtensalat pickte. Er hatte sie vorhin abgeholt und sie waren gemeinsam zu dem kleinen Restaurant an der Strandpromenade gegangen.

Es war ein kleines, gemütliches Lokal das ringsum von wildem Wein bewachsen war. Von ihrem Platz aus, hatte man zur einen Seite einen grandiosen Blick hinaus aufs Meer, zur andren Seite konnte man gerade noch die Tempelanlage erahnen in der sie Raido heute nachmittag geborgen hatten.

Bisher hatten sie noch nicht allzu viel miteinander gesprochen.
Er hätte ihr so viele Dinge zu sagen gehabt, konnte aber nichts davon wirklich in Worte fassen.
Wie sollte er ihr auch sagen dass er, der Generationen von Hogwarts- Schülern in Angst und Schrecken versetzt hatte, mehr von Hermine Granger wollte, als nur sinnliche Momente und leidenschaftliche Nächte.
Er wollte sie ganz... auch in Hogwarts.

Die Tatsache das sie so verletzt und zornig auf Eryjas Rückkehr reagiert hatte, ließ in ihm die Hoffnung aufkeimen das er ihr doch mehr bedeutete, als er bisher geglaubt hatte.

Er fand, das sie das Kleid für diesen Abend sehr geschickt gewählt hatte, denn es brachte ihre hübsche weibliche Figur auf betörende Weise zur Geltung.

Sein Blick glitt über ihre Schultern, über ihr Dekollete und blieb kurz an ihren Brüsten hängen, bevor er sich gedanklich zur Ordnung rief.

Nur zu gern hätte er sie noch einmal so intensiv gespürt wie in jener Nacht... aber er wollte, dass sie den ersten Schritt dazu tat. Er wollte sie nicht zu etwas drängen das sie vielleicht gar nicht mehr wollte.

Sie schien zu bemerken das er sie beobachtete, denn sie sah plötzlich auf und lächelte ihn schüchtern an. Er erwiderte es und griff über den Tisch um seine Hand auf ihre zu legen und sie kurz zu drücken.

Nach dem reichhaltigen Essen waren sie zu einem Spaziergang am Strand aufgebrochen und schlenderten nun nebeneinander her, bis Hermine ihm ein Zeichen gab.
Sie ging zielstrebig auf den Felsen zu, auf dem sie heute schon einmal gesessen hatten und sie setzten sich.

Er wandte sich zu ihr um und legte eine Hand unter ihr Kinn um sie dazu zu bewegen, ihn anzusehen.

ooooooo

Hermine seufzte als sie in seine schwarzen Augen blickte. Hatte sie sie jemals für kalt und leer gehalten?

Ein Kribbeln breitete sich in ihr aus, das nichts Gutes für ihr Vorhaben bedeutete, sich vorsichtig zu verhalten.

Warum machte es sie sofort schwach, wenn er sie so ansah?

Weil du ihn liebst, du dummes Huhn', kam es ihr in den Sinn.

Ja, das tat sie, und sie wünschte sich so sehr...

„Hermine.." ,sagte er rau und beugte sich zu ihr nach vorn.

Seine Hände glitten in ihren Nacken und an ihrem Rücken hinab.

Sie schloss die Augen, als er sich ihr näherte.

Ihre Nerven waren zum Zerreißen gespannt.

Sie sehnte sich so sehr nach ihm und wagte es doch nicht, ihm entgegenzukommen.

Sie fühlte seine Hände an ihr herabgleiten und seine Lippen berührten die ihren... für einen Wimpernschlag zögerte Hermine, bevor sie, ganz zaghaft nur, ihre Lippen bewegte.

ooooooo

Er wollte ihr nah sein, so nah es ging. Sein Puls beschleunigte sich, als sie sich berührten.

Würde sie seinen Kuss erwidern? Was, wenn nicht?

Sanft begegnete sie seinen Lippen. Sie hatte ihn nicht abgewiesen!

Zärtlich umarmte er sie etwas fester, um sich dann im nächsten Augenblick wieder von ihr zu lösen.

„Wir sollten jetzt wieder ins Hotel gehen. Wie müssen früh aufstehen...", sagte er leise und stand auf.

Einladend streckte er seine Hand nach ihr aus und lächelte sie zaghaft an.

ooooooo

Im ersten Moment war Hermine verwirrt.

Dann lächelte sie und ergriff seine Hand, um sich hochziehen zu lassen.

Vor ihrem Zimmer verabschiedete er sich mit einem Kuss auf die Wange von ihr und ging in sein Zimmer

Glücklich aufschluchzend ließ Hermine sich aufs Bett fallen.

Sie war ihm zutiefst dankbar für seine Zurückhaltung und liebte ihn dafür nur noch mehr.

Die Blicke, die er beim Abendessen auf ihr hatte ruhen lassen, waren mehr als deutlich gewesen.

Er begehrte sie.

Und sie wusste nun, dass sie ihm nichts entgegenzusetzen gehabt hätte, wäre der Kuss auf dem Felsen leidenschaftlicher geworden.

Dass er es bei einer behutsamen, zärtlichen Liebkosung hatte bewenden lassen...

Zeigte es, dass es ihm nicht nur darum ging, sie ins Bett zu bekommen?

Denn das er es geschafft hätte, daran konnte kein Zweifel bestehen.

Wenndas nicht sein Ziel war, worum es ging es dann?

Er hätte sie scharf zurechtweisen können für ihr unverschämtes Verhalten am Morgen, und sie wäre gezwungen gewesen, die Zähne zusammen beißen und ihm trotzdem bei der Bergung behilflich zu sein.

Sie drückte den Kopf ins Kissen und schrie in qualvoller, süßer Ungewissheit auf.

Heute Abend würde sie es nicht mehr herausbekommen.

Aber sie hatte morgen eine Heimfahrt und anschließend noch Unterricht vor sich.

Sie sollte wirklich versuchen, zu schlafen!

Die Rückreise verlief glatt und zügig.

In der großen Halle blieben sie einen kurzen Monet lang stehen.

Niemand war unterwegs. Es war Unterrichtszeit und alle saßen in den Klassenzimmern.

„Morgen Abend?", fragte er lächelnd.

Hermine nickte und hätte am liebsten alle Schüler herbeigerufen, um ihnen dieses Lächeln zu zeigen.

Aber es gehörte ihr ganz allein und es wärmte ihr Herz.

Und bevor sie noch etwas unglaublich Törichtes tun würde, wandte sie sich ab und ging, um sich etwas verspätet in den Unterricht zu begeben.

ooooooo

Seufzend barg er den Kopf in den Händen. Dieser Tag wollte einfach nicht vergehen!
Er saß im Klassenzimmer an seinem Schreibtisch und machte sich Notizen zu den Jahresexamina der verschiedenen Altersstufen.

Vor wenigen Minuten hatte die letzte Klasse für heute, den Unterrichtsraum verlassen. Hermines Klasse. Sie hatte sich mit Potter unterhalten und er hatte den beiden dafür Hauspunkte abgezogen.

Hermines kurzes amüsiertes Zucken um die Mundwinkel hatte ihm bestätigt, das sie ihn durchschaut hatte und es richtig, als kindische eifersüchtige Rachehandlung gedeutet hatte.
Wütend über sich selbst, tauchte er die Feder zu tief ins Tintenglas und verteilte dicke rote Kleckse auf seinem Pergament.

Mit einem mürrisch gebrummten Zauberspruch ließ er sie wieder verschwinden.

Es wurmte ihn, das ihn die junge Frau inzwischen so gut zu kennen schien.
Er hätte sich nicht so hinreißen lassen sollen aber wenn er es einfach übersehen hätte... nein, schließlich hatte er einen schlechten Ruf zu verlieren!
Früher hätte sie es schließlich auch nicht gewagt, in seinem Unterricht irgend etwas anderes zu tun, als an seinen Lippen zu hängen und seinen Ausführungen zu lauschen.

Automatisch berührte er seinen Mund mit den Fingerspitzen als ihm die Bildlichkeit dieses Gedankens bewusst wurde. Schon seit vorgestern hatte er sie nicht mehr geküsst.
Es hatte etwas unglaublich reizvolles, sie im Unterricht sitzen zu sehen und sie genauso behandeln zu müssen wie alle anderen.
Heute Abend würde sie wieder zu ihm kommen und von dem Moment an, da sie seine Räume betrat, war sie nicht mehr nur seine Schülerin...

Sie hatte seinen Kuss in Griechenland zwar nur zögerlich erwidert aber er hatte deutlich ihr unterdrücktes Begehren gespürt, als sie sich an ihn gedrängt hatte. Ihr Blick, als sie sich im Hotel vor ihrem Zimmer verabschiedet hatten...
Er wollte ihr Zeit lassen, aber er hätte nicht ‚Nein' sagen können, wenn sie ihn gebeten hätte, bei ihr zu bleiben.

Er legte die Papiere zu einem Stapel zusammen und verließ den Klassenraum.

oooooooo

Als sie an diesem Abend seine Räume betrat, hatte sie das Gefühl, dass jetzt ihr Feierabend begann.

In den letzten beiden Tagen hatte sie daraufhin gefiebert, ihm endlich wieder... privat zu begegnen.

Es ging ihr nicht darum, ihm in die Arme fallen, obwohl die Aussicht auf eine zärtliche Berührung ihr Herz schneller schlagen ließ.

Nein, sie sehnte sich nach dem vertrauten Miteinander mit ihm... etwas, das durch die unglückselige Geschichte mit... dieser Frau verloren gegangen war.

Ein kurzes Aufleuchten seiner Augen bewies ihr, dass er sich ebenfalls auf diesen Abend gefreut hatte.

Sie begannen, ihre Unterlagen durchzusehen und sich Notizen zu machen, ohne viel zu sprechen.

Hermine kuschelte sich in den Sessel, den sie meistens benutze, wenn sie bei ihm war.

„Raido verkörpert den Wandel des Selbst, neue Ideen, neue Lebensweisen...", las sie ihm laut vor.

Er sah sie ernst an, während sie sprach, und auch Hermine wurde nachdenklich.

Was bedeutete diese Lektion für sie?

Ein Wandel war eingetreten...

Sie beugte sich rasch wieder über ihr Buch.

...und wenn dreizehn sich vereinen, muss die Macht mit ihnen sein.

Eine Macht, alt wie das Leben und die zwei im Herzen rein.

Zwei, sich im Herzen tief gewogen, durch die Macht in Bann gezogen,

sich tief in die Seele sehn und füreinander ungefragt, hinunter in die Hölle gehen"

Wie Schuppen fiel es ihr von den Augen, als sie diese Textstelle jetzt noch einmal las.

Das meinte die Liebe!

„Zwei, sich im Herzen tief gewogen, durch die Macht in Bann gezogen"

Das waren sie!

Ein an den Rand geschriebener Hinweis führte sie zu einem weiteren Text.

Dreizehn Steine sollt ihr finden.

Jeder stark und doch allein, wird die Macht die sie euch bringen,

niemals ganz die eure sein.

Sie finden zwei mit ihrem Herzen, führen sie einander hin

und wenn alles sich vereint, gibt das Geheimnis seinen Sinn"

Hermine ließ das Buch sinken.

Bedeutete das, sie näherten sich einander nur unter dem Einfluss der Runen an?

Nein! Hermine hatte eine Ahnung, wie es sich anfühlte, unter dem Bann der Runen zu stehen... die Visionen gaben ihr eine Vorstellung davon...

Was sie für Severus empfand hatte nichts Fremdbestimmtes... das kam aus ihrem tiefsten Inneren... aber wie war es bei ihm?
War es nicht eigentlich viel logischer, dass sich Severus Snape, der finstere Schülerschreck, nur aufgrund der Runen zu ihr hingezogen fühlte?

Sie fühlte plötzlich eine kalte Hand nach ihrem Herzen greifen und klappte das Buch zu.

Musste sie ihm nicht davon erzählen?

Nein... erst wollte sie sich selbst darüber klar werden, was diese Textstelle für sie bedeutete...

ooooooo

„Hermine?" Er war neben sie getreten und sah sie über den Rand seiner Brille an, wie er es schon so oft getan hatte, seit sie gemeinsam an den Runen arbeiteten.
Ihr Gesichtsausdruck spiegelte leichte Verwirrung und in ihren braunen Augen konnte er ein unstetes Flackern sehen.
"Dein Tee.." , sagte er nun und zog fragend die Augenbrauen zusammen, als er die Tassen auf dem Tisch vor dem Kamin abstellte.
Sie lächelte ihn fahrig an und griff nach ihrer Tasse. Hastig pustete sie die Dampfkringel von der Oberfläche und nippte an dem heißen Getränk.

Er kannte sie inzwischen gut genug um zu ahnen das sie etwas, was sie in den Büchern gefunden hatte, aus dem Konzept gebracht hatte. Da sie keinen Blickkontakt suchte und auch sonst in sich zurückgezogen wirkte, sprach er sie nicht an.
Er warf ihr einen fragenden Blick zu und schlug das Buch wieder auf, in dem er gelesen hatte, bevor er den Tee geholt hatte.

Immer wieder sah er zwischendurch von seiner Lektüre auf und ließ seinen Blick kurz auf ihr ruhen. Sie hatte in den letzten Minuten nicht umgeblättert, sondern starrte nur auf die Seite die vor ihr aufgeschlagen war.

Was konnte sie derartig aus der Fassung bringen? Er schüttelte unmerklich den Kopf und widmete sich wieder seinem Text.

"...Raido ist die Rune des Reisens. Heutzutage weist Raido auf eine physische oder spirituelle Reise oder Suche hin. Wenn der Ratsuchende diese Rune zieht, bedeutet es, dass er sich auf die Verwirklichung eines Ziels zubewegt. Etwas kommt in Bewegung. Die Richtung ist richtig. Glück und Schutz auf Reisen. Diese Rune weist den Weg zur Harmonie, Gesundheit und zur inneren Zufriedenheit."

'Die Richtung ist richtig..' wiederholte er in Gedanken.
Was sollte das wohl bedeuten? Waren sie auf der richtigen Spur um alle Runen zu bergen? Oder konnte damit auch seine persönliche Richtung gemeint sein, die er seit einigen Wochen eingeschlagen hatte und an deren Richtigkeit er noch immer zweifelte?

Langsam senkte sich die Nacht über Hogwarts und das Licht der magischen Fackeln erhellte den Raum nicht mehr ausreichend, um noch weiter zu lesen.
Unruhige Schatten tanzten an den Wänden auf und ab. Severus klappte sein Buch zu und schrieb einige Notizen in sein kleines Buch, dass er immer bei sich trug, wenn sie auf Runensuche gingen.

Hermine war inzwischen auch wieder in ein anderes Buch vertieft.
Liebevoll betrachtete er sie, wie sie mit fiebrigen Augen begeistert Unmengen an Wissen in sich aufnahm. Gerade griff sie wieder nach ihrer Tasse.

Der Tee war längst schon kalt geworden, so intensiv hatte sie sich dem Buch gewidmet.
"Hermine?" Wieder sprach er sie sanft an.
Sie sah fragend zu ihm hinüber.
"Wir sollten aufhören... morgen können wir uns der Entschlüsselung widmen und weiter sehen..."
Seine Stimme war seidig aber unruhig.
Sie jetzt wegzuschicken hieß, in wenigen Minuten wieder allein zu sein.