So liebe Leuts, weiter gehts und diesmal hat es nicht solange gedauert ;)
Zu diesem Kapitel möchte ich schnell etwas anmerken. Die Handlung war mitunter ein wenig umstritten, was heißt ich und meine Betaleserin waren uns nicht vollkommen einig, aber ich hoffe, dass sie sich, nachdem ich dieses Kapitel etwas überarbeitet habe, doch eingermaßen damit anfreunden kann. Natürlich hoffe ich genauso, dass ihr euch auch mit dem Inhalt anfreunden könnt und ich nicht all zu viel Proteste ernte, weil ihr es für zu Übertrieben haltet. Ich kreuze an dieser Stelle die Finger und hoffe das Beste! ;)
Dann sollte ich noch vorher kurz anmerken, dass es an dieser Stelle hilfreich ist, noch einmal kurz das Kapitel 16 zu überfliegen, denn dieses Kapitel enthält einen Rückblick, der auf diesem Kapitel basiert.
So, jetzt aber los und viel Spaß ;)
Von einem ereignisreichen Ball Teil 2
Harry blieb in der Mitte der Tanzfläche stehen und sah auf Lily hinab.
„Kleines, ich hoffe, du bist die geborene Tänzerin, denn ich bin eine ziemliche Niete, was so was angeht", sagte Harry mit leicht nervöser Stimme.
Lily kicherte.
„Keine Sorge, Dad, ich führe!"
Harry musste über den Kommentar lachen.
Als die Musik begann, war er mehr als erleichtert, dass er mit Lily tanzte, denn nun erwartete keiner von ihm die richtigen Schritte zu machen, immerhin tanzte er mit einem Kind, das nie Tanzstunden gehabt hatte.
Sie alberten also ein wenig auf der Tanzfläche herum und hatten großen Spaß an ihrem gemeinsamen Tanz.
Bald hatte es Harry auch schon überstanden, denn andere Tanzpaare schlossen sich ihnen an.
ooooooooooooooooo
Zur selben Zeit saß Ginny an ihrem Platz und fühlte sich wie ein begossener Pudel, denn unbewusst hatte sie wirklich damit gerechnet, dass Harry mit ihr tanzen würde.
Sie wusste, sie konnte unmöglich eifersüchtig auf ihre Tochter sein, aber es versetzte ihr doch einen Stich.
Wut stieg in ihr hoch.
Wie konnte er es wagen?
Oh, dafür würde er bezahlen müssen.
„Ginny, Liebling, wollen wir auch tanzen?"
Ginny wandte sich mit einem übertriebenen Lächeln an Keith.
„Ja natürlich, lass uns tanzen."
Ginny erhob sich und zog Keith mit sich auf die Tanzfläche.
Sie zerrte ihn praktisch in Harrys Richtung und blieb ganz in seiner Nähe stehen.
Abrupt wirbelte Ginny herum und warf sich parktisch in Keith Arme.
Keith wirkte ein wenig verwirrt, aber tanzte ohne nachzufragen.
Ginny beobachtete Harry aus den Augenwinkeln.
Dieser verdammte Kerl schien sie nicht mal zu bemerken.
Er wirbelte Lily herum und die beiden lachten vergnügt.
Ginny sah wieder zu Keith auf.
Sie stellte sich auf Zehenspitzen und küsste ihn stürmisch.
Keith erschrak ein wenig, ob der Heftigkeit dieses Kusses.
„Ginny, ich weiß wirklich nicht, ob wir das hier so in aller Öffentlichkeit machen sollten. Sogar Lily kann uns sehen und sonst hat es dich immer gestört, wenn du Lily dem aussetzen musstest", meinte Keith ein wenig reserviert.
Er hatte durchaus bemerkt wie Ginny auf Harry reagiert hatte und auch jetzt entgingen ihm die Blicke nicht, die sie ihm zuwarf.
Keith hatte das dumme Gefühl gerade zu einem Zweck missbraucht zu werden, der ihm deutlich missfiel.
Ginny musste sich ein frustriertes Aufseufzen verkneifen.
Natürlich hatte Keith Recht und es war lieb von ihm in diesem Moment Lily zu berücksichtigen.
Sie fühlte sich plötzlich wie ein Ekel.
Wie konnte sie Keith nur dafür ausnutzen, um Harry eifersüchtig zu machen?
Ginny ließ ihren Blick wieder zu Harry wandern.
Das einzige, was sie interessierte hatte, war, Harry für all die Frustrationen, die sich wegen ihm in ihr aufgestaut hatten, eins auszuwischen.
Doch Harry schien das kurze Zwischenspiel zwischen ihr und Keith nicht einmal bemerkt zu haben.
Merlin auch eins, dieser verdammte Idiot machte sie wahnsinnig.
oooooooooooooooooooooooo
Harry sah aus den Augenwinkeln wie Ginny Keith küsste.
Merlin noch eins, diesen Kerl würde er eines Tages zu Brei schlagen müssen, wenn er nicht sofort die Finger von seinem Mädchen nahm.
Er beobachtete heimlich, wie Keith etwas zu Ginny sagte, was ihr offensichtlich nicht ganz zu behagen schien.
Harry bemerkte, dass Ginnys Blick immer wieder zu ihm hinüberwanderte.
Merlin, wollte sie ihn etwa eifersüchtig machen?
Harry kam einen Moment lang aus dem Tritt und er musste Lily schnell ein wenig von sich wirbeln, um sie nicht umzurennen.
Lily lachte vergnügt.
„Noch mal, Daddy, das war lustig!"
Harry grinste.
Ginny wollte ihn tatsächlich eifersüchtig machen.
Lachend wirbelte er Lily noch mal herum.
Als das Lied aufhörte zu spielen standen Harry und Lily direkt neben Ginny und Keith.
Die Menge auf der Tanzfläche applaudierte den Musikern.
„Na Schätzchen, hat das Tanzen Spaß gemacht?", fragte Ginny ihre Tochter.
„Oh ja, es war sehr lustig. Aber Dad ist kein so guter Tänzer!"
Ginny lachte, während Keith ein wenig abwesend vor sich hin starrte.
Harry spielte den Beleidigten und meinte: „Na warte, du kleine Göre, mit dir tanze ich noch mal!"
Lily kicherte und auch Harry stimmte in das Lachen ein.
Ginny beobachtete die beiden und ihr blutete das Herz.
Es machte sie unglaublich traurig, dass sie nicht, wie eine richtige Familie, alle zusammengehörten.
Die Wut kochte wieder in ihr auf.
Ginny schmiegte sich enger an Keith und flüsterte ihm etwas ins Ohr.
Harry musste sich ein Grinsen verkneifen, denn er wusste genau, was Ginny damit bezweckte.
Keiths Gesicht zeigte keine Reaktion, er sah sogar ein wenig kalt aus.
„Ich denke dafür haben wir später noch Zeit. Lily, Kleines, darf ich dich um den nächsten Tanz bitten?", fragte Keith.
Lily sah ihn mit einem bösen Blick an.
„Nein!"
Damit hüpfte sie davon.
Harry hätte der Kleinen dafür am liebsten einen Kuss gegeben.
„Ich fürchte ich muss mit ihr noch mal über gutes Benehmen reden", meinte Ginny mit entschuldigendem Unterton an Keith gewandt.
„Ist schon gut, ich hole mir schnell etwas zu trinken. Möchtest du auch etwas?"
Ginny nickte und sah Keith hinterher.
Sie runzelte ein wenig die Stirn.
Keith benahm sich eigenartig.
Als sie ihm gerade flüsternd vorgeschlagen hatte, eine Weile in einem ruhigen Zimmer zu verschwinden um dies und das zu tun, hatte er nicht reagiert wie früher.
Er kam ihr sehr abweisend vor.
Oder interpretierte sie zu viel in sein Verhalten?
Vielleicht war er verletzt von Lilys Zurückweisung?
„Vielen Dank, Harry, wirklich! Das ist dein Einfluss auf Lily!"
Harry grinste verschmitzt.
„Mein Einfluss? Entschuldige, aber ich fürchte dieses Temperament hat sie bei weitem nicht von mir geerbt."
Ginny wurde rot im Gesicht, ob vor Verlegenheit oder unterdrückter Wut war schwer zu sagen.
„Willst du damit etwa sagen, es ist meine Schuld, wenn sie sich so benimmt?"
„Durchaus nicht, Gin. Sie ist ein Kind und die sagen meistens, was ihnen in den Sinn kommt. Tja, und du kannst sie nicht dazu zwingen Keith zu mögen, wenn sie es nicht will. Tut mir leid."
Ginny hätte ihm am liebsten eine Ohrfeige verpasst.
Doch in diesem Moment stimmten die Musiker das nächste Lied an.
Ginny schluckte ihre Antwort hinunter als sie das Lied erkannte.
„This I promise you"
Das war ihr Lied.
Ginny sah zu Harry auf.
Einen Moment sah er so aus, als wollte er etwas sagen, doch dann blickte er über die Köpfe der Menge hinweg.
„Entschuldige mich bitte, ich muss dringend mit deinem Vater sprechen."
Harry ging davon und ließ Ginny auf der Tanzfläche stehen.
Sie sah ihm wütend und zugleich traurig hinterher.
Sie beobachtete wie er kurz mit ihrem Vater redete und dann mit ihm gemeinsam in einem Nebenzimmer verschwand.
oooooooooooooooooooooo
Etwas weiter weg von all dem Trubel und Lärm stand Emily draußen auf der Terrasse.
Allerdings war sie sich nicht sicher, ob es eine wirklich Terrasse war, denn eigentlich müssten überall um das Ministeriumsgebäude Häuser stehen, doch Emily sah nicht ein einziges.
Sie sah nur sternenklare Nacht um sich herum.
War das vielleicht wieder Zauberei?
Sie seufzte.
Eigentlich konnte es ihr egal sein, denn bald würde sie diese magische Welt hinter sich lassen müssen, sofern nicht ein Wunder geschah.
Sie stützte sich am Geländer auf und blickte nachdenklich in den Sternenhimmel.
Sie fühlte sich erschöpft und ausgelaugt.
Was konnte sie nur unternehmen, um Charlie zur Vernunft zu bringen?
„Emily, was machst du denn hier?"
Emily wirbelte erschrocken herum.
„Oh, Charlie, du bist es. Wie hast du mich gefunden?"
Charlie trat neben sie ans Geländer der Terrasse.
„Ich würde deinen Geruch unter einer Millionen Menschen erkennen."
Emily blickte wieder zu den Sternen hinauf.
„Ich wusste gar nicht, dass man in London einen so klaren Sternenhimmel sehen kann."
Charlie lächelte ein wenig, das erste Mal diesen Abend.
„Kann man auch nicht. Dieser Himmel ist nicht echt. Er ist Magie. In Wirklichkeit bist du auch nicht draußen, sondern stehst in einem Zimmer. Dieser Raum soll nur den Eindruck erwecken, draußen zu stehen."
„Wow, sowas kann man mit Magie machen?"
Charlie lachte.
„Man kann noch viel mehr mit Magie machen!"
„Wie steht es mit deinen Augen? Kann man die auch mit Magie heilen?"
Emily beobachtete wie Charlies Lächeln verschwand.
„Das weiß ich noch nicht. Hermine gibt sich viel Mühe und ich bin davon überzeugt, wenn es jemand herausfindet, dann sie."
Emily nickte.
„Ja, sie ist ein schlaues Mädchen, sie wird es hoffentlich bald rausfinden."
„Ja."
Eine Weile standen sie schweigend beieinander.
„Emily..."
„Charlie..."
Sie mussten lachen, als sie beide gleichzeitig angesetzt hatten zu reden.
Charlie lächelte Emily liebevoll an.
Emily brach bei diesem Anblick erneut das Herz.
„Du zuerst, Emily. Was wolltest du sagen?"
Emily atmete tief durch.
„Charlie, ich wollte mich eigentlich nur jetzt schon von dir verabschieden."
Charlie runzelte verwirrt die Stirn.
„Emily, was..."
„Du bist jetzt so weit alleine klar zu kommen. Du brauchst mich nicht länger und daher werde ich wieder nach Amerika zurückkehren. Ich vermisse mein Zuhause und meine Familie und ich sehe wirklich keinen Grund, aus dem ich länger hier bleiben sollte."
„Aber Emily..."
Emily legte ihm eine Hand auf die seine.
„Weißt du einen Grund, aus dem ich hier bleiben sollte?"
Charlies Kehle wurde trocken.
Als ein Moment in Stille verstrichen war, seufzte Emily.
„Das hab ich mir gedacht. Machs gut Charlie."
Sie gab ihm einen Kuss auf die Wange und ging dann wieder in den Saal zurück.
Charlie blieb einen Moment regungslos stehen, bevor er sich die flache Hand vor die Stirn schlug.
„Du Vollidiot!"
oooooooooooooooooooooo
Wohl zum tausendsten Mal musste Lavender Ron an diesem Abend davor bewahren gegen ein anderes Tanzpaar zu stoßen, indem sie ihm einen energischen Schups gab.
Er schien es jedoch noch nicht einmal zu bemerken.
Innerlich kochte Lavender, denn Ron kannte auf diesem Ball offensichtlich nur ein Gesprächsthema.
„Ich verstehe wirklich nicht, was sie von diesem Gorilla will!", brummelte Ron in diesem Moment erneut.
Dieses war nur eines der unzähligen Kommentare dieser Art, die er bislang geäußert hatte.
Lavender sah wütend zu ihm auf.
Sie befanden sich in einem wundervollen Ballsaal, sie trug eines der umwerfendsten Kleider, das sie je besessen hatte und um sie herum herrschte eine einzigartig romantische Stimmung, doch Ron hatte nicht einen einzigen Blick für sie übrig.
Er starrte die ganze Zeit angespannt zu Hermine, die mit Viktor Krum tanzte und scheinbar sehr viel Spaß zu haben schien.
„Ronald, ich wäre dir wirklich dankbar, wenn wir endlich über etwas anderes reden könnten", zischte Lavender.
„Klar doch, ich würde auch lieber... Merlin, hast du das gesehen? Er hat sie viel zu eng an sich gezogen."
Lavender blickte zu Hermine hinüber.
„Ja, Ronald, tatsächlich, er hält sie sehr eng an sich gepresst und es scheint ihr zu gefallen, also warum lässt du die beiden nicht endlich sein?"
Ron sah kurz zu Lavender hinab als hätte sie den Verstand verloren, dann schüttelte er den Kopf über sich selbst.
Lavender hatte Recht, das war lächerlich.
„Du hast natürlich Recht, ab jetzt gehöre ich ganz... Okay, jetzt reicht´s, was fällt ihm ein sie zu küssen, wenn es auch nur ein Kuss auf die Wange ist, das ist doch wirklich..."
Weiter kam Ron nicht, denn eine schallende Ohrfeige hielt ihn auf.
Verwirrt blickte er zu der vor Zorn bebenden Lavender.
„Was sollte das denn?"
„Du hast es nicht besser verdient, du bist doch wirklich der größte Vollidiot, der mir je über den Weg gelaufen ist!"
Mit diesen Worten rauschte Lavender davon und ließ einen verwirrten Ron zurück.
Was zum Teufel, war das denn?
Er blickte zu Hermine hinüber.
Sie starrte ihn an.
Als sie bemerkte, dass Rons Blick erneut auf ihr ruhte, wandte sie sich um und tanzte wieder vergnügt mit Viktor.
Ron blickte von Hermine zu Lavender, die gerade in einem Raum verschwand.
Er zuckte die Achseln, wütend auf sich und wütend auf Hermine, ging er zur Bar.
Oh ja, morgen würde ihm leid tun, was er jetzt vorhatte, doch im Moment konnte ihn nichts davon abhalten sich mit Alkohol volllaufen zu lassen.
oooooooooooooooooooooo
Harry trat gemeinsam mit Mr. Weasley wieder in den Ballsaal.
„Ich werde das in die Wege leiten, meine Junge. Wir hatten ja keine Ahnung!"
Harry nickte.
„Es war auch für mich ein ziemlicher Schock, aber er hat das Richtige getan und das sollte belohnt werden."
Mr. Weasley nickte.
"Ich werde alles tun, was in meiner Macht steht, denn immerhin sind wir ihm zu großem Dank verpflichtet. Wir schulden ihm dein Leben."
Harry reichte Mr. Weasley die Hand.
"Finden sie ihn einfach und Sorgen sie dafür, dass das richtig gestellt wird."
„Das mache ich, aber jetzt, solltest du wirklich wieder feiern gehen. Genug von diesem ganzen ernsten Kram."
Harry nickte und mischte sich unter die Menge.
Er erblickte Ron an der Bar und machte sich auf den Weg zu ihm.
„Na, alter Freund, was treibt dich in den Suff?"
Ron blickte zu Harry, der den Stuhl neben ihm eingenommen hatte.
„Was glaubst du?"
Harry schüttete den Drink runter, den der Barkeeper auf ein Zeichen Rons hin, vor ihn gestellt hatte.
„Na ja, in deinem Fall gibt es nur zwei Möglichkeiten. Entweder deine bezaubernde Exverlobte, eine gute Freundin von mir übrigens oder deine jetzige Verlobte..."
„Meine jetzige Verlobte, die eine ordentliche Rechte hat."
Ron drehte seinen Kopf so, dass Harry die andere Seite seines Gesichtes sehen konnte.
Auf Rons Gesicht prangte der deutlich erkennbare Abdruck einer Hand.
Harry stieß einen anerkennenden Pfiff aus.
„Wow, das hat gründlich gesessen."
Harry lachte.
Ron grinste ebenfalls.
„Ich geb dir jetzt einen guten Rat, Harry, lass dich niemals mit einem Auror ein. Die haben eindeutig zuviel Training."
Harry lachte erneut.
„Keine Sorge, mir schwebt da jemand anderes vor und sie ist bei weitem kein Auror."
Ron folgte Harrys Blick.
„Meine Schwester hat dir immer noch den Kopf verdreht, was? Du solltest das wirklich bald in Ordnung bringen, bevor mir wieder einfällt, dass du sie geschwängert hast und das vor eurer Hochzeit."
Harry seufzte.
„Ich bin dabei."
Ron kicherte.
„Übrigens sind Auroren harmlos im Gegensatz zu Weasley-Frauen."
Harry seufzte.
Die beiden schwiegen wieder eine Weile und kippten den nächsten Drink.
„Was gedenkst du wegen Lavender zu unternehmen?", fragte Harry schließlich.
Ron zuckte mit den Schultern.
„Bin mir nicht sicher, ob ich überhaupt was unternehmen will."
Harry grinste.
„Hermine lässt dich immer noch nicht los, was?"
Ron schüttelte den Kopf.
„Ich frag mich, womit ich Merlin verärgert habe, um so eine Frau zu verdienen. Ich meine, konnte ich mich in der ersten Klasse nicht in Susan oder Parvati verlieben. Oder wie wäre es mit der fünften Klasse gewesen? Wieso konnte ich mich nicht damals auf der Stelle in Luna verlieben?"
Harry lachte.
„Du ziehst Luna Hermine vor?"
Ron sah in ernst an.
„Lach nicht! Luna ist wirklich ein heißer Feger geworden und bei weitem nicht so kompliziert wie Hermine. Außerdem hätte sie mich bestimmt nie so auf die Palme gebracht, sie hätte mich nie dastehen lassen wie der letzte Idiot, sie hätte mich nie so aus der Ruhe gebracht, sie..."
„Und genau das ist der Grund, warum du dich nie in Luna Lovegood oder auch Parvati und Susan verliebt hast. Sie gehen dir nicht unter die Haut."
Schweigend kippten sie den nächsten Drink.
Nach einer Weile fragte Harry lachend: „Luna, ein heißer Feger?"
Ron grummelte.
„Lach nicht!"
oooooooooooooooooooooo
In einem ruhigen Zimmer abseits der Feiernden, saß Keith nachdenklich auf einem Sofa und blickte nachdenklich auf sein Cognacglas.
Er machte sich einige Gedanken über den heutigen Abend.
Er wusste, einige Menschen hielten ihn für zu naiv und gutgläubig, aber er war bei weitem nicht bescheuert, denn nicht umsonst war er Arzt geworden.
Ihm war nicht entgangen, dass Ginny sich ihm förmlich an den Hals geworfen hatte, sobald Harry in ihrer Nähe war, jedoch nichts von ihm zu wissen wollen schien, wenn sie unter sich waren.
Er war frustriert.
Frustriert über sich selbst und seine Hoffnungen und frustriert über die ganze Situation, in der er sich befand.
Er fühlte sich allein gelassen und übergangen.
Keith hatte geglaubt, dass Ginny ihn wirklich liebte.
Doch jetzt erkannte er, dass er eigentlich nie eine Chance gehabt hatte.
Ginny hatte ihr Herz schon lange verloren und nicht an ihn.
Er schwenkte sein Cognacglas und leerte es dann in einem Zug, nur um ihn erneut zu füllen.
Was für ein Vollidiot er doch gewesen war.
Er hätte sich niemals zwischen die beiden drängen dürfen.
Was hatte er sich nur dabei gedacht?
Harry war nicht tot gewesen, sondern war im Koma gelegen.
Die beiden hatten eine Tochter.
Einerseits war er wütend auf Ginny, denn er war sich noch niemals so dumm vorgekommen, wie am heutigen Abend.
Nicht nur, dass Ginny ihn benutzt hatte, um einen anderen eifersüchtig zu machen und das mehr als einmal, nein, er war davon überzeugt, dass Harry die ganze Farce durchschaut hatte.
Er füllte sich erniedrigt.
Andererseits fühlte er sich auch wie ein Schuft.
Er als Arzt hätte es besser wissen müssen, als sich mit einer Frau einzulassen, die äußerst verletzlich und einsam war.
In diesem Moment wurde die Tür aufgerissen und er hätte vor Schreck beinahe sein Glas fallen lassen.
„Dieser Vollidiot! Was fällt ihm ein? Wie kann er es nur wagen, so mit mir umzugehen? Ich bin seine Verlobte, Merlin noch eins!"
Lavender stampfte wütend mit dem Fuß auf.
Erst in diesem Moment bemerkte sie Keith.
„Oh, hallo, ich wusste nicht, dass jemand hier drin ist."
Keith lächelte.
„Das macht nichts. Suchst du auch Zuflucht?"
Lavender seufzte und nickte.
Keith rutschte ein Stück auf dem Sofa und machte ihr Platz.
Lavender setzte sich neben ihn.
„Ich habe ein ganz eignartiges Déjà vu. Hatten wir das nicht schon mal?", fragte Lavender mit einem traurigen Grinsen.
Keith nickte und reichte ihr wortlos die Cognacflasche.
oooRückblick Anfang (Ausgangslage Kapitel 16)ooo
Lavender saß an der Bar im tropfenden Kessel und kippte gerade ihren fünften Drink, während sie die letzten Tränen ärgerlich wegwischte.
Plötzlich ließ sich jemand in den Barhocker neben Lavender fallen.
„Bitte gib mir irgendwas Hartes", sagte der Mann müde und vergrub das Gesicht in den Händen.
Lavender sah zu ihm herüber und runzelte verwirrt die Stirn.
„Doktor Richards, was machen Sie denn hier?"
Keith nahm erschrocken die Hände vom Gesicht und blickte zur Seite.
„Oh, nanu, was für ein Zufall, Sie sind Miss Brown, nicht wahr? Sie sind die Verlobte meines zukünftigen Schwagers, nicht wahr?"
Lavender zog überrascht eine Augenbraue hoch.
„Was Sie nicht sagen. Ich wusste gar nicht, dass Ginny verlobt ist!"
Keith stieß ein trockenes Lachen aus.
„Das wundert mich kein bisschen, denn immerhin wusste bis gerade eben auch kein anderer der Familie Weasley davon!"
Lavender war erstaunt.
„Tatsächlich?"
Keith nickte.
„Keiner wusste etwas davon, bis ich heute Morgen die Bombe platzen ließ!"
Lavender stieß einen Pfiff aus.
„Wow, dann sind Sie tatsächlich mit Ginny verlobt? Ich dachte immer, sie würde auf Harry...aber na ja! Was hat sie gesagt, als sie ihrer Familie davon erzählt haben?"
„Was sie gesagt hat? Sie war ziemlich wütend und hat mich sozusagen rausgeschmissen!"
Lavender warf ihm einen mitfühlenden Blick zu.
„Mann, die Liebe stinkt!"
Keith kippte den Drink runter, den der Barkeeper ihm vorsetzte.
„Das können Sie laut sagen!"
Lavender prostete ihm zu und trank ebenfalls ihren Drink.
„Ich frage mich wirklich, was es damit auf sich hat mit einem Weasley verlobt zu sein? Offensichtlich bringt es einem nichts als Ärger!"
Nun blickte Keith verwirrt drein.
„Wieso? Ich dachte immer, Sie wären so glücklich in ihrer Beziehung!"
Lavender lachte.
„Klar, ich sitze täglich morgens in einer Bar und betrinke mich!"
Jetzt war es an Keith mitleidig zu schauen.
„Dann kriselt es auch in Ihrer Beziehung?"
Lavender seufzte.
„Bis vor kurzem dachte ich tatsächlich, wir seien glücklich, aber in letzter Zeit ist alles anders. Ich habe das Gefühl, wir haben außer unseren Job keine Gemeinsamkeiten. Wir reden nicht miteinander und wenn wir miteinander ausgehen, dann habe ich das Gefühl Ronald beachtet mich überhaupt nicht. Es ist wirklich eigenartig, aber, obwohl ich verlobt bin, fühle ich mich einsam. Wissen Sie, was ich meine?"
Keith nickte gedankenverloren.
„Ich weiß genau, was Sie damit meinen."
Lavender saß eine Weile schweigend da, bevor sie sich wie ein Wirbelwind zu Keith herumdrehte.
„Wissen Sie, was mich wirklich wütend macht?"
Keith schüttelte den Kopf.
„Es macht mich wütend, dass er mir heute nicht direkt nachgegangen ist, um sich um mich zu kümmern. Na ja, das ist nicht das Eigentliche, das mich wütend macht. Sondern es macht mich wütend wie ich selber werde, wenn ich bei ihm bin. Ich benehme mich wie ein Dummkopf und weiß nicht mal warum. Ich meine, ich benehme mich wie ein dummes Huhn. Ich bemuttere ihn und scharwenzle um ihn herum, wie eine hohle Nuss, dabei bin ich nicht einmal so. Es ist nur, wenn ich in seiner Nähe bin, dann fühle ich mich wieder wie ein albernes Schulmädchen. Oft sage ich mir, so geht es nicht weiter, doch dann sehe ich ihn und werde wieder unglaublich verlegen. Er ist so gutaussehend und männlich und er ist ein Held. Ich sehe ihn und werde direkt wieder ein kleines Mädchen, das errötet, wenn es den Schwarm sieht. Ich kann mir nicht helfen und dann vertusche ich meine Verlegenheit mit meinem albernen Getue. Merlin, ich hasse das! Ich hasse es, dass ich es sogar beinahe verstehen kann, wenn er mir heute nicht gefolgt ist!"
Lavender war im Laufe ihrer Erzählung immer lauter und schneller geworden.
Keith beobachtete erstaunt wie Lavender sich in Rage redete.
Ihre Augen funkelten und ihre Wangen waren gerötet.
Sie sah ganz entzückend aus.
„Warum verlassen Sie ihn dann nicht, wenn Sie sich selbst nicht mehr leiden können, wenn Sie in seiner Nähe sind?"
Keith war wirklich gespannt auf ihre Antwort.
Es war als würde sämtliche Luft aus Lavender weichen.
Sie sackte in sich zusammen und rührte versonnen in ihrem Glas herum.
„Manchmal habe ich mit dem Gedanken gespielt, aber wenn ich sehe, wie er arbeitet, wie er mit seinen Freunden und seiner Familie umgeht und wenn er mich dann küsst, dann vergesse ich all meine Sorgen und denke: Es wird schon alles gut werden!"
Keith wusste was sie meinte.
Ähnlich ging es ihm selbst.
Er hatte sich oft Gedanken gemacht, ob das, was er und Ginny taten, richtig war.
Sie hatte ein Kind und der Vater des Kindes war im Koma gelegen.
War das der richtige Zeitpunkt für eine Beziehung gewesen?
Er hatte sich viele Sorgen gemacht, aber wenn er Ginny dann in seinen Armen hielt, waren die Sorgen wie davon geblasen.
Nach einer Weile des Schweigens meinte Lavender: „Wow, es hat wirklich gut das alles loszuwerden!"
Keith lächelte sie an.
„Nennen Sie mich doch Keith, immerhin gehören wir bald zur selben Familie."
Lavender lächelte zurück.
„Na gut, aber nur wenn du mich Lavender nennst."
„Einverstanden!"
Keith reichte ihr die Hand und Lavender ergriff sie.
Sie schauten sich in die Augen und eine eigenartige Stimmung ergriff sie.
Sie schwiegen und das Lächeln verschwand langsam von ihren Gesichtern.
Lavender meinte einen Augenblick gerade einen Moment zu durchleben.
Diesen Moment der eigenartigen Spannung kurz bevor man sich das erste Mal küsste.
Doch dann ließ Keith ihre Hand los und stand mit einem Lächeln auf.
„Ich werde dann mal wieder gehen. Die Arbeit ruft. Es war wirklich schön mit dir zu reden."
Er legte das Geld für seine Drinks auf den Tresen und verließ die Bar.
Sein Herz klopft eigenartig schnell und er fragte sich, was da gerade passiert war.
Ähnliches fragte sich auch Lavender, als sie ihm nachsah.
oooRückblick Endeooo
„Wieder einmal Probleme mit deinem Weasley?"
Lavender stieß einen frustrierten Laut aus.
„Oh ja! Aber was ist mit dir? Ich hatte den Eindruck, zwischen dir und Gin läuft es heute ganz ausgezeichnet."
Keith ließ ein gespieltes Lachen von sich hören.
„Oh ja, klar, es ist läuft hervorragend. Wenn man mal davon absieht, dass Ginny ihrer Familie niemals von mir erzählen wollte, sich Ewigkeiten lang nicht bei mir gemeldet hat und mich jetzt als Spielzeug benutzt, um ihren Exfreund eifersüchtig zu machen. Also, wenn man über das alles hinwegsieht, dann läuft es hervorragend."
Lavender lachte.
Keith sah sie verwirrt an.
Als Lavender Keiths Blick bemerkte, musste sie noch mehr lachen.
„Tut mir leid, aber das ganze ist einfach zu komisch. Ich meine, dass wir hier sitzen, beide mehr oder weniger von unseren Verlobten verlassen, wenn auch noch nicht offiziell. Beide von Menschen aus derselben Familie. Eigentlich hätte ich es wirklich besser wissen müssen. Ich kannte Ron und Hermine schon in der Schule und jeder wusste, dass die beiden einfach zusammengehören und dennoch dachte ich, ich könnte mich dazwischen drängen. Ganz schön bescheuert."
Nun musste Keith auch lachen.
„Was du nicht sagst. Schau mich an. Ich habe mich zwischen den großen Harry Potter und seine große Liebe gedrängt und das, obwohl die beiden ein Kind haben."
Lavender blickte ihn mitleidig an.
„Ja, das war wirklich bescheuert."
Die beiden saßen eine Weile schweigend zusammen.
Keith trank seinen Cognac aus, während Lavender einen Schluck aus der Flasche nahm.
„Weißt du, was ich wirklich nicht verstehe? Wir sind beide gutaussehend und erfolgreich und dennoch lassen wir uns solchen Mist von unseren Partnern bieten. Das ist doch einfach unglaublich!"
Keith dachte einen Moment über Lavenders Worte nach, dann nickte er.
„Eigentlich hast du Recht! Warum, bei Merlin, lassen wir uns sowas bieten?"
„Es ist einfach unfassbar! Ich meine, wie kommt Ronald dazu, mich einfach zu ignorieren? Mich? Wo ich mir dieses unglaubliche Kleid gekauft habe, nur ihm zu gefallen? Ich bin bei weitem schöner als Granger und doch behandelt er mich wie Luft, während er sie mit seinem Blicken geradezu verschlingt! Wie kann er es wagen? Es ist eine Unverschämtheit!"
Wieder einmal beobachtete Keith wie sich Lavenders Wangen vor Wut röteten und ihre Augen vor Zorn funkelten.
Sie sah einfach unglaublich aus, wenn sie sich dermaßen in Rage redete.
„Ist es nicht eine Unverschämtheit? Ich meine, was ist mit dir? Findest du es nicht auch unglaublich, wie dich Ginny in eine Ecke stellt und nur noch Augen für Harry hat, wo sie eine lange Zeit so getan hat, als würde ihr nichts mehr an ihm liegen? Ich meine, macht es dich nicht wütend? Du bist attraktiv, reich und ein wirklich guter Mensch! Wie kann sie so was tun, das ist doch..."
Weiter kam sie nicht, denn Keith verschloss ihr mit einem Kuss die Lippen.
Er war sich nicht sicher, was in ihn gefahren war, aber er hatte es nicht verhindern können, sie zu küssen.
Ob es nun daran lag, dass er viel zu viel getrunken hatte oder, dass er sich unglaublich einsam fühlte oder, dass sie einfach umwerfend schön aussah, wenn sie wütend war, er hatte das Bedürfnis, ihre Lippen zu schmecken, nicht unterdrücken können.
Einen Moment wollte Lavender Keith wegschupsen, doch dann brachen sich all ihre aufgestauten Emotionen bahn.
All der Frust über sich selbst, über Ron und ihre unerfüllten Sehnsüchte, kamen in ihr hoch und entluden sich in diesem Kuss.
Dieser Kuss war bei weitem nicht sanft oder romantisch.
Er war voller Begierde und unterdrückter Wut.
In diesem Moment hätte das Haus über ihnen zusammenbrechen können und sie hätten es nicht einmal bemerkt.
ooooooooooooooooo
Draußen im Saal, am Rand der Tanzfläche, wich Susan Freds Händen, die sie wieder auf die Tanzfläche ziehen wollten, lachend aus.
„Merlin, Fred, ich muss wirklich kurz zur Damentoilette. Ich muss mich dringend ein wenig frisch machen. Ich fühl mich total fertig von dem ganzen Tanzen."
Fred lachte.
„Du schwächelst heute Bones. Willst du mir wirklich schon schlapp machen?"
„Nein, bestimmt nicht, ich will mich nur schnell frisch machen!"
„Na gut, dann hole ich uns so lange etwas zu trinken."
„Gut, ich beeil mich!"
Susan schwebte in Richtung Toilette davon.
Fred sah ihr nach und beobachtete ihren verführerischen Hüftschwung beim Gehen.
Merlin, war sie schön.
Er hatte sich den ganzen Abend köstlich amüsiert.
Sie hatten getanzt, getrunken, gelacht.
Fred hatte sich wirklich zurückhalten müssen, um sie nicht wieder zu küssen.
Er konnte einfach nicht vergessen wie sich ihre Lippen auf den seinen angefühlt hatten.
Als er sie heute Abend abgeholt hatte war ihm die Luft weggeblieben.
Ihr rotes Haar fiel ihr in weichen Locken über den Rücken.
Sie trug ein grünes Kleid, das den Großteil ihres Rückens frei ließ und ihn jedes Mal, wenn sie tanzten ihre samtweiche Haut spüren ließ.
Am liebsten wäre er ihr in die Damentoilette gefolgt und hätte sie so lange geküsst bis sie den Unsinn von einer Freundschaft vergaß, doch das konnte er nicht.
Nicht, bis er nicht die Sache mit...
„Fred, was für eine Überraschung!"
Fred wandte sich um.
„Angelina?"
Direkt vor ihm stand tatsächlich seine Exfreundin.
Er war verwirrt.
„Was machst du denn hier?"
„Ich habe eine Einladung!"
„Ja, natürlich, aber ich hätte nicht gedacht, dass du kommen würdest."
Angelina zuckte die Schultern.
„Natürlich bin ich gekommen. Das ist das Ereignis schlechthin."
Fred war nach wie vor verwirrt.
„Aber ich dachte, du redest nicht mit mir. Von daher bin etwas verwirrt, dass du hier bist und mich auch noch angesprochen hast."
Angelina lächelte und trat einen Schritt näher an Fred heran.
„Ach weißt du, ich hatte Sehnsucht nach dir und wollte dich sehen. Gut siehst du übrigens aus."
Fred schluckte.
„D- danke, du siehst auch wundervoll aus."
Angelina lachte.
„Tanzt du mit mir?"
Fred fühlte sich ganz schlecht.
Er war verwirrt und wusste nicht was er tun sollte.
„Ja, warum nicht!"
Angelina lächelte und zog ihn mit sich zur Tanzfläche.
„Klasse, ein langsamer Song. Die mochte ich immer schon am liebsten."
Fred wusste nichts zu sagen, auch nicht als Angelina die Arme um seinen Nacken schlang und sich eng an ihn schmiegte.
In diesem Moment kam Susan wieder in den Ballsaal und hielt nach Fred Ausschau.
Der Abend war bislang einfach ganz wundervoll gewesen.
Vielleicht hatte sie sich ja doch in Fred getäuscht und er war nicht länger in Angelina verliebt.
Den ganzen Abend über hatte er sie nicht einmal erwähnt.
Susan lächelte.
Vielleicht konnte aus ihnen doch mehr werden.
Sie suchte nun die Tanzfläche ab.
Sie freute sich darauf diesen Song mit Fred zu tanzen, denn er war langsam und sie freute sich auf das Gefühl von Freds Armen um ihren Körper.
In diesem Moment erblickte sie Fred.
Sie wollte schon lächelnd auf ihn zugehen, als sie erkannte, dass er bereits mit jemandem tanzte.
Angelina.
Susan versuchte Haltung zu bewahren.
Ihr Herzschlag setzte einen Schlag aus und ihre schlimmsten Befürchtungen wurden wahr.
All die Hoffnungen, die sie sich bis eben gemacht hatte, fielen in sich zusammen.
Sie hatte doch immer gewusst, dass die beiden zusammengehörten.
Sie hätte nicht überrascht sein sollen.
Aber dennoch war Susan überrascht und unglaublich verletzt.
Wie hatte sie nur so dumm sein können, schon wieder ihr Herz an ihn zu verlieren?
Sie kämpfte mit den Tränen.
Entschlossen straffte sie die Schultern.
Langsamen Schrittes ging sie zu ihrem Tisch und sammelte ihre Tasche und ihren Umhang ein.
„Susan, was ist los, gehst du schon?"
Susan sah zu Cassidy.
„Ja, mir geht's nicht so gut. Ich möchte Heim."
Cassidy tippte George an, der sich gerade mit Lee Jordan unterhielt.
„George, geh und hol Fred. Susan fühlt sich nicht wohl und möchte gehen."
George sah überrascht zu Susan.
"Was ist mit dir?"
„Nichts, ich bin nur müde und habe Kopfschmerzen."
„Ich hole Fred für dich."
George wollte sich erheben.
„Mach dir keine Mühe, George. Ich komme schon alleine Heim. Ich möchte Fred den Abend nicht ruinieren."
Mit diesen Worten ging sie.
George runzelte verwirrt die Stirn.
Susan und Fred schienen sich hervorragend amüsiert zu haben und nun wollte sie Freds Abend nicht ruinieren?
"Was ist denn mit ihr los?", fragte Cassidy besorgt.
George suchte mit besorgtem Blick nach Fred.
„Ich weiß es nicht, Liebes!"
Lee hielt ebenfalls nach Fred Ausschau.
Als er ihn gefunden hatte, stieß er einen Pfiff aus.
„Donnerwetter, wäre hätte das gedacht!"
Nun blickten auch George und Cassidy in die Richtung, in die Lee blickte.
„Ist das nicht Angelina, mit der Fred da tanzt?", fragte Cassidy verwirrt.
„Oh ja und ob, kein Wunder, dass es Susan nicht gut ging", meinte Lee.
„Junge, was tust du da? Du bringst dich nur wieder in Schwierigkeiten", murmelte George.
Das Lied endete und Fred kam mit Angelina zusammen auf ihren Tisch zu.
oooooooooooooooooo
Ginny seufzte frustriert.
Alles war schief gegangen.
Harry hatte nicht im Mindesten bemerkt, dass sie mit Keith heftig geflirtet hatte, um ihn eifersüchtig zu machen.
Eigentlich hatte sie den Eindruck, dass Harry sie den ganzen Abend lang eigentlich gar nicht wirklich ansah.
Sie dagegen hatte gesehen, dass er mit einer Menge Frauen geredet und gelacht hatte.
Verdammte Weibsbilder.
Eine aufgedonnerter als die andere und jede von ihnen hatte es eigentlich nur auf Harrys Ansehen und Geld abgesehen.
Am liebsten würde sie den Frauen jedes Haar einzeln ausreißen.
Zu allem Überfluss hatte sie Keith scheinbar wirklich verärgert, als sie einige Zeit nach dem ersten Tanz einen erneuten Versuch gestartet hatte, Harry eifersüchtig zu machen.
Er hatte sie einfach stehen lassen.
Ginny seufzte.
Sie fühlte sich wirklich erschöpft.
All diese Emotionen, die sie heute durchgemacht hatte, waren einfach zu viel gewesen.
Ihr Blick wanderte wieder zu Harry.
Er saß nun mit Lily bei Sirius und seinen Eltern.
Scheinbar schienen sie viel Spaß bei ihrer Unterhaltung zu haben.
Ginny wollte sich einen Ruck geben und zu ihnen gehen.
Sie würde sich geschlagen geben.
All diese Spielchen machten ihr wirklich keinen Spaß mehr.
Sie wollte nur noch Lily nehmen und mit ihr Nachhause gehen.
Ich werde Harry sagen, was ich für ihn empfinde.
Sie straffte die Schultern und ging in Harrys Richtung, als plötzlich...
Ratsch
„Oh Gott, Gin, es tut mir wirklich leid. Dein wundervolles Kleid!"
Ginny blickte auf ihr Kleid hinab.
Der Saum war eingerissen.
Ginny sah zu der Person, die hinter ihr stand und offensichtlich für den Schaden an ihrem Kleid verantwortlich war, auf.
„Ist schon gut, Neville. Es ist nur ein Kleid. Das lässt sich wieder in Ordnung bringen."
„Ich werde das bezahlen, wirklich, Gin!"
Ginny lächelte schwach.
Heute schien einfach alles schief zu gehen.
„Mach dich nicht lächerlich, Neville! Es ist in Ordnung, wirklich! Ich wollte sowieso gerade Nachhause gehen."
Ginny lächelte Neville noch einmal aufmunternd zu, bevor sie davonging.
Sie begutachtete den Schaden an ihrem Kleid.
Sie würde es irgendwie feststecken müssen.
So konnte sie nicht hier herumlaufen.
„Hey, Gin, gerade ist mir Neville begegnet und hat mir zerknirscht von deinem Kleid erzählt. Kann ich dir helfen?"
Ginny lächelte Hermine dankbar an.
„Ja, ich muss den Saum irgendwie feststecken!"
„Komm, wir suchen uns einen ruhigen Raum und dann schau ich, was ich machen kann."
Hermine zog Ginny in Richtung einer Tür weg.
Sie öffnete die Tür und zog Ginny herein.
„So, jetzt lass uns mal schauen, was wir..."
Hermine verstummte plötzlich.
„Was ist den los, Herm..."
Auch Ginny, die sich nach dem Grund für Hermines Verstummen erkundigen wollte, blieben die Worte im Halse stecken.
Sie waren nicht alleine im Zimmer.
„Oh mein Gott!"
Ginny konnte den Ausruf nicht unterdrücken.
Hermine bedeckte sich schnell die Augen und drehte sich weg.
„Gin, es ist nicht so, wie es aussieht!"
Ginny blickte von Keith, dessen Hemd nicht länger zugeknöpft war zu Lavender, deren Kleid sich um ihre Hüften bauschte.
Ginnys Augen wurden kalt.
„So, es ist nicht so, wie es aussieht? Dann ist dir Lavender auf den Schoß gefallen und dei Hemd hat sich dabei wie von selbst geöffnet? Oh, lass mich raten, dieser ordinäre Lippenstift ist meiner! Du hast ihn dir von mir geliehen, weil du ihn so gern im ganzen Gesicht trägst!"
„Also, wirklich, Gin, es ist alles ganz anders!"
Ginny lachte trocken auf.
„Oh ja, klar, natürlich. Weißt du was, Keith, es ist mir egal. Von Lavender, dem Schulflittchen, hätte ich es nicht anders erwartet, aber von dir?"
Ginny wollte aus dem Zimmer rauschen, überlegte es sich aber anders und drehte sich noch einmal um.
Sie zog den Verlobungsring von ihrem Finger und schmiss Keith den Ring an den Kopf.
Befriedigt nahm sie Keith Schmerzenslaut zu Kenntnis und verließ den Raum.
Hermine blickte mit Verachtung von einem zum anderen und folgte Ginny dann.
Draußen schloss Hermine leise die Tür und wollte ihrer Freundin nachgehen.
„Hermine, was ist da drin vorgegangen? Ginny kam gerade an mir vorbei und sah am Boden zerstört aus!"
Hermine blickte zu Ron auf, der wirklich besorgt aussah.
In diesem Moment wurde ihr klar, was die Sache, die sich im Zimmer hinter ihr abgespielt hatte, für Ron zu bedeuten hatte und bekam beinahe Mitleid mit ihm, wobei es ihm eigentlich Recht geschah.
Unbewusst warf sie einen nervösen Blick über ihre Schulter.
„Nichts, Ginny, ging es nur nicht so gut und..."
„Hermine, du konntest mich noch nie besonders gut anlügen! Was ist in diesem Zimmer passiert?"
„Nichts, wirklich! Ron, du solltest da nicht..."
Ron ließ Hermine nicht weiter sprechen.
Er schob sie aus dem Weg und marschierte direkt in das Zimmer.
Ron erstarrte als er beobachten musste, wie seine Verlobte gerade dabei war sich wieder ordentlich anzuziehen.
Er blickte zornig zu Keith.
Ohne Worte ging er auf ihn zu und schlug ihm einmal heftig mit der Faust ins Gesicht.
„Das ist dafür, dass du meiner Schwester wehgetan hast, du Mistkerl!"
Dann marschierte er wieder aus dem Zimmer.
Hermine blickte noch einmal zurück zu Lavender und Keith, die, wie sie bemerkte, beide gar nicht so zerknirscht aussahen, wie sie vielleicht hätten sein sollen.
Hermine schüttelte den Kopf, schloss erneut die Zimmertür und folgte dann Ron, der in Richtung Ausgang marschierte.
