Hallo ihr Lieben!

und weiter gehts, heute mit Chap 24 und eine Gute Nachricht für euch. Ab sofort wird es einmal die Woche ein neues Chap geben. Jeden Samstag hab ich geplant. Vorausgesetzt die Seite macht mit.

Außerdem muss ich ja irgendwie die Zeit rausschinden um den zweitern Teil zu schreiben. verlegen lach

Was euch sicherlich auffallen wird ist die veränderte Zeilenschaltung. das liegt daran das ab diesem Chap eine neue Betaleserin am Werke war. Also, Danke noch mal Sweet Fay für deine Mühe.

Und ein weiterer Danke geht an Eben Sweet Fay und Elektra von Helsing, meine Reviewerinnen vom letzen Chap.

Bleibt mir noch euch noch mal auf den Disclaimer hinzuweisen der wie immer lautet fast nix meins, etc. und euch ganz ganz viel Spaß ztu wünschen.

Rettung (aus) der Zukunft

Kapitel 24

Harry sah Remus kurz an und begann dann davon zu erzählen. Die Briefe die er bekommen hatte, ihre Suche nach einer Lösung, wie sie diese dann gefunden hatten und auch über den Plan, den sie sich überlegt hatten. Remus half ihm dann schließlich bei der Erzählung des Kampfes.

„Und du warst dabei? Hat Albus völlig den Verstand verloren, dich in so was Tödliches mit einzubeziehen?" platze Sirius dazwischen.

„Wenn Harry nicht dabei gewesen wäre, säßen wir jetzt verdammt tief in der Tinte", meinte Remus und erzählte dann weiter, bis zu der Stelle wo er ohnmächtig geworden war.

Sirius sah Harry entsetzt an. „Du…du hast ihm gegenübergestanden?"

Der Gryffindor nickte vorsichtig. „Ich hab ihn provoziert. Er hat die anderen nur angegriffen, weil ich nicht zugeben wollte mich vor ihm zu fürchten. Und als Remus dann getroffen wurde… wir… er… er bedeutet mir sehr viel. Er war immer für mich da und… irgendwie… häng an ihm. Ich… ich dachte er… er sei Tod", erklärte Harry mit zitternder Stimme.

Warum er es auch jetzt noch nicht fertig brachte, Sirius einfach zu sagen, dass er Remus liebte, verstand er nicht ganz. War es ihm doch peinlich das zuzugeben? Scheinbar. Und dann war da auch noch die Sorge, Sirius würde das nicht tolerieren. Er hatte ja Remus gefragt was seine Eltern davon halten würden, aber Sirius? Er wusste es einfach nicht.

Sirius sah ihn für einen Moment schockiert an, aber das hielt nicht lang. Seine Freude, dass Remus sich wirklich um Harry gekümmert hatte überwiegte deutlich. „Es freut mich, dass ihr bei euch so gut versteht", meinte er und sah dann Remus an. „Und dir geht es gut?"

„Ja. Alles bestens. Allerdings hab ich auch gedacht mein letztes Stündlein hätte geschlagen und ich hab mich bei dir entschuldigt, dass ich Harry nicht beschützen kann", sagte Remus ruhig.

Er war dankbar dafür, dass er es auch meist schaffte, seine Gefühle vor Sirius zu verbergen. Vor allem die Erleichterung, dass Harry noch nicht erwähnt hatte, wie nahe sie sich wirklich gekommen waren. Sirius wusste nichts von seiner sexuellen Orientierung, wie man so schön sagte. Er hatte James das Versprechen abgenommen es niemandem zu sagen, unter dem Vorwand, er wollte es Sirius selbst sagen und der hatte sich daran gehalten. Warum aus diesem Outing nie etwas geworden war, wusste er selbst nicht mehr so genau. Außerdem war er sich ziemlich sicher, dass die Bitte sich um Harry zu kümmern, das Geschehene mit 100iger Sicherheit nicht eingeschlossen hatte.

„Und dann? Wie bist du ihm entkommen?" fragte Sirius Harry und senkte den Blick.

Was würde Sirius denken? Sagen musste er es, es würde so oder so rauskommen. Und Sirius würde es sicher lieber von ihm selbst, als von einem Ordensmitglied erfahren wollen.

„Ich… ich hab einfach die Nerven verloren und nur noch dran gedacht diesen Mistkerl umzubringen", erzählte Harry. „Ich hab einfach nur noch daran denken müssen das dieses Schwein mir alle genommen hat, die ich Liebe. Meine Eltern, Dich, und… und Remus."

Harry schwieg daraufhin eine Weile. Einerseits um Mut zu sammeln, andererseits fragte er sich, wie Sirius die Liebeserklärung an Remus verstehen würde. Würde er ihn durchschauen und wissen was los war? Oder würde er denken, er liebte Remus wie einen Vater oder so was? Er sah kurz auf und entdeckte Sirius fragendes Gesicht. Er schuldete ihm schließlich noch eine genaue Antwort.

„Ich… ich hab ihn mit dem Todesfluch angegriffen", flüsterte er schließlich.

Für einen Moment herrschte Stille.

„Du hast was?" platze Sirius dann entsetzt heraus und Harry zuckte so heftig zusammen, als hätte man ihm gerade eine Ohrfeige verpasst.

Nicht das Sirius ihn wirklich geschlagen hatte, nein. Aber die laute Stimme seines Paten, war wie ein Peitschenhieb. Dann lag wieder diese Stille über ihnen, die fast erdrückend war. Harry sah vorsichtig zu Remus, der seinerseits Sirius zu mustern schien. Er musste sich dazu zwingen zu seinem Paten aufzusehen.

„Es… hat geklappt?" fragte der ihn viel ruhiger, als sie Augenkontakt hatten und Harry nickte leicht, in der Erwartung, dass Sirius wieder laut wurde. Doch nichts dergleichen geschah, also erzählte er weiter.

Nachdem er dann schließlich geendet hatte, überlegte er fieberhaft was er tun könnte damit Sirius ihn nicht dafür verachtete, dass er jemanden bewusst hatte töten wollen. Er liebte Remus und würde es jederzeit wieder tun. Und er war sich sicher, dass er es auch tun würde, wenn Sirius etwas geschehen sollte. Dessen Mörder würde er ebenfalls nicht entkommen lassen. Nur was sollte er tun, damit Sirius das verstand? Sollte er ihm doch direkt die Wahrheit über sich und Remus sagen? Und seit wann war er eigentlich so ängstlich? Er hatte doch noch nie Angst gehabt jemandem die Wahrheit zu sagen. Wieso jetzt?

Plötzlich nahm Sirius ihn in den Arm.

„Du hast mich grade ganz schön geschockt, aber… ich versteh dich ja nur zu gut. Auch ich würde diesen Mistkerl nur zu gern zur Hölle schicken und Peter gleich hinterher", flüsterte Sirius und Harry durchströmte unendliche Erleichterung. „Du wirst Erwachsen, Harry. Und gehst immer mehr nach James. Er hätte unseren Tod auch nicht ungerecht gelassen. Er hätte sich den Mörder vorgenommen, da bin ich mir sicher." Harry konnte nicht anders, als seinen Paten auch in den Arm zu nehmen.

„Ich geh uns mal was zu essen holen. Bleibt ja im Haus und keine Dummheiten", bat der Werwolf und verschwand.

Harry löste sich von seinem Paten und versuchte ihn anzulächeln.

„Ihr zwei versteht euch also richtig gut, ja?" meinte Sirius feststellend. „Ja. Er… wir sind gute… sehr gute Freunde geworden", antwortete Harry lächelnd.

Für die Wahrheit war später immer noch genug Zeit. Er wollte erst mit Remus darüber reden, wie sie Sirius das am besten sagten. Vor allem wollte er Remus dabei haben, wenn er es ihm sagte.

„Und du warst auch an Vollmond hier bei ihm?"

Harry schmunzelte.

„Remus ist in den Nächten total verschmust. Habt ihr ihn so verwöhnt?"

Sirius lachte hell auf.

„Wir haben uns eher mit ihm gebalgt und rumgetobt. Vielleicht liegt das am Banntrank. Als der erfunden wurde… das ist etwa 12 Jahre er. Und im letzen Jahr… da ist es mir nicht aufgefallen, allerdings hab ich mich auch verwandelt. Vielleicht reagiert er nur auf Menschen so", mutmaßte Sirius.

Harry allerdings, hatte da auch seine eigene Theorie. Vielleicht war er nur ihm gegenüber so verschmust. Er ließ sich zwar von anderen Streicheln, aber gekuschelt hatte er ja nur mit ihm.

„Wir können ihn ja mal fragen, aber erzähl mal, wie läuft es sonst auf Hogwarts. Was mach Schniefelus und welche UTZ Fächer hast du genommen?"

„Verteidigung, Zaubertränke, Zauberkunst und Verwandlung sind meine Fächer. Unser neuer Lehrer für Verteidigung ist ganz Ok. Er ist Auror. Maximilian Scott. Er hat einiges drauf. Außerdem läuft die D.A. auch weiter, Beschluss des Clubs. Und Snape? Eigentlich so herzlich wie eh und je. Aber ich komm in Zaubertränke besser klar. Weiß auch nicht warum", erklärte Harry.

„Na dann. Und in den andern Fächern?" fragte Sirius.

„Auch klasse", meinte der Gryffindor und grinste dann. „Wir durften auch ein paar Zusatzkurse wählen. Sie werden ohne Noten unterrichtet. Ich hab stablose Magie, Apparieren und… Animagi."

Harry konnte sich ein kichern, bei Sirius freudestrahlendem Blick, nicht verkneifen.

„Du lässt dich tatsächlich zum Animagus ausbilden?" fragte er.

„Jep. Ich weiß sogar schon welches Tier", erklärte Harry.

„Na los. Raus damit, spann mich nicht so auf die Folter", forderte sein Pate, wie ein ungeduldiges Kind.

„Also einen Werwolf dürfte ich wohl locker in Schach halten und wir zwei würden auch unseren Spaß haben", meinte er und meinte dann: „Ein weißer Tiger."

Sirius schien grade etwas sagen zu wollen, als plötzlich die Haustür laut ins schloss viel. Harry sprang auf und zog seinen Stab, während er sich vor Sirius aufbaute.

„Ich bin es, Remus", rief jemand aus dem Flur und lugte vorsichtig um die Ecke.

Harry stöhnte erleichtert auf.

„Mein Gott. Musst du einen so erschrecken?" seufzte er und ließ seinen Stab wieder in die Tasche gleiten.

„War keine Absicht. Ich hoffe ich habt Appetit?" meinte Remus und stellte drei Pizzas auf den Tisch.

Sirius Bauch fing daraufhin heftig an zu knurren und die Drei sahen sich kurz an, ehe Sirius selbst anfing zu lachen und Remus mit einstimmte.

„Das war deutlich", meinte Harry kichernd und holte ihnen Besteck aus der Küche.

„Deine Animagusgestalt ist also ein weißer Tiger", stellte Sirius dann fest, als Harry sich gesetzt hatte. „Das wird aber nicht einfach. Raubtiere sind schwer, wegen ihrer ausgeprägten Jagdinstinkte. Den zu kontrollieren wird ein hartes Stück Arbeit."

„Hat Hermine auch schon gesagt, aber ich hab mir fest vorgenommen das zu schaffen", meinte Harry und bis herzhaft in die Salamipizza vor ihm.

„Das wirst du auch, davon bin ich überzeugt.", meinte Remus schmunzelnd.

„Daran hab ich auch keinen Zweifel. Aber es wird schwer, werden", sagte Sirius und fragte dann weiter. „Und sonst alles beim alten?"

„Harry hat einen Weg gefunden seine wilde Magie zu benutzen. Der neue Verteidigungslehrer hilft ihm dabei sie zu kontrollieren. Außerdem macht der mit ihm Okklumentik", berichtete Remus und Sirius sah Harry überrascht an.

„Deine wilde Magie? Du bist dazu in der Lage dein Potential zu benutzen?" meinte er erstaunt.

Harry seufzte.

„Es passiert zufällig. In Extremsituationen. Ich hab keine Kontrolle darüber, wann oder wie lange. Und das Training hilft rein gar nichts, auch in Okklumentik nicht. Ich bin genau so mies wie vorher", erklärte er.

„Wird schon werden. Die Wilde Magie zu kontrollieren ist so ziemlich das schwerste was man als Zauberer versuchen kann. Das haben selbst ich und dein Vater nicht hinbekommen. Wir haben sie nicht mal Ansatzweise gefunden", erklärte Sirius.

„Ich versuche es auch weiter. Es ist nur ziemlich frustrierend, wenn man mit nichts vorankommt. Und dann ist da noch ein Verwandlungslehrer, der mich verehrt als sei ich Merlin persönlich", seufzte er und Sirius prustete in sein Wasserglas und fing dann an zu lachen. „Das ist nicht lustig. Er grinst mich die Ganze zeit an und ich komm jede Stunde mindestes drei Mal dran, ob ich mich melde oder nicht. Klappt mal ein Zauber nicht, ist er fast zu Tode enttäuscht und ich bin das Gespött der Klasse. Ich hab lieber den ganzen Tag bei Snape unterricht, als auch nur eine Stunde bei ihm. Ich bin schon drauf und dran ihm einen Streich zu spielen, der sich gewaschen hat, damit er endlich aufhört in mir etwas Besonderes zu sehen."

„Einen Streich? Das klingt aber gar nicht nach Harry Potter. An was dachtest du?" fragte Sirius sichtlich begeistert.

„Das ist ja mein Problem. Ich weiß noch nichts und in die Chronik der Rumtreiber hab ich noch nicht rein gesehen."

„Die Chronik der… die Existiert noch? Wo hast du die denn ausgegraben?" meinte Sirius verwundert. Harry zuckte nur mit den Schultern und sah Remus an.

„Ich hatte sie hier, bei meinen alten Schulsachen. James hat sie mir am Bahnhof gegeben, damit ich mich an euch erinnere und mal blicken lasse. Dass sich unsere Wege nach nur einem Monat wieder kreuzen, hatte ja keiner erwartet. Und ich dachte, Harry findet sie ganz nützlich, außerdem hat James sie geschrieben. Irgendwo gehört sie ihm ja sowieso", meinte er.

„Stimmt und wie ich sehe hat Harry auch den Siegelring der Potters bekommen", meinte Sirius und Harry warf flüchtig einen Blick auf seine Hand.

Er trug ihn schon seit seinem Geburtstag und bemerkte ihn nicht weiter.

„Ja. Ich war so frei und hab ihn an mich genommen, als ich nach der Beerdigung noch mal im Haus war. Eigentlich wollte ich ihn Albus geben, damit er ihn Harry zukommen läst, aber der meinte nur, der Junge sollte erstmal erwachsen werden. Er würde noch früh genug mit seinem Schicksal zu tun bekommen. Außerdem könnte ich ihn Harry selbst geben, wenn er Volljährig wird. Und das hab ich getan", erklärte Remus.

Harry spürte deutlich, dass die Stimmung gegen den Nullpunkt lief. Seine Eigene, wie auch die, der beiden Männer.

Sirius ließ ein Seufzen hören, ehe er mit einem verkniffenen Lächeln fragte: „Erzähl mal Moony. Was treibt der Orden so? Habt ihr meine Mutter von der Wand bekommen?"

Remus verzog kurz das Gesicht.

„Nein, leider immer noch nicht. Ich hab sogar schon mit dem Gedanken gespielt, sie samt Mauer zu entfernen und die dann irgendwo zu sprengen", erzählte er.

Sirius kicherte verhalten.

„Sie muss dir gehörig auf die Nerven gehen, wenn du gewalttätig werden willst. Mir ist übrigens alles recht, solange wir sie loswerden." Dann räusperte er sich und meinte: „Aber mal ernsthaft. Was gibt es sonst neues?"

„Nichts", antwortete Remus schulterzuckend.

„Von den Entführungen dürftest du ja gelesen haben. Wir wissen nicht wo die Kinder festgehalten werden und ich bezweifele, dass wir sie befreien können, selbst wenn wir es wüssten. Voldemort erpresst die Eltern mit ihrem Leben und einige haben durch Albus Ausfall wohl schon den Mut verloren und sind darauf eingegangen.

Außerdem, greift er immer wieder wahllos Muggel an, deren Kinder magische Fähigkeiten haben und tötet sie. Oder, es werden Grundlos irgendwelche Muggel getötet. Und es gibt, wie schon beim letzen Krieg mehrere Spione im Ministerium, an die wir auch nicht rankommen, trotz schärfster Überwachung, soweit wir sie denn kennen. Stevens selbst schwebt auch in Lebensgefahr. Seine Tochter haben sie entführt und gedroht sie zu töten, wenn er nicht von seinem Amt zurück tritt. Er will ihm aber nicht nachgeben. Wir vermuten, dass dann ein Spion seinen Posten übernimmt und das wird er um keinen Preis dulden. Alle tun ihr Bestes, um das Kind zu finden, bisher erfolglos.

Albus liegt nach wie vor Bewusstlos in St. Mungos, sein Zustand verbessert sich aber langsam. Minerva hatte die Idee Fawkes zu ihm zu bringen. Es scheint zu helfen. Der Rest ist wie immer. Nur Molly übernimmt auch ab und zu Aufträge und ich bin dann im Hauptquartier und halt die Stellung."

Sirius runzelte die Stirn.

„Freiwillig?"

Remus schüttelte den Kopf.

„Minerva hat mich dazu verdonnert. Ich vertreibe mir die Zeit damit, den Dachboden zu entrümpeln, oder die Schutzzauber zu entschlüsseln. Auch eine Heidenarbeit, obwohl ich manchmal auch lieber die aktivere Seite vorziehe."

„Du bist eben genauso ungern wie ich eingesperrt", stellte Sirius fest „Was ist mit Kreacher?"

Harry fing kurz Remus grimmig lächelnden Blick auf.

„Sagen wir mal so, ihm ist die Vollmondnacht Ende Juni nicht sonderlich gut bekommen. Gegen einen Ausgewachsenen Werwolf konnte ihm die Elfenmagie auch nicht mehr helfen."

Harry schluckte kurz, kannte er Remus krallen doch nur zu gut. Sirius hingegen nickte nur. Remus fing plötzlich an zu Kichern.

„Hab dabei ne ganz schöne Sauerei angerichtet, aber du wirst es nicht glauben. Für ein paar Stunden hat das richtig gut getan, diesen Verräter umgebracht zu haben. Leider nur für ein paar Stunden."

„Das ist der Hacken beim Morden. Wirkliche Befriedigung gibt es einem nicht auf Dauer."

Den Rest des Nachmittags und des Abends verbrachten sie dann mit Erzählungen über Sirius und Remus Schulzeit. Remus hatte sein Hogwarts - Fotoalbum rausgesucht und Sirius ließ es sich nicht nehmen, Harry zu vielen der Fotos, Geschichten zu erzählen. Remus gab auch einige Kommentare dazu ab, oder gebot Sirius Einhalt, wenn er begann zu übertreiben.

Harry bekam plötzlich einen sanften Kuss auf die Wange gedrückt und schreckte hoch. Remus hielt ihm den Mund zu und nickte in Sirius Richtung. Der lag unter einer Decke und schien ruhig zu schlafen.

„Wann ist er eingepennt?" fragte Harry verwundert und wurde sich jetzt der Decke bewusst, die auch über ihm lag.

„Vor knapp einer Stunde", meinte der Werwolf und strich ihm sanft über die Wange.

„Und ich?"

Remus kicherte leise.

„Gegen zehn. Kein Wunder nach so einem Tag", stellte Remus fest.

Harry betrachtete eine Weile seinen schlafenden Paten. Er konnte nicht verhindern, dass ihm Tränen in die Augen schossen. Er blinzelte kurz zu Remus, der ihn in seine Arme zog.

„Sch. Schon gut. Mir geht es genau so wie dir. Ich kann es auch noch nicht so ganz glauben. Das ist normal. In ein paar Tagen wird das besser werden."

Harry schniefte kurz und sah Remus dann an.

„Wann wollen wir ihm sagen was zwischen uns ist?"

Remus Blick ging einen Moment zu Sirius rüber.

„Nicht jetzt sofort. Wir gehen gleich erstmal in den Grimmauldplatz. Die werden sicher schon Krisensitzung abhalten und auch einige Fragen haben. Lass ihn sich erstmal wieder eingewöhnen."

Harry sah Remus skeptisch an.

„Hat er… meinst du er… es stört ihn?" fragte Harry leise, mit einem Anflug von Panik.

„Nein, das glaub ich nicht", erklärte Remus ernst.

„Er gehört nicht zu den Menschen, die es nicht tolerieren, da bin ich mir sicher. Ich würde ihm nur gern erstmal etwas Zeit lassen, sich wieder einzugewöhnen und sich mit dem was passiert ist zu Recht zu finden. Für heute hat er schon eine Menge erfahren, was er erstmal verarbeiten muss."

Harry seufzte auf. Es gefiel ihm nicht wirklich es Sirius zu verheimlichen, aber Remus hatte irgendwo Recht.

„Na komm. Weck du Sirius, ich mach schnell die Küche in Ordnung."

Harry nickte und schälte sich aus der Bettdecke.

„Sirius!" flüsterte er leise, doch sein Pate reagierte nicht.

Vorsichtig rüttelte er an dessen Schulter.

„Sirius!"

„Noch zehn Minuten Krone", murmelte Sirius und zog sich die Decke über den Kopf.

Harry sah seinen Paten verwundert an. Krone? Sirius hielt ihn für seinen Vater?

„Tatze. Amy steht hier nackt."

„Wo?", fuhr Sirius aus dem Schlaf und Remus brach in schallendes Gelächter aus.

„Oh du… Mistkerl", knurrte Sirius und warf die Decke bei Seite.

Harry sah verwundert zwischen den beiden hin und her.

„Amy war der Name des Mädchens, in das Sirius total verknallt war, leider war sie auch ziemlich stur, fast so wie Lily. Wir haben ihn des Öfteren so aus dem Bett geholt", kicherte Remus.

„Und beim ersten Mal, bin ich James dafür an den Hals gesprungen", meinte Sirius und streckte sich.

„Na komm. Auf geht's. Sonst dreht mir Minerva meinen Hals um", meinte Remus und die beiden Anderen folgen ihnen.

„Harry. Gib Sirius den Umhang. Den wirfst du dir über, bevor wie apparieren. Nicht, dass dich doch noch irgendwer sieht und Alarm auslöst. Das könnte nämlich unangenehm werden."

„Für die Auroren. Dann werd ich nämlich zum Fluchthelfer", murmelte Harry.

„Nicht nur du, Harry. Ich werde auch nicht zulassen, dass sie Sirius verhaften", sagte Remus und Harry reichte den Umhang an Sirius weiter.

„Es ist Jahre her, dass ich ihn das letzte Mal in der Hand hatte", seufzte er und ließ fast ehrfürchtig das Stück Stoff auseinander fallen und warf es sich über.

„Er passt wie angegossen", stellte der Ex-Gryffindor fest und reichte dann Remus die Hand, genau wie es Harry tat.

Als Remus am Grimmauldplatz anklopfte, wurde die Tür heftig aufgerissen und Molly fiel nur Sekunden später Harry um den Hals.

„Oh Junge, wir sind fast umgekommen vor Sorge. Wir suchen seit Stunden nach dir! Wo warst du denn nur? Hat man dir was getan? Bist du verletzt?"

„Molly", sagte Remus streng und löste Harry aus der Umarmung. „Lass uns reingehen", sagte er und schob die Frau zurück.

Harry spürte, wie sein Pate an ihm vorbei ging und betrat als Letzter das Haus, Remus zunickend.

Sie betraten die Küche, wo Minerva Harry sichtlich erleichtert anlächelte.

„Was ist passiert?" fragte sie.

„Das werden wir euch erklären, aber bitte versprecht mir vorher eines. Lasst eure Stäbe stecken. Wir haben dafür eine einigermaßen verständliche Erklärung."

„Was soll das?" fragte Moody und starrte an Harry vorbei.

Sirius hinter ihm fing an zu kichern und nahm den Umhang ab.

„Guten Abend", sagte er dann und Tonks sprang so abrupt auf, dass der Stuhl umkippte und viel Sirius um den Hals.

Harry dagegen hatte Snape im Visier, der seinen Stab gezogen hatte, genau wie Harry eine Sekunde später.

„Steckt die Zauberstäbe weg. Hier wird niemand angegriffen", sagte McGonagall streng.

Aber erst als Snape wirklich seinen Stab senkte, ließ auch Harry seinen verschwinden.

„Setzt euch und dann will ich eine Erklärung", meinte sie und Remus begann zu erzählen was passiert war.

Sirius berichtete dem Orden dann auch, was er erlebt hatte.

„Es war mir zu riskant dir bescheid zu geben und von Harry zu verlangen aufs Schloss zurück zu kehren, wäre einfach nur unmenschlich gewesen. Das wollte ich ihm auch nicht antun", rechtfertigte Remus sein tun.

Minerva seufzte.

„Du bist dir sicher?" fragte sie den Werwolf. „So sicher war ich mir nur selten in meinem Leben. Es ist Sirius. Das schwöre ich dir, bei der Ehre von Gryffindor."

„Ich vertrau dir, nur woher weiß diese Sirinah das alles?"

„Kind eines Todessers", brummte Moody missmutig.

„Nein. Es müsste jemand aus dem Innersten Kreis sein und von denen hat keiner eine Tochter mit so einem Namen. Das wüsste ich. Außerdem sind die Kinder absolut treu", erklärte Snape kühl.

„Wusste ich es doch Harry. Halte dich bloß von Malfoy fern", meinte Ron und sah Harry eindringlich an.

Der seufzte nur.

„Was hat Malfoy damit zu tun?" fragte Molly besorgt.

„Harry ist dabei sich mit ihm anzufreunden", erklärte Ron und alle sahen den Gryffindor an.

„Er will die Seiten wechseln. Er hat mir… er hat mich gewarnt, dass Voldemort mich nicht mehr nur töten will, er will mir wehtun, mir alle nehmen die mir etwas bedeuten."

„Was?" fragte Ron entsetzt und alle anderen schienen seine Meinung zu teilen.

„Wieso sagen Sie das erst jetzt?", war die strenge Frage seiner Hauslehrerin, aber Harry sagte nichts dazu.

Er wollte darüber nicht weiter reden. Es war sein persönliches Problem, mit dem er allein fertig werden wollte. Außerdem hatte er es versprochen.

„Mr. Potter?", fragte seine Lehrerin noch mal.

Der Gryffindor sah Hilfe suchend zu Remus, der ihm zunickte. Er sollte also doch reden. Aber er würde Draco nicht verraten. Der würde ihm nie wieder vertrauen und Snape ging sicher sofort petzen.

„Ich… hab Draco versprochen, nicht zu sagen was passiert ist. Und daran werde ich mich halten", erklärte er deshalb nur.

„Aber Harry", meinte Molly besorgt. „Wir sehen doch, dass dich das beschäftigt. Wir sind doch deine Freunde. Du kannst doch mit uns darüber reden. Außerdem dieser Malfoy, der wird niemals die Seiten wechseln. Der macht dir doch nur was vor."

„Mrs. Weasley!", knurrte Snape scharf. „Sie sollten niemals von den Eltern auf die Kinder schließen."

Sirius, der neben Harry saß, lachte auf und Snape fuhr zu ihm herum.

„Fass dir an deine eigene Nase, Schniefelus. Was machst du denn mit Harry. Du siehst doch auch nur James in ihm. Sei also schön still."

„Du weißt nicht was in der Zwischenzeit alles passiert ist, Black", knurrte Snape nur und Sirius warf Harry einen Blick zu.

Der seufzte tief.

„Ebenfalls ein Versprechen über das ich schweigen muss. Auch wenn ich es dir gern erzählen würde. Ich darf nicht", sagte er sah seinen Paten entschuldigend an.

„Schon gut. Gryffindors halten ihre Versprechen, und die Rumtreiber sowieso. Wir haben noch nie ein Versprechen gebrochen", meinte er und legte eine Hand auf Harrys Schulter.

„Aber… Harry, Malfoy ist nun mal wie sein Vater. Das hat er in den Letzen Jahren doch wohl zur Genüge bewiesen. Du kannst ihm nicht vertrauen Harry. Er ist ein Slytherin", meine Ron fast flehend.

„In Slytherin wirst du noch wahre Freund finden", sagte Remus und lächelte Harry an.

„Das hat der Hut in seinem Lied vor unserer Einschulung gesungen."

„Bei uns auch", meinte Hermine.

Harry nickte seiner Freundin zu und musste auch an seine eigene Einschulung denken. Er hätte nach Slytherin gekonnt. Hätte Ron nicht so viel Schlechtes von dem Haus erzählt, wäre er mit Draco in ein Haus gekommen. Er konnte sich noch genau daran erinnern, was damals passiert war.

Flashback

„Hmm…", sagte eine piepsige Stimme in seinem Ohr. „Schwierig. Sehr schwierig. Viel Mut, wie ich sehe. Kein schlechter Kopf außerdem. Da ist Begabung, du meine Güte, ja – und ein kräftiger Durst sich zu beweisen, das ist interessant…. Nun, wo sollen wir dich hin stecken?"

Harry umklammerte die Stuhllehnen und dachte: „Nicht Slytherin, bloß nicht Slytherin."

„Nicht Slytherin, nein?", sagte die piepsige Stimme. „Bist du dir da sicher? Du könntest groß sein, weißt du, es ist alles da in deinem Kopf, und Slytherin wird die auf dem Weg zur Größe Hilfen. Kein Zweifel – nein? Nun, wenn du dir sicher bist – dann besser nach GRYFFINDOR!"

Flashback Ende

„Das blöde Gerede von einem alten Hut. Der dichtet sich doch nur was zusammen. Harry, du solltest dich wirklich von ihm fernhalten", erklärte Molly streng.

„Mrs. Weasley. Sie sprechen über Dinge, von denen Sie keine Ahnung haben. Also seien Sie Still. Der sprechende Hut ist weise und weiß sehr genau, was er uns jedes Jahr mitteilt und Mr. Potter ist in einem Alter, in dem man wissen sollte, was man tut. Wenn er Mr. Malfoy Vertrauen schenken will, soll er das tun. Und sie entschuldigen mich bitte."

Damit rauschte der Lehrer aus der Küche.

„Ich denke, wir sollten alle heimgehen. Es ist schon nach eins und wir sind alle erledigt. Außerdem muss ich den Auroren, die den Wald durchsuchen bescheid geben", sagte McGonagall und nickte Harry zu. „Ich gebe euch fünf Minuten", meinte sie und scheuchte die anderen aus der Küche.

Harry stand seufzend auf und sah Sirius an. Er wollte nicht gehen. Er wollte seinen Paten hier nicht wieder allein lassen.

„Hey. Ihr habt doch bald Ferien und weg kann ich hier ja nicht. Außerdem… hast du mein Geschenk aufgemacht?" Fragte der Hausherr.

Harry aber konnte seine Gefühle, nicht ganz aus seiner Stimme verbannen.

Er schluckte und flüsterte schwermütig: „Ich wünschte, ich hätte es früher getan."

Sirius stand nun auch auf und legte seine Hände auf die Schultern des Jüngeren.

„Harry. Es ist nun mal passiert und wir können nichts daran ändern. Aber wir haben eine zweite Chance bekommen und ich verspreche dir, ich werde nichts tun, um sie auch in den Sand zu setzen. Ich werde hier schön im Haus bleiben und mich mit keinem Fuß vor die Tür wagen. Das verspreche ich dir, bei der Ehre als Rumtreiber."

Harry zwang sich zu einem Lächeln und nahm Sirius noch einmal fest in den Arm. Auch, wenn er sich aufführte wie ein Kind, er konnte einfach nicht anders. Nicht im Moment.

„Und ich verspreche dir auch aufzupassen und keine waghalsigen Aktionen mehr durchzuziehen. Dann kommst du gar nicht erst in Versuchung mir nachzulaufen", schniefte er.

Sirius lachte leise.

„O.K. Und nun ab mit dir, damit du ins Bett kommst. Wir können uns ja morgen über den Spiegel unterhalten", schlug Sirius vor und Harry seufzte.

„Wenn du mir sagst wie ich ihn wieder zusammenzaubere, gern. Ich… er ist mir… zerbrochen. Nachdem…"

„Sch. Schon gut Kleiner. Ich denke ich weiß was du meinst. Warte mal", sagte Sirius, holte sich ein Stück Pergament und was zu schreiben.

Nachdenklich kratze er sich mit der Feder an der Stirn.

„Es gibt da einen Zauber. Sie waren beide schon mehr als einmal hinüber. Ich komm nur grad nicht drauf."

Hinter ihnen ging die Tür auf und Remus kam herein.

„Harry. Minerva will los", sagte er leise.

„Moony, du kommst genau richtig. Der Spruch mit dem wir die Zweiwegespiegel repariert haben. Wie ging der auch noch."

Remus sah Sirius für einen Moment entsetzt an.

„Tatze, du kannst vielleicht fragen stellen. Es ist 20 Jahre her, dass ich die das letzte Mal gesehen habe und ebenso lang das wir sie reparieren mussten."

„Komm, du bist der, mit dem einmaligen Gedächtnis. Zeig mal, was du alles noch weißt", forderte Sirius und Remus seufzt auf und nahm seinem Freund die Feder ab.

Nach kurzem Zögern, standen zwei Zauber auf dem Blatt.

„Ich meine der Obere ist der Richtige. Bin mir aber nicht 100ig sicher", meinte er.

„Du könnest aber Recht haben. Der sagt mir auch irgendwie etwas", meinte Sirius und reichte Harry den Zettel. „Versuch es. Ansonsten lassen wir uns was anderes einfallen", meinte er und nahm ihn noch mal in den Arm.

Harry nickte nur. Er wusste einfach nicht, was er sagen sollte.

Remus zog ihn sanft zu sich und schob ihn dann aus der Tür, in den Flur und dann raus auf die Straße. McGonagall und seine Freunde waren schon zum Apparierplatz gegangen, während Harry bei Remus am Anfang der Sackgasse stand.

„Ich werde auf ihn aufpassen. Versprochen. Er wird sich nicht wieder verkriechen. Und wenn du das mit dem Zauber nicht hinbekommst, sag bescheid. Dann komm ich vorbei und mach das, oder ich gebe ihm das Telegate."

„Wir… wir sehen uns übermorgen also nicht?" fragte Harry leise.

„Eigentlich… na ja… Weißt du was, wir machen das so. Ich komm am Tag nach Vollmond für ein paar Stunden zu dir. Vollmond selbst, verbring ich mit Sirius zusammen. Dann freut er sich und ist nicht so allein. Außerdem hast du doch auch bald Ferien. Dann sehen wir uns jeden Tag und wir bekommen das schon hin, dass wir uns auch nachts sehen", meinte Remus schmunzelnd und küsste Harry leicht.

Der aber wollte ihn nicht so einfach gehen lassen und zog ihn in einen Zungenkuss.

„Das musste sein, damit ich nicht doch hier bleibe", flüsterte er Remus zu, als sie sich endlich gelöst hatten.

Der Werwolf kicherte verhalten. „Geh besser, sonst verlier ich die Kontrolle."

Harry nickte nur und trat dann zu seiner Hauslehrerin.

„Tut mir leid", murmelte er verlegen, da sie ihn irgendwie nicht gerade glücklich ansah.

Wortlos apparierten sie dann nach Hogsmeade.

„Ich war auch mal jung Mr. Potter und verliebt. Und auch, wenn das schon eine Weile her ist, ich kann mir schon vorstellen was sie empfinden. Und wir alle werden auch auf ihren Paten aufpassen. Ich werde ihn persönlich an einen Stuhl ketten und mit Bannsprüchen belegen, wenn er auch nur auf die Idee kommt, sich in Gefahr begeben zu wollen. Oder ich leg ihn an die Leine. Hunde sollen doch sehr treue Haustiere sein."

Harry sah seine Lehrerin verdutzt an, die ihm dann mit einem Lächeln auf den Lippen zuzwinkerte.

„Weiß Sirius noch nichts von euch?" fragte Hermine nachdenklich.

Harry schüttelte den Kopf.

„Nein. Wir haben ihn heute erstmal auf den neusten Stand gebracht und Remus meinte, er sollte sich erst wieder eingewöhnen. Wir wollen einen günstigen Zeitpunkt abwarten."

Hermine nickte verstehend. Am Schlosstor, holten sie einen langsam dahin schleichenden Snape ein.

„Severus?" fragte McGonagall besorgt.

„Es geht mir gut, Frau Direktor. Nichts passiert. Er ist nur etwas… jähzornig im Moment", knurrte Snape und starrte dann Harry direkt in die Augen.

„Potter, ich muss mit Ihnen reden. Sofort." Harry sah kurz McGonagall an.

„Severus, es ist nach ein Uhr die Kinder gehören ins Bett."

„Schon in Ordnung, Professor. Ich werde sowieso noch nicht schlafen können. Dazu war der Tag zu aufregend", meinte Harry und folgte dem Lehrer an den Rand des verbotenen Waldes.

Er musterte den Lehrer eine Weile schweigend.

„Er hat Sie gefoltert?" fragte der Gryffindor dann.

Snape sah ihn missmutig an.

„Es ist ihm zu Ohren gekommen, dass ich sie… freundlicher behandelte, als es früher der Fall war und das gefällt ihm nicht", knurrte Snape.

Harry sah den Mann für einen Moment entsetzt an.

„Nur, weil Sie mich nicht jede Stunde kritisieren, jagt er ihnen einen Fluch auf den Hals? Spinnt er total?"

Snape Miene regte sich keinen Millimeter.

„Ich wollte Sie darüber in Kenntnis setzen, dass ich das langsam wieder ändern werde. Es hat nichts mit ihnen und Ihrer Arbeit zu tun. Die ist sogar gut, wenn man Sie in Ruhe arbeiten lässt. Ich ziehe es aber vor, nicht von ihm gefoltert zu werden. Er kann dabei sehr grausam werden."

„Danke das Sie mich vorwarnen, Sir", erklärte Harry und seufzte innerlich auf.

Die Tränkestunden würden also wieder ein Horrortrip werden. Aber er konnte auch Snape verstehen.

„Das ist aber nicht der einzige Grund, warum ich Sie jetzt noch sprechen wollte. Es geht auch um Draco."

„Nun wird es interessant", dachte Harry und nickte ihm zu.

„Dracos Weltbild ist, seit dem Tod seiner Eltern, stark ins Wanken geraten. Sie haben es selbst erlebt. Er riskiert das letzte bisschen Ansehen seiner Familie, abgesehen von meinem Leben und legt seine Karten der anderen Seite vollkommen offen. Und die Kinder der Todesser in Slytherin, wollen ihn um jeden Preis auf ihrer Seite halten. Der Lord hat Anweisung gegeben, alles dafür zu tun."

Harry nickte nachdenklich.

„Die Frage ist, verarscht Draco mich, oder vertraut er mir wirklich?"

„Er… verarscht dich nicht was die Warnung angeht. Den Rest musst du aber selbst herausfinden und dass du ihm eine Chance gegeben willst, hätte ich nicht erwartet. Dein Vater wäre nicht über seinen Schatten gesprungen. Diese Eigenschaft musst du von deiner Mutter haben. Lily hatte das Herz auf dem rechten Fleck. Dennoch solltest du vorsichtig sein, was diese Eigenschaft angeht. Es gibt Menschen, die nutzen so etwas schamlos aus."

Harry war über die Maßen erstaunt, über dieses offene Gespräch. Damit hatte er nicht gerechnet. Vor allem nicht hier auf Hogwarts. Und dann waren sie scheinbar mal wieder beim Du angekommen. Vielleicht sollte er diese Gelegenheit ausnutzen und Snape um etwas bitten. Etwas, dass ihm Sorgen bereitete.

„Professor?" fragte er leise.

„Ja?" kam es gequält.

„Könnten Sie vielleicht versuchen auch über ihren Schatten zu springen und Sirius… etwas höflicher behandeln. Es reicht mir auch wenn sie ihn nicht mehr provozieren", bat der Gryffindor vorsichtig und Snape sah ihn missbilligend von der Seite an.

„Ich werde auch mal versuchen ihm ins Gewissen zu reden. Sie stehen auf derselben Seite und ihre Schulzeit ist 20 Jahre her", fügte er rasch hinzu.

„Sie haben keine Ahnung, was ihr Pate und seine Freunde mir alles angetan haben. Dieser entsetzliche Spitzname, ist nur die Spitze des Eisbergs", knurrte Snape bedrohlich leise.

Harry seufzte tief.

„Es stimmt. Ich weiß so gut wie nichts darüber und wenn ich ehrlich bin, will ich es auch nicht wissen. Es ist mir auch so klar, dass die Rumtreiber alles andere als Musterschüler waren. Ich verlang ja nicht, dass sie sich um den Hals fallen. Ich möchte nur, dass sie Sirius aufhören fertig zu machen, weil er nicht aus dem Haus kann. Er leidet schon genug darunter", sagte Harry und fragte sich ernsthaft, ob es wirklich einen Sinn hatte, was er hier gerade tat.

Er bat Snape um einen Gefallen. Er bat tatsächlich Severus Snape, den meist gefürchteten Lehrer von ganz Hogwarts um einen gefallen.

„Dad dreht sich im Grab um", sagte er zu sich selbst und sah erschrocken auf, als Snape neben ihm ins Straucheln geriet.

Reflexartig griff er nach dem Mann und verhinderte so, dass er zu Boden ging. Zu seinem Entsetzen spürte er, dass dessen Umhang an einer stelle feucht war. Snape sagte kein Wort, mühte sich gerade ab wieder auf eigenen Beinen zu stehen und Harry nutzte die Gelegenheit um seine Hand im Mondlicht anzusehen.

„Sie bluten", stellte Harry leise entsetzt fest.

„Der dunkle Lord war nicht gerade zimperlich", presste der Mann zwischen den Lippen hervor.

Harry stockte einen Moment darüber.

„Sie brauchen Hilfe", sagte Harry dann kurzum und nahm den Mann in den Stützgriff.

„Lassen Sie mich los", knurrte Snape bedrohlich leise und Harry spürte einen Zauberstab in den Rippen.

„Schon gut. Eine einfache Bitte hätte aber auch gereicht", sagte er und ließ den Mann los.

Der ging stolpernd zwei Schritte weiter und sackte dann ohne Vorwarnung auf den Boden. Harry wollte ihm schon aufhelfen, aber Snape machte ihm deutlich die Finger wegzunehmen und abzuhauen.

„Wie Sie meinen. Gute Nacht Sir. ", sagte Harry und verschwand um die nächste Ecke, wo er leise den Tarnumhang aus seiner Tasche zog und überwarf.

Er war einfach zu sehr Gryffindor, um jetzt zu gehen. Oder war es eher die Pottersche Neugierde, die ihn antrieb heimlich zu beobachten, wie der Lehrer nach dreimaligem Versuch aufzustehen, regungslos, aber fluchend auf dem Boden liegen blieb?

„Stehen Sie da, um sich zu amüsieren?" keifte Snape plötzlich. Harry sah sich um, da aber niemand sonst hier war, musste er wohl gemeint sein. Also ließ er den Umhang vom Kopf rutschen und trat zu Snape.

„Ich wollte sichergehen, dass sie ins Schloss kommen", meinte Harry.

„Lügen sie mich nicht an Potter", knurrte Snape.

„Ich lüge nicht. Wenn Sie hier draußen erfrieren, bekomm ich die Schuld, weil ich als Letzter bei Ihnen war. Die Lehrer mögen mir vielleicht glauben, aber ihre Hausschüler nicht", meinte Harry und half dem Lehrer ohne weiter zu fragen auf die Beine.

Schnell stellte Harry fest, dass Snape genau so leicht war, wie Remus, aber etwas größer. So wie Sirius. Aber seine Statur war eher die von Remus. Zumindest was Harry davon so spürte.

„Oh Gott. Du vergleichst Snape mit deinem Freund. Harry nun ist gut. Komm runter. Es reicht", schalt er sich selbst, als ihm bewusst wurde, was er da gerade tat.

Langsam liefen sie zum Schloss und Snape dirigierte ihn in die Kerker.

„Sir… sie brauchen Hilfe", meinte Harry leise.

„Alles was ich brauche, hab ich in meinen Räumen", knurrte Snape und führte ihn an der Bürotür und dem Eingang zum Slytheringemeinschaftsraum vorbei, in die Tiefen der Kerker.

Nur vereinzelt brannten hier noch Fackeln und Harry war sich sicher, hier noch nie gewesen zu sein. Snape blieb vor einem kahlen Stück Wand stehen und tippte mit dem Stab dagegen, während er etwas murmelte. Wie von Geisterhand glitt die Mauer zur Seite und gab den Weg in ein Wohnzimmer frei, das er dem Mann niemals zugetraut hatte.

Der Boden war mit dunklem Parkett ausgelegt. Vor dem Kamin stand eine Sitzgruppe, aus schwarzen Ledermöbeln, auf einem perlfarbenen Läufer. An der Wand, gegenüber dem Kamin, gab es ein Bücherregal aus dunklem Holz, passend zu der Farbe des Tisches, der ebenfalls vor dem Kamin stand. In der hintern Ecke stand ein Schrank aus demselben Material. Außerdem gingen hier drei Türen ab. Eine lag gegenüber der Eingangstür, die andern waren in der Wand vor und hinter dem Kamin eingelassen.

Snape steuerte die Tür hinter dem Kamin an. Lautlos und von selbst, schwang sie auf und Harry betrat die Räume seines Lehrers, die er eigentlich nie hatte sehen wollen. Das Schlafzimmer. Hierin stand das für Hogwarts Typische Himmelbett. Allerdings aus einem sehr dunklen Holz und doppelt so breit, wie die ihren. Ein Ehebett. Nur wozu? Er konnte sich Snape nun wirklich nicht als den Menschen vorstellen, der eine Frau an seiner Seite hatte oder auch nur mal Frauenbesuch bekam.

Neben der Tür stand ein großer Schrank und eine weitere Tür führte durch die Wand rechts von ihm. Ächzend ließ Snape sich in die Bettdecke fallen und atmete schwer. Im Licht der Fackeln entdeckte Harry, dass der Umhang an der linken Seite, in Taillenhöhe, feucht schimmerte.

Er wartete darauf, dass Snape selbst Hand an seine Kleidung anlegte, allerdings rührte sich der Lehrer kaum.

„Er wird doch wohl nicht erwarten, dass ich ihn ausziehe?" schoss es Harry durch den Kopf.

Da Snape aber auch nach fast einer Minute noch keinen Finger rührte, nahm Harry allen Mut zusammen und knöpfte ihm den Umhang auf. Erst jetzt wurde ihm bewusst, dass es eine Todesserrobe war, die er da öffnete. Darunter trug Snape eine gewöhnliche Hose mit Gürtel, der mit einer silbernen Schnalle versehen war und ein Hemd. Alles in Schwarz. Das Hemd war zerrissen und blutig, die blasse Haut schimmerte hindurch. Harry zog vorsichtig das Oberhemd aus der Hose und knöpfte auch das auf.

„Sie haben wohl vergessen, dass Sie ein Zauberer sind, was? Oder macht Ihnen das Spaß?" brummte Snape mit einem Mal.

Harry sah auf und schluckte kurz. Snapes Schwarze Mähne klebte an dessen feuchter Stirn, seine tiefschwarzen Augen waren geschlossen.

„Wenn Ihnen das nicht passt, hätten Sie es ja selbst machen können, Sir", meinte Harry und schlug den Stoff auseinander und es verschlug ihm auch für einen Moment den Atem.

Snapes Brust war, neben einem Hauch von schwarzen Haaren, bleich, als habe sie noch nie die Sonne gesehen. Außerdem, waren dünne Narben zu erkennen. Der Lehrer musste schon einiges mitgemacht haben. Die Verletzung an der Taille war ein langer Riss, der unter dem Hosenbund verschwand. Wenn er Snape helfen wollte, oder auch sollte, dann würde er dem Lehrer wohl oder übel auch dieses Kleidungsstück ein Stück ausziehen müssen. Und wenn er ehrlich war, ihm wollte der Zauber zum entkleiden beim besten Willen nicht einfallen.

„O.K. Harry. Ganz ruhig. Er ist nur ein Mann. Er hat nichts, was du nicht auch hast, oder Remus. Außerdem soll er ja wohl als letzter Erfahren, auf welcher Seite des Ufers du stehst. Also nimm dich zusammen und hör auf dich wie ein pubertierendes Mädchen zu benehmen, sonst merkt er gleich was", sagte Harry stumm zu sich selbst und löste Snapes Gürtelschnalle.

Der Lehrer verzog dabei schmerzhaft das Gesicht. Als Harry sich dann dem Reisverschluss zuwandte, hatte Harry plötzlich einen Zauberstab unter der Nase.

„Ein falscher Handgriff und Sie werden das gesamte Schloss auf Muggelart, mit einer Zahnbürste säubern."

Harry sagte nichts darauf, sondern machte einfach den Reisverschluss auf und zog die Hose ein Stück nach unten.

„Sagen Sie mir jetzt was ich tun soll, oder soll ich doch Madam Pomfrey wecken?" fragte Harry und Snape schlug die Augen auf.

Mit zusammengebissenen Zähnen setzte Snape sich auf und Harry half ihm den Umhang und das Hemd abzustreifen. Dabei entdeckte er, dass auch der Rücken des Mannes, mit blutenden Narben übersäht war.

„Der Schrank im Wohnzimmer. Zweites Regal von unten, dritter Trank von rechts, tiefrot. Oberes Regal, blaue Flüssigkeit und der links daneben. Orange. Zweites Regal von oben, Silberblauer Trank. Seien sie Vorsichtig", meinte er und Harry nickte.

„Der Mann hat ein fotographisches Gedächtnis", stellte Harry fest, als er die Türen öffnete.

Er brauchte einen Moment um die Tränke alle zu finden und kam dann damit zu Snape zurück.

„Die Tür hinter mir. Holen Sie ein Handtuch. Im Schrank hinter der Tür ist Verbandszeug."

Harry nickte stumm und betrat das wohl außergewöhnlichste Bad, das er je gesehen hatte. Es passte irgendwie nicht so ganz zum Rest der Wohnung und dann doch wieder.

Es war mit schwarzem Marmor gefliest, der einen leichten Grünstich hatte. Muggelbadewanne, Waschbecken und selbst das WC waren ebenfalls schwarz. Die Wasserhähne, Wandhacken und Handtuchhalter glänzten silbern und ein dunkler Holzschrank stand hinter der Tür. Den Kontrast dazu bildeten die schneeweißen Handtücher, die hier hingen und auch in dem Schrank zu finden waren und der große silberleuchtende Spiegel. Hier gab es auch noch eine weitere Tür und Harry vermutete, dass sie ins Wohnzimmer führte.

Er riss sich von diesem wahnsinns Anblick los und suchte nach dem Verbandzeug, um dann wieder zu seinem Lehrer zu gehen.

„Geben Sie mir die Blaue Flüssigkeit. Von der Roten tropfen Sie etwas auf das Handtuch und drücken es auf die Wunde. Drei Minuten lang."

„Ok. Hier", sagte Harry und reichte ihm die Phiole, die der Lehrer mit einem Zug entleerte.

Was auch immer diese Rote Flüssigkeit war, sie roch stark nach einem extrem gesunden Kräutertee. Harry ahnte aber, dass es etwas zum Desinfizieren war und sah Snape fragend an.

„Machen Sie", stöhnte der und Harry nickte.

Im selben Moment, wie die rote Flüssigkeit mit der Wunde in Berührung kam, spannte Snape jeden Muskel an und stöhnte durch die zusammengebissenen Zähne auf. Seine Hände hatten sich in den grünen Stoff der Bettwäsche festgekrallt.

„Scheiße muss das weh tun", dachte Harry und war dankbar, dass man seine Wunden auf der Krankenstation bisher nie so behandelt hatte.

„Onkel Sev ich muss mal mit dir… Potter was suchst du hier?" fragte Malfoy verwundert, als er in der Tür stand.

Harry, löste grade das Handtuch. Draco schluckte hörbar.

„Kompressen und der orange Trank. Drei Tropfen auf jede."

„Ja, Sir", antwortete Harry nur und beobachtete, wie Draco mit versteinerter Mine ans Bett trat.

„Wieso hat er das getan?"

Snape schwieg aber eisern.

Harry hatte drei Kompressen vorbereitet und schnappte sich nun den Verband und drehte sich zu den beiden um.

„Komm mal rum und hilf Professor Snape auf", sagte Harry.

Draco sah ihn abschätzig an und Harry seufzte stumm auf.

„Draco. Hilf mir. Harry will die Wunde verbinden", flüsterte Snape.

Erst da nickte Draco und zog mit einer erstaunlichen Leichtigkeit den Lehrer wieder hoch.